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Miau-Wau

94, Weiblich

  It-Girl

BeitrÀge: 181

Mamiko

von Miau-Wau am 03.09.2023 22:42

Das Lachen tut uns beiden gut. Nach allem, was heute passiert ist, wollen sich alle vermutlich nur noch ausruhen. Aber das können wir natĂŒrlich nicht. Nicht, solange wir nicht wissen, wer uns auflauert. Mein Lachen verstummt und ich lehne mich wieder an Tibi. Neben mir beginne ich, einen Turm aus Kieselsteinen zu bauen, der immer wieder zusammenfĂ€llt und dabei die Stille der Nacht ausfĂŒllt.
 
In meinem Kopf lasse ich den Tag revue passieren.
 
Das Auftauchen von Nosic. Selo, die zufÀllig ein passendes Gegenmittel hatte.
Das Verschwinden der Menschen.
Eno, wie er uns alle aufgeteilt und losgeschickt hat.
Der Supermarkt und das komische Buch.
Das komische MĂ€dchen, das aus dem Nichts auftaucht und einfach wieder verschwindet.
„Du hast etwas, das mir gehört."
Der Angriff.
Eno.
 
„Sag mal...", starte ich einen Satz.
„Hm?" Tibi dreht sich ein StĂŒck zu mir.
„... Ach nichts."
Dann sitzen wir wieder eine ganze Weile lang schweigend da. Ich kann nicht glauben, dass Randomy immer noch bewusstlos ist. FĂŒr einen Menschen wĂ€re das sicherlich nicht normal. Aber da wir es hier nicht mit einem Menschen zu tun haben, bin ich nicht sicher, ob wir ĂŒberhaupt etwas tun sollten oder ob wir nicht schon zu viel angerichtet haben. Deshalb warten wir einfach ab.
Und obwohl alles um uns herum so still ist gibt mein Kopf mir keine Ruhe. Ich frage mich, wie das Leben fĂŒr Jemanden sein muss, der nicht dauerhaft KlĂ€nge hört. Wenn man einfach mal den Frieden genießen kann. Ob Tibi das kann? Ich drehe meinen Kopf ein StĂŒck weit nach rechts, um sie aus dem Augenwinkel sehen zu können. Alles, was ich dabei sehen kann, ist ihr RĂŒcken und ihr braunes Haar. Ich sehe wieder auf meinen zusammengefallenen Steinturm und baue.
 
„Wir haben doch vorhin ĂŒber Hobbys gesprochen." Eine Glöckchenstimme ertönt. Danach ein paar fallende Kieselsteine. Ich hatte nicht erwartet, dass sie plötzlich ein GesprĂ€ch anfĂ€ngt.
„Oh entschuldige. Hab ich dich erschreckt?"
„Nein, nein. Alles in Ordnung."
„Ok, gut", sagt Tibi erleichtert, „Also. Schreibst du gerne, so wie Randomy gesagt hat?"
„Nicht Schreiben. Malen."
 
Ich spĂŒre, wie Tibis RĂŒcken sich von meinem löst und sie sich ganz zu mir dreht. Ich hingegen erwidere die Geste eher halbherzig.
„Wow, das ist toll! Ich konnte nie so richtig malen, deshalb bewundere ich Leute, die Talent fĂŒr sowas haben", lĂ€chelt sie.
„Das hat doch nichts mit Talent zu tun..." Ich sehe auf den Boden. Sie denkt also auch, dass es Talent ist. Sie sieht mich verwundert an. „Was meinst du?"
„Na... das... kann man doch alles lernen. Es ist nichts Besonderes." Jeder kann das schaffen, mit nur ein bisschen Willenskraft. Niemand ist doch von irgendeiner FĂ€higkeit ausgeschlossen, nur weil er kein Talent hat. So etwas wie Talent kann es doch gar nicht geben. Warum versteht sie das nicht?
 
„Was meinst du? Ich raff's einfach nicht. Sprich mal Klartext!"
„Mach ich doch!"
 
