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Re: 2er RPG für die fantastische Mila-Grosa und miiich
von Mila-Grosa am 27.01.2022 17:47Leo
Ich nickte. ,,Soweit so gut, dann hätten wir jetzt alles durch. Ähm, falls du oder deine Schwester an die Oberfläche wollt, bringen wir euch gerne dorthin. Es ist nur wichtig, dass euch niemand auf- bzw. abtauchen sieht. Diese Blechtypen, die euch angegriffen haben - ganz unter uns - sind absolut keine Freunde von uns. Es wäre daher gefährlich, wenn sie unseren Aufenthaltsort in Erfahrung bringen. Aber genug von dem. Wenn du willst, kannst du dich nachher noch ein wenig zu uns setzen. Aber wenn du und deine Schwester lieber gleich schlafen gehen wollt, eure Unterkünfte müssten inzwischen fertig sein."
Re: TMNT RPG avec Mila-Grosa et moi
von Mila-Grosa am 27.01.2022 17:31Keith
Gerade noch konnte ich sie aufhalten bevor sie mir eine scheuern konnte. Genau das hätte ich jetzt auch noch gebraucht! Zumal ich nicht wirklich was dafür konnte, dass sie das gesagt hatte was sie sagte. Direkt zumindest. Indirekt...
,,Velitara...", sagte ich so sanft wie möglich. Am liebsten hätte ich ihre Wange gestreichelt, traute mich aber nicht, falls sie doch noch das Bedürfnis haben sollte, mich zu schlagen.Â
,,Es tut mir ehrlich Leid, Elena. Dass ich dich hier so überfalle, dir nicht mehr sagen kann als das, was du jetzt weißt, und... auch, dass ich dich damals allein gelassen habe. Ich verspreche dir, dass ich dir alles erklären werde, wenn wir uns wiedersehen. Ich verspreche es, bei meinem Leben! Bis dahin musst du das tun, was ich dir gesagt habe. Finde La Novia und den Mondkristall." Ich beugte mich ein wenig vor und küsste ihre Hand. Ihr Bild verschwamm allmählich vor meinen Augen. Gleich würde die Verbindung abbrechen. ,,Es ist wirklich wichtig. Wenn du das erreicht hast, komme ich wieder und weiche dir erstmal nicht von der Seite."
Ein letztes Mal sah ich in ihre hübschen Augen und schenkte ihr ein mildes Lächeln. ,,Ich werde dich erwarten. Mach's gut, Velitara."
Re: "Legends never die" - another TMNT-Story_Jule3000 and Mila-Grosa
von Mila-Grosa am 26.01.2022 15:48Donnie
,,Und wie ich komme.", antwortete ich lächelnd und ergriff ohne zu zögern ihre Hand. Ich war erleichtert, dass wir die Sache endlich ausgesprochen hatten und sie sich jetzt nicht mehr verschließen musste. Wir würden ihr durch diese Misere helfen, allen vorab ich. Immerhin hatte ich es versprochen. Ich würde sie nicht alleine lassen...Â
Leo
Das Abendessen war köstlich- was anderes hätte man von einer Pizza auch nicht erwarten können - und konnte daher relativ bald wieder beendet werden. Während die anderen sich danach entweder ins Bett oder ins Wohnzimmer verabschiedeten erklärte Saphira sich bereit, den Abwasch zu übernehmen. Ich wollte ihr helfen und griff mir ein Handtuch, um die nassen Teller und Gläser abzutrocknen.Â
,,Was für ein Tag!", seufzte ich nebenbei. ,,So viel Aufregung wie heute an einem Tag bin ich echt nicht mehr gewohnt!"
Shina Sakamaki
von Mila-Grosa am 21.12.2021 10:50Als ich endlich am oberen Ende der Leiter ankam war das Mädchen mit den roten Haaren die Erste, die ich sah. Ich ergriff ihre Hand und zog mich schwerfällig nach oben. Noch immer fühlten sich meine Beine seltsam klobig an. Hätte sie mich nicht festgehalten wäre ich wahrscheinlich in mich zusammengesunken.
Dann fiel mein Blick auf Hiroko. Eine Welle des Glückes durchströmte mich bei seinem Anblick, die aber kurz darauf wieder abebbte als ich begriff, dass er den Jungen reanimierte.
Der Wasserbändiger, der mich aus dem Wasser gezogen hatte, kniete sich kurz neben ihn, ehe er sich wieder erhob und verkündete, einige Decken organisieren zu wollen.
Nachdem er verschwunden war, ging ich mit etwas wackeligen Schritten zu meinem Bruder und sank ihm gegenüber auf die Knie. Unnachgiebig drückte er im gleichmäßigem Abstand auf die Brust des Jungen ein. Dieser zeigte nach wie vor keinerlei Regung. Stumm zählte ich mit, wie oft mein Bruder die Hände nach unten drückte als er mit einem Mal aufhörte.
,,Shina, es... wie oft muss ich drücken, ich..."
,,Nicht aufhören!", ermahnte ich ihn. Meine Stimme hörte sich sonderbar fremd an. Ich schluckte während Hiroko mit der Druckmassage weitermachte. Dreizehn, Vierzehn, Fünfzehn...
,,Du musst...", begann ich, aber ich konnte nicht weitersprechen. Wie oft musste er drücken? Zwangzig Mal? Oder doch öfter? Ich... ich wusste es nicht mehr.
In meinem Kopf machte sich ein pochendes, hitziges Gefühl breit und ich fasste mir an die Stirn. Nicht nur, dass meine Finger eiskalt waren. Sie zitterten. Wie der Rest meiner Hand auch. Jedoch lag das nicht an der Kälte.
Hiroko merkte sofort, was mit mir passierte und sagte so ruhig wie möglich: ,,Shina, du weißt, dass ich in sowas nie gut war, aber du schon! Du weißt es. Versuche dich zu erinnern, Shina bitte! Für ihn. Bitte!"
,,Ich..." Tränen traten mir in die Augen und verschleiherten mir die Sicht. Das Bild vor mir verschwamm. Und in dieser Verschwommenheit glaubte ich, etwas Schwarzes zu erblicken. Ein kleines, in Leder gebundenes Buch mit goldenem Siegel. Nicht irgendein Buch. Es war mein Buch. In den Händen jenes geliebten Menschen, welcher es mir vor neun Jahren geschenkt hatte. Zu meinem Geburtstag am...
,,Dreißigsten Mai!", hörte ich mich sagen. Meine Tränen begannen sich aus den Augenwinkeln zu lösen und flossen über meine Wange. Schnell wischte ich sie mir weg und sah meinem Bruder in die Augen. ,,Du musst dreißig Mal drücken und dann zwei Mal beatmen."
Hiroko nickte einmal kräftig und drückte weiter, ehe er sich über den Kopf des Jungen beugte und diesen nach hinten überstreckte. Ich behielt während seiner Atemspende den Brustkorb im Auge, aber noch setzte keine selbstsändige Atmung ein. ,,Von vorne.", wies ich ihn an.
Hiro begann erneut mit der Druckmassage, zunächst leider ohne Erfolg. Doch dann zuckte der Körper des Jungen und er spuckte einen Schwall Wasser aus. Er hustete und würgte solange, bis seine Atemwege frei waren. Seine Augen öffneten sich und zuckten, vom grellen Licht geblendet, hektisch hin und her, doch nach und nach brachte er seinen sich überschlagenen Atem in einen gleichmäßigen Rhythmus und beruhigte sich. Seine Augen schlossen sich zwar wieder, aber er atmete. Hiroko hatte es geschafft!
Langsam erhob ich mich wieder während er den Jungen behutsam in die stabile Seitenlage brachte und dabei beruhigend auf ihn einredete. Ein unsagbar großer Stein fiel mir vom Herzen und ich wäre meinem Bruder am liebsten um den Hals gefallen. Aber noch war es nicht vorbei.
