The 25th Hunger Games || Berry and Sonni are finally back ♥
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Re: The 25th Hunger Games || Berry and Sonni are finally back ♥
von raven am 18.10.2019 12:09Jule Farrel
Ich sah Rye kurz an. Er hatte wirklich recht, fast alle Tribute waren riesig.
Rye könnte mit seiner Größe vielleicht beinahe noch mithalten aber ich? Vielleicht war ich sogar die kleinste von allen, das konnte ich jetzt noch nicht einschätzen.
Von den Muskeln her war ich definitiv auch eine der schwächsten.
In Sachen Kräfte hatte ich schonmal keine Chance, und obwohl ich schnell war, hatte ich in der Kategorie rennen und Schnelligkeit wohl auch keine guten Aussichten. Meine Beine waren einfach zu kurz um gegen diese Riesen aus den vereinzelten Distrikten anzukommen.
Ich musterte Rye und verglich ihn mit den anderen tributen.
Er gehörte definitiv zu den schwachen, aber immerhin schien er auf den ersten Blick nicht der schwächste von allen zu sein. Er hatte eine annehmbare Körpergröße und sah ein wenig massiger aus als die meisten anderen Jungs die ich aus unserem Distrikt vom sehen her kannte.
Ich konnte nicht wirklich einschätzen, ob das an normalem Körperfett oder womöglich an Muskeln lag.
Ich wandte meinen Blick wieder ab. Vermutlich am Fett.
Dieser schnösel hatte im Nest des Bürgermeisters an einem Tag wahrscheinlich so viel essen gehabt wie ich in einer Woche.
Eigentlich beneidete ich ihn. Er hatte vermutlich als einer der wenigen in Distrikt elf eine gesunde und ausreichende Ernährung gehabt.
Ich hatte gehört, die meisten Menschen im Kapitol mussten sich anstrengen, dünn zu bleiben und versuchten gezielt, Gewicht zu verlieren.
Ich dagegen wäre froh wenn mein Hinterteil und meine Schenkel ein wenig mehr dran hätten, ebenso wie meine knochigen Handgelenke. Ich hàsste diesen herausstehenden Knochen unterhalb meiner Hände.
,,Wir können dieses Gespräch doch gleich lassen, wir haben sowieso keine Chancen auf den Sieg.,,, Sagte ich und starrte aus dem Fenster.
(SONNI WAS LOS BEI DIR; UNSERE BEITRÄGE WERDEN JA IMMER LÄNGER XD)
(Ich lache gerade so über Körperfett xD wEr WeIß vIeLlEiChT hAt RyE sOgAr eIn SiXpAcK
Rye Hawkpath
Auch ich fand dieses Treffen mehr als nur ermüdend. Wollte Rust uns vielleicht vor Augen führen, wie schlecht unsere Chancen standen? Bis mir dämmerte worauf unser Mentor aus war. Meine Vermutung bestätigte sich sogleich.
"Und das, ist der Grund, warum ein Bündnis zwischen euch beiden, dass einzig Realistische ist. Alles andere wäre schlichtweg einfach nur unvernünftig." Rust ließ es so aussehen, als wäre es das Einfachste auf der Welt, eine Feindschaft zu begraben.
"Also seht zu, dass ihr eure Differenzen beiseite schiebt, es geht hier ums Überleben und um nichts anderes, verstanden?", fügte er noch eindringlich hinzu, ehe unser Mentor sich mit den Worten: "Ich erkläre diese Sitzung hiermit für beendet, ich kann nicht mit zwei Tributen arbeiten, die nicht bereit sind, meinen Anweisungen zu folgen" erhob und ebenfalls durch die Schiebetüren verschwand. Fassungslos starrte ich ihm hinterher.
Erwartete Rust jetzt etwa, dass wir uns so mir nichts dir nichts aussöhnen würden? Jule hásste mich, so viel war klar und zum wiederholten Male, befand ich mich alleine mit ihr in einem Raum. Keine guten Vorraussetzungen, um sich zu verbünden, schätze ich. Stur starrte ich auf meine Hände, sollte Jule doch den ersten Schritt machen.
(Haha ich denks mir grade xD normal werden Beiträge in RPGs immer kürzer und bei uns einfach genau das Gegenteil xD)
(Ja vermutlich hat er eins, das ist halt nur durch ne Speckschicht drüber geschützt oder? XD so wie bei mir)
Jule Farrel
Mein Gesichtsausdruck war bestimmt mindestens genauso fassungslos wie Ryes, und erst nach ein paar Sekunden konnte ich meinen Blick von der Schiebetür lösen, in der Rust verschwunden war.
,,Àrschloch,,, Murmelte ich leise, und ich war mir nicht sicher ob Rye es gehört hatte. Vermutlich schon, denn es war sonst ziemlich still in dem Raum.
Ich ließ meine Handflächen auf die tischplàtte klatschen und setzte einen entschlossen, wenn auch ziemlich schlecht gelaunten Gesichtsausdruck auf.
,,Also, ich habe zwei Vorschläge,,, Verkündete ich. ,,Entweder wir überlegen uns selbst noch eine Strategie, denn Rust und May können wir vergessen, oder aber, und dafür wäre ich, wir gehen jetzt einfach ins Bett, weil wir sowieso keine Chance haben.,,, Sagte ich und presste meine Lippen aufeinander, was beinahe ein wenig beleidigt aussah. Vielleicht war ich das auch. Die Mentoren sollten doch dafür da sein, den Tributen zu helfen, oder nicht? Es ging um mein verdàmmtes leben also sollten sie sich in ihrer Sache gefälligst mehr anstrengen.
Rust hatte es wenigstens versucht, aber er schien uns, um die es im Endeffekt ging, nicht in seine tollen Pläne miteinbeziehen zu wollen. Scheinbar sollten wir also einfach das tuen, was er sagte. Zu Kompromissen oder Einwänden war er nicht bereit.
Und diese May war einfach komplett weg vom Fenster. Sie hatte in der ganzen Zeit kaum ein Wort geredet.
Rye Hawkpath
(Ja, dass ist weil wir so gut harmonieren xD)
(Oder bei mir höhö)
Keine Ahnung, in wem Jule ein Árschloch sah, wahrscheinlich in uns beiden, Rust und mir, aber mir sollte es egal sein.
Die Idee, schlafen zu gehen, klang zwar verlockend, aber in der Arena würde ich es wahrscheinlich bereuen, ohne oder mit einer schlechten Strategie dazustehen, also riss ich mich zusammen, zwang mich, in einem möglichst freundlichen Tonfall zu reden und präsentierte Jule dann meinen Vorschlag.
"Also, ich weiß nicht, wie du das siehst, aber ich hab wenig Lust mir morgen weiter Rusts geniale Strategien anzuhören, darum würde ich vorschlagen, dass wir beide genau hier sitzen bleiben und uns eine Strategie überlegen. Jetzt. Das wird die letzte Gelegeneheit sein, morgen erreichen wir das Kapitol, wer weiß wie viel Zeit uns da noch bleibt. Und wenn ich hier bis morgen früh sitze, wir sollten wenigstens versuchen, unser Leben irgendwie zu retten."
Nach meinem kleinen Vortrag atmete ich hörbar aus, hoffentlich hatte ich Jule damit irgendwie überzeugt. Eine Idee für eine Strategie, hatte ich zwar nicht wirklich, aber mir würde schon was einfallen. Hoffentlich. Und schließlich waren wir zu Zweit, da musste doch irgendwas bei rum kommen, oder?
(Ja es ist halt wirklich so xD #seelenverwandtschaft)
(Ich muss grad an meine Katze denken, die liegt grade bei mir auf dem Schoß und hat einfach die größte Speckschicht aller Zeiten hahaha. Wenn du die stréichelst dann schwabbelt das so richtig
frag mich jetzt nicht wie ich darauf komme xD)
Jule Farrel
Ich lachte kurz auf und wollte schon einen Kommentar zu Ryes Satz Wir sollten wenigstens versuchen, unser Leben irgendwie zu retten abgeben, hielt dann aber doch meinen Mund. Vermutlich ging es jetzt um wichtigere Dinge als dem Anliegen, meine Hoffnungslosigkeit zum Ausdruck zu bringen.
Ich stützte meine Ellbogen auf den Tisch auf und richtete meine Aufmerksamkeit auf Rye. ,,Von mir aus,,, Sagte ich. ,,Aber wenn wir eine gemeinsame Strategie haben, heißt das dann nicht auch, das wir Verbündete sind?,,, Fiel es mir auf einmal auf und ich zog meine Augenbrauen fragend hoch. Dann könnten wir ja gleich den blöden Plan von Rust befolgen.
Ein ganz kleiner, wirklich winziger Teil von mir, wäre sogar damit einverstanden, mich mit Rye zu verbünden.
Er war der einzige, der Tribute, mit dem ich mich überhaupt jemals unterhalten hatte und gab mir so wenigstens ein klein wenig Vertrautheit. Im Gegensatz zu den anderen tributen.
Ich erinnerte mich schnell daran, das ich Rye am meisten von allen anderen dreiundzwanzig Tributen am dringendsten an den Kragen wollte, und sofort verstummte dieser kleine, törichte Teil von mir.
(#eindeutig)
(Ahaha xD No joke versau mir meine Vorstellung von Rye nicht, da schwabbelt nichts xD)
Rye Hawkpath
Sie war nicht dúmm, das war sie wirklicht nicht. Vielleicht war es langsam mal an der Zeit, mich selbst zu fragen, ob ich sie überhaupt als Verbündete wollte. Jule war ziemlich schlau, so viel war sicher, aber sie hásste mich eben auch, also..., schnell verwarf ich den Gedanken an ein Bündnis also wieder und zerbrach mir den Kopf wie ich auf ihre Frage antworten sollte. Auf gut Glück, fing ich einfach an zu reden.
"Nicht unbedingt. Nur, weil wir uns gemeinsam eine Strategie ausdenken, heißt das nicht, dass unsere Strategie ein Bündnis beeinhaltet. Was wäre zum Beispiel, wenn wir einfach so tun würden, als würden wir uns verbünden? Vor den Mentoren und dem Kapitol spielen wir unsere Rollen und in der Arena trennen wir uns", schlug ich vor. Keine Ahnung, woher die Idee kam, sie war einfach da. "Falls du es so lange mit mir aushälst", fügte ich leicht grinsend noch hinzu, ehe ich die Arme im Nacken verschränkte und Jule musterte. Irgendwie konnte ich sie ziemlich schlecht einschätzen. Ihre Fähigkeiten zum Beispiel. Sicher, sie war nicht sonderlich stark, aber was war mit anderen, vielleicht sogar wichtigeren Dingen? Kannte sie sich in Heilkunde aus? Konnte sie schwimmen? War sie eine schnelle Läuferin. Vielleicht, würde ich all diese Dinge erfahren, wenn wir ein Bündnis vorspielen würden. Mir fiel auf, dass ich diese Dinge eigentlich gar nicht wissen wollte, um ihr zu schaden, es war einfach reines Interesse. Das schreckte mich etwas ab. Ich wollte kein Interesse zeigen.
(Haha nein nein, bestimmt nicht xD ich musste das nur grade über meine Katze loswerden, wo wir beim Thema waren xD)
Jule Farrel
Rye hatte mich überzeugt.
Zaghaft und nur für den gefühlten Bruchteil einer Sekunde erwiderte ich sein grinsen.
,,Einverstanden,,, Willigte ich einen Moment später zufrieden ein.
May und Rust würden schön blöd gucken wenn wir uns in der Arena dann doch aufteilen würden, alleine dafür war mir dieser Plan wert.
,,Und was machen wir dann in der Arena? Ziehen wir beide auf eigene Faust los oder suchst du dir Verbündete?,,, Fragte ich, bevor mir bewusst wurde das Rye diese Frage sowieso niemals beantworten würde. Vermutlich wollte er so viel wie möglich für sich behalten, obwohl wir nun einen Großteil unserer Strategien miteinander besprachen.
Ich hatte das eigentlich gar nicht gefragt, weil ich mir so erhoffte, mehr über ihn herauszukriegen und die Informationen für meine Zwecke zu nutzen, sondern ich hatte mir schlicht und einfach nichts dabei gedacht.
Wie alt war Rye überhaupt? Vermutlich älter als ich.
Ich versuchte, mich zu erinnern, ob er einmal irgendetwas dazu gesagt hatte, und mir fiel tatsächlich ein, das er gesagt hatte das er beim Mórd an meiner Schwester gerade mal acht Jahre alt gewesen war.
Moment, war Rye etwa jünger als ich? Ich war zu diesem Zeitpunkt neun Jahre alt gewesen. Dann war Rye jetzt erst vierzehn. Irgendwie machte mich das betroffen. Er war sogar noch jünger als ich und musste schon in die Arena. Ich selbst hatte seinen Namen zwar in das Glas geworfen, aber dennoch wünschte ich ihm das jetzt nicht. Zumindest nicht wirklich.
Eigentlich hatte das doch keiner verdient, oder?
Ich würde vermutlich nicht so denken, wenn ich jetzt nicht selbst hier sitzen würde und am eigenen Leib erfuhr, wie es sich anfühlte.
"May the odds be ever in your favor!"
Re: The 25th Hunger Games || Berry and Sonni are finally back ♥
von raven am 18.10.2019 12:12Rye Hawkpath
Überrascht starrte ich einen Moment lang, auf die ebenfalls grinsende Jule. Irgendwie war das zu einfach gewesen. Aber mir sollte es recht sein. Auf ihre nächste Frage suchte ich unschlüssig eine Antwort. Erwartete sie wirklich, dass ich die beantworten würde? Wollte sie gleich auch noch wissen, was meine Stärken waren? Allerdings lief es gerade so gut, da wollte ich jetzt auch nicht unfreundlich abblocken.
"Hast du da vorhin irgendwelche potenzielle Verbündete gesehen?", fragte ich stattdessen und zog eine Augebraue hoch. Das stimmte sogar. Meine Menschenkenntnis, war nicht gerade die beste, nicht unbedingt hilfreich, wenn man auf der Suche nach Verbündeten war. Außerdem hatten wir alle, die 24 Tribute, ein Ziel, nämlich lebendig die Arena zu verlassen und nicht in einer Holzkiste zurück in unseren Distrikt zurück geschickt werden zu müssen. Da konnten die Chancen noch so schlecht stehen, jeder würde es versuchen wollen. Wer konnte mit Sicherheit sagen, ob ein vermeintlicher Freund mir hinterher nicht in den Rücken fallen würde? Jule würde ich es sowieso zutrauen und die anderen kannte ich noch weniger, beziehungsweise gar nicht. Wieder kamen da diese Gedanken an die bevorstehende Nacht. Irgendwann würden die Alpträume unweigerlich kommen. Und dafür fürchtete ich mich. Mein Kopf wusste, wie er mir Angst einjagte. Im Schlaf schlichen sich die schrecklichsten Szenarios oder sogar Erinnerungen in mein Bewusstsein ein und ich hatte die Befürchtung, dass es diese Nacht, eine ganz besondere Erinnerung sein würde.
Mir graute jetzt schon davor, Ellys Tód noch einmal zu durchleben. Ein heftiger Schmerz, breitete sich in meiner Brust aus, wenn ich daran dachte, wie es Jule erst gehen müsste.
Wie oft hatte sie die schrecklichen Ereignisse von damals, erneut im Traum miterleben müssen? Mitleid schnürrte mir fast die Kehle zu und meine rechte Hand, die inzwischen auf dem Tisch lag, begann wieder zu zittern.
(Sie wusste es ja nicht xD was soll ich da machen)
(Dankee, deiner auch
Jule Farrel
Ich senkte leicht meinen Blick und musste nicht lange nachdenken, um eine Antwort zu haben.
,,Nicht wirklich,,, Antwortete ich ein wenig deprimiert, hob jedoch unmittelbar wieder meinen Kopf. ,,Aber vielleicht ändert sich im Kapitol ja nochmal alles.,,, Fuhr ich fort, doch mehr sagte ich nicht. Mehr würde und wollte ich auch nicht sagen. Ich hatte Rye schon genug von meinen Gedanken erzählt, und am Ende würde er mir vielleicht doch zum Verhängnis. Was hieß hier vielleicht, natürlich würde er mir zum Verhängnis wenn er zu viel über mich wusste.
Vielleicht änderte sich im Kapitol ja wirklich nochmal alles, Vielleicht entpuppten sich ein paar der Tribute als symphatisch und fähig.
Doch die Frage war, warum sie sich dann letztendlich mit mir verbünden sollten.
Denn das würden sie nicht, wenn sie nicht wüssten, das ich auch zu irgendetwas gut war. Und ich fragte mich ehrlich zu was ich in der Arena gut sein sollte.
(Heilige schéiße, ich hab?s innerhalb von 5 min noch geschafft abzuschreiben xD)
Rye Hawkpath
Glaubte sie das ernsthaft? Ich wusste nicht, wen genau Jule meinte, aber in meinen Augen war das eher Wunschdenken. Wir beide sollten uns lieber darauf einstellen, in der Arena alleine zurechtkommen zu müssen, wahrscheinlich war das ohnehin die bessere Alternative. Mein Blick fiel auf die Uhr, die 22:11 Uhr anzeigte. Die Nacht rückte bedrohlich nahe, was zwar Zeit zum Nachdenken bedeutete, aber eben auch Alpträume mit sich brachte.
Irgendwie musste ich das hinaus zögern, also blieb mir keine andere Wahl, als mich mit Jule zu unterhalten. Klar, ich hätte sie auch einfach gehen lassen und alleine hier sitzen bleiben können, aber irgendwann würde der Schlaf mich trotzdem übermannen, so viel stand fest. Nur, dass sie mit ziemlicher Sicherheit nicht hierbleiben würde, um sich mit mir zu unterhalten. Ich wollte mich ja eigentlich auch nicht mir ihr unterhalten, aber es gab keinen anderen Weg. Ich musste sie eigentlich auch nur irgendwie am Tisch festhalten, bevor sie für die Nacht in ihr Abteil verschwand. Nur, worüber mit ihr reden? Da war diese eine Frage, die mich irgendwie beschäftigte, auch wenn ich die Antwort eigentlich schon kannte. Und es wäre ein ziemliches Risiko. Aber ich musste es eingehen. Ich biss mir auf die Lippe, ehe ich fragte: "Du hast für mich gestimmt, was?"
Jule Farrel
Ich hob meinen Blick, den ich eben noch gedankenverloren auf meine Hände gerichtet hatte, um Rye anzusehen. Eigentlich wollte ich ihn gar nicht ansehen. Ich wünschte, ich müsse jetzt nicht hier sitzen. Ich bereute es nicht, für ihn gestimmt zu haben, doch ich hatte nicht erwartet mit ihm gewählt zu werden. Ich hatte nicht mit eingeplant, wie es am Ende für mich wäre, gegenüber von ihm an einem Tisch zu sitzen und mich auf irgend eine Art und weise jetzt auch dafür zu schämen.
,,Jap,,, Sagte ich und wandte schnell wieder meinen Blick ab.
,,Ich hab nur nicht gedacht das es so werden würde.,,, Meinte ich, während ich meinen Blick auf die Tischp*** gerichtet hatte.
Ich sollte mir wohl keine Gedanken darüber machen, eine Stimme für Rye mehr oder weniger hätte vermutlich sowieso nichts mehr ausgemacht, und dennoch hatte ich das Gefühl, das es allein meine Schuld war, das ich hier jetzt mit ihm in einem Zug sitzen musste.
("Jap" xD Bruh Sonni zerstör die epische Situation nicht xD)
Rye Hawkpath
Jetzt wo sich meine Vermutung bestätigt hatte ging es mir auch nicht besser. Aber auch nicht schlechter. Da war einfach nur diese Gewissheit, es war einfach nur noch deutlicher, was Jule von mir hielt. Vielleicht war das ganz gut. In der Arena sollte ich ihr auf jeden Fall aus dem Weg gehen, so viel stand fest. Aber oberste Priorität hatte jetzt erstmal dieses Gespräch aufrecht zu halten.
"Hätte wohl niemand gedacht", versuchte ich also irgendwie möglichst nüchtern festzustellen.
"Lässt sich nicht mehr ändern, was?", fügte ich noch hinzu und schon wieder schlich sich ein schiefes Grinsen auf mein Gesicht. Meine rechte Hand zitterte nebenbei bemerkt immer noch und ich ließ sie lieber unter dem Tisch verschwinden, auch wenn Jule schon längst von diesen Zitteranfällen wusste. Zum ersten Mal dachte ich wieder über die Wunden an meinen Armen und Händen auf, die tatsächlich überhaupt nicht mehr weh taten. Wenigstens etwas, ging es mir durch den Kopf, als ich beunruhig die dunkle Nacht durch ein Zugfenster beobachtete.
(Tschulligung, wenigstens hab ich Jap nicht mit b geschrieben xD)
Jule Farrel
Ein bisschen gereizt sah ich flüchtig zu Rye hoch. Ich wollte es ja auch nicht mehr ändern. Wenn ich nochmal neu wählen könnte, würde ich vermutlich alles genauso machen.
,,Nein.,,, Sagte ich nur aus zusammengepressten Lippen.
Dann entspannte sich mein Gesichtausdruck wieder etwas. ,,War dein Vater traurig? Hat er bereut was er getan hat?,,, Dies musste ich einfach fragen. Der fette Bürgermeister hatte mich heute Mittag wütend gemacht, wie er da gesessen hatte, und es wäre eine Genugtuung zu wissen, das es ihm wegen den Spielen, die er selbst zu unterstützen schien, schlecht ging. Und das er es vielleicht jetzt bereute, das Rye zum Teil auch wegen ihm gewählt worden war.
(Oh gut, dass du das nicht gemacht hast, dass hätte alles gekíllt xD)
Rye Hawkpath
Ich lachte leise auf. An meinen Vater wollte ich jetzt zwar nicht denken, aber die Vorstellung, wie er vielleicht bereute das Kapitol jemals unterstützt zu haben, war ziemlich befríedigend. "Mein Dad, hat zu viele Dinge die er bereuen könnte, glaub mir er ist wütend und wenn er wütend ist, geht er noch schlechter mit seinem Distrikt um. Sieht also ziemlich schlecht aus für Distrikt 11.", antwortete ich trocken und fügte dann noch hinzu: "Er wird drüber hinweg kommen, hat ja noch seine restliche Familie". Leider war das die bittere Wahrheit, ich war sicher Dad hatte mich schon längst aufgegeben und stürzte sich wieder voll und ganz in seine Arbeit. Aber ich hatte noch mich noch nicht aufgegeben und das war schließlich das was zählte.
Jule Farrel
Es gab zwei Möglichkeiten, entweder, Rye war sauer auf seinen Vater wegen dem Vorfall heute morgen, von dem er mir erzählt hatte, und redete deshalb so enttäuscht und schlecht über ihn, oder aber es stimmte einfach was er sagte, und Ryes Vater lag wirklich nicht so viel an Rye. Ich konnte nicht einschätzen, was stimmte.
,,Naja, eigentlich kann es uns jetzt ja auch egal sein, oder? Ich habe sowieso keine Leute mehr in Distrikt elf, die mir wichtig sind.,,, Seufzte ich und versuchte, diese Worte locker klingen zu lassen.
Nach ein paar Sekunden Fragte ich: ,,Hast du noch Leute, die dir wichtig sind?,,
Es machte mich traurig und wütend, das Rye noch eine Familie hatte und ich nicht. Obwohl ich ein besserer Mensch war. Das Leben war wirklich unfair.
Und warum hatten die Leute mich als Tribut gewählt? Natürlich, ich war nie besonders freundlich gewesen, und ich hatte oftmals geklaut, aber ich hatte alles nur getan um zu überleben. Zumindest versuchte ich, mir das einzureden.
Ich hatte das nicht verdient, nicht so wie Rye.
Rye Hawkpath
Dieses Gepräch drohte zunehmend in eine deprimierende Richtung abzurutschen, die mir nicht wirklich behagte. Ich fragte mich, was wohl mit Jules Eltern war. Waren sie gestórben? Oder...hatte Jule einfach nicht so eine starke Bindung zu ihnen. Ich wusste es nicht und ehrlich gesagt war ich mir auch nicht sicher, ob ich es überhaupt wissen wollte. Wahrscheinlich war ihre Vergangenheit ziemlich deprimierend. Eigentlich gab es einige Leute, die mir wichtig waren. Aber plötzlich fragte es mich, ob sie mir so wichtig waren, dass es sich allein für sie lohnte, die Arena lebend zu verlassen? Da war einmal mein Dad, der bei mir ziemlich unten durch war, wenn ich mal genauer darüber nachdachte. Cerise, war mir relativ egal, sie war nett, aber eben auch nicht mehr. Flaire war mir wirklich wichtig. Ich konnte mir vorstellen, dass es ihr den Boden unter den Füßen wegreißen würde, wenn ich live übertragen in ganz Panem drauf ging. Dann war da noch Heath. Ziemlich süß, der Kleine. Wenn er wollte. Flaire und Heath, dass waren genug Gründe um heil zurückzukehren. Schlielich antwortete ich mit einem Nicken auf Jules Frage. "Meine Sch-schwester", stotterte ich herum, denn mir war wieder eingefallen, dass Jule mich ja für den Tód ihrer Schwester verantwortlich machte. Hoffentlich würde sie jetzt nicht anfangen zu weinen oder so. Im Trösten war ich nämlich unsagbar schlecht. Rasch fügte ich noch hinzu: "Und mein jüngerer Bruder".
Jule Farrel
Würde meine Schwester noch leben, würde sie mir wohl auch noch etwas bedeuten. Ich überlegte, ob ich dazu etwas sagen sollte, ließ es dann aber lieber.
Ich war erschöpft und gerade nicht in der Stimmung zu streiten.
Vielleicht sollte ich einfach ins Bett gehen, aber ich würde sowieso nur die ganze Nacht wachliegen.
,,Deine Eltern?,,, Fragte ich also verwundert. Bedeuteten sie ihm nichts? Das hatte ich nicht gedacht. Nicht einmal Ryes Mutter?
Rye Hawkpath
Jule schien ziemlich neugierig zu sein, aber mir sollte es recht sein, solange sie nicht in ihr Abteil verschwand. Andererseits, sie redete nicht über ihre Eltern, warum sollte ich also über mein Reden, ich hatte sie zwar nicht gefragt, aber ich bezweifelte, dass ich eine Antwort erhalten hätte. Ich hatte wenig Lust ihr von meiner Mum zu erzählen, die bei meiner Geburt gestórben war, also sagte ich einfach nur, in der Hoffnung das Gespräch so irgendwie aufrecht zu erhalten: "Ich dachte ich hätte deutlich gemacht, was ich von meinem Dad halte?". Wahrscheinlich würde sie nochmal nachharken, aber das hatte mir jedenfalls etwas Zeit verschafft. Etwas in mir sträubte sich dagegen, Jule etwas von meiner Mutter zu erzählen. Wobei, was sprach eigentlich dagegen? Hauptsächlich, dass sie bis heute Mittag eine völlig Fremde war und wahrscheinlich alles was sie über mich wusste, auch gegen mich verwenden konnte. Aber es gestaltete sich nun mal als ziemlich schwierig, sich mit jemandem zu unterhalten, ohne etwas von sich selbst preis zu geben. Aber was sollte sie schon mit der Information, wie ich zu meiner Familie stand anfangen können? Warum fragte sie überhaupt? Meine nicht vorhandene Menschenkenntnis, war jedenfalls keine große Hilfe, wenn es darum ging, Jule zu verstehen. Dieses Mädchen machte es für mich fast umöglich ihre Handlungen nachvollziehen zu können.
Jule Farrel
Ich blinzelte kurz. ,,Ja, stimmt.,,, Sagte ich ein wenig müde. Rye schien nicht mehr sagen zu wollen, also Fragte ich nicht weiter nach. Zum Beispiel was mit seiner Mutter war, denn das hätte mich noch interessiert. Aber wenn er nichts preisgeben wollte dann sollte es mir recht sein, ich würde wohl auch nicht so viel erzählen. Andererseits wäre es doch egal, wenn Rye von meiner familie wissen würde. Wie sollte er es gegen mich verwenden? Es waren schließlich keine wirklichen Schwächen oder stärken von mir.
Denn das war eigentlich das einzige, was ich auf keinen Fall erzählen durfte.
Ich gähnte kurz, streifte die Hausschuhe von meinen Füßen, die sie mir gegeben hatten, zog meine Beine auf meinen Sitzplatz hoch und lehnte mich mit dem Rücken gegen das Fenster. Wenigstens war es so ein wenig gemütlicher.
,,Haben die hier eigentlich Wein oder sowas? Irgend einen Alkohol?,,, Fragte ich plötzlich, fast mehr an mich selbst gewandt als an Rye, und sah mich von meiner Position aus suchend im Raum um.
Ich durfte eigentlich noch keinen Alkohol trinken, und in meinem Distrikt war er immer ziemlich rar gewesen, aber manchmal hatte ich trotzdem hier und da etwas abzweigen können.
Und ein kleines Gläschen Alkohol wäre jetzt wirklich perfekt, um das unaufhörliche, bedrückende ziehen in meinem Magen loszuwerden.
"May the odds be ever in your favor!"
Re: The 25th Hunger Games || Berry and Sonni are finally back ♥
von raven am 18.10.2019 12:14Rye Hawkpath
Für diesen Abend zumindest, schien Jule ihre Fragerei einstellen zu wollen, was sie in der Regel sympathisch gemacht hätte, nur eben nicht in unserem speziellen Fall. Und wieder überrachte sie mich, indem sie nach Alkohol verlangte. Wollte sie jetzt trinkten, um das alles hier zu vergessen? Prinzipiell wäre ich dabei gewesen, aber ich hatte meinen Vater oft genug mit zu viel Alkohol intus erlebt und falls ich genauso sein würde, wollte ich Jule das lieber ersparen. Aber wer hatte schon etwas gegen ein Glas einzuwenden? Wenn das jemand mitbekomen würde, würden wir ziemlichen Ärger bekommen, denn mit ziemlicher Sicherheit wurden wir überwacht, aber was sollten sie uns schon schlimmeres, als die Hungerspiele antun? Ich gab mir einen Ruck und stand auf, um mit zielstrebigen Schritten auf die Bar zuzugehen, welche im selben Abteil lag und blinkte und glänzte, dass ich mich daran spiegeln konnte.