Tibi lÀchelt.
„Du meinst also, dass es jeder schaffen kann, wenn er nur hart genug dafĂŒr arbeitet?" Ich sehe sie an.
 
„Mach dir keine Sorgen. Ich hab dich verstanden. Und ich bin sicher nicht die Einzige. In deinem Leben wird es bestimmt noch mehr Menschen geben, die dich verstehen. Auch wenn du dich manchmal echt sehr dĂ€mlich ausdrĂŒckst."
„Was gibt's da zu lachen..."
 
„Du..", hauche ich hervor.
„Hm?" Tibi legt den Kopf schief.
„Gar nichts. Das war genau das, was ich sagen wollte." Ich sehe wieder auf den Boden.
Tibi lacht kurz auf. „Ich find's toll, dass wir uns so gut verstehen. Aber sag mal, wĂ€hrend wir hier so auf Dornröschen warten... wie wĂ€r's, wenn du mir mal deine... hart erarbeiteten FĂ€higkeiten demonstrierst?" WĂ€hrend sie das sagt, macht sie eine Bewegung, die so aussieht, als wollte sie mit ihren Muskeln angeben. Schon irgendwie lustig. Ich ĂŒberlege. Was spricht schon dagegen. Solange ich nicht zu viel Tinte verbrauche, sollte es schon gehen.
 
Ich greife meinen Rucksack und öffne ihn. Ein unappetitlicher Anblick streckt sich mir entgegen. „Urgh..."
Auch Tibi linst neugierig hinein. „Oh nein..."
Die Tintenpatronen, die ich vor zwei Stunden hastig eingepackt hatte, sind allesamt ausgelaufen. Auf meinem Papier – nicht ganz mein Papier, aber wen kĂŒmmern die Einzelheiten – breiten sich schwarze Flecken aus, von meinem Rucksack ganz zu schweigen. Ich bin nur froh, dass man außen nichts sieht. Eilig packe ich alles aus. Meine Finger sind jetzt auch ganz schwarz. „Bleib lieber weg davon", rate ich Tibi. „Okay." Ich werde definitiv neues Papier und neue Schreibutensilien brauchen. Nicht nur, um Tibi ihren Wunsch zu erfĂŒllen, sondern auch, um kĂ€mpfen zu können. Ich muss nochmal los. Am besten sofort. Wer weiß, wann wir angegriffen werden. Randomy ist außer Gefecht gesetzt, immer noch. Tibi kann kĂ€mpfen. Glaube ich. Hoffe ich. Bis zum Supermarkt ist es nicht weit. Mit Randomy im Schlepptau haben Tibi und ich kaum Strecke ĂŒberwunden und uns den nĂ€chstbesten Rastplatz gesucht. Ich kann schnell zurĂŒck sein.
 
Allerdings wartet Eno im Supermarkt. Allein der Gedanke macht mich rasend. Um unser beider Willen sollte ich ihn vorerst meiden. Wie gut, dass wir Drei alles gut durchgegangen sind. Ich kenne ein paar Ecken und Umwege, damit ich Eno nicht begegnen muss. Selo wird wohl auch noch bei ihm sein. Wenn ich so drĂŒber nachdenke möchte ich mir vor ihm sowieso nicht die BlĂ¶ĂŸe geben. So ein Fauxpas wĂŒrde seinem Ego zu sehr schmeicheln. „Das hier bleibt unter uns, okay?", bitte ich Tibi. „NatĂŒrlich!" Übermotiviert und gespielt ernst salutiert sie. Ich seufze. Dann sehe ich sie an.
„Hör mal, ich werde mir neues Papier besorgen gehen. Ich bin bald wieder da. Kannst du kĂ€mpfen?" Tibi ĂŒberlegt, dann nickt sie zögerlich. „Sollte ich schaffen, ja." Ich bin besorgt. „Bist du sicher?" Sie muss sich und Randomy verteidigen können, wĂ€hrend ich weg bin. Andernfalls bleibt mir keine andere Wahl, als zu warten.
„Ja, ja ich bin sicher. Was ist mit dir?"
„Ich schaff' das schon. Es ist ja nicht weit. Hier hab ich noch ein brauchbares Papier. Und mit der Menge an Tinte an meinen HĂ€nden wird ein Pinsel oder sonstiges nicht nötig sein. Außerdem bin ich auf dem RĂŒckweg ja wieder vollends gewappnet." Ich bin bereit, zu gehen.
„Du scheinst dir das schon gut ĂŒberlegt zu haben." Tibi steht auf. „Weißt du was? Ich vertraue dir. Also vertrau du mir auch. Ich krieg' das hier schon hin. Und du beeilst dich und kommst heile wieder an."
Ich stehe auch auf. „Verstanden." Sie lĂ€chelt mich an. Ich lĂ€chele zurĂŒck.
„Bis gleich."
„Bis gleich!"
 