,,Er muss dringend ins Krankenhaus.", sagte Hiro ernst. ,,Weiß jemand, ob die Rettung schon alamiert worden ist?"
Gerade wollte ich ihm antworten als der Wasserbändiger wieder zu uns kam, auf dem Arm einen Stapel Handtücher haltend, die er dann ablegte. Jetzt wo die Spannung allmählich abfiel, bemerkte ich erst, wie durchgefroren ich war. Das hitzige Gefühl in meinem Kopf war weg, jetzt zitterte ich nur wegen der Kälte.
Noch immer war mir komisch zu Mute. Unsicher schaute ich zu meinem Bruder, dem ich gerade jetzt am liebsten nicht von der Seite gewichen wäre, aber er nickte mir nur aufmunternd zu. ,,Ist schon okay.", formten seine Lippen.
Ich antwortete mit einem leichten Lächeln. ,,Gerne.", meinte ich dann zu dem Wasserbändiger und ging dann, gemeinsam mit dem rothaarigen Mädchen in die von ihm beschriebene Richtung. Nach einigen Metern blieb ich stehen, da mir eingefallen war, dass ich mich noch gar nicht bei ihm bedankt hatte und noch nicht mal seinen Namen kannte. Ich beschloss, das später nachholen zu wollen und setzte meinen Weg fort.
Hiroko Sakamaki
,,Du könntest deine Bändigungskraft einsetzen. Seine Brandwunden müssen gekühlt werden.", antwortete ich ihm und zog meine Jacke aus. Vorsichtig hob ich Daichis Kopf ein wenig an und bettete ihn darauf ab, damit er ein wenig weicher lag. Als ich meine Hände besah, klebte Blut daran. Leider hatte ich sonst nichts bei mir, was als Verbandszeug herhalten konnte. Wenn die nächsten Minuten niemand eintraf, der seine Versorgung übernehmen würde, mussten wir oder zumindest ich zusehen, dass er ärztliche Hilfe bekam. Zwar atmete er wieder, aber aufgrund seiner Kopfverletzungen könnte er jederzeit wieder instabil werden.
Während Ryo sich um Dachai kümmerte holte ich die Handtücher, die er gefunden hatte, und breitete sie über den verletzten Erdbändiger aus. So konnte er zumindest nicht weiter auskühlen.
Weil mich die Ereignisse seelisch doch ziemlich geschlaucht hatten lehnte ich mich an eine der verlassenen Sitzbänke zurück und atmete tief durch. Was war hier nur passiert? Wie konnte ein durch und durch strukturierter Kampf so dermaßen aus dem Ruder laufen, sodass einer der Teilnehmer fast mit dem Leben bezahlen musste? Das wussten nur Ryo selbst, seine Partnerin Aria und meine Schwester.
Ihn wollte ich nicht fragen, weil er gerade mit Daichis Versorgung beschäftigt war und sicher genauso unter Strom stand wie die anderen. Ich musste an Shina denken. Der Vorfall hatte sie ziemlich gestresst. So sehr, dass sie wieder einen amnestischen Anfall hatte, den sie aber glücklicherweise schnell überwinden konnte. Beinahe kam ich mir albern vor, in der Hektik so etwas einfaches und lebenswichtiges wie den Ablauf einer Herzdruckmassage vergessen zu haben. Shina kannte den Ablauf genau, sie hatte in ihrer Freizeit schon oft an Erste-Hilfe-Kursen teilgenommen. Aber das gerade war zu viel.
Ich blickte wieder zu Ryo. Beinahe konnte ich mich überwinden, ihn doch zu den Geschehnissen zu befragen, meinte dann aber nur: ,,Danke, dass du meiner Schwester geholfen hast."
Re: 2er RPG für die fantastische Mila-Grosa und miiich
von Mila-Grosa am 17.12.2021 13:50Leo
Überrascht blickte ich sie an. ,,Du willst lernen, zu kämpfen?", fragte ich noch einmal. Das kam jetzt irgendwie unerwartet, musste ich zugeben. Aber naja... für einen Aufenthalt in einer Stadt wie New York war es womöglich besser, sich verteidigen zu können. Vor allem wenn jemand wie sie alleine mit ihrer kleinen Schwester unterwegs war. ,,Ähm... na ja, wieso nicht?", sagte ich dann. ,,Ich oder einer meiner Brüder finden bestimmt Zeit, dir etwas beizubringen. Aber am Besten lebt ihr euch erst Mal ein, dann können wir immer noch darüber reden. Komm." Ich ergriff ihre Hand und begann, ihr unser Versteck zu zeigen, angefangen in unserer Wohnlounge bis hin zur Küche, dem Badezimmer, dem Dojo und den Schlafräumen, wo Donnie gerade das Lager für die beiden Mädchen herrichtete. Zum Schluss blieb ich mit ihr vor der Tür zu seinem Labor stehen. ,,So, jetzt hast du eigentlich alles wichtige gesehen.", meinte ich zu ihr und deutete auf die Tür. ,,Hier drinnen ist Donnies Labor, zu dem nur er alleine Zutritt hat. Niemand sonst sollte sich dort drinnen aufhalten. Sowohl zur Sicherheit von Donnies Erfindungen als auch zur eigenen.", erklärte ich.
Hiroko Sakamaki
von Mila-Grosa am 17.12.2021 12:06Es kostete echt einiges an Kraft - sowohl physisch als auch psychisch - sich durch die unzähligen Menschen zu drängeln, die die Pause so wie ich nutzen wollten, um sich etwas zu Essen oder zu trinken zu holen. Unser Tribünenplatz erwies sich dabei als echter Nachtteil, da ich einen weiteren Weg hatte und mich somit erst nach den Leuten aus den Reihen hinter uns in die Schlange eingliedern konnte. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir zwei Becher mitgenommen. Doch nun war es schon so und ich konnte nichts weiter tun als zu warten, auch wenn ich so den Beginn der zweiten Runde verpassen würde.
Eigentlich war dieser Kampf interessanter, als ich gedacht hatte. Bis jetzt hatte mich sowas nie besonders interessiert, unter anderem weil ich wusste, dass viele Kämpfer nicht freiwillig an diesen Turnieren teilnahmen. Aber es war spannend, vor allem wegen den beiden echt starken Gruppierungen. Ich konnte mich nicht mehr an die Team-Namen erinnern, aber an denen der Teilnehmer. Dachai war der junge Erdbändiger im Team von Aria, der Luftbändigerin, und Ryo, dem Wasserbändiger. Auf der anderen Seite gab es Ren, ebenfalls ein Erdbändiger, der gemeinsam mit Ava und dem Feuerbändiger kämpfte, dessen Name mir nun doch nicht mehr einfallen wollte.
Als ich endlich an der Reihe war hatte die zweite Runde längst begonnen. Hier draußen bekam ich die Stimme des Spielekommentators nur gedämpft mit und konnte nicht richtig verstehen, welches Team sich wie gut schlug. Ich beeilte mich mit dem Zahlen, packte meinen Kram und eilte zurück zu den Tribünen. Eigentlich erwartete ich, dass die Treppen, die zu den Tribünen hinunterführten, während der zweiten Runde geräumt waren. Stattdessen drängelten sich hier wieder Menschen. Einige liefen mir entgegen, andere drängten sich wie ich durch die Menge um sich einen Weg nach vorne zu bannen. Was um alles in der Welt ging den hier vor sich? Warum waren alle in so heller Aufregung? Ich konnte mir das nur soweit erklären, dass etwas während dem Kampf passiert sein musste.
Ich versuchte, einen Blick auf die Plattform zu erhaschen, jedoch wurde mein Blick immer wieder von Menschen versperrt, die sich vor mir drängten oder mich in ihrer Hektik achtlos beiseiteschubsten. Wenn ich nicht aufpasste und hinfiel, würde sich mein Scherz von vorhin noch bewahrheiten und meine Schwester musste mich vom Boden aufkratzen. Apropos meine Schwester... wo war...