"Auf deine Verantwortung", bemerkte ich noch, Jules Blick in meinem Nacken konnte ich fast schon spüren, aber ich ließ mich nicht beirren.
Die linke untere Schranktür traute ich mich fast schon nicht anzufassen, so sauber sah der Griff aus. Es stellte sich daraus, dass sich dahinter Teller von verschiedenen Größen befanden und als ich meinen Blick über die komplette Bar/ Restaurant oder was auch immmer es letztendlich war, schweifen ließ, stellte ich fest, wie viele Schränke es hier eigentlich gab. Frustiert seufzte ich auf und rief in Richtung Jule: "Helf mir hier mal, wenn du deinen Alkohol heute noch bekommen willst!"
Jule Farrel
Ich wollte gerade zufrieden Lächeln, als Rye plötzlich nach mir rief.
Genervt schwang ich meine, nur noch mit Socken bekleideten Füße, von der Bank und lief die paar Schritte hinter Rye her. Was ich sah, ließ mich erneut staunen. Die Bar und die Schränke waren natürlich genauso luxuriös wie der ganze Rest des Zuges. Ich konnte mich in allem, was aus Metall war, glasklar spiegeln, so Poliert und sauber war alles hier.
,,Du suchst nach Gläsern, ich suche nach Wein.,,, Befahl ich im Angesicht der vielen Schränke.
Sofort begann ich, eine Tür nach der anderen zu öffnen und machte mir nicht die Mühe, sie wieder zu schließen. In die meisten warf ich lediglich einen flüchtigen Blick hinein.
Hier unten war Nichts.
Ich musste mich strecken und mich auf meine Zehenspitzen stellen, als ich mich daran machte, die oberen Türen zu öffnen. Nach etwa drei weiteren, geöffneten Türen, entdeckte ich endlich den Alkohol.
Doch dieser Schrank hatte noch einige Fächer in seinem Inneren, und der Wein, den wir wollten, war natürlich ganz im obersten. Es kostete mich einige Überwindung, es laut auszusprechen, doch schließlich rief ich über meine Schulter: ,,Rye, ich habs gefunden aber ich bin zu klein um dranzukommen!,,
Wieder so ein Moment, in dem ich mich wegen meiner Größe extrem benachteiligt fühlte. Die Tribute aus Distrikt eins wären bestimmt daran gekommen ohne nur mit der Wimper zu zucken.
So wie ich mit Rye hier war, fühlte mich fast wieder ein bisschen wie als das kleine Kind das ich gewesen war, als ich mich mit meiner Schwester einmal heimlich in der Nacht in die Küche geschlichen hatte um den Wein meines Vaters zu probieren. Oder war meine Mutter zu dieser Zeit sogar noch bei uns gewesen? Ich wusste es nicht mehr.
Jedenfalls waren wir damals erwischt worden und hatten ziemlichen Ärger gekriegt. Dabei waren wir noch nicht einmal so weit gewesen, ihn zu probieren.
Die Erinnerung malte mir ein leichtes Lächeln auf die Lippen, doch ich sorgte gleich wieder dafür, das es verschwand.
Rye Hawkpath
Ich hatte noch nicht mal die Hälfte der Schränke geöffnet, als Jule den Wein schon gefunden hatte. Und ich konnte mir ein Grinsen wirklich nicht verkneifen als sie mich um Hilfe bat. Es widerstrebte ihr zusehends, mich überhaupt zu fragen und ich konnte die Genugtuung in mir aufsteigen fühlen. Grinsend schob ich sie zur Seite und hob ohne Probleme kurzerhand einfach das ganze Weinfach heraus, weil ich ehrlich gesagt keine Ahnung von Wein hatte. Also stellte ich den Wein auf die Anrichte, um Jule aussuchen zu lassen, mir sollte es egal sein. Ich hoffte nur, dass sie sich nicht komplett voll laufen ließ, so dass ich sie später in ihr Abteil bringen durfte. Außerdem war sie sicher nicht viel älter als ich und zu dem auch noch zierlich, da sollte sie ihre Grenzen hoffentlich kennen. Schweigend suchte ich weiter nach den Gläsern, dass Wichtigste hatten wir zwar jetzt, aber ich bezweifelte, dass meine Distriktpartnerin mit mir aus einer Flasche trinken wollte. Wobei..., sie hatte sicherlich schon Schlimmeres erlebt, also warum nicht einfach fragen? Während ich diverse Schranktüren aufmachte und wieder zu schlug, begann ich zu sprechen: "Also, ich mein es ist ja nicht so, als würde ich nicht auch aus 'ner Flasche trinken...". Meinen Rücken hatte ich ihr lieber zugedreht, mir kam sie ziemlich unberechenbar vor, vielleicht war es besser still weiter zu arbeiten. Zum wiederholten Male an diesem Abend fragte ich mich, wie es so hatte enden können. Es war als hätte das Kapitol dieses Jubeljubiläum extra für mich entworfen, um mich zur Rechenschaft zu ziehen. Beunruhigt merkte ich, wie ich selbst langsam immer mehr anfing zu glauben, dass alles meine Schuld war. Wenn du es nur lang genug erzählt bekommst, glaubst du es irgendwann selbst.
Jule Farrel
Es gefiel mir überhaupt nicht, das sich Rye offensichtlich darüber freute, mich zur Seite schieben zu können. Schön für ihn wenn er den blöden Wein da rúnter hólen konnte und ich nicht. Das war schließlich auch nicht das Wichtigste im Leben. Das machte er bestimmt extra, vermutlich wollte er mich provozieren.
Ich beruhigte mich zum Glück schnell wieder und strich mir kurz meine wilden Haare aus dem Gesicht, eine Geste, die meistens zeigte, das ich meine Gedanken einigermaßen geordnet und mich mit irgendetwas abgefunden, oder mich zumindest beruhigt hatte.
Im Grunde hatte Rye ja sogar nur getan, was ich von ihm gewollt hatte. Also warum regte ich mich jetzt so darüber auf?
Rye riss mich mit seinem nächsten Satz zum Glück wieder aus meinen Gedanken.
,,Du bist nichtmal fähig dazu, ein paar Gläser aufzutreiben und hast trotzdem noch Hoffnung die Hungerspiele zu gewinnen?,,, Entgegnete ich mit spöttischer Belustigung und nahm mir eine Flasche aus dem Kasten heraus.
Wenn Rye keine Gläser fand, dann gab es vermutlich auch keine. Jedenfalls hatte ich keine Lust jetzt noch zu suchen.
Ich löste den Korken aus dem Flaschenhals, nahm sie in meine Hände und setzte meine Beine leichtfüßig in Bewegung, um wieder zu unserem Tisch zurückzulaufen.
,,Flasche oder glas ist mir eigentlich auch egal. Kommst du?,,, Rief ich ihm im gehen über die Schulter zu.
Rye Hawkpath
Mir lag eine bissige Bemerkung praktisch schon auf der Zunge, etwas in Richtung, dass sie ja hätte mitsuchen können, aber schlussendlich ließ ich es doch bleiben, um die verhältnismäßig gute Stimmung nicht zu verderben. Außerdem hatte Jule sich schon abgewandt, also hörte ich seufzend auf zu suchen und folgte ihr lieber zum Tisch. Vorher schnürrte ich aber noch meine Stiefel wieder auf, die ich aus irgendeiner hirnrissigen Idee heraus vorhin wieder angezogen hatte, als wir uns mit unseren Mentoren getroffen hatten. Ich ließ mich auf die Bank gegenüber fallen uns sah erstmal zu, wie Jule den ersten Schluck nahm. Hoffentlich würde ich morgen keine Kopfschmerzen haben. Frustriert stützte ich den Kopf in den Händen ab, sodass ich halb auf der Tischplátte lag. Jule hatte recht, es war sinnlos zu glauben, ich könnte die Hungerspiele gewinnen, aber wenn ich die Hoffnung aufgeben würde, war alles verloren, also klammerte ich lieber an ihr fest. Als das Mädchen vor mir, die Flasche wieder abstellte, nahm ich sie in die Hand und trank auch einen kurzen Schluck. Ich versuchte mir nicht anmerken zu lassen, dass ich eigentlich keinen Wein mochte, verzog das Gesicht wahrscheinlich aber trotzdem. Da fiel mir auf einmal noch etwas Wichtiges ein.
"Damit das klar ist, wenn du dich hier volllaufen lässt, bring ich dich nicht zurück in dein Abteil", murmelte ich, während ich die Flasche auf den Tisch stellte und den Kopf wieder in den Händen vergrub. Mit Sicherheit würde ich das hier morgen bereuen, so wie ich viele Dinge bereute, aber kneifen ging jetzt schlecht.
Jule Farrel
Zufrieden nahm ich noch einen Schluck, der gerade klein genug war, damit es nicht total im Hals brannte, und stellte die Flasche wieder ab.
Es war ein gutes Gefühl, wie der Wein einem den Hals herunterlief und einem den Bauch wärmte. Es fühlte sich wirklich warm an, dabei war er das doch eigentlich gar nicht.
Ich blinzelte zu Rye hinüber, der ziemlich schlecht gelaunt aussah und sein Gesicht gerade in seinen Händen vergrub.
,,Du siehst aus als hättest du ein Problem.,,, Meinte ich zu Rye und wischte mir den Mund mit dem weißen Ärmel meines Shirts aus meinem Abteil ab.
,,Was ist los?,,, Fragte ich und setzte mich im Schneidersitz auf das Polster des Sitzes.
,,Falls du Angst hast das wir wegen der Sache Anschíss kriegen: das werden wir. Aber wie du gesagt hast, das geht auf meine Verantwortung.,,,
Ich nahm noch einen Schluck, diesmal einen kleineren.
Ich fand es ziemlich sinnlos, das wir noch keinen Alkohol trinken durften. Immerhin waren wir fünfzehn und vermutlich vierzehn Jahre alt.
Tötén durften wir uns in ein paar Tagen schließlich auch.
Rye Hawkpath
Während Jules Neugier anscheinend wieder aufflammte und ich meinen Kopf in den Händen behielt, wünschte ich mir einfach, sie würde die Klappe halten. Es gab weit aus wichtigere Dinge, als diesen Weinabend, über die ich nachzudenken hatte. Konnte sie das nicht einfach ein bisschen nachvollziehen? Jule sollte das doch, von allen am meisten verstehen können? Sie war ebenfalls von ihrem eigenen Distrikt in die Hungerspiele geschickt worden. Und da war noch so viel mehr, was in meinem Kopf herum spukte. Dad und Cerise zum Beispiel. Falls ich bald stérben würde, würde ich nie erfahren, ob ich letzendlich ihre Ehe ruiniert hatte, mit dem Zettel den ich Cerise da gelassen hatte. Vielleicht war es ja besser so. Keine Ahnung, was mein Vater mit mir anstellen würde, wenn ich vor Ort wäre, würde er es heraus finden. Ich kann mich nicht erinnern, dass er vor heute Morgen jemals handgreiflich geworden war, aber wenn er es einmal getan hatte, würde er es auch noch ein zweites Mal tun, oder?
Dann war da noch Jule. Mittlerweile drohte jedes Mal, wenn ich sie auch nur ansah, eine Welle von Erinnerungen michzu ertränken. Dazu die Schuldgefühle. Langsam hatte ich das Gefühl, dass ich unter der Last zusammen zu brechen drohte.
Ungünstig, wenn man Tribut für die 25. Hungerspiele ist. Hatte Jule nicht irgendetwas, was sie beschäftigte? Aber, wie sie ja vorhin deutlich gemacht hatte, war da zu Hause niemand mehr, für den es sich lohnte zurückzukehren. Offensichtlich auch irgendwie wieder meine Schuld. Mit ziemlicher Sicherheit, hatte sie eine enge Verbindung zu Elly gehabt. Die Uhr, die gerade begann zwölfmal zu schlagen, riss mich aus meinen Gedanken. Offenbar war ich Jule noch eine Antwort schuldig, sie beobachtete mich immer noch stumm, während sie einen Schluck aus der Weinflasche nahm.
Ich blickte aus dem Fenster, wo nichts außer schwarze, leere Dunkelheit zu sehen war.
Irgendwann murmelte ich: "Es gibt weitaus wichtigere Dinge, die einen Tribut beschäftigen, der mit ziemlicher Sicherheit in den nächsten Wochen stérben wird"
Ich weiß nicht, ob Jule mich hörte, es war mir ehrlich gesagt auch egal, ich starrte nur weiter nach draußen.
Jule Farrel
Ich beugte mich ein wenig vor, um Ryes Worte besser verstehen zu können.
,,Deshalb haben wir ja den Wein.,,, Erinnerte ich Rye und deutete auf die Flasche. Ich fühlte mich tatsächlich schon ein wenig besser.
,,Was für Dinge sollten uns denn jetzt noch beschäftigen?,,, Fragte ich nach einer Weile laut. Vielleicht hatte ich tatsächlich schon zu viel getrunken, aber ich fragte es mich einfach. Mich beschäftige im Moment tatsächlich nicht viel, abgesehen davon, das ich trotz des Alkohols nicht aufhören konnte, an die bevorstehenden Hungerspiele und meinen Tod zu denken. Es war immer noch ein viel zu bedrückendes Gefühl in meinem Bauch. Also nahm ich noch einen Schluck.
Dazu könnte mich noch beschäftigen, das ich immer noch mit Rye an einem Tisch saß, doch das tat es nicht. Zumindest im Moment nicht. Ich hatte vermutlich schlicht und einfach keine Lust mehr, mir darüber den Kopf zu zerbrechen. Es würde mir sowieso nichts bringen, jetzt mit Rye auf Feinde zu tun. Elly war unweigerlich tót und in ein paar Tagen konnte ich immer noch seine Feindin sein, doch bis dahin würde ich mir meine Tage so angenehm wie möglich gestalten.
Rye Hawkpath
Eventuell war Jule doch nicht so schlau, wie ich sie zuerst eingeschätzt hatte. Glaubte sie wirklich, wenn sie jetzt diese Flasche Wein leeren würde, würden die Probleme verschwinden? Vielleicht für den Moment, aber am nächsten Morgen waren sie wieder da, anklagend und noch schwer wiegender als am Abend zuvor. Oder hatte sie das jetzt nur gesagt, damit sie ihre Ruhe vor mir hatte? Schwer zu sagen.
Ihrer nächsten Frage nach zu urteilen, war sie wirklich so naiv, dass sie sich nicht mal Sorgen um irgendwas machte. Irgendwie machte mich das wütend. Wie konnte sie all diese Gedanken aus ihrem Kopf verbannen? Oder dachte sie gar nicht erst darüber nach? Vielleicht war Jule einer dieser Menschen, die im Hier und Jetzt lebten und nirgendwo anders? Wahrscheinlich war das der Grund für meine bissige, sarkastische Antwort.
"Oh, ich weiß auch nicht, vielleicht denke ich darüber nach, was in den nächsten Tagen noch so passieren wird oder warum ich mit dir hier in einem Raum sitze, obwohl du darauf auf bist, mich zu tötén? Oder vielleicht denke ich auch darüber nach, was mein Vater mit mir anstellen würde, wenn ich jetzt gerade zu Hause wäre und nicht in diesem Zug sitzen würde?!" Ich merkte selbst, wie meine Stimme merklich lauter wurde, bis ich fast schrie, aber das war mir wirklich relativ egal. "Oder vielleicht denke ich auch über deine Schwester nach und wie ich diese Nacht wieder von allen Sachen träumen werde, für die ich mich jemals schuldig gefühlt habe?". Unbemerkt war ich aufgesprungen und stützte mich auf dem Tisch ab. Diesmal zitterte weder meine Hand, noch mein Bein.
Jule Farrel
Rye überraschte mich, als er sich von einem Moment auf den anderen plötzlich so aufregte, aber ich zwang mich natürlich, mir nichts anmerken zu lassen und fuhr ebenfalls hoch. Wie sollte ich jetzt angemessen auf diese ganzen Worte reagieren?
Ich entspannte mich schnell wieder. Eigentlich war es völlig egal, was ich jetzt sagen würde, denn in ein paar Tagen wären wir sowieso beide tót. ,,Also erstens mal,,, Begann ich langsam. ,,Bist du auch darauf auf mich zu tötén. Spätestens bei den Spielen,,, Erklärte ich. ,,Und wegen meiner Schwester: Du weißt nichtmal genau, wie sie aussah und du standest nicht direkt neben ihr, als sie ihr eine Kugel durchs Gehirn gejagt haben,,, Zischte ich. ,,Was denkst du, wies mir geht? Und jetzt sitze ich hier mit dir an einem Tisch. Wenn mein Vater das mitbekommen würde, würde er mich aus dem Haus werfen und sich wünschen, das ich verhungere.,,,
Ich atmete kurz durch, um mich wieder einigermaßen zu beruhigen. ,,Tja, zum Glück bekommt er es nicht mit und ich sterbe, bevor er das tun kann.,,, Sagte ich nun wieder einigermaßen ruhig und ließ mich wieder auf meinem Platz nieder. Vielleicht sollte Rye auch versuchen, Distrikt elf und die dort wartenden Probleme zu vergessen. Denn sie waren für uns jetzt sowieso nicht mehr von Bedeutung. Wir waren die Tribute der fünfundzwanzigsten Hungerspiele und wir würden in wenigen Tagen tót sein. Über all das nachzudenken raubte uns nur noch mehr Energie als wir sowieso schon verloren hatten.
"May the odds be ever in your favor!"
Re: The 25th Hunger Games || Berry and Sonni are finally back ♥
von raven am 18.10.2019 12:16Rye Hawkpath
Mir entfloh ein bitteres Lachen. Jule setzte alles daran, mich für den Tód ihrer Schwester schuldig fühlen zu lassen und behauptete jetzt, dass ich keinen Grund hatte mich schuldig zu fühlen, ja das es ihr sogar viel schlimmer gehen würde? Was wollte sie damit bezwecken? Das mit ihrem Vater stimmte sehr wahrscheinlich, aber den würde ich nie kennen lernen, also eine Sache weniger, über die ich mir den Kopf zerbrechen musste. Ich wusste, dass ich mich nicht so aufregen sollte, mich beruhigen sollte, so wie Jule es getan hatte, irgendwie ruhiger an die Sache heran gehen, keine Ahnung. Aber ich tat es nicht, im Gegenteil, die Wut auf alles schien gerade ziemlich überzuschäumen und Jule wäre besser dran, wenn sie dann nicht in meiner Nähe war. Schließlich, konnte sie nur wenig für meine Situation, abgesehen davon, dass sie mich für den Tód ihrer Schwester verantwortlich machte. Rasend vor Wut, jedenfalls kam es mir so vor, packte ich meine Stiefel, zog sie an und fing an sie zu zuschnüren. Sehr wahrscheinlich beobachtete sie mich dabei, wie meine Hände wieder zitterten, während ich versuchte die Schuhe anzuziehen. Nach schier endlosen Sekunden gelang es mir und ich sprang gerade zu auf, um zügig zur Tür laufen. Dabei spielte ich die Unterhaltung in meinem Kopf nochmal ab, wie Jule mir vorgeworfen hatten, ihre Schwester nicht gekannt zu haben, wie sie offenbart hatte, dass auch sie die Schuldgefühle plagten, wie sie von ihrem Vater erzählte, der sie verhungern lassen würde, wenn er uns so sehen könnte und ich zweifelte nicht daran das er es tun würde. Zuletzt blieben meine Gedanken an ihrem allerersten Satz hängen. 'Also erstens mal, bist du auch darauf aus mich zu tötén'. Irgendetwas störte mich an dieser Aussage. War mein Ziel wirklich, sie aus dem Weg zu räumen? Das sollte es wohl sein, doch eigentlich war ich nicht darauf aus. Bei den Schiebtüren hielt ich kurz an, drehte den Kopf ein Stück und erklärte laut und deutlich: " Wer hat gesagt, dass ich darauf aus bin, dich zu tötén?", ehe ich mich auf den Weg in mein Abteil machte, immer noch wütend, wenn auch nicht mehr ganz so stark.
Jule Farrel
Jetzt schwang meine eben wieder beruhigte Stimmung zu wütend um.
Was bildete Rye sich eigentlich ein? Natürlich war er bald darauf aus mich zu tötén, das wären wir alle. Es waren schließlich die verdámmten Hungerspiele, in denen wir uns in wenigen Tagen befinden würden.
Mit geballten Fäusten wollte ich nun ebenfalls in mein Abteil stürmen, hielt aber nach wenigen Schritten wieder inne. Ich könnte in dieser Nacht sowieso kein Auge zu machen, das hätte ich alleine schon nicht gekonnt weil ich wusste, das mein Tod bevorstand. Und jetzt war auch noch viel mehr passiert als hätte passieren sollen, weshalb ich jetzt noch mehr Stoff hatte um darüber nachzudenken. Keine sehr guten Voraussetzungen um zu schlafen.
Also lief ich aus leisen Sohlen aus dem Abteil heraus, in dem ich mich gerade eben noch befunden hatte, und tappte den Flur entlang. Doch nicht in die Richtung meines privaten Abteils, sondern in die entgegengesetzte. Ich wollte ans Ende des Zuges gelangen und sehen, ob man an die frische Luft konnte. Denn frische Luft war etwas, das ich jetzt dringend gebrauchen konnte.
Als ich endlich am Ende des Zuges angekommen war, war ich im ersten Moment enttäuscht. Wie es aussah gab es keinen Zugang zu frischer Luft.
Aber stattdessen war der komplette obere Abschnitt aus Glas, so das man zu allen Seiten hinaussehen konnte, und eine Art gepolsterte Rundbank zog sich am Fenster entlang. Daneben stand ein kleiner Tisch mit Süßigkeiten.
Staunend und einigermaßen zufrieden ließ ich mich auf der Bank nieder und starrte aus dem Fenster. Hier könnte ich es zumindest eine Weile lang aushalten, vielleicht bis ich müde wurde. Wenn das in dieser Nacht noch passieren würde.
(Also ich muss schon sagen, Rye hat einen Hang zur epicness xD)
(Oh und es ist kein Problem für mich wenn wir jetzt den nächsten Tag schreiben, dann ist Jule da halt einfach irgendwann eingeschlafen xD)
(Ja, also eigentlich hat er ehr Agressionen xD)
(Jaa, ich wollte eigentlich noch fragen, ob das okay wäre xD)
Rye Hawkpath
Wie erwartet, war es eine unruhige Nacht. Unzählige Träume quälten mich, in denen ich meine Mutter sah, die ich nur von Bildern her kannte, die mir sagte, dass es meine Schuld sei, dass sie gestorben war. Ich träumte von der Epidemie in Distrikt 11, die unzählige Leben gekostet hatte und die ich nur überstanden hatte, weil mein Vater das Geld für Medikamente. Die Bilder gingen in eins über, plötzlich war da Elly, die tót am Boden lag, obwohl ich sie doch nie da hatte liegen sehen und plötzlich die Augen aufriss und in der Stimme meiner Mutter schrie, dass alles meine Schuld wäre. Alles in allem war es schrecklich und als ich morgens um 5:00 Uhr zum wiederholten Male, schweißnass aufwachte, entschied ich, dass es keinen Sinn mehr hatte wieder einzuschlafen, nur um dann in einer Stunde wieder wach zu liegen. Also stand ich auf, zog mich an, ein einfaches graues Shirt mit einer schwarzen Hose, wir würden ohnehin im Kapitol auf unsere Stylisten treffen. Mein Badezimmer, war gründlich gereinigt worden, der Spiegel ersetzt worden, nur noch die unscheinbaren Narben an meinen Armen zeugten noch von dem gestrigen Vorfall. Tatsächlich hatte ich in meiner Wut gestern Nacht, mit dem Gedanken gespielt irgendwas kaputt zu machen, war dann letzendlich aber zu müde dazu gewesen. Als ich wieder auf meinem Bett saß, schon geduscht, war es 5:30 Uhr. Um diese Uhrzeit waren höchstens ein paar Avoxe wach, so viel stand fest. Also verzog ich mich wieder in das Essensabteil und schloss die Schranktüren, welche Jule gestern Abend hatte auf stehen lassen. Mit Sicherheit, hatten Überwachungskameras alles aufgezeichnet, aber allein für die Formalitäten, räumte ich etwas auf. In diesem Abteil wollte ich dann allerdings doch nicht bleiben, zu sehr erinnerte es mich an gestern. Also streunte ich im Zug umher, erreichte irgendwann das Ende und ließ mich auf einer gepolsterten Bank nieder, während ich durch die riesigen Glasscheiben nach draußen starrte.
(Macht doch keinen Unterschied xD
(Genau deshalb hab ich?s schon gesagt xD)
Jule Farrel
Als ich ein Geräusch hörte, schlug ich erschrocken die Augen auf und war damit natürlich sofort wieder hellwach.
Wann war ich überhaupt eingeschlafen? Es fühlte sich an, als hätte ich überhaupt nicht oder höchstens fünf Minuten geschlafen, doch als ich aus dem Fenster sah, sah man bereits die ersten Strahlen der Morgensonne auf uns zukommen. Schéiße!
Wäre ich doch bloß gleich ins Bett gegangen. Hektisch sah ich mich in dem Raum um, bis mein Blick an Rye hängen blieb, der am anderen Ende der gemütlichen Bank saß und seinen Blick starr auf die Fenster gerichtet hatte. Bemerkte er mich überhaupt? Was wollte er hier? Ich dachte ich hätte hier endlich meine Ruhe. Wäre ich doch bloß in mein Abteil gegangen. Wäre ich bloß, wäre ich bloß ... Das ganze gedenke brachte mir jetzt auch nichts mehr. Ich fühlte mich einfach nur schrecklich. Mein Hals brannte, genauso wie meine müden Augen und ich spürte, zum Glück nur ganz leichte, Kopfschmerzen aufkommen.
Ich blinzelte ein paar mal, ehe ich mir sicher war, das ich wieder einigermaßen klar sehen konnte, und sagte dann laut: ,,Gehts dir eigentlich noch gut?!,,
Meine Stimme klang vor Müdigkeit, Schlaflosigkeit und Durst ziemlich Rau.
Ich hatte zwar, wie es aussah, wirklich ein wenig geschlafen, aber ganz sicher nicht besonders gut. Ich hatte keine Sekunde lang wirklich tief geschlafen.
(Oops, irgendwie bin ich davon ausgegangen, dass sie noch ins Bett gegangen ist, naja egal xD)
Rye Hawkpath
Total erschrocken fuhr ich hoch und sprang vor Schreck einen halben Meter zurück, wo ich gegen die Glasscheibe knallte. Was um alles in der Welt? Wo kam Jule denn jetzt bitte her? Lag sie da gerade auch schon? Wie es aussah, hatte sie hier übernachtet. Ich war mehr als verwirrt. Warum war sie bitte nicht in ihr Abteil gegangen? Und was um alles in der Welt, wollte sie jetzt von mir? Sah ich so aus, als ob es mir gut ging? Ich war sicher ich schaute ziemlich verdattert drein, zum unzähligsten Mal, begriff ich nicht worauf Jule aus war. Trotzdem antwortete ich ihr: "Seh ich so aus?" Ich meine, ich hatte so überhaupt keine Ahnung, was ihre Frage sollte? Vielleicht sollt ich sie das lieber fragen. Wer schlief bitte auf einem öffentlichen Platz, wenn man sein eigenes Abteil hatte?
Plötzlich fragte ich mich, ob Jule schon mal auf der Straße hatte schlafen müssen. Möglich wäre es, oder? Mir fiel auf, dass sie ziemlich scheíße aussah. Praktisch so, als hätte sie die ganze Nacht nicht geschlafen. Hatte sie die Weinflasche gestern eigentlich noch leer gemacht? Das würde zumindest erklären, warum sie nicht in ihrem Abteil war. Vielleicht, war sie gestern Nacht so voll gewesen, dass sie es nicht mehr wieder gefunden hatte und hatte sich deshalb hier nieder gelassen. Bevor wir wieder zu irgendeinem Meeting mussten, sollte sie besser nochmal zurück in ihr Abteil, sonst würden die Stylisten wahrscheinlich Stunden brauchen, um sie für die Eröffnungsfeier fertig zu stylen.
(Ups Achso wir können das auch wieder ändern xD aber ich schreib jz einfach mal so weiter)
Jule Farrel
Leise Stöhnend rieb ich mir meine Augen und richtete mich dann schwerfällig auf. ,,Nein,,, Antwortete ich nur trocken auf Ryes frage. Ja, Rye sah wirklich nicht so aus als würde es ihm gut gehen, auf jeden Fall sah er schlechter aus als gestern. Aber ich sah bestimmt noch schlimmer aus, also was sollte es.
,,Wie spät ist es?,,, Insgeheim hoffte ich doch noch, es wäre erst ein oder zwei Uhr in der Nacht, doch die Morgendämmerung verhieß leider anderes. Ich sollte jetzt wohl lieber in mein Abteil gehen und mich waschen und umziehen. Alleine bei dem Gedanken daran, könnte ich im Moment losheulen. Alles was ich wollte war schlafen, und zwar in Ruhe und zuhause. In meinem Bett in Distrikt elf. Weg von Rye, von Alyss, von May und Rust und von den Hungerspielen. Aber das würde ich nie wieder können.
(Ne ne alles gut so xD)
Rye Hawkpath
Ich beschloss einfach nicht weiter über Jule nachzudenken, aus ihr wurde ich ja doch nicht schlau. Auf ihre Frage antwortete ich mit einem Schulterzucken. "Vielleicht Viertel vor Sechs oder so? Was weiß ich". Ich hatte absolut wenig Lust auf den heutigen Tag, nicht auf das Kapitol und noch weniger auf die Eröffnungsfeier, wo alle Tribute ins Kapitol einfuhren. Noch dazu, würde Rust uns wahrscheinlich wieder Pläne zu seiner tollen Taktik erstellen, von wegen ich sollte mich mit Jule verbünden. Plötzlich fiel es mir wieder ein. Ob der Deal, den ich mit ihr gemacht hatte noch stand? Ich hoffte es zumindest, denn eine andere Möglichkeit hatten wir momentan nicht. Am besten, ich klärte das gleich nochmal ab. "Steht unsere Vereinbarung noch?", fragte ich an Jule gewandt, die so müde zu sein schien, als hätte sie seit drei Tagen nicht geschlafen. Ich konnte es nachvollziehen, meine Nacht war auch nicht gerade angenehm gewesen. Und es würde nicht besser werden, definitiv nicht.