 
Damit mache ich mich auf den Weg zurĂŒck zum Supermarkt. Es dauert wirklich keine drei Minuten, bis ich ankomme. Vor wenigen Momenten noch, als Tibi und ich gemeinsam Randomy getragen haben, hat der Marsch doppelt so lange gedauert. Wir mĂŒssen uns wohl einfach noch ein besseres Teamwork zulegen. Aus dem Inneren höre ich dumpfe Stimmen. Das mĂŒssen Selo und Eno sein. Sie haben sich wohl nicht großartig fortbewegt. Mein GlĂŒck.
Vorsichtig trete ich durch das zerbrochene Glasfenster und sehe zu, innen auf keine Scherben zu treten. Meine Schuhe sind zwar dick genug, aber ich habe nicht vor, auch nur ein einziges GerÀusch von mir zu geben. Eno und Selo sind zu nah.
Ich halte mich nah an der Wand und sehe abwechselnd zu Boden und den anderen Beiden. AnfĂŒhrer samt SchoßhĂŒndchen zeigen mir ihre RĂŒcken. Nicht wagend zu atmen hangele ich mich weiter. Ein Blick zur Wand verrĂ€t mir allerdings, dass meine HĂ€nde tintige AbdrĂŒcke hinterlassen haben. Verdammt. Aber die machen immerhin keine GerĂ€usche. Also kann mir das erst einmal egal sein. Ich beobachte Eno wieder. Es scheint ihm wirklich nicht gut zu gehen. Ein Blick zurĂŒck zum Boden. Dose! Augenblicklich friere ich ein und halte den Atem an. Fast draufgetreten.
 
Endlich erreiche ich den Schreibwarenladen. Bevor ich jedoch neues Papier mitnehmen kann, muss ich diese schreckliche Tinte loswerden. Normalerweise ist eine Kasse gut ausgestattet. Ich sehe mich um und entdecke eine ganz in der NĂ€he des Eingangs. Behutsam schleiche ich dorthin. Ein Schrank. Nicht abgeschlossen. Hier scheinen alle vor Feierabend verschwunden zu sein. Mit zitternden HĂ€nden öffne ich die TĂŒren. Ein Knarzen erfĂŒllt den Raum und ich beiße mir auf die ZĂ€hne. Seid doch still! Sofort stoppe ich die Bewegung und horche auf. Nichts. Keine Schritte. Keine lauter werdenden Stimmen. Meine HĂ€nde bewegen sich wieder und ich find tatsĂ€chlich so etwas wie eine KĂŒchenpapierrolle im Inneren.
 
Mit endlich mehr oder weniger sauberen HĂ€nden stehe ich um ein weiteres Mal vorm Papierregal. Immerhin fĂ€rben sie nicht mehr ab. Einen vollgestopften Rucksack spĂ€ter mache ich mich auf die Suche nach Bleistiften. Nie wieder Tinte. Ich muss nicht lange suchen und schon eröffnet sich mir eine bunte Auswahl aller möglicher Sorten. An einem normalen Tag wĂŒrde eine normale Person mit einem normalen Interesse am Zeichnen vermutlich einige Stifte austesten und sich seinen Liebling aussuchen. Danach wĂŒrde sie vermutlich freudestrahlend nach Hause spazieren und sie voller Elan praktisch einsetzen. Ein grober Griff in irgendeines der mir tausend erscheinenden Ablagen erledigt die Arbeit fĂŒr mich auch. Jetzt habe ich, was, sechs, sieben Bleistifte mitgenommen? Das sollte reichen. Ich stelle meinen Rucksack wieder auf dem Boden ab und verstaue die Utensilien. Technisch gesehen stehle ich gerade. Aber wer soll mich schon dran kriegen. Mein Geld habe ich sowieso zu Hause gelassen. Das zahl ich spĂ€ter.
 
