Avatar oder die Legende von Korra RPG

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Pads

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Ryo Nakamura

from Pads on 12/17/2021 12:34 AM

Niemand reagierte. Es herrschte Totenstille im Saal, für einen Moment hörte ich nicht einmal mein eigenes Atmen, alles war ruhig. Als Aria im Wasser ankam realisierte ich viel zu spät was passiert war, zu sehr war ich mit meinem eigenen Gegenüber beschäftigt gewesen. Ich begann damit mir Vorwürfe zu machen, dass ich besser hätte aufpassen müssen und etwas hätte merken müssen. Aber ich wusste selbst, dass ich keine Chance gehabt hatte. Lieber sollte ich mich jetzt darauf konzentrieren die Runde für uns zu entscheiden. Ich sah nach vorne und stellte mich kampfbereit auf. Ich war gewillt alles zu geben, aber der Gegner war mir trotzdem einen kleinen Schritt voraus. Ich wollte gerade zum Gegenangriff ansetzen um Aria zu rächen, als meine Hand sich wie von selbst bewegte. Maschinell gesteuert brach ich meinen Angriff ab und wich in schnellen Schritten nach hinten der Feuersalve meines Gegners aus. Ich versuchte stehen zu bleiben, oder zumindest meine Hand zu heben, aber ich schaffte es nicht, so sehr ich es auch versuchte. Ich war gefangen in meinem eigenen Körper und zum zweiten Mal in meinem ganzen Leben spürte ich die blanke Angst. Gleichzeitig war ich aber auch einfach nur unendlich froh, dass niemand aus meiner Familie anwesend war und das ganze Ereignis miterleben musste. Es war schon schlimm genug selbst dabei zu sein. Ich konnte mir aber gut vorstellen, dass jeder einzelne meiner Arbeitskollegen im Publikum saßen und jetzt am liebsten laut gejubelt hätten. Ich wollte ihnen solch eine Niederlage nicht bieten, aber unser Spiel war ja noch nicht vorbei. Selbst wenn wir diese Runde nicht gewinnen würden könnten wir uns in der dritten und letzten Runde noch unter Beweis stellen. Wir würden zeigen können, was wir konnten. Wir mussten nur alle als erstes auf die Wasserbändigerin gehen, ansonsten hatten wir keine Chance. Wir konnten das schaffen, das würde kein Problem werden.
Unweigerlich bewegte ich mich von selbst rückwärts auf die Kante zu. Ich schielte ins Publikum. Die meisten waren entsetzt oder bestürzt. Wer bei Aria noch nicht verstanden hatte was hier abging hatte es spätestens jetzt gerafft. Einige aber schlürften wieder aus ihren Pappbechern und bissen genüsslich wieder in ihr Essen.
Ich versuchte gar nicht mehr gegen die Kraft die mich im Griff hatte anzukämpfen. Das bedeutete nur weitere Schmerzen. Ich hatte mit meiner Niederlage abgeschlossen. Wehren konnte ich mich ohnehin nicht. Eine Chance hatte ich nicht. Ich hoffte, dass Daichi sich wenigstens noch ein wenig länger halten konnte.
Ich ließ mich ins Wasser fallen uns sobald mein Oberkörper im Wasser versunken war sah ich mich nach Aria um. Ich wollte mich vergewissern, dass es ihr gut ging. Sie muss wesentlich länger unter dem Einfluss der Wasserbändigerin gestanden haben. Als ich sie endlich entdeckt hatte schwamm ich auf sie zu.
„Ist alles gut bei dir?" Sie nickte zwar, aber wirklich überzeugt war ich nicht. Vorsichtig griff ich ihr unter die Arme um sie über Wasser zu halten. Sie wirkte ein wenig unbeholfen und etwas desorientiert. „Warte, ich helfe dir an Land" Ich versuchte sie so gut es ging über Wasser zu halten und an die nahegelegende Leiter zu bringen. Dass sie meine Hilfe nicht abwies überzeugte mich davon, dass es ihr wirklich nicht besonders gut ging.
Als es neben uns platschte drehten wir beide unsere Köpfe in die Richtung. Ich sah aber nichts, was diesen Laut hätte verursachen können. Ein Junge tauchte am Rand der Leiter auf und spähte voller Besorgnis über den Rand der Geländers. Ich legte meine Stirn in Falten und fragte mich, was er begutachtete, rief mich dann aber wieder zur Ordnung und halt Aria vor mir die Leiter hoch. Hoch schaffte sie es selbst. Mit etwas Abstand folgte ich ihr und zog mich am Rand hoch. Ich sah mich nach einer Decke, die ich uns hätte holen können, aber es gab nichts was annähernd einer Decke ähnlich gewesen wäre.
Statt einer Decke tauchte der Junge von vorhin wieder auf und spähte in die Tiefe unter uns. Ich wollte ihn gerade fragen was er so interessant fand, als ich es selbst sah. Ein Mädchen tauchte an der Wasseroberfläche auf und schnappte nach Luft. Ohne zu zögern sprang ich zurück in das kalte Nass und mit ein paar wenigen Armbewegungen war ich bei ihr. Ich verkniff mir zu fragen, was sie hier im Wasser machte und die Frage erübrigte sich auch als ich sah, dass sie krampfhaft versuchte Daichi zu halten. Er musste kurz nach mir ins Wasser gefallen sein, aber da ich zu sehr darauf fokussiert gewesen war Aria zu helfen hatte ich es nicht bemerkt. Ein Glück, dass dieses Mädchen etwas gemerkt hatte und mutig, oder waghalsig, genug gewesen war hinterher zu springen.
„Ich bin hier, du musst nur dich selbst über Wasser halten, schaffst du das?" Vorsichtig griff ich Daichi unter die Arme und nahm ihr langsam sein Gewicht ab. Und trotz seines schlacksigen Körpers wog er dank seiner Klamotten sicher einiges. Es war nicht mehr weit zur Leiter, aber es kam mir vor als würde ich unnötige Runden schwimmen. Daichis Gewicht, so wie mein eigenes, wurden immer schwerer zu ertragen und ich war ein paar mal kurz davor vor Erschöpfung die Augen zu zu machen. Ich hatte die vage Hoffnung, dass jetzt wenigstens jemand helfen würde, aber vermutlich hatte kaum einer etwas von Daichi und dem Mädchen mitbekommen, da die zweite Pause eröffnet worden war und somit auch die Snackbuden wieder bereit waren ihre Waren anzupreisen. Und nach der Runde die ihnen gerade geliefert wurde, hatten sicher auch alle genug Gesprächsstoff für die nächsten fünfzehn Minuten.
Ich hievte Daichi vorsichtig hoch und war froh, als sich mir zwei Arme entgegen streckten die ihn entgegen nahmen. Sobald ich Daichi in Sicherheit wusste drehte ich wieder um. Ich hatte meine Augen weit aufgerissen und versuchte die Silhouette zu entdecken, aber ich schaffte es erst nach mühevoller Suche. Ich kämpfte gegen die Wellen die ich selbst verursachte an und schaffte es mit ungeheurer Anstrengung das Wasser vor mir so zu besänftigen, dass ich es in Ruhe und ohne große Mühe hindurch schaffte. Kurz dachte ich, ich hätte die Silhouette des Mädchens verloren, aber sie wurde wieder größer und als ich endlich bei ihr ankam hatte ich keine Zeit um zu kontrollieren ob sie noch atmete. Ich wollte sicherstellen, dass sie aus dem Wasser kam.
„Wenn du mich hörst, versuch dich so wenig wie möglich zu bewegen und halt dich einfach an meinem Rücken fest. Ich werde dann langsam in Richtung Leiter schwimmen."

