Pinewood High || Scott & Ava

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Ava
Gelöschter Benutzer

_Ava

von Ava am 13.10.2019 11:04

Ich nicke leicht und bemühe mich das Zittern aus meiner Stimme herauszuhalten.
„Komm mit", erwidere ich und bedeute ihm mit einem Nicken mir zu folgen. Eilig laufe ich die Stufen hinauf in mein Zimmer um mich und ihn vor weiteren Peinlichkeiten meiner Familie zu schützen. Wieso genau mussten wir uns noch einmal bei mir treffen?
In meinem Zimmer angekommen schließe ich die Tür hinter uns und atme tief durch.
Erst jetzt fällt mir auf, dass er ein ordentliches Shirt angezogen hat und auch nicht mehr die zerfetzten Jeans trägt.
Um neugierigen Fragen oder einem unangekündigten Auftauchen meiner Mutter in meinem Zimmer so gut wie möglich zu entgehen habe ich bereits Snacks und etwas zu trinken samt Gläsern nach oben geholt und auf meinem Schreibtisch abgestellt.
Andererseits wird mir jetzt erst klar, dass wir uns in meinem Zimmer befinden. Alleine.
Erneut spüre ich, wie ich rot werde.
Normalerweise arbeite ich nur mit Senna zusammen oder wenn es doch einmal ein Junge war habe ich mich mit ihm ins Esszimmer gesetzt um zu arbeiten. Da ich bei Scott jedoch sicher war, dass er sich nur daneben benehmen würde habe ich mich diesmal für mein Zimmer entschieden und einfach noch einen zusätzlichen Stuhl geholt für an meinen großzügigen Schreibtisch.
„Willst du etwas trinken?", frage ich ihn mit etwas Verzögerung.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 13.10.2019 18:59.

Scott
Gelöschter Benutzer

Scott

von Scott am 14.10.2019 16:13

Bambi ist geradezu rührend unschuldig. Sie schließt die Tür und scheint erst dann zu realisieren, dass sie alleine ist. In ihrem Zimmer. Mit einem Jungen. Skandal.
Ihre Wangen werden flammend rot, und ich muss mir ein Grinsen verkneifen. Einerseits ist das recht unterhaltsam, andererseits muss ich mir jedes Wort ganz genau überlegen. Es würde mich nicht wundern, wenn eine anzügliche Bemerkung Bambi so verschreckt, dass sie in meiner Nähe keinen Ton mehr hervorbringt.
"Klar", erwidere ich locker, um ihr die Scheu zu nehmen. "Hast du eine Coke?"
Sie nickt und verschwindet geradezu fluchtartig aus dem Zimmer. Sofort nutze ich die Gelegenheit, um mich umzuschauen und ein paar Bilder mit meiner Handykamera zu machen. Insbesondere ihr Bücherregal ist ziemlich aufschlussreich, und tatsächlich kenne ich einige von den Büchern, die sie dort stehen hat - und die anderen werde ich googeln. Als Nächstes stöbere ich durch ihre Schubladen, um noch einige brauchbare Informationen zu erhalten. Gerade als ich einen Haufen niedlicher Spitzen-BHs gefunden habe, höre ich draußen Schritte und lasse mich schnell auf die kleine Couch fallen.
"Hast du dir schon Gedanken gemacht, wie wir die Gruppenarbeit angehen und welche Schwerpunkte wir setzen wollen?", will ich von Bambi wissen, die mit einem Tablett mit Getränken und Keksen - garantiert von ihrer Mutter - den Raum betritt.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 14.10.2019 17:28.