Jule Farrel
Einen Moment lang musste ich überlegen, welche Vereinbarung Rye Meinte, jedoch fiel es mir zum Glück schnell wieder ein. ,,Ja, natürlich steht sie noch. Ich halte meine Versprechen.,,, Murmelte ich nur schlecht gelaunt und verließ daraufhin das Abteil, um mich in meinem eigenen Abteil kurz zu duschen und fertig zu machen. Rye ging mir auf die Nerven. Eigentlich ging mir alles hier auf die Nerven.
Ich streifte mir meine Kleider vom Leib und warf sie achtlos auf den Boden, ehe ich in die kleine, und dennoch ziemlich luxuriöse Dusche stieg.
In wenigen Minuten hatte ich mich fertig geduscht und suchte mir ein paar frische Klamotten. Heute waren es also einfach eine halbwegs bequeme, hellblaue, enge Jeans und ein gelbes, etwas weiteres T-Shirt. Ich machte mir nicht einmal die Mühe, es in die Hose zu stecken.
Hoffentlich war das nicht zu schlicht oder zu gemütlich für das Kapitol, aber eigentlich war mir das auch völlig egal. Ich war heute schlecht drauf und mir war es im Moment gleich, was die Leute von mir denken würden. Ich hatte mich sowieso schon mit meinem Tod abgefunden, wozu sollte ich dann noch gut ankommen?
Schnell putzte ich mir noch die Zähne und band meine geföhnten, lockigen Haare zu einem groben Dutt, ehe ich mich schon als fertig empfand. Gegen meine Augenringe konnte ich vermutlich nicht viel machen, also blieb mir nichts anderes übrig, als sie zu akzeptieren.
Ich warf einen Blick auf die Uhr. Jetzt war es sechs Uhr morgens.
Mit einem seufzen verließ ich mein Abteil wieder. Aber wo sollte ich jetzt hin? Zu Rye ans Ende des Zuges zurückzugehen, hatte ich jetzt gar keine Lust.
Vielleicht sollte ich wieder in das andere Abteil gehen, in dem wir gestern Abend gewesen waren, doch darauf hatte ich jetzt eigentlich auch keine Lust. Vielleicht sollte ich einfach wieder in mein Abteil zurückgehen und versuchen, noch ein wenig zu schlafen.
Also tat ich das. Ich ging wieder in mein Abteil zurück und warf mich auf das federweiche Bett, woraufhin ich die Augen schloss. Vielleicht könnte ich besser schlafen, jetzt, wo es einigermaßen hell war
Rye Hawkpath
Nachdem Jule irgendwo hingegangen war, wahrscheinlich in ihr Abteil, hatte ich genug Zeit mir Gedanken zu machen. Das die Vereinbarung stand, beruhigte mich einerseits, dass sie ihre Verprechen immer hielt, verunsicherte mich eher. Hatte sie nicht auch einst verprochen, mich zu tötén? Ich hatte sie als niemanden eingeschätzt, der seine Versprechen brach, aber es nochmal von ihr persöhnlich zu hören, war etwas anderes.
Mir bereitete noch etwas anderes Sorgen, denn heute würden wir auf die anderen Tribute treffen. Dieser Tag hatte schon schlecht begonnen, da konnte es ja nur noch schlimmer werden. Dank meinem miserablen Gedächtnis, hatte ich die Hälfte der Namen, dich ich vor hatte mir zu merken, schon wieder vergessen. Da war das Mädchen aus Distrikt 12 gewesen, Raven hieß sie, denke ich, nein- moment....Ashley, ihr Name war Ashley!
In Gedanken korrigierte ich mich selber, ich konnte mich an so gut wie niemanden mehr erinnern. Ob ich Rust wohl nachher fragen konnte, ob er mir irgendeine Liste ausdrucken konnte? Nur mit den Namen und einem Foto? Vielleicht noch Körpergröße, aber auf keine Fall mehr Informationen, bis auf die Distriktnummer natürlich. Keine Ahnung, ob das helfen würde, aber so konnte ich mir vielleicht ein bisschen Wissen, über meine Gegner aneignen, so schlecht konnte das doch nicht sein, oder? Ich fragte mich, was Jule sich für eine Strategie ausdachte. Oder schlief sie vielleicht lieber, als sich über sowas den Kopf zu zerbrechen? Nachvollziehen konnte ich es, warum sich die Mühe machen, wenn man in ein paar Wochen mit großer Wahrscheinlichkeit schon tót war? Die Lage war verzwickt, so viel stand fest. Laut seufzend, machte ich mich auf den Weg zurück, wohin wusste ich noch nicht sicher, Hauptsache nicht herum sitzen.
Jule Farrel
Nach einer Zeit lang, in der ich vermutlich tatsächlich tief und fest geschlafen hatte, wurde ich ziemlich unsanft wachgerüttelt, bis ich mich langsam dazu durchrang, die Augen zu öffnen.
Es war Alyss Overhills, die sich dazu herabgelassen hatte, mich zu wecken. ,,Wie spät ist es?,,, Fragte ich ein zweites Mal an diesem Tag und richtete mich verschlafen auf.
,,Das braucht dich nicht zu kümmern. Bist du eigentlich von allen guten Geistern verlassen, Jule?,,, Brauste sie wütend auf, doch ich sah sie lediglich skeptisch an. Vermutlich war sie sauer, weil sie die Sache gestern mit dem Alkohol mitbekommen hatte. Das hatte ich erwartet.
,,Wir kommen gleich im Kapitol an und du hast nichts besseres zu tun als zu schlafen? Weißt du wie du aussiehst?,,,
Ich hob abwartend die Augenbrauen. Würde keine Predigt über Alkohol und dessen Schädlichkeit für Minderjährige kommen? Auf was wartete Alyss noch?
Als sie mich am Arm packen wollte, wich ich zum glück gekonnt aus, was nicht sonderlich schwer war, und sprang von meinem Bett auf. ,,Ich komm ja schon, kein Grund handgreiflich zu werden.,,, Erwiderte ich bissig und nahm den Weg aus meinem Abteil. Für diesen Satz würde ich den Rest des Tages noch stolz auf mich sein, das wusste ich jetzt schon.
Mit schnellen Schritten watschelte die riesige Alyss mir hinterher.
,,Wo ist Rye?,,, Fragte ich, bevor sie etwas sagen konnte.
Meine Frage klärte sich, als ich ihn in dem Abteil mit den Sitzplätzen Nahe der Zugöffnung hocken sah, in dem wir uns schon gestern befunden hatten.
Blinzelnd Fragte ich mich, ob ich hineingehen sollte, doch auch diese Frage klärte sich, als Alyss energisch die Tür öffnete und ich sah, das sich auch May und Rust wieder hier befanden.
Langsam trat ich also auch in das Abteil und warf als erstes einen Blick aus dem Fenster. Hinter der dicken Glasscheibe befand sich tatsächlich schon das Kapitol. Ohne meinen Blick von den prunkvollen Häusern außerhalb zu lösen, setze ich mich auf einen fensternahen Platz. Immer noch wartete ich darauf, das Alyss das mit dem Wein gestern Abend doch mitbekommen hatte und gleich erst richtig anfangen würde zu reden, doch vielleicht hatten wir Glück und es hatte wirklich noch keiner etwas mitgekriegt.
Wer hatte eigentlich die Weinflasche vom Tisch geräumt?
Also hatte es doch jemand mitgekriegt.
Rye Hawkpath
Als Jule zusammen mit einer wütenden Alyss Overhill reingeplatzt kam, steckte ich gerade die Liste mit den Tributen in meine hintere Hosentasche. Rust hatte mir tatsächlich ohne zu Zögern eine ausgedruckt, was mich wirklich gewundert hatte, ich hatte unser Verhältnis nicht unbedingt als das beste eingeschätzt. Die Uhr im Essensabteil zeigte uns, dass es 10:05 Uhr war und ich konnte irgendwie verstehen, warum Alyss vorhin einen Aufstand gemacht hatte, als ich ihr erzählt hatte, dass Jule wohl noch schlief. Unsere nächtliche Begegnung, sowie die heute morgen, hatte ich bewusst ausgelassen, wir mussten mit unserem Bündnis ja nicht gleich zu sehr auftragen. Da war wieder der wichtige Punkt: So müde, wie Jule aussah, konnte ich nur hoffen, dass sie an unsere Vereinbarung dachte. Ich versuchte sie erstmal weitgehend zu ignorieren, währen sie und Alyss sich setzten. Rust startete sogleich das Gespräch, während May auf ihrer gepolsterten Bank eingeschlafen war, was anscheinend jedoch niemanden zu stören schien. Offensichtlich war es jedes Jahr dasselbe mit May, sodass sich niemand mehr beschwerte.
Rust klatschte einmal mit seinen riesigen Pranken laut in die Hände, ehe er fragte:
"Soo, habt ihr euch das mit dem Bündnis inzwischen überlegt oder habt ihr irgendwelche anderen Taktiken, was ich aber eher bezweifle?" Abwechselnd schaute er uns an. Ich hatte mir vorhin vorgenommen, dass ich reden würde, nicht das Jule mir die Sach jetzt vermasselte. Eben diese machte mir aber einen Strich durch die Rechnung.
Gerade als ich zu sprechen ansetzte, fiel sie mir ins Wort. Mein Gesichtsausdruck blieb neutral, aber in Gedanken schrie ich sie an, jetzt geschickt an die Sache heran zu gehen, sonst konnten wir gleich einpacken. Wenn sie sofort einwilligen würde, dann würde sogar die schlafende May bemerken, dass irgendetwas im Busch war. Nun funkelte ich sie doch regelrecht an und beschwor Jule richtig zu handeln.
Jule Farrel
Erst als Rust kräftig in die Hände klatschte, schaffte ich es, meinen Blick vom Fenster zu lösen und sah ihn blinzelnd an, während er seine Frage stellte.
Ich wartete einen kleinen Moment, um Rye den Vortritt zu überlassen, falls er antworten wollte, entschloss mich dann aber relativ bald, selbst zu antworten, bevor dies in eine dieser peinlichen situationen abdriftete, in denen am Ende niemand Antwortete.
,,Rye und ich saßen gestern noch eine Weile da und haben überlegt, als ihr schon gegangen wart,,, Begann ich, und ließ meine letzten Worte leicht vorwurfsvoll klingen.
,,Am Ende sind wir zu dem Schluss gekommen, das wir uns doch verbünden sollten.,,, Sagte ich monoton ohne Rye dabei nur eines Blickes zu würdigen. ,,Vermutlich ist das die beste Strategie die wir kriegen können.,,,
Rye Hawkpath
Fast hätte ich erleichtert aufgeatmet. Eins musste man Jule lassen, das hatte sie gerade echt gut hinbekommen. Ich sah die Überraschung in Rusts Gesicht und hoffte einfach, er würde diese Erklärung schlucken, sonst konnten wir unseren Plan nämlich vergessen. Wobei, wenn ich genauer darüber nachdachte, wie wollten sie uns eigentlich davon abhalten, in der Arena nicht einfach da zu tun, was wir wollten?
In der Arena war man schließlich auf sich sich selbst gestellt, oder? Ich durchfühlte meine Erinnerungen an die letzten Hungerspiele, praktisch nach irgendwas, was einen Hinweis darauf gab, wie sie die Tribute beeinflussten, auch nach Beginn der Hungerspiele. Denn wenn ich ehrlich war, es war das Kapitol, die hatten ihre Mittel und Wege, oder? Als erstes kamen mir die kleinen Fallschirme, mit Sponsorengeschenken in den Sinn. Jedes Jahr, bekamen einige Tribute Geschenke von ihren Sponsoren in die Arena geschickt, die beispielsweise Essen oder Medizin enthielten. Wahrscheinlich konnten die Mentoren den Sponsoren einfach verwähren, irgendwelche Geschenke in die Arena zu schicken, um sie voran zu treiben. Wobei sich das im Fall von Distrikt 11 allerdings erledigte, unsere Tribute waren selten gut genug, um auch nur irgendwas gesponsert zu bekommen. Und so wie ich Jule und mich einschätzte, würde das bei uns nicht anders sein.
Aber ich erinnerte mich auch an Carter, einen Tribut aus Distrikt 2, ein untypischer Karriero, der unbemerkt das Nachtlager der Karrieros verlassen hatte um allein loszuziehen. Ob er wirklich glaubte, so bessere Chancen zu haben oder er wirklich nichts mit den anderen Tributen aus den Karriere Distrikten 1,2 und 4 zu tun haben wollte, wusste wohl niemand so genau. Die Arena war damals etwas, was man wohl einen Strand am Meer nennen konnte, mit Deichen, Watt und allem drum und dran.
Hinter dem Deich begann der Strand, dahinter lag das Meer und auf der anderen Seite des Deiches befand sich ein Wald. Wer nicht schwimmen konnte, hielt sich auf der Waldseite auf, so auch die Karrieros,die beiden aus Distrikt 4 mussten wohl schon früher gestorben sein. Problem war, der Wald war nicht sonderlich groß. Carter flüchtete also aus dem Wald hinaus und wollte sich wohl am Strand niederlassen, zwischen einer der zahlreichen Dünen, als die Sturmflut einsetzte. Sie spülte ihn mehr, als das sie ihn trieb zurück in den Wald. Die Flutwelle schwappte über den Deich und schien beliebig ihre Richtung verändern zu können, sollte Carter aufhören auf den Wald zu zu rennen. Natürlich hatte das Kapitol Möglichkeiten, die Tribute zusammen zu treiben. Wie hätte es auch anders sein sollen?
Ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf Rust. Einen Moment starrte er uns skeptisch an, ehe er lächelte und meinte: "Gut, wenn ihr dann endlich zur Vernunft gekommen seid, können wir ja fortfahren und weitere Taktiken für das Trainingscenter besprechen". Und jetzt hatten wir wahrscheinlich ein Problem. Rust zweifelte an unserem Bündnis und wenn wir nicht genauso wie Carter enden wollten, der noch am nächsten Morgen von den Karrieros für seinen Verrat bestraft worden war, mussten wir unsere Rollen vérdammt gut spielen. Hieß in etwa so viel wie: Rust auf unsere Seite ziehen und einen auf beste Freunde machen, wenn wir ihn irgendwie überzeugen wollten.
Jule Farrel
Nun warf ich Rye doch einen kurzen, etwas unsicheren Blick zu, den ich danach jedoch am liebsten wieder zurückziehen würde. ,,Wenn wir Verbündete sind, dann trainieren wir zusammen,,, Sagte ich zu Rust. ,,Oder nicht?,,, Fragte ich noch unsicher hinterher.
Ich könnte es mir nicht anders vorstellen, dabei wollte ich eigentlich sogar eher ungern mir Rye trainieren. Er würde meine Stärken und Schwächen besser kennenlernen, als mir lieb war. Der einzige Vorteil an der Sache war, das ich seine ebenso gut kennenlernen würde.
Alyss Overhills riss mich aus meinen Gedanken. ,,In etwa fünfzehn Minuten kommen wir an,,, Zwitscherte sie aufgeregt in unser Gespräch hinein, weswegen Rust offensichtlich ein wenig genervt war. ,,Stellt euch schonmal darauf ein.,,, Beendete sie ihren Satz und ich warf wieder einen kurzen Blick auf das Fenster.
Im Kapitol sah alles ganz anders aus als in Distrikt elf. Es gab offensichtlich keine Armut und keine Not hier, und alle Leute von denen ich bis jetzt einen Blick erhaschen konnte, waren ähnlich prunkvoll gekleidet und geschminkt wie Alyss.
"May the odds be ever in your favor!"
Re: The 25th Hunger Games || Berry and Sonni are finally back ♥
von raven am 18.10.2019 12:23(soo Pupsstrahl, jetzt schreib ich auch endlich)
Rye Hawkpath
Ich zog eine Augenbraue hoch, als Jule ihre zugegeben etwas überflüssige Frage stellte. Was dachte sie denn, was es bedeuten würde, ein Bündnis mit mir einzugehen? Zusammen zu Mittag zu essen, oder was? Mit Sicherheit wurden wir zusammen trainiert, aber mir sollte es recht sein, vielleicht konnte ich ihren Háss auf mich etwas zügeln. Das wäre wahrscheinlich hilfreicher als jedes Sponsorengeschenk, denn ich hatte die leise Ahnung, dass Jule einen gefährlicheren Gegner darstellen würde, als so manch anderer Tribut. Sie mochte nicht stark sein, aber wenn sie mich wirklich umbringen wollen würde, dann würde sie Wege finden, so viel war sicher.
Auf das Kapitol wollte ich mich ehrlich gesagt gar nicht einstellen, aber der Moment schien unweigerlich näher zu rücken, in dem wir aus diesem Zug steigen würden und warhscheinlich nie mehr zurückkehren würden. Deshalb stellte ich mich auch nicht zu Jule ans Fenster, sondern blieb am Tisch sitzen, den Blick auf die Tischp*** gesenkt. Mir wir fast schlecht vor Angst, vor dem was kommen würde. 15 Minuten waren eindeutig zu wenig Vorbereitungszeit, dass wurde mir schlagartig bewusst, als ich das Kapitol aus dem Augenwinkel immer prächtiger werden sah. Schluckend hielt ich meine linke Hand fest, obwohl sie doch gar nicht zitterte und senkte den Blick nun in meinen Schoß.
(Und ich mach mich jetzt auch endlich wieder ran, Beerenschéiß xD ach weißt du was, nenn mich doch einfach Pupsi und ich nenn dich Schéißi, wie wär das?)
Jule Farrel
,,Ja, das macht man normalerweise so, wenn man verbündet ist.,,, Gab Rust etwas irritiert von sich.
,,Ahja.,,, Brachte ich nur hervor. Ja, vermutlich war das die beschíssenste Antwort die ich hätte geben können, doch zu mehr war ich im Moment nicht mehr imstande.
Fünfzehn Minuten.
Ich wollte es mir nicht eingestehen, aber ich war verdàmmt nervös. Meine Hände und arme begannen leicht zu zittern, doch hoffentlich nicht genug als das es jemand merken könnte. Mir war kótzübel. Was würde jetzt als erstes mit uns passieren? ,,Was machen die jetzt als erstes mit uns wenn wir ankommen?,,, Musste ich einfach fragen und hielt mich mit einer Hand am Fenstersims fest.
Vielleicht war das eine dúmme frage, aber ich hatte eben im Moment realisiert das der ganze albtraum des Kapitols und der hungerspiele jetzt erst beginnen würde und war nicht imstande dazu, wirklich klar zu denken.
(Fantastisch Pupsi xD
Ich les gleich kurz im Buch nach, was als nächstes passiert, könnte etwas dauern bis ich antworte xD
Aber sonst kannst du vielleicht im FliederClan schreiben xD)
(Danke, danke Schéißi xD
Als erstes kam doch der ganze Kram wo sie so hübsch gemacht wurden, oder? Die Stelle hab ich sogar noch im Buch gelesen xD
Jaja mach ich, und GoT RPG muss ich ich noch schreiben)
Rye Hawkpath
Die 15 Minuten fühlten sich eher wie drei an, als der Zug sein Tempo verlangsamte und wir langsam in den Bahnhof einrollten. Um ehrlich zu sein, war ich überhaupt nicht bereit, auch nur einen Fuß ins Kapitol zu setzen. Rust gab hektische Anweisungen in Richtung:"Ihr tretet zusammen aus dem Wagon, winkt in die Menge und werdet dann sofort abgeholt, kein großes Aufsehen erregen!"
Alyss prüfte ihre Haare in einem Taschenspiegel und May strich ihre Bluse glatt, die ihr irgendwie zu weit zu sein schien.
Dann blieb der Zug stehen, wir hatten uns bereits vorher vor den Türen postiert und als diese jetzt aufgingen, wollte ich am liebsten schreien. Eine riesige Menschenmasse, die auf das Eintreffen der Züge aus den zwölf Distrikten wartete, allesamt so bunt gekleidet wie Alyss Overhill, in der zweiten Reihe sah ich sogar eine Frau Irokesenha***nitt- in den Farben des Regenbogens. Ich konnte keine einzelnen Worte verstehen, aber allein die Tatsache, dass sie sich freuten, war ersschreckend genug.
Mechanisch hob ich die rechte Hand und winkte müde, als Rust mir einen kräfitgen Schubs in den Rücken gab, der mich aus dem Zug stolpern ließ. Jule stand schon draußen auf dem Bahnsteig, ich hatte anscheinend den Moment verpatzt, indem wir gemeinsam raustreten sollten. Bevor ich überhaupt einen weiteren Gedanken verschwinden konnte, wurden Jule und ich auseinander gerissen und in entgegengesetzte Richtungen eskortiert. Ich hatte die böse Vorahnung, dass wir nicht gleich zu unseren Stylisten gebracht werden würden und diese bestätigte sich, als ich hinter eine Trennwand geschoben wurde und mich ausziehen durfte. Am liebsten hätte ich meinen Kopf gegen die Wand geschlagen, der Zug war um Längen angenehmer gewesen, als das Kapitol jemals sein würde.
Jule Farrel
Ich musste mich sehr beherrschen, nicht zu schreien, loszurennen, mich versuchen zu befreien oder sonst irgendetwas dúmmes zu machen, als ich von ein paar Männern in ein Gebäude gebracht, oder eher gescheucht, wurde.
Rye hatte ich in dem Trubel der letzten Minuten schon lange aus den Augen verloren, aber ich schätzte, das er nicht hier war. Genauso wenig wie Alyss, May, Rust oder irgendjemand anderes der mir auch nur im geringsten vertraut war.
Die Männer verschwanden und stattdessen würde ich nun von einer kleinen Gruppe Frauen mitgenommen.
Als sie mir mitteilten, ich solle mich ausziehen, hätte ich Ihnen am liebsten erst einmal einen Vogel gezeigt.
Doch als ich mich weigerte, begannen sie einfach selbst mir die Kleider vom Leib streifen zu wollen, weshalb ich das dann doch selbst übernahm.
Vielleicht sah auch nur ich das so, aber für mich gehörte das auf jeden fall unter eine schwere Verletzung der Privatsphäre, und noch war ich nicht in den hungerspielen.
Ich wurde danach eine ganze Weile lang gewaschen und gepflegt. Sie entfernten mir sogar meine Körperbehaarung, was tatsächlich noch viel schmerzhafter war als ich es mir vorgestellt hatte. Ich verstand immer noch nicht, warum es wichtig war, das meine Beine unbehaart waren. Für mich machte das optisch kaum einen Unterschied, und am Ende wären meine Beine vermutlich sowieso nie zu sehen.
Am Ende dieser ganzen Prozedur wurde ich noch schnell eingecremt, bevor ich endlich entlassen wurde.
Inzwischen hatte ich ein weißes Kleid an, das ähnlich aussah wie die Kleidung der Patienten in Krankenhäusern und hatte offene Haare.
Ich fühlte mich wund, nackt und viel zu sauber. Vermutlich war ich tatsächlich noch nie in meinem Leben so sauber und rein gewesen.
Ich befand mich nun auf irgend einer liege in einem ziemlich weißen Raum und erschrak, als ich plötzlich Schritte hörte. ,,Ich bin deine Stylistin Kaya,,, Nahm ich die dazugehörende Frauenstimme war. ,,Und du bist Jule, richtig?,,
(Erstmal Respekt an Pupsi, dafür das sie noch um 00:06 Uhr geantwortet hat :3)
Rye Hawkpath
Ich hatte erwartet, dass es schmerzhaft sein würde, aber nicht so schmerzhaft. Alles in allem wurde ich praktisch wie ein Schaf geschoren und bestimmt zehnmal abgerubbelt, beovr ich komplett lädiert endlich in Ruhe gelassen wurde. Diese Idioten hatten sogar gefragt, ob sie meine Dreads aufmachen dürften und wenn ich nicht zehn Minuten mit ihnen diskutiert hätte, hätten diese drei komischen Vögel mir womöglich eine Kurzhaarfrisur verpasst. Stattdessen wurde ich mit irgendeinem Öl eingeschmiert, sodass meine Haut fast schon unnatürlich glatt war. Das wünschte ich selbst meinem schlimmsten Feind nicht, nicht mal Jule, obwohl sie wahrscheinlich Ähnliches durchlebt hatte. Nachdem das Trio den Raum verlassen hatte, kam sogleich ein recht kleiner Mann rein gestöckelt, der tatsächlich schwarze High Heels trug, was zugegeben mehr als selstsam wirkte, aber ich ließ mir nichts anmerken. Er steckte in einer Art...Ganzkörperanzug? Undefinierbar, was das darstellen sollte, oben schloss der Overall jedenfalls in einem Rollkragen ab. Zumindest und das war wirklich das einzige Normale an dem Typen, hatten seine Haare einen natürlichen Braunton.
"Freut mich, dich kennenzulernen Rye!" zwitcherte er mit seiner überraschend hohen Stimme und em üblichen Kapitol Singsang. Zugegeben, es ärgerte mich ziemlich, dass jeder meinen Namen und anscheinend überhaupt alles über mich wusste und ich der Ahnungslose war, aber der Typ stellte sich sogleich vor.
"Ich bin Bran Garcia und ab sofort dein Stylist!" Breit lächelnd deutete Bran dabei auf sich, so als wäre ich irgendwie geistig beeinträchtigt oder so.
"Wahrscheinlich nicht mehr so lange", brummte ich und startte ihn an. Dieser Garcia war mir unsympathisch und was sollte er schon gegen Unfreundlichkeit ausrichten?
Garcias Lächeln erlosch und er redete weiter: "Nun ja, die Outfits für die diesjährigen Tribute aus Distrikt 11 wurden gestern fertigestellt. Wie ich finde-", dabei deutete er wieder auf sich "-haben sich die Stylisten, dieses Jahr selbst übertroffen!"
Wahrscheinlich hätte ich nicht so patzig antworten sollen, denn das "Outfit was jetzt kam, war wirklich mehr als schrecklich.
Es bestand aus einem knallroten Overall, was allein schon schlimm genug war, rot sah meiner Meinung nach furchtbar agressiv aus, allerdings war das eher nebensächlich. Von den Schultern des ärmellosen Einteilers, ging je ein etwa sechs Zentimerter breites, rotes Band bis zum Handgelenk, wo es in einer Schlaufe endete. Von der Brust, der Taille, der Hüfte, sowie den Kniekehlen, waren ebenfalls straffe Bänder gespannt, die irgendwo in Schlaufen am Arm endeten, und ich wusste bei bestem Willen nicht, wie man sich da noch bewegen sollte. In der anderen Hand hielt Bran noch schrecklichere, ebenfalls rote Stiefel, die ähnlich wie Balletschuhe (Cerise hatte welche zu Hause), nach oben am Knöchel hoch geschnürt wurden, sodass sie knapp unter den Knien endeten.
Die Krönung aber war der grüne Kopfschmuck, der sogar Alyss' Haaren Konkurrenz zu machen schien. Zuerst sah es aus wie ein Krone, mit großen Blättern an der Stirnseite, doch beim näheren hinsehen erkannte ich, dass dieses Ding einen Haarreif darstellen sollte. In mir machte sich die Befürchtung breit, dass meine Dreadlocks so völlig unkontrollier nach oben stehen würden.
Mein Stylist, beobachte meine Reaktion genaustens und mit ungläubigem Blick, fragte ich ihn letzendlich die einzig logische Frage:
"Soll das eine überreife Tomate darstellen?"
(Okay Sonni, was hälst du davon, wenn sie als riesige Tomaten gehen xD just kidding)
(Update, es ist doch ne Tomate geworden, lol lol lol)
(Danke Danke, ich war auch schon ziemlich müde XD
Ach ja und wir müssen uns tatsächlich jetzt erstmal n Outfit überlegen. Also Tomate ist wenigstens mal n Anfang oder? Hahaha)
Jule Farrel
Skeptisch und mit hoch gezogenen Schultern musterte ich die Frau, die nun vor mir stand und meine Stylistin zu sein behauptete. Vermutlich war sie es auch, denn warum sollte sie sonst hier sein? Trotzdem hatte ich mir etwas weniger angsteinflößenfes vorgestellt.
Diese Kaya war riesig, bestimmt um die 1,85 Zentimeter, und wäre das nicht schon schlimm genug, war sie dazu auch noch ziemlich breit. Nicht dick, sondern einfach breit. Ihre Beine sowie ihre Schultern und ihr Oberkörper hatten etwas eher männliches, wie ich fand.
Trotzdem war ihre hohe, sehr weibliche Stimme eine wahrliche Wohltat für meine Ohren und ihr Gesicht war ebenfalls sehr sanft.
Sie hatte lange, dunkelbraune Haaren die in künstlichen Locken bis zu ihrer Hüfte hinunterfielen und sie war stark und kunstvoll geschminkt.
Ihr Gesicht war auch nicht das, was mir an Ihr Angst machte.
Es waren eher der oben schon genannte, riesige, breite Körper, der aussah, als könne Kaya mir mit nur einem Handgriff das zarte Genick brechen oder mich packen und gehen die Wand schmettern.
Doch warum sollte sie? Vermutlich war ich durch die Gefühle und Gedanken der letzten Stunden schon so traumatisiert, das ich als erstes an so etwas denken musste, wenn ich einen Menschen sah.
,,Äh ... Ja, hallo.,,, Presste ich nach einer Weile heraus. Kaya lächelte mich daraufhin nur ziemlich freundlich an. Wer weiß, vielleicht war sie ja sogar ganz nett. ,,Also, Jule. Wie du vielleicht schon weißt, werden du und die anderen Tribute jetzt von uns eingekleidet.,,, Erklärte sie mir. Natürlich wusste ich das, ich war nicht dúmm. Jetzt gleich würden die Hungerspiele von uns eröffnet werden, und dafür brauchten wir einzigartige Kleider die zu unseren distrikten passen.
Kaya drehte sich um und holte etwas von einem Tisch, das ziemlich verdächtig nach einem Haufen rotem Stoffes aussah.
Sie stiefelte mit ihren Heels wieder zu mir und hob es hoch. ,,Und das,,, Meinte sie. ,,Haben wir uns für Distrikt elf einfallen lassen.,,,
Es war ein ärmelloses, rotes, vermutlich etwa knielanges Kleid, welches die Taille betonte und danach in einer Art Schirmhaften, runden Form die Beine bedeckte. Das alleine wäre vielleicht noch akzeptabel gewesen, wäre da nicht der hässliche, enge Kragen gewesen von dem sich rote Bänder über die Schultern zogen und dann die nackten Arme hinunter bis etwa zum Handgelenk führen, zumindest sah es so aus.