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Mila-Grosa

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Shina Sakamaki

from Mila-Grosa on 12/16/2021 10:00 PM

Der Kampf begann für das Team mit den beiden Wasserbändigern und dem Erdbändiger mit einem kleinen Rückschlag, als Letzterer von seinem Gegner in die zweite Zone gedrängt wurde. Der Junge rieb sich kurz über die Handflächen, die den Aufprall der Steinplatte voll abgekriegt hatten, ging dann aber wieder in Kampfposition. Seine Nervosität über die Situation war ihm deutlich anzumerken. Verübeln konnte ich ihm das nicht. Ich schätzte ihn auf zwei oder drei Jahren jünger als mich und selbst ich würde unter keinen Umständen an seiner Stelle sein wollen. Wobei ich mit dem Erdbändiger bestimmt klarkommen würde. Seine beiden Teamkollegen waren gerade mit den Teamkollegen des Jungen beschäftigt. Eine große Feuerwalze bewegte sich auf den jungen Wasserbändiger zu, der die Attacke aber gespielt abwehrte und dann seinerseits angriff. Fasziniert beibachtete ich, wie grazil und wendig er mit seinen Wasserarmen nach dem Feuerbändiger peitschte und ihn in einem Moment der Unachtsamkeit zu Boden befördern konnte. Seine Partnerin hatte nicht so viel Glück, sie wurde von einer Wassersalve zurückgeworfen und schlitterte in die zweite Zone. Doch sie kam schnell wieder auf die Beine und schleuderte... Luft?

