The devils game. || 2er RPG

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Amary

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Re: The devils game. || 2er RPG

von Amary am 03.09.2019 19:03

Klar würde mich freuen. Dann such ich mal ein Bild :)

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Amary

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Re: The devils game. || 2er RPG

von Amary am 03.09.2019 19:08

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Würde sagen nach seinem Deal sieht er ca so aus. Halt hellblaue Augen, ein bisschen unordentlicher noch, aber vom Gesicht so. 

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Lara

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Re: The devils game. || 2er RPG

von Lara am 03.09.2019 19:16

Alysia Lilith Banner
Ich hatte die ganzen Ferien in England verbracht. Der Grund dafür war, dass meine Adoptiveltern keine Lust auf meine Anwesenheit gehabt hatten und mich deswegen dorthin in ein Ferienlager geschickt hatten. Aufgrund meines Alters, welches über dem der übrigen Teilnehmer lag, hatte ich dort eher als eine Art Betreuer gedient und den Arbeitskräften unter die Arme gegriffen. Außerdem hatte man mir die Verantwortung für die Aufführung eines Stückes übertragen, denn ich liebte das Schauspiel. Es war einfach interessant in andere Rollen einzutauchen und sich dort auszuleben, neue Seiten zu entdecken. Alles in allem war es eine schöne Zeit dort gewesen. Diese war jedoch jetzt vorbei.
Seit dem gestrigen Tag war ich wieder zu Hause und heute waren die Ferien zu Ende. Jedoch freute ich mich auch auf die Schule. Ich freute mich auf die vielseitigen Unterrichtsfächer, darauf etwas Neues zu lernen, auf meine Freunde und besonders auf Keno. Immerhin hatten wir die ganzen Ferien über keinen Kontakt gehabt, denn im Camp waren Handys verboten gewesen und Kontakt durfte man lediglich zu seinen Eltern haben. Heute jedoch würde ich meinen besten Freund endlich wiedersehen.

 

Nachdem ich früh am Morgen aufgestanden und mich fertig gemacht hatte, verließ ich kurz danach das Haus. Ich hatte vor wie immer zu Fuß zur Schule zu gehen, während Layla, meine Adoptivschwester, sicher mit ihrem neuen Auto fahren würde. Sie hatte es in den Ferien von ihren Eltern zum 19. Geburtstag bekommen und war ziemlich stolz darauf. Da wir jedoch kein sonderlich gutes Verhältnis hatten, war mein Interesse daran bei ihr mitzufahren ziemlich gering. Außerdem würde sie sicher ihren Freund mitnehmen und dessen Anwesenheit pflegte ich es zu meiden. Und so machte ich mich, wie vor sechs Wochen das letzte Mal, zu Fuß auf den Weg zur Schule. In der Hoffnung dort sogleich auf Keno zu treffen.


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Amary

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Re: The devils game. || 2er RPG

von Amary am 03.09.2019 19:49

Keno Webb

Ich starrte in den Spiegel. Wenn ich das lange genug tat, verschwamm mein Gesicht bis es kaum noch als solches wiederzuerkennen war. Nicht das es mir sonst besonders bekannt vorkommen würde. Obwohl es sich schon vor Wochen so verschoben hatte, erschien mir meine Reflektion noch immer fremd. Die harten Kanten meines Kins, die prominenten Augenbrauen und dunklen Haare, stachen auffallend heraus. Einmal fuhr ich mir mit der Hand durch die Haare, drehte mich dann und schulterte meinen Rucksack.

Wie meine Klassenkameraden wohl auf meine Veränderungen reagieren würden? Ich hatte nie besonders viel Aufmerksamkeit auf mich gezogen, war in den Schatten verschwunden und hatte mich klein gemacht, aber das hatte mir der Teufel genauso aus dem Unterbewusstsein gelöscht, wie meine Tendenz bei Konflikten auf den Boden zu starren. Der Gedanke Aufmerksamkeit zu erregen, hatte plötzlich nichts gefährliches mehr, sondern schien naturgegeben.Über die letzten Wochen war mir aufgefallen, wie viel einfacher das Leben viel, wenn man seinen Blick nach vorne gerichtet hatte. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Da wo ich noch vor zwei Monaten unsichtbar war, wurde ich jetzt gesehen, beachtet. Und vielleicht lag das auch an meinem neuen Gesicht, an meinen Augen, die sich selbst in meinen Kopf zu bohren schienen, wenn ich mich mal wieder im Spiegel verlor, aber ich bezweifelte, dass nur meine neugefundene Attraktivität der Grund für die Aufmerksamkeit war, die ich nun von anderen Menschen, besonders Frauen, zu bekommen schien. Viel mehr lag es sicherlich an meinem neuen Auftreten, daran, dass ich allen Menschen, die mir begegneten, nun in die Augen sah, fast auffordernd. Das ich lief, als hätte ich immer ein Ziel und nicht als würde ich mich nur irgendwo hinschleppen.

All diese Gedanken gingen mir im Kopf herum, als ich das Schulgelände betrat, dass in den letzten Jahren zum Schauplatz meiner Alpträume geworden war. Es war wirklich wunderlich wie sehr ich einen Ort hassen konnte, nur weil dort rein gar nichts geschah. Resigniert ließ ich mich in meinen Platz in der letzten Reihe des Eigelbfarben gestrichenen Klassenraums fallen und wartete darauf, dass Lil endlich auftauchte, damit ich jemanden zum Reden hatte.