Ich richte mich auf. Plötzlich höre ich ein lautes GerĂ€usch, das durch den gesamten Markt hallt. Ich zucke zusammen und bewege mich keinen Zentimeter. Die Stimmen haben aufgehört. Ich sehe auf den Boden neben mir. Ein Kieselstein. Es sieht aus wie der, den ich vor einiger Zeit auf dem Weg zum Supermarkt eingesteckt habe. Verdammter Mist. Ich höre, wie Schritte auf mich zukommen. Ein dumpfes „Warte genau da" verrĂ€t mir, dass es Selo ist, die da im Begriff ist, mich zu entdecken. Immerhin sie. Aber... sollte sie mich finden, wird das sicherlich auch Enos Aufmerksamkeit auf uns ziehen. Und das ist ja genau das, was ich vermeiden will. Was soll ich jetzt tun? Die Schritte werden immer lauter und klarer. Ich seufze. Weg hier.
 
Ich ducke mich und schwebe förmlich durch den Laden. Immer in entgegengesetzter Richtung zu der, in der ich Selo vermute. „Halloooo ist da jemand?" Bitte verschwinde doch einfach! Mein Herz ist so viel Aufregung nicht gewohnt.
Wir spielen unser Spiel, bis Selo schließlich aufgibt und sich zum Ladenausgang begibt. Was ein GlĂŒck. Ich befinde mich in irgendeiner Ecke des Ladens, umgeben von Bilderrahmen und LeinwĂ€nden. Durch eine kleine Spalte kann ich Selo sehen. Komplett angespannt, meine Schultern angezogen und immer noch geduckt. Als sie fast den Ausgang erreicht hat, löst sich meine gesamte Anspannung mit einem Mal in Luft auf.
"Seid ihr fertig mit spielen?"
"Ah!" Vor mir steht wieder das blasse MĂ€dchen mit dem viel zu aufwĂ€ndig dekoriertem Kleid. Allerdings hat mich ihr plötzliches Auftauchen so sehr erschreckt, dass ich nicht anders konnte, als kurz aufzuschreien. NatĂŒrlich ganz entgegen meines Plans, nicht entdeckt zu werden. Was tut sie hier?
 
Selo bleibt stehen. Sie dreht sich um. Sie sieht in meine Richtung. Mein Atem und Herzschlag verschnellern sich. „Ist da wer?" Mit schnellen Schritten lĂ€uft sie zielstrebig dort hin, wo ich mich befinde. "Oh nein, entschuldige, hab' ich dich auffliegen lassen?", flĂŒstert das MĂ€dchen und duckt sich auch. So, als könnte sie nicht einfach jederzeit verschwinden. Ich sollte meinem Schicksal einfach ins Auge sehen und meine Niederlage akzeptieren. Eine Niederlage. Das gab es in meinem Leben ja schon lange nicht mehr. Ich setze mich auf den Boden, bereit, entdeckt zu werden und schließe die Augen. Das MĂ€dchen ist tatsĂ€chlich schon wieder weg. „Hal-"
 
...
 
Selos Satz wird abgeschnitten. Ihre Stimme verstummt. Was ist passiert? Hat sie es sich doch anders ĂŒberlegt? Ich öffne die Augen. Und halte den Atem an. Von einer Sekunde auf die nĂ€chste bin ich hellwach und stehe. Und ich bin bereit, mich zu verteidigen.
 
