Sherlock - 2er RPG
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Sherlock - 2er RPG
von Mila-Grosa am 07.09.2019 18:06Stecki - Vorlage:
Name: Evelyn Antonia Dawson
Alter: 30 Jahre alt
Aussehen: mittellange, leicht gewellte, hellbraune Haare, braune Augen, etwas hellerer Tange, einzelne
Sommersprossen.
Beruf: Sie wird eine neue Kommissarin bei Scotland Yard.
Sonstiges: Sie ist eine alte Bekannte von John und gerade erst von Italien nach London gezogen. Ihr Vater ist geborener Engländer, ihre Mutter Italienerin, daher ihr etwas südländisches Aussehen.
Ihre Mutter und ihr Bruder sind bei einem Brand in London umgekommen, als sie noch klein war und noch da gewohnt hat, weshalb sie und ihr Vater in Therapie waren.
Sie kann hervorragend italienisch sprechen und teilt eine große Leidenschaft zu Klavier- und Geigenmusik. Sie singt auch sehr gerne dazu, vor allem ältere Songs, egal ob romantisch oder Classic Rock. Sie lernt Sherlock bei ihrem ersten Fall bei Scotland Yard kennen.
Sohea 25.07.15 um 19:42
Yey, noch ein Sherlock RPG! xD
Ich würde gerne wieder mitmachen, wenn sonst niemand will. Ich übernehme dann Sherlock und einen weiblichen OC. Vielleicht ist sie dann dieses mal das "Opfer".
Sohea 26.07.15 um 20:24
cool! =d
hätte auch nen story vorschlag:
mein weiblicher oc wird entführt. (ich lieeebe entführungen! xd) sie ist die frau eines reichen adligen und daher wird viel lösegeld verlangt. als den erpressern etwas dazwischen kommt, wird ihr aufenthaltsort bekannt gegeben. aber sie und ihr mann haben angst, dass wieder etwas ähnliches passiert, doch sie wollen sich nicht an die polizei wenden, um einen skandal zu vermeiden. da sie mary watson kennt, fragt sie diese, ob john und sherlock hier vielleicht helfen können. john schalten aber doch die polizei ein (deinen oc), bittet aber um diskretion. sherlock hätte den fall lieber ohne scotland yard gelöst, macht aber natürlich trotzdem mit.
wäre das ok?
Sohea 27.07.15 um 19:42
Stecki :
Name: Susan Elizabeth Crockford, Countess of Derrington
Alter: 36 Jahre
Aussehen: insgesamt so, wie eine Adelige auszusehen hat: blonde Locken, blasser Teint, große gewachsen, schlank, hübsch
Beruf: muss aufgrund ihrer Stellung keinen Beruf ausüben, ist aber gelernte Ärztin und kennt daher John und Mary
Sonstiges: engagiert sich für Kinder in Not; verheiratet mit Ruben Crockford, Earl of Derrington
Sohea 28.07.15 um 19:22
Das ist wahr.. =D
Vielleicht lässt Moriarty es so aussehen, als wäre er der Entführer. Aber Sherlock versteht dann nicht, warum Moriarty, der alles immer perfekt plant, die Entführung abbrechen musste. So lockt Moriarty Sherlock wieder zu sich, was sein eigentliches Ziel ist. Diesmal will er Sherlock wirklich umbringen. So von wegen: Keiner kann leben, während der andere überlebt... xD
Sohea 28.07.15 um 19:31
Zitat von mila-grosaZitat von soheacool! =d
hätte auch nen story vorschlag:
mein weiblicher oc wird entführt. (ich lieeebe entführungen! xd) sie ist die frau eines reichen adligen und daher wird viel lösegeld verlangt. als den erpressern etwas dazwischen kommt, wird ihr aufenthaltsort bekannt gegeben. aber sie und ihr mann haben angst, dass wieder etwas ähnliches passiert, doch sie wollen sich nicht an die polizei wenden, um einen skandal zu vermeiden. da sie mary watson kennt, fragt sie diese, ob john und sherlock hier vielleicht helfen können. john schalten aber doch die polizei ein (deinen oc), bittet aber um diskretion. sherlock hätte den fall lieber ohne scotland yard gelöst, macht aber natürlich trotzdem mit.
wäre das ok?
coole storyline :))
so können wirs machen, muss nur kurz überlegen.... ah ja. wie währe es, wenn sherlock und john noch mit dieser skandalgeschichte von janine vor gericht gehen (zum aufwärmen natürlich) und den prozess dann aber auch gewinnt, damit janine ihre geschichten wiederruft und sein ruf wieder hergestellt ist.
und dann sie dann einen mordfall aufs auge gedrückt bekommen, den sie dann aber schnell wieder lösen, da es sich als unfall herausstelle. bei dem fall wird dem dou dann mein oc vorgestellt und dann kommt der fall mit der contess als hauptfall.
währe das auch ok?
super!! =d
Sohea 30.07.15 um 18:07
Soo, eigentlich können wir starten, oder?
Am Tag des jüngsten Gerichts xD, oder davor? :))
Mila-Grosa 30.07.15 um 19:27
(Lol xD)
ich würd sagen kurz unmittelbar davor
Sohea 30.07.15 um 19:41
Fängst du an?
John Watson
Ich lehnte am Türrahmen in Sherlocks Wohnung, während er sich für die Gerichtsverhandlung fertig machte. Die Aufdringlichkeit der Journalisten wegen des Skandals um Sherlock, dass Janine in die Welt gesetzt hatte, war schlimmer und Sherlocks Ruf deutlich angeschlagen worden. Wir hatten beschlossen, dem ein Ende zu setzen und vor Gericht zu gehen. Ich hätte Janine ehrlich nicht zugetraut, medial so ein großes Fass aufzureißen (und dann auch noch mit einer Geschichte, in der Sherlock sie zum Séx gezwungen haben sollte), aber ich hatte mich schon oft in Menschen getäuscht. Um fair zu sein: Sherlock gefakter Heiratsantrag und die Lüge um ihre zuvor aufgebaute Beziehung, die darauf basierten, in das Büro ihres Chefs einzudringen, war auch kein Kavaliersdelikt. Aber wir waren gerade erst aus dieser Sache mit Magnussen herausgekommen, einen weiteren, großen Medienrummel konnten wir nun nicht mehr gebrauchen.
Mary wollte uns begleiten, sie wartete unten im bereits gerufenen Taxi. Sie konnte wegen ihres Bauches die Treppen zu seiner Wohnung nicht mehr ersteigen.
Sherlock
Gehen wir?", fragte ich John und eilte die Treppe hinunter, ohne eine Antwort abzuwarten.
Diese ganze Sache mit Janine war ziemlich ausgeartet, das hätte ich nicht erwartet. Vielleicht war der vorgetäuschte Heiratsantrag wirklich ein bisschen viel gewesen, aber woher hätte ich wissen sollen, dass si wirklich Gefühle für mich zeigen würde? Gut, sie war ein normaler Mensch, kein Soziopath. Vielleicht hatte ich da nicht ausreichend bedacht, aber das eine Gerichtsverhandlung nötig sein würde...
Das war meine einzige Schwäche: andere Menschen zu verstehen, mich in sie hineinzuversetzen, gelang mir ganz und gar nicht. Mycroft hingegen schon, was ärgerlich war.
Wir stiegen in das Taxi ein. Mary, die uns unbedingt hatte begleiten wollen, saß auf dem Beifahrersitz, denn mit ihrem Bauch konnte sie sich nicht auf die Rückbank quetschen, auf der nun John und ich saßen. Schweigend fuhren wir in Richtung des Gerichtsaals.
Mila-Grosa 31.07.15 um 19:27
"Und Sherlock? Bitte spar dir diesmal deine Kommentare, ja? Nicht dass du es schlimmer machst! Dein letzter Auftritt vor Tritt war nicht der Brüller, also nimm dich dieses Mal bitte ein wenig zurück.", meinte ich noch zu ihm. Bei demProzess gegen Moriarty damals hatte er es sich ja nicht nehmen lassen, den guten alten, angeberischen Klugschéißerr Sherlock Holmes raushängen zu lassen.
Diesmal würden sich diese Kombinationen vor Gericht nicht unbedingt als Vorteil erweisen. Immerhin befand er sich jetzt in einer tragenden Rolle.
Sohea 31.07.15 um 19:39
ich verdrehte die augen. ich würde mich schon bemühen, nichts falsches zu sagen, schließlich wollte ich diese sache so schnell wie möglich aus der welt haben. aber wie gesagt konnte ich oft nicht einschätzten, ob ich zu weit ging. am besten sollte ich john das reden überlassen, aber ich wusste jetzt schon, dass das nicht funktionieren würde. "ich versuche es", meinte ich, um john für den augenblick zu beruhigen.
ich dachte über die gerichtsverhandlung nach. wir wollten janine dazu bringen, ihre (teilweise wahren, aber ziemlich übertriebenen) geschichten zu widerrufen, damit "mein ruf wieder hergestellt" wurde. natürlich war das johns idee gewesen, aber ich hatte sie ihm nicht austreiben können. außerdem hatte er vielleicht recht damit, dass meinem ruf durch moriarty schon genug schaden zugefügt worden war.
ich wandte mich an john: "sind neben den geschworenen und dem richter auch zeugen geladen, die beweisen sollen, dass janines geschichten komplett erlogen sind?" in meiner stimme lag etwas spöttisches, aber es interessierte mich doch, wie wir die geschworenen überzeugen wollten.
Mila-Grosa 31.07.15 um 19:45
John Watson
"Nur Lestrade, Mrs. Hudson, Molly Hooper und... Mycroft. Natürlich auch Mary und ich", antwortete ich. Gut nur, dass Sergeant Donovan oder Anderson nicht dabei waren, die würden sicher kein gutes Haar an ihm lassen, obwohl das alles seit seinem vorgetäuschten Selbstmord etwas abgeschwächt ist. Von Anderson hatte ich angenommen, dass er sich nun mehr oder weniger auf Sherlocks Seite befand, aber das gehörte seit geraumer Zeit wieder der Vergangenheit an. Fast so, als wäre alles noch beim Alten.
Mrs. Hudson und Lestrade würden auf jeden Fall zu seinen Gunsten aussagen, bei Molly war ich mir da zu 200 % sicher. Ebenso wie bei Mary. Für Mycroft würde ich allerdings nicht meine Hand ins Feuer legen.
Mary Watson
"Keine Sorge, Sherlock, wir boxen dich da schon raus!", meinte ich aufmunternd und versuchte, meinen roten Mantel etwas über meinen Bauch zu zumachen. „Wir gewinnen den Prozess, Janine verzieht sich in die zweite Reihe und wir können uns voll und ganz auf..."
„...deine Schwangerschaft konzentrieren.", vollendete John und blickte mich mit hochgezogener Augenbraue an. Ich schickte ihm ein süß-säuerliches Lächeln und drehte mich wieder um. „Auf das natürlich auch."
Sohea 02.08.15 um 18:54
ich lächelte, aber so bald sich mary wieder nach vorne drehte, wurde meine miene kalt. als ob ich mir sorgen machen würde..
bei dieser fülle an zeugen war ich mir relativ sicher, dass janine die verhandlung verlieren würde. ihre stimme gegen meine und die von fünf anderen (mycroft ließ ich bei meiner rechnung aus, wer wusste so genau, was er sagen würde), dass sah gut für uns aus.
wir kamen am gericht an und stiegen aus dem taxi aus. john half mary, die wegen ihres dicken bauches schwierigkeiten hatte aufzustehen. im gebäude wurden wir in einen wartebereich geleitet. die verhandlung sollte in einer viertelstunde anfangen, aber janine war noch nicht da. dafür lestrade (als polizist war er immer pünktlich), molly (auf die man sich (besonders ich mich) immer verlassen konnte) und mycroft (typisch). mr. hudson fehlte noch. während john und mary die anderen drei begrüßten, setzte ich mich und richtete meinen blick in die ferne. die meisten leute dachten dann das ich überlegte oder dass ich wartete, aber jedenfalls sahen sie es immer als zeichen dass ich nicht angesprochen werden wollte... naja, fast alle leute.
Dieser Beitrag wurde bisher 2 Mal bearbeitet, zuletzt am 02.08.15 um 19:32 von Sohea
Mila-Grosa 02.08.15 um 19:03
Mycroft
Ich drückte Inspektor Lestrade meinen Gehstock in die Hand und kam auf meinen Bruder zu. Ich würde zu seinen Gunsten aussagen, das stünde schon mal fest. Mom und Dad würden sich sonst nur aufregen. Aber da unsere brüderliche Fehde trotz allem nach wie vor allgegenwärtig war und ich nun die Oberhand hatte, ließ ich es mir nicht nehmen, meine Überlegenheit in diesem Falle nicht ganz zu verbergen.
"Hallo, Bruderherz!", begrüßte ich ihn übertrieben freundlich und haute ihn kräftig auf die Schulter. "Ich wusste, irgendwann würdest du, wieder einmal, hier enden!"
Sohea 02.08.15 um 19:33
In Mycrofts Stimme lag wie immer dieser ironische Unterton. Zuerst wollte ich ihn einfach ignorieren, doch dann beschloss ich, einfach in seiner freundlich provozierenden Schiene mitzufahren. "Hallo, Mycroft!", meinte ich ebenfalls 'erfreut'. "Schön dich zu sehen. Ein Wunder das du überhaupt gekommen bist." Wahrscheinlich hätten wir uns bis zu Verhandlung in zehn Minuten weiter lächelnd beleidigt, aber gerade, als Mycroft antworten wollte, kam jemand um die Ecke auf uns zu. Janine stolzierte einfach erhobenen Hauptes an den sechs Personen in diesem Raum, die sie alle kannte, vorbei und setzte sich mit dem Rücken zu uns auf eine Bank.
Mila-Grosa 02.08.15 um 19:39
Janine: Dieser Sherlock war wirklich nachtragend. Er hatte diesen Skandal eigentlich nicht anders verdient. Er hat mich belogen und dann eiskalt abserviert. Auch wenn wir quitt waren, dann habe ich zum krönenden Abschluss auch noch meinen Job verloren, weil er meinen Boss erschossen hatte. Ich würdigte ihn und den anderen einfach keines Blickes.
John: "Hallo Janine!", meinte ich kühl. Sie antwortete mit einem ebenso kühlen und erzwungenen Lächeln. Wir alle außer Sherlock und Mycroft blickten sie an. Molly etwas... nun ja, schwer zu beschreiben, auf jeden Fall nicht freundlich. Ich half Mary, sich auf einen der anderen Bänke zu setzen. Sherlock würdigte sie ebenfalls keines Blickes mehr. Es war auch eigentlich nicht mehr nötig.
Sohea 02.08.15 um 19:56
Sherlock
Ich hatte nie nur das geringste für Janine empfunden, genauso wenig wir für alle anderen Menschen. Trotzdem war es verrückt, wie sich die Situation zwischen uns geändert hatte. Sie hatte gedacht, wir würden heiraten (absolut absurd, dass ihr nicht klar gewesen war, dass ich niemals heiraten würde, schon gar nicht Janine), und jetzt kämpften wir gegeneinander vor Gericht. Sie musste schon einen ganz schönen H@ss auf mich haben, dabei hatte ja John die Idee des Ruf-Wiederherstellens gehabt. Aber zum Glück war mir, einem kompletten Soziopathen, das ganz egal. Es war nur ein weiterer Feind unter hunderten.
Mrs. Hudson lief uns entgegen. "Es tut mir leid Sherlock, ich musste noch Besorgungen machen und hab ganz die Zeit vergessen. Ich bin doch nicht zu spät?" Zum Glück übernahm John das Reden für mich.
Dieser Beitrag wurde bisher 1 Mal bearbeitet, zuletzt am 02.08.15 um 20:01 von Sohea
Mila-Grosa 02.08.15 um 19:58
"Nein, Mrs. Hudson, die Verhandlung beginnt in 10 Minuten!", antwortete ich und bot ihr den neben mir noch freien Platz an. „Schön, dass sie es noch geschafft. Haben."
Sohea 02.08.15 um 20:13
"Gut", meinte Mrs. Hudson uns setzte sich.
In den nächsten fünf Minuten war es relativ ruhig. Mycroft regelte über sein Handy irgendwelche geschäftlichen Dinge, Mrs. Hudson hatte begonnen zu stricken, wobei Molly ihr interessiert zusah und erzählte, dass sie selber für ihr Leben gern strickte, und die anderen (außer Janine, die und immer noch weitgehend ignorierte, und mir) unterhielten sich leise.
Endlich, ich hatte die ganze Zeit still und wartend das gesessen, öffnete ein Richter von innen die Tür zum Gerichtssaal. Wir betraten den Raum, in dem sich bereits Anwälte, Geschworene, etc. eingefunden hatten.
Mila-Grosa 03.08.15 um 19:09
Ich wahr erleichtert, dass es endlich losging. Je eher wir das alles hinter uns hatten, umso besser. Anschließend konnten wir uns auf Moriarty und auf das, was er sich für meinen Freund hat einfallen lassen, konzentrieren.
Sohea 03.08.15 um 19:40
John, Mary, Mycroft, Molly, Mrs. Hudson und DI Lestrade setzten sich auf die Stühle für die Zeugen. Ich ließ mich auf der Bank für den Kläger nieder, Janine mir gegenüber als Angeklagte, obwohl das in diesem Fall etwas übertrieben klang.
Die Sitzung wurde vom Richter eröffnete, und eine Frau stand auf: "Wir beginnen mit der Verhandlung. Mr. Sherlock Holmes, Sie gehen vor Gericht, damit die in der Zeitung veröffentlichten Geschichten der hier anwesenden Miss Janine Hawkins widerrufen werden, da sie erlogen sind und sind ihren Ruf geschädigt haben?" Ich besann mich darauf, was John mir gesagt hatte und nickte knapp.
"Miss Janine Hawkins, Sie weigernd sich jedoch, ihre Geschichten zu widerrufen, da diese wahr sind und sie nicht die Absicht hatten, Mr. Holmes Ruf zu Schaden zuzufügen?", fuhr die Frau fort. Janine antwortete: "Ganz genau."
"Wir hören nun einige Zeugen, die zu Gunsten von Mr. Sherlock Holmes aussagen möchten. Wir beginnen mit Mr. John Watson, einem engen Freund von Mr. Holmes!"
Mila-Grosa 04.08.15 um 12:44
John Watson
Ich erhob mich. "Nun, Euer Ehren, die Geschichten sind gelogen. Ich kenne Mr. Holmes nun schon seit vielen Jahren, er käme für so etwas nicht infrage. Außerdem sind seit dem Tag von meiner und Marys Hochzeit - Dem Tag, an dem sich Mr. Holmes und Mrs. Hawkins kennen gelernt hatten, gerade mal ein Monat gegangen. Eine ausgesprochen kurze Zeit, um einen solchen Skandal ins Rollen zu bringen. Die Daten liegen Ihnen ja vor. Außerdem hat Mr. Holmes in diesem Zeitraum einige Fälle bearbeitet, was Mrs. Hooper bestätigen kann, er befand sich öfter in der Path...."
"Mr. Watson", fiel mir der Richter da in Wort, "es ist nicht Ihre Aufgabe, andere Zeugen zur Aussage aufzurufen! Danke für Ihre Aussage!"
Ich setzte mich wieder; während sich der Richter dann Molly zuwandte.
"Mrs. Hooper, können Sie Mr. Watsons Aussage bestätigen?"
Sohea 04.08.15 um 19:49
Molly: Etwas unsicher stand ich auf. "Ja", antwortete ich, aber es war mehr ein Krächzen als ein Wort. Ich räusperte mich und wiederholte: "Ja, das kann ich! Ich habe gesehen, wie Mr. Holmes und Mss Hawkins sich auf der Hochzeit kennengelernt haben. Sie schienen sich wirklich gut zu verstehen und ich war mir schon da ganz sicher, dass Mr. Holmes sich ehrlich für sie Miss Hawkins interessierte."
Sherlock: Unter anderen Umständen hätte ich die Augen verdreht.
Molly: "Mr. Holmes hatte von da an bis vor kurzem sehr viel mit einem großen Fall zu tun, wie sie sicher wissen. Ganz so wie er ist hat er sich komplett darauf konzentriert, sodass er nicht viel Zeit mit Miss Hawkins verbringen konnte und schon gar nicht irgendetwas skandalöses hätte planen können. Aber ich erinnere mich noch genau daran, wie er sich immer nach der Arbeit darauf gefreut hat, Miss Hawkins zu sehen." So einen langen Monolog hielt ich selten und ich ***te es, wenn mich alle ansahen. Zum Glück sagte der Richter: "In Ordnung." Sofort setzte ich mich wieder, und der Richter fuhr fort: "Mrs. Mary Watson, sie sind sowohl Bekannte von Mr. Holmes als auch von Miss Hawkins, wie schätzen Sie die beiden ein?"
Mary Watson
Mila-Grosa 04.08.15 um 20:00
Ich machte mir gar nicht die Mühe, aufzustehen. "Bei Mr. Holmes kann ich sagen, dass er - mehr oder weniger - einer der loyalsten Menschen ist, die ich kennen gelernt hatte. Bei Mrs. Hawkins dachte ich zunächst dasselbe!" Ich warf ihr einen eisigen Blick zu, den sie erwiderte .
"Ich kannte sie schon länger als Mr. Holmes und habe sie, als ich meinen Mann ehelichte, zu meiner Brautjungfer gemacht. Seit diesem Tage blieben Mr. Holmes und Mrs. Hawkins regelmäßig in Kontakt und führten eine... wie soll ich es nennen... handelsübliche Beziehung, von der ich ausging, dass sie auf Aufrichtigkeit beruhte. Doch Mrs. Hawkins war es, die es darauf ankommen ließ, mit erfundenen Geschichten und Skandalen Rufmord zu begehen, um sich die die volle Aufmerksamkeit der Medien zu sichern, um so an Geld zu kommen!"
Sohea 05.08.15 um 19:59
Sherlock: Ich musste ein Grinsen unterdrücken, denn dafür, dass Janines Geschichten ansatzweise wahr waren, hatte Mary doch etwas übertrieben. Ein normaler Mensch wäre jetzt wohl gerührt und dankbar gewesen, dass sich seine "Freunde" so für ihn einsetzten und sogar für ihn logen, aber bei mir zeigte sich keine Regung.
Inzwischen wurde der nächste zeuge aufgerufen: "Danke, Mrs. Watson. Bevor wir noch zwei weitere enge Bekannte von Mr. Holmes hören, bitte Mr. Mycroft Holmes, Bruder. Wie lautete Ihre Beschreibung von Mr. Holmes?"
Mycroft: Ich spürte, dass Sherlock ziemlich angespannt war, was meine Aussage anging, und ließ mir deshalb besonders viel Zeit. Nachdem ich aufgestanden war, räusperte ich mich erst mal und begann das mit einem wie immer, wenn es um Sherlock, etwas höhnischen Unterton zu sprechen: "Zwischen meinen Bruder und mir besteht etwas, das man gut du gerne als eine ***liebe bezeichnen könnte. Trotzdem würde ich sagen, dass Sherlock zwar ein etwas.." Ich machte eine effektheischende Pause. "... eigensinniger Mensch ist, aber niemals im Stande wäre, einen Menschen auf diese Art und Weise zu verletzten." Ich wusste das das nicht stimmte, aber die Wahrheit würde in diesem falle auch ein schlechtes Licht auf mich werfen. Ich beließ es bei diesen wenigen Wörtern und setzte mich wieder, wobei ich Sherlock mit einem Du-kannst-froh-sein-dass-du-so-einen-lieben-Bruder-hast-der-für-dich-lügt!-Blick ansah.
Mila-Grosa 05.08.15 um 20:15
Mrs. Hudson
sherlock sah ziemlich pikiert aus, aber ich persönlich fand es unglaublich nett von mycroft, dass er seinen kleine bruder nicht im stich lies. familien müssen schließlich zusammen halten.
"nun, danke, mr. holmes. kommen wir jetzt zur vermieterin des klägers. mrs. hudson, bitte!"
ich stand auf.
"nun, ich kenne sherlock schon seit jahren, und er.... ja.... er würde für so etwas ja nun wirklich nicht infrage kommen. sehen sie ihn sich doch an! sieht so ein mann aus, der dazu in der lage währe?"
ich wies auf sherlock, der mich nun ziemlich entgeistert ansah.
"worauf ich hinaus will... mrs. hawkins lügt! mein mann, wissen sie, gott hab ihn seelig, war... nun ja... auch kein heiliger, er hat mich ja schon tausend mal oft und lang betrogen, aber...."
"danke, mrs. huson!", viel mir der richter b*** ins wort.
"ich weis nicht, warum mich nie jemand ausreden lässt!", beschwerte ich mich. und der inspector, meinte ich, flüsterte john zu. "wen wundert das eigentlich noch?"
ich warf ihnen eine empörten blick zu und setzte mich schließlich wieder.
Sohea 06.08.15 um 19:45
sherlock: inzwischen blickte Janine ziemlich betroffen drein, anscheinend hatte sie nicht erwartet, dass alle aussagen so klar meine unschuld bezeugten. ich für meinen teil war recht froh, dass mycroft mir dieses eine Mal geholfen hatte, auch wenn ich vermutete, dass er die ein oder andere Gegenleistung dafür erwartete.
greg lestrade: der richter ergriff das wort: "als letztes hören wir detective inspector greg lestrade, einen weiteren bekannten von mr. holmes, mit dem er oft zusammengearbeitet hat."
ich erhob mich. da ich polizist war, wollte ich möglichst die wahrheit sagen. "nun, mr. holmes ist ein in der Tat ein schwieriger mensch."
der richter hob die augenbrauen und machte eine bewegung, die wohl so viel wie 'nur zu, fahren sie fort' bedeuten sollte.
"wir kennen uns nun schon längere zeit, und doch ist ihm mein vorname nie im sonst so gutem gedächtnis geblieben. dies verletze mich oft ein wenig und ich weiß, dass sherlock auch die gefühle anderer oft versehentlich verletzt hat."
"versehentlich?", fragte der richter, nun inzwischen ein wenig genervt davon, dass meine ausführungen recht lange dauerten.
"ja, das ist für mich der springende punkt. auch wenn den gefühlen anderer gegenüber oft nicht achtsam war, hat er nie jemanden absichtlich verletzt. (außer, wenn es ihm irgendwie genutzt hat, fügte ich im stillen hinzu) und da mir schien, dass er tatsächlich etwas für miss hawkins empfand, wird er gerade bei ihr keine ausnahme gemacht haben."
ich wollte noch fortfahren, aber der richter fiel auch mir ins wort: "ich denke, das reicht nun an zeugenaussagen. miss hawkins, was haben sie zu ihrer verteidigung vorzubringen?"
Mila-Grosa 06.08.15 um 19:55
Janine
Die Sache wurde eng für mich. Anscheinend hatte er dafür gesorgt, dass genug zu seinen Gunsten aussagen würden. Dennoch...
"Ich... nun... er hat... mich ausgenutzt! Er hat mit mir eine Beziehung aufgebaut, nur um an wichtige Informationen meines Bosses zu kommen, den er... möchte ich anmerken... wenige Tage danach erschossen hat! Danach war alles aus!", meinte ich und lehnte mich zurück.
Das entsprach nicht ganz der Wahrheit, denn seit er angeschossen wurde und ich ihm im Krankenhaus besucht habe mit meinen Klatschblättern, da haben sich unsere Wege getrennt. Und mir machte es ja auch eigentlich nichts mehr aus, ich war über diesen heuchlerischen Mis.tkerl hinweg. Aber hier ging es immernoch um meine kleine Medienlüge und einer bestimmt nicht niedrigen Geldstrafe.
Sohea 06.08.15 um 20:14
Sherlock
Ohne eine Aufforderung begann ich zu sprechen, denn es war amüsant, ihre ganzen Argumente zu widerlegen. "Das ist völlig falsch", meinte ich, einfach nur, um Janine zu widersprechen, die mir einen genervten Blick zuwarf. Der Richter sagte: "Fahren Sie fort, ich hätte Sie nun sowieso aufgefordert."
Also meinte ich: "Nachdem ich einige Zeit mit Miss Hawkins zusammen war, hatte ich das Gefühl, es wäre nun soweit, ihr einen Antrag zu machen. Ich wählte mit viel Mühe einen Ring aus (an dieser stelle prustete John los, tarnte es aber geschickt als Husten) und ging zu ihrem Arbeitsplatzt, wo ich ihr über eine Überwachungskamera einen Heiratsantrag machte. Sie öffnet über ihren Computer die Tür zu ihrem Arbeitszimmer, doch als ich herein kam, lag sie bewusstlos am Boden. Erschrocken wollte ich der Sache auf den Grund gehen, doch kurz darauf wurde ich angeschossen. Als ich wieder zu Bewusstsein kam, lag ich im Krankenhaus. Ich wartete sehnlichst auf Janines besuch, doch als sie kam, zeigte sie mir gleich all die Geschichten, die sie über mich verbreitet hatte. Ich war zutiefst verletzt, denn wie hätte ich sie dann noch heiraten können." John warf mir einen mehr oder weniger anerkennenden Blick zu, und ich fügte noch rasch hinzu: "Ein Großteil dieser Ereignisse kann von Mr. Watson bestätigt werden."
Mila-Grosa 06.08.15 um 20:28
John
Ich hustete gekünstigt, um nicht loszulachen.
Aber eine gute Drehung der Geschichte, und so wie Janine guckte, hatte sie damit überhaupt nicht gerechnet. Schon gar nicht, das Sherlock auch noch meisterlich schauspielerte, er würde sich nur mit Mühe aufkommende Tränen verdrückten.
"Nun, das... das stimmt, er hat mich in seine Pläne eingeweiht, ich meine... nachvollziehbar wäre es, weil, er... er hat sie wirklich geliebt..."
Janine stand nun der Mund ein wenig offen, und wenn Blicke töten könnten, wäre ich längst über den Jordan gegangen.
"Ja, ich... sah es ihnen schon an meiner und Marys Hochzeit an, nicht?"
(An dieser Stelle nickte Mary wehmütig-zustimmend, aber auch sie konnte sich nur mit Mühe ein Lachen verkneifen)
"Es war etwas... besonderes zwischen den beiden, ich dachte, es hätte zwischen den beiden sofort gefunkt, als sie sich zum ersten Mal in die Augen blickten, und das... es nur eine Lüge von Mrs. Hawkins aus war, das... erschüttert uns alle zutiefst und auch... dass es Sherlock das Herz gebrochen hat..."
Ich sah deutlich, wie Janine zu ihren Anwalt blickte, in der Hoffnung, dass er für sie Einspruch erhob, aber er hatte nur seinen Finger an sein Kinn gelegt und interessiert zugehört. Anscheinend schien selbst er es zu glauben.
Sohea 07.08.15 um 19:38
Sherlock
Ich fragte mich, wie John und Mary es wohl schafften, nicht laut loszulachen, denn ich musste mich zur Seite drehen, damit niemand mein breites Grinsen sehen konnte. Zum Glück wirkte diese Geste, als würde ich heftig schluchzen, und unterstrich unsere Geschichte auch noch.
Der Richter meinte nun: "Wenn niemand mehr etwas zu sagen hat, machen wir nun eine Pause, in der sich die Geschworenen zur Beratung zurückziehen können." Ich hatte das Gefühl das Janine etwas sagen wollte, aber ihr schien partout nichts einzufallen. Stadtessen blickte sie wütend erst ihren Anwalt, dann mich John und die anderen Zeugen an.
Mila-Grosa 07.08.15 um 19:44
John
Ich und Mary beeilten uns, rauszugehen, ich musste aufpassen, dass Mary nicht noch stolperte, denn sie würde einen solchen Lachkrampf bekommen, dass sie sich beeilen musste, rauszurennen um nicht vor den Geschworenen in wildes Gelächter auszubrechen.
Draußen und weit weg von allen konnten wir uns nicht mehr zurückhalten. Gott sei Dank war gerade keiner der Geschworenen hier.
"Sherlock, wir haben ´s im Sack. Also wenn die Geschworene das nicht überzeugt, weis ich auch nicht weiter!", kicherte ich und haute ihn, ebenfalls lachend, auf die Schulter.
Mary prustete: "Sofort gefunkt! Oh mein Gott, ich kann nicht mehr!"
Sohea 07.08.15 um 20:03
Sherlock
ich lief schnell hinter john und mary nach draußen, die, dafür dass sie schwanger war, ein ziemlich schnelles tempo drauf hatte. unsere geschichte war so verrückt, dass ich ebenfalls anfing zu lachen, was ich nicht besonders oft tat. blad wurden die anderen zeugen vom unserem gelächter angesteckt und wir alle kicherten eine ganze zeit lang, bis auf mycroft, der nur ein gekünsteltes lächeln aufsetzte.
als janine plötzlich mit ihrem anwalt im schlepptau wütend aus dem gerichtssaal gerauscht kam, verstummte unser lachen sofort, und ich blickte zu boden, um mein Grinsen zu verbergen.
Mila-Grosa 07.08.15 um 20:10
Janine
"Eine nette Geschichte, Sherlock, wirklich ganz reizend!", meinte ich ironisch. Das letzte, was ich wollte, ist, vor Sherlock und den anderen zuzugeben, dass ich nur noch geringe Chancen hatte, diesen Prozess zu gewinnen. Er hatte also beschlossen, mich mit meinen eigenen Waf.fen zu schlagen. Ich Idi.otin hätte das eigentlich erwarten müssen!
"Aber du hast trotzdem keine Chance. Ich werde dafür sorgen, dass du für den Rest deines Lebens als ,,Lügenbaron Holmes´´ bekannt sein wirst, der einst so gefeierte Detektiv, der mich zu sehr intimen und unanständigen Dingen gezwungen hat!"
Mein Anwalt stand ein paar Schritte hinter mir, aber er war allen Anschein nach ein unfähiger Volltrot.tel. Ein Anfänger, der mich vermittelt worden war, um eine ach so erfolgreiche Laufbahn zu starten. Nach dem Prozess heute könnte er das aber getrost vergessen!
Sohea 07.08.15 um 20:19
Sherlock
"Wie willst du das anstellen?", fragte ich ganz ernst. Ich versuchte noch in meiner Rolle zu bleiben, nur wegen ihrem Anwalt, der die ganze Zeit zugehört, aber Janine kein bisschen verteidigt hatte. "Die Geschworenen beraten sich schon. Oder willst du wieder ein paar Lügengeschichten über mich verbreiten, die eine weitere Gerichtsverhandlung nach sich ziehen?" Das hoffte ich nicht, denn das wäre wirklich nervig.
Mila-Grosa 07.08.15 um 20:41
Janine: "Dir wird dein Grinsen schon noch vergehen. Euch allen!", ich deutete mit meinem Zeigefinger in die Runde. "Ach, und um deine Frage zu beantworten... ich werde gar nichts tun! Da drinnen sitzen die besten und professionellsten Geschworenen ganz Großbritanniens!"
Ich zeigte auf die Tür zum Saal und sog dann verächtlich die Luft an. "Dachtet ihr wirklich, die würden deine kleine, süße Story von dir und mir glauben? Wo sich meine Skandale schon seit Wochen in den Zeitungen und Klatschblättern Londons herumtreiben?"
Mycroft: Ich versuchte mir weiter ein gekünsteltes Lächeln, obwohl mir diese Frau wirklich auf die Nerven ging. Außerdem hatte sie keine Ahnung, genauso wenig wie alle anderen hier, dass ich den Richter persönlich kenne und ihn mit einem kleinen Gespräch über ihn und seinen kleinen ,,Nebengeschäften´´ ein wenig bearbeitet hatte. Er würde die ,,Ex´´ von meinem Bruder für schuldig bekennen, den ansonsten würden diese Informationen die ich über ihn hatte, an die Öffentlichkeit wandern und er würde sein Amt als Richter ganz schnell verlieren.
Sohea 08.08.15 um 19:27
Sherlock
Ich verkniff mir meinen Kommentar, dass es gar keine professionellen Geschworen geben kann, da sie zufällig ausgewählt werden und das hier mit 99,9% Sicherheit die erste Gerichtsverhandlung für jeden von ihnen war. Ich hätte Janine ein bisschen schlauer eingeschätzt, aber da sie nun versuchte mich einzuschüchtern, was bei mir bekanntlich überhaupt keinen Zweck hat, musste sie doch ziemlich leichtsinnig sein.
Da ich es leid war, ihr zuzuhören, sagte ich ironisch zu Janine: "Ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, wenn ich dich von jetzt an ignoriere." Ich drehte mich wieder zu John und den anderen und konnte nur noch hören, wie das Klacken von Janines Absätzen immer leiser wurde, als sie sich von uns entfernte.
Mila-Grosa 08.08.15 um 19:41
Mycroft
Ziemlich eingeschnappt stolzierte diese Janine (Mit Anwalt im Schlepptau, der, so wie ich das sehe, das erste Mal jemanden vertritt) in den Gerichtssaal zurück. Einige Sekunden später wurde die Tür erneut geöffnet und ein junger Mann teilte uns mit, dass es mit der Verhandlung weiterging.
Als wir eintraten nickte ich den Richter fordernd und auch hämisch zu, woraufhin er mir einen giftigen, aber eingeschüchterten Blick zuwarf.
Ich hatte Sherlock von meiner ,,Abmachung´´ mit ihm noch nichts erzählt, ich wollte ihn ein wenig ärgern. Immerhin sollte er sich besser, als mit diesem Blödsinn rumzuschlagen, um Jim Moriarty kümmern.
Sohea 08.08.15 um 19:57
Sherlock
Recht schnell ging es weiter. Nachdem wir uns alle wieder gesetzt hatten, stand der Richter auf und fragte in Richtung der Geschworenen: "Bekennen Sie Miss Janine Hawkins für schuldig?" Ein circa 20-jähriger Mann, scheinbar Student, erhob sich, um das Urteil der Geschworenen zu verkünden. An seiner Kleidung war unschwer zu erkennen, dass er aus reichem Hause stammte. Er holte tief Luft und genoss es sichtlich, den Urteilspruch verkünden: "Aufgrund der vorliegenden Zeugenaussagen und des geringen Einspruchs vom Miss Hawkins bekennen wir diese für (Da er scheinbar gerne mit Fachvokabular herumspielte, schloss ich, dass der Mann wahrscheinlich Jura-Student war.) schuldig."
Entspannt lehnte ich mich zurück, während Janine ein sehr wütendes Gesicht machte.
Mila-Grosa 08.08.15 um 20:05
Janine
"Das ist ein Scherz!", brach es aus mir heraus. Sherlock grinste mich triumphierend mit typisch ineinander gelegten Fingerspitzen an.
"Durchaus nicht!", entgegnete der Richter. "Mrs. Hawkins, Sie werden die Geschichte von Mr. Holmes wiederrufen und außerdem wegen schwerwiegenden Rufmordes eine Geldstrafe von 20.000 Pfund als Entschädigung an des hier anwesenden Mr. Holmes sowie den geschädigten Redaktionen zahlen, denen Sie Ihre Geschichte bezahlt haben!"
Sherlocks Grinsen wurde noch ein wenig breiter, was jedoch verschwand, als der Richter zu ihm sah. Er machte immer noch auf ,,gebrochenen Mann" und nickte schwach und angeschlagen, da ich ihm ja ,,das Herz gebrochen hatte´´.
Ich krallte meine Finger vor Wut um die Tischkante. 20.000 verdammte Pfund!
Sohea 08.08.15 um 20:13
Sherlock
Als der Richter wieder wegsah, musste ich schnell mein Taschentuch aus meiner Hosentasche holen und mir vor den Mund halten, um mein Lachen zu ersticken. Janine war unglaublich wütend, aber es war wirklich zu erwarten gewesen, dass sie verlieren würde.
Der Richter erhob ein letztes mal die Stimme: "Hiermit ist die Verhandlung beendet!"
Alle Anwesenden erhoben sich, und mein breites Grinsen viel niemandem mehr auf.
Mila-Grosa 08.08.15 um 20:17
Mrs. Hudson:"Oh, Sherlock! Herzlichen Glückwunsch!", rief ich hocherfreut und umarmte ihn, als wir ebenfalls aufstanden. "Von jetzt an kann es ja nur noch bergauf gehen!"
John: "Tja, Sherlock! Wie es aussieht ist der Detektiv mit Hut wieder da!", meinte ich grinsend und hielt ihn seine berühmte ,,Sherlock-Holmes-Mütze´´ entgegen, welche ich als i-Tüpfelchen für den gewonnenen Prozess und den darauffolgenden Presse-Gewusel (nichts anderes hatte ich nämlich erwartet) mitgenommen hatte.
Sohea 09.08.15 um 18:57
Sherlock
So schnell wie es ging befreite ich mich aus Mrs. Hudsons Umarmung und nahm meine Mütze mit einem Augenrollen entgegen.
Als wir den Gerichtssaal verließen, wurden wir von ein paar Journalisten abgefangen. Knapp antwortete ich auf ihre Fragen und erklärte, dass Janine für schuldig befunden worden war und das sie ihre Geschichten widerrufen würde. Auf ihre persönlichen Fragen antwortete ich nicht, denn ich war es leid, ständig so zu tun, als wäre "mein Herz gebrochen" worden. Als ich in das Taxi einsteigen wollte, dass John in der Zeit gerufen hatte, spürte ich seinen Vorwurfsvollen Blick. Mir war klar, was es sagen wollte, und obwohl ich es nicht gerne tat, drehte ich mich noch einmal zu den Zeugen um uns sagte schlicht und etwas ***: "Danke für eure Aussagen."
Mila-Grosa 09.08.15 um 19:22
Mycroft
"Immer wieder gerne!", antwortete ich. Ich warf meinem Bruder noch einen letzten argwöhnischen Blick zu und stieg dann in meine Limousine, die hinter dem Taxi parkte. Die anderen ,,Freunde´´ meines Bruders fuhren mit ihren Autos dorthin, wo sie gerade hinmussten. Ich sah auf meine Uhr. Nicht mehr lange, dann musste ich daran denken, anzurufen.
Sohea 09.08.15 um 19:47
Sherlock
Ich ignorierte Mycroft und stieg zu John und Mary ins Taxi. Auf der Fahrt redeten wir nicht viel, bis ich einen Anruf bekam. Es war Lestrade. "Was gibt es?", fragte ich etwas b***, ich hatte keine Lust auf weitere Beglückwünschungen zu meinem Gewinn. "Wir haben hier einen Mordfall", antwortete Lestade und meine Mine hellte sich auf, "das sollten Sie sich mal ansehen. Kommen sie so bald es geht in die Charrington Street 43." "In Ordnung", sagte ich und hoffte, dass es nicht so langweilig werden würde wie die meisten Fälle, die Scotland Yard uns aufs Auge drückte. Ich wollte gerade auflegen, das meinte Lestrade: "Ach, und ehe ich es vergesse. Es wird auch eine neue Kommissarin da sein, Evelyn Dawson. Es ist ihr erster Fall, also seien sie bitte ein bisschen zurückhaltend, wenn sie mal einen Fehler macht." Ich verdrehte die Augen und beendete das Gespräch.
Mila-Grosa 09.08.15 um 19:54
John
"Wer war das? Ein neuer Fall?", schätzte ich, den Sherlock sagte zum Fahrer, er solle zur 43te Charrington Street fahren. Was anderes als das konnte es eigentlich nicht sein.
Sohea 09.08.15 um 20:01
Sherlock
"Jep!", antwortete ich. "Lestrade möchte, dass wir uns einen Mordfall ansehen. Es wird eine neue Kommissarin da sein." Ich wiederholte nicht, was Lestrade sonst noch gesagt hatte, denn wenn Miss Dawson einen Fehler machen würde, würde ich sie so oder so darauf hinweisen.
Mila-Grosa 09.08.15 um 20:04
John
ein wenig später kamen wir dort an. es war ein etwas heruntergekommenes Haus, vor denen einige Polizeiwagen standen und das Absperrband wurde auch schon ausgerollt.
Sohea 09.08.15 um 20:10
Vor der Tür des Gebäudes sah ich Lestrade und Sally Donovan, die mit einer mir unbekannten Frau redeten, bei der es sich um Evelyn Dawson handeln musste. Zu meinem Leidwesen sah ich auch Anderson. John und ich bückten uns unter dem Absperrband hindurch und gingen auf die Gruppe zu.
Mila-Grosa 10.08.15 um 14:52
Evelyn: Als das Taxi an besagter Adresse anhielt und ich ausstieg, sah ich gleich meinen neuen Chef und eine meiner Kolleginnen. DI Lestrade und Sergeant Donovan. Fröstelnd verschränkte ich die Arme.
In London war es eindeutig kühler als in Monte Argentario und ich hatte mich immer noch nicht an das Wetter hier gewohnt, obwohl ich schon fast 2 Wochen hier war.
Ich kam gleich zu ihnen herüber. Lestrade hatte soeben mit jemanden telefoniert, während Donovan mich über den Toten im Haus aufklärte.
Als mein momentaner „Chef" fertig war, sagte er, wir sollten noch auf jemanden warten, und mir legte er dann noch ans Herz: "Sollte er Sie in irgendeiner Weise schikanieren, besserwisserische Sprüche raushauen oder Ihnen sonst irgendwie auf die Nerven gehen.... Verpassen Sie ihn bitte keine."
Ich konnte ihn nur ziemlich unschlüssig anschauen, und als ich mich auch schon erkunden wollte, auf wen genau wir denn warten sollten, fuhr ein weiteres Taxi die Straße entlang und parkte vor der Einfahrt des Hauses.
Es stiegen 2 Männer aus. Ein (für meinen Geschmack) etwas blasser, aber dennoch irgendwie gut aussehender großer Mann mit dunklen Locken, den ich nur aus Blog, Zeitung und Fernseher kannte. Und ein etwas kleinerer Mann, der mir dann wiederum doch sehr bekannt vorkam.
John: "Erneutes Hallo!", begrüßte Lestrade uns beide und gab uns die Hand, während Donovan mir zunickte und Sherlock ziemlich abschätzig musste.
Sherlock musterte dann kurz die fremde Frau neben ihnen, die uns freundlich anlächelte. Mit einem Mal stutzte ich. Das konnte doch nicht... war das... aber natürlich! Sie war es, auf jeden Fall! Ich konnte es nicht glauben!
"Also", meinte Lestrade, auf die ,,neue Kommissarin´´ zeigend, "Gestatten? Detectiv Inspector..."
"...Evelyn Antonia Dawson!", sprach ich für Lestrade weiter, der mich, ebenso wie Donovan und Sherlock erstaunt musterten.
"Ja...", sagte Lestrade dann etwas irritiert. "Mrs. Dawson, das ist Dr..."
"...John Hamish Watson!", hakkte Evelyn dann auch ihm das Wort ab. "Ich glaub ´s ja nicht!"
"Nicht zu fassen, du bei Scotland Yard!", antwortete ich, immer noch geschockt über die Tatsache, dass sie nach all den Monaten, in denen wir uns nicht gesehen hatten, nun wieder vor mir stand. "Und ich dachte immer, du würdest früher oder später im Gefängnis landen."
"Du hast ja keine Ahnung!", erwiderte sie grinsend. "Aber schön, dich zu sehen!"
Als wir uns im Anschluss noch herzlich umarmten, hatten wir die anderen drei wohl ganz und gar verwirrt. Lestrade und Donovan zumindest.
Sohea 10.08.15 um 19:08
Sherlock
John und die neue Kommissarin kannten sich anscheinend von früher. Aus dem südländischen Aussehen von Miss Dawson schloss ich, dass sie anscheinend aus Italien oder Spanien, nein, eher Italien, kam. Sie hatte sich wohl noch nicht an das englische Klima gewöhnt, denn sie fröstelte ein wenig, doch auf Grund ihrer akzentfreien Aussprache und ihres englischen Namens nahm ich an, dass sie wohl hie aufgewachsen, aber dann in ihre italienische Heimat zurückkehrte. Da John und Miss Dawson sich wohl kaum vom Studium her kannten, mussten sie wohl die selbe Schule besucht haben.
Mir erschloss sich also das freundschaftliche Verhalten der beiden, aber Lestrade und Donovan blickten immer noch irritiert drein. Ich überging dies uns hielt Miss Dawson meine Hand hin. "Sherlock Holmes", stellte ich mich vor, "Consulting Detective."
Mila-Grosa 10.08.15 um 19:14
Evelyn
Ich ergriff seine Hand. "Freut mich sehr, Sie kennen zu lernen!", meinte ich lächelnd. Die Berufsbezeichnung „Consulting Detective war mir durchaus ein Begriff. Nicht nur wegen Johns Blog, sondern auch durch den kleinen Kennenlern-Crashkurs, den Greg mir schon zu Beginn verpasst hatte.
Lestrade: "Äh... ja, nun... wollen wir... dann?" Ich wies auf die Eingangstür. Oftmals war es echt verwunderlich, wie klein die Welt zu sein scheint...
Sohea 10.08.15 um 19:30
Sherlock
Etwas irritiert schüttelte ich miss Dawsons Hand kurz. Sie war mit Sicherheit der erste Mensch, der mich nicht fragend ansah, wenn ich mich mit meiner korrekten Berufsbezeichnung vorstellte. Scheinbar hatte Lestrade sie vorbereitet.
Diesem folgte ich jetzt in das Gebäude. Im Flur vor der Treppe lag die Leiche einer jungen Frau. "Das ist Amanda Forester. Sie scheint dort oben Treppengeländer herunter gestoßen worden sein." Ich blickte hoch. Sie schien tatsächlich von dort oben heruntergefallen zu sein, und zwar vorwärts, denn sie lag mit dem Gesicht nach unten und hatte sich scheinbar das Genick tödlich gebrochen. "Sieht mir mehr nach einem Unfall aus", meinte John. Anderson, der gerade um die Ecke kam, antwortete: "Aber dafür gibt es keine Beweise. Es könnte sie genau so gut jemand runtergestoßen haben!" Ich hatte schon einige Hinweise gesammelt und den Fall so gut wie gelöst (Es waren offensichtlicher Weise keine Spuren eines Kampfes zu sehen, und außerdem war das Treppengeländer dort oben sehr niedrig und marode. Amanda Forester trug nur einen Badmantel und war wohl nach dem Duschen auf dem Boden ausgerutscht und vorn über nach unten gefallen.) und wollte gerade die Stimme erheben, da fragt Lestrade: "Miss Dawson, was meinen Sie dazu?"
Mila-Grosa 10.08.15 um 19:42
Evelyn
Ich hatte mir Gummihandschuhe angezogen und hockte mich neben die Leiche. Sie hatte nasse Haare und einen Bademantel. Wahrscheinlich kam sie aus der Badewanne oder Dusche.
Dann blickte ich nach oben zu dem Gelände.
Als nächstes begutachtete ich ihren Nacken. Dann erhob ich mich.
"Mord ist auf jeden Fall ausgeschlossen. Es war ein Unfall. Ein bedauerlicher, unglücklicher Zufall!", antwortete ich.
Alle sahen mich ziemlich unschlüssig und verwundert an.
Sohea 10.08.15 um 20:12
Sherlock
bis auf mich konnte anscheinend keiner der Anwesenden miss Dawsons Gedankengang nachvollziehen. zur sowieso schon großen allgemeinen Verwunderung sagte ich: "das würde ich auch sagen. Amanda Foerster hat sich scheinbar geduscht oder gebadet, ist mit nassen Füssen in Richtung Treppengeländer gelaufen, ausgerutscht und vorn über hinuntergestürzt." an lestrade gewandt meinte ich: "ich muss sie beglückwünschen. ihre neue Kommissarin scheint mir um einiges fähiger zu sein als manch anderer alt eingesessener Polizist von Scotland Yard." eigentlich wollte ich damit nicht auf ihn anspielen, aber es war auch nicht unbedingt falsch.
Mila-Grosa 10.08.15 um 20:38
Evelyn
genauso musste es gewesen sein. nur Anderson, der für die Spurensicherung arbeitete, war anderer meinung.
"aber was ist, wenn uns das jemand glauben lassen will. was weiß ich, sie kommt aus der Dusche, bleibt hier an der treppe stehen, und der Täter schleicht sich hinten an sie heran und stößt sie hinunter!"
wir blickten ihn alle nur an. in Sherlocks blick lag etwas Spöttisches. anderson erwiderte diesen blick.
ich glaube, die beiden konnten sich nicht sonderlich gut riechen.
"Ja, er könnte sich vorher eingeschlichen haben. oder ihr Mann hat sie loswerden wollen, sah sie dort stehen, und hat dann... etwas nachgeholfen!", fuhr anderson fort. "ja, so ein kleiner Ehekrach ist doch schon häufig eskaliert!"
"ihr Mann ist tot!", entgegnete ich und wies auf eine kommode, auf der ein altmodisches telefon und ein bild von einem jüngeren mann stand. um der rechten Ecke schlang sich ein schwarzes band. "schon seit drei jahren, darunter steht das sterbedatum. und kinder hatte sie auch nicht, sonst wären hier ein paar fotos."
"vielleicht ein einbrecher?", mutmaßte donovan. "den sie überrascht hat?"
"wenn sie ihn oben an der treppe überrascht hätte, dann hätte sie ihn ihr gesicht zuwenden müssen. dann hätte er sie rücklings runterstoßen müssen, aber das ist sie nicht!"
ich blickte auf ihre füße, die, wie mr. holmes schon sagte, nass gewesen sein mussten. dann blickte ich zum dem telefon auf der kommode und blickte noch mal nach oben. dann stieg ich erstmal die treppe hinauf. gleich am oberen Ende der treppe fand ich, was ich suchte:
fußspuren, die von einer angelehnten tür (bestimmt das badezimmer) ausgehen und hier unmittelbar vor der ersten Stufe endeten. sie waren genau wie die anderen fußspuren, nur waren sie am hinteren Ende verwischt.
sherlock schien zu merken, worauf ich hinauswollte, denn er folgte mir und begutachtete sie selbst. es war völlig klar:
ich rekonstruierte den Verlauf des geschehens in Gedanken und sprach mit innerer stimme zu jeder Szene mit.
"das telefon klingelt", dachte ich und stellte mir vor, wie das altmodische telefon unten läutete. "sie kommt aus dem bad, wo sie sich gerade eben geduscht oder gebadet hatte und hastet zur treppe. wahrscheinlich erwartete sie einen wichtigen anruf. hatte keine Zeit mehr, sich abzutrocknen und zog einfach ihren bademantel an."
vor meinen geistigen auge sah ich, wie amanda aus dem bad gehastet kam.