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Lara

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Re: The devils game. || 2er RPG

von Lara am 03.09.2019 20:17

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Ich lief den mir so bekannten Fußweg entlang. Den, den ich schon bereits unzählige Male entlang gelaufen war. Und in den letzten Jahren hatte sich so gut wie nichts verändert. Es war beinahe so, als würde in dieser verschlafenen Kleinstadt nie etwas passieren. Als würde in gewissermaßen beinahe die Zeit stillstehen. Die gleichen Leute, die gleichen Themen, die gleichen Gebäude. Kaum jemand war in der letzten Zeit hier her gezogen und wenn Leute gingen, dann lag es daran, dass sie verstarben. Es war verrückt. Und vor allem war es langweilig. Ich war froh gewesen mal in den Ferien hier raus zu kommen. Jedoch war ich mir auch sicher, dass meine Freunde und vor allem Keno wie immer mein Leben erhellen und für so einige interessante Momente sorgen würden, die einem aus dem eintönigen Alltag entkommen ließen.

Schon bald erreicht ich das Schulgelände, welches von der schulterhohen Mauer umgeben war, das eiserne Tor weit geöffnet. Außerhalb des Geländes standen einige Schüler, hauptsächlich die, die noch schnell eine Rauchen wollten und deren Freunde, die sich eben zu ihnen gesellten. Die meisten tauschten sich wohlmöglich über ihre Ferien aus.
Ehe ich das Gelände betreten konnte, wurde ich am Arm fest gehalten und somit zum Stehen gebracht. Ich drehte mich zu der Perslon um, welche meinen Arm ergriffen hatte und das erste, was mein Blick erfasste, war eine breite Brust, welche von einem lockeren, schwarzen T-Shirt bekleidet war. Als mein Blick dann weiter nach oben wanderte, sah ich in das Gesicht von Alec. Er ging in meine Klasse und ich verstand mich eigentlich ganz gut mit ihm. Wir hatten bereits des Öfteren mal etwas miteinander unternommen, jedoch immer im Beisein anderer Personen, Freunden von ihm und mir.
"Hey Lil, ich hab dich in den Ferien hier gar nicht gesehen und auch nicht erreichen können.", stellte er fest, während er meinen Arm los ließ und dann noch einmal an seine Zigarette zog. Im Anschluss ließ er den Stummel zu Boden fallen und trat ihn aus.
"Ja, ich war in England und hatte dort kein Handy.", antwortete ich. Mit einem Lächeln auf den Lippen strich ich mir eine der dunklen Haarsträhnen hinters Ohr. "Setz dich doch in der Mittagspause zu mir, dann erzähl ich dir gerne mehr. Jetzt würde ich aber erst einmal gerne rein und Keno suchen."
Dann setzte ich mich auch bereits in Bewegung, nahm aber aus dem Augenwinkel noch wahr, wie Alec mit den Augen rollte. Er hielt nicht wirklich viel von Keno und konnte wohl auch nicht nachvollziehen, weshalb ich so gut mit diesem befeundet war. Nach ein paar Schritten, warf ich noch einmal einen Blick über die Schulter zu Alec zurück, wieder mit einem Lächeln im Gesicht. "Und heb doch bitte noch deine Kippe auf und schmeiß sie in den Mülleimer. Wir sehen uns."

Kurz darauf fand ich mich auch bereits im Schulgebäude wieder und machte mich sogleich auf zum Klassenzimmer. Auf dem Weg dorthin, grüßte ich einige Leute, ließ mich aber nicht in längere Gespräche verwickeln, denn ich wollte schnellstmöglich zu Keno.
Im Klassenraum angekommen, stellte ich dann auch sogleich fest, dass Keno wohl bereits auf seinem Platz saß, wenn auch gerade mit dem Rücken zu mir. Freudig trat ich zu ihm heran und tippte ihm dann auf die Schulter. Als er sich dann aber zu mir umdrehte, machte ich erst einmal ein Schritt zurück. Der Anblick, der sich mir bot überraschte mich. Erschreckte mich schon beinahe.
"Whoa.", war das erste, was ich herausbrachte, ehe ich wieder dichter zu ihm heran trat. Mit meiner Hand erfasste ich vorsichtig sein Kinn und drehte seinen Kopf nach rechts und links, um sein Gesicht besser betrachten zu können. "Was ist denn mit dir passiert? Hast du über die Ferien von der Pubertät eine verpasst bekommen? Und trägst du Kontaktlinsen?"


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Amary

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Re: The devils game. || 2er RPG