,,Oh... Sie ist eine Luftbändigerin!", rief ich überrascht aus. ,,Die kämpfen hier doch eher selten, oder?", fragte ich an Hiro gewandt, der einen Schluck von seiner Limonade trank. Er zuckte mit den Schultern und deutete dann nach unten auf die Wasserbändigerin, die ihre Revange erhalten hatte. ,,Oh Mann, sie nur! Sieh hat sie wortwörtlich aus den Socken gepustet."
Ich musste lachen. Das betroffene Mädchen fand die Sache aber bei weitem nicht so komisch wie wir zwei. Im Gegenteil, sie wirkte jetzt sogar ziemlich wütend. Gespannt beugte ich mich ein wenig vor. Ich mochte es zwar nicht recht zugeben, aber irgendwie waren diese Spiele doch interessanter als ich dachte. Hier hatte man die Möglichkeit, alle Elemente in voller Action zu erleben, wobei ich es etwas enttäuschend fand, dass für das Element Erde nicht mehr Möglichkeiten geschaffen wurden als bloß diese Steinplatten.
Als plötzlich eine Feuerzunge knapp am Gesicht des Wasserbändigers vorbeisauste, zuckte ich zusammen. Verdammt, war das knapp! Aber das war doch eigentlich gegen die Regeln, oder? Fragend schaute ich zu meinem Bruder, dem die Verwirrung ebenfalls im Gesicht geschrieben stand. ,,Eigentlich hätte der Kampfrichter eingreifen müssen.", meinte er. ,,Die Nummer eben war jedenfalls nicht zum Übersehen!"
Aber der Kampfrichter blieb stumm und das Turnier ging ganz normal weiter, bis schließlich der Schlussgong ertönte.
Das Team Feuer-Wasser Erde hatte sich wacker geschlagen, trotzdem ging die erste Runde an ihre Gegner. Zurecht, wie ich fand. Irgendwie mochte ich die Ausstrahlung von diesen Dreien. Man merkte, dass sie die Sache als Team angingen und nicht jeder für sich alleine kämpfte. Das zeigte sich auch, als der junge Erdbändiger zu dem Wasserbändiger trat. Er war nach wie vor ziemlich mitgenommen, schien aber in der Gesellschaft von ihm und dem Mädchen mit den Luftkräften etwas gefasster zu werden. Er rang sich sogar zu einem schmalen Lächeln ab.
Die Teilnehmern wurden auf den mechanischen Schienen wieder aus der Arena gebracht, um sich vor Beginn der nächsten Runde ein wenig zu stärken. In fünfzehn Minuten, verkündete der Kommentator über Lautsprecher, würde es weitergehen. Hiroko erhob sich. ,,Ich gehe nochmal zum Kiosk und hole mir was zu trinken. Brauchst du auch was?" Ich verneinte. ,,Pass aber auf, dass du nicht wieder zerquetscht wirst.", ermahnte ich ihn und beobachtete, wie sich ein Teil der Menschen hinter uns ebenfalls erhob, um entweder die Snackbar oder die Toiletten aufzusuchen. Er seufzte bei dem Anblick des erneuten Gedrängels und entkrampfte seine Schultern. ,,Ich werds versuchen. Wenn ich nicht wiederkomme, erbst du mein Kohlkreideset und die Staffelei. Mein Zeichenbuch würde ich gerne mit ins Grab nehmen."
,,Auf keinen Fall!", widersprach ich entsetzt. ,,Die Kreationen von einem Künstler lassen sich nach seinem Ableben doch erst recht zu Kohle machen!" Er trat auf mich zu, packte mich und rubbelte mir ein paar Mal kräftig durch die Haare. ,,Wir sehen uns gleich."
Ich blickte ihm nach, wie er über die Füße der sitzengebliebenen Menschen in unserer Reihe stieg, dann die Stufen nach oben erklomm und im Strom der Menschenmenge verschwand. Gut, dass ich noch genug zu essen und zu trinken hatte. Nie im Leben würde ich mich jetzt wieder in diese Masse begeben und mich umrennen lassen. Schon alleine weil ich es höchst unangenehm fand, von so vielen fremden Leuten auf engsten Raum umzingelt zu sein. Hiroko war, was das angeht, eigentlich um einiges schlimmer als ich, aber im Moment siegte sein Durst über die Behaglichkeit.
Nachdenklich legte ich den Kopf in den Nacken und schloss meine Augen. Im Nachhinein fand ich es eigentlich gar nicht so schlecht, hier zu sein. Der Ärztekongress hätte mich zwar auch brennend interessiert, aber so wirklich Anschluss hätte ich wahrscheinlich nicht gefunden. Hier konnte ich zumindest gemeinsam mit Hiroko sein und die Kunst des Wasserbändigens hautnah miterleben. Ein kleines Lächeln umspielte meine Lippen. Wie gerne würde ich das auch können. Ich fand diese Art von Bändigungskraft schon immer aufregender als die, die ich von Geburt an besaß. Vor allem, weil es mit Wasser so viele Möglichkeiten gab, viel mehr als mit der Erde. Aber das Schicksal wollte, dass ich diesem Element angehörte. Wehmütig blickte ich auf den Wassergraben in der Arena. Das Licht der Scheinwerfer wurde von der Wasseroberfläche als kleine Glitzerpunkte reflektiert.
Mein Magen meldete sich und ich begann, an meinen zweiten Reiskuchen zu knabbern. Die Pause war in wenigen Sekunden um und Hiro war immer noch nicht da. Wahrscheinlich würde es wirklich so enden, dass ich ihn am Ende der Runde zertrampelt auf der Tribüne vorfinden und seine Zeichenutensilien erben würde. Genauso gut könnte ich mir vorstellen, dass ihm die Menschen zu viel geworden sind und er sich irgendwo verbarikadiert hatte. Oder ganz und ohne mich abgehauen war. Nein, das würde er nicht wagen. Das hoffte ich zumindest für ihn!
Der Gong, welcher den Beginn der zweiten Runde signalisierte, ertönte genau dann, als ich das letzte Stückchen Kuchen verputzt hatte. Die Kämpfer befanden sich wieder in ihren Zonen und nahmen es erneut miteinander auf. Allerdings sah es dieses Mal für mein heimliches Favoritenteam um einiges schlechter aus.
Sowohl Wasser als auch Luft und Erde wurden nacheinander um eine bzw. zwei Zonen nach hinten befördert. Dass der Wasserbändiger es schaffte, den Erdbändiger ins kalte Nass zu befördern machte verhältnismäßig leider wenig aus, weil seine Teamkameraden noch mit aller Kraft dabei waren. Die Niederlage hatte sie wohl angespornt und brachte sie dazu, ihr Potential diesesmal voll und ganz auszuschöpfen. Und die beiden waren wirklich hervorragende Kämpfer!
Ungeduldig warf ich einen Blick Richtung Treppe, konnte Hiroko aber nirgends ausmachen. Gerade jetzt, wo der Kampf richtig an Fahrt aufnahm musste er zu spät kommen! Naja... vielleicht auch besser so. So ist ihm nämlich das, was dann passiert war, ersparrt geblieben.
Ich sah es, als ich wieder auf das Kampfgeschehen unter mir achtete. Die junge Luftbändigerin wurde von der Wasserbändigerin erneut um eine Zone zurückgeworfen und landete auf den Boden. Diesesmal schien sie schwer getroffen worden zu sein, denn sie brauchte eine Weile, um sich wieder hoch zu hieven. Bedrohlich wankte sie hin und her und ich hatte schon Angst, sie würde wieder zusammenbrechen, dann schien sie sich aber wieder zu fangen und machte Anstalten, erneut in Angriffsposition zu gehen und ihre Kontrahentin zu attackieren. Ich rechnete mit einer weiteren Windböe, einer Luftkugel oder einem Wirbelsturm - nicht aber damit, dass sie mitten in ihrer Bewegung erstarrte.
Äh... hä? Was war denn jetzt los? Verwundert beugte ich mich nach vorne und kniff die Augen zusammen. Das war jetzt irgendwie komisch. Noch komischer war aber, dass sie dann einen Schritt zurückmachte. Was hatte sie denn bloß? So respekteinflößend wirkte diese Wasserbändigerin doch auch nicht. Bis jetzt hatte sie sich jedenfalls nicht von ihr unterkriegen lassen. Was also war mit ihr los? Mein Blick richtete sich auf das andere Mädchen. Auch sie machte keinerlei Anstalten, die Luftbändigerin anzugreifen. Sie stand nur regungslos, mit erhobener Hand, da, den Blick mit so einer Intensität und Wut auf ihre Gegnerin gerichtet, als wolle sie sie damit durchbohren.
Als das Mädchen- jetzt wusste ich wieder, wie ihr Name lautete: Aria - dann den zweiten Schritt nach hinten in Richtung Abgrund setzte, kapierte ich, was hier los war.
,,Hiro...", hauchte ich fassungslos und wollte nach dem Arm meines Bruders greifen, aber meine Hand ging ins Leere. Ich drehte den Kopf und sah, dass er noch immer nicht zurückgekehrt war. Ein übles Gefühl sowie Hilflosigkeit machte sich in mir breit. Als ich wieder zu Aria hinabblickte, erkannte ich das nackte Entsetzen in ihren Augen - trotz der Entfernung. Wie sollte es auch anders sein, wenn der eigene Körper einem nicht mehr gehorchte und man derjenigen ausgesetzt war, die ihn sich zu ihrem Spielzeug gemacht hatte?
Meine Finger krallten sich in die Kante meiner Sitzbank. Warum zum Teufel unternahm niemand etwas? Wieso half ihr keiner? Ich sah nach oben zum Schiedsrichter. Er musste doch auch sehen, was mit Aria los war, was diese Schlange gerade mit ihr anstellte? Doch es ertönte kein Pfiff, kein Gong, nicht mal der laute Ruf von den Zuschauern, die auch kapiert haben mussten, was hier abging. Es passierte gar nichts. Am liebsten hätte ich geschrien. Ich versuchte es, aber aus meinem Mund kam kein Ton.
Als Aria dann noch einen Satz nach hinten tat, trat ihr Fuß ins Leere. In dem Moment, in dem sie nach hinten kippte, fiel der Einfluss der Wasserbändigerin von ihr ab. Zu spät für sie. Mit rudernden Armen stürzte Aria von der Plattform ins Wasser. Ihre beiden Teamkollegen starrten fassungslos in die Tiefe. Sie waren zwar nur kurz abgelenkt, jedoch reichte das für die Wasserbändigerin aus. Als der Ältere der beiden Jungs realisierte, was gleich passieren würde und reagieren wollte, erging es ihm so wie seiner Verbündeten. Er erstarrte, mitten in der Bewegung bewegte sich nach hinten. Fast augenblicklich begann der Feuerbändiger, eine Salve Flammenkugeln auf ihn loszulassen, denen er, besser gesagt seine Kollegin, geschickt nach hinten weg auswich. Was das für einen Zweck haben sollte, kapierte ich erst im Nachhinein. Jedenfalls befand sich der Wasserbändiger nun ebenfalls an der Kante der letzten Zone. Gleich darauf aber nicht mehr, denn sein Fuß ging beim nächsten Schritt ins Leere und er stürzte - genau wie Aria - in die Tiefe.
Jetzt war nur noch der junge Erdbändiger übrig. Er allein gegen einen hinterhältigen Feuerbändiger und einer größtenwahnsinnigen Wasserbändigerin. Noch immer machte keiner Anstalten, die Runde abzubrechen. Es ging weiter. Bald würde es ohnehin zu einem Ende kommen. Alleine gegen diese zwei hatte der Junge nicht den Hauch einer Chance. Noch immer unter Schock, was seinen Mitstreitern widerfahren war, stand er wie zur Salzsäule erstarrt auf der Plattform und schaute nach unten ins Wasser. Dann schlug der Feuerbändiger zu. Rasend schnell und umbarmherzig. Als der Junge sich zu ihm umwandte, sah er nur noch eine gewaltige Feuerflut auf sich zurollen und wurde von ihr mitgerissen. Geschockt sah ich zu, wie er im hohen Bogen über den Graben hinwegflog, geradewegs gegen einen der massiven Betonfeiler, welche die Zuschauertribüne über den westlichen Block abstützten. Von da fiel er dann ins Wasser und verschwand von der Oberfläche.
Der Schlussgong der zweiten Runde ertönte, was von den Zuschauern kaum wahrgenommen wurde. So schockiert waren sie von dem barbarischen Schlag gegen den Jungen, der nicht mal mehr die Gelegenheit gehabt hatte, sich zu verteidigen. Viele Leute waren aufgesprungen, schrien und vergruben ihre Gesichter an den Schultern ihrer Sitznachbarn. Ich war auch aufgesprungen, aber nur um zu sehen, ob der Erdbändiger wieder auftauchte. Unter mir sah ich die Köpfe von Aria und dem Wasserbändiger erscheinen, nicht aber den des Jungen. Eine Welle der Furcht durchfuhr mich bei dem Gedanken, dass er das Bewusstsein verloren haben könnte. Das war sogar mit ziemlicher Sicherheit der Fall. So einen Aufprall steckte keiner weg, schon gar nicht ein so schmächtiger Junge wie er. Bis das jemand merkte würden sie ihn nicht mehr rechtzeitig herausholen können. Er würde sterben.
Als ich das dachte ging ein Ruck durch meinen Körper. Wie in Trance zog ich mir die Stiefel von den Füßen und kletterte über die Brüstung.
,,Shina!"
Mein Kopf fuhr herum und ich erblickte Hiroko, der sich hastig einen Weg durch die Menschen zu bannen versuchte. Einige seiner schwarzen Haare hatten sich aus seinem Knoten gelöst und hingen ihm wirr ins Gesicht. ,,Shina!"
Ich öffnete den Mund, um ihn zu antworten, aber er war noch zu weit weg. Er hatte von dem Vorfall mit der Wasserbändigerin und dem rücksichtslosen Angriff auf den Jungen nichts mitbekommen und ich hatte leider nicht die Zeit, auf ihn zu warten, um ihn alles zu erklären. Bevor er oder irgendjemand sonst mich aufhalten konnten hielt ich die Luft an und sprang von der Brüstung ab, kopfüber hinein in das Wasser.
Kurz befürchtete ich, bei dem Aufprall ebenfalls das Bewusstsein zu verlieren, immerhin ging es von der Tribüne aus gut und gern zehn Meter in die Tiefe. Doch außer dem Schock des eiskalten Nasses, welches meinen Körper von allein Seiten einhüllte, ging es mir gut. Jetzt bloß einen kühlen Kopf bewahren, ermahnte ich mich selbst. Das war leichter gesagt als getan, denn das Wasser war hier unten bei weitem nicht so klar, wie es von oben aussah. Und es brannte in den Augen, sodass ich diese immer wieder kurz zukneifen musste. Die einzige Orientierung boten mir die Lichter der Scheinwerfer. So konnte ich verschwommen die Körper des Wasserbändigers und der Luftbändigerin ausmachen, die über mir an der Oberfläche schwammen. Noch immer keine Spur vom Erdbändiger. Dann aber erblickte ich unter mir eine dunkle, regungslose Gestalt, die mit ausgestreckten Armen auf dem Grund lag. Sofort machte ich mich auf den Weg zu ihm. Ich musste mich beeilen. Nicht nur für ihn zählte jede Sekunde, sondern auch für mich, weil mir so allmählich die Luft ausging und ich dringend nach oben musste. Endlich bei dem bewusstlosen Jungen angelangt packte ich ihn bei den Armen und zog ihn nach oben. Ein dünnes Rinnsal Blut erhob sich wie eine rote Rauchwolke, als ich seinen Kopf an meine Schulter legte und mich mit ihm vom Grund abstieß. Der Weg nach oben kam mir unerträglich weit vor. Ich bemühte mich, nicht hektisch zu werden, obwohl meine Lungenflügel am zerreißen waren. Verzweifelt hielt ich den Blick nach oben gerichtet und schwamm und schwamm und schwamm. Nach einiger Zeit hielt ich es nicht mehr aus und riss den Mund auf, in der Hoffnung, meine Lungen endlich mit Luft füllen zu können, stattdessen schluckte ich jedoch nur Wasser. Mit der Panik, die mich dadurch ergriff, schaffte ich es, wie wild weiter nach oben zu strampeln, bis ich die Wasseroberfläche durchbrach. Ich konnte nicht das geringste sehen, zum einen weil mich die grellen Lichter blendeten, zum anderen weil meine Haare wie ein dunkler Vorhang in meinem Gesicht klebten. Hustend und spuckend versuchte ich, sie mit der freien Hand beiseite zu streifen. Gleichzeitig musste ich aufpassen, nicht wieder unterzutauchen. Mein Pullover hatte sich vollgesaugt und hing neben dem Jungen wie ein tonnenschweres Gewicht an mir, welches mich nach unten zog. Nach und nach gewöhnten sich meine Augen an das Scheinwerferlicht und ich konnte mich wieder einigermaßen orientieren. Der Junge war nach wie vor ohne Bewusstsein und hatte Wasser in die Lungen bekommen. Er brauchte ärztliche Unterstützung, und zwar sofort!