Ava
Gelöschter Benutzer

_Ava

von Ava am 15.10.2019 11:47

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, als ich wieder in mein Zimmer komme, aber bestimmt nicht, dass Scott friedlich auf meiner Couch sitzt und sich anscheinend schon Gedanken über unseren Vortrag macht.
"Ich fände es spannend, wenn wir die beiden Hauptfiguren, als Elizabeth und Mr. Darcy als Schwerpunkte nehmen würden", erzähle ich ihm dann von meiner Idee.
Er beugt sich ein wenig nach vorne und schnappt sich einen Keks. "Okay. Weiter?"
"Wir könnten die beiden charakterisieren und eine entsprechende Präsentation erstellen ..."
"Gott, wie langweilig", unterbricht er mich. "Sieh mal, Bambi, wir haben den unschlagbaren Vorteil, dass wir eine gemischte Gruppe sind. Das sollten wir uns zunutze machen. Wir schreiben ein Streitgespräch, in dem sich die beiden so richtig anfeinden. Du Elizabeth, ich Darcy. Und das stellen wir in genau dieser Form vor. Dann geht wenigstens etwas ab."
"Das ..." Ich halte inne und mustere ihn überrascht. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass er sich überhaupt auf die Gruppenarbeit einlässt. Vielleicht ist er ja doch nicht so schlimm. "Das ist gar keine schlechte Idee. Wirklich mal etwas anderes als die normalen Präsentationen. Und es greift genau -"
"- den Titel auf", fällt er mir ins Wort. "Stolz und Vorurteil. Genau. Also würde ich vorschlagen, wir gehen das Ding gemeinsam durch und suchen passende Szenen aus. Bis zum nächsten Treffen kann dann jeder schon in Grundzügen seine Sicht ausformulieren."
Ich nicke, völlig überfordert von seiner strukturierten Herangehensweise.
"Ich hätte nicht gedacht, dass du so ... bereitwillig mitarbeiten würdest", sage ich ehrlich, weil er mich so komisch von der Seite anguckt.
"Du weißt so einiges nicht über mich, Ava", erwidert er, und als er mit seiner dunklen Stimme meinen Namen, nicht den Spitznamen, ausspricht, überläuft mich ein leichter Schauer.

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Scott
Gelöschter Benutzer

Scott

von Scott am 15.10.2019 21:18

Bei ihrem Gesichtsausdruck muss ich mich zusammenreißen, um nicht in Gelächter auszubrechen. Zuerst ist sie total irritiert, dass ich anscheinend doch nicht so dämlich bin, wie sie angenommen hat, und dann wirkt sie regelrecht erschrocken, weil ich sie Ava und nicht Bambi nenne. Ich sollte mir dringend merken, dass ihr Name eine solche Wirkung auf sie hat.
In den folgenden anderthalb Stunden durchforsten wir 'Stolz und Vorurteil' nach passenden Passagen, und ich habe ich Gelegenheit, unter Beweis zu stellen, dass ich tatsächlich weiß, wovon ich rede. Gut, vielleicht bin ich schon von zwei Schulen geflogen und zwei Jahre älter als sie, aber ich bin nicht dumm. Nur faul und außerdem ... was bringt der Scheiß, den man in der Schule lernt? Mein Dad sagt immer, ich hätte ein Problem damit, Autoritäten anzuerkennen, und damit hat er recht. Meiner Meinung nach muss man es sich Respekt verdienen. Sich vor einem Lehrer zu ducken, nur weil er Lehrer ist - ganz bestimmt nicht. Und wenn sie mich auf den Kopf stellen.
Gegen achtzehn Uhr mache ich mich auf den Heimweg.
"Richte deiner Mutter Grüße aus", sage ich, "und vielen Dank für die Kekse. Die waren echt genial. Wann treffen wir uns wieder?"
"Vielleicht am Samstag?", fragt Bambi zögerlich, woraufhin ich nicke.
"Aber dann arbeiten wir draußen", beschließe ich. "Wie wär's mit dem Seeufer? Dann können wir uns zwischenzeitlich ein wenig abkühlen ..."