Viele weitere, rote Bänder führten vom ganzen Körper aus bis zu den Armen und ich fragte mich, wie bescheuert dies wohl aussehen würde.
Dazu holte Kaya noch ein paar ebenfalls rote, geschnürte Stöckelschuhe die ungefähr bis zu den Fußgelenken reichen würden und ein merkwürdiges, grünes etwas. Erst nach ein paar Sekunden raffte ich, das dies ein Haarreif sein sollte. Kunstvolle Blätter, vermutlich aus Glas, schmückten ihn an den Seiten links und rechts, was vermutlich eindeutig zu viel des Guten war. ,,Ist es nicht wundervoll?,,, Fragte sie und ich zwang mich zu einem Lächeln. ,,Ja, natürlich. Es ist äh ... Sehr speziell.,,, Meinte ich gutmütig, da ich Kaya nicht unbedingt verletzen wollte. Trotzdem verschwand mein Lächeln sofort danach und ich setzte den etwas angewiderten Gesichtsaudruck wieder auf. Ich konnte mir auf keinen Fall vorstellen, das zu tragen.
Rye Hawkpath
Heftig nickend wedelte Garcia mit dem schrecklichen Kostüm herum und deutete auf die Trennwand.
"Ich gebe dir den Overall mit und den Rest passen wir dann gleich vor dem Spiegel an!", verkündete er und ich musste mich wohl oder übel damit abfinden, dass Gespött des ganzen Distriktes zu werden. Besser gesagt, aller Distrikte. Jedenfalls musste ich da nicht allein durch. Es sei denn..., sie hatten Jule irgendwas anderes gegeben. Wenn sie nicht mindestens etwas halb so lächerliches trug wie ich, würde ich dieses grässliche Outfit nicht tragen, so viel stand fest.
Mit dieser komischen Decke stapfte ich auf die Trennwand zu, nahm Garcia auf halbem Weg den Overall ab und verschwand hinter der Trennwand, wo freundlicherweise schon Unterwäsche lag.
Zu meinem Leid, gab es hinter diesem Ding keinen Spiegel und als ich das Tomatenkostüm dann endlich halbwegs anhatte, trat ich nach draußen. Kritisch beobachtete der Stylist mich, zupfte hier und da an den Bändern, die mir so gut wie keinen Bewegungsfreiraum ließen und wollte anscheinend schon weiter zu den Stiefeln gehen, als sein Blick auf meine unbedeckten Knöchel fiel.
Er schlog sich die Hand vor den Mund und japste: "Zu kurz? Das kann nicht sein! Wir haben alles genau berechnet, wie konnte das pa-"
"Bei allem Respekt, aber mit den Stiefeln sieht das doch sowieso niemand", unterbrach ich seinen kurzen Redeschwall.
Skeptisch musterte Bran mich und murmelte irgendwelche Worte vor sich hin, ehe er schließlich langsam nickte. " Nun gut...", waren seine Worte.
Dann also jetzt der Haarreif.
Und das war ohne Zweifel das Schlimmste am ganzen Kostüm. Wie erwartet standen meine Haare unter dem grünen Blätterding wild vom Kopf ab, das sogar noch mehr als sonst und es sah einfach nur lächerlich aus.
Garcia war allerdings völlig begeistert und half mir schließlich noch bei den Stiefeln, in denen man noch weniger Bewegungsfreiheit hatte, als in dem Einteiler und führte mich dann von dem großen Spiegel weg, zu einem Stuhl.
Der Kerl faselte doch tatsächlich etwas von Make-up.
Jule Farrel
Als mir angewiesen wurde, es anzuprobieren, richtete ich mich schwerfällig auf und starrte etwas unschlüssig auf das Kleid, das Kaya mir hinhielt.
Alles in mir sträubte sich dagegen, es entgegen zu nehmen, doch schließlich tat ich es und verschwand in der umkleide.
Es kostete mich einige Mühen, dieses Feste und unbiegsame Kleid anzuziehen, schaffte es nach ein paar Minuten jedoch. Zumindest fast, den Verschluss an meinem Rücken kriegte ich nicht verschlossen und einige Bänder hingen immer noch lose an dem Kleid, da ich mir unsicher war wohin sie sollten.
Die Schuhe zog ich nicht an, da sie für mich ziemlich unbequem aussahen. Lieber blieb ich barfuß.
Das bücken, um die Schuhe vom Boden aufzusammeln, ging ziemlich scherwällig vonstatten aber ich schaffte es schließlich und tappte wieder aus der umkleide hinaus.
Kaya schlug die Hände aufeinander und sah mich verzückt an. ,,Oh, fantastisch!,,, Murmelte sie und lief um mich herum.
Schnell richtete sie einige der losen Bänder und schnürte die Rückseite des Kleides fest.
Zufrieden musterte sie mich. ,,Die Schuhe fehlen noch, ich würde sie gerne einmal an dir sehen.,,, Meinte sie.
Ich konnte mir einen leisen Seufzer nicht verkneifen und versuchte, mich zu bücken, um die Schuhe nun doch anzuziehen. Leider saß mein Kleid nun erst richtig fest und ich kam keine paar Zentimeter mehr weit runter.
Hilfesuchend sah ich Kaya an, die daraufhin sofort meine schuhe nahm und sie mir anzog.
Es war ein merkwürdiges Gefühl, auf so hohen Schuhen zu stehen, und ich hatte die Vorahnung, dass das auf lange Sicht ziemlich unangenehm werden könnte. ,,Na los, lauf einmal!,,, Forderte Kayla mich an und ich sah sie unsicher an. ,,Ich bin noch nie auf so hohen Schuhen gelaufen.,,, Teilte ich ihr mit.
,,Dann wird es höchste Zeit. Probier es!,,, Erwiderte sie nur und ich ging zweifelnd einen Schritt nach vorne.
Es war ein komisches, schwerfälliges Gefühl, aber es war nicht so schlimm wie ich es mir vorgestellt hatte.
Nun war es Kaya, die mich unsicher ansah. ,,Hmm, das laufen müssen wir vermutlich noch ein wenig üben.,,, Murmelte sie, eher zu sich selbst als zu mir.
Dennoch schnürte sie mir die Schuhe wieder auf und legte sie beiseite. ,,Egal, das hat nachher noch Zeit. Setz dich doch!,,, Sie deutete auf einen Stuhl vor einem großen Spiegel, und ich vermutete, das sie mich gleich schminken würden.
Ich versuchte, mich zu setzen, schaffte es dank des festen, schalenartigen Rockes des Kleides.
,,Oh, verzeih.,,, Sagte Kaya und löste den Rock von dem Kleid, so das ich nun nur noch in einem engen, roten Unterrock dastand, welcher mir etwa bis zu den Schenkeln ging.
Erleichtert ließ ich mich auf den Stuhl sinken und lehnte mich zurück. Dieses Ding war verdàmmt unbequem und ich freute mich nicht darauf, es später wieder anzulegen.
Rye Hawkpath
Die ganze Sache endete damit, dass ich mich konstant beschwerte, dass ich kein Make-up wollte, Garcia etwas von Modefarben faselte und wir Zwei so heftig diskutierten, dass er schließlich den Tränen nahe schien und ich einknickte. Überraschenderweise, war jeder Hauch von Tränen sofort weggeblásen und er machte sich begeistert an seine Arbeit. Seufzend ließ ich die Prozedur über mich ergehen und wunderte mich schließlich, dass das Endergbnis doch relativ natürlich ausgefallen war. Wenn man von dem grünen Eyeliner absah, der aber durch meine dunkle Haut, etwas unterging. Mir sollte es recht sein. Nach vollen zwanzig Minuten durfte ich endlich wieder aufstehen und Bran eilte vorraus um die Stiefel zu holen.
"Wie soll ich da rein kommen?", fragte ich zweifelnd, denn ich hatte wenig Lust meinen Fuß durch dieses Bändergeflecht zu quetschen. Musste ich laut meinem Stylisten allerdings. Und ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich eine volle Viertelstunde damit beschäftigt war, diese blöden Stiefel anzuziehen.
Garcia strahlte über das ganze Gesicht, während er hier und da noch Bänder richtigte und mich dann draußen auf einen Gang führte, wo wir auf Jule und ihre Stylisten warten sollten. Ich brauchte praktisch schon eine Minute für die die paar Meter nach draußen auf den Gang, weil ich mich in dem Overall so gut wie gar nicht bewegen konnte. Draußen lehnte ich dann lieber an der Wand, steíf wie ein Brett, aber ich würde nachher noch genug stehen müssen. In einem Pferdewagen. Vor dem ganzen Land. Mein Kopf fuhr herum, als ich hörte wie sich eine Tür hinter mir öffnete.
Jule Farrel
,,Sollen wir ihr die Haare glätten?,,, Hörte ich eine Frau hinter mir Kaya fragen, die wohl gerade hier war um meiner Stylistin zur Hand zu gehen.
,,Haare glätten?,,, Fragte ich beinahe ein wenig ängstlich nach hinten und drehte meinen Kopf herum.
,,Nein, das sähe bei ihr zu unnatürlich aus. Die Locken haben viele in Distrikt elf.,,, Antwortete Kaya und ignorierte mich. ,,Dann irgend eine Frisur?,,, Fragte die Frau weiter, und ich betete insgeheim, das Kaya wieder verneinen würde.
Diese hatte meine Gebete offenbar erhört, denn sie sagte: ,,Nein, nein, der Haarreif reicht aus, denke ich.,,, Und lächelte kurz.
Ich konnte mir einen erleichterten aufatmer nicht verbieten und legte meine Arme etwas entspannter auf die Armlehnen des Stuhls.
Die nächsten Stunden verbrachte ich damit, mir fast das Hinterteil abzusitzen und mich zu Tode zu langweilen, während Kaya die Zeit damit verbrachte, mich zu schminken. Die ganze Zeit lang betete ich zu Gott, es würde nicht total bescheuert aussehen, damit Rye mich später nicht auslachen konnte.
Am Ende war das Ergebnis immerhin nicht so schlimm wie ich es mir vorgestellt hatte; Meine Augen sahen mit den künstlichen Wimpern und dem Lidstrich gar nicht mal so schlecht aus, wenn auch etwas übertrieben. Meine Wimpern waren sowieso schon voll genug gewesen, die Kunstwimpern hätte man ruhig weglassen können.
Was ich sonst noch anderes auffinden konnte, waren meine Wangenknochen, die unnatürlich und fast ein wenig grünlich schimmerten. Hatten sie mir Glitzer auf das Gesicht geschmiert? So sah es nämlich beinahe aus.
Auf meine, zum Glück immernoch lockigen Haare, setzte Kaya zum Abschluss noch den Grünen Haarreif bevor sie in die Hände klatschte.
,,Ah, Fantastisch!,,, Sagte sie und eilte wieder davon, um die Schuhe zu holen. Stimmt ja, die Schuhe musste ich ja jetzt wieder anziehen.
Und den Rock.
Deprimiert sah ich zu, wie Kaya mir die Schuhe wieder anzog und mir bedeutete, das ich aufstehen sollte.
Als ich das tat, legte sie mir wieder den stéifen, schirmartigen Rock an und drückte kurz meine Hand.
,,Mit diesem Outfit wirst du mehr als genug Sponsoren kriegen, keine Angst liebes.,,, Sagte sie aufgeregt, doch ich konnte ihre Zuversicht leider nicht teilen.
Ich fühlte mich alles andere als wohl und mir gefiel nicht einmal, was ich trug.
,,Ich hab keine Angst.,,, Erwiderte ich etwas gereizt und folgte Kaya mit stéifen, staksigen Schritten aus dem Raum.
Wir kamen in einen Flur, und ich wollte gerade fragen, wo genau sie mich jetzt hinführen wollte, als ich zwei andere Personen auf dem Gang entdeckte, die praktisch schon direkt neben unserer Tür standen.
Rye lehnte an der Wand, und neben ihm ein kleiner, geschminkter Mann der Stöckelschuhe trug. Vermutlich sein Stylist.
Als ich meinen Blick von seiner merkwürdigen Erscheinung lösen konnte und nun Rye musterte, konnte ich mir ein kleines grinsen nicht verkneifen. Er sah bestimmt noch blöder aus als ich. ,,Das sieht ja entzückend aus, mit diesem Outfit gewinnst du sicher die Gunst aller Sponsoren,,, Spottete ich und hoffte, das Kaya und der merkwürdige Stylist an Ryes Seite nicht merken würden, das ich die Worte nicht ernst meinte.
Rye Hawkpath
Die Augenbrauen hochziehend betrachtete ich Jule. Ich meine, sie sah auch völllig lächerlich aus, aber jedenfalls hatte sie keinen super steífen Overalls an, der sie am Gehen hinderte. Wobei dieses Kleid auch nicht wirklich bequem wirkte. Schon als sie aus der Tür trat, wusste ich das sie mir irgendeinen Spruch reindrücken würde. Eigentlich hatte ich gedacht, dass wir das wegen unserem angeblichen Bündnis etwas reduzieren würden, aber bitte, wenn sie es auf die harte Tour wollte, dann sollte sie die auch kriegen.
"Sei lieber still Zwerg, in deinem Outfit siehst du auch nicht viel besser aus-" , ich ignorierte Garcia der einen entsetzten Blick mit Jules Stylistin tauschte und fügte noch hinzu, "-wenn du Glück hast, geht du mir in den Schuhen bis zum Knie"
Ich hoffte inständig, dass sie jetzt nicht gleich auf mich losgehen würde, einen Schubser und ich würde wie ein Bauklotz auf den Teppichboden kippen.
Jule hatte es so gewollt, wenn sie keinen Kommentar abgelassen hätte, hätte ich auch nichts gesagt, so gesehen, war es nicht meine Schuld. Gut, ich hätte einfach die Klappe halten können, aber Jule dadurch einen Triumph gönnen? Sicher nicht.
Außerdem stimmte es, die Schuhe machten sie in meinen Augen auch nicht wirklich größer, auch wenn es sicher schmerzhaft war, darin zu laufen. Apropos schmerzhaft, ich hatte das Gefühl, als würden mir dieses Stiefel das Blut abschnüren, so fest saßen sie.
(Hahaha ich Feier Rye so sehr xD)
Jule Farrel
Um ehrlich zu sein, machte mich Ryes Satz schon etwas perplex, und ich wusste im ersten Moment nicht, was ich jetzt darauf antworten sollte.
Ich hatte wenigstens versucht meine sticheleien verdeckt zu halten, er dagegen warf sie mir offen hinaus an den Hals.
,,Genau genommen gehe ich dir sogar bis über die Schulter, mit den Schuhen sogar noch weiter,,, Bemerkte ich und versuchte, möglichst ruhig zu bleiben. ,,Wenn du denkst du kannst mich irgendwie verunsichern, dann bist du noch dümmer als du aussiehst, Rye.,,, Presste ich zwischen meinen zusammengepressten Zähnen hervor. Ich hätte auch gerne eine passende Beleidigung für ihn gehabt, jedoch erreichte meine Kreativität bei diesem Punkt so langsam ihre Grenzen. Er war nicht wirklich fett, und auch nicht klein. Und einen Riese konnte ich ihn auch schlecht nennen, denn das wäre ja eher etwas gutes. Doch ich würde mir bald noch etwas gutes überlegen, das schwor ich mir.
"May the odds be ever in your favor!"
Re: The 25th Hunger Games || Berry and Sonni are finally back ♥
von raven am 18.10.2019 12:25(jaja ich auch xD Ich musste das mit dem Knie einfach schreiben xD)
Rye Hawkpath
Augen verdrehend, heftete ich meinen Blick auf die gegenüberliegende Wand. Ich wollte eigentlich nicht mit Jule streiten, was auch der Grund war, warum ich erstmal nichts erwiderte. Klar, sie hatte recht, aber es war schließlich offensichtlich gewesen, dass ich nur einen Witz gemacht hatte, oder?
Plötzlich bemerkte ich aus dem Augenwinkel wie Garcia in ein winziges Mirkrofon an seinem schwarzen Ganzkörperanzug sprach. Das verhieß mit Sicherheit nichts Gutes.
Wenn er jetzt Rust erzählen würde, dass Jule und ich uns augenscheinlich nicht wie Verbündete verhielten, hatte ich gerade meinen eigenen Plan zerstört.
Mir musste etwas einfallen und zwar schnell. Mit eindringlichen Blicken versuchte ich Jule irgendwie zu verdeutlichen, was Bran gerade tat, aber sie starrte mich immer noch wütend an.
Blieb nur noch eine Möglichkeit. Ich konnte nur hoffen, dass Jule mich auch diesmal nicht schlagen würde. Ich atmete noch einmal tief durch, ehe ich die wenigen Meter zu ihr hinüber maschierte, schließlich lief ich durch das Kostüm total angespannt.
Angekommen lächelte ich bloß, legte ihr eine Hand auf die Schulter und sagte fröhlich: "Ach, ich mach doch nur Spaß, nimm nicht allzu ernst, was ich sage, in Ordnung?"
Wenn Jule immer noch nicht kapierte worum es ging, würde sie mich vielleicht als verrückt abstempeln, aber was hätte ich sonst tun sollen?
Jule Farrel
Ich spürte förmlich, wie die Wut langsam, oder eher schnell, von meinen Zehen bis zu meinem Kopf hochschoss, als Rye mir dann auch noch seine Hand auf die Schulter legte. Das hätte wirklich nicht sein müssen und brachte das Fass in mir zum Überlaufen. Aber was sollte ich tun? Ich wollte ihn vor unseren Stylisten ungern beleidigen oder schlagen, wir hatten immerhin auch noch ein Bündnis vorzutäuschen.
Schließlich blieb mir nichts anderes übrig, als hastig und mit wutverzerrtem Gesicht einen Schritt nach hinten rückte, um Ryes Hand von mir fern zu halten, und ihn böse anzusehen. ,,Du bist doch bescheuert.,,, Murmelte ich leise, ehe mir auffiel, das irgendetwas komisch war.
Das, was Rye gerade eben gesagt hatte, passte eigentlich nicht zu ihm und dem, was er gerade eben noch davor gesagt hatte. Ebenso wie die, auf einmal fröhlichere Stimmung. Er lächelte ja sogar. Bestimmt war irgendetwas, der vielsagende Blick von ihm gerade eben hätte mir schon als Warnung genügen müssen. ,,Äh ... Ja, natürlich, ich hab auch nur Spaß gemacht!,,, Sagte ich etwas lauter, konnte mich jedoch leider nicht auch noch zu einem Lächeln wie seins durchringen. Vermutlich hatte ich jetzt das, um was auch immer es genau ging, total vermasselt.
Rye Hawkpath
Garcia hatte aufgehört, in sein Mini-Mirkofon zu sprechen und beobachtete uns jetzt interessiert.
Meine Technik, die vorsah, Jule so lange anzustarren, bis sie aufhörte dúmmes Zeug zu labern, hatte glücklicherweise doch noch geklappt. Sie war zwar nicht so überzeugend wie ich, vermutete ich jedenfalls, aber es sollte reichen.
Als ich alleridings den skeptischen Blick von Jules Stylistin sah, wusste ich, dass es auf jeden Fall nicht überzeugend gewesen war. Ich merkte wie sich Schweiß auf meiner Stirn ansammelte. Was verlangten die denn bitte noch? Sollte ich ihr nochmal die Schulter tätscheln, oder was? Jule war schließlich nicht mein Haustier, aber was bitte erwarten die Zwei dann?! Die Stille wurde langsam etwas unangenehm und ich begann mich zu fragen, warum ich eigentlich irgendwas tun musste, Jule konnte sich doch genauso gut etwas einfallen lassen?
Das einzige Problem dabei war, dass sie wahrscheinlich immer noch nicht genau wusste, warum ich gerade einen auf Beste Freunde machte, also blieb es wohl doch an mir hängen.
Ich war gerade kurz davor, Jule doch die Schulter zu tätscheln, als sie sich endlich regte.
(Ich hoffe das ist okay xD)
Jule Farrel
Ich bemerkte, wie Ryes komischer Stylist uns anstarrte, und mir war auf einmal ziemlich unwohl. ,,Was guckst du so?,,, Blaffte ich ihn unfreundlicher als gewollt an. Nun, wenigstens hatte ich nicht ,was glotzt du so, gesagt, oder?
Ich zwang mich schließlich doch dazu, meine Aufmerksamkeit wieder auf Rye zu richten und ihn kurz und gezwungen anzulächeln. ,,Zum Glück verstehen wir beide so viel Spaß, nicht?,,, Sagte ich ich und tätschelte im Vorbeigehen kurz seinen Arm, ehe ich mich wieder neben Kaya stellte und auch sie kurz gezwungen anlächelte.
Hoffentlich war das jetzt wenigstens glaubwürdig genug. Kaya beugte sich kurz zu mir herunter und öffnete den Mund, als wolle sie etwas sagen, schloss ihn dann aber doch wieder und machte sich wieder gerade. Alles was sie tat war, mich zweifelnd anzusehen.
Ich löste schnell meinen Blick von ihr und sah auf die gegenüberliegende Wand. ,,Also, gehts jetzt los oder was?,,, Fragte ich schließlich, als ich es nicht länger aushielt.
Rye Hawkpath
Unwillkürlich musste ich grinsen, was die Situation hoffentlich ebenfalls etwas entschärfte. Jule wie sie Garcia anblaffte und dann meinen Arm tätschelte, war aber auch ziemlich lustig. Vielleicht wäre es doch nicht so verkehrt gewesen, ihr nochmals den Rücken zu tätscheln, sie schien schließlich die selbe Idee gehabt zu haben.
Einigermaßen verwirrt wurde Jule jetzt aber von den beiden Stylisten angestarrt, die ihre Frage irgendwie anscheindend nicht richtig gehört hatten.
Da räusperte sich ihre Stylisten und sagte:" Ja also, eigentlich könnten wir schonmal losgehen, ihr werdet zwar als Vorletztes nach draußen fahren, aber es ist sicher nicht verkehrt, sich die Tribute schon mal vorher anzuschauen, ich möchte unbedingt ihre Outfits sehen!" Eigentlich hätte ich mich darüber aufregen sollen, dass diese Frau, keine anderen Sorgen als die Outfits der anderen Tribute hatte, aber ich hatte viel zu viel damit zu tun, Angst zu haben. Denn mir wurde jetzt erst so richtig bewusst, dass wir ja gleich die anderen Tribute live sehen würden. Hoffentlich mussten wir nicht mit ihnen reden, darauf hatte ich nun so gar keine Lust. Und wie sollten wir uns überhaupt dem Kapitol gegenüber verhalten? Hatte Rust irgendetwas gesagt? Wartete er womöglich gleich auf uns, um noch Anweisungen zu geben? Was, wenn nicht? Ich nahm mir vor, nachher Jule zu fragen, ob Rust diesbezüglich irgendetwas erwähnt hatte.
Jule Farrel
Bei diesem Satz drehte sich mir unwillkürlich der Magen um. Die Outfits und überhaupt alles an den anderen war viel besser und siegreicher als unseres. Ich würde keinen einzigen Sponsoren kriegen, da war ich mir ziemlich sicher.
Naja, vermutlich sollte ich der Sache lieber positiv entgegen sehen und mit sie Tribute erst erst einmal in echt anschauen, bevor ich über das alles urteilte.
Genau, das war der richtige Gedanke.
,,Ja gut, also los.,,, Sagte ich ungeduldig und sah Kaya auffordernd an, worauf diese mit ihren Schuhen den Flur entlangstöckelte.
Ich tat es ihr gleich und merkte wieder einmal, wie bescheuert ich mir im Moment vorkam. Ich konnte nicht einmal richtig in Absatzschuhen laufen, wie also sollte ich die Hungerspiele überstehen?
(DER MOMENT WENN ICH DACHTE; DASS ICH SCHON GEANTWORTET HÄTTE)
Rye Hawkpath
Bemüht, angesichts von Jules kläglichen Versuchen in ihren Schuhen zu laufen, nicht zu grinsen, folgte ich der kleinen Prozedur. Wir liefen einen langen Gang lang, wo wir auf überhaupt keine Menschenseele trafen und als wir dann endlich das Geschrei des Kapitols hörte, die unsere Ankunft beziehungsweise die der anderen Tribute herbei sehnte, waren sicherlich schon fünf Minuten vergangen. Die Wagen wurde von zwei schwarzen Pferden gezogen, überhaupt war eigentlich alles an den Wagen, der zwischen zwei Trennwänden standen, schwarz. Es gab unzählige von diesen Trennwänden und zwischen allen, schienen die Wagen zu stehen, die die Tribute dem Kapitol präsentieren würden. Glücklicherweise, waren die Wagen nach Distrikten aufgestellt und wir kamen von der Seite, an der Distrikt 12 der erste Wagen sein würde. Das bedeutete, dass wir zumindest nur an zwei Tributen vorbei gehen würden und wenn wir ganz viel Glück hatten, würden unsere albernen Tomatenkostüme vielleicht nicht auffallen. Während wir also an den Tributen aus 12 vorbei schritten, ein ziemlich gut gebauter Junge und das schwarzhaarige Mädchen, dessen Name Ashley war, wenn ich mich richtig erinnerte. Die Zwei trugen ziemlich schlichte braune Overalls, darüber eine Art gepanzerte Weste und braune, klobige Stiefel. Das wäre mir um eingies lieber gewesen, lieber wenig auffallen, als zum Gespött zu werden. Dann waren wir schließlich bei unserem Wagen angekomen, wo leider weder Rust, noch May, ja nicht mal Alyss Overhill standen, um letzte Anweisungen zu geben. Vielleicht sollte ich einfach die Stylisten fragen.
Jule Farrel
Als ich die wägen sah, war ich an dem Punkt, an dem meine Aufregung überhand gewann und mein Bauch wie verrückt kribbelte, so das mir fast schlecht wurde. Die ersten beiden Tribute hatten wir nun schon zu Gesicht bekommen und zum Glück kamen sie mir bis jetzt sogar weniger furchteinflößend vor als auf den Aufnahmen. Das war wenigstens etwas gutes.
Als wir nach ein paar Augenblicken schließlich bei unserem Wagen, dem Wagen von Distrikt elf, angekommen waren, begannen meine Hände und Beine ungewollt zu zittern. Zum Glück nicht übertreiben stark, aber sie zitterten. Ich sollte mir jede Aufregung nicht anmerken lassen.
,,Also, Kinder,,, Meldete sich Kaya zu Wort und lenkte mich damit ein wenig von meinen Gedanken ab. ,,Denkt daran, wenn Ihr da durch fahrt, einfach immer gerade stehen und schön Lächeln. Lasst euch nichts anmerken.,,
Kurz warf ich Rye einen Blick zu. Ich sollte ihn vermutlich nicht einmal mehr ansehen, aber immerhin war er derjenige, der gleich mit mir auf diesen Wagen steigen würde und den mehr oder weniger das gleiche Schicksal erreicht hatte und erreichen würde wie mich.
Auf irgend eine Art und weise hatten wir also etwas gemeinsam.
Ich sah wieder zu Kaya und nickte nur, weil ich mich unfähig fühlte um zu sprechen.
Rye Hawkpath
Wir standen bestimmt noch eine halbe Stunde bei unserem Wagen, bevor die Hymne des Kapitols ertönte und ich fragte mich zunehmend, was Jule sich dabei gedacht hatte, unbedingt schon losgehen zu wollen. 30 Minuten waren nämlich leider bei Weitem zu viel Zeit zum Nachdenken, beziehungsweise zum nervös werden. Jedenfalls zitterten weder meine Hände, noch meine Beine, immerhin etwas, Jule schien es jetzt allerdings erwischt zu haben, kaum merklich zitterten ihre Hände, aber ich achtete nicht weiter drauf. Als Garcia dann das Signal zum Einsteigen gab, stellten Jule und ich uns nebeneinander, ehe eine Stimme aus den Lautsprechern schallte, die hier überall angebracht zu sein schienen, welche verkündete, dass Distrikt 1 jetzt losfahren würde. Sehen konnten wir davon eher weniger, vor uns befand sich ebenfalls eine Trennwand, die wahrscheinlich nachher zur Seite gezogen wurde. Das Publikum im Kapitol wurde noch lauter und schien überhaupt den größten Spaß seines Lebens zu haben, während ich gleich als alberne Tomate zu Hause zu sehen sein würde. Ein Distrikt nach dem anderen wurde aufgerufen und das tosende Jubeln schien immer weiter anzuschwellen. Etwa 15 Sekunden, nachdem Distrikt 10 aufgerufen wurde, hieß die Stimme aus den Lautsprechern die Tribute aus Distrikt 11 im Kapitol willkommen und die Trennwand schob sich wie von Zauberhand zur Seite.
Jule Farrel
Ich zwang mich dazu, so gerade wie möglich zu stehen und immer nur nach vorne zu sehen. Ich wagte es nicht einmal mehr, zurück zu Kaya und Ryes Stylisten, zu Rye oder nach vorne zu den eindrucksvollen, weißen Pferden zu sehen, die unseren Wagen zogen. Einfach nur nach vorne sehen, während wir nun rasanter als gedacht hinter den anderen tributen herfuhren.
Meine Ohren dröhnten von dem lauten Jubelgeschrei und meine Beine zitterten. Ich war nicht für das hier gemacht. Ich konnte nicht der Mittelpunkt einer so großen Menschenmasse sein, schon gar nicht, als mir bewusst wurde, das ich gleich auf jedem einzelnen Fernseher in ganz Panem zu sehen sein würde. Ich hàsste so etwas.
Ich rief mir kayas karge Anweisungen ins Gedächtnis und begann augenblicklich zu Lächeln und einen fröhlicheren Ausdruck aufzusetzen. Ob Rye so schlau war, dies auch zutun? Ich wagte nicht, hinzusehen und mich dadurch zu schikanieren oder ablenken zu lassen.
Rye Hawkpath
Jetzt zitterte meine rechte Hand doch leicht, während ich versuchte, gezwungen zu lächeln, obwohl mir mehr nach Schreien zu Mute war. Meine zitternde Hand stieß dabei leicht gegen Jules und ich zog sie rasch zurück, es war keine Absicht gewesen, nicht das sie dachte, ich wollte hier irgendwie Händchen halten, von wegen Bündnis und so.
