von Lisa2604 am 19.06.2022 00:27
Auf dem Weg zu Selos und Mius anderen Teammitgliedern berichteten die beiden mir von ihren bisherigen Erlebnissen. Sie erzählten etwas von Sonics Cousin Nosic, den Selo mit einem Cookie überwältigt hatte und wie sie sich zuletzt bei einem WcDonalds versammelt hatten. Dank dem Monsterangriff war mein mit Wunden übersäter Körper immer noch etwas schwach und ich versuchte die Informationswelle, die über mich schwappte, so gut wie möglich in meinem Kopf einzuordnen. Ohne Heiltränke würde mir wohl jeder einzelne Schritt höllische Schmerzen verursachen.
Ich wurde sehr aufgeregt als ich das Schild des WcDonalds erblickte. Ich freute mich, Mius und Selos Freunde kennenzulernen, da ich diese zwei schon in mein Herz geschlossen hatte und gerne neue liebe Menschen treffen wollte. "Wir sind wieder da! Es hat etwas länger gedauert als geplant,tut mir wirklcih leid. Aber dafür haben wir jemanden mitgebracht", Miu zog mich in das Restaurant um mich den anderen vorzustellen. Ich begann zu grinsen um direkt einen guten Eindruck zu hinterlassen. Doch...niemand war dort? Ich blickte mich verdutzt um während Miu weiter in den anscheinend menschenleeren WcDonalds hinein trat. Selo blieb neben mir stehen.
"Komisch ich hätte gedacht dass alle auf uns warten da wir so spät sind...", murmelte sie und drehte sich panisch zu uns um: "Warte- Meint ihr der Supermarkt Gruppe ist etwas zugestoßen?D: Vielleicht sind Eno und Nika helfen gegangen und deshalb ist niemand hier....oder- oder- WAS WENN ALLE ZUSAMMEN WO ANDERS HINGEGANGEN SIND UND UNS ZURÜCKGELASSEN HABEN WEIL WIR NICHTS WEITER ALS EINE LAST WAREN?!D:" Mius Stimme wurde immer schriller und hektischer. Ganz ruhig versuchte ich, ihr die Angst zu nehmen. Sie schien plötzlich so unsicher, obwohl sie doch die Situation mit mir so gut geregelt hatte und bis jetzt als sehr selbstsichere Person aufgetreten war. Zusammen schafften Selo und ich es tatsächlich, dass Miu wieder Mut fasste:"Tut mir leid Leute ich hab ziemlich überreagiert^^'". Im nächsten Moment vernahm ich den dumpfen Klang zweier Stimmen aus einem der hinteren Räume. "Sind das Huxley und Eno?", wandte sich Selo an Miu, welche daraufhin nickte. Sie hatten mir schon ein Interessantes über jedes Mitglied erzählt und nun freute ich mich, diese beiden endlich zu treffen. Ich erwartete so liebe, aufgeschlossene Menschen, wie Miu und Selo es waren.
Wir betraten den Raum, aus dem die Geräusche erklangen. Es schien wären wir bei einem Streit von Eno und Huxley herein geplatzt, weshalb ich mich nicht traute etwas zu sagen, geschweige denn mich ihnen zu nähern. Ich prägte mir nur ihr Erscheinungsbild genau ein, während Miu und Selo mich vorstellten. Eno war ein junger, dunkelhaariger Mann mit coolen Klamotten. Er erschien direkt freundlich und sehr interessiert daran, mich kennenzulernen. Ganz im Gegenteil nahm ich Huxley, mit ihren braun-pinken Haaren und unglaublich schönen Klamotten sehr intensiv und irgendwie falsch war. Ihre Aura schien fast zu brennen und mir lief ein Schauer über den Rücken während ich ihren Blick auf mir haften spürte. Sie inspizierte mich von oben bis unten. Ich ließ mir meine Nervosität nicht anmerken und nutze die Gelegenheit nur um mir Huxleys Wesen auch genauer anzuschauen. Ich erblickte gerade eine Augenklappe und ein umgedrehtes Kreuz um ihren Hals als sie plötzlich auf mich zu lief. Ich hielt die Luft an und blickte in ihre flammenden Augen während sie an mir vorbei rauschte. Sie war wohl einfach nicht sehr kontaktfreudig und brauchte Zeit für sich alleine, weil so viel passiert war. Kurz danach eilte auch Miu an mir vorbei um Nika zu folgen. Ein wenig traurig schaute ich ihr hinterher. Ich hatte gehofft sie würde mir beistehen, wenn ich mich den anderen vorstellte. Zum Glück blieb aber Selo dicht an meiner Seite und lächelte mich ermutigend an. "Tja...", Eno ging auf mich zu und blieb kurz vor mir stehen. Mit den Worten "Willkommen in unserer kleinen Gruppe" wurde ich dann sofort in ihre Runde aufgenommen. Ich mochte Eno sofort und bewunderte seine Gelassenheit sehr. Eno stellte sich als der Oxygenetiker der Gruppe vor. Er war unglaublich cool.