Ich entdeckte sie genau in dem Moment, als ich zu unserer Sitzreihe blickte, die noch von dem Gedrängel der Menschen verschont geblieben war. Sie schwang sich über das Gelände. Sie würde doch nicht...
,,Shina!", brüllte ich über das Lärmen der Menschen hinweg. Ihr Kopf drehte sich und sie blickte mich an, mit mindestens so viel Entsetzen wie ich. Etwas an ihrem Blick erschreckte mich und ich wollte sofort zu ihr, um zu erfahren, was es war. Ohne auf mein Umfeld zu achten drängte ich mich nun meinerseits mit aller Macht an den Leuten vorbei, die mir im Weg standen. Ich erntete wüste Beschimpfungen und schmerzhafte Schläge gegen den Rücken und im Gesicht, aber das war mir egal. Was immer Shina da vorhatte, ich musste sie aufhalten! Noch einmal rief ich ihren Namen. Als ich mich endlich aus der Menschentraube befreien konnte und zum Geländer stürzte, war es zu spät. Ihr tannengrüner Pullover war das Letzte, was ich von ihr sah, bevor sie mit einem lauten Platschen in das Wasser eintauchte und verschwand.
,,SHINA, NEIN!"
Hektisch drängte ich mich an unseren Sitznachbarn vorbei zu unseren Plätzen, wo sie eben noch gestanden hatte und suchte die Wasderoberfläche ab. Aber ich sah nur Ryo, der seiner Teamkollegin half, in Richtung der Betonwand zu schwimmen. An ihr befanden sich einige Meter weiter hinten Metallsprossen, an denen die ins Wasser Gefallene wieder nach oben klettern konnten. Sofort machte ich mich auf den Weg dorthin. Mein Gefühl sagte mir, das etwas schlimmes passiert sein musste. Welchen Grund hätte meine Schwester sonst gehabt, sich aus zehn Metern Höhe in den Arena-Graben zu stürzen? Außerdem sah Aria so aus, als würde sie ebenfalls Hilfe brauchen.
Es dauerte eine Weile, bis ich mich zu der Wand mit den Sprossen vorgekämpft hatte. Gleichzeitig hielt ich immer wieder das Wasser unter Beobachtung um zu sehen, ob meine Schwester wieder aufgetaucht war, was bis jetzt nicht der Fall war.
,,Oh Shina...", hörte ich mich mit tonloser Stimme sagen. Wenn ich nur wüsste, was genau passiert war! Ich sah das Gegnerteam mit Ava, Ren und Namenvergessen auf der Plattform, wie sie gerade von der Hebeschiene abgeholt wurden. Ryo hatte mit Aria gerade die Sprossenwand erreicht, von dem jungen Dachai fehlte jede Spur.
Aria machte sich daran, die Sprossen zu erklimmen, dicht gefolgt von Ryo, der ihr half. Und dann sah ich meine Schwester auftauchen, an ihrer Seite der junge Erdbändiger. Regungslos hing er neben ihr und sie hatte sichtlich Mühe, ihn und sich selber über der Oberfläche zu halten. Der Wasserbändiger hatte sie ebenfalls bemerkt und stürzte zurück ins Wasser, um ihr und Dachai zu helfen. Ich war unendlich erleichtert, sie zu sehen. Meine Freude wehrte aber nur kurz, denn ich musste mich wieder aufs Wesentliche konzentrieren. Während Ryo zu meiner Schwester schwamm und ihr Daichi abnahm, kletterte Aria weiter nach oben. Ich hielt ihr meine Hände entgegen und zog sie dann in Sicherheit.
,,Alles okay bei dir?", erkundigte ich mich und checkte flüchtig ab, ob sie sich irgendwo verletzt hatte. Nachdem ich sicher war, dass ihr soweit nichts fehlte, nickte ich ihr kurz zu und kletterte über die Sprossenwand nach unten, um Daichi zu holen. Ich wusste nicht, ob ich es schaffen würde, ihn alleine hochzuziehen, aber ich musste es versuchen. Ryo war inzwischen bei mir angelangt und ich hievte den bewusstlosen Jungen nach einigen Versuchen, bei denen ich selbst nicht im Wasser landen durfte, auf meine Schultern. Ihn festzuhalten und gleichzeitig nach oben zu klettern erwies sich als verdammt schwierig, da Daichi trotz seines schmächtigen Auftretens und dem zusätzlichen Gewicht der Kampfkleidung sehr schwer war. Ich musste immer wieder eine kurze Pause machen, bevor ich weiter nach oben stieg. Oben angekommen half Aria mir, den leblosen Daichi über die Kante zu heben. Bevor ich mich zu ihr kniete um ihn zu betreuen, warf ich noch einen Blick über meine Schulter. Ryo befand sich, mit Shina im Schlepptau, auf den Rückweg zur Sprossenwand. Soweit ich es sehen konnte war sie bei Bewusstsein, mit ihren Kräften aber völlig am Ende. Nur mühevoll konnte sie sich an den Jungen festklammern, spuckte hier und da noch etwas Wasser aus und ließ sich von ihm mitziehen. Ich wusste, dass sie bei ihm in guten Händen war und begutachtete dann den verletzten Daichi. Er musste ziemlich übel erwischt worden sein. Aus einer Wunde am Hinterkopf sickerte Blut und sein Gesicht sowie die Hände waren mit Brandwunden übersäht. Außerdem hatte er Wasser in den Lungen. Das war aber nicht das Schlimmste. Als ich seinen Kopf überstreckte um seine Atmung zu überprüfen, stellte ich fest, dass diese nicht mehr vorhanden war.
,,Kein Puls!", sagte ich zu dem Mädchen. ,,Wir müssen ihn reanimieren. Schnell, ich brauche was, womit ich seine Kleidung zerschneiden kann!"
Shina Sakamaki
Â
Der Anblick des jungen Wasserbändigers vor mir (ich wünschte, ich könnte mich an seinen Namen erinnern) war eindeutig das Schönste, was an diesem Tag bis jetzt passiert war. Nicht in der Lage, ihm mit Worten zu antworten nickte ich heftig mit dem Kopf und ließ zu, dass er mir den bewusstlosen Jungen abnahm. Er packte ihn mit einem Arm unter den Achseln und zog ihn dann in Rückenlage schwimmend hinüber zu einer Betonwand, an der ich einige Metallsprossen entdeckte. An deren oberen Ende erkannte ich eine Person. War das Hiro? Ich konnte ihn nicht richtig erkennen. Noch immer brannte das Wasser in meinen Augen und die bleiernde Müdigkeit, die nun langsam aber sicher in mir hochkroch, machte mir zusätzlich zu schaffen. Ich unterdrückte den Impuls, zu Gähnen, aus Angst, am Ende wieder nur Wasser zu schlucken.
Nach schier endlosen Minuten war der Wasserbändiger wieder bei mir und wies mich an, mich festzuhalten und nichts zu tun. ,,Eine wundervolle Idee...", murmelte ich, vor lauter Müdigkeit halb am Wegdämmern und umklammerte ihn. Gerade kam mir alles so unwirklich vor, wie in einem Traum. War das alles gerade wirklich passiert? Oder würde ich jeden Moment in meinem Zimmer aufwachen?
Die Vorstellung gefiel mir, jedoch wurde sie mit jedem Meter, den wir uns der Leiter näherten, unrealistischer.