"sie rennt also zur treppe, wie man an den fußspuren schön sehen konnte, rutscht dort, wo sie verwischt waren, nach hinten weg und fällt vorüber die treppe hinunter."
Wenn sie dort stehen geblieben wäre und dann von hinten geschubst worden wäre, dann wären die fußabdrücke an der treppe höchsten etwas wässriger und größer gewesen, aber nicht nach hinten weg verwischt.
sie stürzte die treppe hinunter, wobei sie sich erstmal einige platzwunden, blutergüsse und rippen- (wenn nicht sogar knochen-) brüche zuzog...
tödlich war für sie dann, als sie mit dem Nacken unten an die anfangs Säule des treppengeländers aufkam und sich dabei das genick brach. ich konnte unten ganz klar einen Blutfleck erkennen, der sich an der seite befand.
ich blickte zu sherlock, ob er derselben Meinung war wie ich.
Sherlock
Sohea 11.08.15 um 19:17
Obwohl ich es nicht zeigen wollte, war ich höchst beeindruckt. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass jemand außer mir und Mycroft (und vielleicht Moriarty) ein solch ausgeprägte Kombinationsgabe besitzt. Natürlich kam Miss Dawsons Fähigkeiten nicht an meine heran, denn ich hatte alles, was sie soeben geschildert hatte, schon bei meinem ersten Blick auf die Szene erkannt, dennoch war sie herausragend klug.
Als Miss Dawson mich fragend anblickte, nickte ich nur und meinte: "Genau."
Die Umstehenden blickten mich recht verwundert an, sie hatten wohl erwartet, dass ich noch etwas hinzuzufügen hatte, doch Evelyn Dawson hatte tatsächlich alles gesagt. Sie blickte Stolz drein, nur zu Recht.
Mila-Grosa 11.08.15 um 19:31
john: ich räusperte mich. "ich denke, wir können tatsächlich von einem Unfall ausgehen, wenn evelyn und sherlock das sagen!"
sherlock kannte ich zwar nicht so lange wie Evelyn, aber sie waren beide ausgesprochen intelligent. bei einem wusste ich das seit mindestens 3 Jahren, bei der anderen war es mir soeben wieder eingefallen.
Evelyn: ich und sherlock kamen wieder zu den anderen hinunter. "ich denke, wir können sie jetzt abtransportieren. und jemand sollte ihre Angehörigen und Freunde über ihren Tod informieren."
Sohea 11.08.15 um 19:36
Sherlock
Lestrade nickte, Anderson und Donovan sahen etwas genervt aus, da sie mal wieder nicht Recht behalten hatten.
Ich wandte mich an John: "Ich denke, wir sind hier fertig, oder?"
Mila-Grosa 14.08.15 um 21:35
John
"Ja!", meinte ich, hielt dann aber in meiner Bewegung inne. "Warte noch kurz!" Ich ging noch kurz rüber zu Evelyn, die zur Seite getreten war, da ein paar von der Spurensicherung mit einem Sarg und einem Leichensack zur Tür hereinkamen.
"Gehe ich recht in der Annahme, dass ihr beide sowas nahezu jeden Tag macht?", fragte sie mich.
"Eher jeden zweiten!", antwortete ich. "Aber was hat dich denn wieder nach London getrieben? Du warst doch immer so beschäftigt."
Sie winkte ab.
„Es war einfach jeden Tag dasselbe. Banküberfälle, Einbrüche, Leute die falsch parken... mir wurde einfach langweilig! Für eine Kommissarin meine s Formats wurde es auf der Insel einfach zu ruhig. Und wenn man deinen Blog Glauben schenken darf, dann ist hier in London doch ein wenig mehr los als in Monte Argentario. Also habe ich mich hierher versetzen lassen. Da ich gebürtige Engländerin bin und der Vizeprestore gute Beziehungen zum hiesigen Polizeichef hat, war das gar nicht so schwer einzurichten. Wundere dich nicht, dass ich nicht angerufen habe um eher Bescheid zu geben. Es... war eher eine kurz entschlossene Handlung." Klar. Für die war sie ja immer wieder Mal gut.
"Du hast meinen Blog gelesen?"
"Logisch. Jemand hat ihn sogar auf Italienisch übersetzt und veröffentlicht. Du und Mr. Holmes seid in Italien und weiten Teilen von Resteuropa wahre Berühmtheiten. Und dein Schreibstil ist... wirklich phänomenal! Man bekommt wirklich das Gefühl, hautnahe dabei zu sein!"
"Danke! Ich... finde es immer noch Schade, dass du es nicht zu unserer Hochzeit geschafft hast, Evelyn. Es war zwar nicht langweilig, ganz und gar nicht, aber deine Anwesenheit hätte es sicherlich um einiges Unterhaltsamer gemacht.", meinte ich und blickte zu Sherlock hinüber, der die Hände in die Manteltasche gesteckt hatte und noch wartete.
"Ja... ich habe wirklich versucht, zu kommen, John, ehrlich! Aber zu damaliger Zeit war es einfach kompliziert und... naja. Monte Argentario ist zwar verschlafen aber trotzdem gibt es Arbeit, und Arbeit, und Chefs, und Stress und Kollegen... hier ist es jetzt ganz anders. Ich glaube, mit Inspector Lestrade und den anderen wird es wesentlich entspannter!"
"Glaub mir, Evelyn, nach einiger Zeit bist du anderer Meinung!", warf ich ein und sah wieder zu Sherlock. "Also. Wir sehen uns irgendwann?"
"Klar. Mach ´s gut, Doc! Ich werde mich melden.", lächelte sie und verließ dann mit ihren Kollegen das Haus.
Ich und Sherlock dann ebenfalls. Er blickte mich ein wenig argwöhnisch von der Seite an. "Was denn?"
Sohea 24.08.15 um 19:40
Sherlock
"Doc?" fragte ich grinsend. Ich hatte noch nie gehört, dass jemand John so genannt hatte. "Sie kennen sich von der Schule, weshalb nennt Miss Dawson Sie Doc?"
Ich war mir wirklich sicher, dass ich damit richtig lag, denn meine Kombinationen waren selten falsch (Johns Schwester Harry war wirklich eine Stolperfalle gewesen). Dennoch sah John mich irritiert an.
Mila-Grosa 25.08.15 um 20:02
John
,,Woher weißt du.... ach ja, ich vergas..." schnaufte ich. ,,Ja, sie und ich sind Freunde und gingen auf dieselbe Schule."
Ich hatte eigentlich nicht sehr viele Freunde inder Schule, das wusste er.
,,Sie war, oder ist... in gewisser Hinsicht speziell. Sie sieht gut aus, hatte ein Händchen für Ärger mit den Lehrern, und... Sie schafft es meistens, bei jedem auf irgendeine Weiße Eindruck zu hinterlassen!", meinte ich, worauf Sherlock mich mit demselben Blick anstarrte wie gerade eben.
,,Selbst Harry hat sich mal für sie interessiert, aber sie hat solche Dinge nie sonderlich an sich herangelassen. Sie wollte einfach sie selbst und frei sein. Und sie ist - wie so viele auch - begeisterte Leserin meines Blogs."
Sohea 25.08.15 um 20:29
Sherlock
"Hmm", meinte ich nur. "Ich habe Ihren Blog nie gelesen." Das war nicht beleidigend gemeint gewesen, denn ich wusste ja, was passiert war und musste mir deswegen Johns etwas übertriebene Geschichten nicht durchlesen, aber er sah mich vorwurfsvoll an.
Ich ignorierte das und ging nach draußen auf die Straße, um ein Taxi heranzuwinken. Unterdessen dachte ich nach. Miss Dawson hatte, wie John gesagt hatte, tatsächlich Eindruck hinterlassen. Sie war außergewöhnlich klug und trat trotzdem nicht eigenartig, sondern eher sympathisch auf. Eine Eigenschaft, die mir fehlte. Auch wenn mir das egal war.
Mila-Grosa 25.08.15 um 20:34
John
Typisch Sherlock, fand immer ein gutes Argument, um jemanden zu ärgern. Nur das mir soeben auch eins eingefallen war. "Beunruhigt sie das nicht?", fragte ich ihn, als wir ins Taxi einstiegen, das Sherlock mit einer Handbewegung zum Stehen brachte.
Sohea 25.08.15 um 20:45
Sherlock
Irritier hielt ich in meiner Bewegung inne. "Was meinen Sie?", fragte ich John verwirrt. Der Taxifahrer meinte genervt: "Rein oder Raus?"
Mila-Grosa 25.08.15 um 20:52
John
"Naja, jetzt, wo eine fähige Kommissarin offiziell bei Scotland Yard arbeitet, die dir von der Intelligenz her gesehen nicht ganz unähnlich ist, könnte es sein, dass es weniger Fälle für uns geben wird!", antwortete ich. „Eine höhere Aufklärquote, Scotland Yard wird wieder in..."
Mir gefiel der Gedanke daran allerdings auch nicht, auch wenn ich mich für Evelyn freuen würde, wenn sie als Kommissarin gut durchstarten könnte.
Sohea 26.08.15 um 19:27
Sherlock
ich hatte daran nicht gedacht, aber es würde mich wenig stören, wenn wir weniger fälle dieser unfähigen polizisten übernehmen mussten. ich war mir sicher, dass wir auch so genug klienten bekommen würden. eher beunruhigte mich die tatsache, dass es scheinbar noch andere menschen zu geben schien, die ähnlich intelligent waren wie ich, mycroft uns moriarty. schließlich hatte ich mich über normale menschen immer nur lustig gemacht, doch evelyn dawson war ein normaler mensch, und trotzdem scheinbar hochintelligent. das beunruhigte mich.
zu john sagte ich, während ich einstieg: "lestrade wird wieder ohne sie ermitteln, wenn miss dawson soweit ist, alleine zu arbeiten, und dann werden wir wieder mit fällen überhäuft."
Mila-Grosa 26.08.15 um 19:45
John
"Bestimmt. Aber das wird sich noch zeigen!", murmelte ich und der genervte Fahrer konnte, nachdem Sherlock eingestiegen war, endlich losfahren.
Sohea 26.08.15 um 20:12
sherlock: während der fahrt schwiegen wir, bis plötzlich johns handy klingelte. "es ist mary", sagte er, als er auf das display blickte.
susan elizabeth crockford (zwei tage zuvor) : meine hände du füße waren gefesselt und ich konnte nichts sehen, denn in dem winzigen raum, in dem ich eingesperrt worden war, gab es kein fenster. panisch versuchte ich zu schreien, doch alle versuche wurden durch einen knebel erstickt und befreien konnte ich mich auch nicht. tränen liefen mir über die wangen. ich war mir hundertprozentig sicher in diesem ***loch verhungern zu müssen. die entführer, die mich gekidnappte und mit verbundenen augen hierher gebracht hatten, waren vor einigen stunden verschwunden. sie hatten mit sicherheit lösegeld gefordert, und wie ich meinen mann ruben kannte, hatte er es ihnen auch gegeben. er war ein herzensguter mensch, aber auch ein bisschen naiv. vielleicht hatten die entführer ihm nach der übergabe meinen aufenthaltsort nicht verraten wollen? ich hatte keinen ahnung, ich wusste nur, dass ich hier wahrscheinlich nicht lebend herauskommen würde. erneut geriet ich in panik, bis sich plötzlich die tür öffnete und ich von gleißendem sonnenlicht geblendet wurde. als ich mich daran gewöhnt hatte, fing ich erneut an zu weinen. doch diesmal waren es freudentränen, denn vor mir stand Ruben.
(vor zwei sunden) "was sollen wir nur machen, wenn sie wiederkommen?", fragte ich meinen mann aufgebracht. ich hatte mich wieder erholt, aber nur wussten wir nicht, was wir tun sollten. "ich finde, wir sollten die polizei.." "nein, susan", unterbrach mich ruben, "ich verstehe dich vollkommen, aber so was geht immer groß durch die zeitung, wenn man die polizei einschaltet. glaube mir, dass würde ein richtiger skandal werden, du warst schließlich ganze drei tage dort gefangen. das würde uns auch nichts nützen." wahrscheinlich hatte er recht. nachdenklich blickte ich durch das fenster unseres landsitzes in unseren englischen rosengarten. plötzlich fiel mir etwas ein. "ich hab eine idee, ruben!", rief ich. "du kennst doch mary morstan?" "ja", antwortete meine mann irritiert, "eine deiner freundinnen. aber was hat sie damit zu tun?" "vor kurzem hat sie doch geheiratet, ich war auch dort. ihr mann heißt john watson und er arbeitet doch mit diesem sherlock holmes zusammen, das liest man doch ständig in der zeitung." ruben hatte es immer noch nicht verstanden: "das stimmt, aber was willst du damit sagen?" "vielleicht können die beiden uns helfen. dieser holmes soll doch ein echtes genie sein, er kann die entführer bestimmt ausfindig machen. ich rufe gleich mary an!"
Mila-Grosa 26.08.15 um 20:47
Mary
ich war total geschockt, als mir meine alte studienfreundin und ehemalige kollegin susan crockford von ihrer entführung und der geplatzten geldübergabe erzählte. ich stand gerade auf dem balkon in unserer wohnung und starrte besorgt über die dächer londons hinweg.
auf ihrer bitte hin rief ich john auf den handy an.
"mary, was gibts?"
"john, hallo. also... ich weis, ihr seid gerade ein wenig beschäftigt, aber...."
"mary? was ist los?", fragte er diesmal ein wenig langsamer, aber dafür doppelt besorgt.
"nun... es..." ich wischte mir eine träne aus dem augenwinkel. "ihr... habt wohl eine neue klientin!"
"kurzes schweigen an der anderen leitung.
"er... erinnerst du dich noch an susan crockford? du weist schon... sie war auf unserer hochzeit!"
"ja... ja.... susan elisabeth crockford. die frau von ruben crockford, die countess of derrington. wieso, was ist mit ihr?"
"nun ja, sie... sie wird seit geraumer zeit von unbekannten bedroht. vor 5 tagen hat man sie entführt und verlangten 500.000 pfund lösegeld. vor zwei tagen konnte sie befreit werden, da die geldübergabe überraschend geplatzt ist."
"oh, mein gott, das... wie geht es ihr?"
"ganz gut, nur... die ärmste ist völlig aufgekratzt und hat angst und... sie können auch nicht zur polizei gehen, sie und ihr mann, weil... das einen unbeschreiblichen skandal geben würde, stell dir das mal vor!"
"nachvollziebar!", hörte ich john murmeln.
"john, susan will euch damit beauftragen, herauszufinden, wer ihr das alles angetan hat, und warum diese geldübergabe geplatzt ist. und sie bittet um äußerste diskretion!"
"ja. mary, ganz ruhig. mach dir keine sorgen. wir werden uns der sache sobald wie möglich annehmen."
"ja.", schniefte ich. "susan hat heute noch ein wichtiges projekt mit ihrer stiftung im sinne, aber ich glaube, ihr könnt morgen auf ihr anwesen und sie befragen!"
"wir werden da sein! ich liebe dich, mary!", hörte ich john noch sagen. ich wollte nicht, das er sich sorgen um mich machte, da mir die sorgen um susan schon genug zu schaffen machte, gerade auch, da meine hormone im moment ein wenig verrückt spielten. also atmete ich einen moment durch.
"ich liebe dich auch john!", sagte ich, so ruhig wie möglich und legte auf.
Sohea 27.08.15 um 20:30
Sherlock
"Die Fälle gehen uns wohl doch nicht aus", meinte ich ironisch. John verzog das Gesicht und machte keine Anstalten, zu erklären, worum es gehen. Aber aus seinen Gesprächsfetzten hatte ich nicht viel schlussfolgern können. Also fragte ich: "Und, was ist der Countess of Derrington zugestoßen?"
Mila-Grosa 27.08.15 um 21:32
John
"Sie wird bedroht, wurde vor 5 Tagen entführt, die Lösegeldübergabe ist geplatzt und ihr Mann hat sie befreien können. Da sie einen Skandal vermeiden möchten, bitten sie um deine und meine Unterstützung. Und Diskretion!", erklärte ich ihn so kurz wie möglich.
Sohea 27.08.15 um 21:37
Sherlock
Ich erwiderte nichts. Der Fall wirkte relativ simpel. Erst sollten wir Mrs. Crockford und ihren Mann befragen und dann zu dem Ort fahren, an dem sie gefangen gehalten wurde. Das einzige interessante war, dass die Lösegeldübergabe "geplatzt" war.
"Wann können wir sie befragen?", fragte ich John.
John Watson
"Gleich morgen Vormittag.", meinte ich knapp. „Ihr Mann wird auch dabei sein."
Sohea 29.08.15 um 19:37
(Sollen wir dahin springen?)
Mila-Grosa 29.08.15 um 19:52
(Ja, sonst langweilen sie sich ja in der Zwischenzeit xD )
Sohea 29.08.15 um 20:17
(Genau =D)
Sherlock
John und ich stiegen aus dem Johns Wagen aus. Die Fahrt hatte ziemlich lange gedauert, denn das Landhaus der Crockfords lag ein ganzes Stück außerhalb von London. Nun standen wir in der Einfahrt des schlossartigen Gebäudes. Wir gingen zur Haustür und klingelten. Sofort öffnete ein Hausmädchen die Tür. "Guten Morgen! Mr. und Mrs. Cro
Re: Sherlock - 2er RPG
von Mila-Grosa am 07.09.2019 18:08Sohea 29.08.15 um 20:17
(Genau =D)
Sherlock
John und ich stiegen aus dem Johns Wagen aus. Die Fahrt hatte ziemlich lange gedauert, denn das Landhaus der Crockfords lag ein ganzes Stück außerhalb von London. Nun standen wir in der Einfahrt des schlossartigen Gebäudes. Wir gingen zur Haustür und klingelten. Sofort öffnete ein Hausmädchen die Tür. "Guten Morgen! Mr. und Mrs. Crockford erwarten Sie bereits. Darf ich Ihnen die Jacken abnehmen?" Sie sagte so viel, das keiner von uns dazu kam, sie ebenfalls zu begrüßen. Nachdem das Hausmädchen unsere Mäntel am extravaganten Garderobenständer aufgehängt hatte, geleitete sie uns in den Salon.
Mila-Grosa 29.08.15 um 20:24
John
Ich war noch nie bei den Crockford ´s zu Hause, ich kannte sie nur über Mary bei ein paar Gelegenheitstreffen, aber ein recht ansprechendes Anwesen.
Als wir nur den scheinbar endlos lange Flur entlang gingen, an dem zahlreiche Bilder (von diesem und den wahrscheinlich letzten vier Jahrhunderten) hingen, kamen wir in einem großen Raum an.
So wie es hier eingerichtet war, wahrscheinlich das Wohnzimmer.
Der Earl of Crockford stand am Fenster, seine Frau saß auf dem Sofa, das wahrscheinlich ein halbes Vermögen gekostet hat.
Sohea 29.08.15 um 20:37
Susan Crockford: Als unsere Gäste eintrafen, sprang ich sofort auf. "Guten Tag, John. Schön, Sie wieder zu sehen. Ich hoffe, Mary geht es gut, unser letztes Treffen ist schon etwas länger her." John nickte und antwortete: "Guten Tag, Mrs. Crockford. Mary geht es sehr gut, danke der Nachfrage."
Ich wandte mich an den Mann neben ihm. "Sie müssen Mr. Holmes sein. Ich habe schon einiges von Ihnen gehört. Es freut mich, Sie kennenzulernen!"
Sherlock: John konnte sofort auf eine höfliche Sprache umstellen, aber ich musste mich an die adligen Umgangsformen kurz gewöhnen. Ich setzte ein möglichst realistisches Lächeln auf und meinte: "Die Freude ist ganz auf meiner Seite!" Mrs. Crockford lächelte ebenfalls, und ihr Mann kam auf uns zu, um uns auch zu begrüßen. Nachdem wir alle Höflichkeiten ausgetauscht hatten, setzten wir uns, um zum Grund unseres Treffens zu kommen.
Mila-Grosa 29.08.15 um 20:51
John
Ich musste mir ein Grinsen verkneifen, weil Sherlock sich offenbar bemühte, für seine Verhältnisse ,,angemessen´´ zu sprechen. Wenigstens das. So verschreckte er die Leute zumindest nicht gleich.
Nachdem wir uns gesetzt hatten (Oh Gott, war diese Couch gemütlich!) räusperte ich mich kurz.
"Nun, Susan, Sie... wurden also entführt.", begann ich.
Sohea 30.08.15 um 18:06
Susan Crockford:
"Genau", antwortete ich sachlich und begann zu schildern, wie sich alles im Detail zugetragen hatte: "Vor fünf Tagen kehrte ich abends, so gegen 22.00 Uhr, von einem Treffen mit einer guten Freundin zurück. Wie Sie sicher gesehen haben wird unser Grundstück von einer Mauer mit einem schmiedeeisernen Tor begrenzt. Ich stieg also aus meinem Wagen aus, um das Tor zu öffnen. Plötzlich höre ich ein Rascheln im Gebüsch, aber sehe niemanden. ich dachte es wäre vielleicht eine Feldmaus oder ein Kaninchen, die außerhalb unseres Grundstücks leben und sich manchmal in unseren Rosengarten schleichen. Ich will also wieder in meinen Wagen steigen, da werde ich von hinten gepackt. Ein Mann hält mir den Mund zu, um meine Schreie zu ersticken, und der andere fesselt meine Hände,verbindet meine Augen und knebelt mich. Es waren scher Männer, denn sie waren relativ kräftig. Aber keiner von ihnen hat etwas gesagt. Sie schleppen ich zu einem Auto, dass ich in der Dunkelheit gar nicht bemerkt hatte, und ich muss mich in den Kofferraum zwängen. Immer noch sagt keiner von ihnen etwas und sie schließen mich ein und fahren los. Natürlich haben mein Mann und ich für so was einen Plan. Mein Handy habe ich immer dabei und wie ich die Fesseln löse, habe ich gelernt. Schnell kann ich mich also befreien, aber mein Smartphone ist fort. Ohne das ich es gemerkt hatte, hatten die Männer es mir entwendet. Ich gerate in Panik, kann aber nichts tun. Bestimmt eineinhalb Stunden fahren wir also, und irgendwann kamen wir auf einen ziemlich holprigen Weg. Der Wagen stopp plötzlich, und die Männer holen mich aus dem Kofferraum und schleifen mich ein Stück. Dann öffnet einer eine Tür oder so etwas, und ich muss eine Treppe hinabsteigen. Sie schließen die Tür und nehmen mir die Augenbinde ab. Ich kann trotzdem nichts sehen, denn an diesem Ort war es stockfinster. Sie fesseln meine Hände und Füße und sagen nicht mal etwas dazu, dass ich meine Fesseln gelöst hatte. Diesmal sind jedoch so sorgfältig mit dem verbinden, dass mir das nicht ein zweites mal gelingt. Plötzlich sehe ich ein Licht. Einer der Männer hatte
sein Handy hervorgeholt und jemanden angerufen. Ich kannte die Stimme nicht, aber sie sagte zu mir: 'Hallo Susan. Ich bin Jim. Und ich bin mir sicher, dass wir sehr gute Freunde werden.'
Mila-Grosa 30.08.15 um 19:41
John:
Ungläubig sah ich sie an. Jim war der Drahtzieher hinter ihrer Entführung? Jim Moriarty? Sherlock hatte währenddessen die Fingerspitzen ineinander gelegt und mal mehr mal weniger interessiert zugehört. Aber auch er horchte bei ,,Jim´´ auf. Natürlich. Nach all der Zeit, in welcher wir glaubten, er sei tot, war dies nun das erste Zeichen von ihm. Außer seiner ominösen Videobotschaft. Aber sollte das sein großer Schachzug sein? Die Entführung einer Countess?
Sohea 30.08.15 um 19:52
Sherlock: Mrs. Crockford erzählte meiner Meinung nach viel zu detailliert. Aber die Wichtigsten Informationen waren dabei. Als sie Jim sagte, dachte ich an den einzigen Jim, den ich kannte. Jim Moriarty. Sofort wurde der Fall interessant für mich. "Was hat er noch gesagt.?" fragte ich Mrs. Crockford angespant, die eine kurze pause gemacht hatte.
Susan Crockford: Mir war nicht klar gewesen, dass dieser Anruf so wichtig war, aber sowohl John als auch Mr. Holmes hatten bei meinen letzten Worten aufgeblickt. Also fuhr ich fort: "Ich erinnere mich noch genau daran, wie er sagte: 'Wenn du und dein herzallerliebster Ehemann schön brav seid, bist du schnell wieder hier draußen. Verstanden?' Ich brachte nur ein piepsen zustande, denn ich war in Panik und immer noch geknebelt, aber es schien ihm als Bestätigung zu reichen. Von da an verbrachte ich zwei Tage in dieser Finsternis, nur zweimal kamen die beiden Männer, um mir etwas zu essen und zu trinken zu geben."
Ruben räusperte sich: "Von jetzt an kann ich berichten, was die Entführer unternommen haben..."
Mila-Grosa 30.08.15 um 20:07
Ruben: "Ich kam etwas später von einer Konferenz nach Hause. Ich hatte mich gewundert, das Susan noch nicht Zuhause war, ich hab hundert mal versucht, sie auf dem Handy anzurufen, aber.... es meldete sich immer nur die Mailbox. Ich.... wartete mindestens eine Stunde auf ein Zeichen von ihr, ich wusste, dass ihr irgendetwas zugestoßen war... Ich wusste die Entführer hatten diesmal ernst gemacht. Dann klingelte das Telefon. Es... war dieser Jim... er wollte 500.000 Pfund, andernfalls...." Ich brach kurz ab.
"Ich war die ganze Nacht wach und habe alle Banken durchtelefoniert, auf denen ich Konten habe. Ich konnte das Geld nicht sofort abheben... es gab da noch einige Sachen zu klären. Aber als ich dann das Geld zusammen hatte, rief dieser Wahnsinnige mich erneut an.
"Sorry, Early, ich hab ´s mir anders überlegt!", sagte er, "Sie können ihre Süße hohlen. Und zwar lebend, sie sollten froh sein, ansonsten gebe ich meine neuen ,,Freunde´´ immer... ,,teilweise´´ ihren Besitzern zurück!"
Susan schluchzte leise auf und ich legte ihr beide Hände auf die Schultern.
"Er nannte mir besagte Adresse und... ich holte sie ab."
Sohea 30.08.15 um 20:18
Sherlock
"Wie lautet die Adresse?", fragte ich interessiert. Moriarty, wenn es Moriarty war, hatte die Entführung abrechen müssen. Das sah ihm nicht ähnlich. Und außerdem: Wieso forderte er Lösegeld? Das war ebenfalls nicht sein Stil.
Mr. Crockford fuhr fort: "Es war eine alte.. ziemlich verfallene Scheune. Sie liegt, wie gesagt, etwas eineinhalb Stunden von hier. Die Adresse war... warten Sie, ich hatte Sie mir aufgeschrieben."
Er reichte mir einen Zettel. Die Handschrift war zittrig vor Aufregung und Angst, aber trotzdem Iesbar. Dort stand:
12, Warren Road
Blue Bell Hill
Chatham, Kent
Sohea
Mila-Grosa 30.08.15 um 20:28
Ich blickte Sherlock über die Schulter und las die Adresse. Nur den Ort kannte ich, die Straße sagte mir aber rein gar nichts. Dann wandte ich mich wieder den Crockfords zu.
"Wie lange werden sie schon bedroht?", wollte ich von Susan wissen.
Sohea 31.08.15 um 20:09
Susan Crockford:
"Die Entführung kam ganz plötzlich", meinte ich etwas aufgelöst. "Vorher waren wir nie bedroht worden, sonst hätten wir zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen."
Ruben nickte zustimmend.
Mila-Grosa 31.08.15 um 20:11
Ruben
Auf die Antwort meiner Frau hin meinte ich: "Es begann vor 2 Wochen. Anfangs hielten wir es für einen Scherz, aber...dann machten sie ernst" Ich zuckte hilflos mit den Schultern.
Sohea 31.08.15 um 20:35
Sherlock
Moriarty schien sich seiner Sache ziemlich sicher gewesen zu sein, er hatte Mrs. Crockford schließlich fast sofort entführt, deshalb verstand ich ganz und gar nicht, warum Moriarty, der alles immer perfekt durchplante und allen mindestens zehn Schritte voraus war, die Entführung abbrechen musste.
"Ich denke, wir sind fertig", meinte ich ziemlich abrupt. Wir sollten uns so bald wie möglich die alte Scheune ansehen, in der Mrs. Crockford gefangen gehalten worden war.
Mila-Grosa 31.08.15 um 20:46
John
"Äh... ja!", meinte auch ich und gab den Crockfords nacheinander die Hand. "Wir werden uns bei ihnen melden, wenn wir neue Erkenntnisse in den Fall haben. Auf wiedersehen!"
Ich stand auf und folgte Sherlock, der (ohne sich zu verabschieden) bereits vorrausgegangen war.
Eilig hastete ich ihn hinterher.
Sohea 31.08.15 um 20:49
Sherlock
Ich war so in Gedanken über Moriarty versunken, dass ich Johns vorwurfsvollen Blick, der wohl auf meiner fehlenden Verabschiedung beruhte, gar nicht bemerkte. Ich nahm meinen Mantel selber von der Garderobe, bevor das Hausmädchen angelaufen kam, und verließ das Gebäude.
Sohea 31.08.15 um 20:51
Susan Crockford
Auf einmal standen unsere beiden Gäste auf und gingen ganz plötzlich, John mit einer hastigen, Mr. Holmes ohne Verabschiedung. "Ein komischer Mensch, dieser Holmes", meinte Ruben. "Ja", stimmte ich ihm zu, "aber ich bin trotzdem sicher, dass er uns helfen wird."
Mila-Grosa 31.08.15 um 21:08
John
Ich nahm den Dienstmädchen meine Jacke ab und verließ das Haus. Ich bemerkte einen Mann mittleren Alters mit Strohhut und einer Gartenschere, der uns ziemlich befremdende Blicke zuwarf.
Hm, nur der Gärtner! Schien auch nicht sehr begeistert zu sein, bei der Kälte den Garten instand zu halten.
Sohea 01.09.15 um 19:00
Sherlock
Ich durchquerte eilig die Einfahrt und ging bis zu Johns Wagen, dessen Besitzer etwas gehetzt hinter mir herlief. Ich wollte schnellst möglich zu der Adresse auf dem Zettel fahren, denn dieser Fall hatte mein Interesse eindeutig geweckt.
Mila-Grosa 01.09.15 um 19:49
John
"Warum tut Moriarty sowas? Das ist doch überhaupt nicht seine Art!", meinte ich, bis ich endlich zu ihm aufschoss und die Autoschlüssel aus meiner Jackentasche kramte. Für mich wirkte das ganze überraschend plump. Für Mrs. Crockford und ihrem Mann war es natürlich furchtbar, aber naja... irgendwie hatte ich mir von Moriarty was Großes erhofft. Aber wer weiß, vielleicht kam das ja noch.
Sohea 01.09.15 um 19:54
Sherlock
"Das gilt es herauszufinden", antwortete ich knapp. Ich fragte mich genau dasselbe und freute mich fast schon darauf, es herauszufinden. Moriarty war ein vorzüglicher Gegenspieler.
Mila-Grosa 01.09.15 um 19:59
John
Im Wagen studierte ich kurz die Adresse auf den Zettel und fuhr los. Sherlock schwieg auf den ganzen Weg hin, aber ich merkte, wie die Sache ihn immer mehr in den Bann zog. Ein Fall von der Art war genau das Richtige für seinen verrückten Geist.
Sohea 01.09.15 um 20:10
Sherlock
Nach einer langen Fahrt, bei der ich innerlich immer ungeduldiger geworden war, kamen wir endlich an eine verfallenes Bauwerk, dass Mr. Crockfords Beschreibung der alten Scheune genau entsprach. Wir stiegen aus und begannen mit unseren Ermittlungen...
Mila-Grosa 01.09.15 um 20:16
John
Von außen wirkte diese Bruchbude eher unwahrscheinlich und wohl nur als kleiner Schönheitsfehler in dieser Umgebung. Also nahezu perfekt für eine Entführung.
Hier war seit Jahren nicht mehr gemäht worden, weshalb wir auf mögliche herumliegende Gegenstände im kniehohen Gras aufpassen mussten.
Durch die verstaubten Fensterscheiben blickte ich nach innen, aber recht viel konnte man nicht erkennen. Sherlock hatte währenddessen eine alte Holztür an der Rückseite entdeckt und wir betraten das Gebäude.
Drinnen roch es modrig. An den Wänden bildete sich bereits Schimmel und hier und da lagen vereinzelt einige verrotteten Holzbalken.
Sherlock suchte alles mit seiner Speziallupe ab, aber hier oben wies nichts daraufhin, wo sie festgehalten wurde. Es musste also woanders gewesen sein. Vielleicht war hier irgendwo ein Nebenzimmer oder ein Keller?
Sohea 01.09.15 um 20:26
Sherlock
Mrs. Crockford sagte uns, in dem Raum, in dem sie gefangen gehalten wurde, hätte es kein Fenster gegeben... Ich begann, den Boden abzusuchen und fand bald, wonach ich Ausschau gehalten hatte. Eine Bodenluke. Ich öffnete sie und zog eine Taschenlampe aus meiner Manteltasche. Ich konnte eine schmale Trittleiter erkennen, die in einen dunklen, engen Kellerraum führte.
Mila-Grosa 01.09.15 um 20:51
John
"Gemütlich!", meinte ich schlichtweg, als ich einen Blick nach unten riskierte. Sherlock schwang sich auf die Leiter und kletterte nach unten. Ich folgte ihn, auch wenn mir das klapprige Gestell ein wenig Sorgen bereitete.
Unten angekommen, sahen wir gleich, dass es ein Volltreffer war. Neben einen alten, staubigen Messingofen waren letzte Reste eines Seiles und Wischspuren auf dem verstaubten Boden zu erkennen. Sherlock gab mir die Taschenlampe und kniete sich nach unten, um beides genauer zu begutachten.
Ich blickte mich kurz um und meinte, durch das spärliche Licht, das die Luke von oben in den Raum eindringen lies, etwas an der Steinwand zu erkennen.
Ich leuchtete hin und trat unwillkürlich einen halben Schritt zurück. Sherlock warf mir einen genervten Blick zu, aber als er sah, was ich entdeckt hatte, stand er vom Boden auf und stelle sich neben mich.
Auf der alten Steinmauer, wo der Putz schon langsam begann, abzubröckeln, stand in riesengroßen blutroten Lettern: IOU
´
Sohea 02.09.15 um 19:19
Sherlock
es war er deutliche beweis, dass diese entführung moriarty's Werk war. i ow you. ich schulde ihnen. bevor moriarty und ich "gestorben" waren, hatte er diese drei wörter ständig an mich gerichtet.
ich nahm john die taschenlampe wieder ab und leuchtete alle Ecken des kleinen raumes aus, doch nirgendwo sonst stand etwas an die wand geschrieben.
es war wirklich erstaunlich, wie weit moriarty diesmal wieder vorausgeblickt hatte. er musste, bevor er diese entführung abgebrochen hatte, schon gewusst haben, dass ich versuchen würde, sie aufzuklären. plötzlich kam mir ein gedanken. wenn diese riesigen buchstaben schon hier gewesen wären, als mr. crockford seine frau befreit hatte, hätte einer von ihnen sie sicher bemerkt und uns darauf aufmerksam gemacht. aber das hatten sie nicht. ich fragte mich, ob diese schrift nachträglich an die Wand gemalt worden war. aber das würde bedeuten... es wirkte auf mich fast so, als hätte moriarty die entführung absichtlich abgebrochen. er wollte kein lösegeld, sondern mich nur wieder auf sich aufmerksam machen. das würde tatsächlich zusammenpassen. aber es war nur eine hypothese, die noch bewiesen werden musste. ich sah mir die Schrift an der Wand genauer an. als ich sie berührte, stellte ich fest, dass sie zwar nicht ganz frisch, aber auch noch nicht ganz trocken war. höchsten drei Stunden alt.
Mila-Grosa 05.09.15 um 19:35
John
Mir sagte dieses Zeichen nichts, aber Sherlock anscheinend schon. Dann war es zu hundert Prozent eine Botschaft an uns. Oder zumindest an Sherlock. Ich wusste es nicht genau, jedenfalls bedeutete dies, das er unser Mitmischen in diesem Fall erwartet hatte.
Es war nicht sonderlich viel, aber es war das erste Lebenszeichen seit dieser Videonachricht, die wir von Moriarty hatten, wenn dieses Zeichen wirklich von ihm war.
Ach was, natürlich war sie von ihm, von wen denn sonst? Sherlock begutachteten die Zeichnung etwas genauer. Irgendwie erinnerte mich das an damals, an unseren zweiten Fall, dem mit dem blinden Bankier. Ich erinnerte mich, als wäre es gestern gewesen, immerhin wäre ich damals fast gestorben, ebenso wie meine alte Flamme Sarah.
Sohea 06.09.15 um 20:27
Sherlock
John schien nicht verstanden zu haben, was die Lettern an der Wand bedeuteten, er konnte es eigentlich auch gar nicht wissen. Weniger, um es ihm zu erklären, als um es mir noch einmal vor Augen zu führen, sprach ich aus, was mir offensichtlich erschien: "Moriarty hat Mrs. Crockford entführen und die Entführung abrechen lassen. Er muss gewusst haben, dass wir den Fall aufgrund der Freundschaft zwischen Mrs. Crockford und Mary übernehmen würden, oder er hat Wind davon bekommen, als wir auf dem Anwesen eingetroffen sind. Um uns zu zeigen, dass er etwas mit der Sache zu tun hat, hat Moriarty diese Buchstaben vor höchstens drei Stunden an die Wand malen lassen. Sie sind eindeutig, jedenfalls für mich." Ich beendete meinen kurzen Monolog: "Moriarty wollte das Lösegeld nicht, er wollte uns einfach nur wieder auf ihn aufmerksam machen. Die Frage ist: Warum? Sein Video war auf allen Fernsehbildschirmen Londons wenn nicht sogar Englands zu sehen. Wir wissen, dass er zurück ist. Wieso wollte er es uns noch mal verdeutlichen?" Nachdenklich schweifte mein Blick in die Ferne.
Mila-Grosa 06.09.15 um 20:32
John
"Vielleicht plant er wieder was ganz Großes, nach dem du damals sein Netzwerk zerschlagen hast!" Es fiel mir schwer, es auszusprechen, weil er dafür zwei Jahre lang den ,,toten Mann´´ gespielt hat und mich scheinbar als Einzigen nicht eingeweiht hat, ehe er dann plötzlich wieder vor mir stand. Quicklebendig.
"Etwas, mit dem er dich unbedingt in seinen Bann ziehen will, um zu sehen, wie gefährlich du für ihn wirst."
Sohea 06.09.15 um 20:36
Sherlock
Wenn John damit Recht hatte, hatte Moriarty es geschafft. Er hatte mich voll und ganz neugierig gemacht auf das, was er nach seiner Rückkehr plante.
Mila-Grosa 06.09.15 um 20:40
John
Als etwas kurz meinen Fuß streifte fuhr ich kurz herum. Im matten Licht meinte ich, etwas kleines schwarzes mit einem langen Schwan.z davonhuschen zu sehen. Eine Ratte.
Ich räusperte mich kurz. "Also ich denke wir machen ein paar Fotos, nehmen eine Probe der Farbe und hauen dann wieder ab!", schlug ich vor. „Wenn noch etwas besonderes auf uns warten soll, dann ganz bestimmt nicht hier."
Sohea 06.09.15 um 20:47
Sherlock
Ich nickte kurz und beschloss, den Raum auch noch auf irgendwelche Spuren der Entführer abzusuchen. Wenn wir sie finden würden, wer das sicher hilfreich.
Stumm machten wir uns ans Werk. Während John Fotos machte, nahm ich eine Probe der Farbe und suchte mit meine Lupe den Boden ab.
Mila-Grosa 07.09.15 um 19:54
John
Nachdem wir Fotos und Proben von der Farbe und auch von dem Seil, mit dem Susan gefesselt worden war beisammenhatten, verließen wir den Keller durch die klapprige Leiter wieder.
Sohea 07.09.15 um 20:07
Sherlock
Als wir wieder in den Hauptraum der Scheune kamen, hörte ich ein Geräusch. Es waren Schritte, aber sie klangen nicht so, als würden sie von Ratten oder Mäusen stammen. Ich bedeutete John, stehen zu bleiben. Noch einmal ertönte ein dumpfes Geräusch und Dielenbretter knarrten, aber danach war nichts mehr zu hören. Irritiert blickte ich mich um. Nirgendwo war etwas zu sehen, und die Scheune hatte scheinbar nur diesen einen Raum.
Ich blickte zu John, der ziemlich beunruhigt wirkte.
Mila-Grosa 07.09.15 um 20:20
John
Hier war eindeutig jemand gewesen. Nachdem wir einige Sekunden verharrt hatten, eilten wir nach draußen und kundschafteten die Gegend rund um die Scheune aus.
Leise schlichen wir um das Gebäude.
"John, hast du deine Pistole dabei?", fragte er mich leise.
"Sehe ich wirklich so aus, als würde ich immer und überall eine Waf.fe mit mir herumschleppen?", zischte ich zurück.
Sohea 08.09.15 um 20:19
Sherlock
Ich verdrehte die Augen und sagte nichts mehr. Stattdessen überlegte ich, wessen Schritte wir wohl gehört hatten. Moriarty konnte es nicht sein, er war wahrscheinlich nie hier gewesen. Und die Entführer, warum sollten sie nochmal an diesen Ort zurückkommen? Um zu überprüfen, ob John und ich hier gewesen waren?
Leise tappten wir weiter. Immer noch war niemand zusehen, und wir waren schon drei Seiten des alten Gebäudes abgelaufen.
Mila-Grosa 08.09.15 um 20:24
John
Als wir an der Ecke ankamen, lugte Sherlock vorsichtig um die Ecke und suchte kurz die Umgebung ab. Ich stand kurz hinter ihm und griff in meine Manteltasche, aus der ich meine Pistole herauszog. Sherlock blickte dann wieder kurz zu mir, als ich die Pistole entsicherte und schüttelte leicht den Kopf. Ich musste wirklich so aussehen, als hätte ich die Wáffe immer und überall dabei.
Auf einmal hörten wir ein Scheppern und wir sprangen wie auf Kommando hinter der Ecke hervor. Ich richtete meine Pistole nach vorne.
Sherlock
Aus einer versteckten Seitentür der Scheune stolperte ein Mann heraus, der eher verängstigt als furchteinflößend aussah. Vielleicht war er nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen, auch wenn ich nicht wusste, was er hier zu suchen hatte. "Wer sind Sie?", fragte ich misstrauisch.
Mila-Grosa 10.09.15 um 19:15
John
Ich hielt dennoch die Waf.fe auf ihn gerichtet. Auf Sherlocks Frage antwortete er erst nicht, blickte uns nur völlig verängstigt an. "Wer sind Sie?", sagte ich deshalb ein wenig lauter und langsamer.
"B - bitte nicht schießen!", antwortete er daraufhin schließlich. "Connor, mein Name, Jacob Connor!"
Ich blickte ihn etwas genauer an. Er hatte ***ige Kleidung an, eine ziemlich zerfledderte Jeans. Er selbst war ca. Anfang 20 oder so.
Sohea 11.09.15 um 16:55
Sherlock
"Ich denke nicht, dass er etwas mit Moriarty zu tun hat", flüsterte ich John zu, der daraufhin die *** zögernd sinken ließ. Ich ging auf Jacob Connor zu, der scheinbar erleichtert war, nicht mehr von einer Pistole bedroht zu werden, und meinte ganz ruhig: "Entschuldigen Sie, wir haben Sie verwechselt, kein Grund zur Besorgnis. Ich habe nur eine Frage, und dann verschwinden wir. Verstanden?" Der Mann nickte immer noch etwas verängstigt. "Sagt Ihnen der Name Moriarty etwas?" Gespannt wartete ich auf seine Reaktion.
Mila-Grosa 11.09.15 um 18:55
John
"M... Moriarty? N-nein... wer soll das sein? Moment... Sie sind Sherlock Holmes, richtig? Und Sie Dr. Watson!", sagte er.
Ich nickte nur kurz. Entweder wusste er wirklich nicht, wer Moriarty war, oder er log. "Und was haben Sie dann hier zu suchen?", wollte ich immer noch misstrauisch wissen.
"Ich wohne hier!", erklärte er. Aha. Also ein Obdachloser. "Ich war in den letzten Tagen nicht hier. ,,Geschäfte´´ erledigen, wenn sie verstehen was ich meine..." Er grinste kurz breit und zeigte eine Reihe gelblicher Zähne. Seine Hände, die er in der Jackentasche stecken hatte, ließ er kurz wieder ein wenig herausgleiten und zeigte uns in je einee Hand eine kleine Tüte Gras.
"Als ich gestern zurückkam, überraschte ich in der Scheune so n Typ mit schwarzem Trenchcoat und so nem Bikertuch im Gesicht..."
Sohea 13.09.15 um 19:33
Sherlock
Ich bemühte mich, die beiden Tütchen in den Händen des Mannes zu ignorieren, denn sie machten mich ein wenig nervös. Stattdessen versuchte ich, mich auf die Situation zu konzentrieren.
Der Obdachlose vor uns war wohl einem von Moriartys Männern begegnet. Vielleicht konnte er uns hilfreiche Informationen liefern. "Können sie ihn genauer beschreiben? Was hat er hier gemacht?", fragte ich drängend. Jacob Conner wirkte immer noch ein bisschen unruhig, als wäre er sich nicht sicher, ob er nicht besser weglaufen sollte.
Mila-Grosa 13.09.15 um 19:39
John
"Ich weis nicht.... wie gesagt n schwarzen Trenchcoat, ca. 1,70 m groß... n schwarzes Motorradtuch... dunkle Hose.... Er hat mit irgendjemanden telefoniert, aber ich weis nicht, mit wem. Der Typ hatte ne Pistole bei sich, hier an seinen Gürtel hatte er die."
Er zeigte an seine Seite.
"Hat er Sie gesehen?", fragte ich ihn.
"Äh... nein... ich bin abgehauen. Denken Sie, ich lass mich von dem Typ abknallen. Ich bin jetzt nur zurückgekommen, um zu checken, ob er weg war... und als ich Sie beide dann aus diesem Kellerloch gehört habe... wollte ich wieder Leine ziehen..."
Er blickte uns unschlüssig an.
Sohea 13.09.15 um 20:05
Sherlock
Ich hatte nicht das Gefühl, dass der Mann uns noch mehr sagen konnte. "Wir sind fertig", sagte ich zu niemand bestimmten und ging in Richtung Johns Wagen.
Der Mann, den der Obdachlose gesichtet hatte, hatte mit Sicherheit mit Moriarty telefoniert. Aber was hatte er hier noch gemacht? Mrs. Crockford war gestern schon längst wieder zu Hause gewesen, und die Schrift, die wir an der Wand gefunden hatten, stammte von heute.
Mila-Grosa 13.09.15 um 20:14
John
Als wir uns zum gehen umwandten, rief uns der Mann hinterher.
"Ach, Mr. Holmes...."
Wir drehten uns beide um. Er grinste uns ziemlich breit an. Dann hohlte er beide Hände mit den Tüten aus den Jackentasche und hielt sie in die Luft.
"Wie wäre es mit etwas zum ,,Entspannen´´? Ich mache ihnen ein Sonderangebot!"
Ich sah Sherlock an, das er nur schwer wiederstehen, konnte und als er schon einen Schritt in die Richtung von Connor trat, packte ich ihn an die Schulter und zog ihn zu meinem Wagen.
"Oh, nein nein nein, das lässt du schön bleiben!"
Er blickte mich vorwurfsvoll an.
"Du bist diesmal nicht undercover. Also brauchst du es auch nicht als Tarnung!"
Sohea 14.09.15 um 19:35
Sherlock
Genervt setzte ich mich. Insgeheim wusste ich zwar, dass John Recht hatte, aber mit ein bisschen Gras konnte ich noch besser nachdenken als sowieso schon. Es förderte das Denkvermögen ungemein.
Mila-Grosa 14.09.15 um 19:41
John
Ich ging einmal herum und stieg ebenfalls ein. Als ich den Motor startete und losfahren wollte, fuhr urplötzlich ein hupendes Auto haárscharf an uns vorbei. Erst wusste ich nicht, was das sollte, aber ein Blick in Sherlocks Richtung klärte mich auf.
"Wärst du so gut und machst die Beifahrertür zu?"
Sohea 14.09.15 um 19:59
Sherlock
Erneut warf ich John einen genervten Blick zu. Das hätte er gerade eben auch wirklich selber machen können. Ich schloss die Tür und wir fuhren los.
Während der Fahrt dachte ich über diesen Fall nach. Wir hatten kein richtigen Anhaltspunkte, mit denen wir eindeutig einen von Moriartys Männer ausfindig machen konnten. Auch der Grund für den Abbruch der Entführung war nicht klar. Ich vermutete zwar, dies war ebenfalls Teil von Moriartys Plan, aber wer weiß? Am aufschlussreichsten wäre wohl ein Gespräch mit ihm selbst...
Als erstes sollten wir jedoch die Spuren anaIysieren. "Zum St. Barths", meinte ich deshalb zu John, der mir seinerseits einen Ich-bin-nicht-dein-Chauffeur-Blick zuwarf.
Mila-Grosa 14.09.15 um 20:06
John
"Sehe ich aus wie ihr ,,VIP Taxi-Fahrer?", fragte ich genervt, aber gezwungen ruhig. Er öffnete schon den Mund, um zu antworten. "Sag nichts. Halt die Klappe!"
Ich bog in die Straße zum St. Barths ein.
Sohea 14.09.15 um 20:17
Sherlock
Ich grinste, sagte aber wie befohlen nichts mehr. Vor dem St. Barths' Hospital stiegen wir aus. Molly würde uns mit Sicherheit ein bisschen Platz im Labor überlassen.
Wir betraten das Gebäude und begaben uns im Labor. Molly begutachtete in einer Blechschüssel etwas, das wie Nieren oder Darm aussah, aber als wir die Tür öffneten, lächelte sie Sherlock an mir vorbei breit an.
Sohea 16.09.15 um 19:17
Sherlock
Ich erwiderte Mollys Lächeln mit einem minimalen heben der Mundwinkel, was sie noch breiter strahlen ließ. Ich nutze ihre Gefühle manchmal ziemlich aus, aber darüber machte ich mir keine Gedanken.
Ohne zu fragen ging ich zu einem Mikroskop und holte unsere Proben vom Tatort hervor. Zuerst begann ich damit, die Farbe zu untersuchen.
Mila-Grosa 16.09.15 um 19:45
Molly: "Ähm... um was... geht es denn? Ein neuer Fall?", fragte ich zu niemanden bestimmten in den Raum. Obwohl... eigentlich schon.
John: Sherlock antwortete nicht, daher tat ich es. "Äh, ja. Nur eine kleine Ana.lyse, kaum der Rede wert."
Sohea 19.09.15 um 19:48
Sherlock
Ich verdrehte die Augen: Kaum der Rede wert. Es ging hier um die Rückkehr von Moriarty, und das war sehr wohl der Rede wert. Ich arbeitete einfach still weiter, während John und Molly noch ein bisschen mit einander redeten.
Die Farbe, die wir am Tatort gefunden hatten, stammte aus einer handelsüblichen Sprühdose. Da wir diese nicht gefunden hatten, würde uns die Schrift an der Wand keine genauen Hinweise auf die Entführer liefern.
Mila-Grosa 19.09.15 um 22:56
John
,,Kaum der Rede wert" ist wohl nicht so passend in diesem Fall, aber Susan bat um Diskretion und daran wollte ich mich halten. Obwohl... Mir kam da ein Gedanke... Es wiedersprach zwar dem, was die Crockfords uns ins Gewissen gesprochen hatten, aber es könnte uns durchaus von Nützen sein, wenn ich doch noch jemanden bestimmten einweihen würde...
Sohea 20.09.15 um 17:18
Sherlock
Wie so oft spürte ich, dass John intensiv über etwas nachdachte, und es störte mich ungemein bei meiner Arbeit. Ich blickte genervt auf und meinte: "Hören Sie auf zu denken."
Mila-Grosa 20.09.15 um 18:59
John
Ich blickte ihn genervt an. Herrgott, manchmal fragte ich mich wirklich, ob er Gedanken lesen konnte. Wen dem so wäre, könnte ich eigentlich anfangen, Lotto zu spielen. Aber ich lies mich nicht beirren. Je mehr ich darüber nachdachte, umso sicherer wurde ich mit der Sache. Und ich denke, ich sollte Sherlock etwas... später in meine Pläne einweihen.
Sherlock
"Sie denken immer noch", meinte ich, ohne von meiner Arbeit aufzublicken. Etwas schien John sehr zu beschäftigen, denn er konnte es scheinbar nicht lassen, darüber nachzusinnen.
Ich machte mir nicht die Mühe, zu schlussfolgern, welche langweiligen Gedanken gerade in Johns Kopf herumstöberten, sondern konzentrierte mich auf das Seil, dass ich gerade untersuchte. Es war einer normale Paketkordel, dünn, aber sehr reißfest. Vergeblich suchte ich nach DNA-Spuren, aber die einzigen FIecken, die ich fand, schienen Blut von Mrs. Crockford zu sein, die ihre Handgelenke an der Kordel aufgeschrabbt hatte.
Mila-Grosa 21.09.15 um 19:53
John
"Weil es physisch unmöglich ist, nichts zu denken, man muss zu jeder Zeit etwas denken!", erwiderte ich. Nach einigen Sekunden Schweigens fragte ich: "Und? Irgendwelche Ergebnisse?"
Molly hat uns alleine gelassen und räumte im Nachbarzimmer in Regalen etwas herum, warf uns durch die Scheibe aber hin und wieder kurze Blicke zu.
Sohea 22.09.15 um 20:29
Sherlock
Zu Johns erstem Satz sagte ich nichts, denn wenn man den Kopf völlig frei machte, war es einem durchaus möglich nichts zu denken. Mir jedenfalls. Diese Fähigkeit konnte sehr nützlich sein, aber ich hatte wenig Lust, John darüber aufzuklären, sondern verdrehte lieber bloß die Augen.
Auf seine Frage antwortete ich: "Nope." Auch dazu wollte ich nichts sagen, bis ich etwas gefunden hatte.