„~ Wer hĂ€tte bloß gedacht, dass wir uns so schnell wieder sehen... ~" Ein bittersĂŒĂŸes LĂ€cheln blitzt mir entgegen. Es ist das MĂ€dchen, das Tibi, Randomy und mich hinterhĂ€ltig angegriffen hat.
„Du...", sage ich mit gedĂ€mpfter Stimme, „wo sind wir?"
 
Die Bilderrahmen und LeinwĂ€nde sind verschwunden. Die restlichen Regale, gefĂŒllt mit Zeichenutensilien, haben sich ebenfalls in Luft aufgelöst. Selo ist nicht mehr da. Der Schreibwarenladen existiert nicht mehr.
Stattdessen befinden wir uns in einem kleinen, dunklen Zimmer, erhellt von einer einsamen Deckenlampe ohne Schirm. Darunter ein niedriger, einfacher Holztisch. Das MĂ€dchen sitzt geradeaus von mir auf einem weinroten Sessel, der nach vintage aussieht. Sie hat die Beine verschrĂ€nkt und stĂŒtzt ihren Kopf auf ihrem linken Arm, den sie auf einem der Sessellehnen abstĂŒtzt. Sie kichert.
 
„~ Wie kommst du nur darauf, dass ich das wĂŒsste? ~"
„Spiel keine Spielchen!", rufe ich, „Du hast bestimmt etwas damit zu tun."
 
Sie ĂŒberlegt. Dann kichert sie wieder.
 
„~ Heute will ich mal großzĂŒgig sein. Ja, ich bin dafĂŒr verantwortlich. ~" Ihr hinterlistiges LĂ€cheln verschwindet nicht aus ihrem Gesicht. Plötzlich steht sie auf. Unsicher trete ich einen Schritt zurĂŒck. Sie steuert genau auf mich zu, macht vor dem Tischchen Halt und beugt sich vor, damit sie besser aus der NĂ€he betrachten kann.
„~ Den Rest findest du aber selbst heraus ~", wispert sie und knallt dann etwas auf das Tischchen. Ich sehe hin. Es sieht aus wie ein Buch. Nein, ein Fotoalbum. Ich blicke zurĂŒck zum MĂ€dchen. Besser gesagt ist das mein Plan. Sie ist verschwunden. Nur noch ich und das Fotoalbum. Mein Herz schlĂ€gt unfassbar schnell. All die Zeit ĂŒber habe ich es nicht gewagt, zu atmen. Meine Nerven zerreißen. Was geht hier bloß vor sich? Skeptisch sehe ich mich im Raum um. Es ist niemand mehr hier. Dann öffne ich das Fotoalbum.
Und verstehe alles. Nosics Angriff, das Verschwinden der Menschen, das Auftauchen des MĂ€dchens. Alles ergibt auf einmal Sinn. Wenn das, was ich hier sehe, stimmt, dann sind Nosic und sie-
 
Plötzlich durchfÀhrt mich ein stechender Schmerz. Alles wird schwarz vor Augen. Warum? Ich höre eine Stimme, die klingt, als wÀre sie unendlich weit weg und genau an meinem Ohr zugleich.
„~ Ich hab' keine Lust mehr auf GroßzĂŒgigkeit. ~" Diese... ich versuche, meine Augen zu öffnen. Es fĂ€llt mir unglaublich schwer. Das Tischchen ist plötzlich an der Wand festgenagelt. Nein, ich liege selbst auf dem Boden. Dann tauchen plötzlich Schuhe vor mir auf, eine Hand greift sich das Fotoalbum.
„~ Das nehm' ich mir wieder. ~"
„W-warum..." ...hast du mir das ĂŒberhaupt gezeigt, will ich fragen. Aber ich bin zu schwach zum Sprechen. Ich kann ja kaum Atmen. Alles tut weh. Mein Kopf. Mein Brustkorb. Meine Arme. Meine Beine.
„~ Warum du das sehen durftest? ~" Sie kichert schon wieder. „~ Ich dachte nur, du willst vielleicht die Wahrheit erfahren, bevor du stirbst. Weißt du...~", sie kniet sich zu mir herunter und ich strenge mich an, meinen Blick zu heben, „~ so gemein bin ich auch wieder nicht. ~"
 
Bevor ich...
 