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Ava
Gelöschter Benutzer

_Ava

von Ava am 18.10.2019 16:27

Zu sagen, dass ich überrascht bin, wäre total untertrieben. Ich hätte niemals erwartet, dass sich Scott dazu herablassen würde zu arbeiten, und seine Vorschläge sind richtig gut. Ich schätze, wenn wir bei den nächsten Treffen auch so zusammen arbeiten wie heute, haben wir die Chance auf eine tolle Note.
„Okay", antworte ich auf seinen Vorschlag. „Am Samstag am See. Aber ..."
„Ich kann mir das Auto von meinem Dad leihen", sagt er leichthin. „Ich hole dich ab."
"Du darfst schon fahren?", frage ich überrascht. Also doch. Er sieht nicht nur älter aus als ich, er ist es auch.
„Jepp", sagt er lässig und wirft sich seinen Rucksack über die Schulter. Wieder trifft mich sein Duft nach frischer Luft mit einem Hauch Minze, und ich atme tief ein.
„Hast du gerade an mir geschnüffelt?", fragt er.
Oh mein Gott.
Ich öffne den Mund, ohne dass ein Laut hervordringt. Gleichzeitig werden meine Wangen glühend heiß. Garantiert bin ich knallrot im Gesicht.
„Quatsch", bringe ich mit Verspätung hervor, doch er lacht nur.
„Schon okay, Bambi", sagt er. „Ich weiß, dass ich gut rieche. Und du riechst auch lecker."
Er beugt sich nach vorne, so weit, dass seine Nase fast meinen Hals berührt, und mich überläuft eine Gänsehaut. Bevor ich ihn wegschubsen kann, was ich in dem Moment gar nicht will, weicht er wieder zurück und öffnet die Haustür.
„Wir sehen uns morgen in der Schule", verabschiedet er sich. „Träum schön, Bambi."
Für einige Minuten stehe ich im Türrahmen und schaue ihm hinterher. Dieser Nachmittag war gar nicht so übel. Scott ist eigentlich ganz okay. Glaube ich.

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Scott
Gelöschter Benutzer

Scott

von Scott am 19.10.2019 17:35

Ich muss zugeben, dass das Treffen gar nicht mal so übel war. Okay, Bambi ist ziemlich verklemmt und wird bei jeder Gelegenheit rot, aber eigentlich ist sie ganz süß. Außerdem scheint sie auf mich zu stehen, auch wenn ihr das selbst wohl noch nicht aufgefallen ist. Irgendwann im Gespräch habe ich den Kuss von Elizabeth und Darcy angesprochen, und sie hat ganz versunken auf meine Lippen geschaut ... wahrscheinlich war es nicht einmal Absicht und ist deshalb um so verräterischer. Und ich habe nicht gelogen: Sie riecht echt verdammt gut. Leicht blumig, aber trotzdem nicht aufdringlich süß. Obwohl ich Kyle und die anderen Arschlöcher nach wie vor für diese Erpressungsscheiße hasse, könnte ich es schlimmer treffen. Viel schlimmer.
Die restliche Woche halte ich mich bedeckt, um nicht noch mehr unliebsame Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Die Mittagspausen verbringe ich bei ihren Freundinnen und bemühe mich, auf deren kindisches Gequassel so charmant und interessiert wie möglich zu reagieren. Zum Glück ist Bambi nicht ganz so hysterisch wie Senna und vor allem diese Mandy - ich schätze, ich würde durchdrehen, wenn ich mit einer von denen Zeit verbringen müsste. Andererseits hätte ich gerade bei Mandy wohl leichtes Spiel, denn sie zieht mich jedes Mal regelrecht mit den Augen aus.
Am Samstag packe ich ein kleines Picknick sowie eine Decke, Handtücher und meine Badesachen in den Rucksack, bequatsche meinen Alten, dass er mir sein Auto überlässt, verspreche, keinen Scheiß zu machen und halte um Punkt vierzehn Uhr vor Bambis Haus, um dort den nächsten Schritt meines Flirtplans anzugehen.

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