Ich ließ meinen Blick über die Fotos schweifen, die John gemacht hatte. Auf einem war eine merkwürdige Spur auf dem verstaubten Boden zu sehen, erst auf den zweiten Blick erkannte ich einen Schuhabdruck. Das Profil gehörte einem Typ Schuh, der häufig von Baustellenarbeitern getragen wurde. Einer der Entführer arbeitete wohl auf einer Baustelle, wenn er nicht gerade irgendwelche Kriminellen Dinge erledigte. Ich betrachte das Bild genauer. Die Schuhe waren wohl sehr verschmutzt gewesen, denn überall um die Abdrücke lagen erdige Krümel, die wie festgetrockneter Schlamm aussahen, und auch verklumpter Baustaub war zwischen den dicken Staubflocken auf dem Boden zu sehen. Als Mrs. Crockford entführt worden war, hatte es nicht geregnet, der letzte Niederschlag war in London zwei Tage vor der Entführung gefallen. Zu diesem Zeitpunkt musste der Mann auf der Baustelle gewesen sein, denn er war damals im Regen unterwegs gewesen und hatte Baustaub abbekommen, den man nur auf Londons Baustellen findet. Ich war mir sicher, dass der Mann in London arbeitete, denn bei Regen wurde auf Baustellen eigentlich nicht gearbeitet, aber hier gab es eine Großbaustelle am Trafalgar Square, die so dringend fertig gestellt werden musste, dass bei jedem Wetter gebaut wurde.
"Wir haben eine Spur", meinte ich zu John.
Mila-Grosa 23.09.15 um 13:46
John
,,Wirklich?", fragte ich und trat neben ihn.
Sohea 23.09.15 um 19:22
Sherlock
Ich machte mir nicht die Mühe, John meine Deduktionen zu erklären, sondern meinte nur: "Wir suchen einen Bauarbeiter Schuhgröße 45, der beim letzten großen Schauer vor einer Woche auf der Baustelle am Trafalgar Square gearbeitet hat."
Johns irritierten Blick übersah ich, nahm meinen Mantel und wollte mich schnellstmöglich auf den Weg machen.
Mila-Grosa 24.09.15 um 17:44
John
Ich warf Molly zum Abschied noch einen kurzen Blick zu, ehe ich Sherlock durch die Tür folgte. "Oh, gut, wenn ´s weiter nichts ist... am Trafalgar Square arbeiten ja nur ungefähr hundert Menschen!", meinte ich ironisch, nachdem ich zu ihm aufschloss.
Sohea 25.09.15 um 21:37
Sherlock
Ich ignorierte Johns schnippische Bemerkung und lief die Treppe nach unten. Statt den dort geparkten Wagen zu nehmen, rief ich ein Taxi, dass ging schneller und war praktischer. "Zum Trafalgar Square", meinte ich und John stieg gerade noch rechtzeitig ein, bevor das Auto losfuhr.
Nach einiger zeit kamen wir an der Großbaustelle an. Hier war die gesamte Straße aufgerissen worden und es wurden neue Rohre und U-Bahnschienen verlegt und neu asphaltiert. Es herrschte tatsächlich wirklich reger Betrieb, und ich Blickte mich nach jemandem um, der hier das Sagen zu haben schien.
Mila-Grosa 26.09.15 um 20:45
John
Wir entdeckten einen kräftig gebauten Mann im mittleren Alter und einem weißen Helm, der einen Plan in der Hand hielt und sich mit einigen anderen Bauarbeitern unterhielt.
Wir kletterten über die Absperrung hindurch und kamen auf ihn zu. "Hallo! Haben Sie hier das Sagen?", rief ich über den Baulärm hinweg.
"Wer will das wissen?", fragte er mit rauer und barsher Stimme. "Hier ist kein Zutritt für Unbefugte und... halt, ich... ich kenne Sie beide irgendwo her..."
Sohea 26.09.15 um 21:18
Sherlock
"Scotland Yard", meinte ich nur und zog eine Dienstmarke hervor, die ich mir von Lestrade "ausgeliehen" hatte. Dafür erntete ich von John einen Vorwurfsvollen Seitenblick.
"Hmpf", machte der Mann, der uns nun nicht mehr wegschicken konnte, "Was wollen Sie?"
"Einen Blick in ihr Personalbuch. In dem alle Arbeiter dieser Baustelle verzeichnet sind und in dem eingetragen ist, wer wann gearbeitet hat", antwortete ich.
Mila-Grosa 27.09.15 um 20:17
John
Ich blickte Sherlock kurz von der Seite an. Ich glaube, dass er damit irgendwann Probleme mit Greg bekommen würde.
Der Mann blickte uns kurz irritiert an und griff dann an seinem Gürtel zu einem Funkgerät. "Dafür bin ich nicht zuständig. Das ist Willow!"
Er hielt sich das Funkgerät vor und sprach dadurch mit jemanden. "Leslie, hier sind zwei Herren von Scotland Yard! Beweg deinen Arsh hier her und vergiss das Personalbuch nicht!"
Er steckte das Walki-Talki wieder weg und wir warteten einige Sekunden, bis ein etwas jüngerer Mann mit einem kleineren eingebundenen Buch aus einem hinteren Bereich der Baustelle kam.
Er sah freundlicher aus als sein Boss.
Sohea 27.09.15 um 21:19
Sherlock
Ein Mann kam auf uns zu und begrüßte uns, doch ich achtete nicht darauf, was gesagt wurde. Ich nahm stattdessen das Personalbuch entgegen. 600 Arbeiter, zu viele, um sie alle durchsehen zu können. Aber auf der Seite des Tages, an dem unser Entführer gearbeitet hatte, waren nur 90 aktiv gewesen, immer noch viele. Ich verglich die Namen mit den Steckbriefen der Mitarbeiter. Schnell hatte ich die Auswahl begrenzt, denn wenige der Männer hatten die auffällige Schuhgröße 45. Ich fand nur vier Arbeiter, die alle Kriterien erfüllten.
Ich klappte das Buch zu, nachdem ich mir die Namen der vier gemerkt hatte:
- Simon Bloomfield
- Chris Lyall
- Jackson Boyle
- Timothy Smith
Mila-Grosa 28.09.15 um 6:10
John
Derweil hatte ich ihm über die Schulter geblickt. Es dauerte zwar ein wenig, aber er hatte dann die Namen der vier Hauptverdächtigen.
,,Also das sind unsere Männer. Können wir sie befragen?", fragte ich die anderen beiden Männer.
Sohea 28.09.15 um 18:06
Sherlock
Der erste Mann, mit dem wir gesprochen hatten, blickte uns grimmig an. Kein Wunder, dass er schlecht gelaunt war, heute war ihm das Sorgerecht für seine Tochter entzogen worden. Er meinte: "Wenn es unbedingt sein muss." Dann zog er mir das Personalbuch aus der Hand und schlug etwas nach. "Sie haben Glück", fügt er hinzu, "die vier haben alle gerade Schicht. Aber nehmen Sie die Zeit meiner Männer nicht zu lange in Anspruch."
Mila-Grosa 28.09.15 um 18:14
John
Ich legte kurz die Stirn in Falten. Ein wirklich ,,Herzallerliebster" Zeitgenosse. Aber nachdem er uns gesagt hatte, wo wer arbeitete, nahmen wir uns die Männer vor.
Chris Lyall, der für einen der Bulldozer zuständig war, trafen wir als erstes an.
Sohea 28.09.15 um 18:21
Sherlock
Wir stapften durch den Baustellenschutt auf Chris Lyall zu, der soeben aus seinem Bulldozer ausgestiegen war. "Guten Tag", meinte John höflich. Lyall blickte einfach an uns vorbei und redete vor sich hin. Ein anderer Bauarbeiter kam zu uns herüber. "So können sie nicht viel erreichen. Unser Chris hier arbeitet wirklich gut, besser als die meisten, aber er hat so 'ne Art Störung. Er redet ständig wirres Zeug vor sich hin und ist nicht zu stoppen. Kann manchmal ganz schön nerven, sag ich Ihnen." Ich verdrehte die Augen über die ungebildeten Bauarbeiter und blickte Lyall noch einmal an. Er spielte sicher nichts vor, sondern redete wirklich die ganze Zeit im Flüsterton vor sich hin. Mrs. Crockford hatte gesagt, die Entführer hätten konsequent geschwiegen. Außerdem schien mir Lyall kaum zu einer Entführung fähig. Ihn konnten wir ausschließen.
Mila-Grosa 28.09.15 um 19:06
John: ,,Ohne ein weiteres Wort ging Sherlock um den Bulldozer herum zum nächsten Verdächtigen. Das hieß wohl, ihn konnten wir ausschließen. Ich überlegte kurz und griff dann entschlossen zu meinem Handy. Ich stellte mich zwischen zwei Hausfassaden und wählte die Nummer von Scotland Yard.
Evelyn: Lestrade hatte mich über einen größeren Fall aufgeklärt, an dem momentan alle arbeiten. Ich blickte mir gemeinsam mit ihm und Donovan die Nachricht von Moriarty am PC an, die vor wenigen Tagen in ganz Großbritannien zu sehen war. Auch ich hatte davon gehört, die Nachrichten waren voll damit.
Donovan stoppte die Aufnahme. ,,Es lief überall, im ganzen Land!"
,,Aber wie ist das möglich? Ich dachte, er hat sich erschossen?", fragte ich.
,,Wenn wir das nur wüssten...", meinte Lestrade und nahm einen Schluck aus seiner Kaffeetasse.
,,Gibt es irgendwelche Anhaltspunkte auf ein... Mobiltelefon, einen Laptop oder sowas, von dem aus die Botschaft verschickt wurde?"
,,Bisher nicht!", antwortete Donovan und klappte den Laptop zu. Plötzlich klingelte das Telefon. Lestrade stellte die Tasse ab und ging ran. ,,Scotland Yard?"
Einige Sekunden später gab er den Hörer an mich weiter. ,,Für Sie."
Verwirrt nahm ich den Hörer an. ,,Dawson?"
,,Evelyn, ich bins, John. Es ist wichtig!"
,,Äh... was? was ist los? Und was ist das für ein Lärm?"
,,Das ist etwas umfänglich zu erklären und ich hab auch nicht viel Zeit. Können wir uns heute Abend treffen?"
Ich unterlegte kurz ,,Na gut. Wo?"
,,Ich gebe dir die Adresse, bitte komm heute Abend um sieben und erzähle niemanden davon."
Ich zückte mein Handy und speicherte die Adresse darauf ab. ,,Alles klar. Ciao!"
Ich legte den Hörer auf. ,,...nur was wegen meinem Umzug!", meinte ich nur zu den anderen.
,,War das nicht John?", fragte Lestrade kurz angebunden. „Wieso sollte jemand wegen Ihres Umzuges hier anrufen?"
Ich zuckte nur mit den Schultern und tat so, als würde mich das selber wundern. Obwohl... ehrlich gesagt müsste ich das nicht, denn das fast ich auch so.
Re: Sherlock - 2er RPG
von Mila-Grosa am 21.01.2020 21:47Sherlock
Ich blickte mich um und merkte zuerst gar nicht, dass John nicht mitkam, als ich auf unseren nächsten verdächtigen zukam. Ich betrachtete ihn, Timothy Smith, von weitem. Er hantierte gerade mi einem Pressluft Hammer, war eher klein gewachsen, hatte aber trotzdem Schuhgröße 45. Smith war sehr blass, und wirkte an dieser Baustelle irgendwie fehl am Platz.
John kam und stellte sich neben mich. "Wieso haben sie sie angerufen?", fragte ich, nach dem ich die Situation in Sekundenschnelle erschlossen hatte.
John
Ich blickte ihn kurz sprachlos an, dann antwortete ich: "Weil wir sie brauchen könnten."
Er stöhnte kurz und verdrehte die Augen. "Über leg doch mal, Sherlock! Wenn wir Evelyn mit einweihen, könnte sie und bei diesem Fall in mehreren Punkten behilflich sein. Sie könnte uns Zugang zu uns geheimen Fakten über Moriarty verschaffen."
Sherlock
"Ich glaube kaum, dass Scotland Yard immer noch Fakten über Moriarty vor uns geheim hält. Dann könnten sie sich gleich aufhängen." Die Meisten bei Scotland Yard waren unfähig, aber da Johns Schulfreundin Evelyn Dawson wirklich intelligent war, würde sie uns vielleicht tatsächlich helfen können...
Ich sagte nichts weiter, sondern betrachtete Timothy Smith, der gerade den Presslufthammer ausstellte.
John
Ich denke, das war sowas wie ein ,,in Ordnung.´´ Neben ihn stehend blickte ich schweigend zu einem unserer nächsten Verdächtigen. Nach einigen Sekunden des Schweigens und des Starren sagte ich: "Wir treffen uns morgen Abend um sieben in meiner Wohnung. Mary wird auch da sein, sei bitte pünktlich."
Sherlock
Ich erwiderte nichts, sondern blickte mich nach einem weiterem Verdächtigem um. Timothy Smith war ebenfalls ausgeschlossen, denn ich hatte sein Verhalten jetzt eine Zeit lang beobachtet und er wies keines der typischen kriminellen Merkmale auf, die ausnahmslos jeder Verbrecher hatte.
John
Ich blickte zu Sherlock, der weiterhin zu den Kerl hinüberschaute. Er runzelte die Stirn. "Worauf warten wir noch?"
Sherlock
"Stimmt, suchen wir den nächsten", meinte ich und ging an dem etwas irritierten John vorbei zu einem anderen teil der weitläufigen Baustelle. Hier wurde gerade die Straße, in der alle Rohre verlegt worden waren, neu asphaltiert. Weiter hinten sah ich einen Mann, der dem Foto von Simon Bloomfield ähnelte.
John:
Irritiert sah ich ihm nach, wie er an mir vorbeiging und folgte ihn dann. Weiter hinten sahen wir einen jungen Mann, der gerade Beton anmischte.
Sherlock
Von seinem Aussehen hatte Simon Bloomfield durchaus Potential, ein Entführer zu sein. er war groß gewachsen muskulös und hatte ein verhärmtes Gesicht. Ich ging auf ihn zu, John folgte mir, die Situation immer noch nicht ganz durchblickend. "Mr. Bloomfield?", fragte ich und zeigte Lestrades Karte vor. "wir hätten ein paar Fragen."
John:
"Ach ja?", fragte der Mann verwundert, aber ein wenig genervt. "Was für Fragen?"
"Wo waren Sie vor 5 Tagen und was haben Sie gemacht?", wollte ich wissen.
Er kaute an einem Zahnstocher rum, den er im Mund hatte. "Na, hier. Arbeiten! Wo denn sonst? Sehen Sie sich um, hier wird jeder Mann gebraucht!"
Sherlock
Mit so einer Befragung wurde das nichts. Er würde immer ausweichen, wenn er einer der Entführer war. "Jim Moriarty", meinte ich deutlich und blickte Simon Bloomfield fragend an. Ich wartete seine Reaktion ab. Schon ein kurzes Zucken konnte verraten, dass er diesen Namen nicht nur aus den Nachrichten kannte.
John:
Der Mann verzog den Mund zu einem Grinsen. "Natürlich! Ich bin ja nicht blöd!" Er tippte sich ironisch an die Stirn. "Nachrichten, Zeitungen, alles voll mit Ihrem Erzfeind, Mr. Holmes!"
Ich wunderte mich ehrlich gesagt kein bisschen, dass er uns wiedererkannt hatte.
Mit dem Kopf wies er in die Richtung, wo wir den Leitenden Ingenieur getroffen hatten.
"Paul Forster können Sie vielleicht täuschen, mich aber nicht! Der kann sowieso nicht mehr richtig denken! Ist Mega-Angepis.st, weil seine Ex ihm das Sorgerecht für seine Tochter genommen hat!"
"Ich weiß!", erwiderte Sherlock, weswegen ich ihn kurz verwundert musterte. Der Mann lachte. "Auch wenn ich Sie ohne Ihren Hut fast nicht erkannt hatte!"
Ich grinste kurz, weswegen ich einen kurzen Seitenblick von Sherlock erntete.
Der Mann verschränkte die Arme und blickte Sherlock herausfordernd an. "Und? Schon irgendeinen Plan, wie Moriarty das angestellt hat? Also... nachdem er sich das Hirn weggebla.sen hat?"
Sherlock
Ich war mir fast sicher, dass unser Gesprächspartner nicht für die Entführung zuständig gewesen war. Entweder er war einfach ziemlich vorlaut, oder er versuchte geschickt zu vertuschen, dass er etwas mit Moriarty zu tun hatte. Das bezweifelte ich jedoch.
Ich beschloss, es noch einmal auf die etwas härtere Tour zu versuchen, und dann zu unserem letzten verdächtigen zu gehen. "Sind sie einer von zwei Entführern, die eine Frau im Namen Moriartys entführt und sie Tage lang versteckt gehalten haben, um mich wieder auf Moriarty aufmerksam zu machen?" Wenn Bloomfield jetzt kein Zeichen von Nervosität zeigte, konnten wir ihn ausschließen.
John:
Er schürzte nur die Lippen, hatte weiterhin die Arme verschränkt. "Wieso fragen Sie mich das? Gehen Sie doch zu Boyle und fühlen Sie dem auf dem Zahn! War heute den ganzen Tag nicht hier! Wenn Sie mich fragen, der hat Dr.eck am Stecken!"
"Wieso?", wollte ich wissen.
Bloomfield beugte sich ein wenig näher zu uns. "Er hat mit dubiosen Machenschaften zu tun! Nach Feierabend waren wir mal was trinken und... hehe.... er hat da etwas zu tief in die Bierflasche geguckt! ***handel, Zigarettenschmuggel... und anderes. Würde mich nicht wundern, wenn der in Sachen ,,Entführung´´ ein weiteres, neues Hobby gefunden hat!"
Sherlock
"Tatsächlich hatten wir vor, uns auch mit ihm zu unterhalten", meinte ich. "Auf Wiedersehen." Immer noch war nicht klar, ob Bloomfield vielleicht doch nicht unschuldig war, denn das gerade war ein typisches Ablenkungsmanöver gewesen. Trotzdem war ich mir relativ sicher, dass er nichts mit der Entführung zu tun hatte.
John:
Ich lies mir von Bloomfield noch die besagte Adresse geben. "Chelsea. Claverton Street 112c.", sagte ich, als ich zu ihm aufschloss.
Sherlock:
Ich runzelte die Stirn. Vielleicht hatte Bloomfield nichts mit der Entführung zu tun, aber ein bisschen verdächtig war er schon. Ich kannte London in und auswendig und die Claverton Street lag im Stadtteil Churchill Gardens, nicht in Chelsea.
Trotzdem sollten wir zunächst den letzten Verdächtigen, Jackson Boyle, ausfindig machen. Suchend blickte ich mich um.
John:
Er musterte einen Arbeiter nach dem anderen, aber anscheinend war keiner von ihnen Nummer vier. Ich sah aber einen anderen Mann, Mr. Willow, irgendwo vorbeihuschen.
Ich eilte zu ihm herüber. ,,Mr. Willow, ich hätte da noch eine Frage, ähm... Haben sie dsen Boleyn oder so heute schon gesehen?"
,,Oh, Sie meinen wohl Boyle. Jackson Boyle?" Auf mein Nicken antwortete er: ,, Der hat in letzter Zeit oft gefehlt. Rheuma, nach ihm. Hier, ich habe hier einen Atest von sein Hausarzt, Dr. Brichston." Er gab mir einen zusammgefalten Zettel, den ich mir aufmerksam durchlas.
,,Sehr interessant.", meinte ich, drehte mich um und ging mit dem Zettel meines Weges.
,,Hey, Moment mal, Sie können doch nicht...."
,,Konfisziert! Dienstliche Anweisung, Sie bekommen es... bald irgendwann wieder."
,,Aber... wann wann?", rief er mir hinterher, aber ich ignorierte ihn.
Zurück bei Sherlock, der immer noch suchte, reichte ich den Zettel an ihn. ,,Fällt dir was auf?"
Er las den Attest ebenfalls
,,Der Name. Dr. Med. Q. Brichston. Hm. Komisch ist aber, dass ich sämtliche Ärzte in London persönlich kenne und von Brichston nicht darunter ist.", fügte ich hinzu.
Sherlock
Ich betrachtete das Attest genauer. "Boyle scheint Erfahrung zu haben, was das Fälschen on Dokumenten angeht", meinte ich. Der Zettel war beinahe perfekt, bis auf die Tatsache, dass es keinen Arzt namens Brichston in London gab, fiel mir nur ein kleines Detail auf. "Er hat sogar einen Stempel für die fiktive Praxis erstellt. Doch er hat es versäumt, auch das Datum aufzustempeln, was auf jedem Ärztlichen Attest Pflicht ist."
Wir mussten dringend mit Jackson Boyle sprechen, doch die angegebene Adresse war nicht existent.
John:
Ich kniff die Augen zusammen, als wir vor dem leeren heruntergekommenen Haus in der Claverton Street standen.
Auf die Frage von Sherlock, ob ich mir auch sicher war, dass ich die Adresse richtig aufgeschrieben habe, antwortete ich: ,,Ja, natürlich, Claverton Street 112c. Das ist hier!", erwiderte ich und zeigte auf meinen Handydisplay.
Sherlock:
"Hmm", meinte ich, "Die Claverton Street liegt hier, und nicht in Chelsea. Und ich glaube kaum, dass diese Häuser bewohnt sind. Fragt sich nur, warum Bloomfield uns die falsche Adresse gegeben hat?" Ich schloss die Augen und konzentrierte mich auf den Stadtplan von London. Unsere Adresse: Chelsea, Claverton Street 122c. Die Claverton Street 112c existiert, aber im Stadtteil Churchill Gardens. Ich durchsuche die Straßen von Chelsea, es gibt keine, die annähernd so wie Claverton Street klingt. Mein Blick fällt auf die Old Chruch Street. Church - Churchill Gardens. Bloomfield kannte mich, eindeutig. Er war nicht dumm. Die ganze Sache war ein Test gewesen, ob ich auf die richtige Adresse kommen würde.
"112c, Old Church Street. Chelsea", meinte ich triumphierend und hielt nach einem Taxi Ausschau.
John:
".....................", antwortete ich, weil mir überhaupt nicht einfiel, was ich jetzt sagen sollte. Mein Mund stand zwar ein wenig offen, aber ich klappte ihn sofort wieder zu, als ich es bemerkte. Ich verdrehte die Augen und stieg hinter ihm ein, als ein Taxi vor uns parkte.
"Gedächtnispalast!"
Manchmal beneidete ich ihn um diesen ,,Gedächtnispalast´´. Ich hatte selbst auch schon einige Male versucht, mir sowas zurechtzulegen, aber bei mir funktionierte das irgendwie nicht.
Ich erinnerte mich an den Tag zurück, als Mary mich einmal dabei überraschte, als ich im Wohnzimmer mit Zeitungen und Magazinen saß und mir gedanklich und laut murmelnd überlegte, welches Parkett-Holz ich für den Boden benutze. Jetzt, wo mir das wieder so einfiel, hoffte ich inständig, dass sie das nicht mit dem Handy gefilmt hatte.
Im Taxi schwieg ich eine Weile, während Sherlock mit seinem Handy herumspielte. Als ich aus dem Fenster sah, erkannte ich, das der Taxifahrer einen etwas längeren Weg durch einen etwas abgelegenen Winkel von London nahm. Hier standen nur wenig Häuser und weiter hinten begann ein kleinerer Waldabschnitt.
Plötzlich erblickte ich in dem hohen, verwilderten Gras weiter abseits eine kleinere Steinmauer. Nein, da waren mehrere. Sie umzäunten eine größere, rechteckige Fläche. Ganz klar, hier stand vor Jahren einmal ein Haus.
Ich blickte noch einmal durch das Rückfenster zurück. "Weißt du, was da mal passiert ist?", fragte ich Sherlock.
Sherlock
Ich blickte aus dem Fenster. Schnell erkannte ich die Straße wieder. "Die Ratcliffe-Highway-Morde", meinte ich knapp und wandte mich wieder meinem Handy zu, auf dem ich einige Recherchen anstellte. John schienen die Ratcliffe-Highway-Morde jedoch ein Begriff zu sein, denn er blickte mich irritiert an. Genervt erläuterte ich ihm den Kriminalfall: "Im Dezember 1811 wurden in zwei Nächten sieben Menschen ermordet, deren Häuser direkt hier am Ratcliffe-Highway lagen. Ein Unschuldiger wurde verhaftet und nahm sich kurz darauf das Leben. Der Fall blieb ungelöst." Als mein Blick wieder aus dem verwilderten Garten fiel, fügte ich hinzu: "Die Häuser, in denen die Menschen getötet worden waren, ließen sich schlecht verkaufen. Niemand wollte dort leben. Völlig paranoid, wenn du mich fragst. Die Gebäude wurden abgerissen und vor ein paar Jahren wurden auf den Grundstücken neue Häuser errichtet. Auf allen Flächen, bis auf dieser hier. Sie ist bis heute leer."
John:
,,Mhm.", sagte ich nur. Es vergingen ein paar Minuten, dann waren wir am Ziel. Dieses Haus war im Vergleich zu dem anderen doch schon eher ein Volltreffer. Aber warum gab er seinen Kollegen dann an, im Stadtteil Chelsea zu wohnen.
Als Sherlock außerhalb des Grundstückes auf eine Klingel drückte, öffnete niemand.
Sherlock
Ich hatte mir gedacht, dass keiner öffnen würde. Also schob ich das kleine Gartentor auf und klingelte noch einmal, direkt an der Haustür. Es war ein Einfamilienhaus, doch Boyle lebte eindeutig allein. etwas auffällig. Ich beschloss, mich wieder als Polizist auszugeben, doch wenn er tatsächlich für Moriarty arbeitete, würde er mich erkennen, und so vielleicht auch.
Eines der Fenster im Erdgeschoss (das Fenster der Küche) war gekippt, doch es war niemand zu sehen. Ich stellte mich möglichst nah an die Glasscheibe und rief: "Scotland Yard. öffnen sie die Tür!" Diese Variante sollte vorerst funktionieren, es sei denn, Boyle war nicht da.
John:
Es rührte sich nichts, aber ich glaubte, gerade einen Schatten am Fenster gesehen zu haben, der vorbeihuschte. Ich gab Sherlock ein Zeichen, und wir schlichen wie zuvor auch von beiden Seiten um das Haus. Hinten kamen wir auf die Veranda. Es war niemand zu sehen, aber Sherlock richtete seinen Blick auf einen Fußabtreter und blickte mich an.
Die Verandatür war zu, also gab es nur eine Möglichkeit. Ich ging einige Schritte zurück, nahm Anlauf und trat die Tür ein.
Sherlock:
Es war eindeutig jemand im Haus. Vielleicht war die Tür einzutreten die einzige Möglichkeit gewesen, um mit Boyle sprechen zu können, doch jetzt war er mit Sicherheit nicht besonders gut gelaunt. Vorsichtig traten wir ein. Es war niemand zu sehen und man hörte keine Geräusche. "Er ist noch hier", flüsterte ich. Mit hier meinte ich in diesem Raum, denn aus einer Lücke zwischen einem großen Schrank und der Außenwand sah ich deutlich den Ellenbogen eines Mannes hervorblicken. Ohne Worte deutete ich dorthin.
John:
Ich verstand und holte vorsichtig meine Pistole aus der Jackentasche hervor. Ich zielte knapp neben den Schrank auf eine mittelgroße Terrakotta-Vase und drückte ab.
Es gab einen ungeheuren Lärm, als die Patrone die Pistole verließ und die Vase zerdepperte, aber es reichte aus, Boyle aus seinem Versteck zu locken.
Allerdings auf eine wenigere sanfte Art, denn er erschrak sich so sehr, das er mit dem Schrank nach vorne kippte und ziemlich hart aufprallte.
Sherlock:
Wütend rappelte der Mann vor uns sich auf. Den Unschuldigen konnte er jetzt nicht mehr spielen, schließlich hatte er sich versteckt.
"Was wollen Sie von mir?", fragte der Mann (vermutlich Jackson Boyle) aufgebracht.
John:
"Wir... ähm, haben nur ein paar Fragen.", antwortete ich und blickte von der zerstörten Rückwand des Schrankes zu dem Mann.
"Aha, und dafür müssen Sie gleich auf mich schießen?", erwiderte er schnippisch und deutete auf die Waf.fe, die ich eiligst wieder wegpackte.
Sherlock:
Ich ignorierte diese Frage und blicke den Mann an. Sein Aussehen war das eines typischen Kleinkriminellen. Die Statur eines Entführers hatte er auch.
"Sie sind Jackson Boyle?", wollte ich klarstellen, bevor ich mit der richtigen Befragung anfangen konnte.
John:
"Ja... Wieso?", fragte er misstrauisch.
"Wieso geben Sie ihren Kollegen an, Sie wohnen im Stadtteil von Chelsea?", fragte ich gleich.
"Woher... äh... oooh.. das. Ein, ähem... Druckfehler...? Schätz ich mal?", druckste er auf die Frage. Ich blickte kurz zu Sherlock. Der Typ lügt doch.
Sherlock:
Boyle log eindeutig und es war auch offensichtlich, das er in irgendwelche kriminellen Machenschaften verwickelt war. Ob diese etwas mit Moriarty zu tun hatten, blieb abzuwarten.
"Wo waren sie vor fünf Tagen am Abend?", fragte ich.
John:
"Öhm... naja. Hier! Alleine... es kann also niemand bezeugen. Ja, ich weiß, das klingt jetzt ein bisschen blöd, aber ich war wirklich... die ganze Zeit hier?"
"Aha.", erwiderte ich. "Und Sie haben... in der ganzen Zeit das Haus nicht verlassen? Besorgungen? Einen... Besuch bei Ihrem Hausarzt, vielleicht?"
Sohea
"Ähm, nein ich glaube ni..., oh, doch, natürlich! Ich habe, ähm, Rheuma, wissen sie. Ich war in letzter Zeit häufig bei meinem Arzt. Er heißt ..äh, er heißt Dr. Brichston. Warten sie, irgendwo hier habe ich ein Attest..." Boyle wühlte in irgendwelchen Unterlagen.
"Sie können sich die Suche gerne sparen und stattdessen erklären, wie sie von einem Arzt behandelt werden können, der nicht existiert!", erwiderte ich.
John
Ich holte den Atest hervor und hielt ihn Boyle unter die Nase. Nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen, war er jetzt mit seinem Latein wohl oder übel am Ende.
Oder... nein, er öffnete schon den Mund, um etwas zu sagen, aber ich bretterte ihn rüber.
"Versuchen Sie gar nicht erst, uns anzulügen! Am besten sparen Sie sich die Luft zum Atmen und legen die Karten offen auf den Tisch, andernfalls sehen wir uns gezwungen, Sie vorläufig festzunehmen!"
Sherlock
Boyle schluckte. "Na gut....", meinte er zögerlich. "Ich hab da so einen kleinen Nebenjob, wissen Sie... Ich verdiene gut damit, aber auf der Baustelle sehen sie es nicht gern, wenn man fehlt. Also, ähm, hab ich denen halt das geben." Er deutet auf das Attest in Johns Hand.
"Worum handelt es sich bei ihrem offensichtlich kriminellem 'Nebenjob'?", fragte ich.
John:
Er trat näher an uns heran, als fürchte er, man könnte uns belauschen, und er raunte: "Bitte... wenn er rausfindet, das ich plappere, sieht ´s rabenschwarz aus für mich, Leute! Also..." Er atmete tief durch. "Ich wurde vor ein paar Wochen von so nem Typen angequatscht."
"Wie sah er aus?"
"Keine Ahnung... ca. 1, 70, schwarze Haare. Sein Gesicht konnte ich nicht so erkennen, er trug ne Sonnenbrille. Er hat mir gesagt, er würde mir aus ein paar Geldsorgen hinaushelfen, wenn ich für ihn ein ruhiges Plätzchen für eine... kleine Entführung... nun ja... klarmache."
Kleine Entführung! Ich blickte den Kerl missbilligend an.
"So ne Frau... keine Ahnung, wer sie ist. Er sagte mir, es währe eine harmlose Sache. Man wolle ihr ein wenig Angst machen, um an Geld zu kommen, und ich bekomme dafür einen beachtlichen Teil davon!"
"Und das haben Sie geglaubt?", meinte ich ironisch.
Sherlock:
Ich seufzte. Boyle war eindeutig der, nach dem wir gesucht hatten, aber besonders weiterhelfen können würde er uns nicht.
Trotzdem versuchte ich, so viel wie möglich aus ihm heraus zu bekommen. Ich zog mein Handy aus der Tasche und suchte nach einem Bild von Moriarty, welches ich Boyle vors Gesicht hielt. "Sie kennen ihn?", fragte ich. "Klar", antwortete Boyle, "das ist doch dieser Jim Moriarty, Der tot war und jetzt doch nicht tot ist oder so..." Ich verdrehte die Augen, besonders schlau schien er nicht zu sein. Ich half ihm ein wenig auf die Sprünge: "Stellen Sie sich ihn mit Sonnenbrille vor." Boyles Gesichtszüge engleisten. "Oh Shít!", rief er aus.
Dieser Beitrag wurde bisher 1 Mal bearbeitet, zuletzt am 19.10.15 um 16:10 von Sohea
John:
,,Sie haben ihn trotz der Fotos und den Zeitungsartikeln nicht wiedererkannt?", erwiderte ich.
,,Nein, nein... er hatte doch die Sonnenbrille... auf."
,,Ganz ehrlich wie... dämlich muss man sein?", schoss mir gerade durch den Kopf. Dabei blieb es nicht nur, ich sagte es auch laut.
Sherlock:
Da sagte John mir immer, ich wäre zu direkt, zu ehrlich und zu verletzend, und dann leistete er sich so etwas. Wenn er Boyle jetzt auch noch wütend machte, würde er uns nichts mehr sagen. Ich teilte natürlich Johns Meinung, aber...
"Ich muss das Verhalten meines .. Freundes hier entschuldigen", sagte ich beschwichtigend zu Boyle, und zwang mich, mir ein Grinsen über Johns entgeistertes Gesicht zu verkneifen. Dan kehrte ich zu unserem Fall zurück. "Sie haben Moriarty also gesehen. Wann genau war das? Können Sie sich an den Ort, das Datum, die genaue Uhrzeit erinnern. War er alleine? Was genau hat er gesagt? Sie müssen sich konzentrieren und uns alle Details geben, an die Sie sich erinnern können!"
John:
Ich verdrehte nach Sherlocks ,,Entschuldigung" die Augen.
,,Naja, vor ziemlich genau zwei Wochen, abends. Er war alleine. Ich war in so ner Bar... gutes Bier, hübsche Mädels... da hat er sich einfach an meinen Tisch gesetzt. Er sagte, ich sehe aus, als hätte ich Sorgen und dass er mich von diesen Sorgen befreien will?"
,,Indem Sie ihn bei der Entführung helfen!", erwiderte ich.
,,Er wollte nur, dass ich ihn ein ruhiges, verlassenes Plätzchen suche, für ein kleines ,,Spielchen", sagte er. Ja... Ich hab Geldsorgen bis zum Geht nicht mehr, ich hab.. daher zugesagt..."
Sherlock
Viel konnte Boyle uns nicht sagen. Aber ein paar Fragen hatte ich noch.
"Haben sie nur einen Ort für die Entführung gesucht, oder die Entführung auch durchgeführt?"
"Naja, als ich mich ein bisschen umgeschaut hatte... nach 'nem passenden Platz, hab ich den Typ am nächsten Tag wieder in dieser bar getroffen, dem Chelsea Potter in der King's Road , wenn sie's genau wissen wollen... da hat er mir dann gesagt, ich bekäme 10 Riesen, wenn ich die Frau auch noch entführe. Mann...das ist ganz schön viel kohle für jemanden wie mich. Also hab ich das auch gemacht..."
"Aber sie haben sie nicht alleine entführt", hakte ich nach, "Wer war der andere Mann?"
John:
"Kein Mann!", erwiderte Boyle. "Eine Frau! Ich weiß nicht, wer sie war, sie war maskiert und trug ne Menge schwarz. Sie hat im Versteck auf uns gewartet!"
Sherlock:
Eine Frau... Das sah Moriarty nicht unbedingt ähnlich. Ein neuer Aspekt in seinem Plan. Bei dem Wort Frau keimten Erinnerungen in mir auf, die ich jedoch sofort verdrängte. Das war nicht möglich.
"Waren Sie nur dieses eine Mal am Tatort oder sind sie vor kurzem noch einmal da gewesen, um eine... in Ihren Augen seltsame Botschaft zu hinterlassen?"
(Andrew Scott spielt im neuen James Bond Film mit!!! :) Eigentlich mag ich die Filme mit Daniel Craig nicht so sehr wie die alten, aber Spectre wird bestimmt cool! xD)
John:
"Nein, nur dieses eine Mal. Ich schwöre!", sagte der Mann und hob abwährend die Hände.
Sherlock blickte ihn einige Sekunden ausdruckslos an. Ich wusste, was er im Moment dachte. Es konnte sein, das Moriarty seine ,,speziellen´´ Kontakte erweitert hatte, aber es gab bis danno nur eine Frau, mit der er zu tun hatte, und das war...
Aber das konnte nicht sein, sie war tot! Und das schon Jahre lang. In diesem Moment bekam ich ein schlechtes Gewissen. Ich hatte Sherlock nie die Wahrheit erzählt. Mycroft und ich hatten ihm weisgemacht, sie wäre in einem Zeugenschutzprogramm in Amerika.
Aber es war nur zu seinem eigenen Besten. Als sie ihren Tod vortäuschte, war er monatelang vollkommen neben der Spur, denn obwohl er es nie zugeben wollte, bedeutete ihm diese Frau sehr viel.
/Echt?? ENDSGENIAL, hab vorhin was in der Fernsehzeitung gelesen 
Ich hab gehört, das es sein könnte, das Benni der neue James Bond wird! :)) :)) :))))))))))))))
OH MANN, wenn er das ECHT macht, bin ich die ERSTE im Kino :)))))))) /
Sherlock:
(Das wäre einfach mega!!!!! xD)
Wir hatten zu wenige Anhaltspunkte, um weiterzumachen. Ein paar nützliche Informationen hatte Boyle uns zwar gegeben, doch es war nichts dabei gewesen, dass die Ermittlungen ent***nd voranbrachte. Mit dem Namen der Bar, in der Moriarty zweimal gewesen war, konnte wir auch nicht viel anfangen, denn dort würde man uns wahrscheinlich auch nicht wirklich helfen können.
"Sie müssen sich doch irgendetwas Sinnvolles gemerkt haben!", meinte ich aufgebracht. "Irgendein ent***ndes Detail."
Boyle zögerte. "Naja,... etwas ist mir schon aufgefallen. Wie gesagt, ich war nur eine kurze Zeit da, wo wir die Frau hingebracht hatten, aber ich hab so ein Gespräch belauscht. Eigentlich sollte ich ja aufpassen, aber ich war halt neugierig... Die, mit der ich zusammengearbeitet hab, hat telefoniert, mit diesem Typen, Sie wissen schon... Irgendwas hat sie gesagt davon, wann sie die Entführung dann abrechen soll und dann hat sie noch gemeint... ähm.., wie war das noch...genau.. sie hat gesagt: 'Du schuldest ihm noch etwas, Jim.', und dann hat sie gelacht und sich umgeschaut und ich bin schnell wieder verschwunden, damit sie mich nicht sieht." Boyle blickte uns an. "Kapier'n Sie das? Wieso wollten die das Ganze abbrechen?"
John:
"So weit sind wir noch nicht!", wiegelte ich ab. Sherlock aber drehte sich plötzlich um und ging. Ich blickte kurz von ihm wieder zu Boyle, dann wieder zu ihm, ehe ich ihn folgte.
"H.. hey, Moment mal, was....?", stammelte Boyle. "Was ist mit meiner Vase und meinem Schrank?"
"Kaufen Sie sich einen neuen!", erwiderte ich, ohne mich umzudrehen.
Sherlock:
Ich stand draußen und dachte nach. John folgte mir still und blieb hinter mir stehen. Ich begann zu sprechen: "Wieso will Moriarty uns darauf stoßen, dass Irene Adler wieder mit ihm zusammenarbeitet? Das würde sie nicht tun." John seufzte. Er hatte mit nie gesagt, dass sie tot war. Ich hatte ihm nie gesagt, dass sie nicht tot war. Im Gegensatz zu mir hatte er deswegen auch ein schlechtes Gewissen.
Re: Sherlock - 2er RPG
von Mila-Grosa am 21.01.2020 21:48John:
Ich blickte kurz zu Boden, dann erhob ich den Blick wieder: "Wer sagt denn, dass sie es ist?"
Es war ein verzweifelter Versuch, das Thema abzuschwächen, aber ich glaube, das funktioniert nicht sehr gut.
Sherlock:
"Moriarty weiß, dass wir sofort an sie denken, wenn wir hören, dass eine Frau an der Entführung beteiligt war. Selbst wenn sie es nicht gewesen ist, will er sie und trotzdem ins Gedächtnis rufen." Ich brach ab und dachte nach. Dann meinteich, mehr zu mir selbst als zu John: "Zuerst macht er uns wieder auf sich aufmerksam, dann auf sie... Was hat er vor?"
John: Ich zuckte mit den Schultern. Wenn er es nicht wusste, woher sollte ich es dann wissen?
Sherlock:
Moriarty wollte, dass ich irgendwie wieder auf ihn zukam. IOU. Irgendetwas hatte er noch vor. Mir kam ein Gedanke. Zwar waren inzwischen über zwei Jahre vergangen... aber trotzdem zog ich mein Handy aus der Tasche und suchte nach der Nummer, von der aus Moriarty mir damals geschrieben hatte. Einen Versuch war es wert.
Was schulden Sie mir noch?, tippe ich und drückte auf SENDEN.
Moriarty:
Genüsslich nippte ich an meinem Glas Brandy, den eine entzückende junge Frau soeben für mich abstellte. *Pling. Das war wohl mein Handy. Ich las die Nachricht und musste grinsen. Dann schrieb ich zurück:
"Leben, Sherlock. Ich schulde Ihnen Leben!"
Kaum hatte ich auf SENDEN gedrückt, öffnete sich die Tür. Ich konnte nicht sehen, wer es war, ich saß in dem Sessel mit dem Rücken zur Tür, aber die langsamen und sich nähernden Schritte ließen mich wissen, wer es war.
Ich schloss die Augen und spürte zwei Hände, die sich zärtlich auf meine Schulter legten. Eine Stimme, weich wie Honig, hauchte: "Es ist lange her, nicht wahr, Jim?"
Ich öffnete die Augen wieder. Ein triumphales Lächeln begann, meine Lippen zu umspielen. Ohne sie anzusehen, sagte ich: "Viel... zu lange!"
Sherlock:
Tatsächlich antwortete er mir. Und er war es, keine Frage. Denn er hatte recht. Er schuldete mir leben. Dank ihm war ich schließlich "gestorben". Trotzdem erschrak es mich, dass er mir antwortete. Ich hatte sein Netzwerk zerschlagen. Er hatte sich umgebracht, und zwar vor meinen Augen. Eine Rückkehr war eigentlich unmöglich. Bis hier hin hätte es noch der kranke scherz eines Psychopathen sein können. Aber Moriarty war zurück. Und es schien ihm nicht unbedingt schlecht zu gehen.
Ich spürte das verlangen, ihn nach ihr zu fragen. Aber ich wusste, dass dies sein Plan war. Ich würde in sein offenes Fangnetz laufen. ich war die Fliege, und er die Spinne. Und er war wieder dabei, seine Netze so zu bauen, dass am Ende des Wegs der sichere Tod auf mich wartete.
Plötzlich war es mir klar. Sein Plan. Es klang, wie aus einem Film entsprungen. Er schuldete mir leben, aber er wollte meinen Tod. "Keiner kann leben, während der andere überlebt." ein Zitat aus Harry Potter, meiner Meinung nach vollkommen überflüssiger Unterhaltungsliteratur. Doch es traf die Beziehung zwischen Moriarty und mir im Kern.
(sherlocks meinung, nicht meine. xd)
John:
( Okay xD )
"Nein!", sagte ich nur und blickte über seine Schulter ungläubig auf den Display. "Das ist nicht möglich, ist das..."
Sherlock:
John hatte mal wieder besonders schnell einen Durchblick bekommen, ich beachtete ihn gar nicht. Ich hatte Moriartys Plan durchschaut. Sollte ich es ihn wissen lassen, oder so tun, als hätte ich es noch nicht verstanden. Ich konnte der Versuchung kaum widerstehen, mich zu beweisen und zu zeigen, dass ich genau wusste, was sein Plan war. Doch das war eine weitere Falle, die er mir stellte. Diesmal würde es schwere sein als je zu vor, nicht in sein riesiges Fangnetz zu laufen.
"Ja, es ist Moriarty!", meinte ich genervt zu John, der immer noch ungläubig auf das Display starrte.
John:
"Dann ist er also wirklich noch am Leben!", meinte ich mehr zu mir selbst als zu ihm. Aber wie zum Henker hatte er das nur geschafft. "Aber wie? Wie Sherlock? Er... hat sich doch umgebracht!"
Sherlock:
"Wenn man alle logischen Lösungen eines Problems eliminiert, ist die unlogische obwohl unmöglich unweigerlich richtig", antworte ich. Genau wusste ich nicht, wie Moriarty es geschafft hatte, zurückzukehren, doch ich würde es herausfinden.
John Watson
Wir gingen um das Haus herum zurück zu Straße. "Ein Double? Oder sowas?"
Sherlock:
"Moriarty lebt, eindeutig", wiederholte ich langsam für Johns eingeschränkten Geist. "Und die Wahrscheinlichkeit, dass sie wieder mit ihm zusammenarbeitet, ist somit auch erhöht", fügte ich hinzu, auch wenn ich diesen Schritt von ihrer Seite nicht nachvollziehen konnte.
John:
,, Das kann aber nicht angehen, Sherlock, Irene Adler ist t.... in Amerika.", antwortete ich schnell.
Sherlock:
"Weder tot, noch in Amerika", verbesserte ich John, worauf er mich irritiert anstarrte. Doch ich würde ihm sicher nicht erklären, dass ich sie damals gerettet hatte...
John:
Ich wollte etwas sagen, tat es aber doch nicht. Was meinte er damit? Wie meinte er es? Mycroft hat sagte doch, er währe ,diesmal´ gründlich gewesen. Die Frau wäre von Terroristen enthauptet worden. Oder konnte es sein... nein. Nein, niemals, oder?
Sherlock:
Mir wurde bewusst, dass ich John, der höchst verwirrt wirkte, eine kleine Erklärung schuldig war. "Nach Mycrofts Informationen wurde sie in Pakistan von Terroristen geköpft. Nun... sie ist ihnen in letzter Minute entkommen."
John:
Ich blickte ihn fassungslos an und dann wurde mir bewusst, wie er das mit ,,in letzter Minute entkommen´´ meinte. "D... du hast...."
Sherlock: Ich sah John "ahnungslos" an. Es wäre doch ein Wunder, wenn darauf kommen würde, was passiert war.
John: "Wie zum... Teu.fel....?"
Sherlock: "Ja?", fragte ich. John schien tatsächlich eins und eins zusammen zu zählen können, ein Wunder. Händeringend suchte er nach Worten, während ich meine ahnungslose Rolle durchzuhalten versuchte.
John:
"Mycroft hat doch.... verdammt nochmal, warum hast du mir nie! Etwas! Gesagt?", wollte ich sauer wissen.
Nicht zu fassen, er verschweigt mir zwei Jahre lang, das eine seiner gewieftesten Gegenspielerinnen (besser gesagt die Gewiefteste) noch am Leben ist und ich ebenso lange mit einem schlechten Gewissen herumrenne! Auch auch wenn ich zwischen durch mal nicht so daran gedacht hatte...
Sherlock:
"Wieso hast du nie gesagt, dass sie tot ist?", konterte ich. "Du wärst es mir doch schuldig gewesen, die Wahrheit zu sagen, auch wenn die Wahrheit eine Unwahrheit ist, aber du hast ja von dieser Unwahrheit angenommen, das es ist die Wahrheit ist." John stutzte.
John:
Ich blickte ihn kurz verdattert an. Nicht nur, weil er so schnell sprach, das ich fast nicht folgen konnte, sondern auch, weil er -typisch Sherlock, halt - immer das letzte Wort haben musste!
"Weil ich... dich nicht verletzen wollte! Du weist genauso gut wie ich, wie dich ihr ,Scheintod´ damals aus der Bahn geworfen hat, und versuch ja nicht, es zu leugnen!", mahnte ich mit erhobenen Finger, als er schon etwas erwidern wollte.
"Ich wollte nicht, das es dir wieder so ergeht, Sherlock. Ich habe es dir zu deinem eigenen Besten verschwiegen."
Sherlock:
Ich wollte nicht war haben, dass mich ihr Tod irgendwie aus der Bahn werfen würde.
"Es ist sehr fürsorglich von dir, dass du es mir zu meinem eigenen Besten verschwiegen hast", meinte ich ironisch. "Aber trotzdem wäre es besser, mir dir Wahrheit und keine unglaubwürdigen Geschichten von Mycroft zu erzählen!"
John:
"Okay. Dann sag ich dir offen, und ganz ehrlich, das du ein ignoranter Mistkerl bist, dass du keine Ahnung von Geburtstagsgeschenken für Frauen hast und das ich mir geraumer Zeit deine Kreditkarte ausgeliehen habe!", sagte ich griff in meine Jackentasche, holte jene Kreditkarte heraus und drückte sie ihm in die Hand.
Sherlock:
Ich nahm die Kreditkarte emotionslos entgegen, ich hatte schließlich schon lange bemerkt, dass John sie hatte mitgehen lassen.
Plötzlich fiel mir etwas auf. Johns Handy hatte nun schon einige Male vibriert. Er hatte es ignoriert, aber ich hatte darauf geachtete und wusste jetzt, wer angerufen hatte...
"Wenn ich kein ignoranter Mistkerl wäre, würde ich dir jetzt sagen, dass bei Mary soeben die Wehen eingesetzt sind!"
John:
"WAS?" Eiligst zog ich mein Handy heraus und schaute auf dem Display. 8 verpasste Anrufe! Und eine SMS, die eben eingegangen ist. "John, wo steckst du??? das Baby kommt!!!"
"Sheiße ich... ich muss zu ihr!", rief ich und rannte, ohne weiter auf Sherlock zu achten, zur Straße und hielt ein Taxi an.
Sherlock
Ich blickte John seelenruhig hinterher, wie her sich hektisch in das nächste Taxi stürzte. Dann winkte ich ebenfalls ein Auto heran. "221b Baker Street", meinte ich. Ich würde dort auf John warten und mir unseren Fall noch einmal durch den Kopf gehen lassen.
John:
Unruhig lehnte ich mit zurück, trippelte mit den Füßen und blickte aus dem Fenster. Oh mein Gott, es war so weit! Ich wurde Vater! War ich der Aufgabe gewachsen? Würde ich ein guter Daddy werden? Würde es den Kind gut gehen? Wie nenne wir sie dann eigentlich?
Als das Taxi vor dem Barts nicht mal richtig zum Stehen kam, öffnete ich die Tür, nachdem ich den Taxifahrer wahllos irgendeinen Geldschein zugeworfen hatte und stürzte durch die Tür.
Mary war bereits im Kreißsaal, als ich mit Kittel hereinstürzte und von einigen Ärzten begrüßt wurde.
"John!", stöhnte Mary zwischen den schmerzhaften Wegen. Eiligst ging ich zu ihr und nahm ihre Hand.
"Hey. Es ist alles gut, alles okay, ich bin bei dir.", versuchte ich, sie zu beruhigen.
Sherlock:
Ich hatte gerade eine Leiche inspiziert uns kurz Pause gemacht, als ich John ins Krankenhaus eilen sah. Er sah so gehetzt und aufgeregt aus, dass mir gleich klar war, dass die Geburt bevorstand. In der Hoffnung, Sherlock sei auch mitgekommen und ich könnte ihn vielleicht zu einem Kaffee überreden, tapste ich runter in das Stockwerk, in dem der Kreißsaal lag. Doch wie ich bereits erwartet hatte, war Sherlock nicht da.
Mrs. Hudson:
Ich staubte im Treppenhaus gerade die Bilder ab, als Sherlock durch die Haustür kam, diese zufallen lies und ohne ein Wort an mir vorbei nach oben hastete. Verwirrt blickte ich ihn nach. Ein kleines ,Hallo´ wäre schon nett gewesen, find ich!
Ich seufzte und beschloss, ihn langsam seinen Tee zu machen.
Ein wenig später betrat ich mit einem Tablett mit Tee und Keksen das Zimmer. "Huhuuu.... Ach, Sherlock, ich habe ihnen tausendmal gesagt, Sie sollen ein Fenster aufmachen, wenn Sie rauchen! Ich dachte, Sie hätten einen Entzug gemacht! Und wie es hier wieder aussieht!"
Es stank fürchterlich nach Qualm und auf dem Wohnzimmertisch lagen überall verstreut Blätter und Dokumente. Und er benutze die Wand wiedermal als Pinnwand, an die er noch mehr Schreibwerk mit Reißnägeln befestigt hatte. Er selbst stand auf dem Sofa mit der Zigarette in der einen Hand und studierte aufmerksam die Karten.
Sherlock:
Ich blickte konzentriert auf den Haufen aus Fotos, Texten, Zeichnungen, Notizzetteln, Straßenkarten und tausend anderen Dingen vor mir. Nikotinpflaster hatten diesmal einfach nicht gereicht. Als Mrs. Hudson hereinkam, störte sich mich mal wieder völlig.
"Haben Sie nicht irgendwas besseres zu tun?", fragte ich genervt. "Machen Sie doch... Rufen Sie doch John an, das Baby ist seit..." Ich blickte auf die Uhr. "... 7 Minuten und 28 Sekunden da."
Mrs. Hudson:
,,Oh! Mary hat entbunden?", rief ich erfreut aus. ,,Wie wunderbar! Warum sind Sie dann immer noch hier?" Ich wunderte mich, warum er nicht bei John im Krankenhaus war.
Sherlock:
"Wo sollte ich denn sonst...?", fing ich an, doch dann verstand ich, dass John mit Sicherheit erwartete ich würde ihn anrufen und ihm... gratulieren. Obwohl er genau wusste, dass für eine Gratulation meiner Auffassung nach kein Bedarf bestand. Außerdem war ich so in meine Arbeit vertieft gewesen, bis Mrs. Hudson, dass ich ihn jetzt wirklich nicht anrufen konnte.