Meine Augen brennen. Mein Blick fÀllt wieder und wird verschwommen. Weine ich? Verzweifelt gebe ich meinem Körper das Kommando, sich aufzurichten. Aber nichts passiert. Komm schon. Komm schon! Komm schon, mach schon, beweg dich! Beweg dich! Beweg dich... Bitte.
 
Weder mein Körper noch meine Gedanken funktionieren. Das MÀdchen erhebt sich wieder.
„~ Oh Mann, du bist erbĂ€rmlicher, als ich dachte ~", seufzt sie, „~ dabei hatte ich dich fĂŒr eine der Schlaueren aus deiner komischen Truppe gehalten. Ihr habt mir ja ganz schön eine reingehauen. Hm, lag wohl daneben. Was soll's, dann muss ich es eben beim NĂ€chsten versuchen. Bye bye~"
Beim NĂ€chsten? Will sie die anderen etwa wieder angreifen? Das kann ich nicht zulassen. Ich muss hier irgendwie rauskommen. Ich muss Selo warnen. Ich muss Tibi warnen. Sogar Enos Gesicht wĂ€re mir jetzt ein beruhigender Anblick. Aber statt, dass mein Körper meinen Befehlen gehorcht, wird er immer schwĂ€cher und meine Augen schwerer. Es fĂŒhlt sich an, als wĂ€re ich im Begriff, einzuschlafen. Ein warmes Bett wĂ€re jetzt schön. Eine Glöckchenstimme. Miller-Milch.
 
„Aaaah, irgendwie schaff' ich dieses Spiel einfach nicht!"
„Wo ist das Problem?"
„Ich sterbe immer direkt am ersten Tag! Ich brauch' deine Hilfe Miko..."
„Na dann gib' mal her. Wie kann man nur so schlecht darin sein? Gleich am ersten Tag zu sterben... Typisch."
„He, was meinst du damit? Willst du wieder 'ne Kitzelstrafe? Hahaha, komm heeeer!"
 
Gleich am ersten Tag zu sterben. Wie erbÀrmlich.
 
„Hör mal... mach dir nichts aus dem, was die anderen sagen. Auch, wenn ich nicht mehr an deiner Seite sein kann, heißt das nicht, dass du nicht noch bessere Freunde als mich finden kannst."
„Das ist unmöglich! Ich werd' niemals jemanden so lieben finden wie dich."
„Haha, nein, tatsĂ€chlich nicht. Du wirst noch viel tolleren Menschen ĂŒber den Weg laufen und sie werden auch sehen, wie großartig du eigentlich bist."
 
Meine Augen fallen endgĂŒltig zu. All das dagegen AnkĂ€mpfen hat schlussendlich nichts bewirkt. Mein Atem wird trotz des Schmerzes komisch ruhig.
 
„Dann werd' ich nicht aufgeben. Du musst dir keine Sorgen um mich machen."
 
Was Tibi wohl gerade macht? Ob Randomy schon wach geworden ist? Unterhalten sich die beiden? Warten sie auf mich? All das, wo ich gerade auf dem Weg war, Kameraden zu finden.
 
„Bis gleich!"
 
Ob Selo die Suche aufgegeben und zu Eno zurĂŒckgekehrt ist? Haben ihn meine Worte sehr verletzt? Werden sie mit den HĂ€nden voller Dosen zu den Anderen stoßen? Werden sie es schaffen? Können sie das alles wieder gut machen?

Der Schmerz verschwindet. Ich spĂŒre ein leichtes Kribbeln im Herzen. Alles, was ich jetzt noch tun kann, ist, meine Freunde anzufeuern. Viel GlĂŒck.