Lächelnd schüttelte ich seine kalte Hand. Ich fühlte mich direkt wohl bei ihm. Nun war ich an der Reihe, etwas mehr über mich zu erzählen. Immer noch etwas zerknirscht erzählte ich von dem Monster, vor dem Miu und Selo mich ohne zu Zögern gerettet hatten. Eno schaute geschockt aber auch sehr beeindruckt zu Selo, die zustimmend nickte und mir kurz ihre Hand auf die Schulter legte um mir zu signalisieren, dass ich mich deswegen wirklich nicht mehr schlecht fühlen sollte. Ich lächelte kurz und fuhr fort: "Ich bin außerdem, wie Miu schon gesagt hat, eine Hexe, die ihren Hund sucht. Als ich von dem Monster angegriffen wurde, ist er weg gelaufen", ich schluckte, "Ich hoffe wirklich es geht ihm gut. Ich habe ihm tatsächlich ein paar Dinge zur Verteidigung und zum Überleben beigebracht, aber er ist noch sehr jung". "Wir werden dir alle so bald wie möglich helfen Flips zu finden, Lia", munterte mich Selo auf. Eno nickte.Â
"Ich kenne mich außerdem gut mit Tränken und er Natur aus",ich zeigte Eno ein paar Zaubertränke und Salben aus meinem Rucksack, der sie sehr interessiert ins Licht hielt und neugierig betrachtete. "Ich kann auch gut mit Pfeil und Bogen umgehen, aber ich weiß nicht inwiefern uns das hilft. Hier gibt ja weit und breit keine Jägerausrüstung"
Wir setzten und alle zusammen auf einen Tisch und redeten noch eine ganze Weile. Eno und Selo erzählten mir von sich und ich genoss ihre Erzählungen und Anwesenheit sehr.Â
"Oh Leute, da fällt mir ein-", ich stand von dem Tisch auf, "ich wollte mir noch Material für neue Kleidung holen", lachend zeigte ich auf meine zerissenen Klamotten. "Ist es okay wenn ich euch kurz alleine lasse?", fragte ich Eno und Selo, die daraufhin beide nickten.
Ich beeilte mich zurück zum Hauptraum des WcDonalds mit den ganzen Tischen und klaute die weißen Tischdecken von zweien. Daraus wollte ich mir ein neues Oberteil nähen. Ich riss außerdem die roten und grünen Vorhänge, die die Sicht auf die Küche versperrten herunter und stopfte alles in meinen Rucksack. Gerade wollte ich das Licht der Küche anschalten um einen kurzen Blick hinein zu wagen als mich ein Schrei zusammenschrecken ließ: "MAMA!PAPA!NEEEEEEEEEEEEEEIIIIINNNNN"
'Das war doch Miu!' Ich wirbelte herum und eilte sofort zu dem Raum aus dem dieser Hilferuf erklungen war. 'War Miu etwas zugestoßen? Ein Monster vielleicht?' Vor dem Zimmer, das anscheinend eine Art Privatzimmer mit Karaokebar (?) war, blieb ich kurz stehen um noch einmal zu lauschen. Ich hörte nur noch ein leises Weinen. Vorsichtig betrat ich den Raum und erblickte Miu tränenüberströmt auf dem Boden liegend. Geschockt suchte ich nach Verletzungen, doch fand zum Glück keine. 'Kein Monster also', ich atmete erleichtert aus. 'Aber was war dann mit Miu los? Ihre tränenden Augen waren geschlossen, also schlief sie vielleicht?' Ich kniete mich zu ihr herunter und schüttelte ich ihren Körper vorsichtig, um sie aufzuwecken. Ihr Gesicht verzog sich und sie biss die Zähne aufeinander. Sie musste einen wirklich fürchterlichen Traum haben. Kein Wunder bei allem, was sie hier erlebt hatte.