Schnell konzentrierte ich mich auf die Strecke vor uns, Zuschauer warfen Blumen, bejubelten uns, auch wenn ich sicher war, dass sie uns eigentlich in ein paar Tagen tót sehen wollten. Der Wagen aus Distrikt 10 vor uns, transportierte einen breit gebauten Jungen, wobei er von der Statur her auch ein Mann hätte sein können. So wie Jule und ich hatte er dunkle Haut, seine Haare waren kurz geschoren. Das recht kleine Mädchen neben ihm, trug ihre roten Haare zu einer Hochsteckfrisur aufgetürmt. Beide trugen irgendwas Spitzes auf ihrem Kopf, wahrscheinlich Hörner oder ähnliches, und hatten f***rnde Fell Umhänge an. Kein Wunder, Distrikt 10 war für Viehzucht zuständig.
Als wir schon fast den kreisförmigen Platz vor dem Balkon des Präsidenten von Panems erreicht hatten, fing ich an, mich wieder auf mich zu konzentrieren. Mein Lächeln war etwas verrutscht und meine Mundwinkel waren mehr als angespannt. Zum fröhlichen Winken konnte ich mich nicht durchringen, auch wenn mich vielleicht nachher deswegen jemand anmotzen würde, lächeln musste erstmal ausreichen.
Jule Farrel
Als Ryes Hand auf einmal leicht gegen meine stieß, erschrak ich mich kurz und sah Widerwillen zu ihm, nur für den Bruchteil einer Sekunde. Danach richtete ich meinen Blick sofort wieder nach vorne.
Es sah aus, als wäre Rye fast noch nervöser als ich und das stellte mich immerhin ein wenig zufrieden. Mit zusammengekniffenen Augen beobachtete ich die Tribute vor uns und verspürte auch das Verlangen, mich umzudrehen und mir die Tribute Distrikt zwölfs anzusehen, erinnerte mich aber daran, das ich gerade auf allen möglichen Bildschirmen Panems in Nahaufnahme zu sehen war und mir hier nichts erlauben konnte.
Also lächelte ich weiterhin starr und starrte auf die Hinterköpfe der Tribute aus Distrikt zehn. Ich registrierte auf einmal, das die beiden ihre Hände hoben und den Zuschauern winkten. Sollte ich das auch tun? Sollte ich überhaupt noch irgendetwas tun? Ich schluckte und beschloss, einfach weiterhin still dazustehen. Ich war dem Kapitol nichts schuldig und eigentlich sollte es auch gar nicht so aussehen, als würde ich mich freuen. Bei diesem Gedanken hörte ich auf zu Lächeln. Ja genau, eigentlich sollten die Menschen sehen das ich sie hàsste. Meine Mitmenschen aus Distrikt zwölf sollten nicht auch noch denken, ich freue mich auf die hungerspiele und noch weniger sollte es das Kapitol.
Oh, was würde ich dafür geben die Gesichter der Menschen meines Distrikts zu sehen, wenn sie gerade auf ihren Sofas saßen und beobachteten, wie ich die Spiele gewann. Das wäre eine Genugtuung wie es sie nirgendwo anders geben würde. Ich, Jule Farrel, die versagende und allseits verhàsste Diebin aus Distrikt elf. Tochter eines ebenso verhàssten Mannes und Schwester der erschossenen Elly Farrel. Gewinnerin der fünfundzwanzigsten Hungerspiele. Ein ziemlich ***der Gedanke, und umso schlimmer war es, zu realisieren das ich eben eine Versagerin war. Ich war also das, was alle in mir sahen. Und ich würde eine von denen sein, die in den ersten Minuten starben, das war ziemlich gewiss. Aber mein Kopf hatte trotzdem Fantasien und diese konnte ich immerhin auskosten so viel ich wollte.
Ich schreckte aus meinen Gedanken hoch, als ich sah, das wir wieder ein ganzes Stück weiter gefahren waren und der Wagen auf einmal stoppte.
Tief durchatmend richtete ich meinen Blick auf und starrte den Präsidenten an. Danach die gegnerischen Tribute. Ich steckte wirklich ziemlich tief in der Schéiße.
(Das war doch so das die Wagen da stehen bleiben oder bin ich jetzt doof? XD)
Rye Hawkpath
Auf einmal blieb dieser blöde Wagen stehen. Davon hatte niemand etwas gesagt, also durchwühlte ich meine Erinnerungen nach den Eröffnungsfeiern der letzten Hungerspiele. Irgendeine Stimme in meinem Hinterkopf schrie winken und ich hob rasch die Hand um den Präsidenten zu grüßen. Na, der würde sich freuen, von zwei übergroßen Tomaten gegrüßt zu werden. Oder besser gesagt von einer, ich wusste ja gar nicht, wie Jule reagiert hatte, aber ich hatte auch keinen Blick nach rechts zu ihr riskieren wollen. Hinter uns glaubte ich zu hören, wie der Wagen aus 12 mäßig bejubelt wurde, ehe wir wieder in vorgesehene Abtrennungen einfuhren, wo ich schon von Weitem unsere Stylisten stehen sah und zusätzlich auch unsere beiden Mentoren und Alyss Overhill. Wie schön, dass die sich auch eingefunden hatten.
Ihren Mienen konnte ich nun nicht wirklich entnehmen, ob sie mit unserer Darbietung zufrieden waren und wir uns gleich einen Vortrag über Verhaltensregeln anhörne durften. Ich hoffte natürlich auf ersteres, aber die Fünf schienen mir zusammen in etwa so unberechenbar wie Jule zu sein, bei der man ja wirklich mit allem rechnen konnte, hinterher tat dieses Mädchen sowieso was Anderes.
Jule Farrel
Es dauerte vielleicht ein oder zwei Minuten bis wir endlich wieder bei unseren Stylisten und sogar Alyss, May und Rust angekommen waren, aber für mich hatte sich jede einzelne Sekunde angefühlt wie eine Stunde.
Als wir endlich hinter einer undurchsichtigen Trennwand verschwunden waren, ließ ich nur ein erleichtertes stöhnen hören und stolperte unbeholfen aus dem Wagen, da meine Knie immer noch zitterten.
Tief durchatmend lehnte ich mich gegen die nächstbeste wand und wartete ein paar Sekunden, ehe ich meinen Kopf zu Alyss und den anderen drehte. ,,War das in Ordnung?,,, Fragte ich in einem möglichst lockeren, genervten Ton und streifte danach sofort die Schuhe ab.
Ich wollte mich bücken um die geschnürten und im Moment sehr stolpergefährlichen Schuhe an meinen Füßen abzustreifen, merkte aber erneut, das der Rock zu *** war um sich groß darin zu bewegen oder zu bücken.
,,Wann kann ich das endlich ausziehen?,,, Fragte ich finster, da die Aufregung scheinbar ziemlich auf meine Nerven schlug.
,,Gleich Schatz, gleich.,,, Versprach Kaya und ich biss die Zähne zusammen. Wenn sie mich noch einmal Schatz nennen würde dann würde ich ihr eine reinhauen, das versprach ich mir. Ich wollte einfach nur noch von hier weg und ganz alleine in Ruhe etwas essen und schlafen, mehr nicht.
Rye Hawkpath
Ich konnte es nicht lassen und grinste hinter dem Rücken von Jules Stylistin unverholen in Jules Richtung. Ihre bisher immer noch namenlose Stylistin, hatte gerade einen ziemlichen Fehler begangen. Aber wenn man ehrlich war, wer wurde bitte gerne "Schatz" genannt? Ich jedenfalls auch nicht und die Bevölkerung des Kapitols mal ausgenommen, dachte sicher ganz Panem so darüber. Das waren schon zwei ziemlich schräge Vögel, die Garcia und seine Kollegin.
Jules Frage war aus meiner Sicht aber völlig berechtigt, ich hatte wenig Lust, hier noch lange als übergroße Tomate rumzustehen und als wir uns dann endlich in Bewegung setzten, (laut Rust machten wir uns auf den Weg zu den Fahrstühlen) nahmen wir einen anderen Weg als vorhin. Hieß so viel wie: Wir durften nicht schnell an den beiden Tributen aus 12 vorbeihuschen, nein, wir mussten an allen anderen 20 Tributen vorbei. Während wir an dem Wagen von Distrikt 10 vorbeiliefen, hoffte ich immer noch, dass einfach alle schon vor uns gegangen waren, aber so früh wie wir los waren, war das eher unwahrscheinlich. Vielleicht hätte ich einfach die Augen zumachen sollen, um dieser Erniedrigung zu entgehen, vor den Tributenaus zehn Distrikten ,als Tomate verkleidet herzustolzieren. Noch schlimmer: Jule schien immer noch nicht wirklich in ihren Schuhen laufen zu können, was die ganze Sache noch peinlicher machte. Inzwischen liefen wir an den Tributen aus Distrikt 8 vorbei, von denen sich glücklicherweise nur das Mädchen umdrehte, aus dem Augenwinkel sah ich nur, dass sie dunkelblonde Haare hatte. Obwohl ich die Ernten erst gestern gesehen hatte, konnte ich mich beim besten Willen nicht mehr an sie erinnern und hoffte einfach, dass sie später in der Arena keine Probleme machen würde.
Jule Farrel
Ich bemerkte Ryes Grinsen erst nach ein paar Sekunden, Erwiderte es jedoch nicht und starrte ihn stattdessen nur finster an.
Ich war gerade überhaupt nicht in Stimmung dazu und außerdem hatte ich im Moment auch gar keine Lust Rye Hawkpath anzugrinsen.
Ich wandte meine Aufmerksamkeit von ihm ab und lief hinter den anderen her, während ich meinen Blick auffällig gründlich über die anderen Tribute gleiten ließ.
Ich war gerade in einem beschíssenen Aufzug unterwegs und meine Nerven waren kurz vor dem bersten aber wenn wir jetzt schon an den anderen vorbeigingen dann sollte ich das auch bestmöglich nutzen.
Dennoch atmete ich erst einmal wieder tief durch, als wir endlich in einen Aufzug stiegen und von diesem Abschnitt des Gebäudes, der Gebäudeansammlung, was auch immer das hier war, wegkamen.
,,Können wir jetzt endlich in unsere Zimmer?,,, Fragte ich während ich unruhig an den Bänden meines Kleides herumzupfte.
,,Ja, hier sind wir,,, Erwidere Alyss Overhills und der Aufzug kam zum stehen und öffnete seine Türen, worauf wir hinaus auf einen Flur traten.
(Brooooo Sonni, dass wäre so cringe gewesen, wenn Jule zurück gegrinst hätte ahhaha)
Rye Hawkpath
Als wir auf den Flur traten, fing Alyss Overhill an zu erklären:" Also, ihr beide habt eure eigenen Wohnungen, wenn man so will, zwei Avoxe werden euch gleich hinführen. Erscheint bitte um Punkt 16:30 Uhr wieder zu einer Besprechung mit euren Mentoren, weitere Vorgehensweisen und so weiter"
Ich schätzte, dass es schon ungefährt 15:00 Uhr war, wenn nicht sogar später, aber ich war zu müde um mich zu beschweren. May und Rust bogen gerade in eine andere Richtung ab, zusammen mit unseren Stylisten, vielleicht hatten die auch noch eine Besprechung oder so. Alyss blieb plötzlich abrupt stehen, sodass ich beinahe in sie hinein gerauscht wäre. Die Grünhaarige warf mir einen missbilligenden Blick zu, ehe sie leiser fortfuhr: "An eurer Stelle würde ich mich ein bisschen mehr anstrengen. Meine Wenigkeit, fand es mehr als auffällig, dass ihr euch nicht wie echte Verbündete verhaltet, Rust mögt ihr täuschen können, nicht gerade schlau der Kerl, aber was solls-, jedenfalls strengt euch mehr an, dass Kapitol ist nicht so leicht zu täuschen!"
Alyss stieß ein wirklich seltsames Lachen aus und stöckelte in eine andere Richtung davon, ehe sie zwei Avoxmädchen- wobei der eine ein Mann war, nur das er lange Haare hatte, wie mir später auffiel-, bedeutete uns zu unseren "Wohnungen" zu bringen.
(Oh Gott nein stimmt das will ich mir nichtmal vorstellen xD)
Jule Farrel
Ich hatte nur mit halbem Ohr dem zugehört, was Alyss Overhills gerade zu uns, oder vielleicht auch nur zu Rye sagte.
Ich wusste jedenfalls nicht, wie ich mich Rye gegenüber noch besser verhalten sollte, vor allem nicht in der Öffentlichkeit. Ich tat schließlich schon mein bestmögliches, aber irgendwann hatte auch ich meine Grenzen erreicht.
Ich war erleichtert als die zwei Avoxe, so hießen sie also, endlich erschienen und offensichtlich darauf warteten, uns beide auf unsere Zimmer bringen zu können.
Ohne auch nur einen Mundwinkel zu verziehen lief ich hinter dem einen langhaarigen her und betrat das Zimmer, zu dem er mir die Tür öffnete.
Am Ende doch ein wenig beeindruckt sah ich mich um, während ich schon angestrengt versuchte diesen ekelhaften Rock abzuschnallen.
Erst der, und dann würde ich mich umsehen.
Also versuchte ich bestimmt über fünf oder zehn Minuten lang, diesen Rock auszuziehen, ehe ich endlich Erfolg hatte und durchatmen konnte. Nun, da ich diesen Rock aushatte, konnte ich mich auch endlich wieder bewegen und vor allem bücken, um diese grauenhaften Schuhe aufzuschnüren.
Meine Füße schmerzten, als ich die Schuhe endlich ausgezogen hatte, aber bevor ich mich ausruhen konnte, wollte ich mich noch kurz in meiner Wohnung umsehen und mich vor allem umziehen.
(Sorry das es so ewig gebraucht hat, die Woche und auch die letzte waren irgendwie auch privat ziemlich anstrengend und vllt hab ich?s deshalb nicht geschafft :,))
"May the odds be ever in your favor!"
Re: The 25th Hunger Games || Berry and Sonni are finally back ♥
von raven am 18.10.2019 12:27(Willkommen zurück Sonni xD)
Rye Hawkpath
Eine Viertelstunde später, lag ich völlig kaputt auf dem riesigen Himmelbett. Obwohl das Rathaus zu Hause natürlich auch nicht gerade klein war, war das hier nochmal eine Nummer größer. Das ganze Apartement war riesig, mit großen Panoramafenstern, einem integrierten Bad, vielen Sitzgelegenheiten und teils überflüssigen Extra-Funktionen. Das allerbeste neben dem Bett, war aber, der Lieferservice für das Essen. Anscheinend konnte ich irgendein beliebiges Gericht in eine Art Mikrofon sprechen und wenige Sekunden später, erschien es in einem Loch neben meinem Bett. Der Vorteil daran war, dass ich Jule, den Mentoren und allen anderen nicht so oft begegnen musste. Wie ich da so bäuchlings auf dem Bett lag, bekam ich tatsächlich etwas Durst. Vorsichtig fragte ich nach Wasser, praktisch vor der Essenausgabe hockend, weil das Mikrofon kabellos war. Ich sprang fast auf vor Schreck, als eine Stimme aus einem Lautsprecher antwortete: "Wasser mit leichter Kohlensäure, medium oder stark, Rosenwasser, hellblau gefärbtes Wasser, rotes, grünes, gelb-"
Ich unterbrach die gelangweilte Stimme, in dem ich rasch sagte: "Hat sich erledigt". Es knackte einmal kurz in dem Lautsprecher, ehe alles wieder ruhig war. Widerwillig kletterte ich vom Bett und machte mich auf den Weg zum Waschbecken, bevor ich irgendwie künstlich bearbeitetes Wasser trank, nahm ich doch lieber das aus dem Wasserhahn.
Das war wie erhofft, auch schön frisch und eiskalt. Während ich gerade in aller Seelenruhe trank, löste sich der Wasserhahn plötzlich unter meinen Fíngern vom Waschbecken ab, aber er war nicht etwa kaputt gemacht, nein, dass schien irgendein Brausen ähnliches Teil zu sein. Blöd nur, dass ich so überrascht davon war, dass dieses Teil sich ablöste, dass ich die Brause direkt in mein Gesicht hielt. Nachdem ich endlich den Wasserfluss stoppen konnte, war mein Gesicht, zusammen mit meinen Haaren, komplett nass und das T-shirt, dass ich vorher angezogen hatte, ebenfalls. Seufzend stapfte ich zurück zum Kleiderschrank, hoffentlich hatten die hier keine Kameras installiert.
Jule Farrel
In der letzten halben Stunde hatte ich meine Zeit damit verbracht, mich umzuziehen, meine Haare zu bürsten, und mühsam mein Make-Up und meine Schminke abzuwaschen. Danach hatte ich mich auch noch ein wenig hier umgesehen. Diese Zimmeranlage hier war die perfekte Definition für Luxus, zumindest hatte ich noch nie zuvor etwas annähernd vergleichbares gesehen.
Sogar die Toilette hatte etliche Knöpfe die man betätigen konnte und die daraufhin unterschiedliche Mechaniken auslösten.
Hungrig stürzte ich in den Wohnzimmerartigen Raum mit einer Art Küche die darin integriert war, und musste leider feststellen, das hier kaum etwas zu essen war, außer ein Ständer mit Süßigkeiten neben dem Sofa.
Nach ein paar Minuten kapierte ich, wozu dieses merkwürdige Mikrofon, das in allen Räumen irgendwo an der Wand hing, gut war. Damit konnte man scheinbar essen und den ganzen anderen Kram herbestellen, denn immer als ich es in die Hand nahm Fragte eine Stimme nach meinen Bedürfnissen.
,,Kriege ich was zu essen?,,, Fragte ich schließlich und ließ mich schwer auf das Sofa fallen.
,,Natürlich. Steht Ihnen der Wunsch nach etwas süßem oder nach etwas markantem?,,, Fragte die Stimme aus dem Mikrofon.
,,Äh ... Markant,,, Sagte ich sofort.
,,Gut, also wir haben Käsefondue, gefüllte Kartoffeln, Tortellini, alle erdenklichen Braten ...,,, Wollte die Stimme weiterreden, ehe ich sie schnell unterbrach.
,,Bringt mir irgendetwas leckeres, mir egal was. Und was zu trinken!,,, Sagte ich, ehe ich das Mikrofon wieder in die Halterung zurücksteckte aus der ich es genommen hatte.
Zufrieden verschränkte ich meine Arme hinter meinem Kopf und lehnte mich zurück, während ich wartete.
Rye Hawkpath
Mit irgendwelchen Klamotten in der Hand, saß ich schließlich auf dem Bett. Und langsam machte sich etwas Panik, angesichts der bevorstehenden Hungerspiele in mir breit. Mal wieder. Auf einmal kam mir das riesige Apartment viel zu groß und modern vor. Mir fiel auf, wie klinisch weiß die Wände waren und wie man sich in den polierten Fliesen im Bad spiegeln konnte. Etwas drückte auf meine Brust, ich hatte das Gefühl, nur noch schwer Luft holen zu können.
Vielleicht wäre es Zeit, duschen zu gehen. Einfach nur, weil mir gerade unendlich heiß war und ich sowieso nichts Besseres zu tun hatte, entledigte ich mich meiner Kleidung und stieg in die plank polierte Dusche. Drinnen warteten zahlreiche Knöpfte auf mich, was erstmal toll aussah, aber eher nervig war, nachdem ich auf einen Knopf gedrückt hatte und jetzt wie eine riesige Erdbeere roch. Ich hásste diesen eklig süßlichen Geruch und nachdem ich ihn mit eiskaltem Wasser abgewaschen hatte, da ich bei bestem Willem zu blöd war, um irgendwie die Hitze einzustellen, versuchte ich ihn irgendwie mit Zitrone zu überdecken. Ich experimentierte noch ein bisschen mit der Dusche rum, ließ mir feinen Sprühregen ins Gesicht klatschen und nach Kaffee duftendes Shampoo in die Augen laufen, ehe ich irgendwann nach einem Handtuch, neben der Dusche griff und mich abtrocknete.
Gerade als ich schon halb angezogen war, hämmerte auf einmal irgendjemand an die Tür.
"RYE, was machst du die ganze Zeit da drinnen? Weißt du wie spät es ist? Das Meeting hat vor zwanzig Minuten begonnen!", kreischte niemand anderes als Alyss Overhill auf der andeen Seite.
Siedend heiß, fiel mir das Treffen wieder ein.
"Äh ja, ich bin gleich fertig", rief ich, ehe ich mich fertig anzog und dann mit nassen, triefenden Haaren die Tür aufriss.
"Na endlich", murmelte Alyss und stakste davon.
Ich beeilte mich, ihr hinterher zu kommen, um nicht nochmal angeschrien zu werden.
Jule Farrel
Nachdem ich mich mit irgend einem fremdartigen Fleischgericht vollgestopft hatte, ging es mir offen gestanden ziemlich schlecht. Ich hatte das Gefühl, wenn ich noch eine Gabel davon nehmen würde, müsste ich kótzen, so voll war mein Magen jetzt. Zum Glück hatte ich sowieso schon alles Lehr gegessen.
Nach einer für mich unbestimmbaren Zeitspanne kam auf einmal Alyss Overhills in mein Apartment gewatschelt und verkündete mir das Meeting, zu dem ich jetzt kommen musste und schon viel zu spät dran war. Sie hatte mich damit wirklich ziemlich überrascht, ich hatte nicht einmal realisiert das schon so viel Zeit vergangen war. Hatte ich geschlafen? Ich konnte mich seit dem Essen an fast nichts mehr erinnern, also musste es wohl so sein.
Kurz rieb ich mir erschöpft über mein Gesicht ehe ich mich erhob und alyss zu unserem Meetingraum folgte. Ich hätte jetzt definitiv noch ein stündchen oder mehr gebraucht, um mich wirklich auszuruhen. Aber andererseits hatte ich nur noch ungefähr vier Tage zu leben, also warum sollte ich mich da noch ausruhen? Vielleicht war es besser meine verbliebene Zeit anderweitig zu nutzen. Aber mit Meetings? Das war vermutlich auch nicht wirklich sinnvoll.
Der meetingraum sah im Grunde aus wie so ziemlich alles, was ich seit gestern um zwölf Uhr zu Gesicht bekommen hatte. Unglaublich luxuriös, groß, funkelnd und wertvoll. Alles, was aus Metall war, war so blank poliert das ich mich darin spiegelte. Auch dies war nichts Neues mehr.
In der Mitte des Raumes stand ein großer Marmortisch an dem May und Rust bereits auf Stühlen saßen und warteten. Auf dem Tisch standen lediglich ein paar Gläser und Getränke, darunter Wasser, mit Sprudel versetztes Wasser, Säfte und auch Alkoholgetränke wie Wein oder Sekt.
Vorsichtig schnappte ich mir einen Stuhl und gesellte mich zu Ihnen.
,,Also, wenn Rye in den nächsten fünf Minuten nicht auftaucht dann fangen wir ohne ihn an.,,, Sagte Rust offensichtlich genervt.
Ich beschloss, die Zeit ohne Rye ein wenig zu nutzen und löcherte May und Rust tatsächlich mit ein paar fragen. Ich hatte auch nicht gedacht, das ich mich einmal dazu herablassen würde, aber ich sollte meine Zeit so gut nutzen wie möglich.
Nach fünf Minuten ging Alyss schließlich wieder los um nach Rye zu sehen, der immer noch nicht aufgetaucht war.
Es dauerte weitere fünf Minuten, bis er und Alyss endlich den Raum betraten. Rust ließ zur Begrüßung lediglich eine Art genervtes Brummen hören und trank einen Schluck aus seinem Glas mit Wasser.
,,Dann wird das heute also doch noch was, hätte ich nicht gedacht.,,, Ließ er hören und stellte das Glas wieder auf dem Tisch ab.
Rye hatte nasse Haare und sah damit offen gestanden ziemlich komisch aus, irgendwie anders als sonst. Jedenfalls erklärte das was er die ganze Zeit getrieben hatte. Schnell wandte ich meinen Blick wieder ab und lehnte mich auf meinem Stuhl ein wenig zurück, während ich wartete das sich alle gesetzt hatten.
(Ich hoffe das passt so, und das mit deiner Idee könnte sie ja nachher dann nach dem Meeting noch hören oder?)
Rye Hawkpath
Während ich hinter Alyss hinterher stapfte, versuchte ich irgendwie meine Haare etwas zu trocknen, weil ich wusste, wie schlimm sie nass aussahen und keine Lust hatte, alles voll zu tropfen. Beim Laufen streifte ich mein T-shirt also kurz über den Kopf und versuchte es irgendwie als Handtuch zu gebrauchen, als Alyss Overhill sich dazu entschied, sich im ungünstigsten Moment umzudrehen.
"Rye?! Zieh dich wieder an oder willst du deine Verbündete mit deinem Körper beeindrucken?", fauchte sie mir entgegen und die restlichen zwei Minuten, wäre ich am liebsten im Bodne versunken. Mein T-shirt war jetzt ebenfalls nass, der einzige Vorteil war, dass meine Haare jetzt nicht wie Seetang trieften.
Allerdings hatte Alyss mich auf einen Gedanken gebracht. Offziell waren Jule und ich schließlich Verbündete und die Betreuerin zweifelte schon daran, also sollte ich vielleicht bei diesem Meeting etwas mehr schauspielern.
Aber wie verhielten sich Verbündete überhaupt? Wie Freunde? Und wenn ja, wie verhielten sich Freunde, die zusamme in die Hungerspiele geschickt wurden? Freunde und ich waren so eine Sache, die hatte es in den letzten Jahren eher weniger bis gar nicht gegeben.
Leider blieb mir keine Zeit mehr, weiter darüber nachzudenken, denn in diesem Moment erreichten wir den pompösen Raum, in dem das Meeting statt finden sollte. Ich glaubte aus dem Augenwinkel zu sehen, wie Jule mich beobachtete, aber ich ignorierte sowohl sie, als auch Rust und setzte mich auf den freien Stuhl.
(Klar passt :3)
Jule Farrel
Als Rye sich auf den freien Stuhl neben mich setzte, musste ich dem leichten drang widerstehen nicht noch ein paar Zentimeter von ihm wegzurutschen. Nicht nur seine Haare waren feucht sondern sogar sein T-Shirt. Wie schaffte man denn sowas?
Ich zerbrach mir nicht viel länger den Kopf darüber und wendete mich deutlich wichtigeren Dingen zu.
,,Jedenfalls,,, Meldete ich mich nun also zu Wort um die Stille zu durchbrechen und legte meine Unterarme auf dem Tisch ab.
,,Sind Rye und ich ja jetzt Verbündete. Wir haben gemacht was ihr wolltet. Also was ist jetzt der nächste Schritt? Ich weiß nicht was Rye alles drauf hat aber ich glaube ehrlich gesagt nicht das wir, auch wenn wir zu zweit sind, viele Chancen haben werden.,,
Um ehrlich zu sein hatte ich das meiste, was wir heute bei der morgendlichen Besprechung im Zug beredet hatten, schon wieder vergessen. Das lag vermutlich am Stress und an dem kleinen Mittagsschläfchen gerade eben. Egal, ich würde mich jetzt einfach umso mehr auf dieses Gespräch konzentrieren. Obwohl ich immer noch dessen nutzen stark anzweifelte. Ich meine, zu was war das hier gut? Vielleicht damit wir ein paar Tage länger in der Arena überlebten? Aber was machte das für einen Unterschied? Gewinnen würde am Ende jemand anderes, also war es dann nicht besser einfach gleich zu sterben? Kurz und schmerzlos war vielleicht besser als lange und schlaflose Nächte in der Arena die man in stetiger Angst verlebte und schließlich irgendwann doch starb.
Rye Hawkpath
Etwas irritiert beobachtete ich, wie Jule von mir weg rutschte. Ich roch wie ein halber Obstsalat, wir sollten uns wie Verbündete aufspielen und sie rutschte von mir weg? Vielleicht sollten wir uns diese Nacht noch eine Strategie überlegen, wie Verbündete sich am besten verhielten?
Rust räusperte sich laustark und May neben ihm, zuckte merklich zusammen. Mir war es immer noch ein Rätsel, wie sie jemals die Hungerspiele hatte gewinnen können.
Aber jetzt gab es Wichtigeres, denn unser Mentor fing an unsere zukünftige Strategie zu erläutern.
"Da liegst du ganz richtig Jule, ihr werdet euch von jeglichen anderen Tributen fern halten. Ihr habt die Aufzeichnungen der Ernten gesehen, ein Großteil der anderen Distrikte, hat seine besten, stärksten, schnellsten und gerissensten Tribute geschickt. Die meisten sind älter als ihr oder größer. Alles in allem, sind sie euch in so gut wie allem überlegen, dass ist die bittere Wahrheit. Es wäre Selbstmórd, sich mit einem der anderen Tribute zu verbünden. Ihr beiden habt ein Bündnis, gegenseitig könnt ihr euch vertrauen, verstanden?"
Ich musste ein sarkastische Lachen unterdrücken, denn wen wollte Rust davon überzeugen? Uns oder sich selbst? Sobald die Hungerspiele eröffnet sind, wird Jule hinter mir her sein, Vertrauen war da nicht drin. Vielleicht würde sie sogar ein paar Tributen von ihrer Schwester erzählen und wie sie zu Tóde gekommen war? Wer wusste das schon?
Jule Farrel
Automatisch sah ich kurz neben mich zu Rye und zwang mich dann zu einem nicht ganz so automatischen Lächeln.
,,Natürlich, wir würden uns niemals gegenseitig umbringen.,,, Beteuerte ich und es klang sogar überraschend glaubwürdig.
,,Gestern Mittag habe ich Rye ehrlich gesagt noch gehàsst, aber ich glaube wir haben uns inzwischen besser kennengelernt und ich kann ihm vertrauen. Das siehst du doch auch so, oder?,,, Fragte ich an Rye gewandt, der nebenbei bemerkt ziemlich stark nach irgendetwas duftete.
Ich hatte das Gefühl, wir mussten Rust noch etwas beweisen, und hoffentlich würde er den Köder spätestens jetzt ganz schlucken. May war das alles ja sowieso egal, immerhin. So hatten wir einen Mentor dem wir etwas Vorspielen mussten weniger.