"Richten Sie John doch..., dass was man in dieser Situation eben sagen würde, von mir aus, wenn Sie ihn anrufen", meinte ich und wandte mich wieder meiner Pinnwand zu.
Mrs. Hudson:
"Och, Sherlock! John legt mich Sicherheit großen Wert darauf, wenn Sie ihm das selbst ausrichten!", protestierte ich.
Sherlock:
"Er sollte erwarten, dass ich es ihm nicht persönlich ausrichte", meinte ich und versuchte, Mrs. Hudsons Anwesenheit einfach auszublenden und mich auf meine Arbeit zu konzentrieren. Ich blickte auf eine Karte von London und seiner Umgebung. Dort hatte ich alle Ort Markiert, die wir bis jetzt wegen dem Entführungs-Fall und der Rückkehr Moriartys besucht hatten. Das Anwesen der Crockfords, die Scheune, das Haus von Jackson Boyle. Auch meine Wohnung und den Pub in den Boyle Moriarty getroffen hatte, hatte ich markiert. Plötzlich fiel mir etwas auf. Wenn man diese Punkte miteinander verband, entstand ein deutliches Muster:
I A
Irene Adler.
Mrs. Hudson:
,,Ich muss wirklich mal mit ihrer Mutter reden!", erwiderte ich enttäuscht. Sherlock sagte darauf nichts, blickte einfach nur auf eine Startkarte von London, auf die er einige Punkte mit roten Stecknadeln kennzeichnete. Ich ging schließlich wieder nach unten, um John anzurufen.
Sherlock:
Ich hörte nur, dass Mrs. Hudson irgendwas von meiner Mutter redete und dann endlich verschwand. Fast wie betäubt starrte ich auf den Stadtplan. I A. Es war so eindeutig. Jetzt war es klar, so klar, wie Moriartys Rückkehr. Er wollte mich immer wieder darauf stoßen. Wieso war sie wieder auf seiner Seite? Wie war es ihm überhaupt gelungen, zu überleben? Ich brauchte Antworten. Antworten auf all die Fragen. Und die konnte ich nur auf eine Art und Weise gewinnen.
Ich zog mein Handy aus der Tasche, fotografierte den Stadtplan ab und schickte ihn an Moriarty. ich wusste, dass das sein Plan war, aber konnte ich von jemand anderem Antworten erfahren als von ihm?
Moriarty
Ich stand am Fenster und blickte durch die weißen, durchsichtigen Vorhänge hinunter auf die Straße, auf denen ein wenig Schnee lag. Wie passend, fand ich. Der Winter musste weichen, damit es wieder Frühling werden könne. Etwas Altes musste gehen, damit es etwas Neues geben konnte.
Es erinnerte mich an Sherlock und mich.
Noch passender fand ich es allerdings, das ich von diesem plötzlich ein Foto bekam. Grinsend musterte ich das gekennzeichnete I A
Er hatte schon mal eine kleine Spur, die ich für ihn gelegt hatte, gelöst. Ich schmiss mein Handy kurz in die Luft, ehe es nach einer kleinen Drehung wieder zwischen meinen Finger.n landete. Dann suchte ich Sherlock Nummer und rief ihn an. Nach all den Jahren des Schweigens war das mal wieder überfällig gewesen. Er hat sich ohne mich sicher schrecklich gelangweilt.
Sherlock:
Kurz nachdem ich das Bild abgeschickt hatte, klingelte mein Handy. Moriarty. Ich nahm den Anruf an, blieb jedoch still. Was würde er sagen? Doch auch er schwieg und schien darauf zu warten, dass ich etwas sagte. Schließlich tat ich das auch: "Sie schulden mir tatsächlich etwas. Sie schulden mir Leben, und sie schulden mir eine Erklärung. Meinen Sie nicht auch, Moriarty?"
Moriarty:
"Eine Erklärung? Och Sherlock. Ehrlich, Sie... Sie enttäuschen mich jetzt ein wenig. Ich habe... über 3 Jahre lang ,Urlaub´ gemacht. Ich habe 3 Jahre lang den Tag herbeigesehnt, an dem ich Sie und Ihr altkluges Ich wiedertreffe. Habe Ihnen ein kleines Andenken aus meinen Ferien mitgebracht. Und da fragen Sie mich nach einer Erklärung?"
Nach einigen Sekunden Schweigens fügte ich hinzu:
"Ich sehe schon. Meine Abwesenheit scheint Ihnen nicht gut getan zu haben. Sie haben wohl abgebaut. Oder sind Sie am Ende nicht... normaler geworden?"
Dieser Beitrag wurde bisher 1 Mal bearbeitet, zuletzt am 14.11.15 um 23:45 von Mila-Grosa
Sherlock:
Ich lachte auf. "Als ob Sie sich nicht auch eine Erklärung herbeisehnen würden. Wie ich es geschafft habe, zu überleben, John, Lestrade und Mrs. Hudson zu retten, ihr gesamtes Netzwerk zu zerschlagen. Nach meinem Urlaub bin ich nicht normaler geworden, oh nein, ich bin aufgeblüht.
Und es reicht mir, zu wissen, dass Sie wieder da sind. Und dass sie auch wieder da ist. Sie schulden mir eine Erklärung, Moriarty. Doch ich brauche sie nicht so dringend, wie Sie eine Erklärung von mir."
Moriarty:
Ich grinste in mich hinein. "Na gut? Die Runde geht an Sie. Wie haben Sie es denn geschafft, zu überleben, hm? Haben Sie sieben Leben, wie eine Katze? Oder hat Ihnen Ihr großer Bruder unter die Arme gegriffen?"
Sherlock:
"Neun", widersprach ich ihm. "In der englischen Mythologie haben Katzen neun Leben."
"Und zu ihrer ersten Frage sagen ich ihnen so viel, wie ich John gesagt habe: 'Sie kennen meine Method.en, Moriarty. Ich bin bekanntlich unzerstörbar.'"
Dieser Beitrag wurde bisher 1 Mal bearbeitet, zuletzt am 17.11.15 um 20:59 von Sohea
Moriarty: ,,Dann geht es ihnen ja wie mir?", erwiderte ich. Neun, sieben... war das so wichtig?
Sherlock:
"Dies scheint eine weitere Gemeinsamkeit unser beider zu sein", stimmte ich ihm zu. "Doch wie heißt es so schön: Es kommt nicht darauf an, worin ihr euch ähnelt, sondern worin ihr euch unterscheìdet."
Moriarty: Ich antwortete nichts. Einige Sekunden später fragte ich: "Haben Sie sich ohne mich gelangweilt? Haben Sie mich vermisst?"
Sherlock
"Vermisst?", wiederholte ich spöttisch. "Nun..., ich muss zugeben, von Magnussen war ich ein wenig enttäuscht. Sie sind eindeutig ein.. interessanterer Gegenspieler."
Moriarty:
Ich lehnte mich hinten gegen das Fenstersims. "Nun, das kleine Spielchen mit Magnussen war doch nur etwas zum Aufwärmen. Das richtige ,Spiel´... hat noch gar nicht begonnen, Sherlock. Aber ich hoffe, Sie werden gut vorbereitet sein. Es wäre enttäuschend, wenn nicht, all die Jahre Planung völlig umsonst!"
Sherlock:
Ich fand es abstoßend, dass Moriarty das, was er tat, als "Spiel" bezeichnete. "Ich würde mich an ihrer Stelle mehr darum sorgen, dass Sie gut vorbereitet sind. Die "Anlockung" mit der Entführung war doch ziemlich durchschaubar. Keine überzeugende Ouvertüre!"
Moriarty: "Darum müssen Sie sich keine Sorgen machen, ich habe für genug Ouvertüren gesorgt."
Sherlock:
Das dachte ich mir. Moriarty würde schon einen ziemlich monströsen Plan ausgeheckt haben, bei dem Ton, den er anschlug. "Na dann", meinte ich.
Moriarty:
"Wollen Sie sie sprechen? Ich könnte sie sofort ans Telefon hohlen, damit sie Ihnen kurz ,Hallo´ sagt.", meinte ich zynisch und blickte zur Tür.
Sherlock:
Ich war froh, dass Moriarty meinen erschrockenen Blick nicht sehen konnte. Zum Glück fasste ich mich schnell wieder und meinte: "Ein sehr nettes Angebot, aber ich verzichte freiwillig."
Moriarty:
"Och, sie wird sehr enttäuscht sein. Wissen Sie... sie... konnte Sie all die Jahre über nicht vergessen, oh nein, ganz im Gegenteil."
Sherlock:
Moriarty beherrschte die Kunst, alte Wunden wieder aufzureißen und Salz hineinzukippen, nur mit ein paar einfachen Wörtern. Ich versuchte, souverän zu antworten: "Dank mir lebt sie überhaupt noch."
Moriarty:
"Dank ihr leben Sie überhaupt noch!", entgegnete ich grinsend. Ich wusste, dass ich ihn an einem ganz wunden Punkt erwischt hatte. Das gefiel mir.
Sherlock:
Ich erwiderte nichts, sondern konzentrierte mich ganz und gar darauf, auszublenden, wie sehr mich ihre Undankbarkeit verletzte. Wieso tat sie das alles? Wieso war sie auf Moriartys Seite?
Moriarty:
"Sie verstehen es nicht, oder? Warum sie im ,Team Moriarty´ spielt, habe ich Recht?"
Ich grinste breit und durchschritt, während ich redete, den Raum zu einer Kommode, auf der sich die geöffnete Akte ,Irene Adler´ befand, die ich mir vom Großen Bruder Holmes eben mal kurz ,ausgeliehen´ hatte.
"Ich habe ihr Leben bedroht. In meinen Augen war sie nur eine Gehilfin. Zwar eine äußerst reizende, Anzügliche aber dennoch... eine Gehilfin. Wenn man daran denkt, was Sie alles für sie getan haben? Sie haben ihr den Jumbo-Code binnen Sekunden entschlüsselt, um sie zu beeindrucken. Sie haben Ihren Bruder, ihren besten Freund getäuscht, um ihr Leben zu retten. Selbst ihr Smartphone haben Sie all die Jahre über aufgehoben. Aus Sentimentalität. Aus Zuneigung. Wenn nicht sogar aus Liebe. In Ihren Augen war, nein... ist sie bestimmt keine Gehilfin. In Ihren Augen ist sie die Frau."
Nach einer kurzen Pause meines höchst melodramatischen Monologs fügte ich, weniger wehmütig hinzu: "Also da würde ich mir an Ihrer Stelle auch verar.scht vorkommen."
Sherlock:
Ich nahm das Handy vom Ohr und mein Blick schweifte in die Ferne.
Moriarty hatte Recht. Mit allem, was er gesagt hatte. Ich hatte sie gerettet, so viel für sie getan. Im Nachhinein kam es mir töricht vor. All das, was ich für sie gemacht hatte. Doch ich wusste, wenn ich die Situation noch einmal durchleben würde, würde ich es wieder tun. Aus Liebe? Nein, NEIN, das konnte nicht sein, ich war ein Soziopath, ich empfand keine Gefühle! Das war alles nicht möglich.
In diesem Moment schwand meine Zuneigung teilweise in *** um. Sie hatte mich ausgenutzt, sie war undankbar... und doch... hatte sie mich nicht auch geliebt.
Ich nahm das Handy wieder an mein Ohr und meinte: "Ja, es gibt tatsächlich etwas, was ich nicht verstehe: I AM SHERLOCKED?"
Moriarty:
"Nun, entweder steht sie auf Wortspiele -Sie wissen doch, wie gerne sie Spielchen spielt- oder sie erwidert ihre Zuneigung an Ihnen."
Nach einer weiteren kurzen Pause, fügte ich noch hinzu: "Wenn Sie wollen, können Sie es herausfinden."
Sherlock: "Ich weiß nicht, ob ich wirklich wissen will, was sie sich bei all dem gedacht hat", meinte ich abfällig.
Moriarty: "Deduktieren Sie doch!", erwiderte ich gehässig.
Sherlock: Ich verdrehte die Augen: "Deduzieren. Es heißt deduzieren nicht deduktieren."
Moriarty: "Natürlich. Sie hören von mir, Sherlock.", sagte ich und legte auf. Somit hatte das Spiel wohl offiziell begonnen.
Sherlock:
Moriarty hatte überraschend plötzlich aufgelegt. Ich legte das Handy weg und lehnte mich zurück. Das Spiel ging in die nächste Runde.
John:
Die Kleine blickte mich aus himmelblauen Äuglein an und ich konnte nicht anders, ich musste einfach breit lächeln. Es war nicht zu fassen. Ich hielt mein Kind in den Amen. Meine kleine Tochter.
"Schön, dass ihr euch so gernhabt, aber vergesst nicht, wer hier die ganze Arbeit geleistet hat.", meinte Mary leicht ironisch und lächelte uns an.
Wir waren inzwischen auf der Intensivstation. Mary hatte ein eigenes Zimmer und die Kleine war gerade von einigen Gesundheitschecks aus der Säuglingsstation gebracht worden.
Es war alles okay mit ihr. Mit Mary Gott sei Dank auch, auch wenn ihr immer noch die Schweißperlen auf der Stirn standen. Sie wollte das Kind per Kaiserschnitt hohlen lassen, so ging es schneller.
Ich küsste sie auf die Stirn und gab ihr das Baby. Sie sah viel mehr Mary ähnlich als mir.
Sherlock würde zu dem Thema sicher einen seiner Kommentare loslassen. Evelyn auch. Wenn sie hier wäre, würde sie sicher sagen. "Na Gott sei Dank!"
Plötzlich stutzte ich. Mist, ich hatte Evelyn noch nicht Bescheid gesagt. Ich guckte auf die Uhr. Es war schon später Nachmittag und es fing allmählich an, zu dämmern. Ich konnte Mary jetzt unmöglich alleine lassen.
Ich hatte ihr von meinen Plänen erzählt, anfangs war sie noch skeptisch, aber sie kannte Evelyn. Sie wusste, dass sie absolut vertrauenswürdig war.
"Was ist?", fragte sie mich.
"Ich muss kurz telefonieren."
"Mit wem?"
"Ich ruf Evelyn kurz an und sag ihr ab."
"Was, wieso? John, du musst wirklich nicht..."
"Doch Mary, ich muss. Ich lasse dich jetzt bestimmt nicht alleine. Wir werden einfach ein andermal den Plan mit ihr besprechen."
"Schick sie doch bei Sherlock vorbei."
Ich wiegte den Kopf kurz hin und her. Ich hatte irgendwie kein gutes Gefühl dabei. Sherlock war ein hochintelligenter Soziopath und Evelyn... naja... sie war zwar auch intelligent, aber nicht auf Sherlocks Niveau. Nicht, das sie sich in irgendeinen Konflikt verhedderten. Oder es Tote gab...
Ich sog die Luft ein. "Mhhh... ich weiß nicht..."
"Na komm. Eine halbe Stunde werden sie ja wohl miteinander überleben."
Ich seufzte. Dann wählte ich nochmal die Nummer von Scotland Yard und fragte Donovan nach Evelyn Dawson.
Sherlock
Ich saß in meiner Wohnung, tief in Gedanken versunken. jegliches Zeitgefühl hatte ich verloren, als Mrs.Hudson plötzlich rief: "Sherlock, besuch für Sie!" Ich stutzte. Wer konnte das sein? John würde Mary jetzt nie alleine lassen. Moriarty würde nach diesem Gespräch wohl kaum vorbeischauen um Hallo! zu sagen. Meine Eltern waren auch nicht in der Stadt und Mycroft würde nie persönlich kommen. Wahrscheinlich war es Lestrade.
Als sich die Tür öffnete, bemerkte ich, dass ich nur knapp danebengelegen hatte und verfluchte gleichzeitig John.
Evelyn:
Ich öffnete die Tür nur einen Spalt und linste mit dem Kopf um die Ecke. "Hi.", sagte ich nur.
Mr. Holmes musterte mich nur und sein Gesichtsausdruck verriet mir, das er mit mir überhaupt nicht gerechnet hatte.
Er öffnete schon den Mund, um etwas zu sagen, aber ich hob nur abwehrend die Hände ein wenig an. "Glauben Sie mir, ich wäre jetzt auch lieber zuhause bei meiner Couch."
Da wäre ich jetzt wahrscheinlich auch, wenn John den Plan nicht in letzter Minute wieder geändert hätte und mir sagte, ich solle zur Baker Street fahren.
Ich war den ganzen Tag unterwegs und habe in Lestrades Auftrag Amanda Forestes Freunde und Familie über ihr Ableben informiert. Mrs. Forester war zwar Witwe und hatte keine Kinder, dafür aber einen verdammt großen Freundeskreis.
Und egal wie sehr ich mich bemüht hatte, es ihnen schonend beizubringen (Lestrade hatte mir das extra von vornherein nochmal eingeschärft) musste ich mindestens 20 Minuten lang für jeden den ,Seelenklempner´ spielen. Jetzt wusste ich, dass das Gerücht stimmte, das die Neuen immer die Dre.cksarbeiten machen mussten.
Sherlock:
Nach dem ich Miss Dawson betrachtet hatte, stellte ich fest, dass sie tatsächlich etwas erschöpft schien.
"Setzen Sie sich", meinte ich knapp und wies auf das Sofa. Miss Dawson nahm Platz und ich fing an zu sprechen: "Nun, John wollte sich mit Ihnen treffen, um sie..in unseren aktuellen Fall einzuweihen. Ich denke zwar kaum, dass das tatsächlich nötig ist, aber ich konnte ihn nicht von seinem Anruf abhalten." Besonders nach meinem Gespräch mit Moriraty hatte ich keinen Nerv dafür, Scotland Yard einzuweihen. Und schon gar nicht, wenn ich das persönlich machen musste.
Evelyn:
Mehr benötigte es eigentlich nicht, um mir klarzumachen, dass ich von seiner Seite aus nicht wirklich erwünscht war. Aber da es JOHN war, der mich kontaktiert hatte, musste ich wohl kein schlechtes Gewissen haben. Ich versuchte, ein typisch britisches Höflichkeits-Lächeln aufzusetzen und sagte nichts weiter dazu. „Um was geht es ?", wollte ich dann wissen. Es musste wirklich wichtig sein, wenn John mich in einem privaten Fall mit ihm und den berühmten Sherlock Holmes miteinbeziehen wollte.
Re: Sherlock - 2er RPG
von Mila-Grosa am 21.01.2020 21:48Sherlock:
"Nun", setzte ich etwas gelangweilt an. "vor einigen Tagen sprach Mary mit einer Freundin, deren Namen ich unerwähnt lassen sollte. Sie wurde von unbekannten entführt, doch wollte sich nicht an die Polizei wenden, um einen Skandal zu vermeiden. Sie ist adlig. John und ich sprachen mit ihr. Ihre Entführung wurde nach einer Lösegeldforderung kurzfristig abgebrochen und ihr Mann holte sie in einer verlassenen Scheune ab. Diese suchten wir auf. wir entdeckten Zeichen, die unausweichlich auf eine Verbindung Moriartys mit dieser Entführung hindeuteten. Wir ermittelten weiter und fanden einen der Entführer, der dies bestätigte. außerdem..." Ich sammelte mich kurz. "...scheint ... Irene Adler eine Komplizin Moriartys zu sein. Sie hatte vor einiger Zeit schon einmal mit ihm Kontakt." Das war der Stand der Dinge. Das Gespräch mit Moriarty lies ich erst mal außen vor.
Evelyn:
Ich hatte mich interessiert vorgebeugt. Der Name „Moriarty" war mir sehr wohl geläufig. Und den Namen Irene Adler kannte ich aus ,Ein Skandal in Belgravia´. Einer der interessantesten Fälle in Johns Blog, wie ich persönlich fand. Jedoch war zuletzt bekannt, dass sie sich in Amerika in einem Zeugenschutzprogramm befand. Seit diesem Vorfall waren gerademal ein paar Jährchen vergangen. Zu wenig, als dass Gras über die Sache gewachsen wäre. Wenn herauskäme, dass Mrs. Adler wieder in England sei, könnte das gefährlich für sie werden. Diese Gefahr nahm sie in Kauf? Um eine Frau zu entführen?
"Interessant.", meinte ich. "Wo genau wurde Susan Elisabeth Crockford entführt?"
Sherlock:
"Mrs.Crockford wollte gerade ihr das Tor zu ihrem Anwesen öffnen, um ihr Auto auf ihr Grundstück zu fahren, als sie, wie sie sagte, von hinten gepackt, gefesselt und geknebelt wurde", meinte ich sachlich.
Evelyn:
"Okay...konnte sie den oder die Täter erkennen, oder ist ihr sonst etwas Besonderes aufgefallen?", wollte ich, ganz nach klischeehafter polizei-routine wissen.
Sherlock:
"Ein Mann und eine Frau", meinte ich knapp. "Ihn haben wir ausfindig gemacht" Zu ihr sagte ich nichts mehr. "Mrs.Crockford berichtete, dass die beiden die ganze Zeit geschwiegen haben. Mit dem Mann, Jackson Boyle, haben wir gesprochen. Angeblich hat Moriarty selber ihn in einem Pub aufgesucht, um ihn den Job anzubieten. Er hat zugestimmt, denn wie Moriarty wusste, hatte er Geldsorgen. Die Frau kannte Boyle nicht."
Evelyn:
Das war immerhin etwas, dennoch ein wenig mager. Aber aus irgendetwas ließe sich immer eine Spur gewinnen. Wenn man Glück hatte zumindest. „Wie sieht 's mit dem Fluchtfahrzeug aus?", erkundigte ich mich.
Sherlock:
"Dazu haben wir keine Informationen. Boyle war so gut wie gar nicht in en Plan eingeweiht. Er konnte uns nur wenige brauchbare Angaben liefern."
Evelyn:
Das stimme. Er hatte mir die Fakten zwar dargelegt... nur leider keine, mit denen ich aus dem Stegreif etwas anfangen konnte. Zumal es nach einer Entführung klang, die – sage ich jetzt mal – tatsächlich auf dem Sachgebiet „Consulting Detectiv" lagen. Wie also sollte ich da weiterhelfen können? ,,Das... ist bei Zeugenbefragungen überwiegend der Fall.", bemerkte ich, im Unklaren, wie ich die Konversation von meiner Seite aus steuern könnte. Ich war wohl am besten einfach offen und direkt. „Also, ich... bin mir leider nicht im Klaren, wie ich Ihnen helfen..."
Sherlock:
"Ich benötige ihre Hilfe nicht", antwortete ich etwas schroff. "John wollte sie kontaktieren, weil er meinte, so könnten wir uns Zugang zu geheimen Fakten über Moriarty verschaffen. Ich für meinen Teil glaube kaum, dass Scotland Yard mehr Fakten über Moriarty kennt als ich selbst und wenn sie sie immer noch vor uns geheim halten würden, wäre das nicht besonders schlau."
Evelyn:
Ich fixierte seine Augen mit meinen und bemühte mich, den Blickkontakt nicht abreißen zu lassen. So wie er das gesagt hatte könnte man fast meinen, dass ich in diesem Moment eine Verkörperung des Gegenpols von ´schlau´ für ihn bildete. Meine Lippen pressten sich bei diesem Gedanken aneinander und ich atmete geräuschlos aus. ,,Da es sich in diesem Fall um Moriarty handelt, wäre es wohl tatsächlich eher unklug, sie außen vor zu lassen, wo sie doch wesentlich öfter und auch noch persönlich mit ihm zu tun hatten. Da Moriarty erst vor kurzem wieder von den Toten zurückgekehrt ist und der Fall nicht – noch nicht - in meinen Zuständigkeitsbereich fällt, bin ich über die Hintergründe nur mäßig informiert. Auch darüber, was TOP-Secret ist und was nicht. .", erwiderte ich, diesmal etwas kühler.
Ich nahm mein Handy aus der Jackentasche und schaltete es ein. ,,Würden Sie mich einen Moment lang entschuldigen, Mr. Holmes?"
John: Ich saß neben Mary auf dem Bett. Die Kleine war eingeschlafen, Mrs. Hudson hatte angerufen und mich und Mary beglückwünscht (und nebenbei auch noch die umformulierten Glückwünsche von Sherlock) und ihre Mutter und ich diskutierten über einen passenden Namen.
In dem Moment klingelte mein Handy. Es war Evelyn.
"Hey, Evelyn. Hast du schon mit Sherlock gesprochen?"
"Ja, habe ich."
"Und... hat er das auch überlebt?"
"Haha, Witzbold, ich würde eher gerne wissen, ob du noch mit deiner Psychologin redest?"
"Naja... ja, so alle drei Wochen mal. Wieso? Was hat das damit zu tun?"
"Na Ja, schon irgendwie. John! Nämlich, dass du mich zu legitimen und inoffiziellen Ermittlungen anwerben willst!", zischte sie. "Weil du offensichtlich glaubst, dass ich, obwohl ich gerademal zwei Wochen bei Scotland Yard dabei bin, mir alle Informationen zu einem skrupellosen, brillanten Superschurken beschaffen kann, wenn ich nur mit dem Finger schnippe. Selbst wenn ich so frei wäre und mir diese Macht beschaffen könnte: ich könnte mir durch sowas ein Eigentor verpassen! Eine fette, rote Karte, einen Platzverweis auf Lebenszeit!"
Gedanklich verdrehte ich die Augen. Klar war es riskant. Aber wenn sie erstmal die Mittel hätte, wer würde da groß Verdacht schöpfen. Hier ging es immerhin nicht um keine geheimen Militärpläne, sondern um eventuelle kleine Recherchen hinter den Mauern von Scotland Yard. Recherchen, die für uns überaus hilfreich sein könnten, im Angesicht der wiederkehrenden Bedrohung durch Moriarty. „Hör zu, Evelyn, bis jetzt ist von irgendwelchen jobgefährdenden Aktivitäten niemals die Rede gewesen.", antwortete ich ein wenig ruhiger und leiser. „Wir würden es nur in Erwägung ziehen, falls Scotland Yard irgendwelche Informationen und Fakten zurückhält, die für uns entscheidend sein könnten. Es ist meine und Sherlocks Aufgabe, Moriarty zu stoppen. Und dafür müssen wir... querdenken. Und uns in viele Richtungen... orientieren."
"Ich glaube eher, dass du in deiner Arztpraxis zu viel Desinfektionsmittel einatmest. John, du bist mein Freund. Und..., wenn es wirklich darauf ankommt, kannst du auf mich zählen, dass weißt du ja. Aber... ich bin mir einfach nur sehr, sehr, sehr, sehr unsicher, was dieser moralisch alles andere als korrekte Weg angeht! Ich bin mit meiner Anstellung bei Scotland Yard endlich in Reichweite der Karriere, die ich schon immer anstreben wollte, und ich..."
"Bitte, Evelyn. Ich würde dich wirklich nicht darum bitten, wenn es nicht wichtig wäre. Sage wenigstens nicht sofort nein. Wir bitten dich auch nur darum, wenn es wirklich sein muss. Und dann kannst du immer noch entscheiden, ob dir die Sache zu riskant wird oder nicht."
"Wirklich nur im allerhöchsten Notfall? Alarmstufe blutrot?"
"Ja. Und im Moment ist es wirklich sehr schlecht darüber zu reden. Du als Ermittlerin bei Scotland Yard könntest uns problemlos an diesen und jenen Orten aushelfen, ohne dass irgendjemand Verdacht schöpft. Wir machen unseren Job und niemand wird je davon erfahren. Ich bin mir bewusst, dass es riskant werden könnte. Aber wenn es ausreicht, um den größten Ganoven in der Geschichte Englands zu Fall zu bringen, dann wird sich das lohnen. Für jeden für uns."
Sie schwieg. Das sagte mir, das sie mit sich selbst rang. "Na gut. Na gut, John. Solltet ihr meine Unterstützung brauchen, werde ich sehen, was sich machen lässt. Aber nur wenn es nicht anders geht. Oder mir Lestrade oder der Polizeichef mir den Kopf abreißt. Und du schuldest mir was."
Ich grinste. "Was sonst." Plötzlich viel mir etwas ein. "Ach, bevor ich es vergesse... wie geht ´s Arthur?"
Es herrschte wieder Stille, was mich ein wenig irritierte. Dann hörte ich Evelyn, aber mir schien, sie wäre ein kleinen wenig leiser geworden. "Bestens.. also John, du hörst von mir, und grüß Mary."
Sie hatte aufgelegt. Verwirrt blickte ich auf mein Handy. Und in das ebenso verblüffte Gesicht von Mary.
Sherlock:
Ich hatte das Gespräch interessiert verfolgt. Viele Wörter und Eindrücke schwebten vor meinem inneren Auge um Miss Dawson herum. Italienerin. Engländerin. Hochintelligent. Musikalisch. Modebewusst. Attraktiv. Zielstrebig. Verantwortungsbewusst. Geht ungerne Risiken ein. Schicksalsschlag. Unklare Vergangenheit -> Arthur?
Ich musterte Miss Dawson interessiert. Sie hatte das Gespräch ziemlich plötzlich abgebrochen, als das Thema Arthur aufkam, und nun blickte sie gedankenverloren in die Ferne. Ich deduzierte. Sie hatte in ihrer Kindheit einen Schicksalsschlag erlitten, denn an ihrem Verhalten ließ sich ablesen, dass sie einen Therapeuten hatte oder gehabt hatte. Doch Waise war sie nicht. Man merkte ihr an, dass sie von mindestens einem Elternteil liebevoll umsorgt worden war. Ich schloss auf den Vater. Also war ihre Mutter wohl verstorben. Plötzlich. Ein Unfall? War es nur ihre Mutter gewesen? Miss Dawson war kein Einzelkind, dass konnte ich immer schnell feststellen. War also Arthur ihr Vater, ihr Bruder?
Sie bemerkte meinen Blick.
Evelyn:
Mein Blick fiel von meinem Handy auf Mr. Holmes, dessen Blick wiederum auf mich fiel. Und es schien so, als würde ihm etwas durch den Kopf gehen, was meine Person betraf. "Ist irgendetwas?"
Ich hatte für einen kurzen Moment alles um mich herum vergessen, und an alles gedacht, was sich die letzen Jahre zugetragen hatte. An das Negative. Und eines davon war er. Arthur.
Sherlock
"Nichts", antwortete ich ruhig auf Miss Dawsons genervte Frage. Sie schien in schlechte Zeiten zurückgeworfen worden zu sein.
"Ich möchte nichts indiskret sein, doch mir scheint, als sei der Tod ihrer Mutter nicht ihre einzige negative Erinnerung."
Ich war mir nun sicher, dass Arthur weder Miss Dawson Vater noch ihr Bruder war. Wohl eher eine gescheiterte Beziehung, auch wenn John nicht wusste, dass sie gescheitert war. Eigentlich interessierte es mich auch kaum. Doch nachdem Miss Dawson eindeutig gezeigt hatte, wir klug sie war, drängte meine soziopathische Ader mich, auch meine Intelligenz zu beweisen.
Evelyn: Ich kannte Mr. Holmes zwar nur aus Johns Blog und seit wenigen Tagen persönlich, dennoch hätte ich nicht überrascht sein sollen, dass er plötzlich den Tod meiner Mutter ansprach, als würde er schon ewig davon wissen. Meine Mundwinkel sowie meine Hände verkrampften sich ein wenig. Ich wäre genauso wenig überrascht, wenn er gehört hätte, was John am anderen Ende der Leitung gesagt hatte. Und wie sehr es mich beschäftigte. Dennoch würde ich ihm so wenig Spielraum wie nur möglich geben. Vor allem nicht nach dieser überflüssigen Bemerkung, die mich – zugegeben- ein wenig erzürnte. „Erwarten Sie jetzt eine Antwort von mir?", wollte ich mit kiebigem Unterton wissen
Sherlock:
Ihre Antwort amüsierte mich. "Nicht zwangsläufig", meinte ich, "ich bin lediglich auf der Suche nach dem letzten Teil des Puzzles. Doch ihre Antwort ist dafür nicht unbedingt erforderlich. Ich werde es auch anders finden."
Miss Dawson legte den Kopf leicht schief und sagte vorerst nichts. Ich legte die Fingerspitzen aneinander, lehnte mich zurück und ließ meine Gedanken kreisen.
Evelyn:
Stumpf blickte ich ihn an. "Ich wüsste zwar nicht im Geringsten, wieso meine Vergangenheit so interessant für sie sein sollte. Aber wenn Sie meinen, nur zu."
Ich lehnte mich zurück und verschränkte die Arme. Wartete, was er alles aus mir herauslesen konnte.
Sherlock:
Ich sagte nichts mehr, fragte aber auch nicht. Wahrscheinlich ging es mich wirklich nichts an. Aber so etwas nahm ich nicht wahr.
Ich versank in Gedanken, für ein paar Minuten herrschte Stille und ich vergaß beinahe, dass Miss Dawson sich noch im Raum befand. Dann fiel mein Blick auf sie. "Sie sind ja immer noch da", meinte ich, weniger als Vorwurf als als Feststellung.
Evelyn:
"Ich wurde nicht aufgefordert, zu gehen. Also, hier sitze ich.", erwiderte ich immer noch mit verschränkten Armen.
Ich hatte ihm die ganze Zeit zugeschaut und war schon kurz davor, ein Kissen nach ihm werfen, um zu sehen, ob er überhaupt noch am Leben ist. "Und? Hatten Sie wegen meiner rätselhaften Vergangenheit schon eine Erleuchtung, Buddha Holmes? Ich glaube nicht, dass sie bei mir größere Schwierigkeiten haben wie bei anderen Leuten, aus denen sie wie aus einem offenen Buch lesen können."
Ich verhielt mich den Leuten eigentlich immer respektvoll gegenüber. Na schön, eher den meisten. Aber wenn mich etwas störte, dann machte ich mir nicht die Mühe, es zu unterdrücken, und - ehrlich gesagt - das Mr. Holmes hier jetzt einen auf ,,allwissenden Soziopathen´´ machte, störte mich gewaltig. Und gleichzeitig war mein Interesse geweckt.
Sherlock:
Langsam fragte ich mich, ob ich mich vielleicht vertan hatte. Miss Dawson war wohl doch nicht hochintelligent und sozial kompetent zugleich, sondern schien ziemlich starke soziopathische Züge zu haben. So ich kannte niemanden, der so gereizt reagieren würde, außer John an einem sehr schlechten Tag vielleicht oder.. eben mir.
Ich konnte an Miss Dawson Gesicht fast ihre Gedanken ablesen, und dass sie nicht wollte, dass sich irgendjemand in ihre Vergangenheit und in ihr Leben einmischte. nach kurzen nachdenken schloss ich, dass es wohl für mich an der Zeit war, ein bisschen John zu spielen.
"Nun, anscheinend bin ich ein wenig zu weit gegangen", meinte ich, eher als Feststellung, aber sicher nicht als Entschuldigung. "Sie können jeder Zeit gehen, Sie müssen nicht auf eine Aufforderung meinerseits warten." Freundlicher ging es wirklich nicht.
Evelyn:
"Das ist ausgesprochen freundlich von Ihnen, Mr. Holmes. Aber ich muss sagen, dass sie mich neugierig gemacht haben. Wenn ich also nicht gehen muss, dann kann ich ja noch einen Moment lang bleiben!", erwiderte ich, überschwang die Beine und lehnte meinen Kopf auf meinen Unterarm, den ich an der Sessellehne abstützte.
Sherlock:
Diese Frau irritierte mich. Erst hatte ich deutlich das Gefühl, dass sie gehen wollten, und dann blieb sie einfach. Vielleicht tat sie das auch nur, um mich zu provozieren.
Ich versuchte sie weitestgehend zu ignorieren, was mir nur schwer gelang. So konnte ich nicht in Ruhe über mein Telefon Gespräch mit Moriarty nachdenken. Das Gespräch.. John hätte gewollt, dass ich miss Dawson davon erzähle, wenn ich ihm schon davon erzählt hätte.
Evelyn:
Stumm beobachtete ich Ihn.
Seine Fähigkeit, zu deduzieren, beherrschte ich zwar nicht, aber ich merkte es, wenn einem Menschen irgendetwas auf der Seele lag.
Ich hatte schon oft mit Menschen zu tun gehabt, die mich anlogen. Viel zu oft.
und obwohl ich es Mr. Holmes nicht genau anmerkten konnte (vielleicht lag es an seinem kühlen Blick, dieser hohen Stirn oder an seinen Wangenknochen, dass er so ein Pokerface hatte), aber da war etwas.
"Anscheinend bin ich nicht die einzige, die etwas zu ,verbergen´ hat.", meinte ich möglichst beiläufig und lauernd zugleich.
Vielleicht käme jetzt die Möglichkeit für mich, selber ,,Therapeutin´´ zu spielen.
Sherlock:
Miss Dawson hatte den Spieß umgedreht. Und genau in diesem Moment konnte ich verstehen, warum sie ebenso angegriffen gewesen war.
Ich beschloss stur, genauso unaufgeschlossen zu sein, wie sie es gewesen war. "Was habe ich denn zu verbergen?", ich blickte sie herausfordernd an. Das Ganze begann, amüsant zu werden.
Evelyn:
Ich beugte mich vor. Besah ihn und die Mimik seines Gesichtes noch einmal genau, ehe ich mich festlegte. "Etwas sehr Wichtiges. Zumindest für Sie. Etwas sehr Persönliches, dass Sie hinter einer Fassade von Sturheit und Kälte verbergen.", antwortete ich in einem ruhigen und leisen Ton.
Sherlock:
Mein Blick blieb kalt, doch innerlich erreichten mich Miss Dawsons Worte.
Es war unangenehm, wie sie mich durchschauen konnte. In gewisser Weise schlug sie mich mit meinen eigenen W@ffen. Ob sie nun bemerkt hatte, dass ich ihr etwas verschwieg (das Gespräch mit Moriarty), oder dass ich (wegen ihr) eine Art Schmerz verspürte, wusste ich nicht.
Ich versuchte, mich alles an mir abprallen zu lassen und konterte: "Das klingt interessant. Fahren Sie fort!"
Evelyn:
Schmal grinsend klopfte mit meinen Finger.n leicht auf mein Kinn. Ich lag mit meiner Analyse also nicht daneben. "Wenn Sie wollen?" Ich lehnte mich wieder in den Sessel zurück.
"Ihre Reaktion deutet daraufhin, dass ich eine der drei wichtigsten Fragen schon geklärt habe."
Sherlock:
Miss Dawson war wirklich gerissen. wenn sie keine Polizistin wäre, wäre sie sicherlich eine geeignete kriminelle. nun, dass konnte sie immer noch werden...
ich erwiderte ihr grinsen mit einem leicht belustigten hochziehen meiner Augenbrauen. "Drei Fragen?"
Evelyn:
,,Drei Fragen.", bestätigte ich. ,,Die erste Frage lautet immer: Was. Der Kuchenboden. Entschuldigen Sie diese etwas plumpe Metapher, aber bis jetzt ist mir leider noch keine Bessere in den Sinn gekommen. Aber nun geht es mit Frage Nummer 2 weiter." Ich blickte ihn an.
Sherlock:
Der Kuchenboden. Ein passender Vergleich. Hier handelte es sich wohl um einen etwas angebrannten Biskuitboden. Ich blickte immer noch amüsiert drein, denn langsam wurde es tatsächlich interessant, was Miss Dawson alles aus mir lesen konnte. Auch wenn es etwas unangenehm war,
"Also", meinte ich, "Frage zwei ist der Teig, Frage drei das Dekor. Vermutlich suchen Sie hinter der äußeren Fassade schon nach dem Kern, oder um es mit Ihrem Vergleich zu sagen, der Füllung des ganzen. Ich bin gespannt, wie weit Sie vordringen können."
Evelyn:
"Ich auch.", schmunzelte ich. "Kommen wir also zum Kuchenteig. Eine große klebrige Masse geschaffen aus vielen kleinen Zutaten, die ihn erst vollkommen machen. Und nun ist die Frage: Wer ist ihre Zutat, Mr. Holmes?"
Sherlock:
Ich schwieg. Ja, da kamen viele kleine Zutaten zusammen. Der Teig schichte sich von außer nach innen: Zuerst blickte man auf die stabile Fassade eines Hochintelligenten Soziopathen, bestehend aus der reinen, kalten Vernunft. Vielleicht hier und da eine Prise John, aber mehr nicht. Als nächstes traf man auf einen Schicht Moriarty. Ein Teig, der aus völlig unklaren Zutaten bestand, der einen verlockte, noch mehr zu kosten. Doch je mehr man davon aß, desto schwerer konnte man sich aus seiner Falle lösen. Der vorletzte Ring ist eine hauchdünne Schicht. Sie ist so schwer zu fassen, schwer zu verstehen wie sie. Sie ist da und man sieht sie kaum, und doch kann man sie nicht vergessen, weil sie dem ganzen die unverwechselbare Note verleiht. Und ganz im Inneren befindet sich der Kern. Er besteht nur aus einer Zutat, einer Frage: Warum? Alles führt auf diese eine Frage zurück.
Miss Dawson blickte mich an. Ich fühlte mich durchsichtig, als ob sie alles, was in meinem Kopf geschah, lesen konnte. Ich würde ihr nicht antworten, nein, ganz sicher nicht. Doch sie hatte mir etwas vor Augen geführt. Die ent***nde Frage, die ich Moriarty nicht hatte stellen können: Warum?
Evelyn:
Forschend, aber wenn möglich nicht zu aufdringlich schaute ich ihm in die Augen. Ich konnte es sehen. Seine Augen waren wie ein Fenster zu seiner Seele. Und ich erkannte die wichtigsten Zutaten. Die Kopfnote. Die Basisnote. Die Herznote. Die Noten, die entscheidend waren und die jeder in sich trug. Auch wenn es hier nochmal etwas Besonders war. Wirklich ein interessanter Kuchen.
Ich erinnerte mich an unser allererstes Treffen mit...
,,John! Die Basisnote."
Dann sah ich die vielen Schlagzeilen und Fernsehberichte vor meinem inneren Auge.
,,Jim Moriarty. Die Kopfnote."
Nun sah ich die liebevollen Wörter des ,Skandal in Belgravia' und hörte die zarte Geigenmelodie, welche ich schon einmal in einer Audionachricht von John gehört hatte. Vor vielen Monaten.
Ich lehnte mich wieder zurück. ,,Irene Adler. Die Herznote."
Sherlock
Es war, als würde sie tatsächlich meine Gedanken lesen. Alles, was in mir vorging, brachte sie im nächsten Moment kurz und knapp zum Ausdruck, und traf mit ihren Aussagen immer den Kern der Sache.
Ich konnte ihrem Blick nicht standhalten und wandte mich ab. Wieso tat Miss Dawson das eigentlich? Elches Interesse hatte sie an alledem? Es war etwas anderes, als wenn ich etwas über ihre Vergangenheit erfahren wollte. Es erinnerte mich an den tag, an dem ich für die Frau den Jumbo-Code entschlüsselt hatte. Miss Dawson verhielt sich wie ich damals. Aber würde das nicht bedeuten... nein, ich verwarf den Gedanken wieder, als ich in ihre fast ein wenig hinterhältig blitzenden Augen sah.
Evelyn:
,,Soll ich nicht weiterreden? Oder wollen Sie, dass ich die Dekoration anbringe?" Ich wollte ihm keiner Tortur aussetzen. Ich habe großen Respekt vor ihm. Aber ich wollte, dass er auch welchen vor mir hatte. Nach seiner Aussage von vorhin hatte ich darin meine Zweifel bekommen. Er musste mich nicht mögen. Wir mussten keine Freundschaft schließen wie er und John. Alles was ich wollte, war Anerkennung. Sowohl als Mensch als auch als Detectiv Inspector.
Sherlock:
"Wie sie wollen", meinte ich und entspannte mich ein wenig. Miss Dawson Gründe für diese Ausmalung waren mir mit ihren letzten Worten klarer geworden. Sie hatte sich tatsächlich beweisen wollen, doch nicht um zu imponieren, sondern um mir zu zeigen, was in ihr steckte. Und das hatte sie mir gezeigt.
Evelyn:
,,Ich will, wie Sie wollen.", erwiderte ich achselzuckend. ,,Oder wollen Sie, dass ich so will, wie ich es wollen würde wie ich will?"
Sherlock:
Ich grinste leicht. Auch wenn ihr Satz gegen Ende keinen richtigen Sinn mehr ergab, erinnerte es mich leicht an mich. John war immer etwas gereizt, wenn meine Sätze zu lang und zu kompliziert ausfielen.
"Nun", antwortete ich, "das Dekor wird bei meinem Kuchen so oder so eher spärlich ausfallen, weswegen sie es auch getrost weglassen können."
Evelyn:
Leicht enttäuscht verzog ich den Mund. ,,Nun, Mr. Holmes... das respektiere ich. Allerdings widerspricht es mir, Dinge unvollendet zu lassen, also würde ich die Sache -wenn es ihnen nichts ausmacht- gerne beenden."
Sherlock:
"Ich sagte doch, tun Sie, was Sie wollen." Dieses Gespräch nahm langsam kuriose Formen an.
Evelyn:
,,Gut, dann kommen wir wohl zur dritten und letzten Frage. Ihre Noten sind alle so unterschiedlich, wie sie nur sein können. Und doch haben sie alle etwas gemeinsam: Sie haben einen Platz in ihrem Herzen. Jeder auf seine besondere Weiße. Und doch... teilen Sie nicht alles mit diesen Noten. Oder nicht mit allen."
Mr. Holmes blickte mich nur stumpf an und ich beschloss, die Karten gleich auf den Tisch zu legen.
,,Es gibt 3 Menschen, zu denen Sie ein besonderes Verhältnis haben. Nur wüsste John von dem, was Sie mir verschweigen, hätte er es mir mit Sicherheit angedeutet oder gesagt. Also können es nur Herz- und Basisnote sein. Und da sie mir vorhin erzählt haben, sie würden wieder miteinander zu tun haben..." Ich lehnte mich wieder vor und blickte tief in seine blauen Augen. ,,Schmerz und womöglich sogar Liebe. Warum?", sagte ich wieder etwas leiser und ruhiger.
Sherlock:
Miss Dawson blickte mich eindringlich an. Wieder dieser Blick, dem ich nicht standhalten konnte. Ich schloss meine Augen für einen Moment, um mich ihm zu entziehen.
Als ich sie wieder öffnete, meinte ich: "Ich habe Ihnen gewährt, das alles zu erzählen. Doch jetzt können Sie keine Antwort von mir erwarten." Ich versuchte nicht einmal mehr, zu verbergen, dass Miss Dawson Recht hatte. Sie wusste es so oder so. Aber ich wollte dieses Thema abschließen. Im Endeffekt ging es sie rein gar nichts an. Eigentlich war sie mir es jetzt sogar schuldig, dass ich erfuhr, wer Arthur war. Doch mein Interesse an Miss Dawsons Vergangenheit war erloschen.
Evelyn:
,,Nein", meinte ich leise. ,,Das kann ich wirklich nicht." Ich konnte die Schuldgefühle doch nicht ganz ignorieren. Ich drehte mit Zeigefinger und Daumen den Ring, der sich am Ringfinger meiner rechten Hand befand, ein wenig im Kreis hin und wieder zurück. Als ich aufsah, war Mr. Holmes' Blick wieder auf mich gerichtet.
Kurz wusste ich nicht, was ich tun sollte. Dann stand ich auf und ging vor seinem Sessel in die Hocke, damit er meinen Blicken nicht mehr so sehr ausweichen konnte. An der Armlehne stützte ich mich ein wenig ab.
,,Mr. Holmes.. Ich habe wirklich Respekt vor Ihnen. Das müssen Sie mir glauben. Aber... mir ist es wichtig, dass Sie auch welchen vor mir haben. Ich möchte keine Spielchen spielen, dafür erwarte ich aber, dass keine mit mir fabriziert werden. Schon gar nicht, wenn es um so... private Angelegenheiten geht."
Meine Lippen pressten sich aufeinander, mein Blick wandte sich ab.
,,Tut mir Leid, wenn ich Ihnen zu nahe gekommen bin..", fügte ich hinzu.
Sherlock:
"Ich habe Respekt vor Ihnen", antwortete ich, jedoch ohne Miss Dawson anzublicken. "Ich werde Ihrer Bitte nachkommen."
Sie hatte eine eigenwillige Art und war mir ähnlicher, als sie vielleicht dachte. Sie war intelligent und mit ihr zu reden, war eine angenehme Ausnahme, auch wenn diese Konversation.. für beide Seiten unangenehm gewesen war. Insgesamt war es ähnlich, wie mit Moriarty zu sprechen, nur das Miss Dawson auf der Seite der Engel war.
Evelyn:
,,Danke.", antwortete ich und blickte immer noch in der Position zu Boden, ehe ich wieder aufsah.
,,Ich erlaube mir, zusammenzufassen, dass wir beide im Hinblick auf diese Konversation etwas zu weit gegangen sind. Aber dennoch... war es ein interessantes Gespräch, Mr. Holmes!"
Sherlock:
Ohja, dachte ich. Mit ihren Worten stand Miss Dawson auf und setzte sich wieder hin, was ich - ein wenig - erleichtert zur Kenntnis nahm. Keiner von uns beiden sagten etwas.
Evelyn:
Ich schwieg und sah mich in der Wohnung um. Mr. Holmes hatte sehr viel Kram hier, aber ich mochte solche Wohnungen schon immer. Schubladen und Schränke voll mit unscheinbaren Schätzen.
Ich schmunzelte leicht, da es mich ein wenig an das kleine Haus meiner Großeltern erinnerte, mit seinem schiefen Kamin, den Abermillionen Büchern in Großpapás Büro und den verwilderten Garten mit den herrlichen alten Urwaldbäumen.
Gott, was hatte ich die Ferien bei ihnen immer geliebt, auch wenn ich...
Ich verfing mich wieder in den Netzten der Vergangenheit und das musste ich mir in Gegenwart von Personen definitiv abgewöhnen. Besonders vor dieser hier.
Plötzlich blieb mein Blick an etwas hängen. Ich verzog leicht das Gesicht und deutete vorsichtig mit dem Finger drauf.
,,Ist.. ist das ein... ein Totenkopf?", fragte ich ihn, einfach aus dem Bauch heraus ohne zu überlegen, ob die Frage angebracht war. Überflüssig. Oder nicht.
Sherlock:
Ich blickte zu dem Totenkopf.
"Sicher", meinte ich ungerührt davon, dass Miss Dawson ein wenig angewidert dreinblickte, "und er ist echt, wenn Sie das meinen. Es ist der Schädel eines alten Bekannten von mir. Und er hat mir auch nach dem Tod immer guten Dienste geleistet." Ich dachte daran, wie ich ab und zu etwas Gras in dem Totenkopf gelagert hatte. Er war ein ausgezeichnetes Versteck, da er, besonders von Mrs. Hudson, nie angerührt wurde.
Evelyn:
Ich beäugte den Schädel von unten nach oben. ,,interessant." Was sonst, wenn nicht ein echter Totenkopf? Mr. Holmes schien nicht der Typ, der mitten unterm Jahr Halloween-Deko herumstehen hatte. Auf einmal entdeckte ich etwas, fast verborgen hinter einem Buch in den bücherregal. ich kniff die Augen ein wenig zusammen. Es war ein kleines, eingerahmtes Foto, dass schon etwas eingestaubt war. es zeigte einen braunen Hund mit Schlappohren. Ein kleines Lächeln breitete sich auf meinen Lippen aus.
,,Ist das ihr Hund?" ich deutete mit meinem Kopf in die Richtung des Bildes.
Sherlock:
Miss Dawson schaffte es, innerhalb von einer Stunde alle für mich schmerzhaften Themen aufzuwerfen und alte Wunden bei mir aufzureißen. Nun, zu ihrer Verteidigung musste ich sagen, dass sie das in diesem Fall nicht wissen konnte. Aber trotzdem...
Ich atmete einmal tief durch, um ganz ruhig zu bleiben. Dann antwortete ich so kalt und emotionslos wie es ging: "Das war mein Hund."
Evelyn:
Völlig entgeistert starrte ich ihn an. Diese Art, wie er diese nur vier Wörter aussprach, ließ mich erahnen, dass es ein weiterer schmerzhafter Punkt aus seiner Vergangenheit war.
Und ich hatte ihn wieder daran erinnert, was ich nicht wollte. Meine Frage bezog sich rein aus Interesse, da ich sehr tierlieb war und Hunde zu meinen Lieblingstieren gehörten.
,,Das tut mir leid.. Das war unangemessen.", antwortete ich schuldbewusst.
Sherlock:
Ich sah Miss Dawson an, dass sie diese Entschuldigung ehrlich meinte.
"Das konnten Sie nicht wissen", meinte ich.
Evelyn:
,,Nein, wirklich. Tut mir ehrlich leid, ich... kann mich manchmal einfach nicht zurückhalten. Was ich nach diesem Gespräch aber sollte.", warf ich ein.
Ich musste kurz an Lucy denken, meine Katze, die ich früher immer hatte, die ich wahnsinnig vergöttert hatte, schüttelte diesen Gedanken aber gleich wieder beiseite.
Sherlock
Um das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken, meinte ich: "Sie müssen sich wirklich keine Vorwürfe machen. Aber so aufmerksam und neugierig wie Sie sind, würden Sie auch eine gute Journalistin abgeben. Wieso sind Sie zu Scotland Yard gekommen?"
Ich fragte mich wirklich, wieso man sich das freiwillig antat.
Evelyn:
Bei der Erwähnung mit der Journalistin musste ich kurz grinsen.
auf seine Frage antwortete ich: ,,Weil ich mein Berufsleben in eine andere Richtung lenken wollte. Eine, in welche sich mir mehr Aufstiegschancen bieten und auftun könnten. Monte Agentario wurde mir dafür mit der Zeit einfach zu klein, obwohl ich dankbar für meine Zeit dort bin. Ich habe den Großteil meines Lebens dort verbracht, aber London ist mein wahres Zuhause. Und mit dem Job bei Scotland Yard als Detective Inspector habe ich mir nicht nur meinen Traum auf eine vielversprechende und erfolgreiche Karriere erfüllt, sondern auch das Wiederkennenlernen von meiner Geburtsstadt. Ein bisschen war auch Johns Blog daran schuld. Er berichtet zwar nur aus seiner Sicht und von den Fällen, denen Sie beide auf den Grund gehen. Aber dadurch habe ich die Zuversicht erhalten, mich hier zu entfalten und weiterzubilden. Und wertvolle Erfahrungen zu sammeln."
Re: Sherlock - 2er RPG
von Mila-Grosa am 21.01.2020 21:50Sherlock:
Ich nickte. hier in London würde es für sie wahrscheinlich wirklich spannender werden. Auch wenn sie über Johns Blog wahrscheinlich eher eine Vorstellung von meiner Arbeit al von der eines Polizisten bei Scotland Yard bekommen hatte.