von Amary am 03.09.2019 21:43

Keno Webb


Gelangweilt blickte ich aus dem Fenster zu meiner rechten und zählte die Schüler die ich kannte. Sie standen verstreut auf oder vor dem Schulhof und redeten miteinander. Vielleicht hätte ich doch unten bleiben sollen, Hallo sagen? Aber ich sah nur Menschen die ich nicht abkonnte und es dauerte nicht lange, bis mir auffiel, dass das eigentlich bei dem Großteil meiner Stufe der Fall war. Genervt fischte ich mein Handy und meine Kopfhörer aus meinem Rucksack und setzte mich auf meinen Tisch, das Gesicht dem Fenster zugewandt. 
Gedankenverloren wippte ich mit einem Fuß mit dem Lied mit und betrachtete einen Spatz, der auf dem Fensterbrett gelandet war und daran herumpickte. Wie gerne ich auch fliegen könnte... 
Als ich meinen Blick wieder auf das Eingangstor der Schule richtete, sah ich endlich Lilith, meine wohl einzige Freundin. Sie ging relativ zielstrebig auf das Gebäude zu, aber ich sah, wie sich Alec ihr näherte. Aufgebracht starrte ich zu den beiden. Alec war ein selbstverliebes Arschloch, der weder Grenzen verstand, noch auf das Wort "Nein" hörte. Aus irgendeinem Grund schien Lil ihn aber zu mögen, oder jedenfalls zu tolerieren. Wobei sie das eigentlich bei jedem tat. Trotzdem, es gefiel mir ganz und gar nicht, dass die beiden befreundet waren und er sich mit ihr unterhielt. Mein Gesicht verzog sich, als ob ich etwas widerliches gerochen hätte. Vor den Ferien hätte ich mich zurückgezogen, hätte mich untergeordnet und den Missfallen ignoriert, aber jetzt fühlte ich nur noch Wut. Ich nahm mir fest vor Alec in der Pause zu konfrontieren. Mit dem Gedanken im Kopf schloss ich die Augen und überlegte, wie sich seine Nase beim Brechen anhören würde. 
Erst als ich Finger an meinem Arm spürte, öffnete ich sie wieder und drehte mich langsam um. Lilith stand hinter mir und grinste. Jedenfalls bis sie mich gut sehen konnte. Dann fiel ihr das Grinsen vom Gesicht. Fast war es komisch wie ihr Audruck sich veränderte, aber die Tatsache, dass er das tat, war Grund genug sich mehr Sorgen zu machen als zu lachen. 
Ein großer Teil des Deals, den ich mit dem Mann gemacht hatte, der sich als Luzifer vorgestellt und als tatsächlicher Teufel entpuppt hatte, war, dass meine Veränderungen anderen Menschen nicht auffallen würde. Warum also konnte Lil den Unterschied feststellen? Sahen alle Menschen, dass ich mich verändert hatte? Hatte er mich irgendwie reingelegt? Oder kannte Lilith mich einfach zu gut? Vielleicht sah sie es einfach, weil sie einer der einzigen Menschen war, die mir je wirklich Aufmerksamkeit geschenkt hatte. So war es vermutlich, aber mein Herz klopfte trotzdem noch. 
Ich zwang mich zu lächeln und sagte "Meine Augen sehen voll blau aus oder? Ich galube das liegt daran, dass ich in der Sonne so schön braun geworden bin. Und ich hab halt Sport gemacht in den Ferien. War ja auch mal Zeit." Ich grinste schief und sah Lilith an. 
"Wie war denn dein Sommer?" fragte ich, während ich vom Tisch glitt und mein Handy wieder in meinem Rucksack versinken ließ. 


Der Klassenraum füllte sich langsam mit Schülern, die über ihre Ferien erzählten. Nach und nach fanden alle ihre Plätze. Seltsamerweise setzten Amelie und Lia, zwei Mädchen, mit denen ich im letzten Jahr vielleicht fünf mal geredet hatte, an den Tisch vor meinem und drehten sich sofort zu Lilith und mir um. Erst redeten sie mit Lil, aber ich merkte, dass ihre Blicke immer wieder zu mir schweiften. Grade Lia war ausgesprochen hübsch und es brauchte nur ein bisschen Augenkontakt, bis sie begann mich in ihre Konversation mit einzubeziehen. 
Die Zeit, bis unsere Klassenlehrerin den Raum betrat verflog schnell denn, obwohl ich es vor ein paar Monaten noch gehasst hätte, die Aufmerksamkeit, die ich von den zwei hübschen Mädchen bekam, misfiel mir ganz und gar nicht. Als die Orientierungsstunde am Anfang des Jahres begann, lehnte ich mich zurück. Normalerweise versank ich so in meinem Sitz und flüsterte Kommentare in Liliths Richtung, aber diesesmal fiel mir fast jede Minute auf, dass mich jemand musterte. Vor allem die Mädchen schienen ein neugefundenes Interesse an mir zu haben. 
Erst als die Stunde fast zuende war und Amelie sich zum dritten Mal relativ auffällig nach mir umsah, fiel mir auf, dass sich keiner meiner Mitschüler über meine Veränderung zu wundern schien. Sie nahmen sie einfach als gegeben hin. Das bestätigte meine Theorie, dass nur Lilith die Unterschiede hatte sehen können. Erleichtert ließ ich meine Schultern fallen und wartete darauf, dass die Stunde endete. 

Es klingelte endlich, nach endlosen Minuten, und bevor mich überhaupt ein Mädchen ablenken konnte, sprang ich auf und begab mich in Richtung Alec. Dieser saß mit seinen "Freunden" in der zweiten Reihe und scherzte grade über irgendetwas. Ich stieß ihn an und deutete mit meinem Kopf auf den Flur. Kurz erwartete ich Widerstand, oder ein Kommando an einen seiner Lakaien, uns zu folgen, aber Alec erhob sich, wenn auch pointiert langsam, schließlich doch. 
Wir gingen in den Flur. Ich führte ihn um eine Ecke, dann drehte ich mich zu ihm um. 
"Ich weiß zwar nicht, was genau du von Lilith willst, aber ehrlich gesagt ist es mir auch scheißegal. Ich will, dass du dich einfach von ihr fernhältst," sagte ich. Alec grinste, was ihm, in meinen Augen, jetzt nicht wirklich half und antwortete mit einem provozierenden "Du hast ja wohl kein Recht auf Lilith. Oder gehört sie jetzt dir?" 
Ob es nun daran lag, dass Alec damit Recht hatte, dass Lilith nicht mir gehörte und ich, außer dem eines besten Freundes, keinen Anspruch auf sie hatte, oder einfach nur an seinem Grinsen, wusste ich nicht, aber das nächste was ich wusste, war, dass ich ihm eine Faust in den Magen gerammt hatte. 
"Du. Hältst. Dich. Von. Ihr. Fern." drohte ich und wich dem halbherzigen retour-Schlag Alecs aus. 
"Ich hab viel von dir und deinen Freunden ertragen, aber ab heute mach ich das nicht mehr mit," fügte ich noch hinzu und fühte wie die Macht in meinen Kopf strömte. Mir wurde fast schwindelig davon. 
Alec sah mich an, als wollte er mir den Kopf abreißen, aber ich war schon auf dem Weg zurück zum Klassenraum. Über meine Schulter warf ich ihm noch einen Mittelfinger zu, bevor ich wieder im Raum verschwand. 