"Miu?", ich rüttelte nun stärker an ihrem Körper, "alles ist gut Miu, alle sind okay, keine Sorge. Das ist nur ein schlechter Träum. Öffne einfach deine Augen, Miu!"
Ihr Gesicht entspannte sich etwas, aber Tränen flossen weiterhin wie kleine Bäche aus ihren Augen. "Ich bin's Lia", sagte ich sanft und hielt ihren zitternden Arm fest. Langsam beruhigten sich ihr Körper und ihre Atmung. Ich wollte, dass sie sich erstmal erholte, weshalb ich mich perplex einfach neben sie auf den staubigen Boden legte und ihre Hand nahm. Leise summte ich die Melodie einem meiner Lieblingslieder. Es war 'Nandemonaiya' von dem Film 'Your name'. Vielleicht war das etwas merkwürdig, aber ich war mir sicher, dass es Miu nichts ausmachte.Â
Wir lagen ein paar Minuten einfach nur auf dem Boden und erleichtert bemerkte ich, dass Miu nun auch aufgehört hatte zu weinen. Ich wollte nicht zu aufdringlich wirken, weshalb ich wartete bis sie zuerst etwas sagte. Immer noch mit geschlossenen Augen flüsterte sie:"Danke Lia". "Ach, ich habe doch fast nichts gemacht, Miu, alles gut", entgegnete ich,"hattest du einen Albtraum?", fragte ich vorsichtig. "Ja, das habe ich öfter", seufzte Miu. Mehr erzählte sie mir noch nicht und ich wollte auf keinen Fall weiter nachhaken, denn der Inhalt schien privat zu sein, da es vermutlich um ihre Familie ging. Das Thema schien Miu sehr zu belasten und deswegen wechselte ich schnell das Thema:"Tut mir leid, ich möchte dich nicht hetzen, aber ist es okay, wenn wir zu Eno und Selo zurück gehen? Wir sind schon ziemlich lange fort",Miu nickte langsam und ich stand daraufhin vom Boden auf und klopfte den Staub von meinen dreckigen Klamotten ab. "Geht es dir denn jetzt besser, Miu?",ich reichte ihr meine Hand um ihr beim Aufstehen zu helfen. Ihre Augen waren noch ein wenig rot vom Weinen und sie schaute beschämt weg. "Es ist alles gut, danke, die letzten Tage waren nur ein wenig...viel", sie lachte ein wenig. Ich nickte verständnisvoll und befreite auch Mius Kleidung vom Staub. Während wir zu den anderen zurück liefen fiel mir ein, dass Huxley nicht mehr bei Miu war. "Wo ist denn Huxley hin, Miu, seid ihr nicht zusammen weggegangen?", fragte ich deswegen. "Sie war mir zu schnell. Ich weiß nicht wo sie hin ist.", antworte Miu. "Oh. Sie ist wohl eine Einzelgängerin", fügte ich hinzu. Ich nahm mir vor Eno und Selo zu fragen, woran Huxleys Verhalten liegen könnte. Kurz bevor wir bei Eno und Selo angekommen waren, konnten wir schon ihre aufgeregten Stimmen hören.Â
"Hallo Leute, Miu und ich sind zurück", fröhlich setzten wir uns wieder auf den Tisch zu Selo und Eno, die uns begrüßten.Â
"Ich habe aber eine Frage Leute", begann ich, "was ist denn eigentlich mit Huxley los? Wisst ihr das?"