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Miau-Wau

94, Weiblich

  It-Girl

BeitrÀge: 181

Mamiko

von Miau-Wau am 03.01.2023 07:42

Die kalte Nachtluft schmerzt ein wenig beim Einatmen. Das Schleifen der Steine unter unseren FĂŒĂŸen erfĂŒllt die gruselige Stille der wie ausgestorben wirkenden Stadt mit ein wenig Leben. Schritt fĂŒr Schritt bewegen wir uns Richtung der grĂŒnen Bank, die Tibia im Schein einer einsamen Straßenlaterne entdeckt hat. Selo hat uns wieder verlassen. Vorsichtig legen wir Randomys schwer gewordenen Körper ab und atmen tief durch. Tibia lehnt sich an die Wand, ich setzte mich auf den Boden vor der Bank. Die Kieselsteine sind von der Mittagssonne noch ein wenig warm. Ich nehme einen davon in die Hand und werfe ihn immer wieder ein wenig in die Luft.

Wie sind wir eigentlich hier hinein geraten? Wer sind all diese Menschen und warum sind nur sie ĂŒbrig geblieben? Was haben wir gemeinsam? Haben wir ĂŒberhaupt etwas gemeinsam? Wie sollen wir ĂŒberhaupt eine Lösung finden? Können wir ĂŒberhaupt eine finden? Selbst wenn jemand von uns eine Lösung findet- es wĂŒrde auf die Person ankommen, sie auch den anderen mitzuteilen. WĂŒrde ich das denn tun? Was sprĂ€che eigentlich dagegen? Wer war dieses Monster von heute Morgen? Wo kam es her? Warum hat es die Stadt angegriffen? Wo ist es je-

,,Ich bin mir ziemlich sicher, Selo hat nichts in der Mall verloren. Meinst du sie holt Eno zurĂŒck?'' Tibia holt mich aus meinem Gedankenstrudel heraus. Ich fange den Kieselstein ein letztes Mal auf und er ruht in meiner Hand. „Vermutlich." Soll er sich doch mit dummen Dosen vollscheffeln. Wir verfallen wieder in Stille. Jede ist mit ihren eigenen Gedanken beschĂ€ftigt. Randomy schlĂ€ft. Was die anderen wohl gerade treiben? Ich lasse den Kieselstein wieder auf den Boden fallen, stĂŒtze meine Arme auf meinen angewinkelten Beinen ab und lege den Kopf darauf. Alles was ich höre, ist der rauschende Wind und leises Atmen. Ich genieße die Stille. Niemand ist da. Niemand, dessen Anwesenheit mich stören wĂŒrde.

Erst jetzt fÀllt mir auf, wie wenig ich eigentlich gegen Tibias Gesellschaft habe. Wann war das das letzte Mal bei einer Person so?

Heeeey, hallo Miko! Miko! Jetzt bleib doch mal stehen! - Du sollst mich doch nicht so nennen...
Sieh mal, was ich gefunden habe, das wird dir bestimmt gefallen!
Ist alles in Ordnung? Du siehst traurig aus... Komm her, Kitzelstrafe! Hahahaha


Ja. Tibia erinnert mich an sie.

„Sag mal", ich sehe Tibia an, die mich ihrerseits anblickt, „du hattest doch bei deiner Vorstellung gesagt, dass dein Name Tibia sei, richtig?" Sie nickt.
„Du... wolltest aber anders genannt werden."
„Ja, Tibi, aber wenn das fĂŒr dich-"
„Nein nein, ist in Ordnung. Du hast diesen Wunsch geĂ€ußert, dann respektiere ich ihn auch."
„O-okay, danke dir."
Ich sehe wieder auf meine FĂŒĂŸe. Randomy schlĂ€ft immer noch.

Tibi erinnert mich an sie.

Mein Bauch fĂ€ngt an zu kribbeln. Aus irgendeinem Grund macht mich das wĂŒtend, dabei kann ich es nicht einmal Ă€ndern.
Dann spĂŒre ich, wie sich jemand an meinen RĂŒcken lehnt. Es ist Tibi, die sich zu mir gesetzt hat. Normalerweise wĂŒrde ich mich darĂŒber Ă€rgern, dass jemand mir, ohne zu fragen, so nahekommt. Aber unter diesen UmstĂ€nden und wohl auch weil ich zu mĂŒde und verwirrt bin, um mich aufzuregen, ist es in Ordnung.
Tibi atmet tief durch.