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Lara

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Re: The devils game. || 2er RPG

von Lara am 03.09.2019 22:46

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Keno versuchte mir weiß zu machen, dass seine Augen nun aufgrund seiner gebräunten Haut blau erschienen und nicht mehr die übliche, graue Farbe hatten. Natürlich nahm ichi hm das nicht einfach so ab. Seine Augenfarbe konnte sich über die Ferien doch nicht so krass verändert haben. Doch wenn es keine Kontaktlinsen waren, was war es dann? Auch die Veränderung seines Gesichtes, die Zunahme an Körpergröße und der scheinbar recht definierte Körper verwirrten mich. Keno saß da vor mir und doch war es irgendwie nicht Keno. Zumindest, wenn man sein Äußeres betrachtete.
Anstatt jedoch weiter auf das Ganze einzugehen, fragte er mich nun nach meinen Ferien, lenkte also meiner Meinung nach kurzerhand vom Thema ab. Mittlerweile saß er nicht mehr auf dem Tisch, sondern auf dem Stuhl neben mir. Ich beschloss das Ganze vorerst einmal auf sich beruhen zu lassen, würde das Thema später aber mit großer Sicherheit noch einmal ansprechen.
"Naja, abgesehen davon, dass ich mal wieder abgeschoben wurden eigentlich ziemlich gut. Dieses mal haben sie mich in ein Sommercamp nach England geschickt. Die Leute da waren echt nett und ich hab viel neues gelernt. Außerdem...", ich wurde mitten in meinen Erzählung von zwei Mitschülerinnen unterbrochen, die sich an dem Tisch vor uns niedergelassen hatten. Amelie und Lia verwickelten mich kurzerhand in ein Gespräch, weshalb ich Keno einen entschuldigenden Blick zuwarf, denn so konnte ich meine Konversation mit ihm nicht weiterführen.

Die beiden erzählten eher belangloses Zeug, berichteten über irgendwelche Partys mit irgendwelchen Jungs. Um ehrlich zu sein interessierte es mich nicht wirklich, jedoch unterbrach ich sie aus Höflichkeit nicht und hörte den beiden zu. Dabei fielen mir die wiederholten Blicke auf, die sie meinem besten Freund zuwarfen. Der Person, der sie vorher wohl keinerlei Beachtung geschenkt hatten. Nun integrierten sie ihn jedoch sogar mit in ihr Gespräch und teilweise wirkten sie beinahe schmachtend. Was mir jedoch auch auffiel war, dass sie alles einfach hinnahmen. Kenos verändertes Aussehen und vor allem seinen Charakter. Er schien viel selbstbewusster gewurden zu sein, hatte kein Problem sich mit ihnen zu unterhalten und schmeichelte ihnen in gewisser Weise mit seinem Charme. Ich hatte das Gefühl im falschen Film zu sein oder noch immer im Bett zu liegen und eigentlich noch zu träumen. Bemerkten sie seine Veränderung wirklich nicht? Wunderten sie sich nicht? Ich war gerade ziemlich überfordert mit der Situation, weshalb ich mich beinahe gänzlich aus der Konversation herauszog. Schweigend beobachtete ich Keno. Starrte ihn regelrecht an.

Und dann klingelte es auch schon zum Unterricht. Jedoch war es mir unmöglich mich auf das zu konzentrieren, was unsere Lehrerin uns erzählte. So hatte ich mir meinen ersten Schultag nach den Ferien gewiss nicht vorgestellt. Um ehrlich zu sein verstand ich die Welt nicht mehr. Etwas derartiges konnte doch nicht natürlich sein. Ich würde Keno auf jeden Fall zur Rede stellen müssen und das so schnell wie möglich.
Während der Stunde fiel mir auf, dass weitere Mädchen Keno vielsagende Blicke zuwarfen. War es für sie wirklich so, als wäre nichts passiert? Merkte denn niemand irgendwas?

Der Gong zur Pause ertönte und Keno war einer der ersten, der sich von seinem Platz erhob. Verwirrt blickte ich ihm nach. Er ging schnurrstraks zu Alec hinüber und machte diesem deutlich, dass er mit ihm auf den Flur kommen sollte. Was hatte er denn nun vor? Wollte er sich wirklich mit Alec anlegen? Was zur Hölle war in meinen besten Freund gefahren? War das wirklich noch Keno? 
Zögernd erhob auch ich mich von meinem Stuhl und trat etwas dichter zum Ausgang des Klassenraumes heran. Ich war zu neugierig, als dass ich einfach hätte sitzen bleiben können. Ich wollte wissen, was da auf dem Flur jetzt geschah. Aber trotz der Tatsache, dass ich der Tür mittlerweile näher war, konnte ich aufgrund des Lautstärkerpegels im Raum nicht verstehen was die beiden sagten. Ich könnte lediglich erkennen, dass sich die Lippen der beiden bewegten und dass Keno der erste war, der das Wort ergriff. Seine Körperhaltung strahlte Sicherheit und Selbstbewusstsein aus, das war ich gewiss nicht von im gewohnt.
Dann geschah etwas, dass mich ohne zu Lügen erschreckte. Etwas, dass ich niemals von Keno erwartet hätte. Man könnte auch sagen, dass es mich schockierte. Ohne irgendwie zu zögern und scheinbar auch gänzlich ohne Skrupel, verpasste er Alec einen Schlag in die Magengrube. Als ich das sah hob ich instinktiv und voller Schreck die Hände vor den Mund. Dem darauffolgenden Konter weichte er daraufhin gekonnt aus.
Kurz darauf betrat er auch schon wieder den Klassenraum, woraufhin ich seinen Arm ergriff und ihn zu mir heran zog. "Sag mal bist du verrückt geworden? Was ist denn in dich gefahren? Und wie zur Hölle kann es am ersten Schultag schon wieder Streit zwischen dir und Alec geben?", fragte ich Keno aufgebracht.
Auf eine Antwort wartete ich aber nicht lange, sondern eilte zu Alec hinüber, welcher sich immer noch im Flur befand. Er hatte sich gegen die Wand gelehnt und hielt sich den Bauch. Es war komisch. Früher war es immer Keno gewesen, dem ich hatte beistehen müssen.