"Wenn sie so weitermachen, wie ich sie am Tatort von Amanda Forster erlebt habe, werden sie mit Sicherheit eine relativ schnell aufsteigen. Bei Scotland Yard gibt es... eher wenige fähige Polizisten. Lestrade bildet da eine Ausnahme, was einem schon zu denken geben sollte."
Evelyn:
Auf ein Kompliment dieser Art war ich nicht gefasst, auch wenn Sie zum Schluss hin mit einer Schicht Zynismus hübsch verpackt war. „Vielen Dank... wenn Sie das so sehen.", meinte ich. Wann kam es schon mal vor, dass man vom berühmtesten Detektiv der Welt eine Art Kompliment bekam? Wohl nicht sehr oft, wenn überhaupt.
,,Und wie sind Die dazu gekommen, Consulting Detektive zu werden?"
Sherlock:
Diese Gegenfrage hätte ich erwarten können. Denn Miss Dawson hatte anscheinend die -etwas nervtötende- Angewohnheit, mit unzähligen Fragen die Lage zu erfassen.
Ich begann zu erklären. Es würde ein wenig ausschweifender werden, eigentlich selten für mich: "Es hat sich mit der Zeit ergeben. 2005 traf ich Lestrade das erste Mal zufällig an einem Tatort. Bis dahin war ich austauschbarer Privatdetektiv gewesen. Ich beachtete damals das Geschehen, und der Tathergang erschloss sich mir sofort, während Lestrade keinen blassem Schimmer hatte. Mit wenigen Deduktionen erklärte ich ihm die Lage, und seitdem zog er mich häufiger, zuerst widerwillig, hinzu, um die Ermittlungen zu beschleunigen. Zwar war ich immer noch Privatdetektiv, doch war ich auch Berater für Scotland Yard. Also machte ich mir einen eigenen, neuen Beruf: Consulting Detective."
John:
,,Das ist... ehrlich beeindruckend. Und seit einigen Jahren arbeiten Sie und John als Dou." Ich beugte mich wieder ein wenig vor. Musste schmunzeln als ich an John dachte. Zumindest an den John, den ich immer gekannt hatte. Den etwas verkniffenen Mann der zwar nicht direkt menschenscheu war, aber doch etwas... speziell, wenn es um die Wahl seiner Freunde ging. Das konnte man schon an mir sehen. Ich war einige Jahre jünger als er und dennoch eine der wenigen engen Freunde, die er zu Kindszeiten gehabt hat. Genau wie ich. Wir ergänzten uns damals immer auf eine gewisse Weise. Drum kamen wir immer miteinander aus, auch wenn wir vom Wesen her grundverschieden waren. Mehr spaßhalber als ernst fügte ich hinzu:
,,Wie überleben Sie das all die Jahre?"
Sherlock:
Ich kniff die Augen zusammen. Es klang, als wäre sie ab und zu ein wenig genervt von John. Nun, dass war ich auch, aber...
"Jeder andere würde fragen, wie John das all die Jahre aushält. Außerdem... habe ich es ja nicht überlebt. Zwischendurch bin ich einmal gestorben."
Evelyn:
,,Ja, hab ich mitgekriegt.", erwiderte ich. ,,Ich hab zwar keine Ahnung, wie und warum Sie das getan haben, aber... es hat John gezeichnet. Und zwar sehr radikal! Sie hätten ihn Mal sehen sollen. Ich habe seither öfter mit ihm telefoniert und habe versucht, ihm irgendwie zu helfen, aber es brachte nichts. John ist nicht der Typ, der Hilfe annimmt. Auch diesmal nicht. Er hat versucht, selber damit fertig zu werden. Aber in Wahrheit, befürchte ich, ist er über zwei Jahre nur auf derselben Stelle herumgetreten ohne einen Schritt voranzukommen. Tja, und dann kam Mary. Sie hat ihn Gott sei Dank einen Schubser verpassen können."
Es kam mir wie gestern vor, dass John mir bei unseren Telefonaten oft und lang von einer Frau namens Mary Morstan erzählt hatte. So habe ich ihn noch nie erlebt. Seine Trauer war immer noch da, aber er war im Begriff, wieder aufzublühen. Das glaubte ich zumindest, als ich ihn das nächste mal wiedergesehen habe.
Sherlock:
Miss Dawson schien nichts von Marys Vergangenheit zu wissen. John hatte es verdrängt und niemandem davon erzählt, natürlich.
Doch jetzt schien sie wieder in Gedanken versunken und ich konnte förmlich ablesen, dass sie an 'Arthur' dachte. Ich beschloss sie lieber in Ruhe zu lassen, sonst würde sie mich wieder mit meiner Vergangenheit konfrontieren.
"Glauben Sie mir, ich weiß, wie sehr John gelitten hat", meinte ich stattdessen. "Aber es war nötig. Hätte ich es nicht getan, wäre er erschossen worden."
Evelyn:
Fassungslos blickte ich ihn an, öffnete den Mund, um etwas zu sagen, schloss ihn dann aber wieder. Es gab viele Theorien, wieso Mr. Holmes seinen Tod vorgetäuscht haben könnte. Aber das John dabei in Gefahr gewesen ist... davon hörte ich gerade zum ersten Mal. John hatte mir nichts erzählt, was ich mir aber hätte denken können. „Wegen ihm, oder?", fragte ich dann. Ich redete von Moriarty. An dieses... bösartige Etwas, welches wieder sein Unwesen trieb. Da draußen. Auferstanden von den Toten. Aber Außer dieser Nachricht, die landesweit in Großbritannien zu sehen gewesen ist, gab es keine Spur von ihm.
,,Wenn es wenigstens einen Hinweis geben würde. Wenn er einen Fehler machen würde, dass man ihn... keine Ahnung... orten könnte oder sowas. Aber er ist Luft! Und hinterhältig und gerissen noch dazu!''
Sherlock:
Ich erwiderte nichts. Miss Dawson wusste nichts von meinem Gespräch mit Moriarty, und sie kannte ihn nicht so gut wie ich. Sie würde ihn orten können, vielleicht, doch er würde davon Wind bekommen und wäre längst verschwunden, bevor sie sein Versteckt erreicht hätte. Nein, auf so primitive Weise konnte Moriarty nicht gefasst werden.
Miss Dawson blickte mich an. Mein Schweigen schien ihr verdächtig vorzukommen.
Evelyn:
Mr. Holmes erwiderte nichts mehr. Ich sah auf um zu sehen, ob er über etwas nachdachte. Tat er, offensichtlich. Nur machte mich dieser Gesichtsausdruck, den er dabei machte, ein wenig stutzig. Noch mehr sein Blick, den er mir zuwarf, als er den meinen bemerkte. Fast schien es, als fühle er sich... ertappt? Womöglich weil er selbst spürte, dass sein Schweigen auf meine Bemerkung hin komisch war? Konnte es womöglich sein, dass Mr. Holmes mehr zu dem Thema wusste, als er offenbaren wollte. Ich beschloss, dem auf dem Grund zu gehen. Nicht als Privatperson, sondern als angehende Detective Inspector! „Aber womöglich gibt es außer Irene Adler und diesen Entführern weitere Personen, mit denen Mr. Moriarty Kontakt aufgenommen haben könnte. Was denken Sie, Mr. Holmes? Womöglich doch eine kleine Spur?''
Sherlock:
Sie schien tatsächlich zu merken, dass es eine Spur gab.
Ich versuchte, naiv auf ihre Frage zu antworten: "Wenn es eine gäbe, wäre das Ihnen vermutlich kaum von nutzen. Selbst wenn Sie ihn finden und ins Gefängnis bringen würden, wäre er im nächsten Augenblick wieder draußen. Nein, so kann man ihn nicht fangen..."
Ich machte eine kurze Pause und Miss Dawson sah mich mit einem Klingt-interessant-fahren-Sie-fort-Blick an.
"Moriarty ist die große Spinne in der Mitte ihres Netzes. Sie braucht nur an einem Faden zu ziehen und stößt so eine Kette von Ereignissen an. Selbst wenn man sie aus ihrem Netzt nimmt, leiten ihre Brut und ihre Verbündeten ihre Geschäfte weiter, und so ist die Spinne bald wieder zurück. Wissen Sie, ich dachte, ich hätte Moriarty aus seinem Netzt geholt und es ein für alle Male zerschlagen. Aber nein. Er ist wie ein Steh-auf-Männchen. Er, seine Verbündeten und sein gesamtes Netzwerk müssen vollkommen zerstört werden, sonst kommt er immer und immer wieder."
Evelyn:
,,Dann muss diesmal gründlich vorgegangen werden. Mit vereinter Macht. So, dass die Spinne keine Zeit mehr hat, das Netz wieder zu flicken. Irgendwie wird dieses kriminelle Superhirn doch aufzuhalten sein! Letztendlich ist er auch nur ein Mensch. Zwar ein machtgieriger, bösartiger, aber ja, ein Mensch!" Mit einer kurzen Handbewegung strich ich mir eine verirrte Strähne aus dem Gesicht. „Wie hat er es überhaupt geschafft, zu überleben? Es hieß, er hat sich erschossen.", meinte ich dann.
Sherlock:
"Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie er sich erschossen hat. Es war unmöglich, zu überleben, er hat sich durch den Gaumen direkt ins Gehirn geschossen." Ich stoppte kurz. "Es war schon seit unserer ersten Begegnung klar. Er wollte sterben. Und er wollte mich töten."
Miss Dawson wusste es vielleicht nicht, aber wenn wir weiter darüber redeten, das Moriarty überlebt hatte, würde ich irgendwann in eine Zwickmühle gelangen. Noch konnte man denken, das Video, das überall zu sehen gewesen war, hätte auch vor Moriartys Tod aufgenommen werden können. Ich war der einzige Mensch mit beweisen für sein Überleben hatte. Und das würde Miss Dawson vermutlich bald merken.
Evelyn:
Ich starrte kurz zu Boden. Doch dann wurde mir etwas klar. Etwas, was mich sofort wieder aufblicken ließ.
,,Er spielt mit Ihnen. Es ist unmöglich, dass er so einen Schuss überleben könnte... er war tot. Zwei Jahre lang. Das Spiel stockte. Aber jetzt ist Moriarty wieder da. Und Sie sind wieder mitten drin, Mr. Holmes. Im großen Spiel. Das wissen Sie nur zu genau. Die Frage ist nur: welches Spiel? Und wie tief befinden Sie sich dieses Mal in dem Ganzen?"
Sherlock:
Wenn ich ihr jetzt zustimmen würde, würde Miss Dawson wissen, dass ich sicher von Moriarty Überleben wusste. Kurz dachte ich daran, ihr einfach von dem Telefonat zu berichten, der Einfachheit halber, aber ich entschied mich dagegen. Sie hatte schon genug erfahren.
"Ich bin stets nur ein Spielball in seinen Händen gewesen, und dessen war ich mir immer bewusst", meinte ich ein wenig ausweichend. "Aber, was lässt sie eigentlich so sicher sein, dass er überlebt hat. Könnte diese Videobotschaft nicht auch vor seinem Tod aufgenommen worden sein?" Ich trieb das ganzen auf die Spitze und erwiderte Miss Dawson herausfordernden Blick.
Evelyn:
Auf eine Frage in die Richtung hatte ich ehrlich gesagt gehofft. „Sie haben es mir deutlich zu verstehen gegeben.", antwortete ich, die Herausforderung in seinen Augen erwidernd und konnte mir – was vielleicht etwas überheblich war – ein kleines Grinsen nicht verkneifen.
,,Moriarty ist die große Spinne im Netz. Er ist wie ein Steh-Auf-Männchen. Er kommt immer und immer wieder. Und Sie sagten vorher, dass er und sein Netzwerk zerstört werden müssen. Nicht sein Netzwerk alleine, nein. Er muss auch vernichtet werden. Wenn er wirklich tot wäre, könnte man sich diesen Schritt sparen. Moriarty ist also so quicklebendig wie Sie und ich, und das wissen Sie. Wieso sonst, denken Sie, würde ich es so merkwürdig finden, wenn Sie von ihrem Wiedersachen in Präsens reden. Wo er doch angeblich tot sein soll?", antwortete ich.
Sherlock
Ich zog die Augenbrauen hoch. Hätte ich mir denken können. Eigentlich war diese Frage überflüssig gewesen, aber Miss Dawson Antwort hatte mich interessiert. Sie war eine sehr scharfe Beobachterin, der Typ Mensch, vor dem man keine Geheimnisse haben konnte. ich fragte mich, wie John es mit ihr aufgehalten hatte. Dagegen kam ich mir regelrecht wie eine Entspannung vor.
Evelyn:
,,Mr. Holmes.. Ich weiß, dass es nichts damit zu tun hat, warum ich wirklich hier bin. Und dass es eine Sache zwischen Ihnen und Moriarty ist. Aber sollten Sie irgendetwas in Sachen Moriarty wissen, dann sagen Sie es bitte. Informieren Sie John, Lestrade, irgendjemanden. Mir ist bewusst, dass Sie keinen Grund haben, mir Ihr Vertrauen zu schenken. Aber ich sage Ihnen, Sie können mir vertrauen.", sagte ich.
Sherlock
Ich zögerte. Ja, vielleicht konnte ich ihr vertrauen, aber trotzdem sah ich keinen Grund, es ihr zu berichten. Ich hatte nicht vor gehabt, es John zu erzählen. Ich behielt alles, was er nicht zwingend wissen musste, für mich. Wieso es also Miss Dawson sagen, wenn ich es selbst John nicht anvertraute.
"Wir haben ein deutliches Zeichen gefunden. Moriarty ist wieder da, das Spiel hat begonnen", meinte ich, und es war keine Lüge. John hatte die Schrift auch gesehen, also musste ich es ihr sagen. Und das Ergebnis des Telefonats war letztendlich auch nur gewesen, dass das Spiel wieder begonnen hatte.
Evelyn:
"Welches Zeichen?" wollte ich wissen. Mr. Holmes nahm sein Handy in der Hand, wischte ein paar Mal mit dem Finger drüber und warf es mir dann zu. Ich fing es auf und begutachtete den Bildschirm.
Es zeigte ein Bild. Eine Mauer mit roten Lettern.
"I, O, U...", murmelte ich leise, ehe ich den Display wieder ausmachte und zu ihm zurückwarf.
Sherlock:
Ich legte das Handy zurück auf den Tisch. "Vermutlich wissen Sie, worum es geht", meinte ich mit einer Spur von Sarkasmus. Aber es würde mich tatsächlich nicht wundern, wenn Miss Dawson es wusste, oder es sich zumindest herleiten konnte.
Evelyn:
"Ich habe davon, glaub ich, mal in Johns Blog gelesen.", antwortete ich. "Ist es nicht so eine Art, persönliche Botschaft´ an Sie?" Leider kannte ich die genauen Hintergründe für diese Botschaft nicht. John ist, wohl aus Pietäts- und polizeilichen Gründen nie genau auf das Thema eingegangen.
Sherlock:
Doch nichts ganz das Wahre. "I owe you. Ich schulde Ihnen. Moriarty sagte, vor nun etwas mehr als zwei Jahren, er schulde mir einen Fall. Und schließlich bin ich auch gefallen, nicht?"
Evelyn:
"Ja. Und jetzt..." Ich guckte kurz zu dem Handy und dann wieder zu Mr. Holmes. "...sollen Sie wieder fallen?"
Sherlock: "Erfasst", meinte ich knapp. Genau das war Moriartys Absicht. Doch ich wollte ihm zuvorkommen.
Evelyn: "Dann brauchen Sie einen Fallschirm.", stellte ich fest.
Sherlock:
"Das würde Moriarty sicher übersehen", meinte ich, immer noch leicht ironisch. Diese Unterhaltung amüsante Formen an, driftete aber leicht ins Skurrile ab.
Evelyn:
"Wenn sie gerissen genug sind, ihm an der Nase herumzuführen, bestimmt. Nicht, dass ich daran zweifeln würde.", antwortete ich. "Haben Sie sich schon überlegt, wie sie, wenn möglich, nicht drauf gehen?"
Sherlock:
Ich zögerte kurz, sie in meine Idee einzuweihen, kam aber zu dem Schluss, dass es nicht schade würde. "Ich denke, es wird nicht nötig sein, wieder meinen Tod zu verhindern. Ich will Moriarty zuvorkommen, ihn vernichten, bevor er mich vernichten kann." Ich machte eine kurze Pause und fügte hinzu: "Und sagen Sie nichts dazu, ich habe schon einen Menschen getötet."
Evelyn:
Diese Aussage überraschte mich genauso wenig wie sie mich schockierte. Es war zwar seltsam, bereitete mir im Moment aber auch kein ungutes Gefühl. So zuckte ich nur leicht mit den Schultern. "Das glaube ich Ihnen sogar.", antwortete ich.
Sherlock: Es ließ sie wie mich völlig kalt. das war etwas neues, aber auf positive weise.
Evelyn:
Ich lächelte etwas, bis mein Handy in meiner Jackentasche plötzlich anfing, zu läuten.
,,Entschuldigen Sie bitte..", murmelte ich und kramte es aus meiner Tasche. Nach einem kurzen Blick auf dem Display ging ich dran.
,,Inspector Lestrade, guten Abend."
,, Mrs. Dawson, gut, dass ich Sie erwische. Sie... befinden sich nicht zufällig in der Nähe? Ich bräuchte Sie hier in der Zentrale."
,,Um was geht es? Ist es wegen dem Fall Foster?", wollte ich wissen und stand auf.
,,Nun, die Obduktion von Amanda Foster hat alle Fakten wiederlegt, die Sie und Mr. Holmes preisgegeben haben. Es war, wie Sie sagten, ein Unfall. Sie haben gute Arbeit geleistet, Inspector Dawson."
Ich konnte es mir nicht nehmen, die Mundwinkel triumphierend zu heben, bis Lestrade hinzufügte: ,,Gehe ich Recht in der Annahme, dass Sie die Angehörigen informiert haben?"
,,Ja... ja. Angehörige und Freunde sind informiert worden."
,,Gut. Dann... gäbe es noch etwas, um was ich Sie bitten möchte. Es ist wirklich keine große Sache..."
Pikiert nahm ich den Hörer kurz weg und guckte auf die Uhr, ehe ich es wieder ans Ohr legte. So wie er das sagte, schien es doch etwas Größeres zu sein.
,,Und von einer wie großen Sache sprechen wir? Ich bin aktuell noch unterwegs, und..."
,,Schlechtes Timing, ich weiß, aber... da Sie noch keinen zugewiesenen Partner haben und die Stellen momentan etwas unterbesetzt sind, benötigen wir, um die Akte zu schließen, ein genau detailliertes Protokoll, vom Tathergang bis zu den jeweiligen Aussagen ihrer Freunde und Familie. Es zählt zwar nicht zu Ihren Aufgaben, dennoch..."
,,Das meinen Sie jetzt nicht wirklich ernst.", fiel ich ihm fassungslos ins Wort.
,,Das tut mir wirklich leid, Detective, aber da Sie über den Hergang am besten Bescheid wissen, muss ich Sie darum bitten... Ich bräuchte es spätestens morgen Nachmittag auf meinem Schreibtisch. Einen schönen Abend noch."
,,Ihnen auch!", zischte ich leise und legte auf. Das durfte echt nicht wahr sein! Scotland Yard war unterbesetzt und jetzt musste ich diesen Wisch anfertigen, weil ich als einzige mit der Familie und den Freunden der Verstorbenen gesprochen habe? Das war – zugegeben – wirklich traurig.
Sherlock:
Miss Dawson beendete das Gespräch. "Er kann ziemlich nervend sein, nicht?", meinte ich, leicht amüsiert davon, dass sie so fassungslos auf Lestrade reagierte. Es war, klar, dass sie mit Lestrade gesprochen hatte. Es ging um den Mordfall Amanda Forster.
Evelyn: „Ich kann das noch nicht sehr gut beurteilen, ich kenne ihn dafür noch nicht so lange!" erwiderte ich leicht genervt und strich mir einige Haarsträhnen aus dem Gesicht. „Momentan ist es eher der schleierhafte Personalbestand bei Scotland Yard, der mich nervt."
Sherlock:
"Dabei ist er von allen Polizisten bei Scotland Yard, die ich bis jetzt kennengelernt habe, der beste. Das sollte einem schon zu denken geben", meinte ich. Ich könnte nie unter Befehl eines Vorgesetzten arbeiten. Schon die Bevormundung von meinem Bruder mir gegenüber war kaum zu ertragen.
Evelyn:
,,Ja, er ist ein guter Kommissar. Und auf den ersten Blick ziemlich freundlich. Er hat mir als Willkommensgeschenk einen Gutschein für ein gutes, griechisches Restaurant geschenkt. Ich... werde mein Bestes geben, um mit ihm auszukommen." Ich erhob mich von dem Sessel und vergrub meine Hände in der Jackentasche. „Um nochmal auf den Fall Susan Crockford zurückzukommen: Ich würde mich gerne mit Mrs. Crockford persönlich unterhalten und sie zu der Entführung befragen. Es ist möglich, mit ihr ein Treffen zu arrangieren, oder?", wollte ich wissen.
Sherlock:
Ich war kurz davor zu sagen, dass das sie eigentlich wirklich nichts anging, auch wenn sie, wegen John, jetzt mit von der Partie war. Der Fall war gelöst, wir wussten, wer Mrs. Crockford zu welchem Zweck entführt hatte. Eigentlich wäre es höchsten an John und mir, sie darüber zu informieren.
Ich schluckte das hinunter. "Fragen Sie John, er kennt sie persönlich, er könnte das arrangieren. Aber", meint ich, "was genau wollen Sie von ihr wissen?"
Evelyn:
„Nur ein paar Routine-Fragen.", antwortete ich. „Das richtet sich nicht gegen Sie, Mr. Holmes. Ich würde mir von der Sache nur gerne ein eigenes Bild machen."
Sherlock
Hm. Ich nickte. Miss Dawson sagte nichts mehr dazu. "Müssen Sie nicht etwas für Lestrade erledigen, oder wollen Sie noch mehr Überstunden machen als sowieso schon?", fragte ich nach einer Zeit.
Evelyn:
,,Ich bedanke mich für Ihre Zeit.", antwortete ich nur, ohne auf seine indirekte Aufforderung, zu gehen, richtig einzugehen. Auf Wiedersehen, Mr. Holmes." Der Höflichkeit halber reichte ich ihm zum Abschied die Hand, bis er auf den Ring aufmerksam wurde, der den Ringfinger meiner rechten Hand zierte. Ich biss mir auf die Unterlippe, ehe ich beschloss, ihm darauf zumindest eine kleine Antwort zu geben: „Arthur und ich waren 5 Jahre zusammen und eineinhalb Jahre verheiratet. Es hat einfach nicht mehr funktioniert. Und ich rede auch nicht gerne darüber, weil es... wirklich kompliziert ist. Unwichtig eigentlich."
Ich fand es fair, dass ich ihm nach meinen Schürfungen in seiner Vergangenheit wenigstens einen Teil Entschädigung gab, aber mehr würde ich ihm nicht sagen. ,,Bitte sagen Sie John und Mary noch nichts davon."
Sherlock:
Ich nickte und sagte nichts. Eine überschwängliche Verabschiedung war nicht meine Art. Mit einem kurzen "Danke" verließ Miss Dawson meine Wohnung.
Der Ring war aufschlussreich gewesen. Arthur, mit meiner Vermutung von einer gescheiterten Beziehung hatte ich richtig gelegen. Doch der Ring war mir nicht aufgefallen, und im Nachhinein merkte ich, dass Miss Dawson ihn das ganze Gespräch über verborgen hatte. Die Ehe war gescheitert, aber geschieden hatten sie und Arthur sich anscheinend noch nicht, sonst wüsste John und Mary sicher davon. Und auch wenn es nicht mehr funktioniert hatte, schien Miss Dawson doch noch an Arthur zu hängen, sonst würde sie den Ring nicht mehr tragen und auch offen darüber reden.
Aber sie hatte wohl Recht. Was ging es mich an, und was interessierte es mich?
Evelyn:
Ich eilte die Treppe hinunter, verabschiedete mich mit einem schnellen , Auf Wiedersehen´ von der Haushälterin, die im Flur Staub wischte, und verließ das Haus.
Schweigend ging ich die Straße nach links entlang. Die Hand mit dem Ring, die ich in der Jackentasche stecken hatte, ballte ich wütend zu einer Faust und das Wetter war zu meiner momentanen Stimmung genau richtig: Feucht, kalt und grau.
Mich überkam wie so oft auch die Wut auf mich selbst, wieso ich ihn nicht einfach loswurde. Ich wollte ihn schon längst, verbrennen, vergraben oder in den Fluss werfen, damit die Strömung die letze Erinnerung an ,,Arthur und Evy" für immer und so weit wie möglich von mir wegschwemmte.
Aber ich konnte es einfach nicht. Abstreifen ja, aber loslassen.. nein. Als würde der Ring an mir festkleben. Ich hielt mir ein Taxi an und wies den Fahrer an, mich zu Scotland Yard zu fahren.
Sherlock
Ich lehnte mich zurück. Das war ein langes und anstrengendes Gespräch gewesen. Es hatte sowohl Miss Dawson als auch mich in unsere jeweilige Vergangenheit zurückgeworfen, was wohl für jeden auf seine Weise schmerzhaft gewesen war.
Kurz dachte ich daran, mit John zu sprechen, aber er war zurzeit wohl sehr beschäftigt. Vielleicht war es gut, dass Miss Dawson nun an unseren Ermittlungen beteiligt war, denn John würde häufig verhindert sein.
John
Ich stand am Fenster und blickte in die eintretende Dämmerung. Mary schlief bereits, genau wie unsere Tochter. Ich blickte lächelnd zu den beiden. Wenn alles gut lief und sie und Mary morgen die letzten Untersuchungen hinter sich hatten, konnten sie nach Hause. An Spielsachen und Babykleidung waren wir ja die nächsten vier Jahre eingedeckt, dafür hatte Mrs. Hudson gesorgt und auch Mrs. Holmes hatte ihren Beitrag geleistet.
Aber ich wurde das Gefühl nicht los, dass etwas mit Evelyn nicht in Ordnung ist. Sie klang vorhin am Telefon so komisch.
Warum hatte sie nicht gesagt, dass sie nach London kam, beziehungsweiße sich schon seit über zwei Wochen hier befand? Und was hat Arthur zu ihrer Versetzung gesagt? War er mitgekommen? Oder befand er sich noch auf Monte Argentario?
Mary drehte sich im Schlaf um. Ich ging zu ihr, setzte mich neben ihr aufs Bett und strich ihr eine Haarsträhne aus der Stirn, die sich dorthin verirrt hatte. Ich sollte mich auch bald schlafen legen und erstmal den Morgen kommen lassen, alles andere werde ich schon noch erfahren.
Evelyn:
Bei Scotland Yard angekommen hatte ich mich dran gemacht, das bescheuerte Protokoll hinter mich zu bringen und quälte mich inzwischen seit drei Stunden damit. Jeder Hergang musste eingebaut werden und das genau detailliert und in chronologischer Reihenfolge.
Es war schon nach 20 Uhr, es waren nur noch sehr wenige Polizisten da und meine Müdigkeit nahm die überhand von mir. Ich hatte schon fünf Tassen Kaffee getrunken, was auch kein Problem gewesen wäre, wenn er wenigstens halbwegs schmecken würde.
,,Evelyn, ich mache jetzt Feierabend. Wollen Sie noch nicht gehen?"
ich blickte auf. Anderson lehnte in der Tür zu meinem Büro. ich antwortete ihm mit einem etwas matten: „Oh, okay. Nein, ich bleibe noch ein paar Minuten und mach das hier fertig. Einen schönen Abend noch..." ich beugte mich wieder über den Bildschirm und tippte weiter, aber aus dem Augenwinkel bemerkte ich, wie er immer noch dastand. Langsam blickte ich wieder auf und zog die Augenbrauen hoch. „Gibt es sonst noch was?"
,,Ja, eigentlich schon...", antwortete Anderson und lächelte leicht. ,,Hören sie... wir sind nun seit einigen Tagen Kollegen und bis jetzt hatte irgendwie niemand so richtig Gelegenheit, Sie besser kennenzulernen. Vielleicht... haben Sie ja Lust, am Samstag etwas trinken zu gehen... mit mir. Und den Kollegen?" Er zog unschuldig die Augenbraue etwas hoch, ich hatte die Mundwinkel zu einem schiefen, erzwungenen Lächeln verzogen. „Das ist wirklich sehr freundlich von Ihnen, Philip, aber... ich bin momentan noch mit meinem Umzug beschäftigt. Bis Ende des Monats soll alles fertig werden. Ein straffer Zeitplan, in welchen ich die nächsten Wochenenden leider investieren muss." Na gut, eigentlich war das Gröbste an meinem kleinen Häuschen schon gemacht, es ginge jetzt vielmehr nur noch um Malerarbeiten, Elektrizität und Möbel. Aber im Moment war mir noch nicht nach sozialen Interaktionen mit meinen Kollegen. Schon gar nicht, wenn diese Veranstaltung nur als Mittel zum Zweck für jemanden wie Philip Anderson dienen sollte. Da müsste er schon früher aufstehen. Bis jetzt war es mir wichtig, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren und zu den Wurzeln meiner Geburtsstadt zurückzufinden. Für alles andere würde ich mir später Zeit nehmen. „Okay, schade." Anderson fuhr sich durch die Haare. „Vielleicht ein andermal. Ich lasse Sie dann mal alleine. Schönen Feierabend." Er verließ den Raum und den Korridor und ich atmete aus. Danach schrieb ich noch einige Zeilen, ehe ich einen Schlusspunkt setzte, die Dokumente ausdruckte und in einer Glassichthülle in meiner Schreibtischschublade verstaute. Die Erlösung. Erleichtert darüber, es endlich hinter mich gebracht zu haben fuhr ich den Computer herunter, kippte in der Küche den letzten Rest des grauenhaften, britischen Kaffees in die Spüle und begab mich auf die Straße, um mir ein Taxi zu rufen. Dabei kam mir unwillkürlich der Fall Susan Elisabeth Crockford in dem Sinn. Die Countess of Derrington, welche im Auftrag von Moriarty entführt und wieder freigelassen worden war. Es klang wirklich interessant. Da war der Ehemann, einer der reichsten Männer Londons bereit, den Entführern eine Menge Geld für das Leben seiner Frau zu überlassen, und die bliesen die Sache von heute auf morgen ab. Etwas, was kein handelsüblicher Erpresser einfach so tun würde. Aber Moriarty war auch keiner dieser gewöhnlichen Gauner. Wie Mr. Holmes so passend sagte: „Er war die Spinne in einem gewaltigen Netz."
Mit einem leichten Kopfschütteln zog ich mein Handy aus der Tasche um mich bei einem Cab-Unternehmen nach freien Wagen zu erkundigen, hielt dann aber inne. Ich öffnete meine Kontakte und wählte den von John aus. Ich wollte unbedingt mit der Countess of Derrington über die Entführung sprechen, allerdings befürchtete ich, dass sie auch mich, wenn ich mich ihr aus heiterem Himmel vorstellten würde, erstmal abgeschreckt reagieren würde. Ich würde also Johns Hilfe brauchen. Wieso auch nicht? Es war seine Idee, mich in die Sache mit reinzuziehen, dann konnte er mir genauso gut helfen. Ich tippte eine schnelle SMS an John, dann rief ich mir ein Taxi.
Susan Elisabeth Crockford
Ich saß auf dem weichen Sofa vor unserem Kamin, über dem ein altes Familienporträt hing, und las ein Buch. Draußen war es schon dunkel, das Feuer prasselte und eine wohlige Wärme erfüllte den Raum. Plötzlich hörte ich ein räuspern. Ich blickte auf und lächelte. "Hast du Mary unsere Glückwünsche übermittelt", fragte Ruben und setzte sich zu mir. "Ja", meinte ich, "Ich konnte sie sogar persönlich sprechen. Ihr uns ihrer Tochter geht es sehr gut. Nur haben sie und John immer noch keinen Namen für die kleine." Ruben lächelte ebenfalls, aber er sah ein wenig nachdenklich aus. "Worüber denkst du nach?", fragte ich und nahm seine Hand. "Konntest du auch mit John sprechen?", fragte er. "Nein, wieso?" "Er und dieser Mr. Holmes haben sich immer noch nicht bei uns gemeldet. Ich verstehe, dass er jetzt keine Zeit hat, aber... ich habe Angst davor, dass dir nochmal etwas zustößt." Ruben blickte mich ernst an. "Ich weiß", antwortete ich sanft, "aber lass ihnen ein wenig Zeit. Wenn es dich beruhigt, dann rufe ich John morgen an." Ruben lächelte ein wenig beruhigt. "In Ordnung." Ich lehnte mich zurück in seinen Arm und er meinte: "Sie könnten die kleine ja Susan nennen."
Re: Sherlock - 2er RPG
von Mila-Grosa am 21.01.2020 21:51John:
Am nächsten Tag war ich wie immer den ganzen Vormittag in der Praxis. Priscilla, eine Bekannte von Mary, hatte ihre Rolle als Helferin übernommen, bis sie wieder aus dem Schwangerschaftsurlaub zurückkam. Seit ich heute früh aus dem Krankenhaus gefahren bin, war ich nur einmal kurz zuhause, um zu duschen und etwas zu essen, ehe es weiter zur Arbiet ging. Ich wollte am Mittag direkt Schluss machen und zu Mary fahren, aber plötzlich klingelte das Telefon. Ich ging ran, im Glauben, dass es eine Terminanfrage war, doch zu meiner Verwunderung war es Susan Elisabeth Crockfrod, die mich anrief.
Susan Elisabeth Crockford
Am nächsten Morgen griff ich zum Telefon, wie ich es Ruben versprochen hatte. "Dr. John Watson", meldete er sich am Telefon seiner Praxis. "Guten Morgen John, hier spricht Susan. Wie geht es Mary und eurer kleinen Tochter?"
John:
,,Gut.", antwortete ich. „Beide sind wohlauf und Gott sei Dank kerngesund. Mary fühlt sich von den Strapazen nur noch ein wenig ausgelaugt. Ich wollte gerade los zu den beiden." Nach einer kurzen Pause fragte ich vorsichtig: „Wie geht es dir, Susan? Ich hoffe, dass die ganze Sache dich nicht zu sehr mitnimmt. Sagt sich so leicht, ich weiß!" Ich kannte Susan schon lange und wusste, dass sie eine Frau war, die sich nicht so leicht aus der Fassung bringen lassen würde. Aber diese Entführung war eine ernste Angelegenheit von der ich hoffte, dass sie sie nicht allzu schwer belastete.
Susan:
"Mir geht es gut, wirklich", sagte ich, und ich meinte es auch so. "Aber..., also Ruben und ich haben uns gefragt, ob ihr wohl schon etwas herausgefunden habt. Ich weiß, Mr. Holmes und du, ihr hattet noch gar nicht so viel Zeit, und durch das Baby hast du jetzt natürlich noch weniger, aber Ruben sorgt sich sehr darum, dass mir noch etwas zustoßen könnte, und.. naja."
John:
,,Ich verstehe dich.", meinte ich und überlegte. Sollte ich ihr von unseren Erkenntnissen erzählen, dass Moriarty hinter all den steckte? Der skrupelloseste Schurke Englands, wenn nicht sogar der Welt, der nicht zögern würde, unschuldige Menschen für seine Ziele zu töten?
Ich beschloss, die halbe Wahrheit zu sagen. Allein deshalb, weil ich nicht das Recht hatte, ihr so etwas vorzuenthalten. ,,Tatsächlich konnten Sherlock und ich neue Erkenntnisse bezüglich deiner Entführung erreichen. Ihre Wichtigkeit und die Hintergründe sind uns noch nicht wirklich klar, aber wir sind dran. Und wir informieren dich umgehend, wenn mehr Klarheit besteht."
Susan:
"Das klingt doch ganz gut", meinte ich, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass John mir nicht alles sagte. "Meinst du, die Gefahr ist hoch, dass mir nochmal etwas passiert?"
John:
Ich atmete tief ein. ,,Ich will offen zu dir sein, Susan, es ist nicht ausgeschlossen. Bis jetzt wissen wir noch nichts Genaues, aber du solltest kein Risiko eingehen. Bitte pass auf gut auf dich auf, Susan."
Susan:
Das hörte sich wiederum nicht so gut an. Was sie wohl für eine Spur hatten? Ganz so schlimm konnte es doch nicht sein, sonst würde er mir mehr sagen. Oder? Ich zitterte. "Ok. Danke", antwortete ich knapp und fügte hinzu: "Grüß Mary von mir." Dann legte ich auf.
John Watson
,,Werde ich.", sagte ich noch, ehe sie auflegte. Ich atmete tief ein. Bis mir etwas einfiel. Eiligst verfolgte ich Susans Nummer über die Anruferliste zurück und rief sie an. Gestern Abend habe ich eine SMS von Evelyn bekommen, in welcher sie mich bat, ihr eine Kontaktaufnahme mit Susan zu ermöglichen. Sie wollte persönlich mit ihr über die Entführung sprechen. Das Gespräch mit Sherlock hatte also etwas gebracht. Zumindest so, dass er ihr den Stand der Dinge erklärt hatte, ohne dass er sie herausgeworfen hatte. Oder sie geflüchtet ist. ,,Ja, Susan, ich nochmal. Bezüglich des Falls gibt es noch etwas..."
Susan:
Ich zuckte zusammen, als das Telefon plötzlich klingelte. Aber es war nur noch einmal John. "Ja?", fragte ich ein wenig angespannt, ober er jetzt vielleicht doch von ihren Fortschritten berichten würde, die vielleicht erschreckend waren.
John:
,,Es gibt jemanden, der mit dir sprechen möchte. Nicht Sherlock, sondern eine Bekannte von mir. Sie ist Detective Inspector bei Scotland Yard. Wir haben sie von der Entführung in Kenntnis gesetzt, weil wir... weil ich, glaube, dass es uns ermittlungstaktisch voranbringt, wenn wir eine Informantin haben, die das kriminalistische Geschick mit sich bringt, das uns fehlt. Beziehungsweise das uns die Sache verkomplizieren würde."
Susan sog schon die Luft ein, um etwas zu sagen.
,,Ich weiß, was du jetzt sagen willst, und ich weiß auch, dass dir das nicht gefällt. Aber ich kenne sie schon seit vielen Jahren und sie möchte uns, vor allem aber dir helfen. Zumindest einen Beitrag leisten, dass die Hintergründe der Entführung aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden."
Susan:
Ich seufzte. "Weißt du, John, ich vertraue dir. Und du vertraust Mr. Holmes. Also habe ich euch meinen Fall übergeben. Jetzt hast du diese Frau eingeweiht, du vertraust ihr auch. Vielleicht wird sie es wieder irgendjemandem erzählen, dem sie vertraut. Und irgendwann kommt es doch ans Licht." Ich stoppte, und kurz war es still. "Es ist ja in Ordnung", fuhr ich fort, "Solange du sie nicht als Polizistin, sondern als Freundin einweihst. Aber bitte vergewissere dich noch einmal, dass sie absolut vertrauenswürdig ist."
John:
„Wäre sie es nicht, hätte ich sie in dem Fall nicht betraut.", antwortete ich. „Du kennst mich, Susan. Und ich kenne sie, seit wir Kinder waren. Sie ist absolut vertrauenswürdig und professionell dazu. Es gibt wirklich nicht den geringsten Grund, um ihr zu misstrauen. Das garantiere ich dir."
Susan: "Gut", sagte ich, "solange sie euch helfen kann, werde ich natürlich nichts dagegen haben."
John:
,,Danke Susan, Wir würden wirklich nichts tun, was die Diskretion um deine Entführung verletzen würde. Ich weiß, dass ich dich schon genug überfalle, aber meine Bekannte würde sich bezüglich der Entführung gerne persönlich mit dir unterhalten. Ginge das für dich in Ordnung?"
Susan:
"Oh", meinte ich, ein wenig überrascht. "Ja, das geht, natürlich. Vielleicht kann ich sie dann auch ein bisschen besser kennenlernen." Ich blickte kurz in meinen Terminkalender. "Wenn es ihr Recht ist, kann sie morgen Nachmittag kommen. Könntest du ihr das ausrichten?"
John:
"Das werde ich. Nochmal vielen herzlichen Dank Susan. Wenn es Probleme gibt, meldest du dich bei mir. Und wir geben dir Bescheid, sollte es neue Erkenntnisse geben."
Susan: "Danke John", erwiderte ich, "ich wünsche dir noch einen schönen Tag, und Mary natürlich auch!"
John:
,,Danke, dir auch und grüß Ruben.", antwortete ich und legte auf. Ich atmete tief durch. Gut, dass war dann wohl geklärt. Jetzt war Evelyn dran mit ihrem Part, was immer sie noch wissen wollte. Aber ich vertraute ihr, die wird schon wissen was sie tut... das hoffte ich zumindest. Zur Sicherheit würde ich ihr nochmal einschärfen, dass ich der Countess of Derrington einen kleinen Teil an Vertrauen in sie zugefächert habe uns sie dies nicht wieder verspielen dürfe.
Evelyn:
Als das Taxi vor dem Hoftor des Crockford-Anwesends hielt, könnte man fast meinen, man wäre vor dem Tor der kleinen Schwester des Weißen Hauses oder bei George Clooney zu Besuch.
Ich bezahlte den Fahrer des Cab-Fahrzeuges, stieg aus und ging, während sich das Auto entfernte, auf das kleine Gittertor zu, welches das Anwesen gemeinsam mit einem drei Meter hohen Gitterzaum vom Rest der um uns liegenden Gras- und Wiesenlandschaft trennte. Vorsichtig rüttelte ich daran. Offen. Klar, hier würde erst in der Nacht richtig abgesperrt werden, wenn die Angestellten Feierabend hätten.
Ich zog das Tor ein wenig auf und schloss es hinter mir sorgfältig wieder. Ich muss gestehen, etwas aufgeregt war ich schon.
Ich kannte die Crockfords nur aus der Zeitung und über John und Mary, persönlich bin ich ihnen aber noch nie begegnet. Außerdem waren die beiden adelig und Personen der Öffentlichkeit. Ich musste mir also wirklich Mühe geben, wie John mich schon hat wissen lassen. Das Haus war auf einem kleinen Hügel gebaut worden, zu dem ein kleiner Kiesweg hinaufführte. Links und rechts waren unzählige Blumenbeete, die im Frühling in ihrer vollen Pracht garantiert wundervoll aussahen. Als mich eine kalte Luftböe erfasste, verschränkte ich fröstelnd die Arme und unterdrückte es, vor Kälte mit den Zähnen zu klappern. Ich war dieses englische Wetter nach wie vor nicht gewöhnt und schien mich auch mit knielangen schwarzen Herbststiefeln, einer Strumpfhose unter der Jeans und einem schwarzen Rollkragenpullover nicht vor den kühlen Temperaturen wappnen zu können. So sehr ich London und England auch liebte, aber wenn ich an die sommerlichen 22°C dachte, die es gerade in Monte Agentario hatte, bekam ich wieder Heimweh. Die Arme immer noch eng an mich gepresst ging ich unter einem schönen Rosenbogen hindurch, der erst nächstes Jahr wieder zum Blühen beginnen würde. Dabei bemerkte ich jemanden weiter hinten. Einen jungen Mann mit Schütze und einer Spitzhacke, mit der er den Boden in einem der Beete auflockerte. Durch das Knirschen meiner Absätze im Kies wurde er auf mich aufmerksam, sah hoch und warf mir einen befremdlichen Blick zu. Sehr Unterkühlt. Und Misstrauisch.
Anscheinend sah dieser Mann nicht so oft oder gerne neue Gesichter hier. Ich nickte dennoch einmal freundlich mit dem Kopf in seine Richtung und ging dann weiter, bis ich endlich vor der Tür des Anwesens stand. Mit der Hand fuhr ich mir durch die Haare, die vorhin zum Spielzeug des britischen Windes geworden sind und drückte dann auf die Klingel.
Susan:
Vom Fenster des Salons aus sah ich eine junge Dame über den Weg zur Tür kommen. Sie war hübsch und wirkte locker und jugendlich. Jason, unser Gärtner, blickte sie misstrauisch an, aber er war allen gegenüber verschlossen. Ich löste meinen Blick vom Fenster und ließ mich auf dem Sofa nieder. Esmeralda, die gerade eine Vase abstaubte, tippelte eilig zur Tür, als es klingelte.
Evelyn:
Ich musste nicht lange warten, ehe ich Schritte aus dem Inneren des Hauses vernahm. Im nächsten Moment öffnete sich schon die Tür. Eine ältere Frau in typischer Dienstmädchenkleidung linste durch die halb geöffnete Tür, ehe sie sie ganz aufmachte. ,,Oh.. guten Tag... was wünschen Sie?" Ich hörte einen leichten südländischen Akzent aus ihrer Stimme heraus.
,,Guten Tag, Madam, Mein Name ist Evelyn Dawson. Ich habe einen Termin mit Lady Crockford. Sie wurde über mein Kommen informiert." Sie musterte mich nochmal kurz, ehe sie zur Seite trat. ,,In Ordnung. Bitte folgen Sie mir, Mrs. Dawson."
Susan:
Ich erhob mich. Esmeralda kam in Begleitung der jungen Dame und meinte mit einer Handbewegung auf unseren Gast: "Miss Dawson, Lady Crockford!" Ich nickte, sie knickste und entfernte sich. "Es freut mich, Sie kennenzulernen, Miss Dawson", meinte ich freundlich und gab ihr die Hand.
Evelyn:
,,Die Freude ist ganz meinerseits, Lady Crockfort.", erwiderte ich freundlich und schüttelte ihre Hand. „Und ich freue mich, dass Sie mit meinem Besuch einverstanden waren, obwohl die Umstände etwas... überraschend für Sie sind."
Susan:
"Es macht überhaupt keine Umstände", meinte ich lächelnd und deutete zu dem Sofa und den Sesseln im Salon. "Setzen wir uns doch." Miss Dawson nahm gegenüber von mir Platz und blickte sich um. "Etwas zu trinken?", fragte ich.
Evelyn Dawson
,,Nein, danke.", ich blickte mich etwas im Raum um. Sehr geschmackvoll und schön eingerichtet. Dennoch wirkte es nicht überzogen, sondern überraschend dezent. In den Zeitungen hatte ich gelesen, dass Lady Crockford gerade für ihr Engagement und ihre Bescheidenheit bei ihren Mitmenschen äußerst beliebt ist. Auch ich befand nicht, dass sie nicht als eine hochnäsige und verwöhnte Person. Auf den ersten Blick wirkte Sie wie eine sympathische, hübsche junge Frau. Da ich nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und eine kleine Basis des Vertrauens erbauen wollte, fragte ich: ,,Sehr freundlich, die Dame", ich nickte in die Richtung, in welche die Angestellte von Lady Crockford verschwunden ist. „Ist es schwer, sich an die ganzen Bediensteten zu gewöhnen? Ich frage aus privater Neugier, bitte entschuldigen Sie."
Susan:
Ich lächelte. "Ich bin damit aufgewachsen", meinte ich. "Aber ich bevorzuge es, nicht ganz so viele Bedienstete zu haben, sondern ab und zu koche ich auch einmal selbst oder arbeite ein wenig im Garten. Auch wenn unser Gärtner dass nicht so gerne sieht. Jason arbeitet schon ewig für Rubens Familie, und liebt nichts außer seine Pflanzen. Sie haben ihn gesehen.."
Evelyn:
"Ja. Gerade eben, kurz." Ich erhob den Kopf ein wenig und sah aus dem Fenster, wo er immer noch das Beet auflockerte. „Nicht attraktiv, aber ein eher ruhiger Typ, nicht wahr?"
Susan:
Ich lachte und beschloss, das Gespräch auf ein anderes Thema zu bringen. "Also", meinte ich freundlich, aber Ernst, "was für Fragen haben Sie an mich?"
Evelyn:
,,Ja." Ich richtete mich ein wenig auf und räusperte mich. „Es liegt bei Ihnen, ob Sie auf alle Fragen eingehen beziehungsweise das Gespräch weiterführen möchten. Sollte ich Ihnen in irgendeiner Weise zu nahetreten, lassen Sie es mich wissen. Also: Lady Crockford, Sie sind vor gut zwei Wochen spät abends von mehreren Tätern überfallen und entführt worden. Mit einem Fluchtfahrzeug brachte man Sie in einen unterirdischen Scheunenkeller, wo Sie bis zu Ihrer Befreiung mehrere Stunden ausharren mussten." Ich bemühte mich, das Geschehene schnell und ohne – aus Rücksicht – näher ins Detail zu gehen, zusammenzufassen. „Ist es richtig, dass Sie sich zum Zeitpunkt der Entführung hier im Haus aufhielten? Und ist Ihnen zu dem Auto, welches die Entführer nutzten, irgendetwas aufgefallen? "
Susan:
"Nicht ganz", meinte ich, "ich bin um etwa 22.00 Uhr von einem Treffen mit einer guten Freundin zurückgekehrt. Zu dieser Zeit ist das Tor unserer Einfahrt schon geschlossen, weshalb ich mit meinem Wagen davorhielt und ausstieg, um es zu öffnen. Im Dunkeln konnte ich das andere Auto gar nicht sehen."
Evelyn:
Ein Treffen mit einer Freundin? Das war neu. Könnte, wenn ich Glück hatte, ein nicht allzu unbedeutender Hinweis sein. Interessiert nickte ich. „Wussten, außer Ihrer Freunde, noch andere Personen von dem Treffen?", erkundigte ich mich.
Susan:
Ich überlegte. "Ruben natürlich, und meine Freundin. Wem sie von dem treffen erzählt hat, weiß ich nicht genau. So lange kenne ich sie noch nicht, wir haben uns vor ein paar Monaten bei einer Gala zum Wohle des Vereins Kinder in Not getroffen. Ich engagiere mich viel in diesem Bereich, und meine Freundin auch. warten sie", meinte ich und nahm mein handy, das auf dem Tisch lag, "Hier ist ein Foto von ihr, als sie spenden für Kinder in Zentralafrika gesammelt hat", meinte ich und reichte ihr das Smartphone.
(foto: https://res.cloudinary.com/beamly/image/upload/s--6poqkkzw--/c_fill,g_face,q_70,w_479/f_jpg/
v1/news/sites/6/2015/08/lara-pulver-sherlock.jpg )
Evelyn:
Ich nahm das Smartphone entgegen und musterte das Bild einer jungen, nicht unattraktiven Dame mit rabenschwarzen Haaren und azurblauen Augen, die mit nahezu beneidenswertem Selbstbewusstsein in die Kamera schauten. Ihre Mimik wirkte stilisiert wie das der Mona Lisa, und doch so lebhaft und mysteriös.
Ich kniff die Augen leicht zusammen. Mit kam diese Frau bekannt vor. Ich hatte persönlich nichts mit ihr zu tun, das wusste ich sofort und genau, aber dennoch kam es mir vor, als wäre ich ihr in irgendeiner Weise bereits begegnet.
,,Wie ist Ihr Name?", fragte ich, ohne den Blick von dem Bild abzuwenden.
(Bei mir öffnet sich da leider nichts :/ aber bei Lara Pulver weiß ich Bescheid^^ )
Susan:
Miss Dawson blickte mit einem merkwürdigen Gesichtsausdruck auf das Bild. Ich antwortete: "Sie heißt Alene Rider." Sie wirkte immer noch ein wenig komisch, als ob ihr Alene bekannt vorkommen würde. Aber bei dem Namen schien der Groschen nicht direkt zu fallen. "Ist alles in Ordunung?", fragte ich nach.
(Hmm, bei mir funktionierts jetzt auch nicht mehr... Aber du hat ja schon Sherlock-like herausgefunden, um wen es geht! xD)
Evelyn
Alene Rider, Alene Rider... Irgendetwas war da in meinem Kopf, aber es versteckte sich. Ich erhob meinen Blick wieder. ,,Oh, natürlich. Es war mir nur so, dass ich die Dame ebenfalls kenne. Wenn sie sich wie Sie öffentlich engagiert, liegt der Grund wohl darin. Erlauben Sie mir trotzdem, dass ich das Bild abfotografiere?", wollte ich von ihr wissen.
(Türlich^^ Die Serie färbt ab xD)
Susan:
"Wenn es Ihnen von Nützen ist", meinte ich ein wenig irritiert. Ich wusste nicht, inwiefern Alene eigentlich etwas mit meiner Entführung zu tun hatte, ich hatte ihr nicht einmal davon erzählt -nur zur Sicherheit-, aber für Miss Dawson schien sie von großem Interesse zu sein.
(Yeah xD)
Evelyn:
Eiligst kramte ich mein Smartphone aus der Hosentasche und fotografierte das Bild ab, ehe ich mich wieder Mrs. Crockfort zuwandte. „Dürfte ich fragen, wo Sie beide an diesem Abend unterwegs waren oder ob Sie über irgendetwas besonderes gesprochen haben?"
Susan:
Ich überlegte. "Nun, wir waren zusammen essen. Zufällig in demselben Restaurant, in dem John Mary den Heiratsantrag gemacht hat. Dann haben wir ein paar Belanglosigkeiten ausgetauscht. Wir haben über das letzte Spendengeld von "Kinder in Not" gesprochen, bei der es unglaublich deliziöse Häppchen gab, und sonst noch über dies und das", meinte ich. Dann fiel mir noch etwas ein. "Eine bestimmte Sache war schon auffällig", fügte ich hinzu. "Ich habe das mit John und Mary erwähnt, und sie war sehr interessiert an John, besonders an seiner Arbeit mit Sherlock. Sie schien schon viel davon gehört zu haben, über manche Fälle wusste sie sogar mehr als ich." Miss Dawson hörte gespannt zu. "Aber warum ist das von Bedeutung?", hakte ich nach.