Aber was sollte ich dann eigentlich stattdessen in der Arena machen? Einfach den selben Plan befolgen, der eigentlich für Rye und mich vorgesehen war, nur ohne Rye? Etwas besseres blieb mir wohl nicht übrig. wie Rust gesagt hatte, die meisten anderen Tribute schneller, stärker, gerissener und besser in Form als wir. Und obwohl die meisten schon ziemlich angsteinflößend aussahen könnte ich wetten, das sie noch gefährlicher waren als sie aussahen. Ein Bündnis war tatsächlich undenkbar, mal ganz abgesehen davon das ich ja offiziell mit Rye verbündet war und mich daher sowieso mit niemand anderem verbünden dürfte.
Rye Hawkpath
Auch wenn sich alles in mir dagegen sträubte und ich mir ein Lachen verkneifen musste erklärte ich feierlich: "Jaah, wir haben uns gestern noch ausgesprochen und einander verziehen, wir kommen jetzt besser mit der ganzen Sache klar. "
Ich schickte noch ein halbes Lächeln hinterher und hoffte einfach, dass Rust unsere Lügen schlucken würde. Alyss, die in einer Ecke saß, hatte einen zufriedenen Gesichtsausdruck, also konnten wir nur auf das Beste hoffen. So wie immer eigentlich.
Diese Machtlosigkeit, ging mir gehörig gegen den Strich, wie musste es Jule dann erst gehen, die zuschauen musste, wie ihre eigene Schwester auf offener Straße erschóssen wurde?
Da war es wieder, das lästige Stechen in meiner Brust, das ich immer verspürte, wenn ich daran zurückdachte. Jetzt wo ich Jule persöhnlich kannte, war das alles noch viel schlimmer geworden und es würde mit Sicherheit den Rest meines kruzen Lebens, nicht mehr besser werden.
Ich fragte mich, was Jule gerade dachte. Mich wunderte es, wie glatt sie die Lügen rüber gebracht hatte, ihr musste wirklich einiges an ihrem Leben liegen, wenn sie es schaffte unser Bündnis aufrecht zu erhalten.
Jule Farrel
Ich verzog meine Mundwinkel noch ein letztes Mal zu einem kurzen Lächeln bevor ich meinen Blick wieder von Rye abwandte und zu Rust sah.
,,Sollen wir dann zusammen versuchen die anderen Tribute umzubringen oder wäre es besser uns einfach zu verstecken und zu warten, bis sie sich gegenseitig getötét haben?,,, Fragte ich weiter um mehr Informationen für eine gute Strategie zu sammeln, ob für Rye und mich oder auch nur für mich alleine, später in der Arena.
Wir sollten weniger Zeit damit verschwenden den anderen dieses bescheuerte Bündnis vorzuspielen und stadtdessen mehr Zeit damit verbringen, einen richtigen Plan auszuarbeiten. Ich würde diesen Plan auch befolgen, nur eben ohne Rye. Er konnte dann schauen was er machen würde, vermutlich dasselbe wie ich, etwas anderes konnte ich mir schwer vorstellen. Obwohl ich nach wie vor keine Ahnung hatte, was seine Stärken oder Schwächen waren. Hoffentlich würde ich davon in den nächsten Tagen noch einen kleinen Eindruck bekommen, so das ich ihn besser einschätzen konnte.
Aber er war erst vierzehn, also wie gut konnte er schon sein? Angst bräuchte ich jedenfalls keine wirkliche vor ihm zu haben. Obwohl er natürlich größer und breiter als die meisten anderen vierzehnjährigen aussah, das musste ich ihm lassen. Vielleicht hatte er zuhause in Distrikt elf irgendwelchen Sport oder so etwas getrieben, das wäre ein Glück für ihn aber eher ungut für mich, die so etwas in der Art nie gemacht hatte und körperlich eher mäßig fit war. Wenigstens konnte ich rennen und klettern, das war schon einmal hilfreich.
Rye Hawkpath
Nachdem Jule und ich uns noch kurz fröhlich angestrahlt hatten, was wahrscheinlich sehr albern gewirkt hatte, aber Alyss Overhill sofort verzückte, wandten wir uns wieder der Strategie zu. Rust fand Jules Frage wohl eher überflüssig, denn er zog eine Augenbraue hoch und redete sich ziemlich in Rage: "Bei aller Liebe Jule, aber wie wollt ihr Zwei, bitte jemanden umbríngen? Hast du mir überhaupt zugehört? Die sind alle darauf aus sich gegenseitg zu tötén und sie können es auch. Ihr könnt beide mit Sicherheit nicht mit Wáffen umgehen und wenn ihr nicht gerade Naturtalente seid, werdet ihr das im Trainingscenter sicher nicht mehr lernen!"
Und ich weiß wirklich nicht, warum ich überhaupt darauf reagierte, wahrscheinlich war es das Dümmste überhaupt, auch wenn alle es vielleicht ohnehin erfahren hätten, aber ich fuhr dazwischen, bevor Rust erneut ansetzen konnte sagte eindringlich: "Ich kann schießen! Seit wann kann man auf diesem Weg niemanden tötén?!"
Erstmal sagte niemand etwas und ich bereute sofort, was ich gerade gesagt hatten, jetzt hatte ich meine allergrößte Stärke preis gegeben, aber immerhin stimmte es.
Ich konnte wirklich schießen. Zwar nicht mit Pfeil und Bogen, aber mit der Pistole und zur Not auch mit einem Gewehr. Mein Vater, war jahrelang im Schützenverein gewesen, um genau zu sein, erster Vorsitzender und hatte mich einmal die Woche dorthin mitgeschleppt. Ich konnte schießen und das nicht gerade schlecht.
Jule Farrel
Der erste Gedanke der mir durch den Kopf ging, als Rye das sagte, war vermutlich so etwas wie ,,schéiße,,.
Das hieß also das Rye doch nicht ganz so unfähig war, wie alle immer gedacht hatten und damit war ich noch mehr in Gefahr.
Ich gab mein bestes, mich unbeeindruckt zu zeigen und ließ meinen aufgestützten arm auf die Tischp*** fallen. ,,Na also, da habt ihr?s,,, ich sah kurz in die Runde. ,,So schwer kann es wirklich nicht sein jemanden von weitem zu erschießen, und wenn man den Kopf trifft macht es am Ende auch keinen Unterschied mehr ob derjenige stark oder schwach ist. Sie sterben dadurch alle.,,
Vermutlich hätte ich mich jetzt über diese überraschende Neuigkeit das Rye doch etwas drauf hatte gefreut, aber nur wenn wir wirklich Verbündete gewesen wären. Da ich in dem Wissen war, das wir eigentlich Todfeinde waren, wurde mir jetzt eher schlecht. Die Vorstellung wie Rye nicht nur den anderen Tributen sondern auch mir einen Pfeil, eine Kugel oder irgendetwas anderes aus dem Hinterhalt in mein Fleisch jagte war nicht besonders beruhigend.
Und ich? Wie sollte ich ihn tötén?
Im Kopf zählte ich kurz ein weiteres Mal meine groben Fähigkeiten zusammen.
Dafür, das ich kurze Beine hatte konnte ich relativ schnell rennen, wenn ich wollte konnte ich sehr leise sein und ungehört bleiben, ich war, wie ich von mir behaupten würde, auch relativ flink und geschickt und ich hatte bestimmt einige Muskeln von der gelegentlichen Arbeit auf den Feldern von Distrikt elf um diese Jahreszeit aufgebaut. Doch trotzdem konnte ich mich als kleines Mädchen mit den riesigen und muskelbepackten anderen Tributen nicht messen, vermutlich ebenso wenig mit Rye. Mit was konnte er denn schießen? Ich hatte gehört vom Bogenschießen bekam man kräftige Arm und Oberkörpermuskeln.
Ich verfluchte mich selbst dafür, das ich nie irgendetwas gelernt hatte, nur für den Fall das ich ausgelost oder in diesem Fall ausgewählt werden würde. Aber wie hätte ich das auch wissen sollen? Wie hätte ich ahnen können das von den ganzen Mädchen in meinem gottverdàmmten Distrikt ausgerechnet ich ausgewählt werden würde?
"May the odds be ever in your favor!"
Re: The 25th Hunger Games || Berry and Sonni are finally back ♥
von raven am 18.10.2019 12:43Rye Hawkpath
Ich fragte mich, ob Jule gerade ihre Rolle wirklich fantastisch spielte oder ob sie zwischenzeitlich vergessen hatte, dass wir nur Alibi Verbündete waren. Vermutlich sollte ich auf letzteres hoffen, aber...vielleicht hatte ich Mitleid? Nein, ausgeschlossen. Mal wieder, war es Rust, der mich aus meinen Gedanken hochschrecken ließ.
"Hm, gut für dich", sagte er, wobei es eher eine Art Knurren war und nickte Richtung Jule. Dann kaufte er uns die Nummer ja also wirklich ab. Immerhin etwas.
"Wenden wir uns was anderem zu", meinte Rust dann. "Überlebenstechniken. Feuer machen, jagen, giftige von ungiftigen Beeren unterscheidén, Heilkräuter finden. Wie steht's damit?", fragte er und schaute von Jule wieder zu mir und zurück.
Und da lag wahrscheinlich mein größtes Problem. Als Sohn des Bürgermeisters, war es nicht wirklich notwendig sowas zu können. Feuer machen, würde ich ganz vielleicht noch hinkriegen, aber der Rest? Da sah es eher schlecht aus. Ob Jule wohl etwas davon verstand? Wahrscheinlich mehr als ich. Aber das war ja auch nicht gerade unbedingt schwer.
Das dachte anscheinend auch unser Mentor, denn er warf mir einen: Du ja wohl nicht- Blick zu und wandte sich Jule zu.
(Ich hoffe die idee mit dem Schießen war so okay, ich hab gar nicht gefragt xD Oh und denk an unsere andere super epische Idee xD)
Jule Farrel
Meine Miene hellte sich ein ganz klein wenig auf und meine Gesichtsmuskeln entspannten sich vermutlich ein bisschen. Endlich mal ein Gebiet, in dem ich vielleicht nicht vollkommen unfähig war.
,,Äh ... Naja, ich hab ... Hatte in Distrikt elf eine Art Garten. Früher haben wir da ziemlich viel angebaut und ich war manchmal im Sommer auch auf den Feldern.,,, Ich zuckte mit den Schultern.
Ich konnte mich noch daran erinnern, wie Kräuterverrückt meine Mutter damals gewesen war. Ja
Ich war damit natürlich kein Vollprofi in Sachen Pflanzenkunde aber vielleicht besaß ich ein gewisses Grundwissen, das Rye und vielleicht auch manche andere Tribute eventuell nicht hatten.
Aber wie stand es mit Feuer machen und Überlebenstechniken? Ich hatte oft ein Feuer in unserem Ofen gemacht, um mir essen auf dem Herd machen zu können. Aber da hatte ich auch meistens ein Feuerzeug oder Streichhölzer gehabt, und das würde ich in der Arena höchstwahrscheinlich nicht haben. Mit überlebenstechniken kannte ich mich auch nicht wirklich gut aus, ich hatte in der Schule mal gelernt, wie man Leute wiederbeleben und mundbeatmen konnte und ähnliches, aber an besonders viel konnte ich mich nicht erinnern. Die meiste Zeit hatte ich die Schule sowieso geschwänzt.
Rye Hawkpath
Rust nickte, aber seine Miene blieb unergründlich.
Dann meldete sich auf einmal May wieder zu Wort. Sie sprach so selten, dass ich meistens vergaß, dass sie überhaupt da war.
"Oh, dann seid ihr ja das perfekte Team. Zusammen vereinen sich eure Stärken so wunderbar wie Sonne und Mond", rief sie fröhlich. Der Vergleich war nun wirklich meht als komisch, aber ich musste schließlich in meiner Rolle bleiben und rief in genau dem fröhlichen Ton wie May:"Oh wie wundervoll!"
Die strahlte mich an und versank dann offensichtlich wieder in ihrer eigenen Welt.
Rust grinste doch tatsächlich belustigt zu mir rüber. Anscheinend hatte ich mir jetzt gerade Pluspunkte bei ihm verschafft, dass war vielleicht auch nicht das Schlechteste.
Dann wurde er wieder ernst und meinte:" Wenn wir jetzt nochmal wieder einen Schritt zurückgehen...,bevor ihr in die Arena gelassen werdet. Morgen beginnt das Training mit den anderen Tributen und ich möchte, dass ihr als Verbündete, am besten ständig zusammen rumhängt. Egal ob ihr trainiert, egal ob ihr zusammen esst. Wir müssen dem Kapitol das perfekte Bündnis präsentieren, das wird eure einzige Chance sein"
Jule Farrel
Darauf bedacht, mir meine Verwunderung nicht anmerken zu lassen, musste ich May einfach anstarren. Wie Sonne und Mond? Das Meinte sie doch nicht ernst, oder?
Als Rust endlich wieder anfing zu sprechen, wandte ich meinen Blick eilig ab und starrte stattdessen auf die glänzend polierte Tischp*** vor meiner Nase.
Seine Worte machten mir irgendwie noch mehr Angst. Ich wollte nicht mit Rye herumhängen.
Ich wollte ihn am besten so wenig kennenlernen wie möglich, das würde mir sonst nur mehr Schmerzen bereiten. Einerseits, weil er mich dauernd an den Schuss in den Kopf meiner Schwester erinnerte, und andererseits weil ich distanzierter bleiben wollte, einfach aus dem Grund das wir uns in ein paar Tagen gegenseitig umbringen sollten.
Aber ich hatte jetzt überhaupt gar keine Wahl mehr, es hieß Augen zu und durch. Und das vermutlich für uns beide.
,,Das ist doch sowieso klar, wird nicht schwer.,,, Antwortete ich möglichst locker und leichtherzig mit einem kurzen Seitenblick zu Rye.
Wenigstens war ich so in der Trainingszeit nicht alleine, das bedeutete ich war als mögliche Angriffsfläche für andere Tribute nicht ganz so verwundbar.
Und wenigstens versuchte Rust wenigstens, uns zu helfen. Etwas besseres könnten wir wohl nicht erwarten.
Rye Hawkpath
Ich konnte nicht mal richtig genevt sein. Oder wütend. Oder ängstlich. Was auch immer. Ich konnte nur daran denken, wie Rust austicken würde, wenn wir uns in der Arena trennten. Und Jule mir möglicherweise eine Kugel durch den Kopf jagte. Wie würde es werden, wenn der unwahrscheinliche Fall eintreten würde und einer von uns beiden gewinnen würde? Eigentlich wollte ich es nicht wissen. Eigentlich wäre es einfacher, einer von Vielen zu bleiben und in der Arena zu stérben. Sehr wahrscheinlich sogar.
Aber da war noch der eine Teil in mir, der zurückkommen wollte. Für Flaire. Und vielleicht auch für Heath.
Ehrlich gesagt, hatte ich schon etwas Angst vor dem bevorstehenden Training mit den anderen Tributen.
Nicht jeder Distrikt, wählt seine Tribute durch Rache aus.
Morgen konnte ich meine praktisch nicht vorhandenen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Wenn das Kapitol nicht gerade einen Schießstand aufgebaut hatte, würde das ein deprimierender Tag werden. Ich hatte vor den Hungerspielen nun wirklich Besseres zu tun, als mir die viel besseren Fähigkeiten und ermüdenden Sprüche andere Tribute zu geben. Zumal ich sowieso schon wieder vergessen hatte, wer nochmal für die anderen Distrikte antrat. Nervös schaute ich auf eine Uhr. Wann war dieses blöde Meeting denn endlich zu Ende. "Gibt es noch irgendwas, was wir beachten müssen?", fragte ich schließlich.
Jule Farrel
Nachdem Rye seine Frage gestellt hatte, schaute ich Rust abwartend an. Genau das hatte ich mich nämlich auch gefragt.
Vielleicht wollte nicht nur ich dieses Gespräch gerne schnell hinter mich bringen. Was hieß hier schnell, wir, oder ich, saß inzwischen immerhin schon eine geschlagene Stunde hier auf diesem Stuhl. Inbegriffen der Zeit, die wir auf Rye gewartet hatten, natürlich.
Selbst mein Hintern fing auf diesem harten Stuhl langsam an weh zu tun, genauso wie mein Kopf.
Rust verschränkte seine großen Pranken auf dem Tisch ineinander und brauchte ein paar Sekunden, bis er eine Antwort gab.
,,Äh ... Nein, ich denke nicht. Wir werden uns vor Spielbeginn ja hoffentlich noch ein paar mal sprechen, also wenn ihr jetzt keine Fragen mehr habt.,,
Damit schien sein Satz beendet und er lehnte sich auf seinem Stuhl gegen die Lehne und legte seine Hände auf seine Oberschenkel, als wäre das Gespräch jetzt abgeschlossen.
Ich schüttelte den Kopf. ,,Hab ich nicht. Es ist alles klar, wir befolgen morgen einfach den Plan, Verbündete zu sein. Das kriegen wir hin.,,, Antwortete ich beinah mit einem zuversichtlichen Anflug in der Stimme und legte meine Beine übereinander, weil ich mich wenigstens ein bisschen bewegen musste. Ich spürte nämlich schon den unangenehmen Anflug eines kribbelns in meinem rechten Bein, das man immer bekam, wenn ein Körperteil einschlief.
Rye Hawkpath
Jule hatte offenbar die selben Gedanken wie ich, was ich ihr hoch anrechnete, wahrscheinlich hockte sie hier schon etwas länger. Sie hatte die perfekte Vorlage geliefert, jetzt fehlte nur noch meine Zustimmung und ich konnte hier verschwinden und endlich schlafen. Oder irgendwas anderes tun. Hauptsache weg hier.
"Ja, das wird ein Kinderspiel morgen, im Vergleich zum Training", sagte ich daher schnell und rang mir sogar ein kleines Lächeln ab. Rust nickte zustimmend und May schlief anscheinend mit offenen Augen.
Wo war Alyss Overhill eigentlich abgeblieben? Na ja, mir sollte es egal sein. Ich wollte jetzt einfach nur zurück in mein Zimmer/Apartment, was auch immer.
Rust sah allerdings aus, als wäre ihm noch etwas eingefallen. Jetzt musste ich irgendwie schnell handeln oder ich würde hier noch die nächsten drei Stunden festsitzen.
Vielleicht etwas zu ruckartig sprang ich von meinem Platz auf, denn May zuckte zusammen und schien aus ihrem Tagtraum erwacht zu sein.
"Ich, äh, würde jetzt gerne gehen", stammelte ich blöd rum. Jule starrte mich an. Rust starrte mich an. May starrte mich an. Hektisch suchte ich im Kopf nach einer Ausrede und fand dann schließlich auch eine dermaßen schlechte, die aber genügen musste. "Ich hab das Wasser angelassen. In der Dusche. Also nach dem Duschen, jaah".
Peinlich, peinlich. Ich räusperte mich noch einmal kurz und machte dann den Abgang.
(Sonni ich hab dir gerade die perfekte Vorlage für die Umsetzung unserer epischen Idee gegeben xD)
Jule Farrel
Fassungslos starrte ich Rye hinterher. Er hatte die Dusche für fast eine Stunde angeschaltet gelassen und niemanden hier juckte das? War denen klar, was für eine Wasserverschwendung das war?
Meine Empörung verwandelte sich nach ein paar Sekunden in eine deprimierte Bitterkeit. Das Kapitol hatte hier ja sowieso alles in Mengen, warum sich dann also noch um verschwendetes Wasser kümmern, hatte ich recht?
Ich blinzelte kurz und richtete mich dann ein paar Sekunden später Schulterzuckend auch auf, wobei meine Beine für einen kurzen Moment zu stéif schienen, um mein Gewicht zu tragen. Zum Glück verflog der Moment nach etwa einer Sekunde schon und alles fühlte sich wieder relativ stabil an.
Ich schob meinen Stuhl ordentlich an den Tisch zurück und sagte: ,,Ähm, dann geh ich wohl auch mal. Bis morgen dann.,,
Das war vermutlich nicht der beste Satz, den ich hätte sagen können, aber immerhin war es einer.
Gerade als ich gehen wollte, kam die seit einigen Minuten verschwundene Alyss Overhills wieder zu einer Tür in den Raum gewatschelt.
Sie warf rust einen kurzen Blick zu, der auf mich einen irgendwie gequälten und besorgten Eindruck machte, als müsse sie unbedingt etwas loswerden.
Sie warf mir ein freudloses und gehetztes Lächeln zu, das eher wie ein Zeichen dafür aussah, das sie mich schnellstmöglich loswerden wollte.
Also machte ich ebenfalls die Fliege und verließ den Raum, aber bevor ich die Tür hinter mir ganz geschlossen hatte, hörte ich noch den ersten Satz ihres Gespräches mit, was mich innehalten ließ.
,,Äh, Rust. Kommen sie mal, es gibt etwas zu besprechen. Neuigkeiten.,,, Ich hörte förmlich, wie die Betreuerin Rust zu sich herwinkte und ließ die Tür einen Spalt weit offen, bevor ich mich daneben an die wand drückte. Es würde sicher niemandem wehtun, wenn ich nur die ersten paar Sätze dieser Konversation mithören würde.
Ich hörte Rust und Alyss Schritte näher zu meiner Ausgangstür kommen und hatte erst Angst, sie würden hindurchwollen, aber zu meinem Glück blieben sie ein paar Schritte von der Tür entfernt stehen.
,,Was gibts?,,, Hörte ich Rusts tiefe, brummende Stimme nun viel deutlicher als davor.
,,Ich habe soeben eine nachricht vom Bürgermeister aus Distrikt elf erhalten, es geht um Rye.,,
Jetzt wurde ich richtig neugierig und spitzte meine Ohren noch mehr als zuvor.
,,Besser gesagt, um seine Schwester diese ... Fleur oder so ähnlich.,, Alyss seufzte.
,,Das Mädchen ist todkrank. Sie hat irgendeine Lungenkrankheit und wird das höchstwahrscheinlich nicht überleben, und er will, das wir es Rye wissen lassen.,,, Die stimme der Frau wirkte matt und gestresst, so wie ich Alyss gar nicht kannte.
Ich fragte mich doch wirklich einen Moment lang, ob das so etwas wie die göttliche Rache für Elly war. Erst nahm Rye mir meine Schwester, und dafür wird ihm dann sechs Jahre später seine eigene genommen.
Es dauerte ein paar Sekunden, bis die Stille im Raum hinter mir wieder durchbrochen wurde. Diesmal von Rusts stimme. ,,Das können wir nicht machen, wir sagen Rye gar nichts. Er muss sich auf die hungerspiele konzentrieren, keine Ablenkungen. In ein paar Tagen wird er sowieso tót sein, wozu soll er es dann noch erfahren. Das bedeutet für ihn nur zusätzliche Probleme.,,
Jetzt war ich sprachlos, obwohl ich ja die ganze Zeit über sowieso keinen mucks von mir gegeben hatte.
Es war mir relativ egal, ob Ryes Schwester lebte oder starb, aber hatte er nicht wenigstens ein Recht darauf das zu erfahren? Zu erfahren, wie es um sie stand? Andererseits ... Vielleicht wäre das nur ein zusätzlicher Schmerz, den er gerade nicht gebrauchen konnte. Vielleicht hatte Rust recht.
Alyss seufzte ein zweites Mal. ,,Ja, ja sie haben recht. Der Junge hat wirklich genug um die Ohren. Ich ...,,
Ich hörte noch, wie Alyss zu einem weiteren Satz ansetzte, ehe ich meine Füße lautlos über den polierten Holzboden in Bewegung setzte und mich nun wirklich aus dem Staub machte.
Ich wollte nur noch meine Ruhe und weg von hier. Alleine sein und etwas gegen meine Kopfschmerzen unternehmen um anschließend in Ruhe über das alles nachzudenken.
(Danke, hoffentlich passt das so einigermaßen wenigstens xD ich weiß ich bin schlecht in sowas.
Oh und ich weiß das sie nicht Fleur heißt, ich habs nur geschrieben xD)
(Sonniii, dass ist voll episch *-* Das hast du toll hingerkriegt :3)
Rye Hawkpath
Innerlich ohrfeigte ich mich immer noch, für diese absolut unterirdische Ausrede. Welcher Idiot ließ bitte nach dem Duschen das Wasser an, ohne versehentlich nicht alles zu überschwemmen? Aber egal, niemand hatte nachgefragt, - gut okay, ich war auch zu schnell abgehauen, um überhaupt noch irgendwelche Nachfragen zu gestellt bekommen, aber man würde es mir hoffentlich nicht verübeln. Als ich endlich wieder bei meinem Apartment ankam, knallte ich die Tür hinter mir zu und ließ mich erschöpft einfach auf den Boden sinken. Nicht zum ersten Mal, vermisste ich die Tage zu Hause in Distrikt 11, in denen noch alles in Ordnung war. Nicht die Tage vor meiner Abreise, nein. Ich vermisste die Jahre, bevor ich mit acht Jahren offensichtlich zum meistgehássten Menschen des Distrikts wurde. Daran bestand spätestens seit der Ernte wohl kein Zweifel mehr. Kaum zu glauben, dass das Ganze erst gut etwas mehr als einen Tag her sein sollte. Obwohl meine Haare noch nass waren, hatte ich wieder das Gefühl, in diesem Zimmer zu ersticken. Aber rausgehen und riskieren erwischt zu werden? Sicher nicht. Irgendwann ließ ich mich einfach in Klamotten aufs Bett fallen und rollte mich zusammen, um kurz darauf die Augen zu schließen. Die Einfahrt ins Kapitol hatte mich erschöpft, zu viele verschiedene Eindrücke waren auf mich eingeprasselt.
Doch der Schlaf wollte nicht kommen. Ruhelos wälzte ich mich auf meinem Bett rum. Stunde um Stunde verstrich und doch schlief ich nicht ein. Irgendwann lag ich mit offenen Augen auf dem Bett und versuchte alles andere einfach auszublenden. Mir egal, ob ich das Abendessen verpassen würde. Ich konnte genauso gut diese komische Essen-Bring-Funktion nutzen.
(Danköö :3 jetzt bin ich beruhigt xD aber ich wette du hättest es doppelt so gut hingekriegt)
Jule Farrel
Gestern Abend war ich noch ziemlich lange wachgeblieben und hatte mein Apartment erkundet. Obwohl ich natürlich schon einen groben Überblick über alles hatte, gab es noch alles mögliche zu entdecken. Jede mögliche Knöpfe, Schalter und Funktionen.
In meinem Schlafzimmer gab es sogar Geräte, die Bilder von einem Sternenhimmel an die Decke oder von einer beliebigen Kulisse an die wand projezieren konnten.
Und es gab einen künstlichen Kamin in fast jedem Raum. Ziemlich bescheuert eigentlich, fiel es mir auf.
Am Ende schaltete ich schließlich alles aus und versuchte eine lange Zeit zu schlafen, vergeblich.
Mir war heiß und alle möglichen Gedanken und Ängste hielten mich wach, ganz abgesehen von dem Gespräch zwischen Alyss und rust, das ich belauscht hatte und das immer noch in meinem Gehirn herumspukte.
Irgendwann mitten in der Nacht stand ich sogar auf, um mir das Gesicht kurz mit Wasser abzuspülen in der Hoffnung, danach besser schlafen zu können. Keine Ahnung, ob es funktioniert hatte, jedenfalls wachte ich irgendwann ganz früh morgens schweißgebadet wieder auf, mit dem Gefühl, gerade mal fünf Minuten geschlafen zu haben. Vielleicht hatte ich das sogar nur.
Fest stand, das ich jetzt keine Lust mehr hatte und aufstehen würde.
Während ich schwerfällig meinen Oberkörper aufrichtete und meine Beine an mich zog, warf ich einen Blick auf die Uhr. Es war genau halbfünf am Morgen und draußen sah es noch ziemlich Dunkel aus. Es könnte schlimmer sein, bald würde es hell werden.
Mit einem leisen Stöhnen hievte ich mich auf meine Beine und rieb mir mit den Händen über mein Gesicht. Vielleicht sollte ich duschen? So würde ich wenigstens wacher werden und mich ein wenig frischer und sauberer fühlen. Also ging ich zum Bad und schloss die Tür ab. Keine Ahnung, warum ich das tat, es war ja sowieso niemand hier, vermutlich war es eine Art Gewohnheit.
Ich schaltete die Dusche an und stieg hinein.
Während ich duschte, rechnete ich aus, wie viele Nächte ich jetzt noch mit Sicherheit erleben würde. Am Ende kam ich auf drei. Noch drei Nächte bevor die hungerspiele starteten.
Ich würde mir in nächster Zeit genau einprägen, wie es war, ins Bett zu gehen und aufzuwachen. Entspannt. Denn das würde ich niemals wieder erleben.
Überhaupt würde ich mir alles genau einprägen, den Geschmack des Essens, die Gesichter meiner Mitmenschen, alles einfach.
Und ich wollte mein ganzes Leben noch einmal durchgehen und mich an jedes kleinste Detail erinnern, bevor ich sterben würde. Ich war mir schon im Klaren, das manche Sachen dabei waren, an die ich mich eigentlich ungern erinnerte, aber jetzt hatte ich sowieso nichts mehr zu verlieren.
Stimmte das eigentlich, das man in der Sekunde bevor man starb sein ganzes Leben noch einmal vor sich sieht? Ich hoffte es irgendwie, es wäre ein schönerer Abschluss als die Vorstellung, das alles einfach plötzlich vorbei wäre, ohne irgend einen Abschied von seinem Leben oder so etwas.
Nach einer guten Weile stieg ich wieder aus der Dusche und suchte mir neue Klamotten heraus, machte meine Haare einigermaßen schön und versuchte mir einzureden, das ich eigentlich gar nicht so fertig aussah, wie mein Spiegelbild es mich jetzt im Moment glauben ließ.
(NEIN SONNI, sei nicht immer so selbstkritisch :3 Ich bin in letzter Zeit soo unkreativ, so just stop :3)
Rye Hawkpath
Nachdem ich zwischendurch zwei Stunden geschlafen hatte, sprang ich irgendwann vom Bett auf. Schweißgebadet und mit verwuschelten Haaren, riss ich meine Tür praktisch schon auf und ließ mich draußen im Flur zu Boden sinken. Hier war es merklich kühler. Erleichtert atmete ich die kältere Luft ein. Vielleicht kam es mir auch einfach nur so vor, als würde ich in meinem Apartment ersticken. Jedenfalls saß ich nun hier und nach einigen Minuten merkte ich, wie es mir langsam anfing besser zu gehen. Fahrig fuhr ich mir durch die Haare. Nach vielleicht einer halben Stunde, atmete ich wieder ruhig und schwitzte nicht mehr. Hatten sie hier wohl Kameras? Mir war es egal.