"Hey, alles okay bei dir?", fragte ich meinen Mitschüler, während ich ihm sachte eine Hand auf die Schulter legte. "Soll ich dich zum Krankenzimmer bringen?"
"Geht schon.", presste er hervor. "Ich brauch nur einen Moment für mich."
Und dann ging er auch schon. Besorgt blickte ich ihm hinterher. Klar, er konnte ein richtiges Arschloch sein, aber er hatte eben auch andere Seiten und er konnte ganz anders sein, als Keno ihn kannte. Vielleicht sah auch nur ich das, da ich versuchte stets hinter die Fassaden zu blicken und in jedem das Gute zu sehen. Aber in Alec hatte ich es gefunden.

Nachdem Alec aus meinem Blickfeld verschwunden war, begab ich mich zurück ins Klassenzimmer. Dort ging ich auf direkten Weg zu Keno. "Erklär mir das bitte. Das alles!", verlangte ich, während ich mit der Hand eine Gesten machte, die auf seinen gänzlichen Körper deutete. Ich wollte wissen was passiert war. Jetzt sofort. Ich sah nicht mehr meinen besten Freund vor mir, sondern einen Fremden.


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Amary

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Re: The devils game. || 2er RPG

von Amary am 04.09.2019 20:41

Keno Webb

Als ich wieder in den Klassenraum trat, griff Lilith fast sofort nach meinem Arm und zischte mich an. Kurz überlegte wie ich darauf reagieren sollte, aber sie schien keine Antwort von mir zu erwarten, sondern rauschte einfach an mir vorbei. Zu Alec.
Wütend blickte ich ihr hinterher. Was würde er jetzt wohl tun? Ihr alles erzählen? Lilith schien Alec auszufragen, wenn auch deutlich sanfter als sie es eben noch bei mir getan hatte. Alec schien sich jedoch, zu meiner leichten Verwunderung, an meine Aufforderung zu halten und antwortete ihr nur kurz angebunden, bevor er sich wieder abwandte und davonhumpelte. Ich grinste leicht. Das zu sehen tat immens gut.
Ich ging zu meinem Platz und setzte mich geduldig auf meinen Stuhl. Es dauerte keine Sekunde bis Lilith wieder die Klasse betrat und auf mich zu stürmte. Ich grinste sie an, aber sie sah so müde und verwundert aus, dass ich den Ausdruck wieder fallen ließ. 
Ihre Worte ließen mich nachdenken. Wie sollte ich ihr das erklären? Die Wahrheit war keine Option, mal ganz abgesehen davon, dass sie mir das vermutlich eh nicht glauben würde. 
Ich ergriff ihre Hand und zog sie auf den Stuhl neben meinem, damit sie nicht mehr so über mir stand. Unsicher fuhr ich mir mit der Hand durch die Haare. 
"Also mein Vater sagt, dass ich in den Ferien einen zweiten Wachstumsspurt erlebt habe. Er hat gesagt, dass wäre bei ihm auch so gewesen. Ich meine Männer wachsen ja oft bis sie zwanzig sind. Und ich war halt, wie gesagt, viel im Fitness studio."
Die Lügen kamen mir leichter von den Lippen als ich je gedacht hätte. Aber Lilith war ja meine beste Freundin und, selbst wenn ich sie anlügen musste, sie wollte ja, dass ich glücklich war, oder? Das wollten Freunde doch. Und mein neues Aussehen machte mich glücklich. Ich hatte mich seit Jahren nicht mehr so frei gefühlt. Das musste sie mir doch gönnen. 
"Und das mit meinen Augen verstehe ich wirklich auch nicht. Aber so groß ist der Unterschied ja auch gar nicht. Ich meine den anderen ist es gar nicht aufgefallen," argumentierte ich weiter, "Ich glaube du merkst das einfach, weil wir uns so lange nicht gesehen haben." Ich hob meine Füße auf den Tisch und betrachtete meine Fingernägel. 
Aus dem Augenwinkel sah ich Lilith. Ob sie mir glaubte? Ich hatte sie noch nie so direkt angelogen, aber von meinem Vater, der eigentlich seit fast zwei Jahren ein funktioneller Heroinabhängiger war und ich kaum mit ihm sprach, sicher nicht über meinen plötzlichen Wachstum, wusste sie, von mir jedenfalls nichts. Aber darüber sprach ich auch nicht. Es war auch schwer zu erklären. Man glaubte es kaum, wenn man ihn nicht kannte. Er sah aus wie ein normaler Versicherungsvertreter in unserer kleinen Stadt. Ich selbst hatte es nur herausgefunden, als sein Bruder ihn einmal in die Reha gesteckt hatte. Das ganze clean-sein hatte meinem Vater allerdings nicht gefallen. Er hatte ganze drei Wochen ausgehalten, bevor er sich wieder was gespritzt hatte. 
Das Problem mit meinem Vater war, dass er so wenig sprach und generell so selten irgendetwas tat, dass es gar nicht auffiel, dass er die Hälfte der Zeit weg war. Und er hatte es immerhin seit mehreren Jahren geschafft seinen Arbeitsplatz zu behalten. 
Ich hatte früh gelernt ihn einfach zu ignorieren, denn das tat er mit mir auch. Sobald ich mit der Schule fertig werden würde, hatte ich vor aus dieser Stadt zu verschwinden und nie zurückzublicken. 
Aber das erklärte ich Lilith natürlich genauso wenig wie die Tatsache, dass ich eines Abends, kurz nach dem Beginn der Sommerferien mit der Versuchung konfrontiert war, mein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen, zum Preis von Jemandem den ich noch nicht kannte. Stattdessen lehnte ich mich zurück. 
"Ich wollte dir das eigentlich nicht erzählen, aber als ich vorhin in die Schule gekommen bin, hab ich gehört wie Alec und Fabian darüber gesprochen haben, dass sie dich beide gerne mal in ihrem Bett haben würden. Und Alec meinte irgendwas von "Wir könnten sie ja teilen, aber dafür musst du mir was geben. Sie steht nämlich voll auf mich." Oder so... Und keine Ahnung, dann bin ich so wütend geworden, dass ich ihn einfach konfrontieren musste. Ich wollte nicht, dass er so über dich redet," behauptete ich, meine Augen auf Lilith gerichtet.
"Ich weiß das war nicht die beste Art damit umzugehen, aber ich war so wütend. Und ich wollte mich nicht mehr einfach nur verstecken. Ich konnte mir ja nicht einfach anhören, dass er so über dich redet," fügte ich noch hinzu und legte meine Hand auf ihre Schulter
"Ich weiß du magst keine Gewalt und es tut mir leid, aber ich war so wütend."
Ob sie mir das glaubte? Es schien realistisch genug, Alec sprach so tatsächlich über viele Mädchen, oder hatte es zumindest zuvor getan. Und vielleicht wäre Lil nicht so sauer, wenn sie dachte, dass ich sie einfach verteidigen wollte. Die Lüge erschien mir ziemlich plausibel, aber bis jetzt war ich nie besonders gut darin gewesen Unwahrheiten zu erzählen. Wobei sich das wahrscheinlich auch mit dem Deal geändert hatte. Nach einem Geschäft mit dem Teufel noch ehrlich zu bleiben war wohl kaum möglich. 