Reply Edited on 12/16/2021 10:21 PM.

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Aria Kinoshita

from Pads on 12/11/2021 12:55 PM

Ryo wirkte begeistert davon, dass wir als erstes dran sein sollten. Er murmelte etwas von wegen. „Kaum Erwartungen" und „bessere Chancen" Ich konzentrierte mich lieber darauf unsere Gegner in Augenschein zu nehmen. Bis auf einen einzelnen Erdbändiger wirkten die drei nicht wirklich, als könnten sie etwas gegen uns ausrichten. Aber ich sollte mich noch täuschen. Wir begaben uns in Position. Ein Blick ins Publikum zeigte mir eine überfüllte Arena. Ich konnte es nicht glauben, dass diese Ereignisse immer noch so gut besucht waren. Aber man konnte zumindest davon ausgehen, dass kaum ein Nicht-Bändiger in diesen Reihen nach seinem Platz gesucht hatte. Die einzigen Nicht-Bändiger, die diese Hallen freiwillig betraten waren Angehörige von unfreiwilligen Teilnehmern.
Der Spieleleiter erklärte noch einmal die Regeln des Spiels und wie genau der Ablauf war. Ich hörte kaum zu und auch Ryo konzentriere sich eher auf unsere Gegner. Der einzige aus unserem Team, der wirklich zuzuhören schien war der einzige Erdbändiger unserer Gruppe. Ich vermutete, dass er sich noch nie Gedanken darüber gemacht hatte jemals überhaupt in dieser Arena stehen zu würden. Ich hatte diesen ganzen Mist schon zweimal gewonnen, bei meinem dritten Mal wollte ich nicht verlieren. Ryos Kopf schien auf Hochtouren zu arbeiten, während der Erdbändiger neben mir am liebsten drei Schritte zurück gemacht hätte. Mulmig war mir auch zumute. Mit einem Blick auf den Feuerbändiger der mir gegenüber stand wollte ich ebenfalls am liebsten zurück gehen. Ich war froh, als Ryo meinem Blick folgte und vorschlug die Plätze zu tauschen. Ich sah mich einer noch relativ jungen Wasserbändigerin gegenüber und fühlte mich direkt etwas wohler, sofern man das denn überhaupt sagen konnte.
„Okay. Daichi du versuchst dich erst einmal gegen den Erdbändiger, aber wenn es zu schwierig wird sagst du mir oder Aria Bescheid, verstanden?" Der Erdbändiger neben mir nickte. Mir erschloss es sich nicht, warum es taktisch klug sein sollte denjenigen aus unserem Team, der am wenigsten Ahnung von der ganzen Sache hatte gegen den anderen Erdbändiger antreten zu lassen. Aber wenn Ryo das sagte hatte es sicherlich einen Hintergrund. Daichi nickte und wirkte zum ersten Mal seitdem ich ihn getroffen hatte etwas selbstbewusster und zuversichtlich. Vielleicht beruhigte es ihn, dass Ryo so viel auf ihn setzte. Er schien gut unter Druck arbeiten zu können. Oder vielleicht dachte er, dass der Erdbändiger der schwächste Gegner war, wenn Ryo schon die beiden gegenüber stellt.
„Aria, du übernimmst die Wasserbändigerin. Ich weiß du kannst gut blocken, also nutze das auch." Jetzt nickte ich. Gegen Wasserbändiger konnte ich am einfachsten Kämpfen, mit ihnen war ich aufgewachsen. Ich kannte die Schwächen der anderen Bändiger nicht so gut wie ihre, das kam mir zugute. „Auf einen guten Kampf. Ich weiß wir können das." Kurz sah er mich an und ich versuchte ein zuversichtliches Lächeln zustande zu bekommen, aber es klappte nur halb. Bisher war in keinem meiner Turniere ein Feuerbändiger gewesen, ich hatte immer das Glück gehabt gegen keinen antreten zu müssen. Ein wenig Angst hatte ich schon. Ich war Ryo unglaublich dankbar, dass er ihn für mich übernahm. Und bei Ryos Fähigkeiten war ich mir sicher, dass der Feuerbändiger der erste sein würde, der im Wasser landete.
Der Gong ertönte und das erste was ich sah, war eine Scheibe die an mir vorbei in Richtung Daichi sauste. Daichi wehrte diese zwar gut ab, aber trotzdem wurde er vom Schwung nach hinten gedrängt und befand sich in der zweiten Zone. Aber vielleicht war das so auch besser für ihn, so war der Fokus eher auf Ryo und mich. Ryo musste kaum den kleinen Finger krümmen um den Feuerbändiger im Schach zu halten. Bei ihm sah es so aus, als wäre es ein Kinderspiel. Er bewegte sich so natürlich, dass ich vom Stauen kaum weg kam. Ich wurde aber durch eine ziemlich starke Salve Wasser wieder in die Realität zurück geholt. Mit einem Ausfallschritt konnte ich dem nächsten Zone entkommen. Ich fokussierte meine Gegnerin und schaffte es sie mit einer Windböe in die nächste Zone zu befördern. Lange konnte ich mich auf diesem kleinen Glück aber nicht ausruhen, denn fast sofort sauste eine Scheibe auf mich zu, bei der ich keine Chance mehr hatte ihr auszuweichen. Meine einzige Chance war es mich so weit nach hinten zu beugen wie es mir möglich war. Ich hatte das Gefühl meinen Rücken brechen zu hören als die Scheibe nur ganz knapp über meine Nase flog. Allerdings war ich nicht schnell genug wieder oben um einem Wasserstrahl auszuweichen. Ich wurde zu Daichi in die zweite Zone gedrängt. Ryo stand jetzt ganz alleine vorne und schlug sich auch ziemlich gut. Er hatte den Feuerbändiger in die zweite Zone befördert und versuchte dies nun auch bei dem Erdbändiger. Da die Wasserbändigerin noch ein wenig brauchte um wieder Wasser zu holen, blockte ich den Angriff des Erdbändigers den er auf Ryo schleuderte. Ryo reagierte in Sekundenschnelle und beförderte den gegnerischen Erdbändiger in die zweite Zone, wodurch wir alle drei in ihre erste Zone vorrücken durften. Ich fand mich wieder der Wasserbändigerin gegenüber, die mich grimmig anfunkelte. Ich erwiderte ihren Blick und versuchte mich voll und ganz auf meiner Kraft zu konzentrieren. Als ich bemerkte, dass der Feuerbändiger auf Ryos Gesicht zielte sah ich ungläubig in Richtung des Schiedsrichters. Wozu gab es die überhaupt. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die keine saftige Gehaltserhöhung bekamen, damit sie bei so etwas nicht einschritten. Ich war froh, dass Ryo den Angriff gekonnt abwehren konnte. Die Wasserbändigerin mir gegenüber versuchte einen sanfteren Angriff von der Seite, den ich aber abblocken konnte. Sie war sichtlich aufgebracht davon, dass sie es nicht schaffte mich wieder zurück zu drängen, was sie wesentlich unachtsamer machte. Es war ein leichtes für mich sie von ihren Füßen zu reißen und sogar über die dritte Zone hinaus ins Wasser zu befördern. Ich musste mir ein Grinsen verkneifen und konzentrierte mich lieber auf den Erdbändiger, der dabei war Daichi über die Linie zu unserer ersten Zone zu befördern. Kurz darauf wurde auch Ryo zurück geschleudert. Ich fühlte mich unwohl damit alleine an der Front zu stehen, dem Feuer- und dem Erdbändiger alleine gegenüber. Wenigstens waren nur noch zwei Bändiger aus dem gegnerischen Team übrig. Ryo hinter mir konzentrierte sich bereits wieder auf Feuerbändiger, schaffte es aber dadurch nicht, die Attacke des Erdbändigers abzuwehren, was ihm die zweite Zone unserer Seite einbrachte. Zumindest hatte er den Feuerbändiger in seine dritte Zone drängen können.
Der Gong ertönte. Die erste Runde war vorbei. Die erste Röhre der Anzeigetafel färbte sich blau. Lange durften wir uns aber nicht auf unserem ersten Sieg ausruhen, es ging fast sofort weiter. Es war uns gestattet etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Ryo nutzte die Chance um über die kommenden Runden zu reden.
„Auf einen Knock-Out zu hoffen wäre zu viel des guten. Aber wenn wir uns weiter so halten und es vermeiden ihnen einen zu verschaffen können wir das Ding gewinnen. Aria, du musst mehr auf die Angriffe achten. Aber den Angriff des Erdbändigers vorhin hast du gut gelöst. Ich verstehe zwar nicht, dass er dafür nicht disqualifiziert wurde, aber wenn ich das weiterhin hinterfrage müsste ich hier auch einiges anderes hinterfragen. Und Daichi, du hast dich wirklich gut geschlagen, dafür, dass du keine Erfahrung hast. Der Erdbändiger achtet nicht auf seine Füße, wenn du sie angreifst kannst du ihn zu Fall bringen." Daichi nickte. Es schien als freue er sich regelrecht auf die zweite Runde. Ich hätte liebe darauf verzichtet weiter zu kämpfen. Ich hatte das Gefühl als hätte die erste Runde mir bereits alle Kraft abverlangt, das musste nicht unbedingt noch weiter gehen. Aber natürlich hatte ich was das anging kein Mitsprachrecht. Wir stellten uns also wieder auf. Ryo dem Feuerbändiger gegenüber, Daichi stand vor dem Erdbändiger gegenüber und ich sah einer entschlossenen Wasserbändigerin in die Augen.
Die zweite Runde begann schlecht für uns. Sowohl Daichi, als auch ich wurden fast sofort in die dritte Zone zurück geschleudert und Ryo musste sich alleine in der ersten halten, was er aber nicht lange durchhielt und in die zweite zurück gedrängt wurde. Ryo hatte es zumindest geschafft den Erdbändiger von der Plattform zu werfen, aber trotzdem standen wir immer noch der Wasserbändigerin und dem Feuerbändiger gegenüber.
Neben mir ächzte Daichi und versuchte sich auf der Plattform zu halten. Die Wasserbändigerin und der Feuerbändiger hatten es auf ihn abgesehen. Sich lange zu halten schaffte er nicht und Ryo und ich konnten unsere Gegner erst zu spät zurück drängen.
„Mal gucken, wie lange die es noch durchhalten", sagte die Wasserbändigerin. „Ich gebe denen keine halbe Minute" Sie grinste siegessicher, obwohl wir sie gerade wieder zurück in ihre erste Zone geschickt hatten, wirkte sie nicht als würde es ihr sonderlich etwas aus machen. Ich sah kurz zu Ryo, aber er schien sich auch keinen Reim auf ihre Selbstsicherheit machen zu können. Der Feuerbändiger machte einen Schritt nach vorne und griff Ryo an, während die Wasserbändigerin sich auf mich konzentrierte. Ich sah, wie sie eine Wasserblase formte und diese in meine Richtung schleuderte. Ich konnte ihr ausweichen. Der nächste Angriff erwischte mich jedoch und ich wurde bis in die dritte Zone geworfen. Ich rappelte mich kampfbereit wieder auf, aber der Schmerz der kurz darauf in meine Glieder vor ließ mich aufstöhnen. Ich merkte wie sich meine Beine bewegten und ich einen Schritt zurück machte. Ich machte einen zweiten Schritt, ohne, dass ich meinen Körper bewegte. Ich wollte mich schütteln vor Schmerzen, wollte, dass es aufhörte, aber ich konnte nicht reagieren. Mit weit aufgerissenen Augen sah ich ungläubig meine Gegnerin an. Ich wollte meinen Kopf zum Schiedsrichter drehen, aber ich schaffte es nicht, egal wie sehr ich mich anstrengte. Aber niemand schien wirklich etwas zu merken. Niemand sagte etwas, es gab keinen Pfiff.
Ich war froh, als ich endlich den Boden nicht mehr unter mir spürte und ins kalte Nass fiel. Es dauerte nicht lange, bis Ryo neben mir untertauchte.