Evelyn:
Jetzt nahezu brennend vor lauter Neugier winkte ich nur ab und versuchte, mir mein Stück für Stück wachsendes Interesse an diese Alene Rider nicht anmerken zu lassen, da es sonst womöglich zu ´kurios´ für Lady Crockford wurde. Das konnte dazu führen, dass weitere Details, die noch wichtig sein könnten, vergessen werden. Ein abruptes Ende unseres Gespräches war das Letzte, was ich wollte. „Das gehört zur Routine.", antwortete ich. Am liebsten hätte ich sie gefragt, ob ihr im Bezug zu Mrs. Rider und ihrem Interesse in Johns und Mr. Holmes Aktivitäten noch irgendetwas aufgefallen sein ist. Aber ich lenkte eine andere Richtung ein. Eine Richtung, die auf eine Vermutung basierte, die mir in mit diesem Bezug zu Mr. Holmes und Lady Crockford seltsam schlüssig vorkam. Gesprächsfetzen von meinem Gespräch in der 221b Baker Street tanzten vor meinem inneren Auge herum, ehe ich wieder bei der Countesse of Derrington in ihrem Anwesen ankam. Ich blinzelte ein wenig und lehnte mich dann vor. „Countess... Könnten Sie sich vorstellen, dass die Entführer genau wussten, wann sie abzufangen wären, weil sie zuvor von jemanden informiert worden sind? Verfolgt worden sind Sie bis zu Ihrer Ankunft hier ja nicht, oder?"
Susan:
Langsam wurde das schon ein wenig komisch. "Alene.. hätte keinen Grund dafür", meinte ich zögerlich. "Ich halte sie für loyal. Ich glaube nicht, dass sie jemandem helfen würde, mich zu entführen. Und verfolgt wurde ich auch nicht. Das Auto der Entführer war schon da, als ich hier ankam. Aber nach unserem Essen habe ich noch getankt, sie hätte also Zeit gehabt..." Ich unterbrach mich selbst. Das war doch Quatsch.
Evelyn:
Sie konnte oder wollte sich nicht eingestehen, dass ihre Freundin Alene Rider keine so gute Freundin sein könnte wie sie anfangs gedacht hatte. Das konnte ich gut nachvollziehen. Dennoch. Dieser Geschichte musste ich noch etwas genauer auf den Zahn fühlen. Ohne auf Lady Crockfords belastenden Kommentar einzugehen, fragte ich: „Würde es Ihnen etwas ausmachen, mir die Adresse von Mrs. Rider zu nennen? Gehört – wie gesagt – nur zur Routine."
Susan:
"Als ich Alene nach ihrer Adresse fragte, meinte sie, sie sei ziemlich viel unterwegs", antwortete ich. "Sie wollte mir nur sagen, dass sie im Moment im Corinthia Hotel in London wohnt. Das schönste Hotel dort, wenn Sie mich fragen, direkt an der Themse. Aber es ist auch eindeutig das nobelste, was man deutlich an den Preisen merkt." Ich lächelte.
Evelyn:
,,Wer kann der kann.", meinte ich mit einem erzwungenen Lächeln und notierte mir die Adresse auf dem Smartphone. Und unsere Mrs. Rider konnte, offensichtlich. Sie war auf alle Fälle überaus interessant für diesen Fall. Es konnte nicht schaden, diese Lady überprüfen zu lassen. Und ihr, falls nötig, einen kleinen Besuch abzustatten. „Vielen Dank, Lady Crockford, Sie haben mir sehr weitergeholfen. Ich möchte Sie auch nicht länger belästigen. Gibt es von Ihrer Seite aus sonst noch etwas, was Ihnen aufgefallen ist oder was Ihnen merkwürdig vorgekommen ist?"
Susan:
"Nein, ich glaube nicht", meinte ich nach kurzem Nachdenken. "Aber falls Sie noch eine Frage haben, können Sie mich jederzeit kontaktieren." Ich reichte ihr eine meiner mit goldenen Lettern bedruckten Visitenkarten.
Evelyn Dawson
„Ich werde darauf zurückkommen, wenn es soweit ist.", erwiderte ich mit kurzem Blick auf die Karte und erhob mich dann von dem edlen Sofa. ,,Es hat mich sehr gefreut, mit Ihnen Bekanntschaft schließen zu dürfen. Ich möchte Ihnen ans Herz legen, wachsam zu sein und nicht allzu lange alleine unterwegs zu sein. Sollten Sie Personenschutz wünschen, kontaktieren Sie mich und lassen Sie Ihren Gärtner wissen, dass ich zurzeit keine feste Beziehung führe. * Sollte Ihnen noch etwas Wichtiges ein- oder auffallen, lassen Sie es mich, John oder Mrs. Homes unbedingt wissen."
*(Das war natürlich nicht ernstgemeint)'
Susan:
Ich erhob mich ebenfalls. "In Ordnung", antwortete ich. "Jason wird erfreut sein", fügte ich lächelnd hinzu. Ich begleitete Miss Dawson zur Tür. "Auf Wiedersehen", meinte ich freundlich.
Evelyn:
Ich zog die Mundwinkel leicht nach oben. ,,Auf Wiedersehen.", verabschiedete ich mich und betrat dann über die Stufen den Kiesweg zum Tor. Als ich an diesen Jason vorbeikam, starrte er wieder mit diesem kühlen Blick in meine Richtung. Ich nickte ihn nochmal freundlich lächelnd zu und ging weiter. Offenbar war ich nicht der Typ Frau, den er abends zu einem Drink in den Pub einladen würde. Nun... er sah auch ehrlich gesagt nicht nach dem Typ Mann aus, der überhaupt einer Frau einen Drink ausgeben würde. Vielleicht war er auch nur ein etwas zurückgezogener Eigenbrötler, ganz in Eintracht mit seinen Pflanzen und Blume. Weit genug von ihm und vom Haus weg zog ich mein Handy aus der Tasche und wählte eine Nummer.
,,Fran, ich bin es. Ja, ich freue mich auch. Du, könntest du einen Namen für mich überprüfen? Alene Rider, wohnhaft im Corinthia Hotel in London. Nein, du musst das erledigen, es ist nichts offiziell Berufliches, sondern eher... privat. Nein, nichts Illegales. Ja, Al-e-ne geschrieben. Und Rider mit i und nicht mit y. Vermutlich britischer oder amerikanischer Herkunft, also brauche ich eine geologische... ja, ich weiß, aber zum Fragen beantworten ist es jetzt momentan ein wenig früh. Ich erkläre es dir ein andermal. Okay, vielen Dank. Ciao."
Ich legte wieder auf. Francesca Dònada war eine gute Freundin und Kollegin von meinem alten Revier. Sie könnte mich da in der Sache weiterbringen, denn dieser Name spukte mir immer noch im Kopf herum.
Susan:
Ich blickte Miss Dawson nach. Bedauernswerter Weise hatte ich nicht das Gefühl, dass es zwischen ihr und Jason wirklich funkte...
Ich fragte mich, was sie an Alene so merkwürdig gefunden hatte. Im Endeffekt hatte sie kaum etwas zu meiner Entführung gefragt, nur zu ihr. Seufzend ging ich wieder zurück in den Salon und trank erst mal einen Kaffee.
Evelyn:
Ich überlegte, ob ich Mr. Holmes und John gleich von meinen neuen Erkenntnissen erzählen sollte, aber ich entschloss mich, noch etwas zu warten, bis ich wusste, was es mit dieser Alene auf sich hatte. Die Spur war zwar heiß, jedoch fehlten mir die entscheidenden Indizien, die widerlegten, dass Alene Rider wirklich mit der Entführung zu tun hatte.
Es war bereits Nacht geworden, als sich Francesca bei mir meldete. ,,Was soll das heißen? Es gibt keine Alene Rider, die hier wohnt!?"
,,Nein, eine Frau mit diesen Namen ist nirgendwo in London verzeichnet und passt nicht auf die Beschreibung, die du mir gemailt hast. Ich habe eine Face-Analyse durchlaufen lassen, mit dem Foto von dir und allen uns bekannten Alenes in London oder Umfeld. Alles ohne Ergebnis.", erklärte sie. ,,Sie ist ein Phantom"
Ich nickte. ,,Alles klar. Vielen Dank, mach's gut und grüß die anderen."
,,Werde ich. Ciao, Evelyn."
Ich lehnte mich auf meiner Couch zurück und starrte auf den Block, wo ich den Namen Alene Rider mit Krakelschrift hingeschrieben habe. Es gab keine solche Frau in London. Und doch war sie da. Wie kann das angehen. Wer ist sie?
Ich sollte wohl doch Mr. Holmes kontaktieren und dann morgen in diesem Hotel vorbeischauen. Wie hieß es noch? Cirinthoa Hotel, oder... Nein, Corinthia war es, und...
Moment! Ich stutzte und setzte mich wieder auf. Ich nahm den Block in die Hand, strich den Namen durch und schrieb ihn in Großbuchstaben mit genügend Abstand erneut auf das Blatt Papier. Mir war ein Gedanke gekommen. Es war fast schon zu simpel und zu beknackt, um überhaupt möglich zu sein. Aber wenn man sich den Namen so betrachtete... Schien es durchaus möglich. Was, wenn das kein Name war, sondern ...
Mit etwas zittrigen Fingern schrieb ich Buchstabe um Buchstaben unter den Namen. Dann hatte ich es. Eine neue Verdächtige im Entführungsfall von der Countesse of Derrington. Und einen Grund mehr, Sherlock Holmes sehr spät Abend noch einen Besuch abzustaten.
Sherlock:
Ich hörte beschwingte Schritte auf der Treppe. Das schloss alle Personen aus, die sonst diese Treppe hochstiegen. Außerdem hatte ich diese Schritte vor kurzem schon einmal gehört. Sofort hatte ich eine Art Nicht-schon-wieder-Gefühl, aber was konnte ich daran ändern? Ich öffnete die Tür, noch bevor Miss Dawson klopfen konnte.
Evelyn:
Bevor das Taxi überhaupt richtig zum Stehen kam riss ich die hintere Beifahrertür aus und sprintete aus dem Fahrzeug hinauf zur Tür der 211b Baker Street.
Mrs. Hudson, die freundliche Hausbesitzerin, hatte mir die Tür im Morgenmantel geöffnet und wahr sichtlich überrascht, mich zu so später Stunde noch begrüßen zu dürfen. ,,Entschuldigen Sie bitte meine nächtliche Störung, aber ich muss Mr. Holmes sprechen." , hatte ich mich entschuldigt, mich an ihr vorbeigedrückt und bin dann schnell die Treppe rauf. Ich wollte gerade klopfen, da öffnete Mr. Holmes die Tür.
,,Einen wundervollen guten Abend, Mr. Holmes!", sagte zum ersten Mal seit langem wirklich bestgelaunt.
Sherlock:
"Ebenfalls", meinte ich etwas unterkühlt, denn irgendwie hatte ich das Gefühl, diese gute Laune konnte nichts gute bedeuten. Außerdem war es schon relativ spät, weshalb Miss Dawson wohl "wichtiges" zu berichten hatte. Mit einer abgehackten Handbewegung deutete ich aufs Sofa und sie setzte sich, während ich die Tür wieder schloss und mich wie zuvor im Sessel niederließ.
Evelyn:
Mit einer raschen Bewegung zog ich den Notizblock aus meiner Jacke hervor und legte diesen auf meine Knie. In aufrechter Haltung legte ich meine Hände gefaltet in den Schoß: „Zunächst möchte ich mich für die späte Störung entschuldigen, aber es wäre mir wirklich schwergefallen, bis morgen zu warten." Vor der Aufregung über meine Entdeckung ein wenig hibbelig umklammerte ich den Block mit meinen Fingern und strich mir eine verirrte Haarsträhne hinters Ohr. „John hat Sie ja informiert, ich hatte heute ein Treffen mit der Countess of Derrington, Susan Crockford, um sie zu den Ereignissen, die sich in jener Nacht abspielten, noch einmal zu befragen..."
Sherlock:
Ich nickte knapp. Das stimmte, was auch immer das gebracht haben sollte. Miss Dawson machte eine effekthaschende Pause, was mich unangenehm an Mycroft erinnerte, und ich zog die Augenbrauen hoch, was so viel heißen sollte wie: Ich warte.
Evelyn:
Ich holte tief Luft, starrte einen Moment lang an die Decke und wandte meine Aufmerksamkeit dann wieder dem Detektiv zu. „Was sagen Ihnen Anagramme, Mr. Holmes?", wollte ich dann von ihm wissen.
Sherlock: Ich lachte kalt. "Sie glauben nicht ernsthaft, dass ich nie etwas von Anagrammen gehört habe?", antwortete ich.
Evelyn:
,,Dann fällt es ihnen doch sicher leicht, mir diese Frage zu beantworten.", erwiderte ich, ohne mich beirren zu lassen in demselben Tonfall und grinste schief.
Sherlock: Wieder dieses Nicht-schon-wieder-Gefühl. "Mit Sicherheit", meinte ich und wartete auf ihre Frage.
Evelyn: „Was ist ein Anagramm?", fragte ich mit einer auffordernden Handbewegung.
Sherlock:
Es war wirklich und wahrhaftig anstrengend, mit dieser Frau zu kommunizieren. Mir war klar, dass sie wusste, was ein Anagramm war, und das sie auch wusste, dass ich es wusste. Aber ich beschloss, erstmal auf sie einzugehen. Auch wenn ich das Gefühl hatte, jetzt schon einer mehrstündigen Tortur entgegenzusehen. "Ein Anagramm", begann ich leicht entnervt, "ist ein Wort oder ein Name, dass durch die Umstellung der Buchstaben eines anderen Wortes entsteht. Besonders bei Namen hat es dieselbe Bedeutung wie das Wort, aus dem es gebildet wurde, und wird zum Beispiel als Deckname für eine Person verwendet, in dem diese ihren wahren Namen anagrammiert." Ich hatte mir einfach vorgestellt, dies John zu erklären, was es leichter gemacht hatte. Wahrscheinlich wusste er wirklich nicht, was ein Anagramm war, aber ich würde es ihm im Normalfall trotzdem nicht erklären.
Evelyn:
,,Ganz genau! Na, jedenfalls hat mir Lady Crockford berichtet, dass Sie kurz vor Ihrer Entführung von einem Treffen mit einer Freundin zurückgekommen ist. Ihren Mann hat sie vor Ihrer Abreise keine Nachricht oder dergleichen zukommen lassen, die ihn über ihre baldige Rückkehr informiert hätte. Verfolgt worden ist Lady Crockford ebenfalls nicht. Laut ihrer Aussage lauerten die Entführer bereits, als sie aus dem Auto ausstieg, um das Tor zu ihrer Einfahrt zu öffnen. Hätten die Täter schon länger dort gewartet, wären Sie sicher jemanden vom Personal aufgefallen, die nach Feierabend alle das Haus verließen. Es gibt nur diese eine Straße und an dieser ist es praktisch gar nicht möglich, ein Fahrzeug unerkannt irgendwo abzustellen. Die Entführer konnten also nur Vorort sein, weil sie ganz genau wussten, wann Susan Crockford das Anwesen erreichen würde. Sie mussten also von jemanden über ihre Rückkehr informiert worden sein. Es gibt nicht allzu viele Leute, die davon wissen konnten. Eigentlich nur ihre Freundin.", berichtete ich.
Re: Sherlock - 2er RPG
von Mila-Grosa am 21.01.2020 21:52Sherlock:
Ich verzog keine Miene. Als sie stoppe, um wieder eine ihrer Pausen zu machen, meinte ich: "Und als Sie den Namen ihrer Freundin überprüft haben, haben Sie festgestellt, dass er nicht existiert, sondern ein Anagramm ist."
Evelyn:
Ich nickte. ,,Ganz genau. Aber interessant ist es, welcher Name wirklich hinter dem Anagramm steckt. Lady Crockfort gab den Namen ,Alene Rider' an. Und dreimal dürfen Sie raten, wer in Echt dahintersteckt, wenn man die Buchstaben in eine andere Anordnung bringt." Eine Antwort wartete ich gar nicht erst ab, sondern hielt stattdessen den Block hoch, auf dem ich zuvor das Anagramm entschlüsselt hatte.
I-R-E-N-E-A-D-L-E-R.
Sherlock:
Schon als Miss Dawson 'Alene Rider' sagte, war es mir klar. Nach meinem Gespräch mit Moriarty hatte ich gewusst, dass sie wieder auftauchen würde. Dass sie auf Moriartys Seite und auch an der Entführung beteiligt gewesen war. Sie hatte sich also sogar mit Mrs. Crockford angefreundet, um Näheres über sie herauszufinden, und Mrs. Crockford sah in ihr wahrscheinlich immer noch eine Freundin, denn schließlich konnte sie das nicht wissen. Und dann hatte sie auch noch ein Synonym benutzt, von dem sie wusste, dass es mich direkt wieder auf sie stoßen würde. Dass es mich verletzten würde.
Und all das wäre akzeptabel, wenn ich es selbst herausgefunden hätte. Aber Miss Dawson hatte es herausgefunden und mich auch noch mehr oder weniger hinterlistig damit überrascht. Und ich sah ihr an, dass sie wusste, das hinter meiner emotionslosen Miene etwas vorging.
Evelyn Dawson
,,Ich habe auch ein Foto von ihr, wenn Sie noch einen Beweis wollen.", antwortete ich und fixierte ihn mit einem ernsten Blick. Ich wusste, dass diese Erkenntnis etwas in ihm auslöste. Auch wenn es durchaus sein könnte, dass er das alles bereits deduziert hatte bevor ich ausgesprochen hatte. Aber es war der endgültige Beweis, dass „die Frau" zurückgekehrt war und irgendetwas plante, was mit ihm zu tun haben musste. Womöglich auch mit Moriarty.
Sherlock:
"Nein, danke", meinte ich nur. Nicht noch ein Foto. Schon als Moriarty mir eines gezeigt hatte, war das genug gewesen. Ich hatte es immer noch vor meinem inneren Auge.
Evelyn:
Knapp nickte ich und blickte zur Seite weg. „Mrs. Crockfort konnte es sich nicht vorstellen, aber sie sagte selber, dass sie nach ihrem Treffen genug Zeit gehabt hätte, um den Entführern Bescheid zu sagen. Da sie nachtanken musste, hätten die Täter genug Zeit gehabt, um Stellung zu beziehen."
Sherlock:
Ich nickte nur. "Aber Mrs. Crockford hält sie eigentlich nicht für verdächtig", meinte ich, mehr zu mir selbst. Wie manipulativ sie war, und wie dreist, Vertrauen auf diese Weise auszunutzen. Aber dies geschah nicht zum ersten Mal, richtig?
Evelyn:
„Im Moment spielt das eher eine geringe Rolle. Tatsache ist Mrs. Crockfords Entführung, dass Irene Adler hinter Alene Rider steht und auch noch mit ihr befreundet ist. Das ist kein Zufall! Soweit ich informiert bin, ist sie vor mehreren Jahren in den Nahen Osten untergetaucht. wenn sie Glück hatte und keinem Terrornetzwerk in die Arme gelaufen ist, dann wäre es doch günstig für eine Rückkehr. Wenn Gras über die Sache gewachsen ist, alte Narben verheilt sind... wenn man in Vergessenheit geraten ist. Bei den meisten zumindest." Ich hob den Kopf ein wenig an.
,,Und nachdem, was sie mir erzählt haben, Mr. Holmes... kann ich mir gut vorstellen, dass sie beteiligt ist.. an ihrem zweiten Fall."
Ich war wie die meisten auch begeisterte Leserin von Johns Blog, von seinen und Mr. Holmes' fällen, die besser und detaillierter geschrieben sind als jedes Polizeiprotokoll dieser Welt. Es könnte gut sein, dass (vielleicht aus politischen Gründen) die eine oder andere Kleinigkeit ausgelassen wurde, aber dennoch... wenn man Johns Geschichten mit den verschiedenen Menschen, egal ob Klient, Mörder oder sonstiges liest, kommt es einem im Laufe so vor, als würde man diese Leute gut kennen und man konnte sich von jedem einzelnen ein genaues Bild machen. Und das faszinierte mich so sehr daran. Es waren nicht nur die Abenteuer, die er und der Consulting Detective erleben, sondern auch sein Talent dafür, die Menschen mit seinem Schreibstil in den Bann zu ziehen und in vollkommen neue Welten eintauchen zu lassen. Das hatte er auch in „Ein Skandal in Belgravia" geschafft, als er über die Luxus-Domina, ihren scharfen Verstand und ihrer besonderen Beziehung zu Sherlock schrieb.
Sherlock
Ich schwieg und dachte über Miss Dawsons Worte nach. Es war irgendwie beruhigend, dass sie nicht wusste, dass ich sie damals vor einem solchen Terrornetzwerk gerettet hatte. Aber trotzdem wusste Miss Dawson viel. Sie zog die richtigen Schlüsse...
Evelyn:
,,Und nun stellt sich wieder dieselbe Frage wie vor Kurzem: Wissen Sie es? Nicht, dass Sie Teil des Spiels sind, sondern dass sie Teil des Spiels ist.", wollte ich wissen.
Sherlock:
Wie gesagt, sie zog die richtigen Schlüsse, und sie stellte die richtigen Fragen. Ich schwieg weiterhin, aber ich wusste, dass Miss Dawson das als Bestätigung verstehen würde. Was es im Endeffekt ja auch war.
Evelyn:
Er wusste es, ganz sicher. Und wenn er von Irene Adler wusste, dann wusste er garantiert auch von James Moriarty. Aber ich sagte ebenfalls nichts weiter dazu.
Moriarty war zwar ebenfalls Sache von Scotland Yard, aber ich ermittelte in dieser Sache inoffiziell. Und das war weder mit einem der höheren Beamten und Zuständigen vereinbart, noch mit Mr. Holmes und John. Ich sollte ihnen lediglich 'aushelfen.' Das Letzte, was ich wollte, war, meinen Job zu riskieren und mich wieder in krumme Angelegenheiten verwickeln zu lassen. Zumal Mr. Holmes und ich sowas wie einen Deal hatten: Ich mische mich nicht in seine Angelegenheiten ein, er sich nicht in meine.
Ich seufzte nur und meinte dann: ,,Haben Sie einen Stift da?"
Sherlock:
Ich nickte mit dem Kopf zum Wohnzimmertisch, auf dem ein Kugelschreiber lag. Wahrscheinlich von John. "Nehmen Sie den", meinte ich.
Evelyn:
Ich beugte mich rüber zu dem Tisch und nahm ihn mir. Dann blätterte ich auf dem Notizblock eine Seite um und schrieb die Adresse auf. Mit einem schnellen klick ließ ich die Mine des Kugelschreibers wieder in das Innere verschwinden und riss den Zettel ab. Diesen reichte ich an Mr. Holmes weiter.
,,Das ist ihre momentane Adresse. Vielleicht... können Sie ja etwas damit anfangen."
Sherlock:
Ich betrachtete den Zettel:
Trafalgar Suite
Corinthia Hotel London
Whitehall Place
Das teuerste Hotel Londons, eine der luxuriösesten Suiten mit freiem Ausblick auf den Trafalgar Square. Es war erschreckend, welche Mittel sie hatte, wenn auch nur finanzieller Art.
Evelyn:
Ich steckte den Notizblock in die Innentasche meiner Jacke, erhob mich von dem Sessel und legte den Kugelschreiber wieder an seinen Platz.
,,Mr. Holmes, ich weiß nicht, wie viel Sie mit dieser Frau zu tun haben. Es ist auch nicht unbedingt von Interesse für mich. Ich rate ihnen nur, dass Sie aufpassen. Es soll nicht mehr Menschen wie nötig geben, die Ihnen... einen Schubs geben."
Sherlock:
Ich reagierte nicht, aber sie hatte wohl Recht, denn wenn dieser Schubs auf einem 30 m hohem Gebäude erfolgte, konnte es für mich ungünstig ausgehen.
Evelyn:
,,Einen schönen Abend noch.", meinte ich und nickte ihm noch einmal zu, ehe ich die Wohnung wieder verließ. Draußen auf der Straße hielt ich ein Taxi an. Er würde schon wissen, was die richtige Entscheidung war. Er war immerhin Sherlock Holmes. Aber mancher Verstand entschloss sich nun mal zu seltsamen Dingen, wenn er soweit war, das Herz regieren zu lassen. Ich schloss die Augen und atmete geräuschvoll aus. Es war nicht meine Angelegenheit. Also würde ich mich raushalten. Solange wie möglich, jedenfalls.
Sherlock
(Next Day =D)
Im Morgenmantel aß ich in meinem Sessel und trank Tee. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als die Tür plötzlich aufging. Es war John, ich hatte ihn noch hier nicht erwartet. Ich stand auf, und meinte nach einer kurzen Pause: "Ähm... herzlichen Glückwunsch." Ich wusste, dass es angebracht war, aber wenn ich es sagte, hörte es sich irgendwie falsch an.
(Kennst du die Sherlock Mini-Episode Many happy returns? Die ist soo funny, und passt gerade iwie xD)
John:
,,Danke." Ganz wie in alten Zeiten durchschritt ich den Raum, um in meinem Sessel Platz zu nehmen. Gähnend hielt ich mir die Hand vor dem Mund, da ich von den letzten Tagen immer noch ein wenig schlapp war. „Hat sich in Sachen Crockfort in meiner Abwesenheit irgendetwas getan?", erkundigte ich mich und stützte den Kopf an der Faust.
Zitat von Sohea
(Kennst du die Sherlock Mini-Episode Many happy returns? Die ist soo funny, und passt gerade iwie xD)
jaa, die hab ich mal auf yt gesehen.. Aber eine Teil davon verstehe ich leider nicht xD
Sherlock:
"Miss Dawson hat mit Mrs. Crockfort gesprochen. Sie hat etwas über eine von Mrs. Crockforts Freundinnen in Erfahrung gebracht. Ihr Name ist Alene Rider." Wie zu erwarten gewesen war, schien das bei John keine Erkenntnis auszulösen. "Es ist ein Anagramm", meinte ich noch, und nach einem Moment des Nachdenkens und Buchstaben-Umherschiebens schien es auch John zu verstehen.
John:
Es brauchte eine Weile, bis der Groschen fiel. Ich öffnete den Mund einen Spalt breit, um etwas zu sagen wie: ,,Irene Adler ist Mrs. Crockfords Freundin?" oder ,,Sie ist hier in London? In unserer oder viel mehr deiner Nähe?", Aber ich sagte nur: ,,Ouh."
Reflexartig brachte ich nichts besseres zustande, zumal ich nicht glaubte, dass Sherlock scharf darauf war, das Thema so nah wie nur möglich zu erläutern, im Gegenteil. Ich musste an unser Gespräch denken, welches wir führten, bevor bei Mary die Wehen eingesetzt hatten. Über ´die Frau´ und wie er mir erzählt hatte, dass sie überlebt hatte. Durch seinen Verdienst. Und jetzt schlich sie sich wieder einfach so in sein Leben? Auf diese Art und Weise? Das machte mir ehrlich ein wenig Sorgen... „Hat sie schon irgendetwas von sich hören lassen?", wollte ich dann wissen.
Sherlock
Ich deutete ein Kopfschütteln an. Denn ich beschloss, das Gespräch mit Moriarty ihm gegenüber weiterhin unerwähnt zu lassen. Miss Dawson hatte ich es auch nicht erzählt, auch wenn sie kurz davor gewesen war, selber darauf zu stoßen. Wenn ich es John erzählte, wusste sie es auch bald, und wenn ich es ihm nicht erzählt, konnte ich mich vor einem weiterem Fragenhagel von ihr schützen.
"Aber Miss Dawson hat ihre derzeitige Adresse von Mrs. Crockfort erhalten", meinte ich und deutete auf den Zettel, der noch immer samt Kugelschreiber auf dem Tisch lag.
John:
Ich starrte auf den Zettel mit der unverwechselbaren Krakelschrift, die Evelyn draufgekritzelt hatte. So wie es aussieht hatte Evelyns „Ausreichend" im Fach Schönschrift und die Bezeichnung unserer damaligen Lehrerin (Sie nannte es immer eine Sauklaue, die selbst Schweine zum Heulen brächten) sie völlig kalt gelassen.
Ich zog den Mundwinkel leicht nach oben, da es sich für mich wirklich wie ein schlechter Witz anhörte und sah wieder zu ihm hoch. „Und was gedenkst du jetzt zu tun?"
Sherlock:
Ich lehnte mich zurück. "Sie erwartet mich", meinte ich. Ich war mir ziemlich, dass sie glaubte, ich würde im Corinthia Hotel aufkreuzen. "Und da ich nicht komme, wird sie sehr bald von sich hören lassen."
Bevor John antworten konnte, hörten wir von unten ein Geräusch. Die Haustür öffnete und schloss sich wieder. Dann ertönte Mrs. Hudsons Stimme: "Sherlock, hier wurde ein Päckchen für Sie abgegeben." Ich warf John einen Was-hab-ich-gesagt-Blick zu, dann stand ich auf.
John:
Sherlock nahm das Paket, welches Mrs. Hudson auf einem Tablett mit Tee und Keksen nach oben getragen hatte, ohne Kommentar entgegen. Da er letzterem keine Beachtung schenkte, erhob ich mich vom Sessel und nahm ihr das Tablett mit einem freundlichen „Danke" ab. Nachdem ich es abgestellt und Mrs. Hudson wieder nach unten gegangen war, und blickte Sherlock über die Schulter. „Was ist das?"
Sherlock:
Ich nahm das Päckchen entgegen und musterte es angespannt. Mrs. Hudson wechselte mit John einen fragenden Blick, als sie das Tablett abstellte, und verließ den Raum dann wieder. Das kleine Paket war sehr flach, eine dünne Holzkiste, wie eine Pralinenschachtel. Ich öffnete sie. Darin lagen ein Reagenzglas und ein Zettel, auf dem folgende Zahlen standen:
5-18-T-16 85 8-10
53-75-10
"Ein Code", sagte ich, mehr zu mir selbst, "ein Code, in dem man das T nicht übersetzten kann..."
John:
Ich starrte auf den Zettel in seiner Hand. Tatsache, ein Code. Für einen Moment erinnerte ich mich an damals, als er den Jumbo-Code für sie übersetzt hatte. Damals war ein jahrelang perfekt geplantes System binnen Sekunden mittels ein paar einfacher Zahlen zum Einsturz gebracht worden. Dieser Code hier war wohl dafür gedacht, genau diese Erinnerung wieder aufkeimen zu lassen. Ich hatte damals schon gefühlt, dass es ihn verletzt hatte, als sie ihn für ihre und Moriartys Zwecke ausgenutzt hatte. Weil er sich – das nahm ich ganz stark an – zum ersten Mal von seinem Herzen hat leiten lassen. Aber es steckte noch etwas anderes dahinter. Es schien mir wie eine Art Rätsel, welches er lösen musste, um... was auch immer zu finden. Vielleicht einen weiteren Bezug zu Moriarty.
Sherlock:
Ich ging alle mir bekannten Codes durch. Es gab keinen Sinn, nichts davon. Ich musste irgendetwas übersehen haben, nur was? Mein Blick viel auf das Reagenzglas. Es musste irgendetwas damit zu tun haben. Es war der Hinweis auf den Code. Aber ich verstand es trotzdem nicht, ich dachte zu kompliziert. Was war das erste, was einem normalen Menschen einfiel, wenn er ein Reagenzglas sah?
John schenkte dich eine Tasse Tee ein. John. "Woran denkst du, wenn du ein Reagenzglas siehst. Was fällt dir als erstes ein?" Er blickte mich ein wenig irritiert ein. "Irgendein Begriff", fügte ich hinzu.
John:
Spontan fiel mir da nur die Gerichtsmedizin ein, in der alltäglich mit sowas hantiert wurde. für Analysen und Proben. Das nächste wären ein Labor, ein Krankenhaus. Und diese grauenhaften Stunden, die wir damals in der Mittelschule über uns ergehen lassen mussten. „Nun... Stoffe... Chemie.", antwortete ich dann mit ratlosem Blick auf das Reagenzgläschen. „Damals keines meiner Lieblingsfächer."
Sherlock:
Chemie. Das war genial. Und eigentlich so simpel.
"Genau das ist es", meinte ich, und John blickte mich noch ein wenig irritierter an, "es sind Kernladungszahlen aus dem Periodensystem der Elemente."
Ich nahm den Zettel und zu jeder Ordnungszahl den Namen des Elements:
5=Bor
18=Argon
T
16=Schwefel
85=Astat
8=Sauerstoff
10=Neon
53=Iod
75=Rhenium
10=Neon
John beäugte die Namen misstrauisch. "Wenn man jetzt jedem Element die wissenschaftliche Abkürzung zuordnet, kommt heraus: B-Ar-T-S AT O-Ne I-Re-NE", meinte ich und merkte erst danach, was ich gerade gesagt hatte. Barts at one, Irene...
John:
Ich nahm Sherlock den Zettel aus der Hand und las ihn mir selbst durch. Die Nachricht, die sich daraus ergab, war nicht allzu schwer zu entziffern. ,,Barts at one. Irene.", murmelte ich leise und faltete den Zettel ordentlich zusammen.
Damit war es wohl endgültig klar, dass die Frau, Irene Adler, wieder aus der Versenkung aufgetaucht ist. Und sie hatte sich dieses kleine Rätsel einfallen lassen, um Sherlock klar zu machen, dass sie somit wieder in seinem Leben auftauchen würde. Heute, um 01:00 Uhr nachmittags im Barts, wenn Sherlock hingehen würde. Und das wird er.
Sherlock:
Ich blickte auf die Uhr. Es war 11.37 Uhr. Noch exakt 1 Stunde und 23 Minuten, und sie würde mich im St. Bartholomews Hospital erwarten, vermutlich in einem der Chemielabore. Ich hatte das Gefühl, dass mir eigentlich keine Wahl blieb. Ich musste kommen.
John:
Mein Verdacht bestätigte sich, als er einen Blick auf die Uhr warf. Dabei hatte er einen Ausdruck auf seinem Gesicht, der sich nicht leicht deuten ließe, aber dennoch irgendwie eindeutig war. In diesem Moment konnte ich nicht anders als zu lachen. Zum einen, weil es irgendwie eine seltsame Pointe des Schicksals war. Zum anderen ein wirklich raffinierter Schachzug. Und wieder zum anderen... nichts als absurd! „Also... also hat Irene Adler dich mithilfe der Kernladungszahlen aus dem Element-Periodensystem um ein Date gebeten.", brachte ich dann prustend hervor, wandte mich, immer noch leise lachend um und schenkte mir eine Tasse Tee ein. Den gefalteten Zettel legte ich neben der Kanne auf dem Tisch.
Sherlock:
Ich blickte John etwas verwundert an. Von dieser Seite hatte ich es noch nicht betrachtet, und dieser Einwand verunsicherte mich leicht.
"Es kommt wohl darauf an, was Sie vorhat", meinte ich. Ihre Absichten könnten unterschiedlich sein, vermutlich war es jedoch eine Mischung aus einigen Dingen, die sie dazu bewog, um ein Treffen zu bitten.
Sherlock:
Mit der Teetasse in der Hand drehte ich mich wieder um und hielt mit der freien Hand die gefaltete Code-Entschlüsselung noch einmal hoch. ,,Ich glaube, das musst du herausfinden, Sherlock. Dir wird nichts anderes übrigbleiben. Und ich habe das Gefühl das diese Nachricht gleichzeitig der Hinweis in Bezug auf Moriarty ist, auf die wir gewartet haben." Er nickte schwach und ich sah zu Boden. Selbst wenn ich es gerne wollte, belgeiten konnte ich Sherlock bei diesem Treffen nicht. Es war ohnehin unwahrscheinlich, dass Irene Adler ihn nur ins St. Barths Hospital lotsen wolle um ihn eine Falle zu stellen. Sie verfolgte andere Absichten. Welche, die nicht zu seinem unmittelbaren Tod oder zu gravierenden, äußerlichen Verletzungen führen würde. Trotzdem machte ich mir Sorgen. Ich wollte nicht, dass die Frau es schaffte, ihn wieder in ihren Bann zu ziehen und verletzen würde, so wie sie's schon mal getan hatte. Er würde zwar kein zweites Mal darauf hineinfallen, da war ich mir absolut sicher... aber sie war hinterlistig und nicht zu unterschätzen.
Sherlock:
Ich nickte. "Allerdings", meinte ich. Es galt herauszufinden, was sie vorhatte, weil es vielleicht auch einen Rückschluss auf Moriartys Pläne erlaubte. Auch wenn dieses Treffen etwas unangenehm werden könnte...
John:
„Das, was ich dir sagen möchte, wirst du wahrscheinlich nicht hören wollen und – wie üblich – ignorieren." Ich leerte meine Tasse Tee in einem Zug und stellte sie zurück auf den Tisch. „Darum werde ich es nicht aussprechen, weil ich weiß, dass du es dir ohnehin denken kannst. Daher werde ich jetzt gehen. Und ich hoffe, dass... na du weißt schon." Ich nickte ihm noch einmal zu, dann schnappte ich mir meine Jacke vom Garderobenhaken und verließ seine Wohnung. Ich hielt es für besser, ihn jetzt alleine zu lassen. Er würde die Ruhe jetzt brauchen, um sich vorzubereiten und das eine oder andere womöglich zu ´verdauen´. Noch immer hatte ich ein ungutes Gefühl im Magen, gleichzeitig war ich der Ansicht, dass er das durchstehen würde. Ich hatte – was oftmals wirklich nicht zu glauben ist – Vertrauen zu ihm.
Sherlock:
Ich nickte nur. Vielleicht war es besser, wenn er jetzt gehen würde, er sollte ohnehin nun die ganze Zeit bei Mary sein. Ich betrachtete den Zettel noch einmal. Sie hatte mit einer sehr sorgfältigen und schwungvollen Handschrift geschrieben, sehr ordentlich und darauf bedacht, es schön aussehen zu lassen. Ihre Absichten waren so komplex, dass ich sie nur teilweise erfassen und nicht zusammensetzten konnte. Aber in weniger als zwei Stunden würde sich das geändert haben.
12.55 Uhr. Das Taxi hielt vor dem Saint-Bartholomews-Hospital. Ich stieg aus und gab dem Fahrer sein Geld. Dann blickte ich dem großen Gebäudekomplex entgegen. Alles sah noch so aus wie vor zwei Jahren. Ich fühlte mich wie in diese Zeit zurückversetzt. Nein. ich schüttelte den Kopf und ging festen Schrittes auf die große Flügeltür zu. Ich würde mich zuerst in den Chemielaboren umsehen, zuallererst in dem, in dem ich John das erste mal getroffen hatte. Ich konnte mir gut vorstellen, dass sie diesen Raum als geeignet auserkoren hatte.
Während ich die Treppen heraufstieg, dachte ich nach. Mir war unklar, was mich erwartete. Sie hatte irgendwelche Hintergedanken, die ich erkennen würde, sobald ich mit ihr sprechen würde. Und wenn sie diesmal etwas anhatte.
Molly:
Meine Schicht ging heute glücklicherweise nur bis 13.00 Uhr. Zehn Minuten vorher begann ich bereits, die Instrumente wegzuräumen, mit denen ich zuvor eine Leichenöffnung vorgenommen hatte. Nachdenklich betrachtete ich das entnommene Herz des Toten, das in Blut getränkt in dem viereckigen Messingbehälter liegt. Manchmal fragte ich mich, wieso ich das tat. Warum ausgerechnet dieser Beruf. Es gab durchaus weniger blutige und dafür angenehmere Jobs für eine Frau, aber naja... Ich hatte keine Probleme damit und von dem Gehalt konnte ich auch ganz gut leben.
Ich räumte das Herz in eines der Fächer im Kühlraum, desinfizierte mir gründlich die Hände, packte meine Tasche und hängte meinen Kittel an den Hacken in meinem Schließfach. Als ich den Raum verlassen wollte, wäre ich fast in jemandem hineingerannt. Erschrocken zuckte ich zurück und musterte ihn von oben nach unten.
,,Ooh, Sherlock... was.. was machen Sie denn hier?"
Sherlock
Ich ging durch einen der Flure, von dem auf der rechten Seite eine Tür in Richtung Pathologie abging...
Molly wäre beinahe gegen mich gestoßen, als sie Tür in ihrer Alltagskleidung öffnete, sie war auf dem Weg nach Hause. Stimmt, 13.00 Wechsel der Morgen- und Abendschicht.
Ich blieb stehen, um sie so schnell wie möglich abzuwimmeln. Auch wenn Mollys Hilfe oft von Nutzen war, war sie jetzt nicht erwünscht. "Labor", meinte ich knapp und nickte in die Richtung, in die ich gegangen war.
Molly:
,,Ouh... okay. Sie wissen ja, wo es sich befindet!", erwiderte ich und lachte unsicher, bevor ich schnell an ihm vorbei Richtung Ausgang ging. ,,Schönen Tag noch..." Mein Lachen erstarb und ich biss mir auf die Lippe, während sich in meiner Brust ein kleiner Klumpen zusammenfügte. Wieso musste ich mich ihm gegenüber noch immer so... unbeholfen und dumm aufführen, wo ich doch eigentlich keinen Grund dazu hätte. Ich mochte ihn. Ich liebte ihn. Na und? Er war ohnehin nicht in der Lage, diese Art von Liebe für mich zu empfinden. Ich versuchte, damit zu leben und es zu akzeptieren, dennoch führte ich mich immer noch wie eine liebestolle Närrin auf. Selbst die Tatsache, dass ich mich darüber aufregte, regte mich auf. Frustriert schnaufend ging ich weiter und umklammerte den Riemen meiner Tasche mit festem, krampfigem Griff.
Sherlock:
"Ebenfalls", meinte ich gezwungen und mein verkrampftes Lächeln erstarb, als Molly sich zum Gehen wandte. Ich ging weiter in Richtung des Chemie Labores, in dem ich sie vermutete. Vor der Tür blieb ich stehen, meine Hand schwebte über Klinke. Ich atmete tief ein und drückte die Tür auf...
Irene Adler:
In dem dunklen Raum konnte ich keine Uhrzeit ablesen, aber ich wusste, dass er auf die Minute pünktlich war. Ich hatte auch nichts anderes erwartet. Den kalten Luftzug, der durch den sich öffnenden Türspalt über meinen Rücken streifte, bekam ich eine leichte Gänsehaut, die sich, gepusht von einer kleinen Adrenalinwelle über meinen ganzen Körper ausbreitete. Ich zog das Leinentuch, welches sonst seinen Zweck zum Abdecken der Leichen erfüllte, enger um mich, um mich nicht vollständig der Kälte dieses Raumes auszusetzen, auch wenn ich mich beinahe an die niedrigen Temperaturen gewohnt hatte. Eine Erkältung käme mir eher ungelegen. (Ganz Irene-Adler-like natürlich xD)
Der Lichtpegel der Helligkeit, die jetzt durch die geöffnete Tür in den Raum eintrat, erreichte den Tisch nicht ganz, auf dem ich mit dem Rücken zur Tür saß. Doch aus dem Augenwinkel erkannte ich seine Silhouette, die sich in das Licht schob. Ein leichtes Prickeln überkam mich und ich biss mir, um Beherrschung bemüht, auf die Lippe. Ich hörte seine Schritte. Hörte seinen Atem, stellte mir vor, wie er jetzt gerade hinter mir stand und mich mit seinen Blicken suchte.
Er war hier. Er war endlich... hier.
Ich drehte mich nicht sofort um, um den Moment noch etwas hinauszuzögern. Mein Mund verzog sich zu einem spielerischen Lächeln. „Ich wusste, dass Sie pünktlich sein würden, Mr. Holmes. Ich hoffe, doch sehr, dass... Sie mich vermisst haben."
(Bin ab morgen eine Woche in England! Danach versuche ich wieder ein bisschen aktiver zu sein... -.-)
Zitat von Mila-GrosaZitat von SoheaZitat von Mila-GrosaZitat von Sohea(Bin ab morgen eine Woche in England! Danach versuche ich wieder ein bisschen aktiver zu sein... -.-)
Oke-Doke, viel Spaß^^
Danke, es war echt cool! =D
Yeah, du bist wieder da
))))))) Freut mich, dass es dir gefallen hat^^ und was hast du alles erlebt in London?
=D Es war alles so toll, und ständig waren das irgendwelche Gebäude aus Sherlock, das war echt mega! :))
Ich fand das National History Museum echt cool, natürlich die ganzen alten Sehenswürdigkeiten, die U-Bahn, und vor allem den Trafalgar Square. Ich glaub, ich könnte den ganzen Tag dort sitzen und den roten Bussen zuschauen... =D
Sherlock:
"Das scheint in letzter Zeit wohl eine beliebte Frage zu sein", meinte ich an Stelle einer Antwort. Für diesen Moment gelang es mir erstaunlicherweise, alle Gefühle aus meinem Kopf zu verbannen, und nur die kalte Vernunft gewann Überhand.
Ich trat einen Schritt in das Dunkel des Chemie Labors. Es war derselbe Raum, in dem ich John damals zum ersten Mal getroffen hatte, der Raum, in dem mir Moriarty seine Handynummer hinterlassen hatte. Das alles war mir nicht entgangen.
Die Tür ließ ich einen Spalt auf, um das Licht zu erhalten, doch langsam gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit. Nur schwach konnte ich die Konturen einer Frau erkennen, die mit dem Rücken zu mir auf einem der Tische saß. Ich konnte es natürlich nicht sehen, aber zumindest hörte sie sich nicht besonders angezogen an.
Irene:
(Du bringst mich noch ins Grab xD xD xD)
„Kann ich mir vorstellen." erwiderte ich und strich mir, weiterhin mit dem Rücken zu ihm, eine Haarsträhne hinters Ohr. „Es sind einige Menschen zurückgekehrt, nach langer Zeit, die Sie vermisst haben. Oder zumindest nicht vergessen konnte."
Er antwortete nicht, aber ich konnte seinen Blick im Nacken spüren. „Ich freue mich, dass Sie es einrichten konnten. Das Rätsle mit dem Periodensystem der Elemente, ziemlich effektiv und hübsch, aber für Sie eher ein Kinderspiel, habe ich recht?"
Sherlock:
(Gna, ich bin einfach zu faul für diese Welt... xD)
"Natürlich", antwortete ich mit einer kalten Selbstverständlichkeit in meiner Stimme.
Ich fixierte Irene Adler, die immer noch von mir abgewandt war. Schon zuvor hatte ich gewusst, dass das hier ein wenig schmerzhaft werden würde. Als Miss Dawson mir ihr Foto gezeigt hatte, war es auf jeden Fall schmerzhaft gewesen. Doch ich war erstaunlich ruhig. Ich ließ mich von meinem kalten Geist durchfluten, der jegliche... Gefühle im Keim erstickte. Und in diesem Moment wurde mir auch bewusst, dass Miss Dawson mich viel mehr in meinem Innersten getroffen hatte, als es Irene Adler je gelungen war. Dies war eine erstaunliche Erkenntnis, durch die mein von Miss Dawson erwünschter Respekt vor ihr nur noch weiter stieg.
Irene:
(Dazu trägt das Wetter schon einen guten Teil bei ÷D )
„Und nun sind wir hier. Sie und ich, alleine an einem besonderen Ort, in Ihrem Territorium." Ich drehte den Kopf ein wenig zur Seite und blickte ihn über meine Schulter hinweg an. Noch immer konnte ich nur Konturen ausmachen, sein Gesicht selbst lag vollkommen im Schatten. „Ich dachte mir, das wäre eine Abwechslung, wo ich sie bei unserer ersten Begegnung doch in mein Domizil gelotst habe. Sie haben... damals nicht wirklich gewusst, was sie erwartet." Das Laken gut im Griff, um ihn nicht zu viele oder gar die falschen Einblicke zu gewähren (was an dieser Stelle eigentlich nicht nötig war) drehte ich mich um, ihm zu und überschlug die Beine. „Und so wie damals gibt es wieder einen Grund, weswegen Sie hier sind. Wieder offene Fragen, auf die es noch keine Antwort gibt."
Sherlock
Einen Moment bot sie mir ihr schemenhaftes Profil dar, dann spürte ich, wie Irene Adlers Blick auf mir haften blieb.
Nun, sie hatte wohl Recht, mit dem was sie sagte. Doch ich wollte es ihr nicht so einfach machen. "Ich muss sagen, unser lieber Moriarty hat mich schon zufriedenstellend mit Antworten versorgt.", sagte ich. Und unsere liebe Miss Dawson hat auch ein paar Dinge wieder in meine Erinnerung gerufen, die ruhig hätten unausgesprochen bleiben können - fügte ich im Stillen hinzu.
Irene:
Seine kühle, abweisende und gleichzeitig so intelligente Art ist nach all den Jahren -zumindest zum Großteil- noch immer dieselbe. Ich legte den Kopf ein wenig schief, als er nun endlich so nahe war, dass ich ihn endlich erkennen konnte.
Selbst seine verführerischen dunklen Locken und diese markanten, nahezu schon entwàffnenden Wangenknochen schienen ihre Attraktivität nicht verloren zu haben. Oder dieser kalte, durch und durch gehende Blick, welcher auf mir ruhte und der es schaffte, mir erneut eine Gänsehaut zu verpassen.
Er bemühte sich um Distanz, doch diesen Gefallen würde ich ihn nicht tun. Seit Jahren habe ich gewartet und gewartet. Es gab noch so viel zwischen uns, das besprochen werden müsste. Sollte ich mich dann so einfach abweisen lassen, erwartete er das etwa von mir? Meine blutroten Lippen zu einem stilisierten Lächeln verzogen wandte ich meinen Blick wieder von ihm ab zur Seite weg auf den Boden. „Dann verstehe ich nicht ganz, weshalb Sie dann gekommen sind, Mr. Holmes?"
Re: Sherlock - 2er RPG
von Mila-Grosa am 21.01.2020 21:53Sherlock:
Nein, so einfach konnte sie mich nicht in eine Zwickmühle treiben.
"Nun, weil ich wohl fälschlicherweise annahm, dass Sie wichtigeres zu sagen haben, als meine Fragen zu beantworten. Doch wenn dem nicht so ist, werde ich meine Zeit nicht weiter... verschwenden", meinte ich, und wandte mich langsam ab, ihre Reaktion abwartend. Es war interessant zu sehen, womit ich sie aus der Reserve locken und aus der Ruhe bringen konnte.
Ich war mir sicher, dass sie mehr vorhatte, als eine bestimmte Frage von mir zu hören, die Frage danach, ob sie mich wirklich geliebt hatte. Sie wusste, dass ich mich das tatsächlich fragte, aber wenn es so weiterging, war eine Antwort wohl nicht mehr von Nöten.
Aber stattdessen fragte ich mich, warum sie mich hierherbestellt hatte, und vor allem, ob Moriarty davon wusste, oder es sogar seine Idee gewesen war, und Irene Adler nur ein Spielball in seinen Händen. Ich dachte daran, was John gesagt hatte: 'Also hat sie dich gerade um ein Date gebeten.' Es war der simple Gedanke eines völlig normalen Menschen, aber wer weiß wie richtig John damit vielleicht doch lag.
Irene:
„Sie wurden nicht gezwungen, dass Sie kommen." Mein Blick richtete sich wieder auf. „Sie wurden von mir nie zu etwas gezwungen. Es war Ihre Entscheidung. Zu kommen, meine ich." Ich verstummte, sah ihn nur mit intensivem Blick an, als er nun wieder Stehen gekommen war. „Und das hatte durchaus seinen Zweck. Nicht für ihn. Ich möchte von Ihnen wissen, wie es für Sie war. Als sie mein Handy gefunden haben und Ihnen klar wurde, dass ich eine tote Frau war. Als Sie hier waren und meinen Leichnam identifiziert haben." Er war zäh und er wollte offensichtlich ein Spiel eingehen. Darauf lasse ich mich gerne ein, jedoch ahnte ich, dass ich nur eine Chance haben würde, wenn ich ihm gegenüber offener war. Offener als ich es ihm gegenüber bisher war.
Sherlock:
Ich blickte sie wieder an. Sie wollte nicht nur meine Fragen beantworten. Nein, sie hatte einfach selber Fragen, die sie sich nicht erklären konnte. Vielleicht wollte sie sogar gar nicht, dass ich sie fragte, ob sie mich tatsächlich, liebte/geliebt hatte. Stattdessen lastete ihr die Frage auf der Seele, ob ich tatsächlich sie liebte.
Vielleicht konnte ich aus ihrem Aussehen nichts deduzieren, aber aus ihren Worten dafür umso mehr. Mein Gefühl der Überlegenheit verstärke sich merklich.
Über ihre Frage dachte ich kurz nach. Natürlich war ich damals erschrocken, es hatte mich tatsächlich aus der Fassung gebracht. Aber anstatt zu antworten, wich ich auf eine Gegenfrage aus: "Wir war es für Sie, als Sie von meinem Selbstmord erfuhren?"
Irene
Meine Lippen pressten sich zusammen und mein Lächeln verschwand für einen Augenblick aus meinem Gesicht, als ich mich an dieses Ereignis zurückerinnerte. Die Nachricht von seinem Selbstmord verbreitete sich wie ein Lauffeuer quer über die ganze Welt. Durch die vielen Spekulationen aus der Gerüchteküche der Medien war es überall das Gesprächsthema Nr.1.
Als die Nachricht in den USA die Runde machte, hatte ich mir bereits ein kleines, üppiges und nicht gerade unluxuriöses Leben eingerichtet, indem ich meine frühere Berufung als Dòmìnà selbstverständlich weiterhin ausübte. Alles lief grandios, ich hatte schon begonnen, Pläne zu schmieden, wie ich in London wieder Fuß fassen konnte. Doch dazu sollte es gar nicht kommen. Denn dann hörte ich die Nachricht, dass mein ehemaliger Ex-Komplize Moriarty tot sei. Und er auch.
Ich schluckte ein wenig und erhob mein Haupt wieder. Gedankenverloren starrte ich auf die weiße, mit Kacheln befließte Wand.
,,Sie haben mich überrascht. Geschockt... um genau zu sein...'', antwortete ich langsam mit gesenkter Stimme, „für eine lange Zeit habe ich wirklich geglaubt, dass Sie tot seien. Und dass ich niemals die Gelegenheit haben werde, Sie wiederzusehen."
Sherlock:
Ich fragte mich, ob dieser Moment, wie bei den meisten anderen, ebenfalls zwei Jahre gedauert hatte, bis ich wieder unverhofft auf den meisten Titelseiten erschien. Durch ihre Worte konnte ich ein wenig den Schmerz erahnen, den sie verspürt haben musste, und den Schock.
"Nun, ich habe Sie getäuscht, und Sie haben mich getäuscht. In Bezug auf seinen Tod vortäuschen sind wir wohl quitt", meinte ich ohne jegliche Gefühle.
Irene:
„Damit haben Sie Recht!", antwortete ich und zog das Laken etwas enger um mich. „Aber ich hatte meine Gründe, um diesen Schritt zu tätigen. Genau wie Sie, wie ich erfahren habe. Und sie haben gründliche Arbeit geleistet. Jedoch gibt es noch so viele andere Dinge, bei denen die Rechnung noch lange nicht beglichen ist."