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Lara

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Re: The devils game. || 2er RPG

von Lara am 04.09.2019 23:14

Alysia Lilith Banner
Dieses Grinsen, dass Keno mir entgegen brachte, als ich im Klassenraum auf ihn zu kam, machte mich wahnsinnig. Es schien beinahe so, als wolle er mit diesem Grinsen das überspielen, was er gerade getan hatte. Oder als würde er es schlichtweg herunterspielen. Eventuell sogar noch stolz auf seine Tat sein. Und das machte mich innerlich nicht nur wütend, nein, es enttäuschte mich auch. Hatte ich doch von ihm etwas derartiges niemals erwartet.
Klar gab ich mich oft mit Personen ab, die auch mal handgreiflich wurden. Leuten wie Alec eben. Jedoch hatte ich deshalb auch so gerne Zeit mit Keno verbracht. Aus dem Grund, dass er so etwas vor den Sommerferien wohl nie getan hätte. Es war einfach angenehm gewesen ihn in meiner Nähe zu haben. Nun schien es als wäre er wie alle anderen.
Glücklicherweise verschwand das Grinsen schnell wieder aus seinem Gesicht und nachdem ich eine Erklärung verlangt hatte, tischte er mir wieder die Geschichte mit dem Training auf und redete von einem Wachstumsschub oder sowas. Er hatte meine Hand genommen und mich auf den Stuhl neben ihm gezogen, jedoch war mir gerade nicht danach ruhig irgendwo zu sitzen und so erhob ich mich bald schon wieder.
"Du willst mich doch verarschen oder?", platzte es aus mir hinaus. "Ich meine nicht nur dein Äußeres, sondern einfach...einfach alles. Deine Art, deine Ausstrahlung, deinen Charakter. Es ist als wärst du ein anderer Mensch. Ich erkenne dich gar nicht mehr." Bei dem letzten Satz begann meine Stimme zu zittern und ich musste kurz einmal tief durchatmen, um mich wieder zu fassen. Ich war einfach so...verwirrt.
Auch lieferte Keno mir eine Erklärung für sein Handeln gegenüber Alec. Er redete davon, dass er mich schützen wollte und dass Alec und Fabian mich wohl ins Bett bekommen wollten. Mittlerweile hatte er seine Füße auf dem Tisch vor ihm platziert. Ebenfalls etwas, dass er wohl vor einigen Wochen niemals getan hätte.
"Deine Ritterlichkeit in aller Ehre, aber das ist meine Angelegenheit. Ich bin durchaus in der Lage das alleine zu klären und es geht dich nichts an, was Alecs Absichten sind und was ich mit Alec mache. Du hättest ihn nicht gleich schlagen müssen!", fuhr ich meinen besten Freund an. Aber war er das überhaupt noch? Ich wusste ehrlich gesagt nicht wer er war. Vermutlich hätte ich auch anders reagiert, wenn er sich nicht so verändert hätte, immerhin hatte er mir nur helfen wollen. In diesem Moment war ich jedoch einfach mit allem überfordert.
Mein Blick wanderte von seiner Hand auf meiner Schulter zu seinen eisblauen Augen. Vor den Ferien hatte ich noch in ein Paar grauer Augen geblickt. In ein Paar Vertrauter Augen.
"Ich brauch frische Luft.", kam es murmelnd von mir, ehe ich dann Keno auch schon den Rücken zu drehte und das Klassenzimmer verließ. Durch die Schulflure begab ich mich zum Hinterausgang und trat durch diesen aus dem Gebäude. Neben der Tür lehnte ich mich mit dem Rücken gegen die Steinwand und schloss die Augen. Tief atmete ich die frische Luft ein. Mir war schwindelig und ich konnte keinen klaren Gedanken fassen.
"Alles okay?", ertönte plötzlich eine Stimme, woraufhin ich zusammen zuckte. Ich öffnete meine Augen und erblickte Luca, welcher einige Schritte entfernt von mir stand und eine Zigarette zwischen den Lippen stecken hatte.
"Nicht wirklich.", antwortete ich. "Kann ich mal ziehen?" Ich rauchte eigentlich nur auf Partys, aber auch in derartig stressigen Situationen, griff ich hin und wieder auf Nikotin zurück. Wissen tat dies kaum einer.
"Natürlich Prinzessin.", kam als Antwort von Luca, welcher mich angrinste und mir seine Kippe entgegen hielt.
"Danke.", murmelte ich, ehe ich diese ergriff und einen kräftigen Zug nahm. Genießend schloss ich die Augen, während ich spürte wie der Qualm meine Lunge flutete.
"Du kannst sie behalten.", erhielt ich von meinem Gegenüber als Antwort und als ich meine Augen wieder öffnete sah ich, dass er sich bereits eine neue anzündete. "Also Prinzessin, willst du mir von deinen Sorgen erzählen?" Seit dem wir zusammen an einem Theaterstück mitgewirkt hatten, in dem ich die Rolle der Prinzessin übernommen hatte, nannte er mich stets bei diesem Spitznamen. Es störte mich nicht und ehrlich gesagt gefiel mir die Art, wie er es aussprach. Mit diesem frechen, neckischen, aber auch irgendwie wertschätzenden und charmanten Unterton. Ich liebte es. Und es war ehrlich gesagt nicht das einzige, was ich an ihm liebte. Bereits damals hatte ich wohl eine leichte Schwärmerei gegenüber ihm entwickelt.
"Ich glaube ich behalte meine Sorgen lieber für mich. Vermutlich würdest du die Last von diesen nicht aushalten, geschweige denn es überhaupt verstehen.", erwiderte ich leicht schmunzelnd, während ich mich auf dem Boden niederließ, den Rücken gegen die Wand gelehnt. Luca setzte sich zu mir und wechselte kurzerhand das Thema, da er wohl verstanden hatte, dass ich über die Sache nicht reden konnte. Das Gespräch war eine willkommene Ablenkung, jedoch müsste ich auch früher oder später zurück in die Klasse und damit auch zurück zu Keno.