Vielleicht war es Zeit wieder ins Bett zu gehen. Aber nur um dann gleich wieder Hitzeattacken zu bekommen? Nein, danke.
Wie spät hatten wir es überhaupt. Ich konnte es nicht sagen. Halb drei? Halb vier? Halb fünf? Nirgendwo war ein Fenster in Sicht. Wie belüfteten sie diese Flure überhaupt? Nur mit Lüftungsschächten? Wohl kaum. Selbst im schummrigen Licht, konnte ich an den Wänden, oben, zahlreiche Gitter erkennen. Mein Blick fiel auf den Boden, spiegelg*** Fließen, die viel zu sehr glänzten und rote Teppiche mit Goldrand. Ich merkte wie ich Hunger bekam, aber ich hatte keine Kraft und Lust um mich aufzuraffen und mir etwas zu bestellen. Seufzend lehnte ich den Kopf an die Wand. Ich hásste diesen Ort, sogar mehr als Distrikt 11. Aber vielleicht war es besser, hier zu stérben, als in den Hungerspielen.
(Du? Unkreativ? XD Du bist eigentlich immer kreativ xD ich könnte mir dich halt wirklich richtig gut als Autorin vorstellen oder sowas *-*)
Jule Farrel
Ich schloss die Tür von meinem Luxusbadezimmer auf und tappte wieder heraus in meine kleine Wohnung oder was das war. Ich fühlte mich jetzt wirklich schon erheblich besser als davor, das duschen hatte etwas gebracht.
Schlafen konnte ich heute allerdings nicht mehr.
Ich warf einen Blick auf die Uhr. Es war jetzt gerade einmal sieben Minuten for fünf Uhr und immer noch dunkel draußen.
Schnell machte ich mir ein Glas Wasser und trank es in einem kurzen, gierigen Zug aus.
Ich fühlte mich, als hätte ich seit der Auslosung in Distrikt elf vorgestern kein Wasser mehr getrunken.
Nach einem kurzen Rülpser wischte ich mir den Mund mit dem Ärmel ab und überlegte mir, was ich jetzt noch mit meiner vielen freien Zeit bis zum Training anstellen sollte.
Da ich das dringende Bedürfnis verspürte, endlich mal wieder nach draußen zu kommen, steuerte ich die ausgangstür von meinem bereich zu. Da ging es auf den Flur, wusste ich.
Am liebsten wollte ich ganz nach draußen, an die frische Luft, aber ein Flur war schonmal Besser als nichts. Hier drinnen kriegte man ja noch Platzangst.
Ich stieß die Tür auf und tappte mit bloßen Füßen auf den dunklen, menschenleeren Flur raus.
Sofort empfing mich kühlere Luft und ich seufzte kurz erleichtert auf.
Ich drehte mich gerade um und wollte ein paar Schritte weiterlaufen, als mir erst die Person auf dem Boden auffiel.
Sofort begriff ich, das es Rye war.
Eigentlich sah er ziemlich fertig aus, kauerte mit verwuschelten Haaren an der Wand als wäre jemand gestorben. Oder als hätte er die ganze Nacht auch nicht geschlafen.
Ich merkte, das ich den Atem angehalten hatte und stieß ihn jetzt hoffentlich nicht zu hörbar aus.
So wie ich Rye da sah, Erinnerte er mich schlagartig wieder an die Neuigkeit, die Alyss und Rust vor ihm verschweigen wollten. Wenn ich wenigstens noch ein bisschen Ehrgefühl in mir trug dann sollte ich ihm es vermutlich sagen, aber jetzt einfach so? Und abgesehen davon war er sowas wie mein Erzfeind.
Überhaupt war das grade eine ziemlich unangenehme Situation. Einfach wieder reingehen konnte ich ja wohl schlecht, aber tun als wäre er nicht da ging genauso wenig.
,,Was machst du bitte hier?,,, Fragte ich stattdessen ohne mich vom Fleck zu rühren und wusste nicht wirklich, ob die Worte jetzt angemessen waren. Irgendwie wusste ich nicht, was ich sonst hätte sagen sollen.
Ich war ziemlich ***en im Umgang mit Menschen, das war ja nichts Neues.
(Oha Sonniii, dass ist das schönste Kompliment das dur mir machen kannst :333 *wipes away a tear* Lass uns ein Autorenduo werden :333 xD)
Rye Hawkpath
Ich döste ruhelos vor mich hin, aber immerhin döste ich überhaupt, als eine Stimme mich aus meinen Gedanken riss. Schlagartig war ich wach, so tief hatte ich nicht geschlafen. Aber ich konnte ungemütlich werden, wenn man mich nach unzähligen schlaflosen Stunden, dann einfach aufweckte. Im schummrigen Licht erkannte ich Jule.
War ja klar.
Wer sollte mich sonst wecken? Hättes sie mich nicht einfach schlafen lassen können? War dieses verrückte Mädchen etwa auf Konfrontation aus, oder was?
"Warum um alles in der Welt, weckst du mich, wenn ich gerade zum gefühlt ersten Mal seit gestern Abend etwas Schlaf bekomme? Du hättest einfach in Ruhe weitergehen und was weiß ich machen können! Du kannst mir in der Arena noch genug auf den Sack gehen und später im Training hocken wir auch lange genug aufeinander rum", maulte ich sie an.
Zugegeben, vielleicht war sie einfach überrascht, aber hatte sie nicht gesehen, dass ich fast eingeschlafen war? Vielleicht war sie auch gekommen um mich hier und jetzt abzumurksen wer wusste das schon? Egal, was sie vorher gesagt hatte, vielleicht hatte sie ihre Meinung geändert?
Gut, wie, war dann die andere Frage, aber wenn ich ehrlich war, würde ich vielleicht in Erwägung ziehen, mich nicht zu wehren.
(:33
Ohh ja sowas wie erin Hunter xD PLS LASS UNS WAS ÜBER KEKSE SCHREIBEN)
Jule Farrel
Ich presste meine Lippen aufeinander und schluckte meinen Ärger herunter. ,,Tschuldigung, kann ich ja nicht wissen das du hier draußen um fünf Uhr morgens auf dem Flur hockst und schläfst. Ich wär ja weitergegangen wenn ich gewusst hätte das du pennst.,,
Meine Worte klangen am Ende viel maulender und härter als ich es geplant hatte, aber vielleicht war es vielleicht besser so. Rye machte sich auch nicht die Mühe nett mit mir zu kommunizieren.
Trotzdem behielt ich die Neuigkeit von Ryes erkrankter Schwester immer in meinem Hinterkopf. Wenn ich es ihm sagen wollte, dann müsste ich vielleicht erstmal ein freundliches Gespräch anfangen um später zu diesem Thema übergehen zu können. Aber war es mir das wert? Irgendwie hatte ich ein schlechtes Gewissen, es Rye nicht zu sagen.
Und wenn ich es ihm sagen würde, würde es ihn dann nicht total aus dem Konzept bringen, so wie rust gesagt hatte? Aber das könnte ich wiederum auch für meine Zwecke ausnutzen. Umso besser für mich, wenn Rye abgelenkt war, eigentlich.
Ich verbannte letztere Gedanken schnell wieder aus meinem Kopf, weil ich mir davon einfach zu beschíssen und herzlos vorkam. Obwohl ich einen Riesen hàss auf Rye hatte, wusste ich ja irgendwie, wie sich das für ihn mit seiner Schwester anfühlen würde. Und das dann auch noch so kaltblütig auszunutzen kam mir genauso schéiße vor, wie ihm gar nichts zu sagen.
(Jaa xD Es war einmal ein Keks. Sonni und Börri teilten ihn sich. Ende xD)
"May the odds be ever in your favor!"
Re: The 25th Hunger Games || Berry and Sonni are finally back ♥
von raven am 18.10.2019 12:46Rye Hawkpath
Schweigend schaute ich in die andere Richtung. Ich war zu müde, um jetzt hier um 5 Uhr morgens Streit anzufangen. Jedenfalls war die Nacht bald vorbei. Vielleicht sollte ich einfach mal ein normales Gespräch mit Jule führen. Immerhin hockten wir jetzt zwei Tage nacheinander beim Training und Essen aufeinander, da war es doch erlaubt schon mal zu üben, oder? Ich hatte ja nicht vor mit ihr Frieden zu schließen, auf keinen Fall, eher so etwas wie...Smalltalk? War das ein passendes Wort? Jaah, das kam dem was ich vorhatte wahrscheinlich schon am nächsten. Vielleicht sollte ich mich erstmal entschuldigend. Irgendwie war es erschreckend, wie antisozial ich wirklich war.
Wahrscheinlich war das nicht verwunderlich. Wenig bis gar keine Freunde in der Schule, eher schweigsam. Kein Wunder. Wobei man mit entschuldigen ja eigentlich nie etwas falsch machen konnte. Hoffte ich zumindest. "Jaja, sorry, konntest du nicht wissen, aber ich dachte bevor ich in meinem Zimmer ersticke, schlaf ich lieber ein bisschen auf dem Flur weiter". Eigentlich war ich ganz zufrieden mit dieser Aussage. Jule hoffentlich auch. Aber warum, machte ich mir überhaupt darüber Gedanken? Mir konnte es egal sein, wenn sie es in den falschen Hals bekam, war das nicht meine Schuld, ich hatte es immerhin versucht. Gut, vielleicht hatte ich nicht mein Bestes gegeben, aber musste man das denn immer? In der Arena mit Sicherheit schon, sonst hatte man nicht die geringste Überlebenschance, aber davor?
(Klingt super, vor allem dieser krasse Plotwist xD WIR WERDEN BERÜHMT HALLELUJA)
Jule Farrel
Ich beruhigte mich ungemein und atmete sofort ein bisschen entspannter. Wenigstens hatte Rye sich jetzt auch entschuldigt, eine gute Voraussetzung für ein Gespräch zwischen uns.
Ich wollte eigentlich gar kein Gespräch, aber ich merkte wie sich der Entschluss, das mit seiner Schwester Rye zu erzählen, sich zumindest in meinem Unterbewusstsein schon zu tief festgesetzt hatte, als es nicht zu tun. Auch wenn ich immer noch meine Zweifel hatte. Vor allem, wie sollte ich das anstellen? Es ihm erzählen, meine ich?
Ich seufzte deshalb, lief um Rye herum und ließ mich in einem guten Sicherheitsabstand von bestimmt zwei Metern neben ihm an die wand rutschen.
,,Ich wollte eigentlich schauen, ob es irgendwo einen Weg nach draußen oder sowas gibt. Ich brauch mal frische Luft. Aber gibt es nicht, oder?,,, Fragte ich deprimiert während ich die wand vor mir anstarrte und stützte meine Ellenbogen auf meinen Knien ab.
Ich musste mir einfach einbilden, das ich nicht mit Rye Hawkpath sondern irgend einer neutralen Person redete, dann ging es schon. Nur bloß nicht in seine Richtung schauen.
In was für einer schéiße war ich hier nur gelandet? Ich war kurz davor, meinen Kopf einfach in meinen Händen zu vergraben und den ganzen Tag so hier sitzen zu bleiben.
Es war, als bräche plötzlich alles über meinem Kopf zusammen. Das Gefühl hatte ich manchmal, auch schon in Distrikt elf, aber die Hungerspiele in drei Tagen waren nochmal eine ganz andere Last auf meinen Schultern.
Es war zum heulen.
Rye Hawkpath
Mein Plan, nett zu sein, war anscheinend aufgegangen. Okay, dass Jule sich gleich auch hinsetzen würde, hatte ich nicht erwartet, aber was egal, wenn sie wollte, sollte sie doch. Auf die Idee nach einem Ausgang zu suchen, war ich ehrlich gesagt noch nicht gekommen, aber ich bezweifelte auch das es überhaupt einen gab. Und wenn dann nur schwer bewacht. "Ich war vorhin ehrliich gesagt zu müde, um einen zu suchen, aber findest du nicht, dass das ein bisschen zu einfach wäre? Jedenfalls wenn Ausgang unbewacht ist."
Ich musste zugeben, sie hatte recht, langsam spürte ich auch auf dem Flur, wie diese unangenehme warme Luft, sich gegen diese lächerlichen Lüftungsschächte durchzusetzen drohte. Auf der anderen Seite, waren Fenster wahrscheinlich zu gefährlich, wenn sie die Zimmer nicht abschlossen. Wer weiß wie viele Tribute in früherene Hungerspielen versucht hatten sich umzubringen. Das rief mir meine eigene Aktion von vorgestern Abend wieder in den Kopf. Dachte Jule wohl immer noch, dass ich mich hatte umbríngen wollen? Alyss Overhill wahrscheinlich schon, die kannte sich sicher mit verängstigten Tributen aus. Vielleicht, ganz vielleicht, war es ja auch nicht das Schlechteste, wenn Jule mich für super schwach hielt. Wobei, dann das mit dem Schießen, nicht ganz ins Bild passte. Ich biss mir auf die Unterlippe, als ich merkte, dass ich mir eine mögliche Strategie höchstwahrscheinlich selbst verbaut hatte. Aber vielleicht war Jule ja nicht so schlau, um das zu begreifen? Okay, dass war eigentlich ziemlich abwegig, ich schätzte sie als ziemlich aufgeweckt ein.
Jule Farrel
Mein Blick klebte immer noch wie festgegossen an der Wand, ich wollte nicht in Ryes Richtung schauen.
,,Hast recht, total unrealistisch.,,, Sagte ich. ,,Sonst könnten wir ja fliehen.,,, Ich lachte, leise und freudlos.
,,Es ist nur irgendwie schwer zu akzeptieren, das ich nie wieder nach draußen komme bis die hungerspiele starten und ich sterbe.,,, Jetzt war jegliches lachen aus meinem Gesicht verschwunden und ich realisierte blinzelnd, das ich gerade gegen die Tränen ankämpfte. Um nichts in aller Welt durfte ich jetzt anfangen zu weinen, niemals. Dafür würde ich mich bis zum endlosen schämen.
,,Ähm, Rye?,,, Wechselte ich also schnell das Thema und drehte mein Gesicht jetzt doch in seine Richtung, was mir eine riesige Überwindungskraft abverlangte. Ein leises schniefen währenddessen war das einzige, was meine Weinerlichkeit im letzten Moment verriet.
Also, jetzt oder nie.
,,Du hast ne Schwester, oder?,,, Fragte ich weiter und blinzelte wieder, weil es mir im Moment ziemlich schwer fiel in Ryes Richtung zu schauen.
Ich bereute jetzt gerade wieder alles, ich konnte es einfach nicht. Ich konnte es ihm einfach nicht sagen. Für sowas war ich nicht gemacht. Vor allem nicht Rye. Wir wollten uns beide gegenseitig tót sehen, warum machte ich das?
Aber jetzt war es mehr oder weniger schon zu spät. Ich hatte die Sache angefangen, ich musst sie zu Ende bringen.
(Ok ich hör auf xD)
Rye Hawkpath
Ich meine... In diesem schlechten Licht konnte ich es nicht sicher sagen, aber nach ihrem kurzen Redeschwall, dachte ich für einen ganz kurzen Augenblick, dass Jule weinte. Was ein ziemliches Problem gewesen wäre, weil ich mit sowas absolut nicht umgehen konnte. Wie auch? Eventuell hatte ich auch ein Schluchzen gehört, aber ich versuchte das einfach zu ignorieren, erfolgreich, für den Moment.
Bis Jule dann auf die hirnrissige Idee kam, nach meiner Schwester zu fragen. Das war nämlich ein heikles Thema. Wenn ich irgendwo empfindlich war, dann auf dem Gebiet. Und warum um alles in der Welt wollte sie das überhaupt wissen? Flaire ging sie überhaupt nichts an, ich fragte sie schließlich auch nicht über ihre Eltern oder Elli aus.
Zugegeben, es wäre auch ziemlich respektlos, Sachen über ihre Schwester zu fragen, wo Jule mir doch die Schuld an ihrem Tód gab, aber was zur Höllé wollte sie mit dieser Frage jetzt bezwecken. Ablenken? Oder war sie einfach nur neugierig. Hatte sie irgendeine komische Taktik, so viel wie möglich über mich in Erfahrungn zu bringen?
Beinahe hätte ich ihre Frage irgendwie abgeblockt, aber eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen nett zu sein. Da war es ehr ungünstig jetzt eine patzige Antwort oder dergleichen zu geben. Allerdings, müsste sie eigentlich wissen, dass ich eine Schwester hatte. Es sei denn, sie hatte ihr ganzes Leben unter der Erde gewohnt. Bei allen offiziellen Veranstaltungen war Flaire dabei, man konnte sie gar nicht nicht kennen. Wahrscheinlich wollte Jule dann doch nur von ihrem kurzen...Schwächeanfall ablenken? Ich drehte mich zu mir, nachdem ich die letzte Minute wie bessesn die gegenüberliegende Wand angestarrt hatte. Leise murmelte ich:"Ja"
(Stimmt, Zum Glück bist du so vernünftig xD)
Jule Farrel
Was sollte ich jetzt sagen? Sollte ich einfach so schnell wie möglich zum Punkt kommen? In einer schönen schéiße steckte ich hier wieder fest. Und mein Gerede wirkte auf Rye bis jetzt bestimmt auch ziemlich komisch, was die Sache für mich nicht gerade erleichterte.
,,Ich hab gehört wie Rust und Alyss über sie geredet haben.,,, Rückte ich schließlich nach ein paar Sekunden heraus und wandte meinen Blick endlich wieder der in schummriges Licht getauchten wand vor mir zu.
,,Weißt du, wies ihr geht?,,, Fragte ich, weil ich erst sicher gehen wollte, das Rye wirklich noch nichts von irgend einer tödlichen Lungenkrankheit wusste, bevor ich ihm etwas erzählte. Vielleicht wusste er ja doch schon alles, die kleine Chance bestand.
Ich kam mir im Moment viel zu nett vor. Es war wie eine schlimme Verletzung meines stolzes gegenüber Rye. Aber was sollte ich denn sonst machen?
Rye Hawkpath
Ich fragte mich, ob Jule wohl wusste, wie nervös sie mich gerade machte. Vielleicht war das ja ihr Plan, überlegte ich. Wie ein Verrückter starrte ich sie an und rückte etwas von ihr ab, auch wenn uns schon gut zwei Meter trennten. Mein Mund war auf einmal ganz trocken und meine Hände schwitzten. Meine rechte Hand zitterte so stark wie schon lange nicht mehr. Hoffentlich bemerkte Jule, dass durch das schummrige Licht nicht. Wenn ich ehrlich war, hatte sie es in der kurzen Zeit schon unzählige Male miterlebt und trotzdem war es mir jedes Mal auf's Neue so peinlich, dass ich es irgendwie vor ihr verstecken wollte.
Die Gedanken rasten nur so durch meinen Kopf. Warum fragte Jule so etwas? Was wusste sie? Und warum redeten Alyss und Rust über meine Schwester? War irgendetwas mit ihr. Wie kam Jule dazu, mich sowas um 5 Uhr morgens auf dem Flur zu fragen? War das womöglich alles nur Taktik und sie wollte mich vor dem morgigen Training nochmal schön verunsichern. Wenn ja, hatte sie das auf jeden Fall geschafft. Es half nichts, ich musste der Sache nachgehen. Was, wenn es ihr wirklich nicht...gut ging? Andererseits warum sollte Jule mir davon erzählen? Wir waren Feinde!
Ich holte einmal tief Luft und versuchte meine Atmung, die sich merklich verschnellert hatte, irgendwie zu normalisieren, ehe ich den Mund aufmachte.
"W-warum fragst du so etwas?", fragte ich dann mit leider merklich zitternder Stimme. In meinem ganzen Leben, hatte ich noch nie so Angst vor einer Antwort gehabt.
(Kein Problem :3)
Jule Farrel
Jetzt sah ich Rye wieder an, und soweit ich es in dem Dämmerlicht erkennen konnte sah er aus, als hätte er gerade einen Geist gesehen. Oder als hätte er Angst, das gleich einer um die Ecke kommen würde. Oder er starrte mich an, als wäre ich der Geist.
Ich ließ meine Arme von meinen Knien fallen während meine Beine flach auf den Boden rutschten. Diesmal brauchte ich nicht viel Zeit, bis ich Antwortete.
,,Hab ich doch schon gesagt, ich hab Alyss und rust reden gehört,,, Sagte ich schon ein bisschen aggressiver und unfreundlicher, wie als wolle ich mein vorheriges Verhalten wieder wettmachen.
Vielleicht sollte ich jetzt einfach damit herausrücken.
,,Alyss hat irgendwas geredet von einer Krankheit. Die wollten dir nichts sagen. Aber du weißt das bestimmt sowieso schon, oder?,,
Meine Tonlage war wieder ein bisschen neutraler und weniger wütend geworden, genau wie mein Gesichtsausdruck.
Erwartend starrte ich Rye ins Gesicht. Ich hoffte wirklich, das er es schon wusste.
Und falls nicht, hatte ich überhaupt keine Ahnung wie er reagieren würde. Ich wollte es mir gar nicht ausmalen. Keine Ahnung, was ich tun sollte, wenn Rye auf einmal losheulen würde oder sowas. Oder wieder so einen Anfall bekommen würde wie im Zug.
Rye Hawkpath
Jules Stimmungsschwankungen setzten offenbar gerade ein, denn nachdem sie mich erst regelrecht angeblafft hatte, dass sie ja gerade gesagt hätte, warum sie mir das erzählen würde, schien sie sich nun wieder gefangen zu haben. Ich war so damit beschäftigt, über ihre Launen nachzudenken, dass die Information über das was sie gesagt hatte, erst nicht in meinem Gehirn ankam.
Langsam sickerte es bis zu meinem Verstand durch.
Flaire. Krankheit. Alyss und Rust, die mir nichts sagen wollten. Mein erster Gedanke war, was das für eine Krankheit war. Wir redeten wohl kaum über eine einfach Grippe, sonst hätte man nicht beschlossen, es mir zu verschweigen. Nein, das hier war etwas Ernstes. Im nächsten Moment fühlte ich mich wie benommen.
Ich drehte mich von Jule weg und starrte wieder die Wand an. Tausend Fragen schossen mir in den Kopf. Konnte ich Jule trauen? Wie schlimm war es, dass man es mir sogar verheimlichen wollte. Und aus welchem Grund, sollte ich nicht davon erfahren? Welche Krankheit? Und warum, warum Flaire? Von allen Menschen, die ich kannte, hatte sie es am allerwenigsten verdient. Mein Blick durchbohrte die Wand. Immer wieder hallte die Erkenntnis in meinem Kopf nach. Flaire ist krank. Richtig krank.
Irgendwie schaffte ich es gefasst zu bleiben, vielleicht konnte ich es immer noch nicht realisieren. Mir fiel wieder ein, dass Jule ja eine Frage gestellt hatte.
Laut und deutlich sagte ich, ohne sie anzuschauen, während ich das Zittern in meiner rechten Hand zu unterdrücken versuchte: "Nein, nein, das wusste ich nicht."
Jule Farrel
Das schlimmstmögliche war also eingetreten. Ich hatte es eigentlich erwartet, es war von Anfang an ziemlich klar gewesen das Rye nichts wusste. Warum hätten Rye und Rust sonst auch überhaupt dieses Gespräch geführt? Aber ich hatte trotzdem die kleine Hoffnung gehabt.
Ich senkte meinen Blick wieder und musterte jetzt meine Knie.
,,Dann tuts mir leid.,,
Ich hatte keine Ahnung, wofür ich mich entschuldigte. Vermutlich dafür, das ich es ihm erzählt hatte.
Ich könnte jetzt noch das mit irgendeiner tödlichen Lungenkrankheit sagen, aber für den Moment blieb ich lieber still. Ich würde Rye mehr sagen, wenn er nachfragte. Wenn nicht, dann eben nicht.
Eigentlich dachte ich immer, das ich mich freuen würde, wenn Rye genauso leiden würde wie ich damals. Er litt jetzt schon, das wusste ich ohne ihn anschauen zu müssen.
Allein der Ton in seiner Stimme verriet das und ich konnte mir irgendwie vorstellen, wie er sich vielleicht gerade fühlte.
Nur ich freute mich jetzt überhaupt nicht darüber, nicht wie ich immer gedacht hatte.
Eigentlich tat Rye mir nur leid. Und ich wusste nicht mehr, ob ich ihm das mit seiner Schwester wünschte.
Obwohl ich ihn hàsste und obwohl er schuld an allem war, war er am Ende auch nur ein Mensch, oder?
Rye Hawkpath
Es tat ihr leid? Warum tat es ihr leid? Es passte nicht zu ihr. Wahrscheinlich hatte Jule das nur gesagt, um nicht zu herzlos zu wirken, aber ich war sicher, dass es ihr nichts ausmachte, sie sich vielleicht sogar etwas freute, dass ich vielleicht dne selben Schmerz würde durchleben müssen, wie sie. Ich wollte ihr genau das, ins Gesicht schreien, als mir ein Gedanke kam. Warum hatte sie es mir überhaupt erzählt? Die Mentoren und Alyss hätten es aus laut ihr nicht erzählt. Falls sie die Wahrheit sagte, warum erzählte sie es mir? Jule hätte das nicht tun müssen, dass wusste sie.
Oder war es letztendlich doch nur ihre Taktik? Mich psychisch außer Gefecht zu setzen? Das was Rust und Alyss vielleicht hatten vermeiden wollen?
Aber vielleicht, ganz vielleicht, empfand sie ja auch so etwas wie Mitgefühl. Auch meine linke Hand zitterte es und mittlerweile versuchte ich nicht mehr es zu verstecken, sollte dieses mir eigentlich völlig fremde Mädchen es doch sehen. Die viel wichtigere Frage: Was genau tat ihr leid? Woran war meine Schwester erkrankt. Wie schlimm war es? Mein Verstand war viel zu langsam, ich wusste nicht ob das von der Übermüdung oder der Benommenheit kam. "Was Jule, was tut dir leid?", fragte ich Jule mit einer gewissen Schärfe in der Stimme und drehte mich in ihre Richtung, auch wenn ich nur ihre Umrisse erkennen konnte.
Irgendwie eine bizarre Situation, in dieser Verfassung morgens um Fünf auf dem Flur zu sitzen.
Jule Farrel
Ich warf Rye nur einen ganz kurzen, flüchtigen Blick zu, um zu sehen, ob er sich wirklich in meine Richtung gedreht hatte, wandte meinen Blick aber schnell wieder ab.
Warum musste er jetzt danach fragen? Er könnte ziemlich viel fragen, warum ausgerechnet das?
,,Keine Ahnung. Dafür das ich?s dir erzählt hab.,,, Antwortete ich schließlich und hoffte, er würde sich damit zufrieden geben.
Vielleicht hätte ich mich einfach nicht entschuldigen dürfen, aber immerhin hatte ich Rye mit dieser Information gerade seine letzten drei Tage Lebenszeit verdorben. Das war doch irgendwie eine Entschuldigung wert.
Und außerdem, wie schon gesagt, empfand ich irgendwie so etwas wie Mitgefühl für Rye. Seine Schwester würde sterben während er weg war. Zu der Zeit war er vermutlich selber schon tót.
Wenigstens sahen sie sich dann im Himmel Wieder, das war bestimmt ein Trost für ihn. Vielleicht auch für seine Schwester.
Niemand hatte bisher an Ryes Schwester gedacht. Mehr oder weniger war sie gerade in derselben beschíssenen Lage wie Rye: In dem wissen, das sie vermutlich sterben musste und ihr Bruder auch.
Ich erinnerte mich bloß daran, sie manchmal in Distrikt elf gesehen zu haben. Die älteste Tochter des Bürgermeisters, ziemlich hübsch und beliebt. Leider hatte ich ihren Namen vergessen.
Ich versuchte innerlich, diese Gedanken abzuschütteln. Jetzt vertiefte ich mich schon in den Problemen anderer Leute, dabei hatte ich doch selber genug am Hals.
"May the odds be ever in your favor!"
Re: The 25th Hunger Games || Berry and Sonni are finally back ♥
von raven am 18.10.2019 12:50Rye Hawkpath
Ich durfte Jule nicht trauen.
Wie ehrenvoll ihr Gedanke hinter dem Ganzen auch gewesen sein mochte, sie war meine Konkurrentin. Für den Moment wünschte ich mir, dass ich an Flaires Stelle krank wäre. Egal, welche Krankheit sie hatte, sie hatte es nicht verdient, nicht meine Schwester. Sie war immer freundlich zu jedem gewesen und hatte in jedem wirklich nur das Gute gesehen. In meinen Augen, war sie ein so viel besserer Mensch, als ich es jemals sein würde. Wie krank war sie überhaupt? Welche Krankheit konnte so schnell ausbrechen und dabei auch noch so heftig? Wobe ich wusste nicht, wie schlimm es wirklich war. Aber Jule wusste es. "Wie schlimm ist es?", keuchte ich und starrte sie weiterhin an, auch wenn sie weigerte sich auch mir zu zuwenden.
Ihc hoffte, dass das alles nur ein dúmmer Scherz war. Das sie gleich anfangen würde zu lachen, kein höhnisches Lachen, ein lautes, fröhliches Lachen und sagen würde, dass sie mich nur auf den Arm hatte nehmen wollen.
Es kam mir so surreal vor. Flaire, die nie krank gewesen war, auf einmal in so einem schlechten Zustand? Ich konnte es mir nicht mal vorstellen.
(Der Text is schéiße, I'm sorry xD)
Jule Farrel
Ich zuckte nur mit den Schultern und sah Rye jetzt wieder an, während ich meine Beine näher zu meinem Körper zog. Zum Glück hatte er nicht weiter darauf herumgestochert.
,,Ich hab nicht so lang mitgehört, Alyss wusste glaube ich selber nicht genau wovon sie redet,,, Ich machte eine kurze Pause, in der ich überlegte, wie ich das folgende am besten formulieren sollte.
,,Also sie hat eben von deiner Schwester geredet, sie hat gesagt der Bürgermeister möchte das sie es dir sagen. Sie hat irgendwas gestammelt von wegen tödlicher Lungenkrankheit, genau wusste sie es aber glaub ich wie gesagt selber nicht. Und dann haben sie noch abgemacht, dir nichts zu sagen, wegen der Ablenkung. Danach hab ich mich aus dem Staub gemacht.,,
Ich blinzelte und wartete Ryes Reaktion ab. War er mir dankbar das ich es ihm erzählt hatte, oder hàsste er mich jetzt noch mehr als zuvor? Im schlimmsten Fall dachte er, das ich mir alles nur ausdachte, um ihn in eine psychische Krise zu treiben und ihn so auszuschalten.