Nein, das hier war kein Traum. Mein Retter und das Mädchen, deren Namen ich wieder vergessen hatte, wurden Opfer eines heimtückischen Angriffes und ihr Teamkollege ist schwer verletzt worden. Das war die bittere Wahrheit, die mir bewusst wurde, als wir endlich an der Leuter ankamen. Noch immer etwas benommen rutschte ich von seinem Rücken, sammelte mich kurz und zog mich dann mit viel Kraft an der ersten Sprosse hoch. Jetzt außerhalb des Wassers fühlten sich meine nassen Klamotten noch schwerer an und ich brauchte kurz, um mich an dieses unangenehme Gefühl zu gewöhnen, ehe ich weiter nach oben stieg.
Shina Sakamaki
von Mila-Grosa am 16.12.2021 22:00Der Kampf begann für das Team mit den beiden Wasserbändigern und dem Erdbändiger mit einem kleinen Rückschlag, als Letzterer von seinem Gegner in die zweite Zone gedrängt wurde. Der Junge rieb sich kurz über die Handflächen, die den Aufprall der Steinplatte voll abgekriegt hatten, ging dann aber wieder in Kampfposition. Seine Nervosität über die Situation war ihm deutlich anzumerken. Verübeln konnte ich ihm das nicht. Ich schätzte ihn auf zwei oder drei Jahren jünger als mich und selbst ich würde unter keinen Umständen an seiner Stelle sein wollen. Wobei ich mit dem Erdbändiger bestimmt klarkommen würde. Seine beiden Teamkollegen waren gerade mit den Teamkollegen des Jungen beschäftigt. Eine große Feuerwalze bewegte sich auf den jungen Wasserbändiger zu, der die Attacke aber gespielt abwehrte und dann seinerseits angriff. Fasziniert beibachtete ich, wie grazil und wendig er mit seinen Wasserarmen nach dem Feuerbändiger peitschte und ihn in einem Moment der Unachtsamkeit zu Boden befördern konnte. Seine Partnerin hatte nicht so viel Glück, sie wurde von einer Wassersalve zurückgeworfen und schlitterte in die zweite Zone. Doch sie kam schnell wieder auf die Beine und schleuderte... Luft?
,,Oh... Sie ist eine Luftbändigerin!", rief ich überrascht aus. ,,Die kämpfen hier doch eher selten, oder?", fragte ich an Hiro gewandt, der einen Schluck von seiner Limonade trank. Er zuckte mit den Schultern und deutete dann nach unten auf die Wasserbändigerin, die ihre Revange erhalten hatte. ,,Oh Mann, sie nur! Sieh hat sie wortwörtlich aus den Socken gepustet."
Ich musste lachen. Das betroffene Mädchen fand die Sache aber bei weitem nicht so komisch wie wir zwei. Im Gegenteil, sie wirkte jetzt sogar ziemlich wütend. Gespannt beugte ich mich ein wenig vor. Ich mochte es zwar nicht recht zugeben, aber irgendwie waren diese Spiele doch interessanter als ich dachte. Hier hatte man die Möglichkeit, alle Elemente in voller Action zu erleben, wobei ich es etwas enttäuschend fand, dass für das Element Erde nicht mehr Möglichkeiten geschaffen wurden als bloß diese Steinplatten.
Als plötzlich eine Feuerzunge knapp am Gesicht des Wasserbändigers vorbeisauste, zuckte ich zusammen. Verdammt, war das knapp! Aber das war doch eigentlich gegen die Regeln, oder? Fragend schaute ich zu meinem Bruder, dem die Verwirrung ebenfalls im Gesicht geschrieben stand. ,,Eigentlich hätte der Kampfrichter eingreifen müssen.", meinte er. ,,Die Nummer eben war jedenfalls nicht zum Übersehen!"
Aber der Kampfrichter blieb stumm und das Turnier ging ganz normal weiter, bis schließlich der Schlussgong ertönte.
Das Team Feuer-Wasser Erde hatte sich wacker geschlagen, trotzdem ging die erste Runde an ihre Gegner. Zurecht, wie ich fand. Irgendwie mochte ich die Ausstrahlung von diesen Dreien. Man merkte, dass sie die Sache als Team angingen und nicht jeder für sich alleine kämpfte. Das zeigte sich auch, als der junge Erdbändiger zu dem Wasserbändiger trat. Er war nach wie vor ziemlich mitgenommen, schien aber in der Gesellschaft von ihm und dem Mädchen mit den Luftkräften etwas gefasster zu werden. Er rang sich sogar zu einem schmalen Lächeln ab.
Die Teilnehmern wurden auf den mechanischen Schienen wieder aus der Arena gebracht, um sich vor Beginn der nächsten Runde ein wenig zu stärken. In fünfzehn Minuten, verkündete der Kommentator über Lautsprecher, würde es weitergehen. Hiroko erhob sich. ,,Ich gehe nochmal zum Kiosk und hole mir was zu trinken. Brauchst du auch was?" Ich verneinte. ,,Pass aber auf, dass du nicht wieder zerquetscht wirst.", ermahnte ich ihn und beobachtete, wie sich ein Teil der Menschen hinter uns ebenfalls erhob, um entweder die Snackbar oder die Toiletten aufzusuchen. Er seufzte bei dem Anblick des erneuten Gedrängels und entkrampfte seine Schultern. ,,Ich werds versuchen. Wenn ich nicht wiederkomme, erbst du mein Kohlkreideset und die Staffelei. Mein Zeichenbuch würde ich gerne mit ins Grab nehmen."
,,Auf keinen Fall!", widersprach ich entsetzt. ,,Die Kreationen von einem Künstler lassen sich nach seinem Ableben doch erst recht zu Kohle machen!" Er trat auf mich zu, packte mich und rubbelte mir ein paar Mal kräftig durch die Haare. ,,Wir sehen uns gleich."
Ich blickte ihm nach, wie er über die Füße der sitzengebliebenen Menschen in unserer Reihe stieg, dann die Stufen nach oben erklomm und im Strom der Menschenmenge verschwand. Gut, dass ich noch genug zu essen und zu trinken hatte. Nie im Leben würde ich mich jetzt wieder in diese Masse begeben und mich umrennen lassen. Schon alleine weil ich es höchst unangenehm fand, von so vielen fremden Leuten auf engsten Raum umzingelt zu sein. Hiroko war, was das angeht, eigentlich um einiges schlimmer als ich, aber im Moment siegte sein Durst über die Behaglichkeit.
Nachdenklich legte ich den Kopf in den Nacken und schloss meine Augen. Im Nachhinein fand ich es eigentlich gar nicht so schlecht, hier zu sein. Der Ärztekongress hätte mich zwar auch brennend interessiert, aber so wirklich Anschluss hätte ich wahrscheinlich nicht gefunden. Hier konnte ich zumindest gemeinsam mit Hiroko sein und die Kunst des Wasserbändigens hautnah miterleben. Ein kleines Lächeln umspielte meine Lippen. Wie gerne würde ich das auch können. Ich fand diese Art von Bändigungskraft schon immer aufregender als die, die ich von Geburt an besaß. Vor allem, weil es mit Wasser so viele Möglichkeiten gab, viel mehr als mit der Erde. Aber das Schicksal wollte, dass ich diesem Element angehörte. Wehmütig blickte ich auf den Wassergraben in der Arena. Das Licht der Scheinwerfer wurde von der Wasseroberfläche als kleine Glitzerpunkte reflektiert.
Mein Magen meldete sich und ich begann, an meinen zweiten Reiskuchen zu knabbern. Die Pause war in wenigen Sekunden um und Hiro war immer noch nicht da. Wahrscheinlich würde es wirklich so enden, dass ich ihn am Ende der Runde zertrampelt auf der Tribüne vorfinden und seine Zeichenutensilien erben würde. Genauso gut könnte ich mir vorstellen, dass ihm die Menschen zu viel geworden sind und er sich irgendwo verbarikadiert hatte. Oder ganz und ohne mich abgehauen war. Nein, das würde er nicht wagen. Das hoffte ich zumindest für ihn!