„Irgendwie ist diese ganze Situation doch doof!", bricht es aus ihr heraus.
„Mhm." Ich nicke ein wenig.
„Ich versteh' ĂŒberhaupt nicht, wie das alles passiert ist!"
„Und wieso nur wir ĂŒbrig sind..."
„GENAU!" Tibi dreht sich zu mir. „Das frag' ich mich auch schon die ganze Zeit! Oder wo dieser Nosic ĂŒberhaupt herkommt?"
„Wenn man mal drĂŒber nachdenkt, dann hĂ€tte es doch Anzeichen fĂŒr sein Auftauchen geben sollen..."
„Stiiiiimmt, jetzt wo du's sagst..."
Ich drehe mich auch zu Tibi. „Denkst du es gibt etwas, das wir alle gemeinsam haben?"
Tibi verstummt kurz. „Das kann ich mir bei so einer bunten Truppe zwar kaum vorstellen, aber man soll ja nie nach dem Äußeren urteilen. Könnte sein, aber was nur?"
„Ich weiß es auch nicht."

Dann wird es wieder still. Ich sehe auf den Boden. Ich will gerade wieder in Gedanken versinken, da rĂŒttelt mich jemand an der Schulter.

„Uhm, Mamiko... Ich glaube, wir haben Mist gebaut."
Sofort bin ich in Alarmbereitschaft. Ich blicke mich. Es ist schwer, in der Dunkelheit etwas zu erkennen, aber es scheint sich nichts verÀndert zu haben. Jetzt erst widme ich Tibi meine Aufmerksamkeit und mir fÀllt auf, was sie wirklich meint.
„Ich glaube, die war frisch gestrichen", flĂŒstert sie mit einem Deut auf die Bank, auf der wir Randomy abgelegt haben.
Wir sehen uns fĂŒr einige Momente besorgt an und brechen dann in Lachen aus.

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.01.2023 07:43.

Miau-Wau

94, Weiblich

  It-Girl

BeitrÀge: 181

Re: Haha RPG Besprechung für das TM RPG

von Miau-Wau am 23.09.2022 14:50

"Etwas random", aber es freut mich, dass du so viel darĂŒber nachdenkst irgendwie : D Das war voll interessant zu lesen. Denkt Eno von einer der RPG Personen, dass diese ein blindes Land ist?

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Miau-Wau

94, Weiblich

  It-Girl

BeitrÀge: 181

Re: Haha RPG Besprechung für das TM RPG

von Miau-Wau am 03.09.2022 19:51

WAIT HOLY W H A T  ICH WOLLTE ES NICHT SO HART ESKALIEREN LASSEN WHOOPSIE DAS TUT MIR JETZT IRGENDWIE LEID

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.09.2022 19:55.

Miau-Wau

94, Weiblich

  It-Girl

BeitrÀge: 181

Re: Haha RPG Besprechung für das TM RPG

von Miau-Wau am 03.09.2022 19:44

OH SHIT DU HAST GEANTWORTET DFKJVNIDFSBN ICH BIN SO GESPANNT

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Miau-Wau

94, Weiblich

  It-Girl

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Re: Give me six vocaloid songs to make fanart of

von Miau-Wau am 03.09.2022 18:03

Muss die Videos davon noch gucken aber ok

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Miau-Wau

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  It-Girl

BeitrÀge: 181

Re: Kennt ihr das

von Miau-Wau am 03.09.2022 18:01

Wenn du mal nach unten

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Miau-Wau

94, Weiblich

  It-Girl

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Give me six vocaloid songs to make fanart of

von Miau-Wau am 03.09.2022 13:03

Ich hatte das jemanden machen sehen und will es auch mal probieren

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Miau-Wau

94, Weiblich

  It-Girl

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Kennt ihr das

von Miau-Wau am 02.09.2022 20:39

Diese Lieder, die einfach niemals langweilig werden?

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Miau-Wau

94, Weiblich

  It-Girl

BeitrÀge: 181

Re: Haha RPG Besprechung für das TM RPG

von Miau-Wau am 01.09.2022 21:10

Irgendwann hoffe ich haha

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