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Mila-Grosa

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Re: Avatar oder die Legende von Korra RPG

from Mila-Grosa on 12/10/2021 09:14 AM

Hiroko Sakamaki

 

,,Was zeichnest du da?"
Die Stimme meiner Schwester holte mich aus meiner Gedankenblase zurück und ich blickte auf. ,,Was?"
Mit einem Nicken deutete sie auf meinen Block. ,,Ich möchte wissen, was du zeichnest.", wiederholte sie.
,,Ach so." Ich legte die Kohlkreide beiseite und drehte den Block in ihre Richtung, um ihr das bisherige Ergebnis meiner Arbeit zu zeigen. Interessiert beugte sie sich vor und betrachtete meine Zeichnung einige Sekunden lang schweigend. ,,Wow, Hiro. Das sieht echt wahnsinnig toll aus."
,,Findest du?"
,,Aber ja! Ich hätte mir jedenfalls nicht träumen lassen, dass ich so ein gutes Portrait abgeben würde." Mit einem Lächeln ließ sie sich in ihren Sitz zurückfallen und schlug dann ihr Buch wieder auf.
,,Das ist eine große Ehre für dich, Schwesterchen. Sonst zählen nur große Nummern wie Spitzwegerich, Hyazinthe und Springkraut zu meinen Top-Modellen.", witzelte ich, auch wenn sich das nicht besonders komisch anhörte. Shina lachte trotzdem und fügte hinzu: ,,Gut zu wissen, dass meine Ausstrahlung mit der von Mamas Springkraut mithalten kann."
Sie und ich prusteten los. Es war gut, dass wir ein ganzes Zugabteil für uns alleine hatten, sodass sich keiner der anderen Fahrgäste dem grottigem Humor meiner Schwester und mir ausgeliefert sah und uns mit komischen Blicken bedenken konnte. Das dachte sich in diesem Moment auch unser Vater, darauf wettete ich. Ich konnte förmlich spüren, wie er hinter seiner Zeitung gerade die Augen verdrehte. Wahrscheinlich dankte er gerade im Stummen sämtlichen Gottheiten der Erde, dass auf dem Kongress in Ba Sing Se nur die eingeladenen Ärzte erlaubt waren. Ohne ihre Familie. Und ganz besonders ohne ihre Kinder.
Mir war das ganz egal. Anders als Shina hatte ich ein sehr geringes Interesse daran, mich ein ganzes Wochenende lang mit geschwollen daherredenden Fachchninesen und Nobelschnösel in einen Raum zu zwängen und mich über den neuesten chirurgischen Klatsch und Tratsch auszulassen. Die Vorträge an sich stellte ich mir schon recht interessant vor - vorrausgesetzt man interessierte sich dafür und kam mit den darin erläuterten Themen mit. Aber außerhalb ging es dann doch nur darum, wer in welcher Zeit mit welchem Posten befördert worden ist, wer sich welchen Luxusschlitten gekauft hat und wer nach Dienstschluss mit wie vielen Krankenschwestern und Physiotherapeutinnen in der Abstellkammer geschlafen hatte. Damit möchte ich nichts verallgemeinern, wo es doch viele Ärzte gibt, die nicht diesem pseudomoralischem Schema entsprechen, wie zum Beispiel mein Vater. Aber Mama hatte ihn schon oft auf ähnliche Veranstaltungen begleitet und konnte daher gut beschreiben, wie es unter den Herr- und Damschaften der Medizin zuging - natürlich nur mir und Shina. Mein Vater wollte von dem nichts hören obwohl er es selbst am Allerbesten wusste. Er fürchtete wohl, dass meine Mutter mir dadurch den Beruf Arzt endgültig madig machen würde, obwohl sich das Thema für mich bereits erledigt hatte. Aus welchen Gründen auch immer klammerte er sich aber nach wie vor an den Strohhalm, dass ich es mir wahrscheinlich noch anders überlegen und seine Nachfolge antreten würde. Ich hielt das für unwahrscheinlich. Aber das wollte ich ihm so direkt noch nicht ins Gesicht sagen. Mir war es erstmal wichtig, die Schule hinter mich zu kriegen und mich in meiner Freizeit der Kunst zu widmen, die ich eigentlich zu meinem Hauptberuf machen wollte. Den Stress, der nach meiner Verkündung auf mich zukommen würde, musste ich mir früher oder später zwar antun, aber jetzt war noch nicht der Zeitpunkt dafür.
Shina hatte sich wieder in ihr Buch vertieft und ich fuhr damit fort, sie in dieser Position zu zeichnen. Irgendwie mochte ich ihren Gesichtsausdruck, wenn sie las. Daher hatte ich beschlossen, diesen auf unserer Fahrt nach Ba Sing Se zu verewigen. Recht viel Motivauswahl hatte ich ohnehin nicht. Der Zug fuhr zu schnell um eine Landschaftszeichnung anzufertigen. Und Papa, der mit überschlagenen Beinen schräg gegenüber saß, war mit seinem halb vom Zeitungspapier verdeckten Körper nicht gerade eine ideale Muse. Lange würden wir ohnehin nicht mehr unterwegs sein.
Als Shina die Hand hob und sich einige Strähnen aus dem Gesicht wischte warf ich ihr einen vorwurfsvollen Blick zu, erhob mich und versuchte, sie wieder in ihre alte Position zurück zu bringen. Dabei beschmierte ich ihre Stirn versehentlich mit Kohle, was sowohl vor ihr als auch unserem Vater nicht unentdeckt blieb. Seufzend legte er seine Zeitung beiseite und verkündete, in einem der anderen Abteile nach einem Tuch zu fragen. Uns legte er nochmal nahe, keinen Finger zu rühren, bis er wieder zurück war. Als er gegangen war, beugte sich Shina wieder kopfschüttelnd über ihr Buch. ,,Künstler.", sagte sie. Und wieder brachen wir in Gelächter aus.