Es fiel mir ziemlich schwer, still zu sitzen. Mein Kopf fühlte sich schwer an.
Ich hatte das Gefühl, ich war noch nie in meinem Leben so ein netter Mensch gewesen. Rye war immerhin mein Tódfeind, in den Hungerspielen und hier auch.
Und jetzt fühlte ich mich schon fast, als hätte ich ein viel zu gutes Herz. Immerhin tat ich das hier aus reinem guten Willen gegenüber Rye und nicht wegen meiner eigenen Vorteile.
(Ich dachte erst du meintest meinen xD ABER DEIN TEXT IST WIE IMMER SUPER EPISCH SAG SOWAS NICHT, MEINER IST SCHÉISSE)
Rye Hawkpath
Ich glaube, ich saß erstmal einige Minuten bewegungslos, an die Wand gelehnt, auf dem Fußboden dieses Flures. Dieselben zwei Worte rasten immer wieder durch meinen Kopf.
Tödlíche Lungenkrankheit. Tödlíche Lungenkrankheit. Töd-. Meine Gedanken fuhren Karussell und eine Welle der Gefühle überflutete mich. Háss. Auf niemanden Bestimmtes einfach. Auf das Kapitol vielleicht. Und auf Jule. Auf das Leben wahrscheinlich.
Irgendwie auch Eifersucht, auf jeden der nicht seine Schwester verlieren würde, während er selbst in wenigen in den Hungerspielen gegen 23 andere Tribute kämpfen würde.
Und Trauer. Unendliche Trauer. Trauer, die vielleicht niemals enden würde. Meine Hände zitterten und ich atmete schwer, ein regelrechtes Keuchen. Ich war so beschäftigt, dass ich beinahe vergas, dass Jule immer noch zwei Meter enfernt an der Wand lehnte, mich vielleicht anstarrte. Jule...Was wenn...?
Ein winziger, irrsinniger Hoffnungsfunke schlich sich in meine Gedanken. Was wenn das wirklich alles nur ein Scherz war? Oder es einfach schlicht weg nicht stimmte?. Wenn Jule sich Sachen ausdachte, um mich fertigzumachen, so wie ich laut ihr ihre Schwester einst fertig machte? Was wenn?
Keuchend kam ich auf die Beine und stolperte rückwärts ein paar Schritte zurück. "D-du lügst!", würgte ich hervor, Hände zitternd, mich an dieses einen Gedanken klammernd.
(Bei Minhos heiligen Haaren, ich meine doch nicht deinen Text, der is voll gut xD Und nein, du kannst nicht leugnen, dass der eine vorhin, wirklich schlecht war xD)
Jule Farrel
Ich hatte diese Reaktion für möglich gehalten, aber ich hatte sie trotzdem nicht erwartet und war für einen Moment kurz geschockt und konnte Rye nur anstarren. Als er sich plötzlich aufrappelte tat ich nach ein paar Sekunden das gleiche, so das wir uns jetzt auf dem Flur mit ein paar Metern Entfernung gegenüber standen.
Fast schon verletzt das er mir nicht glaubte sah ich ihn an. ,,Ich Lüge nicht,,, Beteuerte ich, aber irgendwie bezweifelte ich, das er mir das in diesem Zustand glaubte.
Seine Hände und sein ganzer Körper zitterten unaufhörlich und sein Gesichtsausdruck war völlig aufgelöst.
,,Komm wieder runter, Rye.,,, Versuchte ich es diesmal und beherrschte mich, keinen Schritt zurück zu weichen.
Stattdessen blieb ich, wo ich war.
Was sollte ich tun, wenn Rye wieder so einen Anfall bekam wie im Zug? Wenn er plötzlich nicht mehr aufhörte zu zittern? Ich hatte keine Ahnung wie ich ihm helfen sollte, und wollte es auch eigentlich gar nicht.
Vielleicht hätte ich einfach nicht so viel sagen dürfen. Vielleicht hätte ich einfach gar nichts sagen dürfen.
Na toll, das hatte ich ja mal wieder toll hinbekommen.
Plötzlich wurde ich wieder wütend auf Rye. Was dachte er denn, wie es mir ging? Wie es mir die ganze Zeit gegangen war? Alles wegen ihm. Weil er so egoistisch und dúmm und jung gewesen war um alles nur wegen ein paar blöden Tomaten zu zerstören.
(Jaja bei Minhos heiligen Haaren, danke xD
Ich kann das eigentlich schon leugnen xD Kein Text von dir ist jemals schlecht Börri)
Rye Hawkpath
Ich wollte aber nicht runterkommen.
Ich bemerkte auch nicht, wie die Wut langsam wieder von mir Besitz ergriff. Ich stand starr auf der Stelle, nur meine Hände zitterten. Es durfte nicht die Wahrheit sein, das war einfach...undenkbar. Aber was war, wenn Jule wirklich recht hatte? Wenn es Flaire gerade von Sekunde zu Sekunde schlechter ging und ich ihre Krankheit hier gerade verleugnete? Andererseits? Ich sah keinen schlüssigen Grund, warum Jule mich nicht einfach anlügen sollte. Sie hásste mich und wartete nur noch darauf, mir in der Arena an die Kehle zu gehen.
Vor Wut wurden meine Gedanken wirr und ich zischte:"Warum sollte ich dir das glauben, Jule? Ich hab keinen Grund dazu".
Wahrscheinlich wurde sie auch gerade wütend und vielleicht würde das hier, wieder in irgendeiner nervenaufreibenden Auseinandersetzung enden, aber es ging hier auch nicht um irgendwas Bánales. Es ging um Flaire, meine Schwester, die man mir wegnehmen wollte, ob es nun stimmte, oder nicht.
So schnell wie die Wut gekommen war, flaute sie auch wieder ab. Meine angespannte Haltung wurde lockerer und mit eingesunkenen Schultern, stand ich Jule gegenüber.
(Du schmechelst mir mehr als du solltest, Sonni xD)
Jule Farrel
Als ich sah, das Rye sich ein bisschen entspannte, tat ich das auch wieder, wenn auch nur minimal. Die größte Gefahr war hoffentlich vorüber.
,,Keine Ahnung, dann frag halt Rust und Alyss die Idioten,,, Gab ich zurück, denn bisher fiel mir auch kein guter Grund ein warum Rye mir das alles glauben sollte.
,,Ich hatte auch keinen Grund dir die Sache zu erzählen, aber ich habs trotzdem gemacht. Du könntest mir wenigstens ein bisschen dankbar dafür sein das ich noch den kleinen Rest Mitgefühl für dich übrig hatte,,, Platzte es verärgert aus mir heraus.
Sofort bereute ich diesen Satz wieder. Erstens hatte ich vielleicht einen Grund, ihm die Sache zu erzählen - nämlich um ihn zu schwächen -, und zweitens hätte ich das mit dem Mitgefühl nicht sagen sollen.
Aber die Wahrheit war, das ich ja wirklich keinen Grund gehabt hatte. Ich hatte Rye das ganze nicht aus Egoismus erzählt, diesmal wirklich nicht. Keine Ahnung was es diesmal gewesen war. Vielleicht war es das eben erwähnte Mitgefühl, aber das wiederum wollte ich nicht wahrhaben, falls es so war.
Ich wollte kein Mitgefühl mit Rye haben. Dann war ich fast schon lieber weiterhin egoistisch.
Ich versuchte, diese komplizierten Gedanken aus meinem eh schon zu überanstrengtem Kopf zu verbannen. Mir egal, warum ich was getan hatte, jetzt war es eben passiert.
(Stell dir nur mal vor das GB würde noch existieren, ich würde dir dauernd Einträge schreiben von wegen wie gut deine Texte sind. Oh mit ganz vielen Herzen natürlich, so wie früher xD)
Rye Hawkpath
Beim Wort 'Mitgefühl' horchte ich auf. Ich war immer weniger davon überzeugt, dass Jule mich wirklich anlog. Auch wenn es Gründe dafür gab, so kam es mir vor, als wären ihre letzten Worte wirklich ehrlich gewesen. Ich schätzte Jule nicht als eine Person ein, die einfach so ohne Weiteres Mitgefühl an ihre Feinde verteilte.
Eigentlich hätte ich eher das Gegenteil erwartet, wegen dem was ihrer Schwester passiert war. Vielleicht empfand sie ja auch Genugtuung und besaß nur genug Taktgefühl, um es zu verbergen? Wenn ja, dann sollte ich ihr das wirklich hoch anrechnen, Feindschaft hin oder her.
Fast fühlte ich mich schlecht, weil ich nicht wirklich Mitgefühl wegen Ellys Tód gezeigt hatte, aber das lag Jahre zurück...,oder?
Aber ich fühlte mich auch noch wegen etwas Anderem schlecht. Denn dafür, dass man mir gerade erzählt hatte, dass meine Schwester im Stérben lag, konnte ich viel zu gut damit umgehen. Hatte ich mich etwas mit dem Tód angefreundet, da ich ihm selbst bald gegenüber stehen würde? Oder war das noch der Schock und sobald ich in meinem Apartment war, würde ich schreiend zusammen brechen? Ich konnte es nicht sagen, aber für den Moment, gab es noch etwas Anderes, was ich tun musste.
Mich irgendwie bei Jule bedanken.
Und das war wirklich schwierig. Ich konnte mir nichts Komplizierteres vorstellen, als sich bei einem Menschen zu bedanken, der einem den Tód wünschte.
Aber es musste sein. Zugegeben, mein Dankeschön fiel etwas mickrig aus, aber immerhin etwas. "Danke", murmelte ich einfach leise und schaute nach oben.
Jule Farrel
Danke? Dieses Wort hatte ich jetzt als allerletztes von Rye erwartet.
Und ehrlich gesagt klang er im Moment eher so wie ein kleines Kind das von irgendjemandem etwas süßes geschenkt bekommen hatte und jetzt von den eltern gezwungen wird höflich zu sein.
Aber vielleicht meinte er es ja wirklich ernst.
Ich kicherte resigniert und ließ mich wieder zurück mit dem Rücken an die wand auf den Boden rutschen.
Ich sagte nichts mehr und lehnte nur meinen Hinterkopf stumm an die wand und starrte in die Luft.
Ich wollte nur noch meine Ruhe im Moment und hoffte, er würde verschwinden und mich alleine lassen so das ich meine Augen zu machen und so tun könnte, als würde die Zeit stehen bleiben. Und dann für immer hier sitzen bleiben.
Aber vielleicht wollte er ja dasselbe, und hoffte ich würde wieder verschwinden und ihn alleine lassen.
,,Gehst du jetzt nicht in dein Zimmer zurück und heulst dich wegen deiner Schwester aus?,,, Fragte ich nach einer Weile um Rye dazu zu motivieren, abzuhauen. Und eigentlich war es sogar eine mehr oder weniger ernst gemeinte frage.
Rye Hawkpath
Warum kicherte sie jetzt?
Ich würde Mädchen nie verstehen können. Ich hatte mich aufrichtig bedankt, was war daran lustig. Am liebsten wollte ich sie anschreien. Meine Schwester lag im Stérben und sie hatte nichts Besseres zu tun, als sich über mich lustig zu machen.
Und wieder schwankte Jules Stimmung innerhalb von Sekunden. Das bissige, gehässige Mädchen war wieder zurück, dass einen nach einer Hiobsbotschaft fragte, ob man jetzt in sein Zimmer gehen würde, um zu weinen. Am liebsten wollte ich meine Wut jetzt an ihr auslassen, vielleicht ein bisschen rumschreien oder so. Auch wenn das so früh morgens, vielleicht nicht so eine gute Idee war.
Wenn ich genauer drüber nachdachte, war an ihrem Satz eigentlich nicht so viel Schlimmes dran, außer das er wahnsinnig respektlos war und irgendwie nicht in die Situation passen wollte.
Das Zittern meiner Hände, nahm ich schon gar nicht mehr richitg war, als ich mit so viel Kälte in der Stimme, wie es mir möglich war, sagte:"Ja, wahrscheinlich, werde ich jetzt in mein Zimmer gehen und weinen. Wenn du hier im Flur sitzen bleiben willst, meinetwegen".
Dann drehte ich mich auf dem Absazu um und lief mit entschlossen Schritten den Flur entlang, zurück in mein Apartment.
Jule Farrel
Ich seufzte erledigt nachdem Rye davon gelaufen war und seine Tür hinter sich zugemacht hatte.
In der Hoffnung auf ein bisschen Entspannung schloss ich die Augen und versuchte, meine Beine in eine halbwegs bequeme Stellung zu bringen.
Rye hatte am Ende ziemlich traurig geklungen. Naja, nicht direkt traurig. Eher Kalt und wütend. Ziemlich so, als wollte er mir damit am liebsten alles mögliche an den Hals Schleudern.
Ich konnte es ihm nach dem Satz von mir ja irgendwie auch nicht verübeln.
Meine Wut von gerade eben war wieder größtenteils verflogen und ich war jetzt wieder nur noch müde. Und irgendwie auch traurig. Ich fühlte mich, als müsste ich eigentlich weinen aber konnte nicht. Das Gefühl war manchmal fast noch schlimmer als weinen selbst.
Ich glaubte, ich wurde hier so langsam verrückt. Es war einfach zu viel auf einmal.
Ich war wütend auf Rye, ich war wütend auf das Kapitol, ich war wütend auf meinen Vater und auf meine Mutter und auf den Bürgermeister und auf den Mann, der Elly damals erschossen hatte. Und ich war wütend auf mich selbst weil ich meinen Ruf in Distrikt elf so verbockt hatte und jetzt ausgewählt worden war. Ach ja, und auf die ganzen Leute die für mich gestimmt hatten war ich auch wütend.
Und dann war ich noch traurig wegen allem. Wegen Elly, wegen meinen Eltern, weil ich ausgewählt worden war, und wegen Rye auch irgendwie.
Zusammen mit der fast nicht auszuhaltenden Aufregung und Angst, die ich seit zwei Tagen nicht loswurde und die sich wie Krallen um meinen Magen klammerten, war das überhaupt keine gute Kombination. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich würde die letzten Tage bis zu den Hungerspielen alleine schon gar nicht überleben.
Erst stand das Training an, dann die zehn Minuten in denen jeder Tribut zeigen musste, was er draufhatte. Ach ja, und dann auch noch das Interview. Ich fühlte mich, als könnte ich jeden Moment vor Angst alleine davor schon Erbrechen, wenn ich daran dachte.
Und alles nur um am Ende zu sterben und dabei auch noch von der gesamten Landesbevölkerung beobachtet zu werden.
Wenn ich darüber nachdachte, kam mir dann alles so absurd vor, das ich es fast schon wieder lustig fand.
Rye Hawkpath
Als ich in meinem Apartment stand, fühlte ich weder Wut noch Trauer. Da war einfach nur Leere. Ich war sicher, dass das morgen früh anders aussehen würde und so legte, ich mich aufs Bett. Einige MInuten starrte ich noch an die Decke, bis mich irgendwann der Schlaf übermannte. Alpträume plagten mich.
Ich träumte von meiner Schwester, wie sie mit fiebrigem Blick im Bett lag und um sich schlug, ich schaute von oben auf sie herab, als würde ich über ihr schweben und als sie den Kopf drehte, verschwommen auf einmal ihre Züge und Jule lag in diesem Bett. Die Szene wechselte und ich stand allein in einem Wald. Vögel zwitscherten, allgemein sah alles friedlich aus.
Auf einmal knackte es hinter mir in einem Busch und ich fuhr herum. Mein Traum-Ich rührte sich nicht, auch nicht, als ein riesiger Tribut mit einem Speer bewaffnet aus dem Gebüsch sprang und mich attackierte.
Und dann war da nur noch Dunkelheit, alle Träume waren fort und es schien, als hätte ich nun endlich einen traumlosen Schlaf gefunden.
Jule Farrel
Wieder erwarten war ich hellwach, als ich auf einmal Schritte auf dem Flur hörte und den Kopf hob um zu sehen, wer kam. Obwohl ich es am Klang der Schritte sowieso schon erkannt hatte und mir sicher war, das es Alyss Overhills sein musste. Die herzensgute Betreuerin der Tribute aus Distrikt elf. Ich unterdrückte ein stöhnen. Alleine die Vorstellung von ihr löste in mir Aggressionen aus.
Als sie schließlich endlich auf dem Flur auftauchte und auf die Tür neben mir zusteuerte wandte ich meinen Blick schnell wieder von ihr ab. Ich konnte mir ihren entsetzten aufgesetzten Blick jetzt gerade gut genug vorstellen, da brauchte ich ihn nicht auch noch zu sehen. Waren eigentlich alle Betreuer so?
,,Jule Schatz, geht es dir gut? Was hast du hier draußen zu suchen?,,, Alyss stimme hatte einen derartig entsetzten Ton, das ich mir wünschte, doch in mein Zimmer abgehauen zu sein bevor es zu spät war.
Schwerfällig hievte ich mich auf die Beine und klopfte mir kurz die Hose ab.
,,Zeit fürs Training, nehme ich an?,,, Fragte ich statt einer Antwort und zwang mich dazu, Alyss anzusehen. Besser gesagt zu ihr hochzusehen. Sie war wirklich riesig.
,,Oh nein, erstmal gibt es Frühstück.,,, Sagte sie und nahm ohne Vorwarnung meine Hände in ihre. Mit einem angewiderten Gesicht entzog ich ihr sie schnell wieder und sah sie verärgert an. Dieser Abklatsch von einem grünen Kanarienvogel sollte noch einmal versuchen mich anzufassen und es würde was setzen.
,,Großer Gott, du bist ja ganz unterkühlt!,,, Rief Alyss in dem selben entsetzten Ton wie gerade eben schon.
,,Ich will gar nicht wissen wie lange du schon hier draußen herumsitzt.,,
Jetzt rieb ich mir selbst die Hände. So kalt waren sie doch eigentlich gar nicht, Alyss übertrieb mal wieder.
Allerdings saß ich jetzt tatsächlich schon ziemlich lange hier draußen herum, seit fünf Uhr morgens. Ich konnte nur schätzen wie spät es jetzt war, denn leider hing hier im Flur keine Uhr.
Zwischendurch hatte ich auf jeden Fall mal kurz geschlafen, aber ich wusste nicht mehr wann und wie lange. Aber besonders lange und tief konnte es nicht gewesen sein, denn die meiste Zeit war ich glaube ich wach gewesen. Es gab ziemlich viel, worüber man nachdenken und sich hereinsteigenden konnte wenn man zu den vierundzwanzig Tributen der diesjährigen Hungerspiele gehörte, und ich hätte jetzt noch gut und gerne ein paar Stunden so weitermachen können.
Aber stattdessen wurde ich jetzt schon von Alyss in einen Raum nebenan gescheucht, der gleiche Raum mit dem großen Tisch in dem gestern das Meeting stattgefunden hatte. Aber heute war der Tisch nicht leer sondern voll gedeckt mit allem möglichen Essen. Eier, Brot, Müsli, Rührei, Speck, Hirsebrei und noch ziemlich viel anderes Zeug. Bei dem Anblick erhellte sich meine schlechte Laune dann doch ein bisschen. Ich hatte wirklich Hunger.
Ohne ein Wort setzte ich mich auf einen Stuhl an den Tisch und fing schon an, mir ein Brot zu schmieren. Rust saß schon am Tisch, und May kam genau in diesem Moment in den Raum geschlürft. Sie sah heute noch weggetretener aus als gestern.
Alyss stieß einen Seufzer aus. ,,Ich hoffe Rye schläft nicht mehr, ich fürchte ich muss ihn auch noch kurz holen gehen.,,, Damit huschte Alyss schon wieder aus dem Raum.
Irgendwie tat sie mir auch leid, es war bestimmt kein leichter Job jedes Jahr aufs neue jeden Morgen die Tribute aus ihren Betten zu bekommen.
(Ich hoffe das passt so, du kannst auch gern das Frühstück einfach kurz überfliegen und zum Training springen)
Rye Hawkpath
Tatsächlich war ich schon wach und geduscht, als Alyss wenige Minuten später an meine Tür hämmerte. Vor gut einer Stunde hatte ich beschlossen, dass es Besseres gab, als sich von Alpträumen plagen zu lassen. Also war ich aufgestanden und hatte geduscht, wobei ich den Dreh mit der Dusche leider immer noch nicht raus hatte und jetzt nach Paradiesvogel mit Honig roch, was mir aber herzlich egal war. Mit Schwung riss ich die Tür auf, als die Betreuerin gerade meinen Namen schrie:" RYE, ICH HOFFE DU BIST SCHON WACH- oh". "Hier bin ich", blaffte ich und folgte ihr auf den Flur. Ich hatte ohnehin schon Kopfschmerzen, musste sie dann auch noch hier rumschreien?
"Ich hoffe du hast die Dusche diesmal abgestellt", sagte Alyss spitz. Oh. Die Aktion war echt peinlich gewesen, wenn ich jetzt darauf zurückblickte. Ich murmelte irgendetwas Unverständliches und wenig später betrat ich hinter ihr den Meetingsraum, in dem das köstlichste Frühstück aufgetischt war, das ich je gesehen hatte. Zeitgleich fiel mir auf, dass ich tatsächlich ziemlich Hunger hatte, kein Wunder, ich konnte mich nicht mal erinnern, wann ich zuletzt gegessen hatte.
Rust, Jule und selbst May blickten auf, als wir eintraten. "Morgen", gähnte ich und ließ mich auf einen Stuhl fallen.
Und ich muss sagen, wenn sie eins im Kapitol konnten, dann war es Essen zubereiten, denn das was auf dem reichlich gedeckten Tisch stand, schmeckte wirklich köstlich.
(Ahahahha Sonni, Abklatsch von einem grünen Kanarienvogel xD)
Jule Farrel
Ich hatte schon mein halbes Eierbrot aufgegessen als Rye mit Alyss in den Raum kam und sie sich beide auf einen Stuhl fallen ließen.
Ich wollte unbedingt so viel wie möglich essen bevor die Zeit zu knapp wurde. Mein Ziel war wenigstens noch zwei oder drei Kilo zuzunehmen bevor die hungerspiele anfingen und außerdem wollte ich fit für heute sein.
Ich hatte das Gefühl es würde ein zermürbender Tag werden. Das war es eigentlich jetzt schon.
Niemand am Tisch reagierte auf Ryes kurzes morgen gerade eben, die Laune schien bei allen wie es aussah ziemlich im Keller zu sein. Meine Laune war auch im Keller. Und je mehr Zeit verging desto tiefer grub sich meine Laune, sogar über den Keller hinaus. Ich hatte keine Lust auf das Training. Was passierte eigentlich wenn ein Tribut krank wurde? Fieber oder Grippe oder so etwas? Eine Lungenentzündung? Wurde man dann vom Training und von den Hungerspielen befreit oder müsste man bei allem trotzdem mitmachen? Ich konnte mir fast nicht vorstellen das man befreit wurde, sowas war davor glaube ich noch nie vorgekommen. Aber es gab ja bis jetzt auch nur vierundzwanzig hungerspiele, vielleicht war einfach noch nie jemand krank gewesen.
Es war eine komische Vorstellung, das es die Hungerspiele zu der Kindheit von meinen Eltern noch gar nicht gegeben haben sollte. Die Hungerspiele hatte es in meinem Leben immer gegeben. Jedes Mal war ich die letzten drei Jahre aufs neue ein bisschen dankbar dafür gewesen, noch ein Jahr länger leben zu können.
Vielleicht sollte ich jetzt einfach dankbar dafür sein, das ich diese drei Jahre überhaupt noch gehabt hatte.
,,Ist das Training gleich nach dem Frühstück?,,, Fragte ich kauend, weil ich diese drückende Stille hier langsam nicht mehr aushielt. Außerdem Fragte ich mich immer noch, wie viel Uhr es jetzt wohl war. Konnte nicht besonders spät sein, eigentlich. Ich schätzte so ungefähr acht.
Ob Rye sich inzwischen wirklich ausgeheult hatte? Ich hatte keine Lust, ihn direkt anzusehen, also ließ ich es. Aber ich fragte mich trotzdem irgendwie, in welcher Verfassung er jetzt war.
(Die Idee hab ich von dir xD du hast sie ganz früher irgendwann mal nen Kanarienvogel genannt glaub ich xD)
Rye Hawkpath
Als ich das Essen in mich hinein schaufelte, dachte ich nochmal über vergangene Nacht nach, ich mochte gar nicht daran denken, wie es Flaire gerade ging. Der Schock saß immer noch tief und auch während des Essens, realisierte ich nur sehr langsam, in welcher Situation ich mich gerade befand
Ich fragte mich, ob meine Schwester wohl starke Schmerzen hatte. Wahrscheinlich schon, vielleicht wünschte sie sich gerade, sie wäre stattdessen in den Hungerspielen gestorben.
Wer wusste das schon.
Ich bekam nicht richtig mit, was Jule fragte, aber Rusts dröhnende Antwort, rieß mich aus meinen wirren Gedanken.
"Nicht sofort, ihr habt ab jetzt noch circa eine Stunde Zeit, an die Taktik, die wir besprochen hatten, erinnert ihr euch hoffentlich noch?"
Ich nickte und aß schweigend meinen Pancake weiter. Das war wirklich das einzig Positive, seit der Ernte. Das Kapitol servierte allen Ernstes Pancakes mit Blaubeersirup und wenn man schon mal die Gelegenheit hatte, das zu essen, sollte man das auch nutzen, meiner Meinung nach. Auch wenn das Kapitol Schuld an meiner Lage war, da konnten die Pancakes ja nichts für.
Jule Farrel
Ich nickte nur und ging während dem Essen nochmal alles durch. Ich sollte mich an Rye halten, wir sollten alles zusammen machen, wir sollten Verbündete sein. Ganz einfach. Meine einzige wirklich ernsthafte Sorge daran war wirklich, das Rye alles sehen würde was ich machte. Falls ich irgend eine Stärke oder Schwäche hatte konnte er später alles ausnutzen, denn wir hatten ja ausgemacht nur die Verbündeten vorzuspielen und uns beim Spielbeginn zu trennen.
Vermutlich würden wir beide die ersten sein, die sich gegenseitig umbrächten.
Ich war im Moment einfach froh, das uns bis zum Training tatsächlich noch eine Stunde Zeit blieb. Ich wollte das am liebsten so lange wie möglich herausschieben. Ich hatte gar keine Lust auf die anderen Tribute zu treffen, die waren wirklich meine größte Sorge.
Während ich mir wie automatisch noch mehr essen auf den Teller lud, Fragte ich mich, ob es nicht doch irgendwo einen Fluchtweg gab.
Das einfachste, was mir einfiel, war die Möglichkeit, einfach mit dem Aufzug herunter ins Erdgeschoss zu fahren und aus dem Trainingscenter zu spazieren. Mit fast hundert prozentiger Wahrscheinlichkeit waren dort wachen oder eine Absperrung aber trotzdem, es war einen Versuch wert.
Die zweite Möglichkeit, die mir in den Sinn kam, waren natürlich die Fenster. Ich könnte die Scheibe einschlagen, mir aus irgendwelchen Sachen hier ein Seil basteln und bis nach unten in die Freiheit klettern. Auch einen Versuch wert. Aber so einfach konnte es doch nicht gehen, oder? Ein Fall von einem Tribut, der geflohen ist, gab es meines Wissens nach noch nie, also mussten sie hier verheerende Sicherheitsmaßnahmen errichtet haben.
Ich beschloss, mir heute Abend Gedanken darüber zu machen. Ich würde heute Nacht sowieso wieder nicht schlafen können, ich hatte also praktisch die ganze Nacht Zeit zum nachdenken.
Ich fing an schneller und mehr zu essen bis mir irgendwann schlecht davon wurde und ich aufhörte. Jetzt waren bestimmt schon zwanzig oder dreißig Minuten oder so vergangen, schätzte ich. Alyss stocherte immer noch an ihrem pancake rum, seit wir angefangen hatten zu essen. Ich hatte wirklich noch nie einen Menschen so langsam essen sehen wie sie.
Ich lehnte mich auf meinem Stuhl zurück und fragte mich, wie lange ich jetzt noch warten müsste bis die anderen auch endlich fertig waren und ich gehen konnte.
Rye Hawkpath
Irgendwann hörte ich tatsächlich auf zu essen, sonst würde man mich wahrscheinlich ins Trainingscenter rollen können. Alyss und Rust redeten gerade darüber, wie viel besser das neu gebaute Trainingscenter doch war, als das alte und May tunkte gerade ein Stück Bacon in ihren Orangensaft. Diese Frau war wirklich reichlich seltsam, ich fragte mich, wie Rust es mit ihr als Kollegin aushielt. Allerdings beschloss ich kurz danach, als May weiter mit ihrem Essen rum experimentierte, mich nicht weiter mit ihr zu beschäftigen. Momentan standen eindeutig weitaus wichtigere Dinge an. Ich war schon bei meiner zweiten Tasse Kaffee, um nicht gleich vor Müdigkeit zusammen zu brechen. Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass wir nur noch knapp eine halbe Stunde Zeit hatten und just in diesem Moment, verkündete Rust, dass wir nun den Stylisten übergeben werden würden. Den Stylisten. DEN STYLISTEN. Warum zur Höllé, musste man gestylt werden, wenn man trainieren ging? Dabei schauten doch sowieso noch keine Sponsoren zu. Oder doch? Wenn ich genauer drüber nachdachte, wusste ich es gar nicht sicher. Trotzdem, was bedeutete stylen denn in diesem Fall? Wohl kaum schick machen, dann vielleicht eher sowas wie....Haare stylen? Ich hatte wirklich keine Ahnung, deswegen harkte ich nochmal bei unserem Mentor nach, während wir uns soeben alle erhoben, wobei May fast ihren Stuhl umstieß. "Warum müssen wir für das Trainingscenter gestylt werden?"
Ich war sicher, dass meine Abneigung unüberhörbar, aber meiner Meinung nach, war meine Frage nur berechtigt. Musste man jetzt vielleicht auch bald gestylt werden, wenn man auf die Toilette wollte?!
"May the odds be ever in your favor!"


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