Sherlock:
Nun, ich kam dem Kern dieses Treffens langsam aber kontinuierlich näher. Ging es ihr auch um Rache, Vergeltung, Gerechtigkeit? Oder Drückte sie mit diesem Satz ein bisschen mehr Drama aus, als eigentlich nötig gewesen wäre.
"Das mag sein", meinte ich, "ich habe Ihnen beispielsweise das Leben gerettet. Vielleicht hätte ich das lieber bleiben lassen sollen."
Irene:
,,Ich hätte Sie nicht gehindert..'', antwortete ich. Meine Stimme war auf den absteigenden Ast ins Halblaute. Aber dieser Tag war einfach noch in... einer mit gemischten Gefühlen verworrenen Erinnerung. „Falls Sie´s vergessen haben, zu diesem Zeitpunkt dachte ich bereits, mein Leben wäre bereits vorbei. Die Nachricht habe ich übrigens geschrieben, weil ich nicht gehen wollte, ohne mich vorher von Ihnen zu verabschieden. Als Sie dann da waren... Sie waren sowas wie ein Engel in der Not. Und ich bin Ihnen dankbar. Aber ich habe mir Ihre Hilfe nicht erzwungen.''
Einige Augenblicke schwieg ich und strich mir eine Haarsträhne, die sich aus meiner Frisur gelöst hatte, hinter mein Ohr.
,,Warum haben Sie mir dann geholfen?"
Sherlock:
Ein Engel in der Not. Vielleicht hatte sie Recht damit, aber kitschiger hätte sie es nun wirklich nicht ausdrücken können.
"Weil ich mich, wohl oder übel, in Ihnen getäuscht habe", meinte ich knapp und ohne eine weitere Erklärung.
Irene:
Ich drehte mich zu ihm um und sah ihn eindringlich aus der Dunkelheit heraus an. „Getäuscht haben Sie sich wenn dann schon in sich selbst. Ich habe Ihnen nur die Seite präsentiert, die Sie von mir sehen sollten. Und Sie haben sie gesehen, ohne den Rest zu hinterfragen. Woher wollen Sie also wissen, dass ich es bin, in die Sie sich getäuscht haben? Weil ich Ihnen mit meiner List das Herz gebrochen und auf Ihren Gefühlen herumgetrampelt bin?"
Sherlock:
"Sie sind eine Psychopatin. Interpersonell-affektiv. Aber im Gegensatz zur... gewöhnlichen Gesellschaft sehe ich das nicht als Vorurteil. Was wohlmöglich ein Fehler ist", ich pausierte kurz, um festzustellen, dass Irene Adler mir aufmerksam zuhörte.
"Moriarty hat Ihnen geholfen, zu verschwinden. Als Gegenzug haben Sie für ihn durch mich den Flugzeug-Code entschlüsselt. Sie standen in seiner Schuld, also ist das zwar verwerflich, aber verständlich. Daraufhin habe ich aufgedeckt, was Sie für mich empfinden. Sie haben um Gnade gebeten, und ich habe Ihnen, nach einiger Zeit, Gnade erwiesen. Sie sind manipulativ, verantwortungslos und haben ein geringes Schuldbewusstsein. Sie sind kein Genie, aber cleverer als die meisten, sodass Sie zwar nicht empathisch sind, aber in der Lage, die Menschen zu durchschauen, weshalb sie auch einen Hang zur Kriminalität haben.
Trotz alldem habe ich es für möglich gehalten, dass sie, nachdem sie dem Tod ins Auge blicken konnte, jedenfalls genug Vernunft aufbringen würden, um Moriarty zu meiden.
Ich habe Sie niemals geliebt, und deshalb fühle ich mich nicht persönlich verletzt. Aber ich habe Sie überschätz, und mir wurde zu spät klar, dass ich Sie hätte sterben lassen sollen."
Irene:
Meine Fingernägel krallten sich fest um die Kante des Labortisches. er wollte mich mit seinen Worten treffen und das tat er. Hart und schmerzvoll.
Ich spürte, wie meine Lippen zu beben begannen und sich ein Tränenschleiher in meinen Augen anbahnte, doch ich zwang mich, meine Trauer, meine Wut und meine Enttäuschung hinunterzuschlucken. Zumindest für diesen Moment. Etwas gefasster zog ich mich von der Arbeitsfläche herunter. Langsam trat ich auf ihn zu, bis ich direkt vor seiner dunklen Gestalt stand und sah ihm in die Augen. „Es trifft mich, dass Sie das so sehen. Aber letztendlich würden Sie es bedauern, wenn es anders gekommen wäre. Einige Dinge wären anders verlaufen, ganz sicher. Aber Sie würden ansonsten einiges Verpassen, Mr. Holmes. Dinge, die Sie lieben würden."
Sherlock
Sie kam auf mich zu, doch ich machte keine Anstalten, zurückzuweichen. "Ich bezweifle, dass ich irgendeine ihrer geisteskranken Ideen oder Taten lieben würde, allein schon, weil Liebe menschliches Versagen ist", meinte ich kalt.
Irene:
Mit ausdrucksloser Mine sah ich ihn einige Sekunden lang nur schweigend an. Dann meinte ich: „Das haben Sie mir schon einmal gesagt. Aber ganz egal, wie oft Sie es sagen: Die Liebe ist etwas, dass das Leben erst so richtig lebenswert macht!" Ich zwang mich wieder zu einem kleinen Lächeln. „Sie ahnen gar nicht wie sehr. Und Sie werden es mit Sicherheit noch erfahren."
Mein Blick löste sich von ihm und ich öffnete die Labortür hinter ihm. „Für Sie mag es nicht von viel Bedeutung gewesen sein, mir wieder zu begegnen. Für mich war es das sehr wohl. Aber wir sehen uns ohnehin nicht zum letzten Mal. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag, Mr. Holmes. Und keine Sorge. Moriarty wird Sie ebenfalls nicht mehr allzu lange warten lassen. Sie werden schon sehen." Mit diesen Worten schritt ich aus dem Raum und ließ ihn zurück.
Sherlock:
Ich sah Irene Adler hinterher, die mit dem um sie geschwungen Leinentuch den Gang hinab lief, ohne sich noch einmal umzublicken. Vielleicht machte Liebe das Leben lebenswert. Aber wenn man kein Bedürfnis nach einem lebenswerten Leben hatte, war sie völlig überflüssig. "Der Ostwind holt uns am Ende alle", hallten Mycrofts Worte in meinem Kopf wieder. Und, auch wenn ich das ihm gegenüber nicht zugeben würde, er hatte Recht. Der Tod holte uns alle, nach einem kurzen Leben. Keine Zeit für Liebe.
Evelyn:
Seit dem Mord an Amanda Forester war eine gute Woche vergangen. Der Leichnam der jungen Frau wurde bereits freigegeben und gestern in den vertrauten Kreisen zu Grabe getragen. Ich hatte kurz -des Taktgefühls wegen- mit dem Gedanken gespielt, zu der Beerdigung zu gehen, diesen jedoch sofort wieder verworfen. Ich hatte ihre Angehörigen bereits ´kennengelernt´ und ich glaubte nicht, dass es ihre Trauer über den Verlust mildern würde, wenn sie diejenige dort sahen, die sie über das Ableben von Mrs. Forester in Kenntnis gebracht hatte.
Das Haus der Verstorbenen sollte verkauft werden (auch wenn ich niemanden kenne, der in ein Tatorthaus einziehen würde) und ihre Habe ebenfalls, wenn sie keinem guten Zweck gespendet werden würde.
Den Papierkram bei Scotland Yard hatte ich weitgehend erledigt und war für heute entlassen. Das heißt... wenn Lestrade keine weitere Aufgaben für mich hätte. Auch wenn es in Sachen Mord und Verbrechen etwas anderes wäre! Doch als ich aus dem Scotland Yard Gebäude trat und mich nach einem Taxi umsah, fiel mir ein, dass ich ansonsten eigentlich gar nichts zu tun hatte. Und ich hatte keine Lust, jetzt schon nach Hause zu fahren. Ich überlegte. Eigentlich... könnte ich doch Mary und ihre Kleine im Krankenhaus besuchen gehen. Vielleicht wäre John auch da, dann könnte ich ihm von dem Gespräch mit Mrs. Crockfort berichten, wenn Mr. Holmes das nicht schon übernommen hätte.
Mr. Holmes. Bei dem Gedanken an ihn zog ich meine Mundwinkel ein wenig nach oben. Seit dem Abend an dem ich ihm von Alene Rider alias Irene Adler erzählt hatte, hatte ich ihn nicht mehr gesehen oder nochmal mit ihm gesprochen, auch wenn ich mich insgeheim fragte, ob es schon zu einer Konfrontation mit der Adler, wenn nicht sogar mit Moriarty gekommen war.
Mir war durchaus bewusst, dass ich eine anstrengende, widerspenstige und gelegentlich ziemlich nervtötende Art von Neugier besaß, mit der ich sehr vielen Leuten gehörig auf den Zeiger ging. Dass Mr. Holmes mehr oder weniger dazuzählte, war mir schon seit unserem ersten, richtigen Gespräch in seiner Wohnung bewusst gewesen. Nur leider konnte ich manchmal nicht anders. John konnte diese Hartnäckigkeit in diesen oder jenen Punkten wohl am besten bestätigen.
Ich wollte Mr. Holmes keinesfalls gegen mich aufbringen, nur wollte ich nicht, dass er irgendwie zwischen die Fronten gerät und wegen Moriarty wieder so etwas wie eine Selbstmordvortäuschung abziehen müsste. Oder ihm ernsthaft etwas zustieße. Das würde John nicht verkraften.
Als ich so über Mr. Holmes, John und meine leicht überhebliche Person nachdachte, fiel mir unser Zusammentreffen im Mordfall Forester wieder ein. Die Möbelpacker müssten jetzt in diesen Moment dabei sein, ihr Haus auszuräumen und alles zu verfrachten. Hmm... es könnte unter Umständen nicht schaden, kurz nach den Rechten zu sehen.
Die Charington Street war nicht weit von hier weg und ich hätte noch genug Zeit, die Watsons zu besuchen. Als ich endlich ein freies Taxi fand, wies ich den Fahrer an, dorthin zu fahren.
Wie ich vermutet hatte, stand vor der Einfahrt der Hausnummer 43 ein großer weißer Lieferwagen, in dem schon fleißig eingeräumt wurde. Einem der Männer, der gerade die zugedeckte, altmodische Blümchencouch der Toten heraustrug, zeigte ich meinen Ausweis und er nickte mir kurz zu, bevor er mit seinem Kollegen weitereilte.
Im Haus sah es schon ganz anders aus als noch vor ein paar Tagen. Der Flur, indem die Treppe in den ersten Stock führte, wurde bereits komplett leer geräumt. Die Fotos, die Kommode und das altmodische Wählscheibentelefon. Alles war weg. Lediglich die weißen Klebstreifen, die die Umrisse der Leiche am Fußende der Treppen angaben, waren noch da. Doch spätestens bis die Markler kamen, würde auch das letzte Indiz verschwunden sein, das darauf hinwies, was hier passiert war. Es war eigentlich traurig. Mit einem letzten Blick auf die Leichenumrandung stieg ich an einem weiteren Möbelpacker vorbei nach oben die Treppe rauf. Bis hier waren die Männer noch nicht richtig vorgedrungen.
Sherlock:
Nachdem Irene Adler aus meinem Blickfeld verschwunden war, ging ich den Gang in die andere Richtung entlang und verließ das St Bartholomews Hospital. Gedankenverloren winkte ich ein Taxi heran, war aber noch aufmerksam genug, darauf zu achten, dass der Fahrer nicht Moriarty war.
Während der Fahrt blickte ich aus dem Fenster und dachte über das geschehene nach. sowohl Irene Adler als auch Moriarty selbst ließen durchblicken, dass sie einiges geplant hatten... aber verrieten sie auch nicht. ich würde noch einiges herausfinden müssen.
Das Taxi bog in die Charington Street ab, in der das Haus von Amanda Foerster lag. anscheinend waren Möbelpacker dabei, ihre alten Habseligkeiten auszuräumen und abzutransportieren, denn dort stand ein großer weißer Lieferwagen, in dem zwei Männer gerade ein Sofa verstauten. Als mein Blick auf ein Fenster im ersten Stock fiel, erkannte ich jedoch die Silhouette einer jungen Frau, die ich schnell als Evelyn Dawson identifizierte. Ich fragte mich, was sie noch dort tat. Der Fall war abgeschlossen, sie selbst hatte ihn (hervorragend) gelöst. "Halten sie an", meinte ich, mehr reflexartig, zum Taxifahrer. "das ist aber nicht die Baker Street", erwiderte er nölig. "Ich weiß." ich stieg aus, bezahlte und gab dem Taxifahrer zu verstehen, dass er nicht auf mich zu warten brauche. Dann wechselte ich die Straßenseite und betrat das Haus. Ich wusste nicht genau, weshalb ich das tat, denn die Konfrontationen mit Miss Dawson waren bis jetzt eher unangenehm ausgefallen, aber aus irgendeinem Grund schien es mir nötig.
Miss Dawson durchsuchte das Schlafzimmer der Verstorbenen. Ich blieb im Türrahmen stehen und meinte: "für eine Kommissaren bei Scotland Yard sind sie außergewöhnlich gründlich." Sie fuhr herum, entspannte sich aber bei meinem Anblick. Was bei den meisten Menschen eigentlich nicht der Fall war.
Evelyn:
Mr. Holmes hatte mich ein wenig erschrocken, aber ich fing mich sofort wieder und beruhigte mich. Ich hatte schließlich nichts zu verbergen, wozu dann Nervosität vor ihm?
Mit hochgezogenen Augenbrauen musterte ich ihn einige Augenblicke lang und war gedanklich fieberhaft am überlegen, welchen Satz ich auf seine lässige Begrüßung hin erwidern könnte. Irgendwas in die Richtung 'Und für einen Consulting Detective können Sie richtig...?'
Lestrade würde den Satz eher zu Ende bringen. Ich traute mich das nicht, immerhin kannte ich ihn nur aus Johns Blog und seit nur wenigen Tagen persönlich. Es wäre unangebracht, mir eine hasche Bemerkung zu erlauben. Außerdem legten sich zwei Fragen in meinen Gedankengängen fest.
1. Was trieb ihn hier her?
2. Meinte er das gerade als Kompliment oder doch nur sarkastisch?
Da mir immer noch keine passende Contra eingefallen war und ich irgendwas sagen musste, antwortete ich nur: ,,Mr. Holmes. Sie hätte ich hier nicht erwartet."
Sherlock:
"Ich Sie auch nicht, Miss Dawson", erwiderte ich statt einer Antwort. Ich betrat den Raum und ließ meinen Blick über die Möbel und Gegenstände streifen. Auf Anhieb kamen mir vielen Deduktionen in den Sinn, aber nichts Außergewöhnliches. Das einzige, was in diesen inzwischen von einer dünnen Staubschicht überzogenen Raum nicht herein passte, war Evelyn Dawson. Sie stand am Fenster vor einer Kommode, hatte die oberste Schublade geöffnet und war mit einer Lupe bewaffnet. "Sie haben den Fall zu den Akten gelegt", meine ich, "Wonach suchen Sie noch?"
Evelyn:
,,Nach gar nichts", antwortete ich, ,,nur nach einem Fakt. Es ist nichts Berufliches, aber..." Einen Moment lang zögerte ich. Sollte ich ihm geradeheraus sagen, was ich für eine Angewohnheit hatte? In meiner alten Stelle hatte ich es nicht so oft mit Morden zu tun, deswegen... ach was soll's,.
,,Es interessiert mich, was Amanda Forester für ein Mensch war. Wie sie lebte, was sie mochte, wie sie es schaffte, glücklich zu sein, obwohl sie kinderlos und frühe Witwe war. Ob sie ein Mensch war, um den es wert ist, zu trauern."
Er blickte mich nur an. Dieser Blick war anders, als der meiner früheren Kollegen, die mich in dem Fall nur verständnislos angafften. So... ausdruckslos. Ohne ein Funken seiner Gedanken preiszugeben. Es war beeindruckend!
Ich vergrub meine Hände mit der Lupe in meiner Jackentasche. ,,Sie können jetzt gerne sagen, was sie wollen. Aber jeder hat gewisse Angewohnheiten, und... das ist eben meine."
Sherlock:
"Ja", meinte ich nur, aber es war nicht unfreundlich gemeint. Ich hatte mich noch nie für die Opfer der Fälle interessiert, die ich aufgeklärt hatte. Als Soziopath fehlte mir dazu wohl die nötige Empathie. Die Leute waren eben einfach tot, mir war es gleich, dass und wie sie davor gelebt hatten. Dennoch glaubte ich zu verstehen, was Miss Dawson dazu bewegte, Nachforschungen über das Leben Amanda Foresters anzustellen. Es war die Angewohnheit eines Menschen, der viel über sein eigenes Leben nachdachte, über sich selbst, über sein Glück. Das merkte man Miss Dawson an, sogar ohne Deduzieren.
"Und, was haben Sie schon herausgefunden?", fragte ich, mit einer Spur ehrlichem Interesse.
Evelyn:
,,Wollen sie das wirklich wissen?", erwiderte ich skeptisch und runzelte die Stirn. Eine flapsige Bemerkung hätte ich eher erwartet, aber konnte man in Menschen hineinblicken? Nun... er konnte es auf seine Art... ich nur ein bisschen, wenn die fakten für mich unübersehbar waren. Tja, und das gemeine an Mr. Holmes ist, dass man bei ihm irgendwie nicht so recht wusste. Er konnte Dinge so sagen, obwohl er sie anders meinte und dich gedanklich ausspottete. Dieser Gedanke passte mir irgendwie nicht... dennoch entschied ich mich dazu, einfach offen und ehrlich zu sein und davon auszugehen, dass er es wirklich wissen wollte.
Auf meine Frage erwiderte er nichts, weshalb ich gleich fortfuhr. ,,Nun, sie... sie war ein kultivierter, offener, kontaktfreudiger Mensch, die im Leben noch einiges vor sich gehabt hätte."
Mit meiner Hand wies ich auf ein großes eichenholzregal, das sich über die gesamte wand links neben dem Bett erstreckte und den Platz bis zur Schlafzimmer Tür einnahm. Es war bis zum Rand, aber sorgfältig vollgestellt mit unzähligen DVDs, Büchern, CDs und sogar einigen Schallplatten.
,,Intelligent, individuell... ein klein wenig chaotisch... sie war Ärztin und auf die Anatomie des menschlichen Körper spezialisiert." Mein Blick schweifte durch die Arztbücher, den vielen liebes- und Fantasyromanen hinweg zu den CDs. Über Abba, Amy Winehouse, Brian Adams und den Jonas Brothers war alles dabei. Sogar ACDC.
,,Musikfan, egal in welche Richtung, Vorliebe für Fantasy, Science-Fiction und Romantik. Und..."
Ich hielt einen Moment inne, als ich das kleine eingerahmte Bild sah. Vorsichtig griff ich danach und betrachtete es ohne ein weiteres Wort.
Auf dem Foto waren zwei Leute abgebildet. Es waren die Tote und ein blondhaariger Mann, dessen drei-Tage-bart ihm einen überraschend frischen und jugendlichen Ausdruck verliehen. Er trug einen schwarzen, maßgeschneiderten Anzug, sie ein dezent gehaltenes, aber geschmackvolles weißes Kleid.
Das Hochzeitsfoto wurde an einem Strand aufgenommen. Ich vermutete, dass es sich wohl um eine Gegend in Sylt oder sonst irgendwo in Norddeutschland handeln musste. Das Brautpaar saß auf einer Dünenbank, während im Hintergrund das Meer zu sehen war. Der Himmel war voller Wolken, doch schafften Sonnenstrahlen es, sich durch die Wolkenwand zu kämpfen und tauchte die Umgebung in goldenes Licht. Der Wind spielte mit dem Schleier der Braut und vereinzelte Strähnen hatten sich aus der eleganten Hochsteckfrisur gelöst. Dennoch lächelten uns beide mit geröteten Wangen und leuchtenden Augen entgegen.
Ich atmete aus. Mir war gar nicht aufgefallen, dass ich die ganze Zeit über die Luft angehalten hatte. Das Mr. Holmes sich immer noch neben mir befand, nahm ich nicht mehr bewusst wahr. Es war, als hätte man mich in einen kleinen transparenten Kasten gesteckt, der voll und ganz von allem lärm und Menschen der Umgebung abgegrenzt war.
Langsam löste ich meinen Blick von dem Bild in meinen Händen und starrte auf das Regalfach, auf dem es eben noch gestanden hat. Es war wie die übrigen Gegenstände darin verstaubt, nur eine schmale Spur markierte den Standort. Amanda Foerster hatte es scheinbar nicht so mit staubwischen, das Bild jedoch wurde regelmäßig davon befreit. Sie musste wahnsinnig daran gehangen haben.
Meine Aufmerksamkeit galt nun wieder dem Mann an ihrer Seite. Es war derselbe Mann, dessen Sterbebild unten im Flur auf der Kommode steht. oder gestanden hatte.
Unwillkürlich schluckte ich und stellte das Bild zurück an seinem Platz, auch wenn das gar nicht nötig wäre. Die Möbelpacker würden bald hier hochkommen und das letzte bisschen von Amandas Welt auseinanderreißen.
"Sie wollte eine Familie haben...", murmelte ich mit tonloser Stimme.
Sherlock:
Ich nickte. Miss Dawson hatte mit allem, was sie gesagt hatte, Recht. Ich hätte über die einzelnen Dinge noch mehr deduzieren könne, aber Miss Dawson schaffte es, den Zusammenhang zu der Eigentümerin nicht nur auf geistlicher, sondern auch auf emotionaler Ebene zu ziehen. Das war bemerkenswert. Aber ich hatte festgestellt, das Miss Dawson nicht Recht wusste, was sie von meinen Worten halten sollte, deshalb meinte ich: "Das stimmt." Ich öffnete den Kleiderschrank der Toten, es war ein Ort, in dem Menschen oft Erinnerungen versteckten, weit hinten, wo nur sie sie finden. Wie ich erwartet hatte, befand sich darin eine Kiste. Ich zog sie hervor und nahm den Deckel ab. Fotos, Briefe, Gegenstände. Alte Erinnerungen. Ein Bild von einem jungen Paar mit einem Baby auf dem Arm, ein Gruppenfoto von jungen Leuten, die ihren Schulabschluss gerade hinter sich hatten. Ein Medaillon mit dem Hochzeitsbild, das Miss Dawson in der Hand hielt. "Amanda Forster war ein Waisenkind", knüpfte ich an Miss Dawsons Worte an. "Ihre Eltern starben früh, sie hatte keine Geschwister. Sie war, wie Sie sagten, ein offener Mensch. Viele Freunde waren ihr Ersatz für eine richtige Familie. Als sie diesen Mann kennenlernte und heiratete, schien ihr Traum von Geborgenheit und Familie in Erfüllung zu gehen. Sein Tod muss ein schwerer Schlag für sie gewesen sein."
Evelyn:
"Der sie in ein Mauseloch verschwinden ließ", fügte ich hinzu. Naja, ein etwas plumper Ausruck, aber wie konnte man so ein Schicksal auch treffend beschreiben, ohne ins Geschmacklose zu gelangen?
Einen Moment lang hielt ich die Luft an und beobachtete Mr. Holmes´ Reaktion auf meine Worte, aber er blieb gelassen und blickte mich nur an. Sein Blick war zwar kühl, sodass man das Gefühl hatte, im Raum würde es vier Grad kälter werden. Doch für mich war er von nahezu beruhigender Natur und ich redete weiter.
"Sie wurde depressiv, erschien nicht mehr zur Arbeit oder sonst irgendwo auf den Straßen. Sie verschanzte sich in diesem Haus, um die letzten Erinnerungen aufrecht zu erhalten, die ihr blieben, als wäre alles beim Alten."
Ich stellte mir vor, wie es bei der Schwester der Sekretärin in meinem alten Revier war. Signora Maria Mariani hatte ihren Lebensgefährten bei einem Autounfall in Venedig verloren. Als man ihr die Nachricht seines Todes überbrachte, geriet sie in eine Art Schockstarre, die sich noch längere Monate dahinzog und die arme Frau in den Abgrund zogen. Erst bei der Beerdigung wurde es ihr langsam bewusst und sie begann, ihr Schicksal hinzunehmen. Hinzunehmen. Aber nicht zu akzeptieren.
War es Amanda so ähnlich ergangen? Könnte sein. Über Mr. Holmes' Schulter blickte ich auf die kleine Kiste, die er mit der einen Hand an sich gedrückt hielt und auf das Medaillon in seiner anderen Hand. Vorsichtig kramte ich ein wenig und zog ein Foto heraus. Darauf war Mrs. Forster mit einer kleinen Gruppe Menschen an einem Lagerfeuer abgebildet. Einer hatte eine Gitarre bei sich und die sahen aus, als hätten sie Spaß. Ich drehte das Bild um und las das auf der Rückseite gestanzte Datum, an dem das Bild aufgenommen wurde. Es war gerademal drei Monate alt.
Sherlock:
Ich betrachtete das Foto. Auch wenn ich nicht mit denselben Empfindungen wie miss Dawson an der Vergangenheit der toten interessiert war, war meine Aufmerksamkeit dennoch geweckt. Zum einen galt sie Amanda Forster, denn es war doch einiges über sie herauszufinden. Zum anderen aber beobachtete ich auch Miss Dawson, da ich es als noch interessanter erachtete, zu verstehen, was für ein Mensch sie war.
Wie gesagt, Miss Dawson ergründete die Geschichte anderer Menschen, weil sie selbst keine leichtfertige, naive oder völlig zufriedene Frau war. Sie dachte viel über ihr eigenes Leben nach, über ihr Glück oder Unglück, über ihre Fehler. Das war offensichtlich. überhaupt schien ein sehr nachdenklicher Mensch zu sein, zwar nicht in sich gekehrt, aber auch nicht wirklich lebensfroh. Dafür hatte Miss Dawson anscheinend zu viel Schlimmes erlebt. Überhaupt hatte ich sie selten lachen gesehen, auch wenn ich festgestellt hatte, dass sie, wenn sie neugierig oder aufgeregt war, einen gewissen Elan hatte, den John in seinen (grauenvollen) Blogeintragen allgemeinhin als Jagdfieber bezeichnete. Eine durchaus positive Empfindung, die auch mir bekannt war. Ich vermutete, dass Miss Dawson, wenn sie mit Freuden zusammen und somit von ihren Gedanken abgelenkt oder gelöst war, durchaus eine gewisse Freude ausstrahlen konnte. John schien sie als sehr offene Person in Erinnerung zu haben. Dennoch fragte ich mich, wie oft sie wohl so gelöst und frei war. Wenn sie alleine war, war sie es auf jeden Fall nicht.
Als Miss Dawson bei mir gewesen war, und mich auf sehr leidige Art und Weise über verschiedene Dinge ausgefragt hatte, war das Gespräch jedoch zum Teil auch amüsant gewesen. Sie besaß eine feine Ironie und sie war clever, sehr sogar (ein Aspekt, der mein Interesse an ihrer Person verstärkte). Doch wenn man ihre Freunde verletzte oder einen ihrer eigenen wunden Punkte traf, verlor sie ihre Leichtigkeit. Überhaupt konnte Miss Dawson ihre Gefühle weniger gut verbergen, da hatte ich ihr etwas voraus. Im Nachhinein wunderte es mich, dass sie während unseren Unterhaltungen damals größtenteils sehr offen gewesen war. Sie war ein offener Mensch, natürlich, aber fast jede Person, die mir bisher begegnet war, empfand meine Gegenwart als unangenehm und war angespannt. sie verhielten sich anders als normalen Leuten gegenüber. Miss Dawson dagegen war mir völlig natürlich entgegengekommen, fast freundlicher als anderen Menschen gegenüber. Meine Anwesenheit schien sie nicht zu stören, nein, ich schien sie fast zu beruhigen. Vielleicht bildete ich mir das ein, aber das wiederum kam sehr selten vor.
Ich betrachtete Miss Dawsons Profil, während sie das Bild ansah. Sie hatte ihre Stirn in Falten gelegt, man sah förmlich, wie sie nachdachte. Sie war hübsch. Jedenfalls vermutete ich das, denn ich konnte so etwas nicht einschätzen. Sie wirkte wohl nicht so umwerfend wie Irene Adler, aber doch, sie war hübsch. Ich war mir sicher, dass sie bei Männern allgemein auf Interesse stieß, dennoch war sie wohl nicht vergeben. Sie trug noch immer den Ehering, von dem sie sich anscheinend nicht trennen konnte. Es deutete daraufhin, dass sie Arthur noch immer nachhing, was wiederum auf einen treuen und verletzlichen Charakter schließen ließ.
Miss Dawson bemerkte meinen Blick und sah mich fragend an.
(Wenn irgendwas davon nicht stimmt, sag mir Bescheid... hab ein bisschen viel deduziert xD)
Bin grad geblendet von deiner Kreativität *.* es ist ALLES perfekt!
D wag es ja nicht, auch nur ein Satzzeichen zu verändern!
Sohea 10.12.16 um 18:54
Ok... :)) HDL! :3
Evelyn Dawson
So allmählich fanden sich auch die letzten Teile des Puzzles zusammen und ergaben das fertige Bild von Amanda Foresters Lebensgeschichte. Na gut, einige feine Konturen waren noch etwas verworren und für mich nicht hundertprozentig nachweisbar, aber es ließ sich etwas daraus lesen. Mit leicht zusammengekniffenen Augen betrachtete ich das Bild wieder von vorne, stumm, und setzte mir wie bei einem Buchungssatz oder einer Dreisatzrechenaufgabe das mir Gegebene passend zum Muster hinzu. Dieses Bild war vor gar nicht allzu langer Zeit aufgenommen worden und es zeigte die Verstorbene bei einer kleinen gemütlichen Veranstaltung mit Freunden. Der wärmenden Atmosphäre, die bei Betrachten dieser Aufnahme ausging nach zu urteilen gab es keinen Anlass dazu anzunehmen, eine von ihnen würde höchstgradig depressiv und menschenscheu sein. Im Gegentei! Mrs. Forester trug ein luftiges Sommerkleid, welches sie nahezu elfenhaft aussehen lässt und strahlte mit einem frischen Lächeln in die Kamera. Ihr Lächeln sah zwar aus, als wäre es innig und kam tatsächlich von Herzen, dennoch war es im Vergleich zu dem auf dem Hochzeitsfoto fast schon blasser und stumpfer, aber immerhin... sie war wieder unter die Leute gegangen. Hatte es gewagt, sich wieder zu öffnen. Zumindest ein bisschen. Das war... irgendwie bewundernswert. Meines Erachtens zumindest. Sie hing an ihren Mann und dem Traum einer glücklichen Familie. Und als sie alles verlor, schaffte sie es, sich irgendwie aus der Jauchegrube der Verzweiflung zu kämpfen und kehrte in ein Leben zurück. Vielleicht nicht in ihres, aber sie hatte Zuversicht, sich wieder eines aufzubauen. Mit einem... neuen Jobangebot vielleicht, welches sie telefonisch und ungeduldig erwartete? Und welches sie letztendlich in den Tod getrieben hatte? Obwohl sie kurz davor war, einen Neustart hinzulegen. Vielleicht schon mitten drin war. Wirklich eine Vergeudung!
Mit Amanda Foresters Tod endete ihre traurige Lebensgeschichte und ich schaffte es, von der Welt auf dem Foto zurück in die Realität, in ihr Schlafzimmer zu kommen. Ich blinzelte kurz. Sogleich verspürte ich mit einem Mal das Gefühl von Blicken auf mir ruhen. Mein Kopf drehte sich und blickte wieder in das Gesicht von Mr. Holmes. Seine Gesichtszüge waren stillsiert und ruhig wie die eines Panthers, doch das kleine Flackern in seinen Augen, mit denen er mich anschaute, verriet mir, dass er über etwas nachdachte. Nur warum schaute er mich dabei so an? Wirkte ich eben durch mein kurzes ,,Abtauchen" irgendwie annormal? Sogar auf ihn?
Etwas irritiert zog ich die Augenbrauen ein wenig nach oben. ,,Mr. Holmes?"
Mila-Grosa 19.01.17 um 20:31
OMG, hast du das Video auf YT gesehen, von Season4???? Sherlock mit der kleinen Rosie!:-DDDD
Sohea 19.01.17 um 23:46
Ich glaube, den den du meinst habe ich nicht gesehen, aber dafür ziemlich viele andere... und oh mein Gott ich freue mich soooo sehr auf die nächste Staffel, ich halt das kaum mehr aus!! Auch wenn Sherlock unrasiert nicht so mein Fall ist und in den Trailern soviel vorkommt, dass ich überhaupt nicht mehr mitkomme... das wird so toll! Ich liebe dieses Stelle: "Tell me your darkest secret." Und wie Sherlock dann sagt: "I love you." < 3
Oh man, ich freue mich so! xD
Sherlock:
"Miss Dawson", war die Antwort, die ich hervor brachte. Wir waren beide gerade aus einer Trance des Nachdenkens und Überlegens erwacht, was die Kommunikation erschwerte. Das war ich gewohnt. John riss mich regelmäßig wegen belangloser Sachen aus meinem Gedächtnispalast, von dem Mycroft seines Zeichens wiederum nicht besonders überzeugt war. Die einzige Person, von der ich wusste, dass sie ebenfalls einen besessen hatte, hatte ich vor kurzem erschossen. Aber auch Magnussen mir nicht ähnlich gewesen.
Bei Miss Dawson hatte ich tatsächlich das Gefühl, sie war genauso in ihre Welt abgetaucht wie ich. Auch wenn sie vielleicht keinen Gedächtnispalast hatte, war sie doch so vertieft gewesen in ihre Gedanken, dass sie ihre Außenwelt nicht mehr beachtet hatte. Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen uns, die mein Interesse an ihr verschärfte und mich weiterhin ins Grübeln über diese Frau brachte. Eine absolut komplexe Persönlichkeit, wie sie mir noch nie begegnet war.
Evelyn:
Es kam mir wie eine Situation vor, in der zwei Menschen sich das erste Mal gegenüberstanden und nicht wussten, wie sie einander umzugehen oder untereinander zu sprechen haben, so ging es zumindest mir. Schweigend blickte ich zu ihm auf und suchte in seinem Gesicht nach irgendeiner Regung die es mir erlaubte, aus diesem merkwürdigen Moment wieder herauszufinden. Nicht so, dass es mir unangenehm wäre...
Da mein Wortschatz im Moment wie ausradiert wirkte und von ihm auch kein weiteres Wort mehr kam, blickte ich ihm schweigend in die Augen. Dabei ertappte ich mich selbst dabei, wie ich es mit einer Art Faszination verspürend tat.
Sherlock Holmes hatte wunderschöne Augen.
Die Iris, ein Farbenspiel, wie ich es noch nie zuvor gesehen hatte und ich konnte mich nicht entscheidèn, ob die Farbe Blau dominierte oder es doch mehr ins Grüne ging. Die Wirkung jedenfalls war phänomenal. Kalt, abstoßend und doch einzigartig und faszinierend schön.
Ich war kurz davor, meine Lippen zu einem leichten Lächeln zu erheben, als plötzlich ein unglaublich lautes Klopfen die angenehme Stille zerbarst und ich in mich zusammenzuckte.
Einer der Möbelpacker stand in der Tür. Er war gut beleibt und unrasiert, der eine Träger seines weisen Overalls hing auf der rechten Seite herunter, während die Kappe schief auf dem Kopf trug. ,,'tschuldigung!", entschuldigte er sich sofort und zeigte mit dem Daumen hinter sich in den Flur. ,,Brauchen Sie noch lange? Wir müssten dann hier oben weitermachen."
Ich sagte nichts, musterte ihn nur mit gerunzelter Stirn. Dass ich seine Schritte nicht gehört hatte... seltsam!
Sherlock:
(Wow, dein Text ist so wundervoll! ^-^)
Ich sagte nichts mehr, und auch Miss Dawson blieb still. Stattdessen blickte sie mich an. Sie stand direkt vor mir und blickte in meine Augen, was erneut etwas war, was sonst niemand tun würde. Ich erwiderte ihren Blick. Ihre Augen waren braun. Es war ein intensives braun, das zeigte, wie viel Intelligenz sich hinter diesen Augen verbarg. Man merkte ihnen an, dass Miss Dawson nachdachte. Über mich, ohne Zweifel. Vermutlich sogar über meine Augen. Erneut viel mir auf, dass sie hübsch war. Warum auch immer mir das auffiel.
Für einen kurzen Moment hatte ich das Gefühl, in ihrem Gesicht den Ansatz eines Lächelns zu sehen, dann unterbrach das Klopfen des Möbelpackers unsere erneute Trance. Da Miss Dawson auf seine Frage hin schwieg, meinte ich sachlich: "Warten Sie noch zwei Minuten." Der Mann nickte wissend und schloss die Tür wieder. Selbst mir war klar, dass er nicht der Auffassung war, Miss Dawson und ich hätten uns nur angesehen. Das würde mich eigentlich nicht stören, aber in diesem Moment rief es in mir ein merkwürdiges Gefühl hervor, das ich nicht in der Lage war zu beschreiben.
Evelyn:
Der Möbelpacker zog die Tür wieder hinter sich zu. Dabei hatte er so einen Gesichtsausdruck, als... würde er uns in Anführungszeichen "noch etwas Zeit für uns geben", was mich einen Moment lang wirklich aus der Fassung brachte. Vielleicht bildete ich mir das nur ein aber ich wollte mich auf keinen Fall in Verlegenheit bringen da ich spürte, wie mir eine gewisse Röte ins Gesicht stieg.
Um diese zu überdecken und um zu verhindern, dass wir wieder in so eine verrückte Stille geworfen wurden, blinzelte ich kurz als würde ich aufsteigende Müdigkeit vertreiben wollen und steckte das Foto zurück in die Schachtel. ,,Nun gut. Ähm... ich glaube, damit wäre hierzu alles gesagt..." Ich nahm ihm den Karton mit den Bildern und den Briefen aus den Händen und stellte ihn auf dem Bett ab. Erst im Nachhinein fiel mir auf, dass das ziemlich unbeholfen geklungen hatte. Ich wandte mich ihm wieder zu und fügte schnell hinzu: ,,Ich hoffe, ich habe Ihre Zeit ins keinster Weise irgendwie verschwendet."
Mila-Grosa 05.02.17 um 11:37
Mein Text ist wundervoll??? xD
Sohea 26.02.17 um 14:18
:3
Sherlock:
Dieser Moment hatte uns beide etwas aus der Fassung gebracht. Mir entging durchaus nicht, dass Miss Dawson recht verlegen zu sein schien. Ich für meinen Teil kam von dem Gedanken nicht ab, dass jener Möbelpacker wohl geglaubt hatte, wir hätten uns geküsst, und das irritierte mich wiederum derart, dass ich beinahe gedankenverloren -ich war nie gedankenverloren- etwas wie 'Ganz im Gegenteil' geantwortet hätte. Was so vielleicht auch gestimmt hätte, denn abgesehen von der letzten Minute war dies ein sehr aufschlussreiches Treffen gewesen. Ich besann mich aber im letzten Moment eines bessern und meinte: "Nein, ganz und gar nicht." Schließlich war ich ja zu ihr gekommen, nicht sie zu mir, also hatte, wenn dann ich ihre Zeit verschwendet.
Mir fiel auf, wie sehr sich der Umgang zwischen mir und Miss Dawson verändert hatte. Zuvor war mir ihre Anwesenheit doch eher unangenehm gewesen, da sie ziemlich tief in meiner Vergangenheit geschürft hatte. Und auch ich hatte Dinge gesagt, die sie verletzt hatten. Aber durch meine Entscheidung vor etwa einer Stunde, erneut dieses Haus zu betreten, hatte sich das ziemlich verändert, eine Entwicklung die ich mit einer Art wissenschaftlichem Interesse betrachtete.
Um zu verhindern, dass wir wieder in einem gegenseitigen Schweigen untergingen, meinte ich langsam, aber monoton: "Ich denke, ich sollte jetzt gehen." Wenn wir diese Begegnung noch weiter in die Länge zögen, würde das alsbald ins Skurrile abdriften. Somit wandte ich mich zum Gehen.
Evelyn:
"Ja, das... das muss ich auch.", erwiderte ich leise murmelnd mehr zu mir selbst als zu ihm, er hatte sich bereits umgewandt. Ich wollte ohnehin noch zu einem Blumenladen und dann anschließend John und Mary im Krankenhaus besuchen. Etwas in mir spielte mit dem Gedanken, ihn. zu fragen, ob er mich begleiten wollte. Denn etwas sträubte sich, ihn einfach gehen zu lassen, nachdem was gerade war. Gott, wie ich mich anhörte! Aber seit eben hatte ich irgendwie das Gefühl, es wäre eine gewisse Anspannung -die Anspannung, die sich bei unserem letzten Zusammentreffen zwischen uns gebildet hatte- von uns abgefallen. Aber wie hätte dann unser nächstes Zusammentreffen ausgesehen? Genauso? Womöglich... intensiver? Oder wieder auf Distanz gehalten? Dieser Gedanke war mir irgendwie zuwider, ohne den Grund dafür zu kennen. Wahrscheinlich war es wirklich das Beste, die Sache für heute zu beenden. Während ich hinter Mr. Holmes das Zimmer verließ, griff ich gleichzeitig nach meinem Handy, um mir ein Taxi zu rufen. Dem Fahrer unten hatte ich nicht gebeten, zu warten, bei mir konnten solche persönliche Anàlysen auf unbegrenztem und schlecht einschätzbarem Zeitraum fallen. Ganz Evelyn Dawson! Doch als ich mein Smartphone herauszog fiel mein Haustürschlüssel, der sich irgendwie damit verhakt hatte, klappernd auf den Boden. Ein genervter Seufzer stieg aus meiner Kehle, während ich mich bückte, um ihn aufzuheben. Auf den Stufen ertönten bereits die Schritte der Möbelpacker.
Als meine Finger den Schlüssel umschlossen, sprang mir mit einem Male etwas ins Auge und ich hielt inne. An der Wand direkt neben dem Bücherregal lag unscheinbar ein dünnes Buch angelehnt. Mit gerunzelter Stirn griff ich danach, richtete mich wieder auf und hielt es hoch. Es war "Die kleine Seejungfrau".
Merkwürdig! Wieso las eine Medizinstudentin, die ein Maß an Klasse hatte, Märchen? Sie war zwar romantisch gewesen, aber dieses Buch passte doch ganz und gar nicht in das Bild, dass sich bisher über sie ergeben hatte. Was hatte das hier verloren?
In dem Moment klingelte mein Handy. Schnell legte ich das Buch aus der Hand, drückte mich an den eintretenden Möbelpackern vorbei in den Flur und ging ran. Es war Lestrade.
Meinen Abstèchèr zu den Watsons konnte ich knicken, es gab Arbeit. Eine Leiche wurde soeben aus der Themse geborgen und ich sollte mir das mal ansehen. Immer, wenn ich frei hatte und mich für ein paar Stunden meinem Privatleben widmen wollte! Aber ich war auch neugierig.
"Okay, ich werde mir das mal ansehen!", erwiderte ich und legte auf. Mr. Holmes war gerade am Ende der Treppe unten angekommen, als ich schnellen Schrittes zu ihm aufschloss.
Sherlock:
Ich hatte ohne ein weiteres Wort den Raum verlassen, denn diese letzte Stunde war so merkwürdig gewesen, dass ich meinen Gedanken endlich nachgehen musste, ohne dabei Miss Dawson gegenüber zu stehen. Während ich an zwei Möbelpackern vorbei die Treppe hinabstieg, konnte ich mich jedoch immer noch nicht in Ruhe konzentrieren. Ich hörte Miss Dawson telefonieren und verlangsamte unbewusst meine Schritte. Kurz darauf schloss sie zu mir auf, und obwohl ich das Bedürfnis gehabt hatte, allein zu sein, wirkte dieses erneute Aufeinandertreffen seltsam richtig.
Miss Dawsons Blick war anderes als zuvor. Sie schien nicht mehr nachdenklich, sondern ganz so wie ich, wenn ich nach langer Zeit endlich wieder einen neuen Auftrag bekam. John nannte das meist 'Jagdfieber', und ich hatte mir diesen Begriff leider auch angeeignet. Bevor ich mir weitere Gedanken über diese weitere Verbindung zwischen Miss Dawson und mir machen konnte, fragte ich: "Was gibt es?"
Evelyn:
,,Arbeit.", antwortete ich, während wir die Stufen fast schon synchron zu Ende gingen und auf die Eingangstür zusteuerten. ,,In Oxford wurde soeben eine Leiche aus der Themse geborgen und es sieht sehr nach einem Verbrechen aus."
Es wäre mir lieber gewesen, wenn sich das zu einem günstigeren Zeitpunkt als jetzt zugetragen hätte. Aber ich war neugierig. Ich wollte wissen, was es damit auf sich hatte. Ich meine, eine Wasserleiche! Und dann auch noch ein mögliches Verbrechen mit im Spiel! Endlich richtige Arbeit für eine Kommissarin, so wie ich mir das vorgestellt hatte! Das durfte ich nicht hintenanstellen!
Ich überlegte kurz. Es war vielleicht unklug und nicht relevant, dennoch wollte etwas in mir, dass ich Mr. Holmes fragte, ob er mich begleiten würde. Ich verstand den Hintergrund für dieses Gefühl nicht und Lestrade würde sicher nicht in großer Euphorie verfallen, wenn ich ihn als Überraschungsgast mitbringen würde (Lestrade hatte mich ja schon vor ihm gewarnt, genau wie Sergeant Donovan), wenn er sich darauf einlassen wollte. Doch neben meine Neugierde auf diesen neuen Fall wurde ein weiterer Argwohn in mir geweckt: Wie würde Mr. Holmes vorgehen? Diese Deduktionen über Forester waren für ihn wie ein Kinderspiel, das konnte ich mir zumindest vorstellen. Wie aber war es Vorort bei einem richtigen Tatort? Diese Frage stellte ich mir und ich wollte diese unbedingt klären!
Mein Blick richtete sich auf zu Mr. Holmes und ich fragte ihn: „Wollen Sie vielleicht mitkommen?"
Sherlock:
Wir erreichten die Haustür, während Miss Dawson den Inhalt ihres Telefonats (augenscheinlich mit Lestrade) knapp zusammenfasste. Angesichts ihrer Euphorie über ein Gewaltverbrechen musste ich minimal lächeln, was Miss Dawson jedoch nicht sah. Und sie hätte es sowieso nicht verstanden.
Ich war mir nicht sicher, ob ihre Frage mich überraschte, oder ob ich sie erwartete hatte. Es musste etwas dazwischen sein, was ich jedoch nicht in Worte zu fassen vermochte. Ich überlegte kurz. Sicherlich galt es Recherchen anzustellen, was Moriarty und Irene Adlers Machenschaften anging. Doch zugegeben, ich benötigte Johns Hilfe zwar nicht dafür, dennoch war seine Unterstützung nicht zu unterschätzen. Und da er zurzeit von Mary und ihrem Kind vereinnahmt wurde, würde die weitere Untersuchung dieser Angelegenheit noch etwas warten müssen. Außerdem musste ich ohnehin mit aller Vorsicht auf weitere Hinweise meiner Gegenspieler warten.
Da ich auch nicht das Bedürfnis hatte, Mary und ihrer Tochter einen Besuch abzustatten, meinte ich zu Miss Dawson: "Gut, wieso nicht." Ohne den Ausdruck auf ihrem Gesicht zu bemerken, winkte ich das nächste Taxi heran. Lestrade würde sich sicherlich über meine Anwesenheit wundern. Nun erschien ich sogar schon an Tatorten, bevor er kapituliert hatte und mich hinzurufen musste.
Evelyn:
Für einen kurzen Moment erschien der Hauch eines Lächelns auf meinem Gesicht, wandte dann schnell den Kopf ab und tat so, als würde ich den Möbelpackern beim Raustragen zusehen, damit er es nicht bemerkte. Doch, ich freute mich. Nicht nur, dass ich Gelegenheit hatte, ihm bei der Arbeit zuzusehen. Nein, ich sah auch die Chance ihn womöglich etwas besser kennenzulernen. Und zwar so, wie John ihn kannte und wie ich das mit dem Geschriebenen in seinem Blog vergleichen konnte. War er wirklich so? Oder hatte er noch andere Seiten an sich? Genau das wollte ich wissen. Seit unserem Gespräch in der Baker Street hatte sich das nur noch verstärkt, auch wenn ich deutlich gemacht habe, auf Gegenseitigkeit beruhend nicht zu weit zu gehen.
Während der Fahrt zum Tatort sagte keiner von uns etwas, jeder hing seinen Gedanken nach. Aufmerksam beobachtete ich die Landschaft durch das Seitenfenster. Aus dem Autoradio lief "Hips don't lie" von Shakira, zu deren Takt ich mit den Fingernägeln auf meinem Knie etwas mitklopfte.
Sherlock:
ich blickte aus dem Fenster und bekam kaum mit, dass der Taxifahrer das Radio eingeschaltet hatte, obwohl mich das sonst sehr störte. heute war ich schon so oft mit meinen Gedanken abgeschweift, dass ich nicht mehr klar und strukturiert denken konnte. Miss Dawson war heute anders gewesen, als ich es bisher von ihr gewohnt gewesen war, und mir waren so viele merkwürdige Gemeinsamkeiten zwischen uns aufgefallen, dass ich den Durchblick irgendwie verlor. obwohl sie doch auf einer anderen, viel emotionaleren ebene an ihre Fälle heranging und die Geschichten der Opfer mit ihrem eigenen leben in Verbindung brachte, war miss Dawson mir doch in so vielem ähnlich. ihre Begeisterung, ihr Durchhaltevermögen, ihre Findigkeit und Intelligenz. dies alles war mir so vertraut und dennoch war es unglaublich eigenartig.
ich blickte miss Dawson an. ihr blick war nach draußen gerichtet, sie klopfte den gleichmäßigen Takt mit ihren Fingern auf ihrem Knie mit. sie war völlig anders als ich und mir dennoch ähnlich, ich konnte es nicht in Worte fassen. Doch sie war auf jeden Fall etwas Besonderes.
Mila-Grosa 26.04.17 um 18:27
Es sei denn, du meinst, dass du auf meinen Beitrag irgendwie keine Idee hast xD dann kann ich ihn natürlich auch abändern, wenn dir das lieber wäre
Sohea 06.05.17 um 18:57
Du weißt genau, dass deine Beiträge perfekt sind, ändere bloß nichts ab. :3
Leider habe ich im Moment richtig wenig Zeit, aber ich versuche wirklich, bald wieder zu schreiben. -.-
Re: Sherlock - 2er RPG
von Mila-Grosa am 21.01.2020 21:53Evelyn:
Wie lange sich die Fahrt hinzog registrierte ich nicht allzu stark, ich vermutete, dass es sich so um eineinhalb bis zwei Stunden handeln musste, da Oxford doch ziemlich weit außerhalb lag. Träge schloss ich meine Augen, während meine Stirn sich an das kühle Glas der Scheibe lehnte. Ich dachte an John, der momentan bei Mary und der kleinen im Krankenhaus war und sein glück als frisch gebackener Vater genoss. innerlich seufzte ich. Auf dieser Seite war es das Glück eines Menschen, eine Familie gegründet zu haben. Auf der anderen Seite, der wir soeben entgegenfuhren, würde es vermutlich zerstört werden, sollte der oder die Tote eine haben. Aber natürlich, jeder hatte eine Familie! Jeder, irgendwo, selbst wenn er sie nicht kannte. Es würde emotionslos und neutral gesehen nichts machen, wenn er oder sie nicht vermisst werden würde. Doch wollte man so sterben? Wollte man ein toter Mensch sein, den keiner vermissen würde und um den keiner trauern würde? Oder suchen? Wollte ein Mensch wirklich in solch einer Einsamkeit sterben? Meine Gedanken gingen zurück zu Amanda Forester, die depressive Witwe, die ihren Platz im leben zurückerkämpft hatte. Unter Menschen, die sie liebten. Ihr Schicksal war tragisch, aber besser als das eines Menschen, der in völliger Einsamkeit gestorben wäre. Selbst wenn es für einen Polizisten noch so unangenehm sein könnte, den Tod zu verkünden. Ich würde diesmal nicht noch einmal diese Rolle übernehmen, das wusste ich genau.
Als der Wagen abbog, wurde der weg holpriger. daraus schloss ich, dass wir auf einen Wald- oder Feldweg abgebogen sein mussten.
Meine Augen öffneten sich wieder und blickten nach oben zu den Wipfeln der Waldbäume, unter denen wir mit ca. 49 km/h hindurch fuhren. Das frische Grün der Blätter wurde durch das matte Licht der Sonne, welches sich durch die grauen Regenwolken hindurchkämpfte, sanft angestrahlt und verschwammen durch die Geschwindigkeit des Wagens. Ich blinzelte und zog meinen Kopf von der Fensterscheibe weg. Als mein Blick für einen Moment zu Mr. Holmes wanderte, traf dieser sich mit seinem. Sanft erhob ich die Mundwinkel minimal und wandte mich wieder ab. Von da an vergingen nur noch ein paar Minuten, bis wir endlich am Fundort ankamen, unverkennbar an dem Aufgebot an Polizeiautos zu sehen. Von weiten erkannte ich sogar Lestrade, der mit einem älteren Ehepaar sprach. Das Taxi stoppte, da ein Beamter uns bedeutete, anzuhalten. Ich ließ das Fenster hinunter. Der Polizist, ein junger Ägypter oder Syrer mit knackig braun gebrannter Haut und einem stechenden Blick aus dunklen brauen Augen lehnte sich darauf. "Entschuldigen sie, Madam, aber sie dürfen hier nicht weiter.", erklärte er mir und zog die Augenbrauen hoch. Wie aufmerksam, mich darauf hinzuweißen, an dem Absperrband mit der deutlichen Aufschrift wäre mir das so nicht aufgefallen! Seinen wichtigtuerischen blick erwidernd zog ich mit ausladender Gestik meinen Dienstausweis aus der Jackentasche und hielt diesen wie die Antwort auf eine Frage unter die Nase. Ein süffisantes Lächeln breitete sich auf meinen Lippen aus. „Ich bin V.I.P.! Von dem her bin ich hier richtig.", erklärte ich und der junge Mann biss sich auf die Lippe. Auch löste er sich jetzt von seiner lässigen Position von meinem Seitenfenster und nahm eine gerade Haltung an. "Entschuldigen sie, Madam."