Es verging noch eine weitere dreiviertel Stunde, dann fuhren wir in den großen Hauptbahnhof von Ba Sing Se ein. Von meinem Sitzplatz aus beobachtete ich die unzähligen Menschen, die zwischen den Bahngleisen umherwuselten. Der Gedanke, gleich in diese geschäftige Menschenmenge hinaus zu müssen, ließ ein unangenehmes Gefühl in mir hochsteigen. Während ich mich daran machte, meine Zeichenutensilien in mein Handgepäck zu verstauen, sprang Shina auf einmal hoch und packte meinen Arm. ,,Oh, Hiro, sie nur!" Aufgeregt deutete sie nach draußen.
Auf dem Bahnsteig vor uns sahen wir eine Bank mit einem jungen Mädchen, in der einen Hand ein Comicheft haltend, in der anderen einen Becher mit Kaffee. Zunächst nicht auffällig. Doch dann erhob sich eine dünne, kleine Säule aus dem Becher, kreiste ein wenig und floss dann direkt in ihren Mund. So eine Art zu trinken hatte ich auch noch nicht gesehen.
,,Mann, wieso kann ich das nicht?", klagte meine Schwester. Ich zuckte mit den Schultern. ,,Weil Mama nunmal eine Erdbändigerin ist, und keine Wasserbändigerin. Jetzt komm endlich. Wir stehen schon."
Glücklicherweise kamen wir in dem Menschenstrom gut vorwärts und befanden uns bald außerhalb des Gebäudes, wo wir uns ein Taxi zu unserem Hotel nahmen. Nach einer kurzen Fahrt und einem noch kürzeren Check-In betraten wir schließlich unser Hotelzimmer. Keine Nobelsuit, aber im großen und ganzen okay. Immerhin hatte es ein eigenes Bad und ordentlich gemachte Betten. Shina ließ sich auf eines von ihnen fallen. ,,Papas Kongress beginnt morgen um Punkt Acht Uhr.", bemerkte sie. ,,Und wann müssen wir bei der Arena sein?"
,,Ungefähr zur selben Zeit.", antwortete ich.
,,Um Acht Uhr beginnt bereits das Turnier.", erwiderte unser Vater und betrat unser Zimmer. ,,Es wäre besser, wenn ihr schon um Sieben dort wärt. Der Einlass zieht sich bestimmt eine Weile, und wenn ihr euch noch was zu trinken kaufen wollt..."
Shina und ich sahen uns an. Eigentlich hatten weder sie noch ich Lust, uns in eine Arena zu begeben und diesen brutalen Kämpfen beizuwohnen, die sie dort veranstalteten. Aber Papas Kongress ging bis mindestens Fünf Uhr abends und etwas anderes, zum Beispiel eine Stadtführung oder ein Konzert, wurde so früh am Morgen noch nicht angeboten. Und unsere Eltern hatten uns strikt untersagt, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Aus Sorge wir könnten uns verlaufen oder auf irgendwelche zwielichtige Gestalten treffen, von denen es in der Stadt nur so wimmelte. Zumindest letzteres konnte ich ihnen nicht verübeln. Uns beiden war klar, dass sie es nur gut meinten, wo wir doch noch nie in Ba Sing Se gewesen sind und uns hier null auskannten. Gleichzeitig wollten sie aber sichergehen, dass wir uns nicht wie so oft in unserem Hotelzimmer verschanzten und unter die Leute gingen. Auch wenn wir uns hierzu einen Arena-Kampf ansehen mussten.

Der restliche Tag verlief ruhig. Weil es noch nicht so spät war hatten wir sogar noch Zeit, uns das Stadtgebiet rund ums Hotel ein wenig anzusehen. Wir besuchten unter anderem einen kleinen Bücherladen und ein Teegeschäft, wo wir einige exotische Teesorten für Mama einkaufen. Als kleines Souvenir. Als es bereits dämmerte, kehrten wir in ein kleines, gemütliches Lokal zum Abendessen ein. Es war ein sehr schöner Abend, sogar Papa wirkte ein wenig gelöster und erwähnte - was in einem Gespräch mit ihm oft selten war - mit keinem Wort den morgigen Ärztekongress oder ein anderes, seine Arbeit betreffendes Thema. Lediglich Shina schwärmte über ihr frisch erstandenes Buch über Heilkunde, in welchem sie später mit großer Wahrscheinlichkeit noch zu schmökern beginnen würde. Sie wäre wirklich die geborene Ärztin. Eine von der Sorte, deren oberstes Ziel es noch ist, den Menschen zu helfen. Gutes zu tun, ohne eine große Gegenleistung zu erwarten. Wenn sie vor Jahren nur nicht diesen verdammten Unfall gehabt hätte...
Nach unserer Rückkehr ins Hotel waren wir alle auf einmal so hundemüde, als hätten wir zwei Tage nicht geschlafen. Papa und sogar meine Schwester waren ins Bett gefallen und kurz darauf tief und fest eingeschlafen. Ich konnte das, obwohl ich wollte, nicht sofort. In meinem Kopf kreisten die Gedanken von den Ereignissen des heutigen Tages und der ganzen letzten Woche. Natürlich dachte ich auch über morgen nach. Es machte mich zunehmend nervös, da ich es nicht mochte, von unzähligen, fremden Menschen umgeben zu sein.  Naja... irgendwie würden wir den morgigen Vormittag schon überstehen. Mit diesem etwas positiver gestimmteren Gedanken gelang es mir dann doch, einzuschlafen.