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Amary

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Re: The devils game. || 2er RPG

von Amary am 07.09.2019 08:31

Keno Webb

Als Lil aus der Klasse stürmte, sah ich ihr etwas verwundert nach. War die schon immer so emotional gewesen? Ich zuckte mit den Schultern und drehte mich nach vorne. Amelie und Lia hatten sich auf den Tisch eines Mädchens gesetzt, das mir bis jetzt noch gar nicht aufgefallen war. Ich erkannte sie nicht, weshalb ich annahm, dass sie neu war. Kurzerhand erhob ich mich, ließ meine Hände in meine Hosentaschen gleiten und schob mich, vorbei an Tischen und Stühlen, durch den Klassenraum. 
Als Amelie sah, dass ich mich auf sie zu bewegte, grinste sie mich an. Das hätte sie vor den Ferien sicherlich nicht getan. Aber das konnte mir ja jetzt egal sein. 
"Na ihr beiden. Wer ist das denn?" fragte ich und bewegte meinen Kopf in Richtung des neuen Mädchens. Sie drehte sich zu mir um und lachte. Ihre Stimme war unangenehm hoch, wirkte fast aufgesetzt.
"Ich heiße Ella.", sagte sie, "Ich bin neu hier. Letztes Jahr war ich auf dem Goethe Gymnasium. Aber da sind die Schüler alle so motiviert, das war mir zu anstrengend." 
Ich grinste sie an und stellte mich vor, den Großteil meines Fokusses darauf verwendend nicht loszulachen. Das Mädchen, dessen Namen ich irgendwie schon wieder vergessen hatte, war rundgesichtig und riss ihren Mund beim Sprechen viel zu weit auf. Es sah aus, als würde sie bei jedem Satz nach Luft schnappen müssen. Oder als würde sie etwas singen, das die vollle Kapazität ihres Mundes benötigte. Trotzdem, sie war hübsch und schien ganz nett zu sein. 
"Was haben wir denn jetzt?" fragte ich, an Lia gerichtet, die grade ihren Stundenplan in der Hand hatte und lehnte mich gegen einen nahen Tisch. 
"Doppelstunde Politik und Wirtschaft, bei der Rossenheim." antwortete sie. Ich stöhnte. Das war doch nicht normal. Wer legte denn Politik in die zweite und dritte Stunde an einem Montag? Und dann noch mit Frau Rossenheim, einer fast blinden über sechszig Jährigen, die nicht in Rente gehen wollte, weil sie ihre Schüler ja "so liebte". Bevor ich meine Gedanken jedoch äußern konnte oder mich alternativ aus dem Fenster schmeißen konnte, betrat unser stellvertretender Schulleiter die Klasse. 
Herr Gesten war ein relativ junger Mathelehrer, dem die Hälfte der Mädchen nachschmachtete und den die andere Hälfte "total pervers" fand. So oder so, ich konnte mich plötzlich nur sehr schwer dazu bringen ihn als Respektperson anzusehen. Und das obwohl er vor den Ferien noch einer meiner Lieblingslehrer gewesen war.  
Grade trat er an den Lehrertisch und hob seine Hände. Die verstreuten Stimmen im Klassenraum verstummten nacheinander. 
"Guten Morgen. Ich hoffe ihr hattet alle schöne Sommerferien. Leider haben wir grade erfahren, dass Frau Rossenheim einen kleinen Unfall hatte und es heute nicht in die Schule schaffen wird. Deshalb habt ihr jetzt diese zwei Stunden frei. Ich erwarte...", er wurde vom Gegröle der Jungs aus unserer Klasse unterbrochen. Erst als es wieder still wurde, fiel mir auf, dass auch ich etwas gerufen hatte. Verwundert sah ich mich um, aber niemand blickte auch nur in meine Richtung. Als wäre das völlig normal, als hätte ich bei solchen Sachen schon immer mitgemacht. 
"Ich erwarte von euch, dass ihr euch benehmt und die anderen Klassen nicht stört. Ihr seid inzwischen immerhin die Ältesten... Und gewöhnt euch nicht daran. Sie wird schnell genug wieder in der Schule sein." Damit drehte er sich um und verließ den Raum. Ich grinste Amelie und Lia an. 
"Na sowas. Fast so als hätte irgendein Gott meine stummen Gebete gehört," lachte ich. Die Mädchen lachten mit, wenn auch etwas verwirrt dreinblickend. Wahrscheinlich verstanden sie nicht, was ich meinte. Konnte ja nicht jeder total helle sein. Ich erhob die Hand in einer stillen Verabschiedung und bewegte mich in Richtung Tür. Ich würde etwas frische Luft schnappen, wenn ich jetzt neunzig Minuten frei hatte.