Ohne ein weiteres Wort steckte ich meinen Ausweis wieder weg und öffnete die Wagentür. Als ich mich nach MR. Holmes umdrehte sah ich, dass er schon nicht mehr im Auto saß, sondern geradewegs auf Lestrade zustapfte, der ihm im selben Augenblick ebenfalls bemerkte. Sein Gesichtsausdruck ließ mich vermuten, dass er mit dem Detektiv überhaupt nicht gerechnet hatte. und dass sich seine Begeisterung in Grenzen hielt. Endgültig herauszulesen aus dieser Grimmigkeit, die er nun mit seinem Blick gegen mich richtete, als er mich entdeckte. Ich zuckte nur etwas planlos mit den Schultern, was er mit einem Kopfschütteln erwiderte. Vielleicht hätte ich mir während der Autofahrt oder am besten noch davor eine plausible Erklärung einfallen lassen sollen warum ich Mr. Holmes von dem Tatort erzählt habe und ihn oben drein noch hier her mitbrachte, wie mir erst im Nachhinein einfiel. Wie ich jetzt so zu Lestrade und ihm blickte... wusste ich selbst nicht mehr so recht, was ich mir dabei gedacht hatte. vielleicht würde es mir wieder einfallen, wenn ich die Leiche sehen würde. Oder Mr. Holmes. mit den Händen in der Jackentasche trat ich ebenfalls auf die beiden zu, wobei ich mir extra ein wenig Zeit ließ. So einen Blick hatte ich von Greg bisher noch nicht gesehen und ich fand es gleichzeitig ein wenig komisch als auch beängstigend. Erst nach dem ich dreiviertel des Weges hinter mir hatte, folgte seine herzliche Begrüßung an Mr. Holmes, der neben ihm zum Stehen gekommen war. "Was tun sie denn bitte hier?"
Sherlock:
Wir entfernten uns immer weiter von Amanda Foresters Haus, und somit entfernte ich mich geistig auch immer weiter von ihrem Fall. Im Gegensatz zu Miss Dawson, welche, so war ich mir sicher, immer noch in Gedanken bei der Toten und ihrem Leben war, hatte ich kein richtiges Interesse daran. Der Fall war gelöst, abgeschlossen. es kam ein neuer Fall auf mich zu, und darauf musste ich mich schließlich konzentrieren. Ich lehnte mich zurück, schloss die Augen und legte die Fingerspitzen aneinander, während ich meine Umgebung ausblendete.
Aber es wäre fehlerhaft, anzunehmen, ich wäre in Gedanken nur bei der Leiche, die man in der Themse gefunden hatte. So etwas passierte relativ oft, Menschen fielen oder sprangen von Brücken, ertranken beim Schwimmen oder wurden ermordet und dann in einen Fluss geworfen, was nicht selten ein und derselbe Vorgang war. John und ich hatten erst einmal mit einer Wasserleiche zu tun gehabt, da in den meisten solcher Fälle nicht unsere Hilfe benötig wurde. Aber damals hatte man die Leiche eines Wachmannes gefunden, der eindeutig von einem Killer mit dem Spitznamen "Golem" ermordet worden war. Dieser Fall war Teil eines großen, von Moriarty inszenierten "Spieles" und daher von Interesse für John und mich gewesen. Diese Leiche hier hatte wohl kaum etwas mit Moriarty zu tun. Dennoch musste etwas mit ihr nicht stimmen, denn sonst würde die Polizei aus Oxford sich nicht an Scotland Yard und Lestrade sich nicht an Miss Dawson wenden. also wurde meine Hilfe vielleicht benötigt, und für diese kleine Ablenkung war ich irgendwie dankbar. John und Mary konnten auf mich verzichten, und wenn ich nun nichts zu tun hätte, würde ich mir wieder so irritierende Gedanken über Miss Dawson machen... und was Moriarty anging, so musste ich auf den nächsten Schritt aus seiner Richtung warten. Und vielleicht gab es ja doch eine Verbindung zwischen ihm und dieser Wasserleiche, die Umstände waren schon sehr merkwürdig...
ich öffnete die Augen und blickte aus dem Fenster. wir würden bald ankommen, draußen war es sehr grün, und die Straßen nahmen an Qualität ab. Anscheinend befanden wir uns etwas außerhalb von Oxford, vielleicht in einem der Naturschutzgebiete, die es dort meines Wissens in themsenähe gab. Unwillkürlich blickte ich auch zum Fenster auf der anderen Seite, um die Aussicht dort zu betrachten, und schaute so natürlich unweigerlich Miss Dawson an. Sie hatte ihren Kopf gegen die Scheibe gelehnt, die Augen schienen geschlossen zu sein. Schon zum zweiten Mal heute betrachtete ich ihr Profil, und wieder hatte ich die Eingebung, dass sie wohl relativ attraktiv war. Sie hatte hohe Wangenknochen. John machte öfters Bemerkungen über meine hohen Wangenknochen, was mir vollkommen egal war. Aber mit Sicherheit hatte er nichts gegen Miss Dawsons Wangenknochen. Ich biss die Zähne fest zusammen. Was für ein völlig absurder Gedankengang. Viele Leute hatten hohe Wangenknochen, was sie in den seltensten Fällen zu etwas besonderem machte. In diesem Moment richtete Miss Dawson sich auf und blickte zu mir. Sie lächelte leicht und drehte sich wieder weg. Ich löste meinen Blick von ihr und sah nach vorne. Doch auch meine Lippen umspielte ein kaum sichtbares Lächeln.
Kurz darauf hielt das Taxi, und uns bot sich ein tatort-typischer Anblick. Ein signalfarbenes Absperrband, dahinter einige Streifenwagen und geschäftig umherlaufende Polizeibeamte, die Fotos machten und beweise sammelten, also im Großen und Ganzen ihre Unfähigkeit auslebten. Ein junger Polizist bat uns, umzukehren, und nach Miss Dawsons treffender Antwort konnte ich ein Lächeln nicht mehr zurückhalten. Ich hatte die Wagentür bereits geöffnet und ging nun in Richtung Lestrade, den ich weiter hinten erblickt hatte. Der Boden am Themsenufer war schlammig, denn es hatte in der Nacht viel geregnet, auch wenn der Himmel nun aufklarte. Ich stapfte weiter, während Lestrade, der im Gespräch mit zwei älteren Leuten war, mich entdeckte. Er musste wirklich nicht so entsetzt gucken, schließlich hatte er ein Talent dafür, urplötzlich in meiner Wohnung aufzutauchen. Natürlich hatte er dann auch immer einen Grund, aber dennoch. Sein blick fiel hinter mich, vermutlich sah er zu Miss Dawson, und identifizierte sie als die Verantwortliche für mein kommen. Soweit kombinieren konnte Lestrade dann doch noch.
Ich blieb vor ihm stehen, und da er eindeutig das Bedürfnis hatte, etwas zu sagen, ließ ich ihm den Vortritt, während ich mich umblickte. "Was tun Sie denn bitte hier?", brachte er schließlich mit einer klaren Betonung auf 'Sie' hervor und blickte mich fragend an. "Ich wurde eingeladen", antwortete ich ruhig, als käme das nun mal ab und zu vor, und deutete kurz auf Miss Dawson, die wenige Sekunden darauf neben mir stand. Sogar ich erkannte die Wut in Lestrades Blick. Obwohl, vielleicht war es eher wütende Verzweiflung. vermutlich wusste er, dass er mich ohnehin bald hinzugezogen hätte.
Ich wandte mich von Lestrade und Miss Dawson ab und sah zur Themse. Der Flusslauf machte hier eine scharfe Kurve, vermutlich war die Leiche dadurch an das breite Ufer gespült worden. Dort lag sie noch immer, ein paar Meter von uns entfernt. Wir selbst standen auf einem Weg, der hier durch das grün verlief. auf der einen Seite befanden sich eine schlammige Grasfläche und dahinter der Wald, durch den wir hergekommen waren. Auf der anderen Seite des Weges befanden sich ein paar Büsche, ein steiniger Uferabschnitt und direkt dahinter der Fluss. Wenn man hier spazieren ging, wie es das alte Ehepaar, mit dem Lestrade gesprochen hatte, sicherlich getan hatte, dann war es kein Problem, eine Leiche am Ufer zu sehen. Die Büsche waren sehr niedrig.
Die Themse führte immer noch etwas mehr Wasser als gewöhnlich, denn in der Nacht war sie durch den heftigen Regen stark angeschwollen. Dann floss sie schneller, also konnte die angespülte Leiche schon eine recht lange Reise hinter sich haben. Je nachdem, wie lange der Aufenthalt im Wasser war, war der Verwesungsprozess eines körpers schon recht weit fortgeschritten. Das Wasser kurbelte die Verwesung quasi an. das macht eine Identifizierung relativ schwierig, aber da die Zähne im Normalfall noch erhalten sind, lassen sich die DNA und somit die Person feststellen. unser Kandidat konnte nicht so alt sein, denn er hatte nicht jahrelang in einem See gelegen, sondern war mit einem bewegten Gewässer unterwegs. Nach ein paar Tagen wurde jede Flussleiche angespült, und sie war für die Rechtsmediziner noch verwertbar. Außerdem war dieser Mensch mit Sicherheit als vermisst gemeldet worden, man würde ihn bald zuordnen können. Aber herauszufinden, ob es sich um ein Gewaltverbrechen, einen Unfall, Selbstmord oder etwas anderes handelte, war etwas schwieriger. Kratzer und andere Verletzungen konnte vor der Zeit im Wasser, aber auch durch spitze Steine oder anderes im Fluss entstanden sein. Wenn man natürlich eine Kugel im Kopf fand, war alles klar. Ein genauer Blick auf die Leiche, die im Moment von Polizisten umringt war, und ich würde ungefähr wissen, was geschehen war. die restlichen informationen lieferte mir dann Molly, und der Fall war gelöst. Aber wie gesagt, irgendetwas musste mit dieser Leiche nicht stimmen, sonst würde Oxford das alleine bewältigen. Die Sache begann, mich zu interessieren.
Ich wollte gerade zu der Leiche gehen, als mir einfiel, dass ich doch nur ein Besucher war. Normalerweise würde ich das ignorieren und mir meinen Weg durchs Gebüsch bahnen, ohne vorher mit Lestrade oder sonst wem zu sprechen. Aber es war Miss Dawsons Fall, denn Lestrade hatte sie gerufen und nicht mich. Die Begeisterung über eine Wasserleiche hatte man ihr deutlich angemerkt, also würde ich ihr den Vortritt lassen. Außerdem interessierte es mich, was Miss Dawson zu der ganzen asche sagen würde. Ich dreht mich wieder zu ihr und Lestrade, ohne etwas vom Gespräch der beiden mitgekriegt zu haben.
Evelyn:
So aus der Nähe betrachtend merkte ich erst so richtig, dass sich Lestrades Begeisterung mehr als in Grenzen hielt, weshalb ich den Blick sofort wieder abwandte und so tat, als würde ich mich für die grüne Landschaft um mich herum interessieren und die Unmut meines vorzeitigen Vorgesetzten gar nicht bemerkten. Allerdings wurde ich das Gefühl nicht los, dass er mich durchschaut hatte, was mein kurzer schielender Blick zu ihm erneut bestätigte. Ich konnte nur hoffen, dass er jetzt kein allzu falsches Bild von mir übermittelt bekam. Eine Detective Inspektor die in der Privatsphäre einer toten Frau herumwühlt und obendrein einen nicht unbekannten aber unliebsamen Bekannten der Londoner Polizei mit anschleppt, ohne dass sie die Befugnis dazu hat. Das würde mir wahrscheinlich Minuspunkte in der Vertrautheit gegenüber mir einbringen. Das hätte ich eher bedenken sollen!
Als Mr. Holmes voranging, wollte ich -direkten Augenkontakt zu Lestrade vermeidend- es ihm schon gleichtun, um nicht alleine mit ihm zurückgelassen zu werden, als er in diesem Moment im abfälligen Ton sagte: "Eingeladen. Dürfte ich fragen, warum Sie einen Zivilisten zu einem Tatort vorladen, an dem er absolut nichts verloren hat?" Autsch! So viel also dazu.
"Ich habe ihn nicht direkt eingeladen.", wiegelte ich ab, um mich zumindest ein wenig zu verteidigen. "Er war nur zufällig dabei, als Sie mich angerufen haben, Inspektor. und dann hat er mich zum Sachverhalt Ihres Anrufes befragt, woraufhin ich.."
"..ihm gesagt habe, dass es eine Leiche gibt, wo diese sich befindet und in somit eingeladen habe. Indirekt!", beendete Lestrade den Satz für mich den ich auf die Schnelle nicht plausibel genug zusammenstellen konnte. Innerlich legte ich meinen Kopf in die Hände und verwünschte mich selbst für meine Unbedachtheit. "Drum sagte ich ja nicht direkt!"
"Mrs. Dawson, diese Aussage beschönigt ja wohl kaum, dass Sie..." Mit einem Mal brach er ab und legte die Stirn in Falten. Ich runzelte die Stirn ebenfalls, da Lestrade mich nun mit einem anderen, entgeisterten blick bedachte, der mich ein wenig verwirrte. "Waren Sie und Mr. Holmes etwa zusammen, als ich Sie angerufen habe?" Keine Ahnung, was mich an seiner Frage so irritierte. Lag wohl an die Art, wie Lestrade es betonte. "Naja... ja, ich habe ihn durch Zufall getroffen." Er machte einen belustigt klingenden, grunzenden Laut. "Wo denn, im Barths vielleicht? Verfolgen Sie zufällig auch dieses groteske Leichenschlagen mit einer Reitgerte?" Es sollte wohl ein Witz sein, allerdings kam ich trotzdem nicht ganz mit. "Wie... wie ist das gemeint?", fragte ich nach, doch Lestrade machte nur eine wegwerfende Handbewegung. "Ist schon gut! also, dann lassen Sie uns mal zu der Leiche!" Ohne ein weiteres Wort ging er voraus, ich trottete hinter ihm her. Dann blieb er jedoch ein weiteres Mal stehen, drehte sich zu mir um und blickte mich eindringlich an. "Ich hoffe nur, Sie sind nicht jedes Mal so... indiskret. Keine Ahnung, wie das in Italien abläuft, aber ich hoffe, Sie legen in Zukunft mehr Wert auf Verschwiegenheit."
Wofür hielt er mich eigentlich? Etwas eingeschnappt blickte ich kurz zu ihm auf und dann zu Boden. Wie ein Kind, das gerade Ärger mit Daddy bekommen hat, weil es ein Glas oder einen Teller zerbrochen hatte, kam mir in den Sinn. Eigentlich hätte ich erwartet, dass er sich in den zwei Wochen, die ich schon bei Scotland Yard verrichtete, soweit ein Bild von mir und meinen Eigenschaften gemacht hatte. Auch von meiner Diskretion im Umgang mit derartigen Ereignissen. Aber konnte ich mich beklagen? Immerhin ging das auf meine Kappe, ich hatte Mr. Holmes ja tatsächlich eingeladen, ohne dass es zu meinem momentanen Zuständigkeitsbereich gehörte. Allerdings fand ich Lestrades Reaktion auf dieses kleine Malheur minimal übertrieben. Wahrscheinlich lag es an dieser... sagen wir mal angespannten Beziehung zwischen dem Inspektor und dem Consulting Detective. Die war nämlich unübersehbar, selbst für mich.
Mr. Holmes, der inzwischen stehen geblieben war und sich zu uns umgedreht hatte warf ich einen kurzen Blick zu, konzentrierte mich dann aber wieder auf den Weg vor mir. Dies hätte ich mit einem ausgeprägteren Maß an Aufmerksamkeit tun sollen, denn nach den nächsten fünf Schritten schien der Boden unter meinen Füßen nachzugeben und mein Fuß sank in der weichen Erde ein.
"Tja, Miss...", meldete sich nun auf einmal der Mann des eben befragten Ehepaares zu Wort, der die Hosenträger seiner Sonntagshose umfasst hatte. "Durch die starken Regenfälle ist der Boden in der Umgebung des Ufers ein wenig aufgeweicht und matschig. Wenn man nicht aufpasst, kann man schon mal bis zum Hals im Schlamm stecken bleiben." Heiser begann er zu lachen während seine Frau mich kurz musterte und erwidert: "Von hier sind se aber nicht, oder?"
Dann hätte ich mir hierfür bestimmt andere Schuhe angezogen als diese hier. Wenn ich den vorhergeahnt hätte, dass an diesem Ort, an dem Lestrade mich hinzitierte, Regenstiefel wie das Paar sie trug besser angebracht wären als Stiefeletten von Versace, auf die ich vergangenes Jahr sieben Monate lang hingespart hatte. Mr. Holmes schien es relativ egal zu sein, was mit seinen Schuhen wurde, ebenso wie Lestrade. Als ich dessen Schuhwerk etwas genauer betrachtete, stellte ich fest, dass sich bereits eine beträchtliche Menge an Moor und Dreck daran befand, die er begonnen hatte zu sammeln, bevor der Detektiv und ich hier eintrafen. Vielleicht war er deswegen alleine schon mies drauf. Immerhin etwas entlastendes für mich. meine Stiefeletten waren mir deswegen aber nicht egal, ganz und gar nicht!
"Nein. Bedauernswerterweise... nicht!", erwiderte ich, während ich frustriert meinen Schuh betrachtete, der von Absatz und sohle weg von einer gut eineinhalb Zentimeter dicken Schlammschicht eingehüllt wurde. Nein, so konnte ich keinen schritt weitertun. und extra umkehren, um mir Plastikbeutel von der Spusi zum Laufen zu holen wollte ich auch nicht. also hielt ich mich an Lestrades Schulter fest und zog mir kurzerhand beide Stiefeletten aus, ebenso die Füßlinge, die ich darunter trug. beides nahm ich so in die Hand und versuchte, mich an das feucht-kalte Gefühl der matschigen Graslandschaft zu gewöhnen. normalerweise war ich feinen, weißen Sand gewohnt, angenehmes, saftiges Gras oder von der Sonne erhitze Pflastersteine und Teer. Aber eine Wasserleiche war mir das allemal wert! Beflügelt von dem Gedanken an diese meinte ich, so gut gelaunt wie nur möglich. "Also, dann können wir ja jetzt zu dem Toten!" während ich noch vorausstapfte, fragte ich laut und ohne mich umzudrehen zu den Männern: "Wissen sie schon, wer es ist?"
"Nein.", erwiderte Lestrade. "Die Leiche ist männlich. Die Kleidung scheint noch vollzählig zu sein, jedoch wurde sie noch nicht näher untersucht. Das Ehepaar Parsley hat sie vor drei Stunden bei einem Spaziergang am Flussufer lang gefunden."
"Schrecklich!", entfuhr es in diesem Moment der Frau. "Welcher Mensch ist bloß in der Lage, sowas zu tun?"
Genug. mehr als genug.
Sohea 01.08.17 um 20:40
Wer kiIlt ihr wen? xD Dein Text ist perfekt! *-*
Es ist so typisch Evelyn, dass sie sich einfach die Schuhe auszieht. :))
Tja, wer würde nicht dasselbe tun, wenn er Stiefeletten von Versace anhat? xD
Aber ich danke dir von Herzen :3
Sherlock:
Leicht amüsiert beobachtete ich, wie sich Miss Dawson kurzerhand ihre Schuhe auszog und barfuß an mir vorbei in Richtung Leiche stapfte. Ein kopfschüttelnder Lestrade und ich folgten ihr durch den matsch, während sie in bester Laune zu sein schien. Ich lächelte in mich hinein. Die Situation, die für Lestrade wohl gerade etwas zu grotesk war, war für mich geradezu erheiternd. Wieder zeigte sich die Ähnlichkeit zwischen Miss Dawson und mir. John hatte meine Freude über Morde und Verbrechen immer als völlig unnatürlich abgetan. Doch hier vor mir im Schlamm ging eine junge Kommissarin, die ihre Neugier und Aufgeregtheit ebenso wenig versteckte wie ich, die genauso empfand wie ich. Und zu wissen, dass John in diesem Moment über uns beide nur den Kopf schütteln würde, wie es Lestrade gerade tat, brachte mich zum Lächeln.
Dennoch wurde ich mir auch der Gefahr immer mehr bewusst. Nicht, dass ich mich von Miss Dawson bedroht fühlte. Ganz im Gegenteil beeindruckten mich ihr Intellekt und ihre emotionale Kompetenz stark und auf positive Weise. Das Problem lag eher bei dieser Verbindung, die ich spürte, die auch sie ohne Zweifel bemerkt haben musste, wenn ich an diesen merkwürdigen Moment in Amanda-Foresters-Haus zurückdachte. Es war zum einen in meiner Position nicht ratsam, noch mehr Menschen in meinen Wirkungskreis zu ziehen, als es ohnehin schon der Fall war. Sie alle, John, Mary, Mrs. Hudson, Molly, Lestrade, etc. waren durch ihre Verbindung zu mir schon oft in Gefahr gewesen und machten mich in umgekehrter Richtung angreifbar. Ich sollte es -oder besser gesagt- hätte es daher vermeiden sollen, zu Miss Dawson ebenfalls irgendeine Art der Beziehung aufzubauen. Zum anderen war es eben diese Verbindung, die ich zu ihr spürte. Es bereitete mir insofern Sorgen, als das es etwas war, was mir vollkommen unbekannt war. Von neuem Ding ging für jemanden wie ich fast immer eine Gefahr aus. Zudem erinnerte es mich auch unangenehm an die Frau. Irene Adler hatte mich ebenfalls beeindruckt, und das hatte zu nichts Gutem geführt. Mir war bewusst, dass von Miss Dawson keineswegs ein derartiges Risiko ausging. Aber dennoch merkte ich selbst, wie sich mein Verhalten minimal veränderte und immer noch in Gedanken bei Miss Foresters Schlafzimmer wurde mir bewusst, dass ich auch Irene Adler gegenüber nie eine solche Verbindung gespürt hatte. Mein Lächeln war schon vor einiger Zeit erstorben.
Wir hatten den schlammigen Gebüscheabschnitt neben dem Spazierweg passiert und der Boden wurde immer steiniger. Das breite Themsenufer war hier voller Kieselsteine, die der Fluss mit sich geführt hatte und die sich aufgrund der Kurve im Flussverlauf an dieser Stelle abgelagert hatten. Auf dieselbe Weise war die Leiche angeschwemmt worden, vor der Miss Dawson jetzt stehen blieb. Wie Lestrade berichtet hatte, war der männliche Körper immer noch vollständig bekleidet, auch wenn durch spitze Steine am Themsegrund einige Risse im Stoff entstanden waren. Der Körper, vor drei Stunden entdeckt, war nur noch feucht, und man konnte von Glück sagen, dass es noch immer bewölkt war, denn im Sonnenschein wären in dieser Zeit vermutlich recht unangenehme Gerüche entstanden.
Auf den ersten Blick war an dem Toten nichts Ungewöhnliches zu erkennen. Es schien sich um einen Mann mittleren Alters zu handeln, der braune Haare hatte und in einer Weise gekleidet war, die man als alltäglich bezeichnen würde. Er war vom Wasser aufgeschwemmt, jedoch schien der Prozess der Verwesung noch nicht allzu weit fortgeschritten zu sein. Auf der Stirn der Leiche prangte ein langer Kratzer, den ich einem Stein oder anderem spitzen Gegenstand zuschrieb, gegen den der Körper im Wasser getrieben worden war.
Um mir ein besseres Bild machen zu können, würde ich nun näher an den Mann herantreten, Miss Dawson hatte sich bereits neben den Toten gekniet. Doch ich sah zu Lestrade neben mir, der seinerseits die junge Kommissarin betrachtete. Vermutlich sollte ich es ihm gleichtun, und ihre einschätzung abwarten. Lestrade hatte sie gerufen, nicht mich, und ich war relativ zuversichtlich, dass sie einiges über die Leiche würde sagen können.
(ich hoffe, die Beschreibung des Toten ist so in Ordnung. ansonsten kann ich das natürlich gerne ändern. :) )
Mila-Grosa 05.01.18 um 20:45
Zitat von Sohea Hey, es tut mir wirklich leid, dass ich so lange inaktiv war! Ich werde mir alle Mühe geben, wieder öfter online zu sein, denn ich finde unsere RPGs wirklich großartig. HDGDL! Und nachträglich Frohe Weihnachten! :))
DAMN, ich seh das erst jetzt, zwei Wochen danach :(((
Tut mir Leid, und mach dir keine Gedanken. Ich finde unsere RPGs auch fantastisch, wirklich niemand auf der ganzen Welt (außer BC vl selbst) kann Sherlock so gut verkörpern wie du und IHDAGDL!!! Dir auch nachträglich frohe Weihnachten und ein frohes neues Jahr!
P.S. Beschreibung passt^^ werd nur mit dem Text noch etwas brauchen xD xD
Evelyn:
Schon merkwürdig, wie ein nasser, ausgeschmirgelter und lebloser Körper das Blut so in Wallung bringen konnte, so wie es im Moment bei mir der Fall war. Andere Frauen empfanden so eine Euphorie für gewöhnlich nur wenn sie von ihrem Mann, Freund was auch immer eine Chanel-Handtasche geschenkt bekamen oder ein Diamantring der Marke taffen. Es konnte also durchaus nicht normal sein, einen Tiffany-Ring mit einer Wasserleiche zu vergleichen. Ich verlangsamte meine Schritte nicht mal als der Grund nur noch aus Schotter bestand und sich die kleine Steinspitzen bei jedem Schritt schmerzhaft in meine Fußsohlen bohrten, aber alles was ich vor Augen hatte war der Tote, der nun noch einen halben Meter von mir weg war. So wie er aussah musste er schon eine Zeitlang im Wasser verbracht haben, so an die fünf Tage, schätze ich. Auf keinen Fall länger als zehn Tage! Bevor ich in die Knie ging, um den Toten näher zu betrachten, drückte ich dem Inspektor meine Schuhe in die Hände und entnahm ihm dafür eine kleine Schachtel mit sterilen Gummihandschuhen, von denen ich mir gleich ein Paar überstreifte. Die Kleidung des Mannes war gar nicht mal so schlicht, bloß von den Spuren des Flusses gekennzeichnet. Sein Gesicht war ebenfalls nicht auffällig. Es war eines dieser Gesichter, wie es ein ganz normaler Durchschnittsmann hat, von dem man glaubt, ihm irgendwann schon einmal auf der Straße begegnet zu sein. Ebenso wenig gab es Auffälligkeiten an den Händen und Füssen, bis auf die Kratzer, die er auf seinem Weg hier her erlitten hat. Dennoch war da irgendetwas, was mich störte. Und es hatte etwas mit diesen Kratzern zu tun. Besonders dieser in seinem Gesicht weckte mein Interesse. Vorsichtig strich ich mit dem Daumen den kleinen Striemen entlang, dann fiel mein Blick flussaufwärts. Von dort, wo der Tote angetrieben worden war. "Seltsam, oder? Dieser Kratzer meine ich.", sagte Lestrade. "Die Themse weißt keinerlei Stromschnellen nach sich, wie konnte dann dieser Kratzer entstehen?"
"Naja, der Tote war mindestens fünf Tage im Wasser und hat bestimmt einen längeren Weg hinter sich, da könnte es gut möglich sein, dass er an größere Steine oder gegen sonst irgendetwas im Wasser gestoßen ist.", erwiderte ich, legte den Kopf etwas schief und sagte mehr zu mir selber als zu den beiden Männern: "Allerdings hätten die Verletzungen dann weitaus schlimmer aussehen müssen...es sei denn er ist irgendwo festgehangen... aber das ist wohl eher unwah..."
"Vielleicht weil er im Sack war...", fiel mir in diesem Moment Mr. Parsley ins Wort, der uns mit seiner Frau nachgegangen war. "Was! Wie bitte?" Lestrade starrte ihn entgeistert an, genau wie ich. "Was sagten sie gerade von einem Sack?"
"Na hören sie mal!", fuhr er mich plötzlich mit lauter Stimme an. "Was fällt Ihnen ein, mich alten Sack zu nennen?"
"Nein, nein!", entgegnete ich hastig. "Ich meinte..." "Sie sagte nicht alter Sack, Harry!", erwiderte seine Ehefrau mit lauter Stimme. " Die Leute von der Polizei wollten wissen was du von dem Sack gesagt hast, in dem der tote Mann da war." Das rückte die Sache gleich in ein komplett anderes Licht. Der Tote befand sich nicht völlig schutzlos im Wasser, nein, er wurde in einem Sack angeschwemmt. Der schützende Stoff konnte den Toten natürlich von den äußeren Einwirkungen im Fluss schützen. Dennoch war es seltsam... da war ein Detail, dass noch nicht so ganz ins Bild passte.
"Ach so!", rief Mr. Pasley aus. "Ja, ja, der Mann wurde in einem Sack angeschwemmt. Wir fanden es seltsam, dass hier einfach so mir nichts dir nichts ein zugebundener Sack angeschwommen kommt. Also haben wir nachgesehen!"
"Ja, und dann sahen wir diesen armen Mann!" Die Mine des Kommissars verdunkelte sich. "Warum haben Sie das nicht gleich gesagt?", erkundigte er sich, jedoch sehr um Fassung bemüht, um auf das betagte Ehepaar nicht zu haltlos zu wirken. "Mir ist es kurzzeitig entfallen... sie wissen doch, das Alter.... tut mir leid, ich hätte Sie mit Sicherheit in Kenntnis darüber gesetzt!", entschuldigte sich der Mann.
,,Und wo ist dieser Sack jetzt?", wollte ich wissen und bemühte mich, so laut und klar wie möglich zu reden. Mr. Parsley blickte sich kurz suchend in der Gegend um, dann schien er etwas zu entdecken und deutete mit zittriger Hand hinter uns. ,,Dort hinten." Wir drehten uns um und tatsächlich, dort hinten im Wasser trieb etwas Dunkles, dass wie der Stoff eines Sackes aussah. Allerdings wurde er bereits von der Strömung erfasst und trieb flussabwärts. Lestrade stieß einen kurzen Fluch aus, gab mir meine Schuhe zurück und rannte kurzerhand hinterher. Dass er dafür in das Wasser hineinsteigen musste, ließ sich nicht vermeiden. Die Strömung schien sich Zeit zu lassen, den schweren Stoffsàck abzutreiben, dennoch hatte Lestrade Mühe, hinterher zu kommen.
"Lestrade, dürfte ich Ihnen vielleicht einen...", wollte ich ihm hilfsbereit anbieten, doch er schleuderte mir ein gereiztes ,,Nein!" entgegen und ich verstummte wieder.
"Gehen Sie diagonal auf den Sack zu, nicht geradeaus. So reißt die Strömung Sie noch mit.''
''Oh, Mrs. Dawson! Ich brauche ganz sicher keine Bedienungsanleitung, wie ich einen Sack aus dem Wasser ziehe!'', entgegnete Lestrade, verlor kurzzeitig tatsächlich das Gleichgewicht und konnte sich aber gerade nochmal so fangen.
''Ich hoffe Sie sind nicht immer so stutenbissig, wenn Sie schlecht gelaunt sind.''
''Ich bin weder schlecht drauf noch stutenbissig!''
„Bitte verzeihen Sie mir, wenn ich Ihnen das nicht glauben kann, ich denke nämlich, dass sind Sie sehr wohl.'' Und da hieß es, ich wäre unprofessionell.
„Sie sind auch nicht zwangsläufig zum Denken hier, Detective!'' Mit diesen Worten holte der Inspektor endlich den Sack ein und kam mit ihm wieder ans Ufer gewatet. Herausfordernd verschränkte ich die Arme. „Dann verstehe ich nicht ganz, weswegen ich kommen musste." Schweigend blickte Lestrade mich einige Sekunden entgeistert an, während er zu überlegen schien, wie er mir das Wort wieder hätte umdrehen können, musste sich dann aber geschlagen geben. Mit finsteren blick ließ er seine Trophäe auf den Boden fallen. ''Nächstes Mal können Sie dann gerne hinterherschwimmen!''
Sherlock:
Ich beobachtete die Szene amüsiert, jedoch sank mein Interesse mit der Zeit. Der Fakt, dass sich die Leiche in einem Sack befunden hatte, war um einiges interessanter als Lestrades Rettungsaktion. Einen Unfall oder Selbstmord konnte man nun zu 99% ausschließen, es musste sich somit um ein Mordopfer handeln. Während alle anderen abgelenkt waren, kniete ich mich neben den Körper auf den Boden. Besonders die wenigen Kratzer an Armen, Händen und Kopf des Mannes waren interessant. Nach einem Blick auf den robust wirkenden Sack war klar, dass das Opfer sich die Kratzer nicht während seiner Reise im Fluss zugezogen hatte, sie mussten also davor entstanden sein. Die Frage war nun, was Todeszeitpunkt und Ursache gewesen waren. Es gab drei mögliche Szenarien: 1. Man hatte den Mann lebendig in den Sack gesteckt und in den Fluss geworfen, in dem er dann ertrank. 2. Der Mann war ermordet worden und man hatte sich der Leiche in der Themse entledigt. Oder 3. Der Mann war bewusstlos und/oder betäubt und ist dann in der Themse ertrunken. Die erste Möglichkeit ließ sich so gut wie ausschließen. Der Mann war nicht gefesselt worden, denn von Fesseln oder abdrücken an seinen Händen und Füßen fehlte jede Spur. Zudem wirkte das Opfer gesund und gut gebaut. Er hätte sich mit Sicherheit aus dem Sack befreien oder zumindest an der Wasseroberfläche halten können. Alles deutete jedoch darauf hin, dass die Leiche unter Wasser getrieben war. Was meine zweite Theorie betraf, so stellte sich natürlich sofort die Frage der Todesursache. Die Leiche wies keine Wunde auf, durch die er viel Blut hätte verlieren können. Ein Blick in seine Augen und an seinen Hals bestätigten meine Vermutung, dass er weder erstickt noch erwürgt worden war. Sein Genick war intakt, er hatte keine Schuss- oder Stichwunden. Wenn er nicht gerade eines mehr oder weniger natürlichen Todes wie durch einen Schlaganfall oder Herzinfarkt gestorben war, deutete alles auf Ertrinken hin, was mich zur dritten Hypothese führte. Sie schien mir im Moment am wahrscheinlichsten. Man hatte den Mann angegriffen und mit einem Betäubungsmittel außer Gefecht gesetzt. Den erschlafften Körper hatten man über den Boden gezogen, wodurch die Kratzer entstanden waren. Er musste noch gelebt haben, als die Kratzer entstanden waren, denn sie waren schon wieder teilweise verkrustet, was auf eine aktive Herztätigkeit und einen intakten Blutkreislauf hinwies. Möglichkeit 3 wirkte immer plausibler. Der Mann wurde also in einen Sack gepackt, zu einer Brücke irgendwo westlich von Oxford gebracht und dort in den Fluss geworfen. Auf Grund der starken Betäubung war der Mann nicht aufgewacht, konnte sich nicht wehren und ertrank kurz drauf. Der Tote trieb in dem Sack weiter in der Themse, bis er hier in Oxford angeschwemmt und vom Ehepaar Parsley entdeckt wurde. Nun blieb einzig und allein die Frage, wer dieser Mann war, und weshalb man ihn ermordet hatte.
Soweit hatte ich deduziert, als Lestrade völlig durchnässt wieder neben Miss Dawson ankam, die sich nun erneut der Leiche zuwandte. Sie setzte zum Sprechen an und ich erwartete interessiert, inwieweit ihre Aussagen mit meinen übereinstimmten würden. Es war keine allzu einfache Deduktion, und ihre Meinung würde mir noch einiges mehr über ihren Intellekt verraten.
Evelyn Dawson
Zugegeben, ich war etwas nervös. Zweifelsohne war dies der erste richtige Mordfall, mit dem ich hier in London konfrontiert wurde. Alles andere war selbstredend auszuschließen. Wer würde sich schon auf so eine groteske Art und Weise das Leben nehmen? Immerhin, schon mal ein erster Ansatzpunkt, auch wenn dieser selbst für einen Amateur offensichtlich und hinten und vorne nicht ausreichend ist, um dieses Verbrechen genauer zu diagnostizieren. Angespannt biss ich mir auf die Lippen. Gerade jetzt, wo ein genialer Ermittler wie Sherlock Holmes und ein ziemlich angepíssten Lestrade, der für heute ohnehin schon genug von mir hatte, auf verwertbare Fakten meinerseits warteten, wollte ich verstärkt zeigen, was ich kann. Dass ich in einer Stadt wie London, wo Kriminalität praktisch an jeder Ecke vorhanden war, zurechtkommen kann. Vor allem aber, dass ich eine fähige Detectiv Inspector bin. Forschend ließ ich mich neben dem Toten in eine erneute Hocke sinken und begutachtete den leblosen Körper gründlich. Wie ich es mir vorhin schon dachte, länger als fünf Tage konnte er nicht im Wasser gelegen haben, wie sich aus dem guten Zustand des Leichnahms wiederlegen ließ, ebenso aus der Tatsache, dass der Sáck, in dem der Mann sich befunden hatte, kaum irgendwelche Beschädigungen aufwies. Die Kratzer konnten also nicht durch Zusammenstöße mit im Wasser befindlichen Hindernissen entstanden sein. Es wirkte eher so, als wäre er über ziemlich unebenen Untergrund gezogen worden. Vielleicht über so kieseligen Flussschotter wie er hier vorhanden war? Die Kratzer, die sich an seinen Armen befanden, würden auf alle Fälle passen. Vorsichtig drehte ich den Toten etwas zur Seite, was bei dem kräftig gebauten Körper gar nicht so einfach war. Als Lestrade mir half, sah ich, dass das Oberteil an seinem Rücken stark aufgerissen war. Als ich die Hose begutachtete bemerkte ich, dass der Stoff hier weniger in Mitleidenschaft gezogen worden war. Er musste an den Füßen gezogen worden sein. Ich legte den Kopf etwas schief, als ich mir die Hemdentasche des Opfers vornahm. Die linke war leer, in der rechten befand sich eine kleine Karte. Durch das Wasser war sie bereits ziemlich aufgeweicht, jedoch ließ sich der Name sowie eine Telefonnummer immer noch gut erkennen. "The Chequers Inn". Eine Hotelkarte. Das bedeutete, der Mann war bis zu seinem Ableben in einem Hotel einquartiert. Höchstwahrscheinlich befand sich dort die nächstliegende und vor allem heißere Spur, allerdings wollte ich meine Begutachtung noch nicht abbrechen, auch wenn ich spürte, dass Lestrade bereits gerne Einblicke erhalten würde. Stattdessen war es die Kopfregion des Mannes, die ich mir nun genauer ansah, ebenso den Hals. Keine Würgemale, kein zertrümmerter Schädel, ebenso wenig waren Stichverletzungen festzustellen, auch war er an Händen und Füßen niergendwo gefesselt. Das einzige, was zu sehen war, war die etwas größere Narbe auf seiner Stirn, die jedoch unmöglich zum Tod geführt haben kann. Aber halt! Ziemlich genau an der Schulter des Mannes fiel mir ein kleiner schwarzer Punkt auf, um den sich die Haut leicht bläulich verfärbt hatte. Unmöglich ein Insektenstich. Die kleine Wunde passte eher zu einer Kanüle, die ihm mit viel Wucht in den Arm gerammt worden sein musste. Ein leichter Schauer durchfuhr mich, als sich die einzelnen Szenarien dieses Verbrechens zu einem kleinen Film zusammensetzten und dieser dann automatisch abspielte. Als würde ich es mit meinen eigenen Augen sehen! Das Mordopfer, klar vor mir, wie es vermutlich an irgendeinen Ort mit Kiesbelag auf dem Boden von einer Gestalt überrascht wurde, die ihm von hinten eine Spritze mit Betäubungsmittel in die Schulter injizierte und den Mann solange festhielt, bis er das Bewusstsein verliert und mit dem Gesicht nach vorne zu Boden ging. Die Stirnnarbe ist ein Indiz dafür, dass er dabei auf einen größeren Stein gefallen sein muss, wobei er sich die Wunde zugezogen hatte. Dann wurde er an den Füßen gepackt und über den Boden gezogen, wobei er sich die anderen kleinen Närbchen zugezogen hatte. Danach hatte man ihn in ein Auto verfrachtet. Zweifelsohne! Wenn man schon plante, jemanden mit einer Betäubungsspritze auszuknocken, würde der Täter ihn bestimmt so weit wie möglich vom Ort des Geschehens wegbringen wollen, um Spuren zu beseitigen. Jedoch konnte er ihn nicht so weit weggebracht haben. Erstens schonmal, weil der Mann nach einiger Zeit bestimmt wieder aufgewacht wäre, zweitens, weil die Kratzer sonst wesentlich schlimmer ausgesehen hätten, wäre er länger über den Boden geschleppt worden. "Miss Dawson?", hörte ich Lestrades Stimme wie ein leises Flüstern zu mir durchdringen, während ich wie in Trance auf den heranfließenden Strom der Themse sah, mit dem der Tote erst hier her gelang war. Erst als Lestrade mir leicht auf die Schultern tippte, zuckte ich zusammen und nahm mein Umfeld nun wieder erst so richtig wahr. "Nun, haben sie irgendetwas entdeckt?", wollte er wissen und sah mich prüfend an, während ich mich langsam wieder erhob. Als Antwort hielt ich ihm die Hotelkarte entgegen. "The Chequers Inn. Ein Hotel, dessen Lage weiter draußen, jedoch in unmittelbarer Nähe zur Themse liegt. Hier hat der Tote gewohnt und irgendwo dort in der Nähe ist er auch entführt worden." Der Inspector hatte mir die Karte aus der Hand genommen und begutachtet, während ich sprach, blickte dann jedoch auf. "Entführt?"
"Betäubt trifft es eher!", erwiderte ich mit einem Schulterzucken und bückte mich, um auf die kleine Stichwunde an seiner Schulter aufmerksam zu machen. "Sehen Sie? Zweifelsohne von der Nadel einer Spritze verursacht. Damit wurde er von hinten überrascht..." Symbolisch richtete ich mich abrupt auf und stach mit einer imaginären Kanüle zu. "... anschließend festgehalten, bis die Substanz ihr Opfer betäubt hatte und dann ließ er es auf den Boden fallen." Mit dem behandschuhten Finger fuhr ich die Narbe auf der Stirn des Mannes nach. "Dann... wurde er umgedreht und an den Füßen über unebenen Untergrund mit spitzen Steinstückchen, besser gesagt Kies, gezogen. Diese Kratzer sind nur an den Armen und auf der Unterseite vom Oberkörper zu sehen, hätte der Täter ihn an den Armen oder am Oberkörper gezogen, wäre sein Unterleib betroffen gewesen, beziehungsweise auch die Region an seinem Rücken, nicht aber auch noch seine Arme." Lestrade nickte leicht. "Und... was soll..." "Es war ein Einzeltäter", fiel ich ihm ins Wort. "Zumindest, als er ihn betäubt und weggeschafft hat. Er hatte nicht die Kraft, diesen kräftigen Mann so der so über längeren Weg durch den Schotter zu schleifen, aber er war stark genug, ihn an den Beinen zu seinem Fahrzeug zu ziehen und dort zu verfrachten. Wären sie zu zweit oder mehr gewesen, hätten sie ihn auch an der Vorderseite aufheben und wegschaffen können." Ich begann, mir die sterilen Handschuhe von den Händen zu streifen, während Lestrade immer wieder zwischen mir und dem Toten hin und her sah. "Wie kommen sie darauf, dass es ein Fluchtfahrzeug gegeben hat... "Weil der Mord an dem Mann geplant war. Man hat ihm aufgelauert und mit der Kanüle betäubt. Diese Betäubung hätte aber nicht allzu lange angehalten, ebenso wenig weisen die Kratzer daraufhin, dass er über eine größere Strecke hinweg gezogen worden ist. Sie befanden sich so nah an der Themse, dass er sie mit dem Auto in kürzester Zeit hätte erreichen können, nicht aber zu Fuß. Er musste ihn so schnell wie möglich verschwinden lassen, dass Fahrzeug konnte also nicht weit entfernt vom Tatort gestanden haben. Wer an Betäubung denkt, denkt auch an einen fahrbaren Untersatz zum Transportieren. Die Karte in Ihren Händen gibt an, wo er in der Zeit kurz vor seinem Tod sesshaft war. Die gesamte Woche über war das Wetter wie heute: verregnet, feucht, windig und kühl. So wie der Mann jetzt angezogen ist, konnte er sich nicht allzu weit von seinem Domizil entfernt ohne Jacke aufgehalten haben. Kurzweilige Betäubung, kurzweiliges Wegschaffen zu Fuß, anschließend dann mit dem Auto, bis er dann in Flussnähe in einen Sack und anschließend ins Wasser geworfen worden ist. Er wurde nicht gefesselt, der Täter ging schnell vor, lagerte ihn nirgendwo zwischen, um ihn auf unauffälligere Art und Weise in diesen Sáck zu verfrachten oder... sonst wie verschwinden zu lassen. Dass der Tote maximal fünf Tage gebraucht hat, um hier her zu gelangen, lässt darauf schließen, dass dieses "The Chequers" nah genug an der Themse oder irgendeinem Gewässer, das mit ihr verbunden ist, liegt. Auf diesem Weg konnte er den betäubten Mann ohne Probleme mit dem Auto irgendwohin ans Ufer schaffen, ihn dort hineinstecken und dann einfach ins Wasser werfen, wo er seinem Schicksal überlassen wurde. Bis er schließlich Tage später von dem Ehepaar gefunden wurde." Das war zweifelsohne - oder zumindest zu 95 % - der genaue Tathergang. Es fehlte die Frage nach dem Warum und auch wusste ich nach wie vor nicht, wer dieser Mann war, jedoch war es alles, was ich in Erfahrung bringen konnte. Etwas unschlüssig blickte ich zwischen Mr. Holmes und Lestrade umher und wartete auf irgendein Urteil. Gregs Fragen schienen beantwortet, er sah mich lediglich mit einem Blick an, als könnte er gar nicht richtig glauben, was ich soeben alles von mir gegeben hatte. Zugegeben, vor Mr. Holmes´ Meinung fürchtete ich mich ein bisschen, da ich bisher der -wenn auch etwas unsicheren- Auffassung war, dass er tatsächlich in einer gewissen Weise Respekt vor mir und meinen Fähigkeiten als DI hat, mit denen ich ihm zwar nie dass Wasser reichen, aber mich auch nicht in die Tasche stecken lassen würde, da ich wusste, dass ich durch Ehrgeiz und Hartnäckigkeit das Zeug zu einer guten Kommissarin hatte.
Wow, was für ein Text! ^-^
Sherlock:
Ich konnte nichts gegen das leichte Lächeln tun, welches meine Lippen umspielte, während ich Miss Dawsons Ausführungen lauschte. Ihr Gedankengang war bei weitem nicht so geordnet und auf den Punkt gebracht wie meiner, doch ihre Schlussfolgerungen waren erstaunlich präzise und definitiv korrekt. Die von ihrer entdeckten Einstichstelle bestätigte unsere beiden Theorien, und die Hotelkarte gab uns den nächsten Anhaltspunkt.
Ich fischte mein Smartphone aus der Tasche und stellte ein paar Recherchen an, während Miss Dawson weitersprach und ich ihr mit einem Ohr zuhörte. Nach wenigen Sekunden hatte ich gefunden, wonach ich suchte. Der Mann war mir zwar nicht bekannt vorgekommen, aber sein Aussehen fiel mir dennoch auf. Obwohl er alltäglich gekleidet war, schien sein Outift auf dezente Weise hochwertig. Soweit man es noch erkennen konnte, waren seine Hände manikürt, sein Gesicht rasiert und die Haare frisch geschnitten. Er musste in einem Beruf arbeiten, in dem Aussehen zählte, und in dem man nicht schlecht verdiente.
Miss Dawson hatte ihren Monolog beendet, und Lestrade sah sie ungläubig an. Dann blickte er zu mir. "Ich stimme voll und ganz zu", meinte ich nur, doch Lestrade schien das nicht wirklich zu beruhigen. Ich hielt den beiden mein Handy entgegen, auf dem ein Bild des Toten (damals noch sehr lebendig) in maßgeschneidertem Anzug zu sehen war. "Bei dem Mann handelt es sich um Ernest Blackburn, einer von Englands Top-Anwälten mit Spezialisierung auf Gewaltverbrechen. In der letzten Woche fand bei Oxford eine internationale Anwalts-Konferenz statt, zu der nur wahre Koryphäen geladen waren, und bei der Blackburn mehrere Vorträge hielt. Sie endete vor genau fünf Tagen und die Gäste waren", ich deutete auf die durchnässte Karte in Miss Dawsons Hand, "im 'Chequers Inn' untergebracht."
Es entstand eine kurze Pause. Lestrade betrachtete das Foto und wirkte überfordert. "Aber... aber wenn er ein so bekannter Anwalt ist, wäre sein Verschwinden nicht umgehend aufgefallen?"
"Laut Zeitungsartikeln der letzten Jahre galt Blackburn als überaus exzentrisch. Er gab nie Interviews, hatte nach Wissen der Journalisten keine Familie und war öfters mal eine Zeit lang nicht zu sehen, bevor er zu seinem nächsten Verfahren erschien. Man war froh, dass er überhaupt bei der Konferenz anwesend war. Sein Verhalten tat Blackburns Erfolg aufgrund seiner außerordentlichen Fähigkeiten vor Gericht jedoch keinen Abbruch. Er hat anscheinend unglaubliche Strafminderungen in einigen Fällen ausgehandelt, es gibt einige Artikel über die Verzweiflung der Familien der Opfer, deren Mörder er verteidigt hat."
Die Frage nach Tathergang und Opfer war somit fast geklärt. Ein Motiv lag ebenfalls auf der Hand, Rache an einem Anwalt, der dem Opfer eines Straftäters nicht die nötige Gerechtigkeit hat zukommen lassen. Dennoch sollten hier keine voreiligen Schlüsse gezogen werden, ein Manns von Blackburn Position machte sich im Laufe der Jahre viele Feinde.
Trotz der Klärung der Identität musste die Spur zum "Chequers Inn" weiterverfolgt werden. Ich steckte mein Smartphone wieder ein und blickte Miss Dawson an. "Zum Hotel", sagte ich knapp und drehte mich abrupt um, um schnellen Schrittes durch den Matsch zurückzustapfen. Die junge Kommissarin folge mir schnell, Lestrade war weniger flink. "Sie beide zusammen sind ja grauenhaft!", rief er von hinten, und ich lächelte wieder vor mich hin.
(Ich hoffe, du hattest dir noch nichts anderes für die Identität des Mannes überlegt!)
Nein, um ehrlich zu sein wäre mir sowas nicht mal im Traum eingefallen xD ich sehe zu, dass ich bald demnächst schreiben kann^^
Evelyn
Und genau jetzt war einer dieser Augenblicke eingetroffen, den John schon so oft in seinem Blog beschrieben hatte. Noch vor wenigen Minuten war Mr. Holmes - salopp ausgedrückt – ein Begleiter. Zwar mit weitaus höherer Kompetenz, aber nichts desto trotz sollte er eigentlich keine besonders tragende Rolle spielen. Zumindest nach Lestrades Ansicht. Er hatte gerade nochmal so akzeptiert, dass ich ihn an einen Tatort mitanschleppte, an welchem er überhaupt nichts zu suchen hatte, wohingegen ich mir ein Bild von seinen Fähigkeiten machen wollte. Mein weiteres, zweites Bild von dem Detektiv, der für sowas wie das hier praktisch lebte, der einen Sinn darin sieht, seinen brillanten Verstand zur Aufklärung von Verbrechen einzusetzen. Der Detective Inspector schien von seiner Zielstrebigkeit, die er jetzt an den Tag legte, nicht begeistert zu sein. Ich hingegen war... überrascht, aber gleichzeitig auch fasziniert. Fasziniert darüber, dass er jetzt binnen Sekunden die Führùng übernahm, ohne dass jemand dagegenhielt, sich ihm in den Weg stellte oder es auch nur in Gedanken anzweifelte. So als wäre es okay. Eine Selbstverständlichkeit. Vorher hatte ich mich immer gefragt, warum der eigenständige, selbstsichere Watson, den ich immer gekannt hatte, es in seinen Bloggeschichten immer oder teilweise so aussehen ließ, als würde er Sherlock Holmes wie ein Schatten an den Füßen kleben. Nun war ich diejenige, die ihm ohne Protest folgte. Meine Füße reagierten da ganz von selbst, wohl auch aus dem Grund, weil ich sie vor Kälte nach und nach nicht mehr spüren konnte. So war es mir nur recht, mich aus dem feuchten Ufergebiet zurück zu ziehen.
Ich drehte, stapfte auf Lestrade zu und nahm ihm meine Schuhe aus der Hand. ,,Ich melde mich.", verabschiedete ich mich und stakste dann wieder vorwärts. Seine Bemerkung zu Sherlock und mir war gewiss nicht als Kompliment gemeint, dennoch sah ich es auch nicht direkt als Kritik an, weswegen ich mir im Nachhinein dann doch ein erheitertes Grinsen nicht verkneifen konnte.
Mr. Holmes ging flotten Schrittes voran und machte sich zunächst nicht die Mühe sie zu verlangsamen um auf mich zu warten (für einen Moment hatte ich wirklich eine Art Déjà-vùé, wie John sich in 'Eine Studie in Pink' gefühlt haben musste als er von Sherlock zurückgelassen wurde). Am Taxi angekommen öffnete er bereits die hintere Beifahrertür und kurz dachte ich tatsächlich, er würde mich nun auch einfach stehen lassen. Doch er war es, der zum Stillstand kam und wandte sich in meine Richtung. Seine Mine ausdruckslos wie eh und je, sein Blick hingegen schien aber zu sagen: ,,Wo bleiben Sie denn?"
Ich beeilte mich, die letzten Meter sprintete ich ein wenig, was mir meine rot angelaufenen Füße sehr Übel nahmen. Schnell schrubberte ich mit den Fußsohlen noch durch einen Streifen nasses Gras, um mir die letzten Reste vom Fußschotter abzuwaschen und zog mir Füßlinge und Stiefletten wieder über. Dankbar, dass er gewartet hatte, stieg ich an ihm vorbei auf die Rücksitzbank und wir konnten abfahren. Die überwiegend stumm ausfallende Fahrt zog sich eine Weile dahin, dann endlich kam das Lokal 'Chequers Inn' in Sichtweite.


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