Wie Papa es vorhergesagt hatte war an den Einlassschaltern der Arena reger Betrieb. Wir hatten uns bereits um halb Sieben hier eingefunden, mussten aber trotzdem noch eine gute halbe Stunde warten, bis wir endlich an der Reihe waren. Eine ältere, grimmig aussehende Frau knipste unsere Tickets und wünschte uns gezwungenermaßen eine ,,aufregende Veranstaltung".
,,Ganz bestimmt.", dachte ich und wir machten uns schleunigst auf den Weg zu den Snackbars. Seit dem Frühstück hatte ich keinen Hunger mehr, allerdings würde sich das Turnier bestimmt bis in die Mittagsstunden hinziehen und dann würde es hier noch unerträglicher zugehen wie ohnehin schon. Nach einer weiteren Wartezeit von 20 Minuten hatten wir uns soweit eingedeckt, dass wir unsere Plätze suchen konnten.
,,Ich habe jetzt schon keine Lust mehr!", beklagte sich Shina, nachdem wir uns die letzten Meter zu unseren Sitzen vorkämpften. Dabei mussten wir aufpassen, von den hereinströmenden Massen nicht mitgerissen oder erdrückt zu werden. Von unserer Verpflegung ganz zu schweigen. Unsere Plätze befanden sich ganz vorne, direkt schräg gegenüber der Ehrentribühne, auf denen die Spielemacher gemeinsam mit besonders betuchten Zuschauern ihren Platz einnehmen und die Spiele überwachen würden. Die ersten fanden sich nach und nach schon ein. Es ging also jeden Moment los. Als wir uns endlich hinsetzen konnten kramte meine Schwester nach einem Reiskuchen und biss herzhaft hinein. ,,Schlimmer als das Gewühle hier kann Papas Ärztekongress nicht sein. Lieber hätte ich mich dort in ein stilles Eckchen verkrochen und gelesen als mich hier zertrampeln zu lassen!"
Damit sprach sie mir aus der Seele. Aber ich konnte ihr nicht mehr antworten, weil auf einmal ein lauter Gong ertönte. Ich hätte ohnehin brüllen müssen, weil es um uns herum so laut wurde, dass man kein normal gesprochenes Wort verstehen konnte. Das unangenehme Gefühl in meinem Körper steigerte sich und ich wäre am liebsten aufgesprungen und von hier verschwunden.
Der Tumult unter den Zuschauern legte sich, als ein wichtigtuerisch aussehender Mann mit einem Mikrofon bewaffnet auf das Ansagenpodium der Arena trat und zu sprechen begann. Ich hörte gar nicht richtig zu, weil ich eigentlich schon alles wusste, was ich wissen musste. Unter uns befand sich eine einige Quadratmeter große, von Wasser umgebene Fläche. Die Kampfzone. Es treten zwei Teams an, das stärkere Team, das zum Schluss überbleibt, gewinnt die Spiele. Eigentlich ein ganz normales, sportliches Ereignis, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass wirklich jeder an diesen Spielen teilnehmen konnte bzw. musste. Alte, Kranke, oder Kinder. Oftmals waren die Ausmaße dieser Kämpfe sehr brutal. Wenn nicht sogar tödlich. Ich erinnerte mich an einen Kampf, in dessen Verlauf ein Wasserbändiger einen jungen Feuerbändiger mittels Blutbändigen umgebracht hatte. Die Spiele wurden zwar abgebrochen und der Mörder danach verhaftet, aber für den Jungen kam jede Hilfe zu spät.
Ein weiterer Gong ertönte, der mich aus meinen Gedanken riss. Dann spürte ich Shinas Hand auf meiner Schulter. ,,Sieh mal, jetzt kommen die ersten Teams!", sagte sie. ,,Siehst du die da?" Ihr Finger deutete auf drei Personen, die von der linken Seite mittels einer ausfahrbahren Schiene zur Kampfzone gebracht wurden. Soweit ich das sehen konnte waren es zwei junge Männer und ein Mädchen mit feuerroten Haaren. ,,Die Schärpen. Der Kleinere von ihnen ist ein Erdbändiger, der andere Junge und das Mädchen sind Wasserbändiger." Täuschte ich mich, oder hörte ich sowas wie Begeisterung in ihrer Stimme. Naja, so oder so... Es würden bestimmt nervenaufreibend werden.
,,Mal sehen, wie sie sich schlagen.", antwortete ich und wartete auf den Beginn des Kampfes.

Reply Edited on 12/10/2021 09:27 AM.

Mila-Grosa

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Re: Avatar oder die Legende von Korra RPG

from Mila-Grosa on 12/09/2021 03:31 PM

Die Idee gefällt mir ziemlich gut  
Ich sehe zu, dass ich bald schreiben kann.^^

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Pads

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Re: Avatar oder die Legende von Korra RPG

from Pads on 11/10/2021 04:00 PM

Ich hoffe meine Idee mit der Arena ist in Ordnung ^^
In Korras Ära gab es die Arena und ich habe gedacht, es wäre auch ein kontroverses Thema wenn die Arena so umgewandelt wäre, vor allem da es ja eine ziemlich unfaire Art gegenüber Nicht-Bändigern wäre. 
Ich hab gedacht, dass Shina und Hiroko sich ja das Turnier ansehen könnten und die vier dann so mehr oder weniger aufeinander treffen könnten

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Pads

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Ryo Nakamura

from Pads on 11/10/2021 03:55 PM

Es war nun schon ungefähr ein halbes Jahr her, dass mein Vater mich nach Republic City geschickt hatte. Ich hatte ihm nie vorgeworfen, dass er das getan hat. Es hat mein Leben bereichert und ich konnte sehr gut nachvollziehen, was ihn dazu bewogen hatte mich her zu schicken. Ich hätte an seiner Stelle das selbe getan, es war einfach die beste Lösung für uns alle.