Der Gong, welcher den Beginn der zweiten Runde signalisierte, ertönte genau dann, als ich das letzte Stückchen Kuchen verputzt hatte. Die Kämpfer befanden sich wieder in ihren Zonen und nahmen es erneut miteinander auf. Allerdings sah es dieses Mal für mein heimliches Favoritenteam um einiges schlechter aus.
Sowohl Wasser als auch Luft und Erde wurden nacheinander um eine bzw. zwei Zonen nach hinten befördert. Dass der Wasserbändiger es schaffte, den Erdbändiger ins kalte Nass zu befördern machte verhältnismäßig leider wenig aus, weil seine Teamkameraden noch mit aller Kraft dabei waren. Die Niederlage hatte sie wohl angespornt und brachte sie dazu, ihr Potential diesesmal voll und ganz auszuschöpfen. Und die beiden waren wirklich hervorragende Kämpfer!
Ungeduldig warf ich einen Blick Richtung Treppe, konnte Hiroko aber nirgends ausmachen. Gerade jetzt, wo der Kampf richtig an Fahrt aufnahm musste er zu spät kommen! Naja... vielleicht auch besser so. So ist ihm nämlich das, was dann passiert war, ersparrt geblieben.
Ich sah es, als ich wieder auf das Kampfgeschehen unter mir achtete. Die junge Luftbändigerin wurde von der Wasserbändigerin erneut um eine Zone zurückgeworfen und landete auf den Boden. Diesesmal schien sie schwer getroffen worden zu sein, denn sie brauchte eine Weile, um sich wieder hoch zu hieven. Bedrohlich wankte sie hin und her und ich hatte schon Angst, sie würde wieder zusammenbrechen, dann schien sie sich aber wieder zu fangen und machte Anstalten, erneut in Angriffsposition zu gehen und ihre Kontrahentin zu attackieren. Ich rechnete mit einer weiteren Windböe, einer Luftkugel oder einem Wirbelsturm - nicht aber damit, dass sie mitten in ihrer Bewegung erstarrte.
Äh... hä? Was war denn jetzt los? Verwundert beugte ich mich nach vorne und kniff die Augen zusammen. Das war jetzt irgendwie komisch. Noch komischer war aber, dass sie dann einen Schritt zurückmachte. Was hatte sie denn bloß? So respekteinflößend wirkte diese Wasserbändigerin doch auch nicht. Bis jetzt hatte sie sich jedenfalls nicht von ihr unterkriegen lassen. Was also war mit ihr los? Mein Blick richtete sich auf das andere Mädchen. Auch sie machte keinerlei Anstalten, die Luftbändigerin anzugreifen. Sie stand nur regungslos, mit erhobener Hand, da, den Blick mit so einer Intensität und Wut auf ihre Gegnerin gerichtet, als wolle sie sie damit durchbohren.
Als das Mädchen- jetzt wusste ich wieder, wie ihr Name lautete: Aria - dann den zweiten Schritt nach hinten in Richtung Abgrund setzte, kapierte ich, was hier los war.
,,Hiro...", hauchte ich fassungslos und wollte nach dem Arm meines Bruders greifen, aber meine Hand ging ins Leere. Ich drehte den Kopf und sah, dass er noch immer nicht zurückgekehrt war. Ein übles Gefühl sowie Hilflosigkeit machte sich in mir breit. Als ich wieder zu Aria hinabblickte, erkannte ich das nackte Entsetzen in ihren Augen - trotz der Entfernung. Wie sollte es auch anders sein, wenn der eigene Körper einem nicht mehr gehorchte und man derjenigen ausgesetzt war, die ihn sich zu ihrem Spielzeug gemacht hatte?
Meine Finger krallten sich in die Kante meiner Sitzbank. Warum zum Teufel unternahm niemand etwas? Wieso half ihr keiner? Ich sah nach oben zum Schiedsrichter. Er musste doch auch sehen, was mit Aria los war, was diese Schlange gerade mit ihr anstellte? Doch es ertönte kein Pfiff, kein Gong, nicht mal der laute Ruf von den Zuschauern, die auch kapiert haben mussten, was hier abging. Es passierte gar nichts. Am liebsten hätte ich geschrien. Ich versuchte es, aber aus meinem Mund kam kein Ton.
Als Aria dann noch einen Satz nach hinten tat, trat ihr Fuß ins Leere. In dem Moment, in dem sie nach hinten kippte, fiel der Einfluss der Wasserbändigerin von ihr ab. Zu spät für sie. Mit rudernden Armen stürzte Aria von der Plattform ins Wasser. Ihre beiden Teamkollegen starrten fassungslos in die Tiefe. Sie waren zwar nur kurz abgelenkt, jedoch reichte das für die Wasserbändigerin aus. Als der Ältere der beiden Jungs realisierte, was gleich passieren würde und reagieren wollte, erging es ihm so wie seiner Verbündeten. Er erstarrte, mitten in der Bewegung bewegte sich nach hinten. Fast augenblicklich begann der Feuerbändiger, eine Salve Flammenkugeln auf ihn loszulassen, denen er, besser gesagt seine Kollegin, geschickt nach hinten weg auswich. Was das für einen Zweck haben sollte, kapierte ich erst im Nachhinein. Jedenfalls befand sich der Wasserbändiger nun ebenfalls an der Kante der letzten Zone. Gleich darauf aber nicht mehr, denn sein Fuß ging beim nächsten Schritt ins Leere und er stürzte - genau wie Aria - in die Tiefe.
Jetzt war nur noch der junge Erdbändiger übrig. Er allein gegen einen hinterhältigen Feuerbändiger und einer größtenwahnsinnigen Wasserbändigerin. Noch immer machte keiner Anstalten, die Runde abzubrechen. Es ging weiter. Bald würde es ohnehin zu einem Ende kommen. Alleine gegen diese zwei hatte der Junge nicht den Hauch einer Chance. Noch immer unter Schock, was seinen Mitstreitern widerfahren war, stand er wie zur Salzsäule erstarrt auf der Plattform und schaute nach unten ins Wasser. Dann schlug der Feuerbändiger zu. Rasend schnell und umbarmherzig. Als der Junge sich zu ihm umwandte, sah er nur noch eine gewaltige Feuerflut auf sich zurollen und wurde von ihr mitgerissen. Geschockt sah ich zu, wie er im hohen Bogen über den Graben hinwegflog, geradewegs gegen einen der massiven Betonfeiler, welche die Zuschauertribüne über den westlichen Block abstützten. Von da fiel er dann ins Wasser und verschwand von der Oberfläche.
Der Schlussgong der zweiten Runde ertönte, was von den Zuschauern kaum wahrgenommen wurde. So schockiert waren sie von dem barbarischen Schlag gegen den Jungen, der nicht mal mehr die Gelegenheit gehabt hatte, sich zu verteidigen. Viele Leute waren aufgesprungen, schrien und vergruben ihre Gesichter an den Schultern ihrer Sitznachbarn. Ich war auch aufgesprungen, aber nur um zu sehen, ob der Erdbändiger wieder auftauchte. Unter mir sah ich die Köpfe von Aria und dem Wasserbändiger erscheinen, nicht aber den des Jungen. Eine Welle der Furcht durchfuhr mich bei dem Gedanken, dass er das Bewusstsein verloren haben könnte. Das war sogar mit ziemlicher Sicherheit der Fall. So einen Aufprall steckte keiner weg, schon gar nicht ein so schmächtiger Junge wie er. Bis das jemand merkte würden sie ihn nicht mehr rechtzeitig herausholen können. Er würde sterben.
Als ich das dachte ging ein Ruck durch meinen Körper. Wie in Trance zog ich mir die Stiefel von den Füßen und kletterte über die Brüstung.
,,Shina!"
Mein Kopf fuhr herum und ich erblickte Hiroko, der sich hastig einen Weg durch die Menschen zu bannen versuchte. Einige seiner schwarzen Haare hatten sich aus seinem Knoten gelöst und hingen ihm wirr ins Gesicht. ,,Shina!"