Als ich fast den Klassenraum verlassen hatte, rief jemand meinen Namen. Ich sah mich um und erblickte Julius, einen der besten Freunde von Alec. Der saß grade, wie versteinert, neben ihm und blickte nicht in meine Richtung. 
"Hey Keno, gehst du eine rauchen? Warte kurz ich komm mit." rief Julius mir zu und begann in seinem Rucksack zu kramen. Ich stockte und mein Herz begann schneller zu schlagen. Würde er sich für Alec rächen? Julius hatte mich vor den Sommerferien mehr als nur einmal wirklich verletzt. Fast war es seltsam, denn, während der Rest der Klasse mich größtenteils ignoriert hatte, schien Julius mich wirklich zu hassen. Jetzt trottete er auf mich zu, Zigarettenschachtel und Feuerzeug in der Hand. Mechanisch drehte ich mich um und ging durch die Gänge, über den Schulhof, bis vors Tor und hinter die Mauer, die das Gelände begrenzte. Der Boden hier war mit Zigarettenstummeln übersäht, auch schon am ersten Tag. 
Angespannt drehte ich mich zu Julius um und erwartete fast schon einen Schlag, aber er zündete sich grade nur eine Zigarette an. Als er bemerkte, dass ich ihn ansah, bot er mir auch eine an. Ich wollte, fast instinktiv ablehnen, aber dann besann ich mich und zog eine aus der Schachtel. Julius gab mir sein Feuerzeug und ich kopierte die Bewegung, die ich bei so vielen meiner Klassenkameraden beobachtet hatte. Ich hoffte, dass ich einigermaßen souverän aussah, aber wenigstens ging es relativ schnell, bis ich eine Zigarette zwischen den Lippen hatte. Mein Blick wanderte zu Julius. Er guckte zurück. Dann setzte er an:
"Hey du, wir haben doch kein Beef mehr oder?" 
Ich starrte ihn an, ohne irgendetwas zu verstehen. Kein Beef mehr? Wollte er mich gar nicht schlagen?
"Also wegen vor der Ferien. Das war ja alles nicht böse gemeint. Tut mir auch voll leid und so..."
Es dauerte noch eine Sekunde und dann verstand ich. Er entschuldigte sich, versuchte es jedenfalls, so gut wie er es eben konnte. "Ne mit dir hab ich kein Beef. Aber mit Alec halt." sagte ich, meine Stimme kratzig vom Rauch der Zigarette und dem Husten, dass ich unterdrücke. 
"Ja also Alec is auch irgendwie voll komisch drauf grade. Lass mal abhängen. Ich setz mich neben dich okay?"
Darüber musste ich erstmal nachdenken. Da ich am Fenster saß, war neben mir eigentlich kein Platz, aber wenn ich mich einen Platz nach links setzte und Lilith das auch tat, dann würde sich Julius auf meine andere Seite setzen können. Die anderen Stühle in der letzten Reihe waren eh nicht besetzt. 
"Ja okay machen wir so. Aber Lilith sitzt links von mir und das muss auch so bleiben." antwortete ich schließlich. Julius sah sichtlich erleichtert, fast schon freudig aus. 
"Voll cool alter. Dann mach ich das wenn wir wieder Unterricht haben. Ich geh mal wieder rein, hier draußen ist es mir zu heiß." Er grinste mir noch einmal zu, trat dann seine Zigarette aus und verschwand auf dem Schulgelände. Hoffentlich hatte ich mich grade nicht total reinlegen lassen. 
Unsicher zog ich mein Handy aus meiner Tasche und verfasste eine Nachricht an Lilith. 
"Hey tut mir echt leid. Können wir vielleicht nochmal reden? Dann erzähl ich dir die Wahrheit. Politik fällt aus. Wenn du dich bereit fühlst, dann triff mich bitte an der Buche vorm Kunstbau." 
Ich schickte die Nachricht ab und ließ meine Zigarette dann fallen. 
Langsam aber sicher ging ich in Richtung des riesigen Baums, der den Raum vor dem Gebäude, in dem wir Kunstunterricht hatten, mit seinen tiefen Zweigen und dunkelroten Blättern dominierte. Mit einem kleinen Seufzer ließ ich mich am Baumstamm herab und wartete auf eine Nachricht von Lilith. 

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