Mein einziger älterer Bruder war schon vor Jahren ausgezogen und hatte seine Familie im Erdkönigreich gegründet. Für ihn war es besonders schwierig als unsere Mutter vor einem Jahr starb, da er vor ihrem Tot weniger Zeit mit ihr verbracht hatte.
Heute war ein anstrengender Tag gewesen, ich hatte mehr Kaffee machen müssen als sonst, da gefühlt das ganze Team da gewesen war. Der Dachfensterräuber hatte wieder zugeschlagen und eine ältere Frau zusammen geschlagen, da war das ganze Präsidium hellwach. Ich hatte also mehr Arbeit als sonst und auch der Papierkram hatte sich auf meinem provisorischen Schreibtisch gestapelt, Himmel war ich froh endlich nach Hause zu können.
Als ich aber endlich zu Hause ankam und in meinen Kühlschrank blickte strahlte mir die Leere nur so entgegen. Eigentlich hatte ich noch einkaufen gehen wollen, aber das hatte ich komplett vergessen, also machte ich mich seufzend noch einmal auf den Weg. Im Laden angekommen blickte ich in meine Geldbörse und musste feststellen, dass auch sie leer war. Ich hatte mein Gehalt noch nicht bekommen und hatte mein letztes zu schnell ausgegeben. Leise seufzte ich. Viel blieb mir nicht übrig. Ich hatte nichts zu Hause. Für einen kurzen Moment überlegte ich betteln zu gehen, aber diese banale Idee verwarf ich direkt wieder. Ich kannte hier niemanden außer meinem Chef und meinen Kollegen und die würde ich im Leben nicht nach Geld fragen. Also blieb mir nur noch übrig etwas zu stehlen. Viel stehlen wollte ich nicht und eigentlich missfiel mir auch das. Aber das Risiko stachelte mich an und ich entdeckte einen fröhlich lächelnden Apfel fast direkt vor meiner Nase. Wenn ich nur schnell genug war würde niemandem auffallen, was ich tat. Und Schnelligkeit lag mir im Blut. Ich musste nur vorsichtig sein und aufpassen, dass im richtigen Moment niemand hin sah. In diesem Laden gab es so etwas wie Kameras nicht, also musste ich auch darauf nicht achten. Ganz zur Not, falls es jemandem auffiel würde ich halt meine Bändigerfähigkeit einsetzen. Ich wollte ja niemandem schaden, nur meinen Hunger stillen. Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte hatte ich meinen Apfel bereits gegriffen und ging schnellen Schrittes aus dem Laden.
Ich hörte jemanden „Haltet den Dieb!" rufen und begann zu rennen. Mist, so viel zu meinem genialen Plan. Ich hoffte darauf, dass mich niemand erkannt hatte oder sich mein Gesicht gemerkt hatte. Aber da hatte ich falsch gedacht. Als plötzlich ein uniformierter Polizist vor mir stand sackte mir das Herz in die Hose. Mit einer lockeren Armbewegung hob ich einen Hydrantendeckel an und ließ den Polizisten patschnass links liegen. Dass er nicht alleine war kam mir nicht eine Sekunden lang in den Sinn, als ich aber von zwei weiteren Polizisten fest gehalten wurde, die aus der Gasse kamen in die ich einbiegen wollte, wurde mir mein Irrtum bewusst.
„Ich wollte nur den Apfel haben." Wie zur Bestätigung meldete sich brummend mein Magen. Es war keine gute Idee gewesen meine Tat zu gestehen. Ich hätte warten sollen, bis ich alles abstreiten konnte. Aber das war nun zu spät.
„Nakamura", hörte ich eine bekannte Stimme murmeln. Ich wagte es kaum aufzusehen. Als der Schatten näher an mich heran trat schielte ich vorsichtig hoch.
„So sehen wir uns wieder, ich dachte schon sie würden sich tatsächlich keinen Fehltritt erlauben" Das gehässige Grinsen gehörte einem meiner Kollegen, Akiyama. Er hatte mir seit meinem ersten Tag gezeigt, dass er mich nicht besonders mochte. Ich verkniff mir eine Bemerkung. Die hätte wahrscheinlich direkt dazu geführt, dass ich im Gefängnis landen würde.
„Na da gucken wir doch mal, wie du dich in der Arena schlägst, hm?" Er grinste selbstgefällig. Am liebsten hätte ich ihm gehörig in die Visage geschlagen, aber zum Glück wurde ich zurück gehalten und konnte meine missliche Lage gar nicht noch schlimmer machen. Ich wollte nicht in die Arena. Die Arena gab es erst seit fünf Jahren und dort traten Kleinkriminelle gegeneinander an, die sich nur einmal einen leichten Fehltritt erlaubt hatten. Es hatte Aufstände gegeben, dass das Nichtbändigern gegenüber unfair war. Ich aber würde gute Chancen haben, ich war von meiner Kindheit an immer gut unterrichtet worden und kannte meine Stärken und Schwächen. Ich würde da schnell wieder raus sein, sofern mein Team gut war.
Es hatte nicht lange gedauert, bis ich in meiner sogenannten Nachtzelle untergebracht worden war. Ich war darüber informiert worden, dass ich mit sofortiger Wirkung nicht mehr bei der Polizei arbeiten würde und meine Sachen abholen sollte sobald ich aus der Untersuchung entlassen worden war. Das ganze war ein Witz, ich hatte nie persönlichen Kram mit auf die Arbeit nehmen dürfen, ich hatte nichts persönliches auf dem Revier, aber ich nahm mir vor trotzdem dort aufzutauchen und wenigstens meinen Stift oder so etwas mitzunehmen.
Die Nacht verlief ruhig. Ich hatte keinen Zellennachbarn und alle die im selben Gang wie ich ihre Zelle hatten waren viel zu sehr mit schlafen beschäftigt um Tumult zu machen.
Mein Team würde am morgen ausgelost werden und ich hoffte sehr, dass ich gleichgute Partner kriegen würde. Doch so wie ich mein Glück kannte würde ich im schlechtesten Team landen. Aber gut, dann würde ich eben alles geben um das wieder wett zu machen.
Am nächsten Morgen wurde ich unsanft von der Glocke geweckt. Ich war nicht der einzige, den das störte, einige meiner Leidensgenossen begannen an den Gittern zu rütteln und rumzugrölen. Durch eine schnelle Dusche einer der hier arbeitenden Wasserbändiger kehrte aber schnell wieder Ruhe ein. Ich zog die Uniform an, die mir hingelegt worden war und stellte mich an meine Zellentür, an der ich darauf wartete in die große Vorhalle der Arena geholt zu werden.
Als ich, so wie alle anderen, in der Vorhalle standen blickten wir alle gebannt in Richtung Podium, auf der eine große Urne stand, in der alle Namen auf kleinen Zettelchen standen. Bevor ich meinen Namen hörte wurden einige andere Teams bereits zusammen gestellt. Mein Name war nicht der erste in meinem Team, vor mir war ein Erdbändiger, der die Fensterscheibe einer Arztpraxis mit einem Fußball zerstört hatte, er war etwas jünger als ich, vielleicht 15 oder 16. Nun fühlte ich mich mehr als verantwortlich das Ding für uns zu gewinnen, denn der Knabe erinnerte mich an meinen jüngeren Bruder.
Die Urne wurde wieder gedreht und ein weiterer dritter Zettel fiel heraus und der Name wurde ausgerufen.
„Aria Kinoshita" Ich wurde hellhörig. Diesen Namen kannte ich doch! Und als ich sah wie ihr rotes Haar sich in der Menge bewegte, war ich mir sicher, dass sie es war. Sie betrat neben mir das Podium, ließ sich jedoch nicht anmerken, dass sie mich erkannte. Erst als wir zusammen die Umkleide betraten sprach sie mich an.
„Irgendwie hätte ich mir denken können, dass wir uns unter diesen Umständen wieder begegnen.", sprach sie grinsend. „Was hast du verbrochen?"
Ich musste mir verkneifen ebenfalls zu grinsen. „Ich hab 'n Apel geklaut." Ihre Augen weiteten sich. „Für solch einen Mist nehmen sie dich fest? Wie schlecht bist du denn bitte? So oft wie ich schon Äpfel geklaut habe sollte ich dann ja schon längst hier gewesen sein. Aber wenn sie mich erwischt haben, haben sie mich wenn dann nur mit einer Verwarnung wieder los geschickt" Sie wirkt verwirrt, was ich ihr nicht verübeln kann. Die Frage, warum ich wegen eines Apfels hier her kommen musste hatte ich mir auch schon gestellt. Ich hätte den Apfel schließlich auch einfach wieder zurück geben können. Das einzige was mir plausibel erschien war- „Meine Stellung. Ich habe bei der Polizei gearbeitet. Natürlich gehört es sich für einen angehenden Ermittler nicht, sich so etwas zu schulden kommen lassen." Sie lachte und es war ansteckend. Zum ersten Mal seit gestern schaffte ich es meine Miene zu lockern.
„Weshalb bist du hier?", fragte ich sie. Sie zuckte mit den Schultern und murmelte etwas unverständliches wie „Hben Mn geflg"
„Du hast was?" Sie seufzt, bevor sie einen verständlichen Satz heraus bringt.
„Ich habe jemanden zusammen geschlagen, da er ein kleines Mädchen auf der Straße angemacht hat." Ungläubig sah ich sie an.
„Bitte was?" Wieder zuckt sie mit den Schultern.
„Er konnte sich raus reden und jetzt stehe ich hier. Ich habe ihm noch nicht mal wirklich weh getan. Er hat nur ein Schild ins Gesicht bekommen und seine Nase ist gebrochen. Er hat weniger Schaden davon getragen als das Mädchen. Aber natürlich ist er ein ordentlicher Bürger, blabla."
„Naja, wenigstens werden wir hier wieder raus kommen, nicht wahr?" Aria nickte und der Erdbändiger, der uns gegenüber auf der Bank platz genommen hatte und sich bereits seine Schuhe band wirkte nicht wirklich überzeugt, nickte aber trotzdem. Aria und Ich zogen uns ebenfalls unsere Schuhe an und standen knappe zwei Minuten später warten vor dem Gang zur Arena.

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Reply Edited on 11/10/2021 03:57 PM.

Mila-Grosa

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Re: Avatar oder die Legende von Korra RPG

from Mila-Grosa on 10/05/2021 11:47 AM

Das ist echt ärgerlich Aber kein Stress, lass dir ruhig Zeit

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Pads

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Re: Avatar oder die Legende von Korra RPG

from Pads on 09/08/2021 11:44 PM

Okay, ich hatte eigentlich schon einen Text angefangen, der aber irgendwie weg ist. Ich werde den suchen, oder einfach nochmal neu anfangen, das könnte aber etwas dauern .-.

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Reply Edited on 09/08/2021 11:44 PM.

Mila-Grosa

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Re: Avatar oder die Legende von Korra RPG

from Mila-Grosa on 08/13/2021 10:22 AM

Gerne^^

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