Ich öffnete den Mund, um ihn zu antworten, aber er war noch zu weit weg. Er hatte von dem Vorfall mit der Wasserbändigerin und dem rücksichtslosen Angriff auf den Jungen nichts mitbekommen und ich hatte leider nicht die Zeit, auf ihn zu warten, um ihn alles zu erklären. Bevor er oder irgendjemand sonst mich aufhalten konnten hielt ich die Luft an und sprang von der Brüstung ab, kopfüber hinein in das Wasser.
Kurz befürchtete ich, bei dem Aufprall ebenfalls das Bewusstsein zu verlieren, immerhin ging es von der Tribüne aus gut und gern zehn Meter in die Tiefe. Doch außer dem Schock des eiskalten Nasses, welches meinen Körper von allein Seiten einhüllte, ging es mir gut. Jetzt bloß einen kühlen Kopf bewahren, ermahnte ich mich selbst. Das war leichter gesagt als getan, denn das Wasser war hier unten bei weitem nicht so klar, wie es von oben aussah. Und es brannte in den Augen, sodass ich diese immer wieder kurz zukneifen musste. Die einzige Orientierung boten mir die Lichter der Scheinwerfer. So konnte ich verschwommen die Körper des Wasserbändigers und der Luftbändigerin ausmachen, die über mir an der Oberfläche schwammen. Noch immer keine Spur vom Erdbändiger. Dann aber erblickte ich unter mir eine dunkle, regungslose Gestalt, die mit ausgestreckten Armen auf dem Grund lag. Sofort machte ich mich auf den Weg zu ihm. Ich musste mich beeilen. Nicht nur für ihn zählte jede Sekunde, sondern auch für mich, weil mir so allmählich die Luft ausging und ich dringend nach oben musste. Endlich bei dem bewusstlosen Jungen angelangt packte ich ihn bei den Armen und zog ihn nach oben. Ein dünnes Rinnsal Blut erhob sich wie eine rote Rauchwolke, als ich seinen Kopf an meine Schulter legte und mich mit ihm vom Grund abstieß. Der Weg nach oben kam mir unerträglich weit vor. Ich bemühte mich, nicht hektisch zu werden, obwohl meine Lungenflügel am zerreißen waren. Verzweifelt hielt ich den Blick nach oben gerichtet und schwamm und schwamm und schwamm. Nach einiger Zeit hielt ich es nicht mehr aus und riss den Mund auf, in der Hoffnung, meine Lungen endlich mit Luft füllen zu können, stattdessen schluckte ich jedoch nur Wasser. Mit der Panik, die mich dadurch ergriff, schaffte ich es, wie wild weiter nach oben zu strampeln, bis ich die Wasseroberfläche durchbrach. Ich konnte nicht das geringste sehen, zum einen weil mich die grellen Lichter blendeten, zum anderen weil meine Haare wie ein dunkler Vorhang in meinem Gesicht klebten. Hustend und spuckend versuchte ich, sie mit der freien Hand beiseite zu streifen. Gleichzeitig musste ich aufpassen, nicht wieder unterzutauchen. Mein Pullover hatte sich vollgesaugt und hing neben dem Jungen wie ein tonnenschweres Gewicht an mir, welches mich nach unten zog. Nach und nach gewöhnten sich meine Augen an das Scheinwerferlicht und ich konnte mich wieder einigermaßen orientieren. Der Junge war nach wie vor ohne Bewusstsein und hatte Wasser in die Lungen bekommen. Er brauchte ärztliche Unterstützung, und zwar sofort!
Re: Avatar oder die Legende von Korra RPG
von Mila-Grosa am 10.12.2021 09:14Hiroko Sakamaki
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,,Was zeichnest du da?"
Die Stimme meiner Schwester holte mich aus meiner Gedankenblase zurück und ich blickte auf. ,,Was?"
Mit einem Nicken deutete sie auf meinen Block. ,,Ich möchte wissen, was du zeichnest.", wiederholte sie.
,,Ach so." Ich legte die Kohlkreide beiseite und drehte den Block in ihre Richtung, um ihr das bisherige Ergebnis meiner Arbeit zu zeigen. Interessiert beugte sie sich vor und betrachtete meine Zeichnung einige Sekunden lang schweigend. ,,Wow, Hiro. Das sieht echt wahnsinnig toll aus."
,,Findest du?"
,,Aber ja! Ich hätte mir jedenfalls nicht träumen lassen, dass ich so ein gutes Portrait abgeben würde." Mit einem Lächeln ließ sie sich in ihren Sitz zurückfallen und schlug dann ihr Buch wieder auf.
,,Das ist eine große Ehre für dich, Schwesterchen. Sonst zählen nur große Nummern wie Spitzwegerich, Hyazinthe und Springkraut zu meinen Top-Modellen.", witzelte ich, auch wenn sich das nicht besonders komisch anhörte. Shina lachte trotzdem und fügte hinzu: ,,Gut zu wissen, dass meine Ausstrahlung mit der von Mamas Springkraut mithalten kann."
Sie und ich prusteten los. Es war gut, dass wir ein ganzes Zugabteil für uns alleine hatten, sodass sich keiner der anderen Fahrgäste dem grottigem Humor meiner Schwester und mir ausgeliefert sah und uns mit komischen Blicken bedenken konnte. Das dachte sich in diesem Moment auch unser Vater, darauf wettete ich. Ich konnte förmlich spüren, wie er hinter seiner Zeitung gerade die Augen verdrehte. Wahrscheinlich dankte er gerade im Stummen sämtlichen Gottheiten der Erde, dass auf dem Kongress in Ba Sing Se nur die eingeladenen Ärzte erlaubt waren. Ohne ihre Familie. Und ganz besonders ohne ihre Kinder.
Mir war das ganz egal. Anders als Shina hatte ich ein sehr geringes Interesse daran, mich ein ganzes Wochenende lang mit geschwollen daherredenden Fachchninesen und Nobelschnösel in einen Raum zu zwängen und mich über den neuesten chirurgischen Klatsch und Tratsch auszulassen. Die Vorträge an sich stellte ich mir schon recht interessant vor - vorrausgesetzt man interessierte sich dafür und kam mit den darin erläuterten Themen mit. Aber außerhalb ging es dann doch nur darum, wer in welcher Zeit mit welchem Posten befördert worden ist, wer sich welchen Luxusschlitten gekauft hat und wer nach Dienstschluss mit wie vielen Krankenschwestern und Physiotherapeutinnen in der Abstellkammer geschlafen hatte. Damit möchte ich nichts verallgemeinern, wo es doch viele Ärzte gibt, die nicht diesem pseudomoralischem Schema entsprechen, wie zum Beispiel mein Vater. Aber Mama hatte ihn schon oft auf ähnliche Veranstaltungen begleitet und konnte daher gut beschreiben, wie es unter den Herr- und Damschaften der Medizin zuging - natürlich nur mir und Shina. Mein Vater wollte von dem nichts hören obwohl er es selbst am Allerbesten wusste. Er fürchtete wohl, dass meine Mutter mir dadurch den Beruf Arzt endgültig madig machen würde, obwohl sich das Thema für mich bereits erledigt hatte. Aus welchen Gründen auch immer klammerte er sich aber nach wie vor an den Strohhalm, dass ich es mir wahrscheinlich noch anders überlegen und seine Nachfolge antreten würde. Ich hielt das für unwahrscheinlich. Aber das wollte ich ihm so direkt noch nicht ins Gesicht sagen. Mir war es erstmal wichtig, die Schule hinter mich zu kriegen und mich in meiner Freizeit der Kunst zu widmen, die ich eigentlich zu meinem Hauptberuf machen wollte. Den Stress, der nach meiner Verkündung auf mich zukommen würde, musste ich mir früher oder später zwar antun, aber jetzt war noch nicht der Zeitpunkt dafür.
Shina hatte sich wieder in ihr Buch vertieft und ich fuhr damit fort, sie in dieser Position zu zeichnen. Irgendwie mochte ich ihren Gesichtsausdruck, wenn sie las. Daher hatte ich beschlossen, diesen auf unserer Fahrt nach Ba Sing Se zu verewigen. Recht viel Motivauswahl hatte ich ohnehin nicht. Der Zug fuhr zu schnell um eine Landschaftszeichnung anzufertigen. Und Papa, der mit überschlagenen Beinen schräg gegenüber saß, war mit seinem halb vom Zeitungspapier verdeckten Körper nicht gerade eine ideale Muse. Lange würden wir ohnehin nicht mehr unterwegs sein.
Als Shina die Hand hob und sich einige Strähnen aus dem Gesicht wischte warf ich ihr einen vorwurfsvollen Blick zu, erhob mich und versuchte, sie wieder in ihre alte Position zurück zu bringen. Dabei beschmierte ich ihre Stirn versehentlich mit Kohle, was sowohl vor ihr als auch unserem Vater nicht unentdeckt blieb. Seufzend legte er seine Zeitung beiseite und verkündete, in einem der anderen Abteile nach einem Tuch zu fragen. Uns legte er nochmal nahe, keinen Finger zu rühren, bis er wieder zurück war. Als er gegangen war, beugte sich Shina wieder kopfschüttelnd über ihr Buch. ,,Künstler.", sagte sie. Und wieder brachen wir in Gelächter aus.
Es verging noch eine weitere dreiviertel Stunde, dann fuhren wir in den großen Hauptbahnhof von Ba Sing Se ein. Von meinem Sitzplatz aus beobachtete ich die unzähligen Menschen, die zwischen den Bahngleisen umherwuselten. Der Gedanke, gleich in diese geschäftige Menschenmenge hinaus zu müssen, ließ ein unangenehmes Gefühl in mir hochsteigen. Während ich mich daran machte, meine Zeichenutensilien in mein Handgepäck zu verstauen, sprang Shina auf einmal hoch und packte meinen Arm. ,,Oh, Hiro, sie nur!" Aufgeregt deutete sie nach draußen.
Auf dem Bahnsteig vor uns sahen wir eine Bank mit einem jungen Mädchen, in der einen Hand ein Comicheft haltend, in der anderen einen Becher mit Kaffee. Zunächst nicht auffällig. Doch dann erhob sich eine dünne, kleine Säule aus dem Becher, kreiste ein wenig und floss dann direkt in ihren Mund. So eine Art zu trinken hatte ich auch noch nicht gesehen.
,,Mann, wieso kann ich das nicht?", klagte meine Schwester. Ich zuckte mit den Schultern. ,,Weil Mama nunmal eine Erdbändigerin ist, und keine Wasserbändigerin. Jetzt komm endlich. Wir stehen schon."
Glücklicherweise kamen wir in dem Menschenstrom gut vorwärts und befanden uns bald außerhalb des Gebäudes, wo wir uns ein Taxi zu unserem Hotel nahmen. Nach einer kurzen Fahrt und einem noch kürzeren Check-In betraten wir schließlich unser Hotelzimmer. Keine Nobelsuit, aber im großen und ganzen okay. Immerhin hatte es ein eigenes Bad und ordentlich gemachte Betten. Shina ließ sich auf eines von ihnen fallen. ,,Papas Kongress beginnt morgen um Punkt Acht Uhr.", bemerkte sie. ,,Und wann müssen wir bei der Arena sein?"
,,Ungefähr zur selben Zeit.", antwortete ich.
,,Um Acht Uhr beginnt bereits das Turnier.", erwiderte unser Vater und betrat unser Zimmer. ,,Es wäre besser, wenn ihr schon um Sieben dort wärt. Der Einlass zieht sich bestimmt eine Weile, und wenn ihr euch noch was zu trinken kaufen wollt..."
Shina und ich sahen uns an. Eigentlich hatten weder sie noch ich Lust, uns in eine Arena zu begeben und diesen brutalen Kämpfen beizuwohnen, die sie dort veranstalteten. Aber Papas Kongress ging bis mindestens Fünf Uhr abends und etwas anderes, zum Beispiel eine Stadtführung oder ein Konzert, wurde so früh am Morgen noch nicht angeboten. Und unsere Eltern hatten uns strikt untersagt, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Aus Sorge wir könnten uns verlaufen oder auf irgendwelche zwielichtige Gestalten treffen, von denen es in der Stadt nur so wimmelte. Zumindest letzteres konnte ich ihnen nicht verübeln. Uns beiden war klar, dass sie es nur gut meinten, wo wir doch noch nie in Ba Sing Se gewesen sind und uns hier null auskannten. Gleichzeitig wollten sie aber sichergehen, dass wir uns nicht wie so oft in unserem Hotelzimmer verschanzten und unter die Leute gingen. Auch wenn wir uns hierzu einen Arena-Kampf ansehen mussten.
Der restliche Tag verlief ruhig. Weil es noch nicht so spät war hatten wir sogar noch Zeit, uns das Stadtgebiet rund ums Hotel ein wenig anzusehen. Wir besuchten unter anderem einen kleinen Bücherladen und ein Teegeschäft, wo wir einige exotische Teesorten für Mama einkaufen. Als kleines Souvenir. Als es bereits dämmerte, kehrten wir in ein kleines, gemütliches Lokal zum Abendessen ein. Es war ein sehr schöner Abend, sogar Papa wirkte ein wenig gelöster und erwähnte - was in einem Gespräch mit ihm oft selten war - mit keinem Wort den morgigen Ärztekongress oder ein anderes, seine Arbeit betreffendes Thema. Lediglich Shina schwärmte über ihr frisch erstandenes Buch über Heilkunde, in welchem sie später mit großer Wahrscheinlichkeit noch zu schmökern beginnen würde. Sie wäre wirklich die geborene Ärztin. Eine von der Sorte, deren oberstes Ziel es noch ist, den Menschen zu helfen. Gutes zu tun, ohne eine große Gegenleistung zu erwarten. Wenn sie vor Jahren nur nicht diesen verdammten Unfall gehabt hätte...
Nach unserer Rückkehr ins Hotel waren wir alle auf einmal so hundemüde, als hätten wir zwei Tage nicht geschlafen. Papa und sogar meine Schwester waren ins Bett gefallen und kurz darauf tief und fest eingeschlafen. Ich konnte das, obwohl ich wollte, nicht sofort. In meinem Kopf kreisten die Gedanken von den Ereignissen des heutigen Tages und der ganzen letzten Woche. Natürlich dachte ich auch über morgen nach. Es machte mich zunehmend nervös, da ich es nicht mochte, von unzähligen, fremden Menschen umgeben zu sein. Naja... irgendwie würden wir den morgigen Vormittag schon überstehen. Mit diesem etwas positiver gestimmteren Gedanken gelang es mir dann doch, einzuschlafen.
Wie Papa es vorhergesagt hatte war an den Einlassschaltern der Arena reger Betrieb. Wir hatten uns bereits um halb Sieben hier eingefunden, mussten aber trotzdem noch eine gute halbe Stunde warten, bis wir endlich an der Reihe waren. Eine ältere, grimmig aussehende Frau knipste unsere Tickets und wünschte uns gezwungenermaßen eine ,,aufregende Veranstaltung".
,,Ganz bestimmt.", dachte ich und wir machten uns schleunigst auf den Weg zu den Snackbars. Seit dem Frühstück hatte ich keinen Hunger mehr, allerdings würde sich das Turnier bestimmt bis in die Mittagsstunden hinziehen und dann würde es hier noch unerträglicher zugehen wie ohnehin schon. Nach einer weiteren Wartezeit von 20 Minuten hatten wir uns soweit eingedeckt, dass wir unsere Plätze suchen konnten.
,,Ich habe jetzt schon keine Lust mehr!", beklagte sich Shina, nachdem wir uns die letzten Meter zu unseren Sitzen vorkämpften. Dabei mussten wir aufpassen, von den hereinströmenden Massen nicht mitgerissen oder erdrückt zu werden. Von unserer Verpflegung ganz zu schweigen. Unsere Plätze befanden sich ganz vorne, direkt schräg gegenüber der Ehrentribühne, auf denen die Spielemacher gemeinsam mit besonders betuchten Zuschauern ihren Platz einnehmen und die Spiele überwachen würden. Die ersten fanden sich nach und nach schon ein. Es ging also jeden Moment los. Als wir uns endlich hinsetzen konnten kramte meine Schwester nach einem Reiskuchen und biss herzhaft hinein. ,,Schlimmer als das Gewühle hier kann Papas Ärztekongress nicht sein. Lieber hätte ich mich dort in ein stilles Eckchen verkrochen und gelesen als mich hier zertrampeln zu lassen!"
Damit sprach sie mir aus der Seele. Aber ich konnte ihr nicht mehr antworten, weil auf einmal ein lauter Gong ertönte. Ich hätte ohnehin brüllen müssen, weil es um uns herum so laut wurde, dass man kein normal gesprochenes Wort verstehen konnte. Das unangenehme Gefühl in meinem Körper steigerte sich und ich wäre am liebsten aufgesprungen und von hier verschwunden.
Der Tumult unter den Zuschauern legte sich, als ein wichtigtuerisch aussehender Mann mit einem Mikrofon bewaffnet auf das Ansagenpodium der Arena trat und zu sprechen begann. Ich hörte gar nicht richtig zu, weil ich eigentlich schon alles wusste, was ich wissen musste. Unter uns befand sich eine einige Quadratmeter große, von Wasser umgebene Fläche. Die Kampfzone. Es treten zwei Teams an, das stärkere Team, das zum Schluss überbleibt, gewinnt die Spiele. Eigentlich ein ganz normales, sportliches Ereignis, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass wirklich jeder an diesen Spielen teilnehmen konnte bzw. musste. Alte, Kranke, oder Kinder. Oftmals waren die Ausmaße dieser Kämpfe sehr brutal. Wenn nicht sogar tödlich. Ich erinnerte mich an einen Kampf, in dessen Verlauf ein Wasserbändiger einen jungen Feuerbändiger mittels Blutbändigen umgebracht hatte. Die Spiele wurden zwar abgebrochen und der Mörder danach verhaftet, aber für den Jungen kam jede Hilfe zu spät.
Ein weiterer Gong ertönte, der mich aus meinen Gedanken riss. Dann spürte ich Shinas Hand auf meiner Schulter. ,,Sieh mal, jetzt kommen die ersten Teams!", sagte sie. ,,Siehst du die da?" Ihr Finger deutete auf drei Personen, die von der linken Seite mittels einer ausfahrbahren Schiene zur Kampfzone gebracht wurden. Soweit ich das sehen konnte waren es zwei junge Männer und ein Mädchen mit feuerroten Haaren. ,,Die Schärpen. Der Kleinere von ihnen ist ein Erdbändiger, der andere Junge und das Mädchen sind Wasserbändiger." Täuschte ich mich, oder hörte ich sowas wie Begeisterung in ihrer Stimme. Naja, so oder so... Es würden bestimmt nervenaufreibend werden.
,,Mal sehen, wie sie sich schlagen.", antwortete ich und wartete auf den Beginn des Kampfes.
Re: Avatar oder die Legende von Korra RPG
von Mila-Grosa am 09.12.2021 15:31Die Idee gefällt mir ziemlich gut
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Ich sehe zu, dass ich bald schreiben kann.^^
Re: RPG with Mila-Grosa and Me :)
von Mila-Grosa am 09.12.2021 15:16Leo
Gerade befand ich mich auf den Weg von der Küche in die Schlafräume, um dort ganz in Ruhe eine Portion Nachos zu verdrücken und über alles nachzugrübeln. Eigentlich war es albern. Beinahe schon erbärmlich, wo gerade ich, der Rückgrat beweisen sollte, so mutlos und schwach war und mich hängen ließ. Wie ein Kleinkind, dass einmal zu oft von der Schaukel gefallen war und nun Angst hatte, sich wieder darauf zu setzen. Ich schüttelte den Kopf über meine Dummheit. Irgendwie verspürte ich jetzt doch nicht mehr das Bedürfnis, mich alleine irgendwohin zu verkriechen. Ich sollte nochmal versuchen, mit den anderen zu reden. Oder erstmal alleine, mit Leona.
Man könnte meinen, sie hätte meine Gedanken gehört, als sie nun auf einmal vor mir stand. Aber ihr Anblick war erschreckend. Noch viel mehr erschreckte mich jedoch der Grund für ihren panischen Ausdruck und ich ließ meine Nachos fallen. ,,Was!? Mikey hatte einen Unfall!?", stieß ich hervor. Sofort setzten wir uns in Bewegung und rannten auf die Brücke. Schon von weitem hörten wir ein jämmerliches Wimmern, wie die Klagerufe von einem verwundeten Tier.
,,Mikey!" Bestürzt ließ ich mich, in der Kommandozentrale angekommen, neben meinem Bruder auf den Boden fallen, blickte abwechselnd zwischen ihm, dem schweren Erdklumpen auf seinem Fuß und der tränenüberströmten Fiona hin und her. ,,Was ist denn um alles in der Welt passiert?"
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Mikey
Auf der einen Seite hatte ich fast ein schlechtes Gewissen, Leo so an der Nase herum zu führen, auf der anderen Seite aber war es so ziemlich der sicherste Weg, in soweit wie möglich vom Maschinenraum wegzuhalten bis die Jungs ihren Auftrag erfüllt haben. Außerdem musste ich beschämender Weise feststellen, dass es mir sogar ein wenig Spaß machte. Zwischen meinem Stöhnen und Jammern musste ich immer wieder das Lachen unterdrücken. Leo konnte ich dabei auf keinen Fall in die Augen sehen, sonst würde ich mich nicht mehr beherrschen können. Also ließ ich die Augen halbgeschlossen und blinzelte immer noch stöhnend an die Decke. ,,Ich wollte Fiona beweisen, dass ich in der Lage wäre, einen fünf Tonnen schweren Erdbrocken zu formen und schweben zu lassen. Aaauuuuuaaa..... aber ich fürchte, dass war keine meiner besten Ideen..."
,,FÜNF TONNEN!???", rief Leo erschrocken aus. ,,Dann müsste dein Fuß ja regelrecht nur noch Matsch sein! Oh Mann Mikey. Also...", hilflos deutete er auf den Brocken, ,,...alleine werde ich das nicht schaffen. Wir brauchen Donnie! Wo stecken er und die anderen überhaupt?"
,,Oh... ähm... die... hat... Leona schon verständigt... bevor sie zu dir gekommen ist, meine ich...", entgegnete ich hastig und zwinkerte ihr unauffällig zu. ,,Sie müssten gleich da sein. Autsch!" Treuherzig, damit er womöglich nicht noch Verdacht schöpfte, blickte ich zu ihm hoch. ,,Mir ist klar, dass du keine Bändigermagie anwenden kannst, Alter. Aber... würdest du bitte solange hier bei mir bleiben und... auaaa... auf mich aufpassen?"
Leos Kopf neigte sich ein wenig zur Seite. Das machte er immer, wenn er skeptisch war, und kurz hatte ich Panik, dass er doch gemerkt hatte, dass mein Unfall nur gefakt war. Doch dann ergriff er meine Schulter und drückte sie sanft. ,,Natürlich, Mikey. Ist kein Ding, ich bleibe hier bei dir bist die anderen kommen."


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